6.) Eisenhaltige Laugensalzleber (S. 50.) und (S. 51.)

7.) Eisenhaltige Laugensalz- und Kalkleber vermischt angewandt.

Leztere soll noch feiner und angenehmer seyn (durch Verpuffen mit

Salpeter bereitet!) Navier mag die Tugend beider leztern Mittel

noch so sehr herausstreichen, der Arsenik verbindet sich doch

nur mit dem laugensalzigen und dem Kalkstoffe der Lebern; sie

wirken immer, wie, oben erzählt, die einfache Schwefelleber wirkt.

Schwefel und Eisen fallen vermischt nieder ohne den mindesten

Antheil an Arsenik. Eisenhaltige Lebern lassen sich überdies unter

allen am schwersten unzersezt auf bewahren.

8.) Dinte (S. 63.) als Arsenik zerstörendes Gegengift. Als

Hausmittel betrachtet wäre sie schäzbar, da die Mittel gegen Gifte

leicht bei der Hand seyn sollen, aber so ist sie ein äzzendes Ding,

welches den Magen angreift. Eisenvitriol der fast nie ohne Kupfer

(ein äzzendes Gift) ist, macht ihr Hauptingredienz aus, genug um

ihre Schärfe darzuthun; ihr Geschmak ist abscheulich.[122] Damit

sich das Gift durch die Dinte desto leichter zersezze, will er

den Arsenik vorher mit einem Laugensalze verbunden wissen. (Eine

Foderung, die man bei Muse in einer chemischen Werkstatt leicht, in

dem entzündeten Magen aber so unbedingt nicht verlangen kan.)

9.) Mit zwei Worten geht er zur Seife über (S. 65.). Ungewis aber

über die Kraft ihrer einfachen Anwendung (vielleicht auch um desto

scheidekünstlerischere Vorschriften zu machen) will er Eisenessig

zugesezt wissen. Immer hat er mit schon im Magen aufgelösten

Arsenik zu thun, wie soll er zur Auflösung ohne Nachtheil kommen,

was soll sie geschwind bewirken? Von beiden kein Wort. Und ist der

Eisenarsenik in den ersten Wegen ohne Nachtheil, da er sich in

jeder Säure auflöst?

10.) Milch gegen die tödlichen Wirkungen des Arseniks (S. 67.). Daß

dieser halbmetallische Kalk das Sauerwerden der Milch verhindere,

ist eine ihm eigne Beobachtung, woraus aber und aus dem angeblich

mildern Geschmacke dieser Mischung gegen den des Arsenikwassers

sich schwerlich so starke Hofnungen auf diese animalische

Flüssigkeiten ziehn lassen, als Navier thut. Auch kan sie ihm so

hülfreich eben nicht geschienen haben, da er weiter hin neben der

Milch noch

Ueber die Arsenikvergiftung ihre Hülfe und gerichtliche Ausmittelung · 第 2 / 10 题