»Aber auch nit zu viel. Ich weiß immer noch, was ich sage und tue.«
»Das ist doch auch das wenigste, das man verlangen kann.«
»Sag das nit. Das kommt manchmal über den Menschen, er weiß nit wie.«
»Damit redet ihr euch immer heraus.« Sie wies auf den Fliederbusch.
»Den sollten wir uns auch anpflanzen.«
Der Bauer antwortete nicht. Er war unruhiger in sich, als er zeigte,
kratzte sich oft hinter den Ohren, hätte seiner Frau gern von gestern
abend gesprochen und fürchtete doch ihre ruhigen, sicheren Augen und
ihr treffendes Urteil. So verbohrte er sich darein: »Ich trage das
selber aus. Was geht das die Weiber an? Aber mit dem Rudolf will ich
reden.«
Und doch schob er auch das auf, obwohl ihm sein Sohn alle Augenblicke
über den Weg lief.
Planlos ging er auf den Hof hinaus, stand vor dem verfallenen
Mauerreste des Hochofens, der von Winde, Efeu und Thymian überwuchert
war, und um den die Schmetterlinge gaukelten, kratzte sich wieder
hinter den Ohren und wußte, daß er -- ein schlechtes Gewissen hatte.
Wenn's am Ende doch das Mariele war?
Rasch schritt er nach den Bienenstöcken hinüber. Die Tiere flogen
aufgeregt hin und her. Es war noch reichlich früh im Jahre, aber sie
schienen Anstalten zum Schwärmen zu machen. Recht; denn je früher ein
Schwarm, desto besser.
Herrgott, wie die Sonne brannte! Heinrich Korn sah nach dem Himmel.
Wolken türmten auf. In die Stube zurückkehrend, bemerkte er: »Heute
donnert's noch, Mutter.«
»Ein Gewitter tät nit schaden. Nur keinen Hagel!«
»Möcht wissen, woher jetzt Hagel kommen sollte.«
»Hagelwetter kommt immer, wenn man's am wenigsten erwartet.«
»Hast recht. Wenn man's am wenigsten erwartet.«