XIII.

König von Kantschi und Suvarna.

_Suvarna_

Ihr sagt also, daß keine Notwendigkeit irgendeines Kampfes unter euch

selbst mehr besteht?

_Kantschi_

Nein, du brauchst keine Angst zu haben. Ich habe alle Fürsten dazu

gebracht, sich einverstanden zu erklären, daß der, den die Königin als

Gemahl erwählt, sie bekommen soll, und die andern werden auf jeden

weiteren Kampf verzichten.

_Suvarna_

Doch dann braucht Ihr mich nicht mehr, Euer Hoheit -- so flehe ich Euch

an: entlaßt mich jetzt. Untauglich wie ich zu allem bin, hat die Furcht

vor drohender Gefahr mich entnervt und meinen Verstand betäubt. Es wird

Euch daher schwer fallen, mich irgendwie zu verwenden.

_Kantschi_

Du wirst dasitzen und mir als Schirmträger dienen.

_Suvarna_

Euer Diener ist zu allem bereit; aber was für einen Nutzen wird Euch das

bringen?

_Kantschi_

Mann, ich sehe, daß dein Verstand zu schwach ist, um mit einem hohen

Ehrgeiz zusammenzugehen. Du hast noch nicht bemerkt, mit welcher

Gunst die Königin auf dich gesehen hat. Schließlich kann sie in einer

Gesellschaft von Fürsten einem Schirmträger nicht gut den Brautkranz

um den Nacken legen, und doch, ich weiß, sie wird nicht imstande sein,

ihren Sinn von dir abzuwenden. So wird auf jeden Fall dieser Kranz unter

den Schatten meines königlichen Schirmes fallen.

_Suvarna_

Euer Hoheit, Ihr hegt, was mich angeht, gefährliche Phantasien. Ich

bitte Euch inständig, verwickelt mich nicht in die Netze so grundloser

Vorstellungen. Ich bitte Euer Hoheit ganz demütig, setzt mich in

Freiheit.

_Kantschi_

Sowie mein Ziel erreicht ist, werde ich dir nicht einen Augenblick mehr

deine Freiheit vorenthalten. Ist erst der Zweck erreicht, so ist es

unnütz, sich mit den Mitteln zu beschweren.

Der König der dunklen Kammer · 第 27 / 35 题