»Ja, und nit einmal bloß.«
»Und was haben sie gesagt?«
»Dasselbe, was ihr sagt: Man soll den Leuten doch nit Unrecht tun.«
Längst war der alte Hohlöfner aufgestanden. Keiner hatte es
beachtet, daß er ging, keinem fiel es auf, daß er erst nach einer
Weile wiederkam. Der Wirt hatte gerade die Lampe angebrannt, da war
er hinausgegangen. Ihr Schein vermochte sich kaum noch durch den
Tabaksrauch zu quälen, da kehrte er zurück und rieb sich die Hände.
Er hatte den Gesprächen eine Weile zugehört und war immer
aufmerksamer geworden. Sein eigen Fleisch und Blut war ihm eine so
frohe Offenbarung, daß der Mann sich jubelnd kopfüber in dankbare
Fröhlichkeit stürzte. Aber fröhlich sein und nicht einen lustigen
Streich machen?
Blitzartig dachte der Hohlöfner an seinen Sparstrumpf. Er lag
wohlverwahrt im Bettstroh und wartete darauf, aus seinem Schlafe
gerissen zu werden.
Flink wie ein junger Bursche war der Bauer auf seinem Hofe und sprang
die Treppe hinauf. Heraus den Strumpf, in die Tasche damit und die
Treppe hinab.
Dunnerlichting, drunten stand sein Weib und nahm in ihrer Breite die
ganze Treppe ein.
»Nanu, Vater, was soll denn das heißen?«
»Das soll heißen, daß du mir wieder einmal kein Schnupftuch in die
Tasche gesteckt hast.«