»Jesses, ans Fegfeuer! Laß mich aus mit dem Fegfeuer!«
»Nachher möchte ich dir noch was sagen, mein lieber Bruder« Elias
zuckte ab, aber es kam doch. »Wie du zu der Michelwirtischen bist
gewesen, vorhin!«
»Mit wem meinst?«
»Mit der Helenerl. Und noch dazu beim hellichten Tag!«
»Nein, es ist schon bissel dunkel worden.«
»Wie du sie gleich so hernimmst! Und so Sachen plauschen mit einem
jungen Mädel! Just, daß du sie nicht hast abgeküßt auf der Straße!«
»Tu nit greinen, geistlicher Herr, ein andersmal werd ich’s schon
heimlich tun.«
»Du tust alles verdrehen, und ich sage dir, garstig ist das, mir hast
gegraust! Ich glaube schon bald, du hättest sie verführen mögen!«
»Du, die mag einer nit so leicht verführen,« versicherte der Friedl.
»Weil sie schon verführt ist. Eine Kellnerin! Da gehört nicht viel
dazu.«
Jetzt blieb der Friedl stehen und betrachtete den kleinen Studenten von
oben bis unten. Und schüttelte den Kopf und lachte.
»Allen Respekt! -- Aber weißt, mein lieber Bruder, erstens ist das
keine Kellnerin. Und zweitens, wenn’s auch eine wäre! Ein so liebes
Täuberl sie auch tut sein, probier’s nur einmal mit ihr, mein Lieber!«
Hinter dem Hause plötzlich ein großes Gelächter. Einer der Burschen
lief um die Ecke, mit den beiden Händen die linke Wange haltend,
als ob sie ihm davonlaufen wollte. Der Kruspel. Eine unerhörte
»Amtsbeleidigung«. Mit der Helenerl hatte er in seiner Art vertraut
werden wollen. So schallend hatte es geklatscht, daß die Gerhaltbuben
auf der Kegelbahn anfangs geglaubt, der Förster habe aus seiner
»Schrottpfeife« einen Schuß tun wollen und sei ihm das Zündhütchen
abgeschnalzt.
Der kaiser-königliche Straßenschotterer, der nun auch die seine hatte,
meinte wohl, das sei gerade der beste Abgang; so tapfte er weit- und
krummschrittig heimwärts.
Ihm folgten in gemütlicher Stimmung die Gerhaltbuben. Bald darauf
rollte auch das Steirerwäglein die Straße entlang gen Eustachen. Und
stille war’s im Forsthause.
Nächtig träumte Elias von der himmlischen Jungfrau; und der Friedl von
der irdischen.