KAPITEL II.

Aufenthalt in Patus Sibau--Aussichten für die

Mahakamreise--Besuch der Batang-Lupar Aufbruch nach Tandjong

Karang--Einrichtung des Kajan Hauses--Ärztliche Praxis

unter der Bevölkerung--Vorbereitungen für den Zug nach dein

Mahakam--Rückkehr nach Putus Sibau Einkauf von Ethnographica und

Krankenbehandlung--Verwundung eines Sibau Dajak.--Zurücksendung

eines Jägers--Besuche der Kajan--_Usun_ in Putus Sibau--Befragen

der Vögel--Aufbruch nach dem Mahakam.

Der Kontrolleur von Putus Sibau, dein schon von Batavia aus die

Bestellung von Böten aufgetragen worden war, hatte uns bereits

erwartet und die Kaserne seiner Schutzsoldaten zur Aufnahme unserer

Mannschaften und Güter vorbereitet. Nachdem wir uns in der alten

Umgebung wieder eingerichtet hatten, erkundigten wir uns, wie es

mit der Aussicht auf eine Expedition zum Mahakam stehe. Vorläufig

waren die Aussichten noch nicht glänzend; die Kajan am Mendalam

waren noch mit der Ernte beschäftigt; ihr Häuptling _Akam Igau_,

der mich bereits auf der vorigen Reise begleitet hatte, befand sich

eben am Embálau, um mit den Erbfeinden der Kajan, den Batang-Lupar

(auch Hiwan genannt) aus Serawak, zu beraten; endlich lauteten auch

die Berichte vom Mahakam beunruhigend. Wie bei allen bösen Gerüchten

aus diesen Gegenden, standen auch jetzt wieder begangene Mordtaten im

Vordergrund: die Bungan Dajak sollten einen Malaien _Adam_, der 1896

meinen Zug zum Mahakam zu verhindern gesucht hatte, getötet haben

und am _Boh_ sollten fünf Batang-Redjang, welche am Flussufer nach

Buschprodukten suchten, ermordet worden sein.

Bald stellte sich auch heraus, dass die Kajan die bestellten Böte noch

nicht fertig hatten, so dass die wenigen Monate günstiger Reisezeit,

die uns noch übrig blieben, sicher mit Vorbereitungen verstreichen

mussten.

Sobald _Akam Igau_, den der Kontrolleur mit dem kleinen Dampfer

"de Punan" vom Embälau zurückholen liess, unsere Pläne gehört und

sich überlegt hatte, erklärte er sich bereit, uns zu begleiten. Seine

Zusage war für uns eine grosse Beruhigung; wir ersahen aus ihr, dass

er, der die Denkweise seiner Verwandten am Mahakam besser als irgend

jemand kannte, die Aussicht auf Erfolg für genügend gross hielt, um

mit uns die Reise zu wagen. Seine Zusage bezog sich jedoch nur auf ihn

und einige seiner Leibeigenen; um aber eine rationelle und ausgiebige

Unterstützung zu erlangen, musste ich selbst mit den verschiedenen

Niederlassungen der Kajan am Mendalam Unterhandlungen anknüpfen.

Auf meiner letzten Reise hatte ich einen jungen, _Akam Igau_ feindlich

gesinnten Häuptling, namens _Tigang Aging_, vorn Zuge ausschliessen

müssen, weil ich Zwistigkeiten zwischen beiden fürchtete; jetzt aber

hatte ich so viel mehr Personal bei mir, dass auch mehr Träger und

Ruderer erforderlich waren, als eine einzige Niederlassung liefern

konnte; es war mir daher sehr willkommen, dass auch Tigang zum Mitgehen

bereit war.

Die Unterhandlungen begannen wiederum mit einer Diskussion über die

Zeit des Aufbruchs.

Obgleich die Ernte noch nicht beendet und das grosse Neujahrsfest

noch nicht gefeiert worden, zu den Reisevorbereitungen also noch

ein Überfluss an Zeit vorhanden war, lautete der Vorschlag seitens

der Kajan doch, dass nicht vor der folgenden Saatzeit aufgebrochen

werden sollte, was einen Aufschub von fünf Monaten und ein Reisen

zu ungünstiger Jahreszeit bedeutete. Ich appellierte jedoch an ihren

gesunden Verstand und suchte ihnen begreiflich zu machen, warum dieser

Vorschlag unausführbar war; im übrigen überliess ich diese wichtige

Frage jedoch der Zukunft, da ein erwarteter Versöhnungsbesuch der

Batang-Lupar, die sich noch am Embálau aufhielten, die Gemüter sehr

erregte und für andere Interessen unzugänglich machte.

Diese Batang-Lupar kamen nämlich, etwa 100 Mann stark, aus dem

Gebiete von Serawak und standen unter Führung von zweien der grössten

Häuptlinge am mittleren Batang-Redjang, _Kanjan_ und _Rawing_. Beide

hatten sich als Anführer des grossen Feldzuges der Batang-Lupar gegen

die Kenjastämme im Quellgebiet des Balui oder oberen Batang-Redjang

einen grossen Ruf erworben. Schon seit alter Zeit lebten die

Batang-Lupar mit den Taman und Kajan am Mendalam auf dem Kriegsfuss,

jetzt kamen ihre Häuptlinge, wie sie sagten, um Frieden zu schliessen.

Nach ihrer Art und Weise zu reisen waren diese Batang-Lupar schon

seit sechs Monaten unterwegs; ihre wahrsagenden Vögel hatten sie

stets wieder gezwungen Halt zu machen und sie selbst hatten jede

Gelegenheit benutzt, um im Gebirge Buschprodukte zu sammeln. Auch

hatte ihnen im Urwald die Herstellung von Böten zum Befahren des

Embálau viel Zeit gekostet.

In Borneo ist jeder Fremdenbesuch verdächtig, da nach Landessitte

eine gute Gelegenheit Köpfe zu jagen auch auf Gäste sehr verlockend

wirkt. Bedenkt man, dass der Kontrolleur in Putus Sibau mit seinen

8 Schutzsoldaten keine starke Festung zur Verfügung hatte, so nimmt

es nicht Wunder, dass man auch dort sehr auf der Hut war.

Sicherheitshalber hatte der Kontrolleur _Kanjan_ und _Rawing_ nur mit

30 Mann Gefolge nach Putus Sibau zu kommen gestattet, auch sollten

die beiden Häuptlinge nur eine Nacht in jeder Kajan Niederlassung

verbringen und zwar ohne ihr Geleite. Um ihnen diesen Beschluss

mitzuteilen, war _Akam Igau_, der als weitgereister Mann auch diese

Stämme kannte, zum Embálau gesandt worden.

Ich erlebte noch die Ankunft der Batang-Lupar in Putus Sibau und hörte

ihre indirekten Berichte vom Mahakam. Da empfing ich von den Mendalam

Kajan aus Tandjong Karang die Nachricht, dass sie mich, ihrer vielen

Kranken wegen, mit Ungeduld erwarteten. Obgleich die Friedensfeier

sehr interessant zu werden versprach, beschloss ich doch, der Bitte

meiner Kajanfreunde bald Folge zu leisten.

An Vorräten und Tauschartikeln nahm ich nur das Notwendigste mit,

alles übrige liess ich unter der Obhut des Kontrolleurs in Putus

Sibau zurück.

_Demmeni_ und _Bier_ sollten während meines Aufenthaltes bei den

Kajan ihre Zeit dazu verwenden, ihre Ausrüstung in Ordnung zu

bringen. Ersterer sollte ausserdem die Aufsicht über einige Leute

aus Buitenzorg führen, die Kisten und Blechsachen zu reparieren oder

herzustellen hatten.

_Doris_ der Präparator begann sogleich seine Tätigkeit auf zoologischem

Gebiet, während die beiden Javanen, _Sekarang_ und _Hamja_, hier

gute Gelegenheit hatten, sich im Sammeln und Lebendkonservieren von

Urwaldpflanzen zu üben. Obgleich beide nur im botanischen Garten von

Buitenzorg gearbeitet hatten, zeigten sie sich doch bald, in noch

höherem Grade als ihre Kollegen im Jahre 1896, zur Erfüllung ihrer

Aufgabe befähigt.

Wegen der Schwierigkeit, die Kajan auch nur für einen Tag zur

Unterbrechung ihrer Arbeit zu bewegen, um mich und mein Gepäck

nach Tandjong Karang abholen zu lassen, mietete ich einige Malaien,

die sich nie durch anderweitige Pflichten daran verhindert sehen,

einen Extralohn zu verdienen.

Böte lieh mir der Kontrolleur und so konnte ich bereits am 7. Juni

zum Mendalam aufbrechen.

Als wir, nach fünfstündiger Fahrt, um die letzte Flussbiegung fuhren,

trat mir das wohlbekannte Tandjong Karang wieder vor Augen: hinter

einem Vordergrunde von dunkelgrünen Fruchtbäumen und zahlreichen

kleinen, zerstreuten Reisscheunen kam das hohe, gerade Dach der langen

Kajanwohnung zum Vorschein. Das Haus dehnte sich parallel dem Ufer

über eine 250 m lange Strecke aus; sein 15 m hoher First, der sich

gegen den hellen Himmel besonders scharf und geradlinig abhob, war nur

in der Mitte, über der Wohnung des Häuptlings, um einige Fuss erhöht.

Mit Stangen das Boot längs dem Ufer vorwärtstreibend, erreichten

wir bald die Steinbank vor dem Hause und ich verliess mein Fahrzeug,

umringt von Kindern, von denen mich einige mit dem Finger im Munde

verlegen anstarrten; durch meinen vorigen Besuch waren sie jedoch

schon zu sehr an mich gewöhnt, um fortzulaufen. Ein vielbetretener Pfad

führte mich das hohe Ufer hinauf; weiter diente ein langer Baumstamm

als Brücke über einen 5 m tiefen Graben, den der Strom seit meinem

letzten Aufenthalt hatte entstehen lassen. Hieran schloss sich ein aus

1 m breiten Brettern bestehender Steg, der in 1 1/2 m Höhe über dem

Erdboden auf Eisenholzquerbalken ruhte, die wiederum in die Öffnungen

senkrecht stehender Pfähle eingefügt waren. Dergleichen Pfähle werden

gewöhnlich mit grotesken Menschenfiguren verziert, hier war man aber

noch nicht so weit. Dieser 40 m lange Steg führte zu einer kleinen

Plattform am Fuss der Haustreppe. Wir hatten bei diesem Gang den mit

Fruchtbäumen und Reisscheunen besetzten Vorderplatz passiert, der

ausserdem viele kleine mit Sirih (Piper betle) und Gemüse bepflanzte

Gärtchen enthielt, welche gegen die vielen frei herumlaufenden Schweine

und Hühner mit festen flecken umgeben waren.

Am Fuss der Treppe stand _Akam Igau_; er empfing mich sehr erfreut und

forderte mich auf, ins Haus einzutreten. Auf der Galerie des 5 m über

dem Erdboden auf einem Wald von Pfählen ruhenden Hauses hatte sich bei

meiner Ankunft eine Menge brauner Gestalten aus den verschiedenen

Wohngemächern versammelt, vor allem Frauen und Kinder, die ihre

Neugier am wenigsten zu beherrschen schienen. Die gute Kajansitte

forderte jedoch, dass sich keiner unsere frühere Bekanntschaft

merken liess, bevor ich ihn mit einem Kopfnicken begrüsst hatte,

d.h. auch das Kopfnicken entsprach eigentlich nicht der Sitte; denn

unter einander begrüssen sich die Kajan überhaupt nicht. Besuchen sie

einander, so machen sie es sich erst bei ihren Gastherren gemütlich,

bevor sie für diese zu sprechen sind.

Die Frauen trugen offenes Haar, blossen Oberkörper und verschiedene

Halsketten; von unterhalb der Hüften bis zu den Füssen bekleidete sie

ein Röckchen, das mittelst zweier Perlenschnüre am Körper festgebunden

war. Von den Kindern liefen nur die kleinsten nackt umher, die ungefähr

zweijährigen trugen bereits ein Röckchen oder Lendentuch. Die Kleidung

der Männer bestand bei den meisten nur in einem Lendentuch, einige

erfreuten sich auch des Besitzes einer bunten malaiischen Hose.

Nachdem sich die Menge etwas verlaufen hatte, liess sich die mächtige

Galerie des Hauses in ihrer ganzen Ausdehnung überblicken.

Bei allen Dajak herrscht die Sitte, dass der ganze Stamm in einem

einzigen langen Hause (_uma_) wohnt; sie tun dies der Sicherheit

wegen. Aus dem gleichen Grunde bauen sie ihre Häuser auch auf Pfählen,

mehrere Meter über dem Erdboden; jedes Haus dient bei Überfällen

zugleich auch als Festung gegen den Feind. Von der Galerie (_awa_)

führen an der durchlaufenden, mittleren Hauswand (_liding_) in

Abständen von 4-6 m Türen mit 1/2 m hohen Schwellen in die dahinter

gelegenen Wohngemächer (_amin_) der einzelnen Kajanfamilien. Vor

der Häuptlingswohnung (_amin aja_), wo das Dach etwas erhöht war,

erreichte auch die Galerie eine grössere Breite und ragte mit erhöhtem

2 m breitem Fussboden nach aussen vor. Dieser Ausbau, auf dem ein

Herdplatz angebracht war, diente als Gastgemach und war auch mir

als solches angewiesen. Bau, Ausführung und Reinheit der Galerie

fielen angenehm auf; der Fussboden bestand aus gut bearbeiteten

aneinanderschliessenden Planken, auf denen man auch abends, ohne

seine Gliedmassen zu riskieren, ruhig umhergehen konnte.

Vor jeder Wohnung bzw. jedem Wohngemache stand neben der Tür ein zum

Reisstampfen bestimmter Block, (_lesong)_.

An der Aussenseite, wo das schräge Schindeldach nur t m über dem

Fussboden hing, war die Galerie durch eine Reihe horizontaler Latten

abgeschlossen.

Während meine Leute das Gepäck nach oben ins Gastzimmer brachten, lud

mich _Akam Igau_ zur Begrüssung seiner Familie in seine Wohnung ein.

In gebückter Haltung über die Türschwelle steigend gelangte ich

in einen schmalen langen Gang, der mitten in ein 8 × 12 m grosses

Gemach führte. Männer, Frauen, Kinder und Hunde bewegten sich in dem

rauchgeschwärzten Raume durcheinander.

Beim Lichtschein, der spärlich durch das grosse, mittelst einer

Palmblattklappe geschlossene Dachfenster (_huwábw_) hereindrang,

bemerkte ich längs den Wänden verschiedene gesonderte Räumlichkeiten,

welche den verheirateten Familiengliedern, die im übrigen alle

zusammenlebten, als Nachtquartier dienten. Längs der Galeriewand erhob

sich ein 5 m breiter Herd auf dem etliche eiserne Töpfe (_taring_)

auf Dreifüssen zum Kochen gestellt waren. Auf Wandgestellen über dein

Feuer befanden sich, durch den Rauch vor Feuchtigkeit und Insekten

geschützt, die Küchenvorräte: das sehr kostbare Salz, Bataten, Mais

und trockene Zuspeisen für den Reis.

Die Kochgerätschaften bestanden ausschliesslich aus flachen

Eisenpfannen verschiedener Grösse, während zum Wasserholen grosse

Bambusgefässe und Kalabasse dienten.

Über den Gestellen mit Esswaren befanden sich andere mit sorgfältig

gestapeltem Brennholz, das hier zum Trocknen ausgebreitet war.

Während ich die Umgebung musterte, hatten die Hausbewohner Zeit

gehabt, sich von der Erregung, welche meine Ankunft verursacht hatte.,

zu erholen, und ich begann die Hauptpersonen der Gesellschaft zu

begrüssen. Die Töchter des Häuptlings und deren Ehemänner kamen

zuerst an die Reihe, die jüngeren Söhne waren zum Glück nicht allzu

schüchtern.

Auch verschiedene Sklavenfamilien, die bei der Hausarbeit behilflich

sein mussten, hausten in diesem Gemache.

An der Aussenwand gegenüber der Tür (_betamen_), wo der Zimmerboden

etwas erhöht war, standen in langer Reihe grosse Gonge und Tempajan

(chinesische Töpfe); die älteren und kostbareren waren mit den

übrigen Familienstücken wie: alte Schwerter, Speere und Perlen,

in den gesonderten Räumlichkeiten geborgen.

Um die Anwesenden baldmöglichst von meiner beängstigenden Gegenwart

zu befreien, ging ich wieder auf die Galerie hinaus und sorgte dort,

dass mein Gepäck geschickt gestapelt wurde, damit für mein Klambu

(Moskitonetz) noch Platz übrig blieb. Mittelst einiger Matten wurde der

Raum schnell in ein Zimmer verwandelt, das mir nach der langen Reise

sehr willkommen war. Sobald konnte jedoch von Ruhe keine Rede sein,

denn die Malaien aus Putus Sibau mussten ihren Lohn erhalten, um noch

am selben Tage zurückzukehren, und bald strömten auch besorgte Eltern

mit kranken Kindern und besorgte Kinder mit kranken Eltern herbei,

die alle von meinen allmächtigen Arzneien Hilfe erwarteten.

Nachdem ich etwas geruht und von dem genossen hatte, was mein

Diener auf dajakischem Herde für mich bereitet hatte, reichte

das Tageslicht noch gerade zu einem Spaziergang in der Galerie;

absichtlich beschäftigte ich mich mehr mit den leblosen als mit den

allzu schreckhaften lebenden Wesen meiner Umgebung.

Das lange Haus enthielt ungefähr 50 verschiedene Räume, jeder von

einer mehr oder minder zahlreichen Familie bewohnt und von nahezu

gleicher Grösse; nur die Einrichtung der Zimmer war, je nach der

Wohlhabenheit ihrer Bewohner, verschieden.

Über jeder Haustür standen auf horizontalen Balken der Vorwand grosse

Körbe mit Rotang und Fischerei- und Ackerbaugerätschaften.

Auch in diesen kleineren Wohnräumen der gewöhnlichen Leute herrschte

wie bei der Häuptlingsfamilie das Prinzip der gesonderten Schlafkammern

für Verheiratete und junge Mädchen. Die jungen, unverheirateten Männer

schlafen vom achten Jahre an in der Galerie.

Am folgenden Tage setzten mit Hilfe des Häuptlings einige Männer

das Gerüst für eine Hütte von 4 × 6 m Bodenfläche zusammen; mit

den mitgeführten Palmblattmatten wurden die Wände belegt und mit

Segeltuch das Dach gedeckt, so dass ich bereits abends mein Klambu

im neuen Palast aufstellen konnte; hier belästigte ich die Bewohner

des langen Hauses nicht und war auch selbst in ruhigerer Umgebung.

In den ersten Tagen erneuerte ich die Bekanntschaft mit einstigen

Freunden und Freundinnen; bei allen hatte ich anfangs eine gewisse

Zurückhaltung zu überwinden, die aber nur ihrer Sitte entsprang;

denn sie schwand bei einem freundlichen Blick oder Wort oder kleinen

Geschenk. Obgleich ich fast alle bekannten Gesichter wiederfand,

war es doch Zeit, dass ich mit meinen Arzneien den Kampf gegen die

bösen Geister, die Urheber aller Krankheiten, wieder aufnahm. Einen

kleinen Jungen, der, durch Syphilis erschöpft, seinen Eltern schon

monatelang Angst und Sorgen bereitet hatte, konnte ich nicht mehr

retten, er starb drei Tage nach meiner Ankunft; das verzweifelte

Jammern seiner Mutter tönte mir noch lange Zeit in den Ohren. Kleine,

infolge leichter Malariaanfälle anämisch aussehende Patienten wurden

mir in grosser Zahl gebracht; in den ersten 14 Tagen kamen sie

regelmässig zu bestimmter Zeit, um ihre Chinindosis einzunehmen.

Obgleich die Rosen, die auf ihre Wangen zurückkehrten, einen etwas

bräunlichen Ton hatten, so war doch das Schwinden der graugelben

Hautfarbe, die wiederkehrende Fröhlichkeit und das gesündere Aussehen

erfreulich zu beobachten.

Bei meinem ersten Besuch in Tandjong Karang hatte ich die Leute nur

mit Mühe dazu bringen können, mir irgendwelche Gegenstände für meine

ethnographische Sammlung abzutreten; jetzt brachte man mir bereits

von selbst allerhand Sachen. Ich suchte aber nur einige besonders

schöne Schnitzereien in Horn und Holz zu erlangen, da es mir nur

darum zu tun war, meine beiden früheren Sammlungen zu vervollständigen.

Mein Hauptinteresse galt aber der Vorbereitung für die Expedition,

d.h. dem Einkauf von Böten und Reis. Zwar waren, wie erwähnt, bereits

vor langer Zeit 25 Böte bestellt worden, aber aus Ungewissheit und

Sorglosigkeit hatten die Kajan die Arbeit noch nichtbeendet, obgleich

sie dieses Mal zum Glück mehr zu Stande gebracht hatten, als vor

meiner früheren Reise. Um den Leuten zu zeigen, dass es mir Ernst

war, suchte ich auch nach alten brauchbaren Böten und zwar mit gutem

Erfolge. Sobald der eine Kajan sah, dass sein Nachbar an seinem Boote

arbeitete, machte auch er sich, um nicht im Rückstande zu bleiben,

ans Werk; so half die Konkurrenz mehr als alle Worte. Der Konkurrenz

verdankte ich es auch, dass ich die Böte zu den gleichen Preisen wie

früher erhielt. Da ich für meine Vogel- oder mexikanischen Dollars, die

in West-Borneo noch stets neben dem holländischen Gelde zirkulieren,

in Singapore nur fl. 1.10 bezahlt hatte und die Chinesen sie den Dajak

immer noch zu fl. 1.50 berechnen, kaufte ich sehr vorteilhaft ein.

Noch mehr Schwierigkeiten als das Herbeischaffen von Böten bereitete

der Einkauf von Reis; ich hatte ihn in grosser Menge nötig und der

Reisvorrat der Kajan war beinahe erschöpft.

Es lag mir daran, von dem Gelde, das für Reis ausgegeben werden musste,

besonders viel den Kajan selbst zukommen zu lassen, daher verabredete

ich mit _Akam Igau_, dass er unter den Familien von Tandjong Karang

100 Dollar verteilen sollte, für die sie mir nach der Ernte Reis

zu liefern hatten. _Akam Igau_ behielt jedoch einen guten Teil des

Geldes für sich und seine Leibeigenen und folgte bei der Verteilung

so sehr seinen Sympathieen, dass einige, die auch etwas beitragen

wollten, aber nicht in seiner Gunst standen, leer ausgingen. Als man

mit Klagen zu mir kam, konnte ich mich durch einige Dollars Vorschuss

einer weiteren Quantität Reis versichern. Leider war dieses Verfahren

nicht auch in den höher gelegenen Niederlassungen anwendbar; die

Ernteaussichten waren dort sehr schwach, und viele Männer beteiligten

sich nur deshalb an der Expedition, um später mit dem verdienten Lohn

für sich selbst Reis einkaufen zu können.

Kaum hatten die Chinesen und Malaien in Putus Sibau gemerkt, dass

es etwas zu verdienen gab, als auch sie mir anboten, nach der Ernte,

sobald die benachbarten Dajakstämme ihnen ihre Schuld in Reis bezahlt

haben würden, einige Tausende von Kilo zu liefern.

Inzwischen kam auch wieder die Frage nach dem Termin des Aufbruchs zur

Sprache. Bald nach der Abreise der Batang-Lupar kam _Tigang_ nochmals

zu mir und erklärte, dass seine Leute nicht vor der nächsten Reissaat

aufbrechen wollten. Glücklicher Weise sind die Kajan Beweisgründen

zugänglich, so dass mir _Tigang_ auf meine Bemerkung, dass nach dem

langen Warten eine ungünstige Reisezeit angebrochen sein würde, nichts

anderes erwidern konnte, als dass die Beteiligung an der Expedition

den Kajan viele Opfer kostete.

Nach langem Hin- und Herreden wurde beschlossen, dass die Männer nach

dem Erntefest einige neue Grundstücke für die Anlage der Reisfelder

suchen sollten und dass wir, wenn auch das Fällen des Waldes beendet

sein werde, die Reise antreten sollten.

_Akam Igau_ war zwar bei dieser Verhandlung nicht gegenwärtig gewesen,

ich wusste aber doch, dass auch er für einen beschleunigten Aufbruch

war und fragte ihn daher nicht um seine Meinung. Wir hatten zugleich

überlegt, dass es unmöglich sein würde, für die 140 Mann, die sich

am Zuge beteiligen sollten, auch den Proviant in den Böten gleich

mitzuführen; es sollte daher ein Vorrat Reis und Salz so schnell und

so weit als möglich den Kapuas aufwärts transportiert und dort bewacht

werden, bis wir nachkamen und ihn über Land Weiterschaffen konnten.

Als die Zeit des Aufbruchs ungefähr bestimmt war, erkundigten sich

die verschiedenen Häuptlinge nach der Zahl der Dorfgenossen, die

mitgehen konnten. Bald trat die alte Eifersucht zwischen _Akam Igau_

und _Tigang_ wieder zu Tage; letzterer erzählte triumphierend, dass

er in Tandjong Kuda, seinem Dorf, 50 Mann aufstellen konnte, Tandjong

Karang dagegen nur 30, Pagong nur 10 und die Ma Suling ebenfalls nur

10 Mann. Da _Tigang_ der Schwiegersohn von _Akam Lasa_, dem Ma Suling

Häuptling, war, der selbst nicht mitziehen konnte, so fügte sich der

Anführer der Ma Suling mehr _Tigang_ als _Akam Igau_.

Dieser wusste jedoch, dass ich ihn, den erprobten Führer, doch als

Leiter des Ganzen behandeln würde und nahm sich die geringere Anzahl

seiner Männer nicht zu Herzen.

Inzwischen war die Ernte vorüber und das Erntefest mit gewohnter Freude

und Feierlichkeit begangen worden; ich hatte mich wiederum davon

überzeugen können, in wie hohem Masse die ganze Bevölkerung von den

für Europäer so unbegreiflichen und unsinnigen religiösen Zeremonien

ergriffen wurde. So verging der ganze Monat Juni; da er sehr trocken,

also zum Reisen äusserst geeignet gewesen und ich ausserdem überzeugt

war, dass es noch lange dauern würde, bevor wir uns in Bewegung setzen

konnten, machte mich das Warten sehr ungeduldig. Es war mir noch ein

Trost, dass ich, nachdem ich erst 12 Böte mit einer grossen Menge Reis

nach Putus Sibau hatte bringen lassen, einige Tage darauf eine zweite

Truppe Kajan aus Tandjong Karang mit 2000 kg Reis und 14 Blechgefässen

Salz den Kapuas aufwärts schicken konnte. Sie sollte versuchen, den

Kapuas, Bungan und Bulit bis zu dem Ort hinaufzufahren, von wo aus der

Landweg beginnen sollte; zwei bewaffnete Schutzsoldaten, von denen der

eine, Korporal _Suka_, bereits auf einer Expedition am oberen Melawie

sich ausgezeichnet hatte, und ein Kajan, der die Punansprache kannte,

wurden als genügende Bewachung im unbewohnten Berglande angesehen.

In Putus Sibau war es dem Kontrolleur inzwischen gelungen, die

tüchtigsten der bewaffneten malaiischen Schutzsoldaten dazu zu bringen,

uns zum Mahakam zu begleiten.

Zu unserem Erstaunen war auch ein malaiischer Häuptling, Raden _Inu_,

sein Bruder, _Abang Ganda_, und ein Untergebener, _Persat_, aus

dem Pinaugebiet am Melawie nach Putus Sibau gekommen; diese hatten

zufälliger Weise gehört, dass der Kontrolleur, den sie von früher

her kannten, eine grosse Reise antreten sollte, und wollten sich nun

aus alter Anhänglichkeit an derselben beteiligen. Ein Zuwachs der

Gesellschaft erschien uns anfangs zwar nicht sehr erwünscht, weil die

Leute aber so viel Eifer an den Tag legten, beschlossen wir doch, sie

mitzunehmen, und haben es später auf der Reise nicht zu bereuen gehabt.

Mein Aufenthalt am Mendalam war nun nicht mehr unbedingt notwendig und

auch _Akam Igau_ drang darauf, man solle sich zur Reise vorbereiten,

damit man nach der Rückkehr der Gesandtschaften gleich aufbrechen

könne; ich nahm daher zum Leidwesen meiner vielen Freunde und Bekannten

von Tandjong Karang Abschied und kehrte nach Putus Sibau zurück.

Hier waren unterdessen aus Pontianak nachbestellte Güter angekommen,

auch allerhand nützliche Dinge, wie Kisten für Lampen und andere

tägliche Gebrauchsartikel, verfertigt und ein Vorrat Segeltuchs

zugeschnitten, besäumt und mit Seilen versehen worden. Ferner hatte

_Demmeni_ auf seine photographische Ausrüstung viel Arbeit verwandt;

ebenso _Bier_ für eine topographische Aufnahme des Mahakamgebietes

alles vorbereitet.

Um alles hatte sich der Kontrolleur _Barth_ bekümmert, und ich sah

zu meiner Befriedigung, dass er auch mit den Eingeborenen sehr gut

umzugehen verstand. Da die allgemeine Verkehrssprache der Bahau,

das Busang, ihm noch unbekannt war, hatte er sich alle Mühe gegeben,

sie vor dem Beginn des Zuges zu erlernen.

Ich hatte bereits 1894 dem ältesten Sohne _Akam Igaus_, namens _Ju_,

das Lesen und Schreiben mit lateinischen Buchstaben beigebracht; nun

hatte er den Kontrolleur gebeten, auch seinen jüngeren Sohn, _Adjang_,

im Lesen und Schreiben des Malaiischen, das er nur notdürftig sprach,

zu unterrichten. _Adjang_ war studienhalber nicht nur monatelang

beim Kontrolleur in Putus Sibau geblieben, sondern zog auch mit

uns zum Mahakam. Während unserer Reise durch den Urwald lernte er

abends im Lager seine Lektionen ebenso eifrig wie in Putus Sibau,

und am Mahakam angekommen las und schrieb er bereits befriedigend.

Da an der Ausrüstung nichts mehr zu tun übrig blieb und das für

die Reise so günstige trockene Wetter anhielt, hätte mich die

Ungeduld, endlich fortzukommen, sehr gequält, wenn die Bewohner der

Niederlassungen ober- und unterhalb von Putus Sibau meine ärztliche

Hilfe nicht ständig in Anspruch genommen und mich gezwungen hätten,

mich um ihre Interessen zu bekümmern.

Unterhalb Putus Sibau waren in den letzten Jahren Niederlassungen

der Kantu Dajak entstanden. Dieser mit den Batang-Lupar verwandte

Stamm aus dem Seengebiet war von diesen aus seinem alten Wohnplatz

nach Südwesten vertrieben worden. Seit der Zeit hatten sich die Kantu

bald hier bald da in sehr kleinen Niederlassungen weiter oben am Kapuas

verteilt. Sie waren viel zugänglicher als die Kajan und interessierten

mich auch durch ihre Kunstfertigkeit in der Herstellung von Webereien

und Perlenarbeiten, so dass ich es lebhaft bedauerte, mich mit ihnen

aus Zeitmangel nicht mehr abgeben zu können. Da sie mehr als die

anderen Stämme geneigt waren, ihre seltenen Produkte um hohen Preis

loszuschlagen, gelang es mir, in kurzer Zeit allerlei anzuschaffen,

was mir von ihrer sehr hoch stehenden Webe- und Färbeindustrie eine

Vorstellung geben konnte.

Auch mit den weiter oben wohnenden Taman Dajak kam ich dadurch in

Berührung, dass sie mir ihre Kranken brachten und durch vorteilhaften

Verkauf ihrer eigenartigen Kleidungsstücke von mir zu profitieren

trachteten. Verschiedene Personen boten mir auch ihre aus bunten

Perlen und Muscheln (Nassa callosa) verfertigten Jäckchen und

Röckchen an, die sie früher bei ihren religiösen Festen trugen, jetzt

aber, wegen der Ausbreitung des Islam in ihrem Stamm, nur selten

mehr gebrauchten. Diese in schönen farbigen Mustern ausgeführten

Kleidungsstücke sind in jeder Familie altes Erbgut, dessen Herstellung

viel Zeit und Geld gekostet hat; unter gewöhnlichen Umständen sind

sie auch beinahe nicht zu erlangen. In dieser Erwägung kaufte ich die

schönsten dieser Kleidungsstücke und rettete sie so vor dem Untergang.

Die meisten kosteten 20 bis 26 Dollar; für ein besonders schönes

Röckchen musste ich sogar 35 Dollar bezahlen. Die Besitzerin dieses

Kleinods, eine Taman Frau am Mendalam namens _Litong_, war anfangs

durchaus nicht geneigt, mir diesen ihren schönsten Schmuck abzutreten

und ich hatte bereits alle Versuche, sie zu erweichen, aufgegeben,

als ihr Vater, von einem Handelszuge aus Bunut zurückkehrend, den

hohen Preis erfuhr, den ich geboten. So kam er eines schönen Tages

nach Putus Sibau und übergab mir sehr erfreut für die 35 Dollar das

Röckchen. Hätte ich geahnt, dass er ganz gegen den Wunsch seiner

Tochter handelte und dass diese, wie ich später durch Kajan erfuhr,

vor Kummer heisse Tränen vergossen, so hätte ich meine Sammellust

vielleicht bezwungen.

Auch die Taman Dajak, die am Sibau wohnten, der neben unserer Wohnung

in den Kapuas strömte, trugen dazu bei, uns die erzwungene Ruhe nicht

allzu fühlbar werden zu lassen. Wenige Tage nach meiner Rückkehr

nach Putus Sibau holten vier dieser Sibau Dajak mich in einem

Boot in ihre Niederlassung ab, wo einer der Ihren, der sich beim

Holzhacken mit dem Schwerte das Bein verletzt hatte, heftig blutend

darniederlag. Den Verwundeten nach Putus Sibau zu bringen schien

unmöglich; so blieb mir nichts anderes übrig, als mit den nötigsten

Hilfsmitteln und einem unserer Malaien zum Kranken zu reisen. Nach

dreistündiger Fahrt in schwankendem Nachen erreichten wir das lange

Haus, auf dessen grosser Galerie vor der Häuptlingswohnung eine Menge

Männer, Frauen und Kinder um eine Gruppe herumhockte, die sich mit

der Pflege des Kranken beschäftigte. Dieser schien ein kräftiger

junger Mann zu sein; auf dem Rücken zwischen seinen jammernden

Angehörigen liegend zeigte er bereits eine verräterische graubraune

Leichenfarbe, auch hatte er schon das Bewusstsein verloren und sein

Puls war nicht mehr fühlbar. Sein rechter Fuss war an der Innenseite,

unterhalb des Knöchels, verwundet und mit alten Lappen voll geronnenen

Blutes verbunden. Fortwährend tröpfelte noch Blut aus dem Verbande,

was hauptsächlich wohl einem zweiten Verbande zugeschrieben werden

musste, den man um die Wade angebracht hatte und der, gleichwie auch

die horizontale Lage des Beines, einen Abfluss des venösen Blutes

verhinderte. Während ich den zweiten Verband abnehmen und das Bein

hoch halten liess, erzählte man mir, wie sich der junge Mann die Wunde

beigebracht hatte. Die Abwesenheit des Pulsschlags bewies, dass die

Blutung auch während des Transportes nach Hause sehr heftig gewesen

sein musste. Man hatte, um die Blutung zu stillen, das gebräuchliche

Mittel, gekaute Sirihblätter mit Kalk, auf die Wunde gelegt, welch

letzterer adstringierend wirkt und durch das starke Anpressen mittelst

der Blätter zugleich als Tampon dient. Da der Patient augenscheinlich

nicht mehr viel Blut zu verlieren hatte und seine Herztätigkeit sehr

schwach war, musste ich einen neuen Bluterguss bei der Untersuchung zu

vermeiden trachten und hielt daher den Kautschukschlauch am Schenkel

bereit. Zum grossen Erstaunen der Taman kam, da ich das Bein hoch

halten liess, beim Wegnehmen der schmutzigen Lappen und Sirihballen

kein Tropfen Blut mehr aus der Wunde; doch war die bis tief hinter

den maleolus internus reichende Wunde durch die falsche Behandlung

bereits so infiziert, dass an einen aseptischen Heilverlauf nicht zu

denken war.

Vor allem musste der Patient wieder zu Kräften kommen, dann konnte man

ihn, zwecks einer rationellen Behandlung, nach Putus Sibau bringen

lassen. Ich desinfizierte daher die Wunde so weit als möglich,

bestreute sie mit Jodoform, tamponierte sie gründlich und empfahl

den Taman, das Bein ständig hoch liegen zu lassen und gut für den

Patienten zu sorgen.

Dank seiner kräftigen Konstitution war der Mann nach zwei Tagen

bereits so weit, dass seine Familie ihn mir zur weiteren Behandlung

nach Putus Sibau bringen konnte. Nachdem ich schon gehofft, dass

keine Nachblutung den Heilprozess stören würde, rief man mich doch

sechs Tage darauf nachts, weil der Verband ganz mit Blut durchtränkt

war. Es blieb nun nichts anderes übrig, als die Galerie unserer

Kaserne zum Operationszimmer zu machen und den gewandtesten meiner

Gehilfen zum Assistenten zu promovieren. Zum Glück gelang es mir bald,

die Blutungsquelle zu entdecken. Ich hatte bereits vorher versucht, die

Wunde von dem nekrotischen Gewebe zu reinigen, aber die Infektion hatte

sich bereits zu sehr verbreitet. Sobald die Schlinge um den Schenkel

etwas gelockert wurde, quoll in rhythmischen Stössen eine Blutmenge,

augenscheinlich aus der arteria tibialis postica, hervor. Beim Schein

einiger Lampen entfernte ich so lange nekrotisches Gewebe, bis die

Arterie bloss lag; es zeigte sich, dass diese auf die ungünstigste

Weise beschädigt war, nämlich halb durchgeschnitten, so dass die

Enden sich nicht zurückziehen konnten und wegen der Retraktion

der Ränder ständig offen gehalten wurden. Mit einigen Bedenken,

wegen der stark entzündeten und infizierten Umgebung, entschloss

ich mich doch, das Gefäss zu durchschneiden und die beiden Enden

zu unterbinden. Glücklicher Weise schlossen sich die Gefässe und

eine Blutung trat nicht mehr ein, trotzdem sich die Entzündung über

den ganzen Unterschenkel verbreitete. Einige Einschnitte bis in das

subkutane Gewebe, zur Entfernung des Eiters, und eine Ausspülung mit

Borwasser übten eine gute Wirkung. Infolge unserer sorgsamen Pflege kam

der Taman bald wieder zu Kräften, und nachdem der Kontrolleur von Putus

Sibau nach unserer Abreise noch einige Zeit für ihn gesorgt hatte,

konnte er wieder nach Hause gebracht werden, wo er bald völlig genas.

Der langdauernde Aufenthalt in Putus Sibau hatte noch den grossen

Vorteil, dass wir uns über die aus Java mitgenommenen und uns

grösstenteils fremden Leute ein Urteil bilden konnten. Bereits als

ich sie in Dienst nahm, hatte ich dafür gesorgt, dass jeder von ihnen

einen Kameraden oder Verwandten bei sich hatte, damit er sich nicht

einsam fühlen sollte. Da eine gute Stimmung unter den Teilnehmern

einer Expedition deren guten Erfolg wesentlich beeinflusst, freute

es mich sehr, zu bemerken, dass Zwistigkeiten unter unseren Leuten

wenig vorkamen. Nur der zweite Jäger, _Djumat_, erregte zu meiner

Verwunderung bei seinen mohammedanischen Glaubensgenossen durch seine

ständigen religiösen Übungen Anstoss. Wie ich bei meiner Rückkehr

von den Kajan hörte, war er, ein europäisches Halbblut, zum Islam

übergetreten. Obgleich beinahe mein ganzes Geleite mohammedanisch war,

hatte ich doch von Beten und von anderen religiösen Verrichtungen

nie etwas gemerkt; nur _Djumat_ war hierin sehr eifrig und ärgerte

dadurch die anderen so sehr, dass einer der Schutzsoldaten zuletzt

auf seiner Violine zu spielen begann, sobald _Djumat_ seine Gebete

anfing. Wahrscheinlich geschah dies nicht wegen der Andachtsübungen

selbst, dazu waren meine Javaner und Malaien zu friedliebend,

sondern weil sie ihn besser kannten als ich. Bald hörte ich auch

einige Bemerkungen über _Djumat_, der sich viel mit den Chinesen

auf dem Markte abgab, und eines Morgens fand ich auf der Galerie

einen zusammengefalteten chinesischen Brief, den ich aber nicht

lesen konnte. Etwas Besonderes vermutend, wollte ich meine farbigen

Begleiter doch nicht in die Angelegenheit einweihen, und da auch

unsere Europäer das Schreiben nicht lesen konnten, liess ich es

unbeachtet. Der Schreiber schien aber die Sache ernst zu nehmen;

denn zwei Tage darauf erhielt ich ein anderes Briefchen, diesmal

malaiisch geschrieben. Der Inhalt des Briefes war der, dass _Djumat_

den chinesischen Frauen auf dem _pasar_ auf brutale Weise nachstellte

und dass ein derartiges Betragen meines Personals mir am Mahakam

gefährlich werden konnte. Für mich war diese Tatsache zu wichtig,

um ihr nicht Rechnung zu tragen.

Mit dem Kontrolleur _Barth_ und dessen Kollegen von Putus Sibau

kam ich überein, dass wir gleich die Ankunft des kleinen Dampfers

"de Punan", der uns die letzte Post und noch einige Güter bringen

sollte, benützen mussten, um uns dieses lästigen Reisegenossen zu

entledigen. Sobald denn auch der Dampfer angekommen war, erhielt

_Djumat_ zu seiner Verwunderung den Befehl, sich bereit zu halten,

um sich zwei Stunden später nach Java einzuschiffen. Diese plötzliche

Entlassung musste ihn umsomehr in Erstaunen versetzen als er, wie auch

seine Kameraden, bereits in Java 75 fl. Vorschuss von seinem Lohn

erhalten hatte. Sein Betragen, das in seiner javanischen Umgebung

nicht viel Anstoss erregte, war jedoch in unserer künftigen Lage,

mitten unter den eingeborenen Stämmen, viel zu gefährlich, als dass

ich die übrigen Männer nicht auf den Ernst eines solchen Vergehens

hätte aufmerksam machen müssen. Bereits seit langem wusste ich,

dass eine grosser Teil der Morde und Unglücksfälle von Malaien unter

den Dajak hauptsächlich daher kam, dass die malaiischen Männer darauf

ausgingen, die dajakischen Frauen zu verführen. Obgleich es nämlich bei

den Bahau, nach längerem Aufenthalt in ihrer Mitte, wohl gestattet ist,

mit einem der jungen Mädchen, die in ihrem Tun und Lassen fast gänzlich

unabhängig sind, ein Verhältnis anzuknüpfen, geschieht es doch häufig,

dass die Malaien, mit Hilfe von Geschenken und anderen Mitteln, mit

der ersten besten Frau, die sich hierfür empfänglich zeigt, einen

intimen Verkehr anzubahnen versuchen. Da aber die eheliche Treue bei

diesen Stämmen sehr streng gehalten wird, laden sich die Malaien durch

ihr leichtsinniges Betragen die Rache des beleidigten Gatten auf den

Hals. Ich suchte daher, wenn wir irgendwo bei den Bahau längere Zeit

bleiben mussten, tun ihr Vertrauen zu gewinnen, alles daranzusetzen,

um ein derartiges Betragen zu verhindern. So hatte ich von Anfang an

getrachtet, etwas ältere Männer für unseren Zug anzuwerben und habe

auch später durch leichtsinniges Betragen meiner Leute nicht viel

Unannehmlichkeiten gehabt.

Nach meiner Abreise von Tandjong Karang nahmen die Kajan noch öfters

jede Gelegenheit wahr, um uns in Putus Sibau zu besuchen, teils aus

persönlicher Anhänglichkeit, teils um noch einiges vorteilhaft zu

verkaufen, teils um noch allerhand Neues und Schönes von unserer

Ausrüstung zu sehen.

Selten vergingen einige Tage, ohne dass ich Besuch bekam, und

jetzt waren es nicht nur, wie in früherer Zeit, erwachsene Männer

und einzelne Frauen, die sich aus dem Mendalamgebiet herauswagten,

sondern es kamen auch viele Knaben und Mädchen und sahen sich zum

ersten Mal in ihrem Leben Putus Sibau mit seinen vielen Malaien,

Chinesen und seinem Markt an. Auch viele 18-20 jährige Frauen

erklärten, noch nie hier gewesen zu sein; zum Übernachten konnten

sie sich aber nicht entschliessen, sie sorgten vielmehr alle, vor

Einbruch der Nacht aus dieser fremden Umgebung wieder fortzukommen.

Besonders meine Freundin _Usun_, die älteste und oberste Priesterin

von Tandjong Karang, benützte jede Gelegenheit, um nach Putus Sibau

zu kommen, und es zeigte sich, dass aufrichtiges Interesse sie

dazu trieb. Bereits bei meinen Besuchen 1894 und 1896 hatte sie mir

allerhand, nach ihren Begriffen schöne Geschenke gemacht, auch war

sie die einzige Frau ihres Stammes gewesen, die es gewagt hatte, sich

photographieren zu lassen. Auch jetzt wieder gab sie uns einen starken

Beweis ihres Vertrauens, indem sie einmal mit einer Gesellschaft

vom Mendalam ankam, mehrere Tage allein bei uns blieb und erst mit

einer zweiten Gesellschaft nach Hause zurückkehrte. _Usun_ äusserte

oft ihre Besorgnis aller Gefahren wegen, die uns auf den weiten

Reisen bedrohten, besonders beunruhigte sie mein Plan, in das ferne

Gebiet des Apu Kajan, das Stammland ihrer Vorfahren, einzudringen,

ein Land, das in ihrer priesterlichen Wissenschaft einen mythischen

Charakter angenommen hatte und von dem sie wusste, dass es von den

so gefürchteten Kenjastämmen bewohnt wurde.

Wenige Tage vor unserer Abreise kam _Usun_ mit einigen Männern und

Frauen von Tandjong Karang zu uns herunter und bat um die Erlaubnis,

bis zu unserer Abfahrt bei uns bleiben zu dürfen. Zugleich gab

sie zu verstehen, dass sie, da es nun doch zum Scheiden kam,

beschlossen hatte, ihren kostbarsten, oder besser gesagt, ihren

heiligsten Besitz zwischen ihrem Enkel und mir zu teilen, damit diese

geweihten Gegenstände mich vor allen Gefahren, denen ich entgegen ging,

beschützten. Sie übergab mir ein sehr altes Schwert, das, nach der

Aussage meiner 70 jährigen Freundin, bereits in ihrer Jugend sehr

alt gewesen war, ferner Kieselsteine von aussergewöhnlicher Form

in einem kleinen Säckchen und ein steinernes Fläschchen mit etwas

Kokosnussöl. In diesen ernsten Abschiedstagen wurde _Usun_ gestattet,

ihre Schlafmatte in der kleinen Kammer auszubreiten, in welcher der

Kontrolleur _Barth_ auf einer Seite und ich auf der anderen unsere

Moskitonetze aufgehängt hatten. Beim Erwachen am anderen Morgen sah

ich, dass _Usun_ bereits alle ihre Vorbereitungen getroffen hatte

an der Stelle, wo sie geschlafen hatte, lagen auf einer kleinen Matte

neben einander die für mich bestimmten Schätze, ausserdem das Geldstück

und die Perlen, die ich ihr als _usút_ gegeben hatte, d.h. damit diese

Dinge in gleicher Weise in ihre Hände übergehen könnten, wie ihre

Talismane in die meinen und der Geist, der in letzteren steckte, nicht

erzürnt würde. Darauf sprach sie, vor der Matte hockend, die Geister

an, die in den Gegenständen hausten und trug ihnen auf, mich gegen alle

Angriffe böser Geister zu schützen, mich vor Anstrengungen sowie vor

einem Fall in den Bergen oder Tälern zu behüten und zu verhindern,

dass meine Seele sich von mir entfernte. Weiter berichtete sie den

Geistern der geweihten Gegenstände, dass ich die Absicht habe, sie

zum Mahakam und weiter bis zum Apu Kajan zu bringen. Auch erzählte

sie ihnen, dass ich ihr das Geldstück und die Perlen gegeben, damit

sie an Stelle der alten Gegenstände in ihren Händen zurückblieben.

Ich schenkte _Usun_ zuletzt noch, da meine Vorräte es zu erlauben

schienen, einen Satz schöner Armbänder aus Elfenbein. Bis zum letzten

Augenblick blieb _Usun_ bei uns und, während ich des Morgens mit

dem Verteilen von Menschen und Gütern in die Böte viel zu tun hatte,

strengte sie sich an, mir mit ihren alten Beinen wie mein Schatten

zu folgen und hörte nicht auf, mir unter heissen Tränen Segenswünsche

auf die Reise mitzugeben.

Mit _Akam Igau_ hatte ich abgemacht, dass er seine Leute dazu

bringen sollte, gleich nach der Rückkehr der vorausgeschickten

Gesandtschaften die wahrsagenden Vögel zu befragen. Am 24. Juli

kehrten die Gesandtschaften endlich gemeinsam zurück; ihre Reisen

waren ohne Unfall verlaufen, nur hatten sie, wegen des sehr hohen

Wasserstandes, lange gedauert; auch war es ihnen nicht geglückt,

den Bulit aufwärts bis zum Landweg zu gelangen; sie hatten aber den

Reis an der Mündung des Bulit unter dem Schutze von Korporal Suka

und zwei anderen zurückgelassen.

Den folgenden Tag kam _Tigang Aging_ aus Tandjong Kuda mit dem Bericht,

dass in seinem Dorf für sechs Tage "_melo njaho_" ein "Stillsitzen

wegen der Vorzeichen" angesagt war, weil man ein Reh über ein eben

bearbeitetes Feld hatte laufen sehen (ein böses Omen) und dass man

erst nach dieser Ruhezeit, unter Anführung des Ma-Suling namens _Obet

Lata_, zur Beobachtung der Vorzeichen aufbrechen würde.

Nach Ablauf dieser sechs Tage kam _Tigang Aging_ abermals nach

Putus Sibau, diesmal mit dem Vorschlag, wiederum einen Teil unseres

Gepäckes unter Aufsicht der zwei alten Häuptlinge _Seniang_ und

_Akam Lasa_, je mit zehn Mann; vorauszuschicken. Diese Leute waren

nämlich nicht im stande, den Zug mitzumachen, wollten aber, wie es

schien, auch noch etwas verdienen. Nachdem ich diesem Vorschlage

in der Überlegung zugestimmt hatte, dass wir dadurch später um

so schneller flussaufwärts fahren konnten und ich, um nur endlich

fortzukommen, möglichst viel Freunde gewinnen musste, verpflichtete

sich wiederum _Tigang_, den _Obet Lata_ bereits am folgenden Tage

auf die Vogelschau auszusenden. Auf diese Weise suchte sich _Tigang_

als Herrn der Mendalambewohner aufzuspielen, obwohl er sehr gut

wusste, dass _Akam Igau_ von mir als Führer angesehen wurde. Mein

Hauptziel war jedoch die Abreise, der ich mit Ungeduld entgegensah,

da die Trockenzeit bereits zwei Monate gedauert hatte und jeder Tag

uns Regen und ungünstig hohen Wasserstand bringen konnte; daher fand

ich alles gut, was uns einen Schritt weiter brachte. Es verging aber

ein Tag nach dem andern, ohne dass wir etwas anderes hörten, als dass

die Vögel noch immer nicht alle erforderlichen Zeichen gegeben hatten,

bis endlich am 16. August _Akam Igau_ seinen Sohn _Adjang_ abholte,

um gemeinschaftlich mit den übrigen Teilnehmern an der Expedition

ein _melo njaho_ zu feiern, da die Vögel jetzt genügende Auskunft

gegeben hatten. Zwei Tage darauf sollte die ganze Gesellschaft bei

uns eintreffen.

Um _Akam Igaus_ Oberherrschaft wieder einzuschränken, kam auch

_Obet Lata_ im Auftrage _Tigangs_ am folgenden Tage und meldete,

dass man aus Tandjong Kuda aufbrechen werde, dass man sich aber,

wie auch auf der vorigen Reise, noch einen Tag an der Mündung des

Mendalam aufhalten wolle, um noch einen besonderen Vogel zu befragen.

Am 18. August schlug endlich unsere Befreiungsstunde; denn bereits des

Morgens kam ein bemanntes Boot nach dem anderen hinter der Flussbiegung

zum Vorschein. Auch _Seniang_ und _Akam Lasa_ brachten ihre eigenen

Böte und Leute mit; gegen ihren Vorschlag, bereits am selben Tage

weiterzufahren, hatte ich nichts einzuwenden. Ich gab ihnen eine

gute Ladung Reis und Salz mit und so fuhren sie bereits mittags den

Kapuas aufwärts.

Die Leute, welche die Mahakamreise selbst mitmachen sollten,

übernachteten, der Übereinkunft gemäss, unter _Akam Igaus_ und

_Tigangs_ Aufsicht an der Mendalam Mündung, trafen aber schon früh

am folgenden Morgen vor unserer Wohnung ein.

Im Ganzen erschienen aus den verschiedenen Niederlassungen am Mendalam

ungefähr 110 Mann, die sich in so viel Gruppen verteilten, als die

Zahl der Dörfer und Stämme, denen sie angehörten, betrug. Die Kajan

aus Tandjong Karang und Tandjong Kuda waren die zahlreichsten,

ihnen folgten die Ma-Suling und Uma-Pagong, und schliesslich noch

Glieder der Bukat und Punan, der meist nur zeitweise am Mendalam

lebenden Nomadenstämme. Jede Gruppe hatte einen eigenen Häuptling

oder angesehenen Mann zum Anführer; ich betrachtete aber, wie bereits

gesagt, _Akam Igau_ aus Tandjong Karang als Oberhaupt aller, da er

als alter weitgereister Mann am meisten Einfluss besass, während

sein viel jüngerer Nebenbuhler _Tigang Aging_ aus Tandjong Kuda nur

durch seine hohe Geburt sich Ansehen zu verschaffen trachtete. Ihm

völlig ergeben war nur _Obet Lata_, der Anführer der Ma-Suling,

ein alter unbedeutender Mann, der _Tigang_ als den Schwiegersohn des

Ma-Sulinghäuptlings _Akam Lasa_ fürchtete.

Die Männer von Uma-Pagong standen, wie auch auf der vorigen Reise,

unter Anführung von _Jung_, einem Adoptivsohn des weiblichen Häuptlings

_Bulan_. Es war dies eine junge energische Persönlichkeit, die uns

auf der Reise viele Dienste erwies.

Die Gruppe der Punan und Bukat bestand aus 12 Männern sehr

verschiedener Abkunft, auch befanden sich unter ihnen einige Leute

eines anderen Jägerstammes, der Beketan. _Ludang_, der Punanhäuptling,

konnte an der Expedition nicht teilnehmen, liess sich aber durch

seinen jungen Sohn _Kwing_ vertreten, dem ein schwächlicher, aber

intelligenter Mann namens _Tetuhè_ zur Seite stand.

Um keine Zeit zu verlieren, hatten wir bereits am Tage zuvor alles

Gepäck so geordnet, dass die Ladung auf die schnellste Weise von

statten gehen konnte. Nun galt es, Menschen und Güter auf die

praktischste Weise in die 25 Böte zu verteilen, was insofern seine

Schwierigkeit hatte, als die Leute sich bereits in Gruppen verteilt

und in den Böten da Platz genommen hatten, wo es ihnen gerade am besten

gefiel; dadurch war das eine Boot überladen, das andere beinahe leer;

ausserdem nahm jedes Boot so wenig als möglich Gepäck mit, so dass ich

das Einladen genau regeln und überwachen musste. Das, erforderte alles

viel Hin- und Herreden, Ermahnungen und bisweilen ernstes Auftreten

und dauerte bis 10 Uhr morgens. Die ganze Zeit über hatte ich die

alte _Usun_ an meinen Fersen. Endlich war alles geregelt, jeder Mann

an seinem Platze und wir nahmen vom Kontrolleur Abschied, der uns

mit seinen zwei kleinen Kanonen noch eine gute Reise nachdonnerte.

Quer Durch Borneo; Erster Teil · 第 36 / 66 题