Die Straße. Großvater und Kantschi.
_Großvater_
Wie, Fürst von Kantschi, du hier?
_Kantschi_
Dein König hat mich auf die Straße geschickt.
_Großvater_
Das ist eine stehende Gewohnheit bei ihm.
_Kantschi_
Und nun kann niemand eine Spur von ihm erblicken.
_Großvater_
Auch das gehört zu seinen Vergnügungen.
_Kantschi_
Aber wie lange will er mir noch so ausweichen? Als nichts mich dazu
bringen konnte, ihn als meinen König anzuerkennen, kam er plötzlich
daher wie ein schrecklich gewaltiger Sturm -- Gott weiß, woher -- und
zersprengte meine Leute und Pferde und Banner in einen einzigen wilden
Aufruhr: nun aber, wo ich die Grenzen der Erde absuche, um ihm meine
demütige Huldigung zu erweisen, ist er nirgends zu sehen.
_Großvater_
Aber wie groß er als König auch sein mag, er hat sich dem zu fügen, der
sich unterwirft. Aber warum bist du bei Nacht hinausgewandert, Fürst?
_Kantschi_
Ich kann ein geheimes Gefühl der Angst noch nicht loswerden, die Leute
könnten mich auslachen, wenn sie sehen, wie ich euerm König demütig
meine Huldigung darbringe und meine Niederlagen anerkenne.
_Großvater_
So sind die Leute in der Tat. Was andre zu Tränen rühren würde, dient
nur dazu, ihr leeres Lachen hervorzurufen.
_Kantschi_
Aber du bist auch auf der Straße, Großvater.
_Großvater_
Ich bin auf der fröhlichen Pilgerfahrt zu dem Land, wo man alles
verliert.
_Gesang des Großvaters_
Ich warte mit all meiner Habe in Hoffnung, sie all zu verlieren.
Ich laure am Straßenrand auf den, der einen hinaus auf die Straße
schickt,
Der sich verbirgt und sieht, der ohne dein Wissen dich liebt,
Ich hab ihm in heimlicher Liebe mein Herz gegeben,
Ich warte in Hoffnung mit all meiner Habe, sie all zu verlieren.