Studenten, Profilbildnisse, für die Landsleute gezeichnet. Lith. von
W. Krüger 1837. 109 Blätter in 8^o (Darunter einige Porträts doppelt
und in verschiedenen Stellungen, oder grösser dargestellt). Die Namen
sämtlicher Dargestellten enthält der Katalog des Mus. der Gelehrten
estn. Gesellsch., abgedruckt in den Verhandlungen der Gesellsch. Bd.
VI, 3. u. 4. Heft, 1871.
=Kretschmann=, ~Friedrich~. Lithograph in Riga im ersten Viertel des
19. Jahrh. Von ihm eine Ansicht von Dorpat in Umrissen nach C. A. Senff
(selten).
=Krestlingk=, ~Johann Gottl. Friedr.~ Lithograph, gründete um 1824
eine lithographische Anstalt in Riga, aus welcher eine Anzahl
anerkennenswerter Arbeiten hervorging. In den vierziger Jahren ging die
Anstalt ein und K. begab sich nach Südrussland. Von ihm: Die Porträts
des Marquis Paulucci; der Schauspielerin Friederike Feddersen, geb.
Lange; des Grafen Mellin; eines Herrn v. Rennenkampf und das Porträt
Luthers. -- Zwei Ansichten von Riga, links und rechts von der Brücke,
1824. fol. -- Riga vom Lämmerberge aus gesehen. -- Ansicht von Riga
4^o. -- Zwei Blatt landschaftliche Zeichnungen. -- Eine Ansicht vom
Schlossplatz in Riga mit der Siegessäule, qu. fol. -- Ausser diesen
grösseren Arbeiten erschienen bei ihm: Stickmuster nach Zeichnungen
von Katharine Walter, 2 Jahrgänge. Desgleichen 1 Heft Stickmuster
nach Hacke, Faksimiles von Luthers Briefen und von Handschriften
russ. Regenten, ein Adresskalender mit Plan von Riga (April 1826),
Musikalische Hefte u. a. Auch eine in Gouache ausgeführte Ansicht von
Kamenni Ostrow in Petersburg ist von ihm bekannt.
Rigasche Stadtbl. 1825 S. 272; 1826 S. 30 u. 105; 1844 S. 23.
=Kriek=, (~Kryk~) ~Johann Peter~. Architekt, hatte in Hamburg
seine Vorbildung erhalten und bekleidete 1813 das Amt des
Gouvernementsarchitekten in Mitau. Er erbaute 1822 die Jesuskirche in
Riga, hat auch mehrere Privatgebäude in Riga ausgeführt. Er zog später
ganz nach Riga und soll hier in kümmerlichen Verhältnissen vor 1841
gestorben sein.
Rigasche Stadtbl. 1841 S. 231.
=Kronwald=, ~Karl~. Lithograph in der Plates’schen Anstalt in Riga um
1871. Von ihm: Brand der Trödelmarkthalle und der Wallmühle am 24.
August 1871. -- Brand der Schiffe William Ettiles und Desiré und der 39
Strusen im Rigaer Hafen am 2. Juli 1871.
=Krüdener=, ~Doris v.~ Bildhauerin der Gegenwart, hat sich durch eine
Kopie nach Donatello und mehrere wohl gelungene Porträtbüsten (A. v.
Öttingen, Hans Schmidt) bekannt gemacht.
=Krüger=, ~Christian Joseph~. Medailleur u. Bildschnitzer. Geb. 1759 zu
Dresden; gest. das. 1814. Schüler von Hutin und G. Knöfler, kam 1783
nach Livland und versah von 1790-1793 das Amt eines Zeichenlehrers an
der Rigaer Domschule. Er ging nach Dresden zurück und wurde Münzgraveur
seiner Vaterstadt. Von ihm: Venus den Amor mit einer Rute züchtigend.
-- Merkur einen Knaben unterrichtend. -- Verschleierte Frau mit
einem Sieb(?) in der Hand. In Ton gebrannt. (Aus dem Nachlass des
Bürgermeisters E. Hollander ins Ausland verkauft). -- Die Medaille auf
den Generalsuperintendenten von Livland Christian David Lenz 1792.
=Krüger=, ~Karl Ferdinand Wilhelm~. Porträtmaler. Geb. um 1810 in
Berlin, wahrscheinlich ein Sohn des Joh. Friedr. August K., dem
gegenüber er als „junior“ bezeichnet wurde, hielt sich von 1856-1860
in Riga auf. Das Beuth-Schinkel-Mus. in Berlin besitzt von ihm ein
Portr. Schinkels in Pastell; ein Portr. Mos. Mendelsohns im Kabinett
der Handzeichnungen zu Dresden. Hier schuf er: Ein Portr. der Sängerin
Johanna Hoffmann 1857. -- Strusenrussen. -- Lettische Holzsäger,
damals im Bes. eines (Hn. v. Reussner). -- Ein Selbstbildnis. --
Ein Portr. des Generalgouverneurs Fürsten Alex. Suworow-Rimniksky.
(Lith. von F. Jentzen. Druck v. d. Kgl. lith. Inst. in Berlin). -- Ein
Portr. des Dr. jur. Ludwig Cube. (Lith. von dems.). -- Ein Portr. des
Generalgouverneurs E. Golowin. (Lith. von H. Mitreuter). -- Ein Portr.
des Barons Budberg-Bönninghausen (Lith. v. F. Jentzen).
Rigasche Ztg. 1857 Nº 288. -- Inland 1857 S. 846.
=Krüger=, ~Woldemar Friedrich~. Maler. Geb. 21. Dezember 1807 zu Kawa
in Livl.; gest. 24. Dezember 1893 in Dorpat, kam achtjährig nach Dorpat
und wurde in der Folge mit dem späteren Kunstforscher Karl Eduard v.
Liphart auf dem Gute Ratshof gemeinsam erzogen. Er wurde Schüler des
Kupferstechers C. A. Senff und begab sich 1830 zu weiterer Ausbildung
nach München, wo Jos. Ant. Rhomberg sein Lehrer wurde; auch begann
er hier sich mit der Lithographie zu beschäftigen. 1833 zog er mit
seinem Freunde Liphart nach Italien, wo er in Rom zu Thorwaldsen,
Overbeck und Anton Koch in nähere Beziehungen trat. 1835 kehrte er
nach Dorpat zurück und legte hier eine lithographische Anstalt an, die
aber schon 1839 in den Besitz von F. Schlater überging. Er erteilte
Zeichenunterricht an der höheren Töchterschule, wurde 1845 von der
Petersburger Akad. zum freien Künstler ernannt und unternahm 1847
eine zweite Studienreise nach Belgien und Holland. 1854 wurde er
zum Zeichenlehrer an die Universität berufen; auch erteilte er von
1854-1859 den Zeichenunterricht am Gymnasium. 1857 zum Akademiker
befördert. Von ihm mehrere Landschaften in Privatbesitz, auch mehrere
Porträts. Von seinen graphischen Arbeiten nennen wir: Illustrationen zu
dem Werke von C. F. Ledebour: Icones plantarum florae Altaicae 1828.
-- Studentenporträts (ca. 60) gez. u. lith. -- Portr. des Professors
Erdmann, gez. u. lith. -- Ansichten von Dorpat, 6 Blatt, Aquatinta,
(Domberg, Domruine, Dombrücke, Sternwarte, Klinik, Anatomikum). --
Atlas zu dem Werke des Astronomen F. G. W. Struwe: Beschreibung der
.... Breitengradmessung in den Ostseeprovinzen etc.
„Aus Dorpats vergangenen Tagen“ in d. Petersbgr. Deutschen Ztg.
1898 211-214. -- W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S.
72-74.
=Kruss=, ~Niclas~. Maler, wird 1679-1689 als „fürstlicher Hoffmahler“
in Mitau erwähnt.
Kirchenbuch der Trinitatiskirche zu Mitau. (Jul. Döring).
=Kügelgen=, ~Franz Gerhard v.~ Porträt- und Historienmaler. Geb. 6.
Februar 1772 zu Bacharach am Rh.; ermordet 27. März 1820 in der Nähe
von Loschwitz bei Dresden, besuchte mit seinem Zwillingsbruder das
Jesuitenkollegium in Bonn, wurde 1789 Schüler des Landschaftsmalers
Januarius Zick in Koblenz, dann des Mengsschülers Christoph Fesel in
Würzburg und ging im Mai 1791 mit Unterstützung des Kurfürsten von
Köln, Erzherzog Franz v. Oesterreich, nach Italien. 1793 hörte die
Unterstützung infolge der französischen Invasion auf. Im Februar 1795
verliess er Rom, ging zunächst nach München und auf Einladung seines
Freundes Joh. Georg Schwartz, des späteren Rigaschen Bürgermeisters,
nach Riga, wohin ihm im nächsten Jahre sein Bruder folgte. Sie lebten
hier bis 1799 und begaben sich dann nach einem Aufenthalte in Reval
nach Petersburg. Beide Brüder verheirateten sich mit Töchtern des
Barons Zoege v. Manteuffel auf Harms in Estland. 1803 verliess K.
Petersburg, lebte ein Jahr lang auf dem Gute seines Schwiegervaters
und liess sich dann, nach einem Besuche seiner Vaterstadt und nach
einem Aufenthalte in Paris in Dresden nieder. 1804 Akademiker der
Petersburger und ord. Mitgl. der Berliner Akad.; 1806 Mitgl. der
Petersburger Akad.; 1811 Ehrenmitgl. der Dresdner Akad. 1814 a. o.
Professor, 1819 ord. Professor derselben. Von seinen in Livland
ausgeführten Gemälden lassen sich nachweisen: Ein männliches und ein
weibliches Bildnis (Bes. v. Klein, Riga). -- Das Portr. des Rigaschen
Bürgermeisters Adam Hinrich Schwartz d. J. (Bes. Staatsr. W. Schwartz,
Riga). -- Das Portr. des Ältesten A. G. Schwartz (Bes. Staatsr. W.
Schwartz, Riga). -- Ein Selbstportr. gem. 1807. (Bes. Staatsr. W.
Schwartz, Riga). Lith. v. Gerdt Hardorff, Hamburg. Ein Selbstportr.
(Kopie?) im Bes. des Hn. O. v. Löwenstern, Kokenhusen. -- Die Spieler
an der Pharobank mit Porträts, darunter Selbstportr. (Bes. Staatsr.
W. Schwartz). -- Portr. der Frau Karoline Sophie v. Blanckenhagen,
geb. Stöver (Bes. städt. Museum, Riga). -- Portr. des Bürgermeisters
Joh. Chr. Schwartz. Aquar. (Bes. Staatsr. W. Schwartz). -- Portr. des
Rektors der Universität Dorpat Dr. G. Fr. Parrot (Bes. Universität
Dorpat. Lith. v. P. Smirnow, Petersburg). -- Portr. des Pastors Eduard
Pohrt zu Trikaten; Portr. der Gemahlin desselben. Aquar. -- Männliches
und weibliches Bildnis. (Bes. Baron B. von Uexküll). -- Portr. des
Prof. C. Morgenstern, 1809 gem. (Bes. Universität Dorpat). -- Portr.
der Gräfin Kath. Sievers (Bes. Graf Gustav Sievers, Wenden). -- Die
Jungfrau von Orleans; Karl VII; Agnes Sorel; Ossian (Miniaturen, Bes.
Graf Medem-Elley). -- Porträts des Hn. W. J. O. Zoege v. Manteuffel
und dessen Gemahlin, Schwiegereltern des Künstlers (Auf dem Gute
Meyris, Estl.). -- Portr. des Generals Grafen von der Pahlen; Portr.
der Gräfin Borch mit ihrem Kinde (Kniestück); Portr. der Generalin
v. Meyendorff mit ihren Kindern (Kniestück); Portr. der Generalin
Benkendorf (ganze Figur), in Petersburg gem. -- Portr. des Grafen
Jacob v. Sievers (gest. von James Walker in Petersburg). -- Portr. des
Musikers J. F. Latrobe. Auch in Miniatur ausgeführt (Bes. Staatsr. W.
Schwartz, Riga). -- Portr. des Kaiserl. Leibarztes Stoffregen. -- Die
Nacht, Schlaf und Tod in den Armen haltend. Pastell 1803 gem. -- Portr.
des Kaisers Alexander I. von Russland (Bes. Universität Dorpat). Ein
anderes Exemplar im Ritterhause zu Reval. -- Der verwundete Adonis,
1806 gem. (Bes. v. Klein, Riga. Eine kleine Wiederholung auf einer mit
Pergament überzogenen Eisenplatte, 1807 gem. angeblich im Besitz des
Barons von Korff auf Kreuzburg). -- Der geblendete Belisar und sein
Führer während eines Gewitters, 1807 gem. (Bes. Graf Medem, Elley).
-- David vor Saul die Harfe spielend, 1807 gem. (Bes. Graf Medem,
Elley. Eine Wiederholung erwarb der Kunsthändler Arnold in Dresden;
gest. von C. F. Stoelzel.) -- Portr. der Frau Elise v. der Recke, 1812
gem. (Bes. Gräfl. Medemsche Familie, Kurland. Eine Kopie im Schloss
Löbichau in Sachsen, Altenburg.) -- Portr. der Baronin Barbara Juliane
v. Krüdener, geb. Baronesse Vietinghof mit ihrer Tochter. (Bes. v.
Moeller, Sommerpahlen). -- St. Michael den Satan stürzend, 1814
voll. (Bes. v. Klein, Riga). -- Porträt des Konsistorialrats Dr. K.
Fr. Senff in Halle; gest. v. C. A. Senff, Dorpat 1830. -- Christus,
Moses und Mohamed. Lebensgrosse Brustbilder; 1807 gem. (Bes. Graf
Medem, Elley. Eine Wiederholung in veränderter Stellung, 1809 gem. im
Mus. zu Leipzig). -- Zwei kleine Madonnen, 1808 gem. (Bes. v. Klein,
Riga). (Zwei andere ähnliche Bildchen in der Sammlung des Grafen
Medem in Mitau). -- Portr. Goethes, Brustb. 1808 in Weimar gem. (Bes.
Universität Dorpat, von K’s Witwe erworben. Gest. v. C. Hess fol.).
-- Portr. Goethes vom Jahre 1810 in Wiederholung, jetzt im Bes. der
Frau Maria v. Dehn auf dem Gute Kiekel bei Jewe in Estland. -- Portr.
Wielands, Brustb. 1808 gem. (Bes. Universität Dorpat; erworb. von K’s
Witwe. Gest. v. N. Schenker, fol.). -- Portr. Herders, Brustb. 1808
gem. nach früheren Bildern und nach der Totenmaske. (Bes. Universität
Dorpat; erworb. von der Witwe K’s. Gest. v. Anderloni, fol.). -- Portr.
eines Unbekannten. (Bes. städt. Museum Riga, aus der Sammlung von v.
Transehe).
F. Ch. A. Hasse, Das Leben Gerhards v. Kügelgen, Leipzig 1824.
-- Erinnerungen eines alten Mannes (Wilh. v. Kügelgen) herausg.
v. Ph. Nathusius, 1870 (17. Aufl. 1896). -- Hagen, die Deutsche
Kunst I. S. 851 ff. -- Konstantin v. Kügelgen, Gerhard v. Kügelgen
als Porträt- und Historienmaler, Leipzig 1901. -- Marie Helene v.
Kügelgen, ein Lebensbild in Briefen Leipzig 1900.
=Kügelgen=, ~Karl Ferdinand~. Landschaftsmaler. Geb. 6. Februar 1772
zu Bacharach a. Rh.; gest. 7. März 1835 in Reval. Zwillingsbruder des
Vorigen. Er erhielt die gleiche Erziehung wie sein Bruder, wandte
sich aber in Rom der Landschaftsmalerei zu. 1796 folgte er seinem
Bruder nach Riga und zog mit ihm nach Petersburg. Hier erwarb er sich
die Gunst des Kaisers Paul, der ihm ein Jahrgehalt aussetzte; auch
Kaiser Alexander I. beehrte den Künstler wiederholt mit Aufträgen
und bewilligte ihm 1803 und 1806 die Mittel zu Studienreisen in
die Krim. 1818 bereiste er Finnland zu Studienzwecken. Mehrere
Jahre lebte er auf dem Gute des ihm befreundeten Edelmannes Slobin
an der Wolga, dann abwechselnd in Petersburg und auf seinem Gute
Kurküll in Estland, oder auf den Besitzungen seines Schwagers Zoege
v. Manteuffel. K. war Kaiserl. Kabinettmaler; seit 1804 Mitgl. der
Berliner Akad. und seit 26. VIII. 1804 Akademiker der Petersburger
Akademie. Von seinen zahlreichen Arbeiten nennen wir: Dreissig
Landschaftsbilder aus der Krim, 1816 von K. dem Kaiser überreicht.
Diese und 60 Sepiazeichnungen, Ansichten aus Taurien wurden im Kaiserl.
Schloss zu Kamenni Ostrow aufgestellt. -- Livl. Landschaft (Befand
sich im Bes. seines Sohnes Karl von K. in Dorpat). -- Italienische
Landschaft. -- Mondscheinlandschaft (Bes. Universität, Dorpat). --
Arkadische Landschaft (Bes. G. Zoege v. Manteuffel). -- Landschaften
mit biblischer Staffage (der verlorene Sohn; der barmherzige Samariter;
die drei Engel bei Abraham; die Auffindung Mosis; die heil. Familie;
der Versucher) und viele andere in Petersbgr. Privatbes. Einige
italienische Landschaften kamen in den Bes. des Lord Bristol. -- An
Zeichnungen und Studien, die grösstenteils von ihm in Sepia ausgeführt
wurden, sind bekannt: 240 Blatt Ansichten aus der Krim. -- 55 Skizzen
aus Finnland (erworben von Kaiser Alexander I.) -- Das städt. Museum zu
Riga besitzt von ihm zwei römische Studien. -- An Vervielfältigungen
gab K. heraus: Vier Ansichten aus der Krim. Dessiné d’après nature
par C. Kugelchen. Lith. par Sophie S. -- 16 Ansichten aus der Krim in
2 Ausgaben zu je 8 Blatt: Huit vues de la Crimée, dessinées d’après
nature et lithographieés par C. de Kügelchen. -- 15 Ansichten aus
Finnland: Vues pittoresques de la Finlande, dediées à sa Majesté
l’Imperatrice Elisabeth Alexiewna par C. de Kügelgen. -- 12 Ansichten
von Reval und Umgebung, 1828 in Gemeinschaft mit dem Maler Johannes
Hau herausgeg. unter dem Titel: Collection de XII vues, graviés à
l’aquatinta usw. Eine Wiederholung in Lithogr., von Th. Gelhaar
erschien bei G. Eggers in Reval. -- Etudes des arbres, dessinées sur
pierre par C. Kugelgen, St. Peterbourg. Lithographie du Ministère des
affaires étrangères (Se vend chez A. Pluchart). Prix 10 Rbl. fol. 6
Blätter. 1819 in Schwarzkreidemanier.
Ausser der bei G. v. Kügelgen angeführten Literatur s. a.
Kunstblatt 1817 Nº 10. -- Rigasche Stadtbl. 1822 S. 319; 1866 S.
265 ff. -- Inland 1838 S. 218; 1851 S. 269. -- Ostseeprovinzenblatt
1823 Nº 14. -- Revalsche wöchentl. Nachrichten 1825 S. 778/79 und
815. -- Dörptische Beiträge I. S. 206 ff., III, S. 242 ff.
=Kügelgen=, ~Konstantin v.~ Landschaftsmaler. Geb. 6. Januar 1810 im
Saratowschen Gouvernem. auf der Besitzung des Herrn v. Slobin, als Sohn
des Karl Ferd. v. K. und dessen Gattin Emilie Zoege v. Manteuffel;
gest. 28. April 1880 in Dorpat, erhielt die erste Anleitung in der
Kunst von seinem Vater und trat dann in die Petersburger Kunstakad.
Auf Kaiserlichen Befehl wurde er 1831 von der Akademie auf vier
Jahre zu weiterer Ausbildung ins Ausland geschickt. Nach einem
Aufenthalte in Italien liess er sich in Dresden nieder, nahm 1840 das
Amt eines Zeichenlehrers am Gouvernements-Gymnasium in Reval an, gab
dieses jedoch bald wieder auf, um sich auf sein Gut Nömme bei Reval
zurückzuziehen. 1851 konkurrierte er durch eine Bilderausstellung in
der Aula der Universität Dorpat mit den Malern Krüger, Schlichting,
Hartmann und Schlater um das Amt des Universitätszeichenlehrers, für
das Krüger gewählt wurde. 1856 verkaufte er sein Gut, zog nach Dorpat
und nahm das Amt eines Zeichenlehrers am Gymnasium an. Von ihm mehrere
Landschaften in Privatbes.
Inland 1838 S. 218; 1840 S. 796; 1854 S. 815; 1856 S. 286;
1859 S. 378; 1860 S. 90, 272; 1861 S. 82. -- Rigasche Stadtbl.
1866 S. 265 ff. -- Neue Ztg. f. Stadt u. Land 1880 Nº 102. --
Familiennachrichten. - W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des
19. Jahrh. S. 75-76.
=Kügelgen=, ~Wilhelm Georg Alexander~. Historienmaler. Geb. 20.
November 1802 in Petersburg, Sohn des Malers Gerhard v. K.; gest. in
Bernburg 25. Mai 1867, erhielt den ersten Kunstunterricht von seinem
Vater und trat 1818 in die Dresdner Akad., wo er 1820 Schüler von
Hartmann wurde. 1827 kam er nach Estland und lebte vorübergehend in
Petersburg. 1830 zog er nach Dresden zurück und siedelte 1834 nach
Bernburg über, wo er zum Professor und herzogl. Hofmaler ernannt wurde.
1846 weilte er neun Monate in Petersburg, um den Maler Neff bei der
Herstellung der Kartons für die Ausschmückung der Isaakskirche zu
unterstützen. 1853 ernannte ihn der Herzog von Anhalt-Bernburg zum
Kammerherrn. Die Olaikirche zu Reval besitzt von ihm ein Altargemälde,
Christus am Kreuz, 1830 gem. Er gab heraus: Drei Vorlesungen über
Kunst, Bremen 1842, und schrieb: „Jugenderinnerungen eines alten
Mannes“, herausg. v. P. Nathusius, 1870. In 17. Auflage erschienen 1896.
=Kügelgen=, ~Sally v.~ Porträt- und Historienmalerin. Geb. 19.
Februar 1860 in Dorpat als jüngste Tochter des Malers Konstantin
v. K. aus seiner dritten Ehe mit Baronesse Antonie v. Maydell (aus
dem Hause Maydell), lebt in Rom. Ihre erste Lehrerin war Frau Julie
Hagen-Schwarz, dann absolvierte sie die Schule der Gesellschaft zur
Förderung der Künste in Petersburg und besuchte von 1880-85 die
Petersburger Akademie als freie Zuhörerin. Von ihr mehrere Porträts und
kirchliche Malereien.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 146-147.
=Küntler=, ~David~, Baumeister, lebte am Ende des 17. Jahrh. in Narva.
Von ihm wurde der Bau der ersten festen Brücke auf Steinpfeilern über
die Narowa ausgeführt. Gleichzeitig oder wenig später erbaute er auf
Kosten narvascher und ausländischer Kaufleute die Börse in Narva (Das
Gebäude dient jetzt anderen Zwecken).
H. J. Hansen, Geschichte der Stadt Narva. Dorpat 1858 S. 129.
=Kütner=, ~Samuel Gottlieb~. Kupferstecher. Geb. 13. Januar 1747 zu
Wendisch-Ossig in der Ober-Lausitz; gest. 29. August 1828 in Mitau,
machte seine Studien unter Joh. Friedr. Bause in Leipzig und wurde
1775 als Zeichenlehrer an das akademische Gymnasium in Mitau berufen.
1782 folgte er einer Aufforderung des Königs Stanislaus August von
Polen, um dessen von Bacciarelli gemaltes Bildnis in Kupfer zu
stechen, wofür er von diesem 1784 mit einem Brillantring und der gold.
Medaille „Merentibus“ ausgezeichnet wurde. Auch Kaiser Alexander I.
zeichnete den Künstler auf Fürsprache des damaligen Akademiepräsidenten
Grafen Strogonow mehrfach aus. Die Akademie zu Bologna ernannte ihn
1785 zum Ehrenmitgliede. Wegen Altersschwäche wurde er am 20. Juni
1824 pensioniert. Von ihm: Mutter und Kind nach Cipriani. -- Der
kleine Naturforscher nach Wille. -- Holländisches Mädchen in einer
Pelzjacke nach G. Dou, 1773 (Das Orig. befand sich früher in den
Wincklerschen Kabinetten in Leipzig). -- Porträt des Joh. Sebast. Bach
nach Hausmann, Leipzig 1774 (Die Kupferplatte im Museum zu Mitau).
-- Die Apfelschälerin nach G. Dou (Das Orig. ehemals in der Herzogl.
Kurländ. Sammlung, 1778). -- Porträt des Professors der Philos. Joh.
Aug. Starck, 1779. -- Porträt des Professors Bernh. Euler nach Darbes,
1780. -- Porträt des Herzogs Peter von Kurland, 1781. -- Porträt des
Königs Stanislaus August von Polen nach Bacciarelli, 1784. -- Porträt
der Gebrüder Franziskus und Kasimir Rzewusky nach Maroni (1772 in Rom
gem.). -- Porträt des Kaisers Paul I. (unvollendet geblieben). --
Ein Teil der 54 Kupfertafeln zum Wappenbuch des Kurländischen Adels,
herausg. v. Joh. Eberhard Neimbts, Mitau 1794, 4^o (Den anderen Teil
der Platten stach K’s Schüler Joh. Gottfr. Scheffner).
Mitausche Polit. Zeitung 1781 St. 12 u. 13. -- Intelligenzblatt des
Journals des Luxus und der Mode 1787 Nº 3. -- Provinzialblatt für
Kur-, Liv- und Estland 1828 S. 155-156. -- Joh. Bernoullis Reisen
etc. III S. 245. -- Rigasche Stadtbl. 1892 S. 78. -- Sitzgsber. d.
Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1889 S. 101. -- K. Dannenberg,
Zur Gesch. u. Statistik des Gymnasiums in Mitau 1875 S. 8.
=Kyber=, ~Wilhelmine~. Blumenmalerin. Geb. 1. Februar 1801 in Riga,
Schwägerin des Historienmalers K. Bähr; gest. in Dresden. Bildete sich
in Dresden unter der Blumenmalerin Friederike Friedrich. Das städtische
Museum zu Riga besitzt von ihr ein Stilleben, 1842 gem.
Rigasche Stadtbl. 1845 S. 354; 1859 S. 142.
L
=Laengning=, ~Jakob~. Porträtmaler, lebte im letzten Viertel des 18.
Jahrh. in Kurland, wo er auf verschiedenen Gütern mit Porträtmalen
und Bilderrestaurieren beschäftigt war. Auf dem Gute Kalleten in
Kurland befindet sich ein Bild des Gerhard Nolde, dessen Rückseite
(nach J. Döring) die Inschrift trägt: _Auf Sorgfältiges Anordnen Sr.
Hochwohlgeborn H. Haubt-man Von Nold Seind Gegenwärtige 3 Portraits,
die Hochdesselben Hause Intressant aus der fast gänzlichen Ruine wieder
Hehrgestellt. Beendigt Anno 1778 d. 12. Febr. Jacob Laengning._ Von ihm
ausserdem bekannt: Ein Porträt des siebenjährigen Ludwig Kühtz, gem.
Juni 1775 (war 1805-1833 Pastor in Ugahlen in Kurland. Das Bild kam
1883 in den Besitz des Mus. zu Mitau). -- Die Porträts des Hn. U. G.
v. Behr auf Schleck und dessen Gemahlin, geb. Nolde; bez. 3. Dezember
1775. -- Porträt eines Herrn in reichem roten Kostüm mit dem Bande des
Andreasordens (Bes. Maler E. Tode, Riga). -- Porträt des Kaisers Paul,
1771 (Bes. Prov. Museum, Reval).
=Laksmann=, ~Johann~. Zeichner. Geb. 1851 in Ruhenthal (Kurl.); gest.
17. April 1885 in Riga, bildete sich zu einem geschickten Zeichner aus
und wurde 1883 diplomierter Zeichenlehrer an der Gewerbeschule in Riga.
Von ihm die Adresse der livländischen Letten zum Regierungsjubiläum
des Kaisers Alexander II. (19. Februar 1880) und ein Gedenkblatt
zum lettischen Sängerfest in Riga 1880; in Buntdruck (17 Platten)
ausgeführt von der Sieslackschen lithogr. Anstalt in Mitau.
Rigasche Ztg. 1880 Nº 37 Beilage; 1880 Nº 201 Beilage; 1883 Nº 253;
1885 Nº 87.
=Landesen=, ~Bertha v.~ Malerin. Geb. 27. Juli 1868; besuchte 1893/4
die Kunstschule in Berlin, trat 1895 in die Akademie der Künste zu St.
Petersburg, die sie im Jahre 1900 absolvierte, und arbeitete dann zwei
Jahre im Atelier des Professors Repin. Sie hat sich vorherrschend mit
Porträtmalerei beschäftigt.
=Launitz=, ~Eduard Nikolaus Karl~, ~Schmidt von der~. Bildhauer.
Geb. 23. November 1797 als Sohn des Pastors, späteren Propstes Joh.
Magn. L. zu Grobin in Kurl.; gest. in Frankfurt a. M. 30. November
(12. Dezember) 1869, kam 12 Jahre alt in die Erziehungsanstalt des
Prof. Hundeiker zu Vechelde bei Braunschweig, nach deren Absolvierung
er die Universität Göttingen zum Studium der Jurisprudenz bezog. Im
Hause des Professors J. D. Fiorillo hatte er Gelegenheit sich mit
kunstwissenschaftlichen Studien zu beschäftigen und ein Besuch der
Dresdner Galerie brachte seinen Entschluss sich der Kunst zu widmen zur
Reife. 1816 ging er nach Rom, wo Thorwaldsen ihn in seine Schülerzahl
aufnahm. Um die Statue, des sich die Sandalen anlegenden Merkur an
die Fürstin Golitzin abzuliefern, begab er sich nach Petersburg und
empfing hier den Auftrag zu den Denkmälern für die Generale Kutusow und
Barclay de Tolly, die 1826/27 vor der Kasanschen Kirche aufgestellt
wurden. 1829 verliess er Rom, um sich in die Heimat zu begeben, liess
sich aber auf Zureden seiner Freunde in Frankfurt a. M. nieder,
das nun der Schauplatz seiner reichsten künstlerischen Tätigkeit
werden sollte. Er hielt dort Vorlesungen im Städelschen Institut,
auf Wunsch Schadows seit 1837 auch an der Düsseldorfer Akad. 1838
begleitete er den Grossfürsten Thronfolger ~Alexander~ nach Italien.
L. hat sich auch um das Kunstgewerbe Verdienste erworben und sich
auch literärisch nicht ohne Erfolg beschäftigt. 1869 wurde er ord.
Mitgl. der Berliner Akad. Sein Bruder Alexander bildete sich in Rom
ebenfalls zum Bildhauer aus. Er ging 1829 nach Nordamerika. Bekannt
ist von diesem nur das Brustbild eines Sohnes seines Bruders, wovon
ein Gipsabguss 1829 in das Mus. zu Mitau kam. Zu den Hauptwerken
L’s. gehören: Die Büste von Justus Möser, 1820 auf Bestellung des
Königs Ludwig von Baiern für die Walhalla bei Regensburg gefertigt.
-- Der Tod seines Bruders, des Adjutanten Georg v. der Launitz in
der Schlacht bei Leipzig. Bronze in der Kirche zu Grobin in Kurl.
(Gipsabguss im Mus. zu Mitau). -- Grabmonument Lisakowitz. Hautrelief.
-- Nymphe (für den Fürsten Baratinsky gearb.). -- Erato. (Erworben
v. J. v. Krause auf Weisstropp bei Dresden). -- Merkur. (Für die
Fürstin Golitzin in Petersburg. Gipsabguss im Mus. zu Mitau). -- Die
Kolossalstatuen der Generale Barclay de Tolly u. Kutusow. Bronze.
Vor der Kasanschen Kirche in Petersburg. 1826/27 vollendet. -- Zwei
Porträtbüsten, im Auftrage des Kaisers Nikolai I. -- Porträtstatue
der Herzogin Dorothea von Kurland, geb. Gräfin Medem. Um 1834 in der
Villa Medem bei Mitau aufgestellt; seit 1863 auf dem Familiengute Elley
bei Mitau. -- Marmorbüste des Grossfürsten-Thronfolgers Alexander,
1838 in Rom ausgeführt. -- Bronze-Denkmal Guiollet auf der Promenade
in Frankfurt a/M. -- Reliefs und allegorische Darstellungen für
das Theater daselbst. -- Grabmonumente: Für die Familie Regay in
Genua; Martens u. Gontard in Frankfurt a/M. -- Statuen des Land- und
des Seehandels und der Australia für die Börse in Frankfurt a/M.
(Die übrigen Personifikationen der Weltteile sind von Zwerger u.
Wendelstadt). -- Zwei lebensgrosse Pagengestalten als Fackelträger
für das Treppenhaus des Bankiers Mumm in Frankfurt a/M. -- Statue
des Feldmarschalls Grafen Leiningen-Westerburg. (Galvanoplastisch
in Kupfer ausgeführt). -- Festdekoration zur 400 jährigen Feier
der Erfindung der Buchdruckerkunst in Frankfurt a/M. -- Das
Gutenberg-Fust-Schöffer-Denkmal auf dem Rossmarkte in Frankfurt a/M.
1857 vollendet. -- Racestudien. (15 Büsten). -- Denkmal des Anatomen S.
Th. v. Sömmering in Frankfurt a/M. 1866 vollendet.
L. gab heraus: Die Anatomie der Gewandung. -- Wandtafeln zur
Veranschaulichung antiken Lebens und antiker Kunst (Nach seinem Tode
1870 in Kassel erschienen).
Allgem. deutsche Biographie Bd. 18 S. 54. -- Balt. Monatsschr.
VIII. S. 483. -- W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19.
Jahrh. S. 34-38. -- Ein Bild des Launitzschen Ateliers in Frankfurt
von M. Oppenheim im Städelschen Mus. Kat. Nº 426.
=Launitz=, ~Robert Eberhard Schmidt von der~. Bildhauer. Geb. 4.
November 1806 in Riga als Sohn des Pastors und späteren Grobinschen
Propstes Dr. Christ. Friedr. v. d. L.; gest. 13. Dezember 1870 in
New-York. Neffe des Vorigen. Zum Militärdienst bestimmt, besuchte er
seit dem 15. Lebensjahre eine Militärschule, wurde aber gelegentlich
eines Besuches im väterlichen Hause von seinem zufällig anwesenden
Onkel (1822), der die künstlerische Veranlagung seines Neffen erkannte,
bestimmt sich der Kunst zu widmen. Er ging darauf nach Rom, wo er
ebenfalls Schüler von Thorwaldsen wurde. 1827 siedelte er nach Amerika
über, wo er ein Atelier eröffnete und gleichzeitig mit einem John
Frazee ein Geschäft zur Anfertigung von Grabsteinen und Grabmonumenten
gründete. 1833 wurde er Mitglied der National Academy of design in
New-York. Unter dem Titel: Designs for Monuments and Headstones
veröffentlichte er eine Anzahl von Entwürfen zu Grabsteinen und kleinen
Grabdenkmälern. Von ihm: Das Pulaski-Monument in Savannah (Georgia).
-- Das Monument der Feuerwehr in Greenwood-Cemetery (New-York). -- Das
Wilder-Monument in Louisville (Kentucky). -- Das Monument des Obersten
R. M. Johanson in Francfort (Kentucky). Das Kentucky-Military-Monument,
lebensgr. Gruppe von 3 Figuren. -- Die allegorischen 15 Fuss hohen
Figuren an der Fassade der Parkbank in New-York. -- Denkmal des
Generals Thomas in Troy, New-York. In Gestalt eines Sarkophags
ausgeführt.
Rigasche Stadtbl. 1872 S. 13. -- Rigasche Ztg. 1873 Nº 120. --
Ztschr. für bild. Kunst 1872 S. 270. -- Rigaer Tagebl. 1897 Nº 246.
-- W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer. S. 38.
=Lebedew=, ~Michael~. Landschaftsmaler. Geb. 1815 in Dorpat als Sohn
eines armen Schuhmachers; gest. 19/31. Juli 1837 in Neapel an der
Cholera. Er kam als Knabe in die Petersburger Akademie und wurde Schüler
des ebenfalls jung verstorbenen Prof. Tschredin. Seine angegriffene
Gesundheit bewog den Conseil der Akademie ihn nach Italien zu schicken,
wo er trotz seiner Jugend bald zu den anerkanntesten Künstlern
zählte. Vor seiner Abreise hatte er auf der akad. Kunstausstellung in
Petersburg (1836) drei Ansichten aus Petersburg ausgestellt, mit denen
er, wie sein Meister, eine neue Aera der Landschaftsmalerei einleitete.
1833 war er für eine Landschaft am Ladogasee zum Pensionär auf Kosten
des Kaiserl. Kabinetts bestimmt und mit dem Range eines freien
Künstlers ausgezeichnet worden.
St. Petersburger Ztg. 1837 Nº 180. -- Inland 1837 S. 567. -- R.
Muther, Gesch. d. Malerei des 19. Jahrh. III S. 353.
=Lehmann=, ~Moritz~. Theaterdekorationsmaler. Geb. 1819 in Dresden;
gest. 28. August 1877 in Pest. Er hatte seine Ausbildung in Dresden
empfangen, war dort für die Hofbühne beschäftigt und wurde 1850 zum
Hofdekorateur ernannt. 1861 übernahm er die Direktion des Karltheaters
in Wien und kam, als dieses Unternehmen missglückte, 1863 als
Theatermaler nach Riga. 1865 befand er sich in Leipzig und die von
ihm in Riga begonnenen Dekorationen wurden von seinem Schüler Gilbert
vollendet.
Rigasche Ztg. 1863 Nº 235; 1877 Nº 204, 208. -- Ztg. f. Stadt und
Land 1877 Nº 204. -- Rigaer Theater- und Tonkünstlerlexikon S.
136/37.
=Leuttner= (~Läuttner~), ~Johann Andreas~. Porträtmaler. Geb.
im März 1678; gest. 23. April 1745 in Mitau, war der Sohn eines
„Posamentierischen Kaufhändlers“, stand anfänglich in schwedischen
Militärdiensten und liess sich später in Mitau als „Conterfaier“ nieder.
Kirchenbuch der reform. Kirche zu Mitau (J. Döring).
=Leuttner=, ~Christopher Ferdinand~. Maler. Geb. 14. Dezember 1722 in
Mitau; gest. daselbst 22. November 1788. Sohn des Vorigen. Wo er seine
Ausbildung erhalten hat, ist unbekannt. 1764 wird er Bürger und als
ein „ehrsamer kunsterfahrener Mahler“ bezeichnet. Seine schriftlichen
Aufzeichnungen, sein sog. Merkbuch, bewahrt das Museum zu Mitau. Er
malte neben unterschiedlichen Heiligenbildern die Altargemälde für die
katholische Kirche zu Skaisgirren in Litauen (1767) und für die Kirche
zu Szagarn (1775). Im Album des Rigaschen Apothekers Jakob Johann Voss
von ihm eine auf ein Kartenblatt gemalte Allegorie der Musik (Museum,
Riga).
Sitzgsbr. der Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1869 II. Aufl. S. 377.
=Lindblohm=, ~Louis Theodor~. Maler. Geb. 27. November 1860 in Tula
in Russland, (sein Vater stammte aus Windau) erhielt seine Erziehung
in Riga, dem Geburtsorte seiner Mutter, und hier auch den ersten
Kunstunterricht von dem Maler G. v. Lischewitz, der ihm auch riet
sich, bei seiner besonderen Begabung für die Darstellung der Tiere,
der Jagdmalerei zuzuwenden. Er bezog 1878 die Kunstschule in Weimar
und war hier fünf Jahre Schüler des Tiermalers A. Brendel, dann auch
von M. Thedy. Nach einem kurzen Aufenthalt in Düsseldorf liess er sich
in Weimar nieder, wo seine Jagdbilder, in denen er namentlich die
Darstellung der Elche und Rehe bevorzugt, gesucht sind. Einige seiner
Arbeiten in baltischem Privatbesitz.
=Linde=,~ Andreas~. s. Benson.
=Linde=, ~Johann Heinrich~. Porträtmaler und Lithograph, war ein
Schüler und Nachahmer des Anton Graff in Dresden. Er arbeitete im
ersten Viertel des 19. Jahrh. in Riga, wo er ein Atelier in der
Schlosstrasse besass. Von ihm: Ein Porträt des Rigaschen Ratsherren
Joh Heinr. Niemann. Lithgr. 1822. -- Ein Porträt des Rigaschen
Bürgermeisters Aug. Wilh. Barclay de Tolly. Lith. 1824 fol. -- Ein
Porträt des Oberpastors der St. Jakobikirche zu Riga K. L. Grave. Lith.
1825. -- Von ihm wahrscheinlich auch die Portraits des Schauspielers
Konrad Heinrich Loofe (1749-1828) und dessen Gattin Eleonore Sophie,
geb. Schmalfeldt (1763-1812), denen die Porträts des Apothekers J.
J. Voss und dessen Gattin von Graff (Museum Nº 63, 64) sichtlich zum
Vorbild gedient haben.
=Lindenberg=, ~Max~. Bildhauer. Geb. 13. November 1873 in Riga, wurde
Schüler des Bildhauers Aug. Voltz in Riga und genoss zugleich den
Unterricht des Malers v. Rosen. Zu weiterer Ausbildung ging er nach
Berlin, wo er u. a. im Atelier von Bieber tätig war. Er hat sich
durch einige Salonfiguren gut eingeführt; (Gladiator, Mädchenkopf);
neuerdings auf kunstgewerblichem Gebiet tätig.
=Liphart=, ~Ernst Friedrich v.~ Maler und Radierer. Geb. 24. August
1847 in Ratshof bei Dorpat als Sohn des bekannten Kunstforschers Karl
Eduard v. L. Lebt z. Z. in Petersburg. Sein erster Lehrer war der
Jugendfreund seines Vaters, der Universitätszeichenlehrer Woldemar
Krüger. 1863 siedelte der Knabe mit seinen Eltern nach Florenz über,
wo er unter der Anleitung seines Vaters seine Studien selbständig
fortsetzte. Durch den Maler Stöckler, einen Schüler Passinis, wurde er
auf die Aquarellmalerei gewiesen und erhielt mannigfache Anregung durch
Franz Lenbach, der 1865 im Auftrage des Grafen Schack nach Florenz
gekommen war. Mit Lenbach ging L. 1866 nach Spanien und arbeitete mit
diesem gemeinschaftlich für die Schacksche Galerie. 1868 kehrte er nach
Florenz zurück, wo ihm bald grössere Aufträge zuflossen, namentlich
von dem Fürsten Alexander Lieven aus Fockenhof in Kurland, mit dem er
1873 Paris besuchte. Die Schätze des Louvre und der angenehme Verkehr,
den er hier fand, veranlassten ihn hier seinen bleibenden Wohnsitz
zu nehmen. Vorübergehend weilte er 1874 und 1875 in der Heimat. 1886
kam er nach Petersburg, um eine Kaiserliche Bestellung selbst zu
überbringen und nahm seit jener Zeit, da das nordische feuchte Klima
seiner Gesundheit zuträglicher erschien, hier seinen Wohnsitz. Für die
Galerie des Grafen Schack in München (jetzt Eigentum des deutschen
Kaisers) malte L. 9 Kopien nach Velasquez, Murillo, Raffael, Giorgione
und Tizian. -- Im Marmorpalais zu Petersburg mehrere Deckenmalereien;
im Palais des Grossfürsten Alexei Alexandrowitsch (†) von ihm
dekorative Wandbilder, Deckengemälde auch in der Villa der Grossfürstin
Maria Nikolajewna in Quarto bei Florenz, und in der Villa Siegle
in Stuttgart. Zahlreich sind die von Liphart gemalten und radierten
Bildnisse.
K. Krüger in der balt. Monatsschr. Jahrg. 41 S. 47-49. -- W.
Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 126-131.
=Lischewitz=, ~Georg v.~ Porträt- und Historienmaler. Geb. 1809 in
Riga; gest. daselbst 23. November 1887, Schüler der Dresdner Akademie
von 1829-1833, dann von Cornelius in München. Nach längerem Aufenthalt
daselbst ging er auf zwei Jahre nach Italien und kehrte dann in die
Heimat zurück. Die Petersburger Akad. ernannte ihn zum akad. Künstler.
Von ihm sind mehrere Porträts und ein Altargemälde in der Kirche zu
Windau (1835) bekannt.
Rigasche Stadtbl. 1836 S. 211; 1853 S. 204; 1859 S. 144. --
Anzeiger für Libau und Umgegend 1887 Nr. 275. W. Neumann, Balt.
Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 175.
=Lithen=, ~Johann~. Zeichner. Er stammte wahrscheinlich aus Schweden
und hielt sich um die Wende des 17. Jahrh. in Livland auf, wo er
eine Reihe von Szenen der Kämpfe Karls XII. zeichnete, die in der
Lebensbeschreibung des Königs von S(amuel) F(aber) erschienen. Seine
Unterschrift tragen nur vier dieser Kupfern, doch sind auch die übrigen
augenscheinlich von seiner Hand. In Band 1 des gen. Werks: Prospekt
der Neumündischen Attaque .... 1700 .. den 12. Marty ..... Die Königl.
Schwedische Bombardirung der Festung Dünamünde ... 1701 ... d. 21/11
December bez. Joh. Lithen del. (Zwei Bilder auf einer Platte). In
Band 2: Prospekt der Stadt Riga von jenseit der Düna, da der General
Lieut. Flemming mit den Saxischen troupen zu berennen kam. A^o 1699 d.
12. Febr. .......... Prospekt der Stadt Riga von Lifländischer seiten
unter bloquirung des Königs von Polen. A^o 1701. Joh. Lithen del ad
vivum. (Zwei Bilder auf einer Platte). -- Prospekt von der Glorieuse
Descente und Action, welche Ihro Königl. May. von Schweden König Carl
XII Anno 1701 den 9. July bei Riga über die Düna gegen die Sächsischen
vorgenommen .... Johann Lithen ad vivum del. -- Plan wie auch Prospekt
von dem Schloss Kokenhusen, welches von dem König von Polen, mit dessen
Sächsischer Armée im Monat Septemb: 1700 berennet und bombardiret,
beschossen wie auch Miniret worden, da es endlich durch Accord
übergegangen. Johann Lithén Delineavit.
=Löwis of Menar=, ~Andreas~. Kupferstecher und Radierer (Dilettant).
Geb. 27. Dezember 1777 zu Wannamois in der Wiek; gest. 16. September
1839 zu Kaipen in Livl., diente von 1794-1797 im russischen Militär,
ging 1801 ins Ausland, studierte in Jena und Heidelberg und widmete
sich in Schwetzingen zwei Jahre dem Studium der Forstwissenschaft.
1808 kehrte er nach Livland zurück, wurde 1811 Sekretär der livl.
gemeinnützigen und ökonomischen Sozietät und beschäftigte sich neben
seiner Berufstätigkeit mit Zeichnen und Kupferstechen, worin angeblich
der Kupferstecher C. A. Senff sein Lehrer gewesen sein soll. Seine
ersten Versuche datieren aus dem Jahre 1819. Auch schriftstellerisch
hat L. sich betätigt. Von ihm: Bauernhütte. -- Bauernhütte mit zwei
Figuren. -- Bergsee. -- Desgl. -- Haus mit Baum. -- Brücke über einen
Wasserfall (Erstlingsarbeiten, die nicht für die Oeffentlichkeit
bestimmt waren). -- Schloss Neuhausen (das farbige Original in der
livl. Ritterschaftsbibliothek). -- Schloss Ronneburg. -- Schloss
Kokenhusen. Veröffentlicht in Band 1 und 2 des Inländischen Museums,
herausgeg. v. C. E. Raupach, Dorpat 1820/21. 8^o.
Hafen von Latakieh (Laodicea ad mare). -- Das St. Chrysostomuskloster
auf Cypern. -- Bufavento auf Cypern. -- Mamum Kalessi bei Cyzicus.
-- Ruinen der Wasserleitung bei Parium. -- Castro auf Samothrake.
-- Kloster Lawra auf dem Berge Athos. -- Lemnos. -- Hierapolis
(Pambuck-Kalessi). -- Assem Kalessi (Jassus). -- Nach Aufnahmen von
Otto Friedrich v. Richter zu dem Werke: Wallfahrten im Morgenlande.
Nach Richters Tagebüchern und Briefen dargestellt von J. P. G. Ewers.
Berlin 1822. 8^o.
Schloss Wenden. -- Dasselbe in grösserem Masstabe. -- Schloss Ronneburg
(in zwei Grössen). -- Schloss Kokenhusen. -- Dasselbe in anderer
Darstellung. -- Schloss Ringen. -- Der innere Hof der Burg Treiden.
-- Marienburg in Livl. -- Helmet. -- Neuhausen (Stiche zu dem von ihm
herausg. Werke: Denkmäler aus der Vorzeit Liv- und Estlands. Heft 1
Riga und Dorpat 1821. Heft 2 ibid. 1827. 4^o. Zum zweiten Heft schrieb
den Text J. G. D. Schweder).
Unveröffentlichte Stiche, z. T. für die Fortsetzung der „Denkmäler“
bestimmt: Neuhausen -- Ronneburg -- Das Aatal mit Burg Treyden --
Das Brigittenkloster bei Reval. -- Kloster Padis in Estland. -- Die
Domruine zu Dorpat.
Landschaften: Quistental bei Dorpat. -- Wohnhaus in Panten. --
Herberge in Panten (oder Lehlen). -- Die Eiche des Thutergesindes
beim Gute Lehlen. -- Bauernbadestube in Üllenorm bei Dorpat. --
Altlivländischer Burgberg. -- Parklandschaft. -- Haus hinter einer
Anhöhe. -- Dasselbe in grösserem Format. -- Haus mit zerstörtem Dach an
einem Teich (vielleicht Motiv aus Panten). -- Kreuz am Meeresstrande,
nach dem Müllerschen Roman „Kraft der Weihe“. -- Haus mit Ausbau. --
Wassermühle. -- Haus im Mondschein. -- Ein Weib zu Pferde, neben ihr
ein Mann mit einem Hunde; im Hintergrunde ein Schloss. -- Drei Linden
in Panten. -- Wassermühle. (Ein Teil der Platten, im Bes. des Hn.
Ritterschaftsbibliothekars C. v. Löwis in Riga).
Allgem. Schriftsteller- und Gelehrtenlex. der Prov. Liv-, Est-
und Kurland. -- K. L. Blum, Ein Bild aus den Ostseeprovinzen oder
Andreas v. Löwis of Menar. Berlin 1846.
=Londicer=, ~Ernst Wilhelm~. Maler. Geb. um 1655 in Reval als Sohn
des aus Schottland stammenden Kommandanten von Reval Georg L.; gest.
vor dem 9. November 1697, wahrscheinlich an der Pest. Er sollte sich
wissenschaftlichem Studium widmen, wie er gelegentlich in einem
Schreiben an den Revaler Rat mitteilte, wandte sich aber der Kunst
zu, die er, allem Anschein nach, in Deutschland und Holland gelernt
hat. Zu Beginn der achtziger Jahre ist er wieder in Reval nachweisbar,
erhält hier viele Aufträge und wird zum Maler der estländischen
Ritterschaft ernannt. Sein Porträt von P. Schenck in Schwarzkunst
ausgeführt, trägt die Unterschrift: Ernest. Guilel. Londicer. Nob.
Ord. pr. Eston. Equestr. Pictor. Von ihm: Das Portr. des livl.
Generalsuperintendenten Mag. Joh. Fischer, gem. 1686. (Bes. Dommus.
Riga. Auch in Kupfer gest. 1693). -- Das Portr. des grossen Kurfürsten
(Bes. Schwarzhäuptergesellsch. Reval). -- Nach ihm gestochen ist das
Titelblatt der 1695 in Rudolstadt gedruckten livl. Chronik des Pastors
Christ. Kelch; gest. v. Jacob v. Sandrart. -- Desgl. das Portr. des
Revalschen Superintendenten Mag. Joach. Salemann. -- Die Domkirche zu
Reval besass von ihm ein Abendmahl und eine Kreuzigung, 1695/96 gem.
Sie wurden 1881 durch eine Kreuzigung von E. v. Gebhardt ersetzt.
-- Die Portrs. der schwedischen Gouverneure Bengt Horn und Andreas
Torstensohn werden, als von ihm gemalt, in einem seiner Schreiben an
den Revaler Rat genannt.
W. Neumann, Ernst Wilhelm Londicer. Ein Revaler Maler des 17.
Jahrh. Revaler Beobachter 1895 Nº 198 und 199. In beschränkter
Zahl mit Portr. des Malers auch als Separatabdruck erschienen. --
Derselbe: Kunstbeilage des Rigaer Tageblatts 1908 Nº 3 S. 10 ff.,
mit Abbildungen.
=Loudon=, ~Elise Baronesse v.~ Malerin. Geb. 11. Januar 1852 in der
Nähe von Mitau, von 1867-1870 Schülerin des Malers Jul. Döring in
Mitau, trat nach einem Besuche Deutschlands, Italiens und Frankreichs
1883 als freie Zuhörerin in die Petersburger Akad. und ging 1887
nach Paris, wo sie Schülerin von J. Lefèvre und Boulanger wurde,
gleichzeitig auch unter Bogoljubow arbeitete. Im Herbst 1888 liess sie
sich in Petersburg nieder, zog aber bald nach Florenz, das sie seit
jener Zeit zu ihrem ständigen Wohnsitz erkoren hat und wo sie neben
künstlerischen auch kunstwissenschaftlichen Arbeiten obliegt. Sie hat
sich eingehend mit dem Studium und der Rekonstruktion der Fresken des
Andrea del Sarto beschäftigt u. mehrere tüchtige Porträts gemalt.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 144-146.
=Lynen=, ~Johann von der~. Maler. Gest. um 1522, vielleicht identisch
mit dem Maler ~Johann~ (der lange her Johann) s. d. Er malte 1466/67
ein Marienbild für das Rathaus in Riga, wofür er 11 Mark Rig. erhielt.
1470/71 erhält er für die malerische Ausstattung einer „Scheibe“ für
die St. Petrikirche zu Riga 4 Mk. Rig. Nach den Rigaschen Erbebüchern
erwarb Joh. v. d. L. am 14. XII. 1509 ein Haus in der „schohstrate“
(jetzt Scheunenstr.). Er ist vor dem 15. September 1522 gest., denn an
diesem Tage verkauft der Bürgermeister Wilh. Tideken als Vormund seines
nachgelassenen Sohnes Lorenz das von ihm erworbene Haus.
Kämmereibuch und Erbebuch der Stadt Riga II. 218.
M
=Maas=, ~Johann~. Architekt. Geb. 1825 in Petersburg; gest. 1892
in Jaroslaw, war Schüler der Petersburger Akad. und bekleidete v.
1857-1865 die Stelle eines Architekten der Schulen des Dorpater
Lehrbezirks. 1863 Akademiker. Seit 1877 Gouvernementsarchitekt
in Jaroslaw. Von ihm der Umbau der früheren Kreisschule in der
Palaisstrasse in Riga 1860-62. Die luth. Kirche zu Tschorna bei Dorpat;
Grundstein 5. V. 1877.
Inland 1851 S. 934; 1860 S. 452; 1863 S. 845. -- Rigasche Ztg. 1877
Nº 110. -- Dünaztg. 1892 Nº 167.
=Maddaus=, ~Johann Karl Ludwig~. Maler. Geb. 1820 in Hamburg; gest.
1878 in Riga, kam zu Beginn der vierziger Jahre nach Riga, wo er
sich mit Porträtmalen und Unterricht erteilen beschäftigte. Er wurde
Zeichenlehrer an der zweiten Rigaschen Kreisschule und bekleidete das
Amt bis zum 25. VII. 1877. Von seinen Porträts nennen wir: Das Portr.
des Schauspielers und Sängers am Rigaschen Theater Carl Günther in
der Rolle des fliegenden Holländers. 1843 auf d. Stein gez. -- Das
Portr. des Generalsuperintendenten v. Klot. Lith. fol. -- Portr. der
Gemahlin des Generals Karl v. Manderstjerna. Lith. fol. -- Portr. des
Oberpastors M. D. Taube in Riga 1851 mit Faksimile. Lith. fol.
Inland 1843 S. 400; 1852 S. 245; 1856 S. 437, 615. -- Rigasche
Stadtbl. 1842 S. 380. -- Neue Ztg. f. Stadt und Land 1877 Nº 188;
1878 Nº 186.
=Mäklenburg= (~Mäkelburg~) .... Miniatur- und Porträtmaler, hielt
sich in den zwanziger Jahren des 19. Jahrh. in Riga und Mitau auf,
wo er als Porträtmaler und Zeichenlehrer tätig war. Von ihm: Portr.
der Frau v. Manteuffel, geb. v. Hahn-Postenden. (Miniatur 1820). --
Portr. der Schauspielerin am Rigaschen Theater Friederike Feddersen,
geb. Lange (Miniatur 1821). -- Portr. des Rittmeisters der Rigaschen
blauen und grünen Bürgergarde Theodor Heinr. v. Schröder, 1821 (gest.
v. B. Dörbeck). -- Portr. des Schauspielers Fr. Wilh. Barlow als
van Dyck 1824. -- Portr. des Joh. Hermann Zigra, lith. -- Portr.
des Domschullehrers J. D. Sandt. (Stich v. 1824). -- Portr. des
Schauspielers Heinr. Aug. Porsch. (Auch in Lith. erschienen). --
Porträt des Malers Franz Burchard Dörbeck. Gest. v. B. Dörbeck.
Rigasche Stadtbl. 1821 S. 94; 1823 S. 319; 1824 S. 127. -- Inland
1836 S. 121.
=Maibach=, ~Karl Ludwig~. Landschaftsmaler. Geb. 20. September 1833
in Altenhof, Kirchspiel Haljal in Estland; gest. 1886 in Petersburg
war 1853-59 Schüler der Petersburger Akad., ging dann ins Ausland
und bereiste längere Zeit Deutschland, die Schweiz und Italien. In
Genf förderte ihn A. Calame, später François Diday. Durch Vermittlung
der Grossfürstin Helene Pawlowna wurde ihm seit 1866 eine jährliche
Unterstützung zuteil. Er siedelte nach München über, arbeitete hier
unter K. Millner und kehrte 1874 nach Petersburg zurück. 1876 akad.
Künstler. Mehrere seiner Arbeiten in baltischem Privatbesitz.
=Marquard=, ~Michael~. Bildhauer. Lebte zu Anfang des 18. Jahrh. in
Windau, wo er Gehilfe des herzogl. Bildhauers Nicolaus Söffrentz d. Ä.
gewesen zu sein scheint, dessen Tochter Anna Catrin er am 14. 2. 1701
heiratet.
W. Neumann, Der herzogl. kurl. Bildhauer Niclas Söffrentz. Rigasche
Stadtbl. 1895 Nº 8 und Sitzgsber. d. Gesellsch. f. Gesch. u.
Altertumskunde 1896 S. 149 ff.
=Martin=, ~Henry~. Dekorationsmaler, gebürtig aus Hannover. War,
nachdem er in Hannover, Koburg und München seine Studien gemacht hatte
und darauf in Hannover, Bayreuth und Berlin (Hofoper) tätig gewesen
war, von 1892-96 Dekorationsmaler am Rigaschen Stadttheater.
Dünaztg. 1892 Nº 143; 1894 Nº 15 und 267.
=Maydell=, ~Friedrich Ludwig v.~ Maler und Kupferstecher. Geb. 29.
November 1795 auf dem Gute Stenhusen in Estl.; gest. 6. September
1846 in Reval, wurde von 1804-1810 in Neuwied a. Rh. erzogen und trat
1812 als Fähnrich in die russisch-deutsche Legion. Er machte die
Befreiungskriege mit und nahm 1820 seinen Abschied, um auf Wunsch
seines Vaters die Universität Dorpat zum Studium der Jurisprudenz
zu beziehen. Neben seinen Studien begann er unter C. A. Senff sich
auch mit der Kunst zu beschäftigen. Schon nach zwei Jahren gab er
das Rechtsstudium auf, um sich im Auslande zum Künstler auszubilden.
Nach einjährigem Aufenthalte in Stuttgart zog er nach Rom, wo er zu
Overbeck, Cornelius, Schnorr, dem Architekten W. Stier und besonders
zu Ludw. Richter in freundschaftliche Beziehungen trat. 1827 kehrte
er nach Livland zurück und liess sich 1829 in Dorpat nieder. Durch
die Umstände gezwungen sah er sich genötigt auf allen möglichen
Kunstgebieten seine Kräfte zu versuchen: er illustrierte, malte, schuf
Bildhauerwerke und trieb in Metall. Ein besonderes Verdienst erwarb
er sich durch die Begründung eines Ateliers für den Holzschnitt: --
Von ihm: David als Hirtenknabe die Laute spielend. Federzeichn. --
Wanderer Rom erblickend. Orig. Rad. qu. fol. (Aus dem Nachlasse Ludw.
Richters auf der Kunst-Aukt. v. Zahn und Jaensch, Dresden 17. V. 1886).
-- Die Kirche Christi. -- Gleichnis vom verlorenen Sohn. Kupferst.
-- Illustrationen zum Hohen Liede Salamonis. In Holz geschnitten von
A. Gern, kl. fol. Die Orig. wurden auf Empfehlung des Dichters W.
Joukoffsky von der Kaiserin Alexandra erworben. -- Illustrationen
zum Märchen Zar Berendei von Joukoffsky -- Entwürfe zu Fresken für
das Palais der Grossfürstin Alexandra Nikolajewna nach der Erzählung
Joukoffskys von den zwölf schlafenden Jungfrauen, 1840. -- Illustration
zur „Zigeunerin“ von Puschkin. -- Zehn Illustrationen und 30 Initialen
zur Erzählung „Nal und Damajanti“ von Joukoffsky, 1843 vollendet.
-- Illustrationen zur Jungfrau von Orleans, 15 Blatt in Sepia für
die Uebersetzung von Joukoffsky. -- 19 Zeichnungen und 1 Titelbild
zu Joukoffskys Uebersetzung der Undine von Fouqué. Umrisstiche in
8^o. Petersburg 1837. -- Fünf Holzschnitte zu den Nordischen Sagen
von C. Russwurm, 1842. -- Umrisstiche zur livländischen Geschichte;
auf 50 Blätter angelegt, wovon jedoch nur 22 erschienen. 13
Kupferdruckplatten erhalten im Bes. der Gelehrt. estn. Gesellsch. --
Zwei Illustrationen zu Krylows Fabeln. Lithogr. -- Die nächtliche
Heerschau. Radierung zur Uebersetzung des Gedichts des Freiherrn v.
Zedlitz durch W. Joukoffsky. -- Christuskopf mit der Umschrift: Ich
bin der Weg usw. 4^o, Holzschnitt (Bes. Gelehrte estn. Gesellsch.). --
Das Universitätsgebäude und die Marienkirche in Dorpat. Holzschnitte.
Kalenderbeilagen für 1840 und 1841 (Nº 16-18 geschn. v. A. Gern). --
Umrisszeichnungen zur Sage von Wannemuine; desgl. zu Koit und Ämmerik
(Bes. Gel. estn. Gesellsch.). -- Entwürfe zum Altar der Olaikirche in
Reval. In Marmor und Bronze ausgeführt von Demut und Malinowsky in
Petersburg. -- Entwurf zu Kelch und Patene für die Laurentiuskirche
in Arensburg; ausgeführt von Goldschmied Nowack in Dorpat 1836. --
Entwurf zum Grabmal des Pastors Hörschelmann auf dem Kirchhofe zu Moik,
ausgeführt von J. G. Exner. -- Christus am Kreuz. Altargem. für die
Kirche zu Rujen in Livl. 1837. -- Christus die Schlange zertretend.
Altargem. für die Kirche zu Pölwe bei Werro, 1842. -- Christus am
Oelberge. Altargem. für die Kirche zu Saara bei Pernau, 1842. -- Der
auferstandene Christus. Altargem. für die Kirche zu Neuhausen bei Werro
(Nach M’s Tode vollendet von W. Krüger). -- Sieben Porträtbüsten,
davon die des Prof. Ewers in Marmor (Bes. Universitätsbibliothek,
Dorpat). -- Büste des Kupferstechers C. A. Senff. Terracotta in
Familienbesitz. -- In Silber getriebener Bibeleinband (Bes. Domkirche
in Reval). -- Maydell gab heraus: „Anweisung für die ersten Anfänger
im Schraffieren“. Verl. v. C. A. Kluge, Dorpat 1837 mit 80 Vorlagen
lithogr. von F. Schlater. -- Zeichenlehre nach dem natürlichen Gange
der Auffassung entwickelt für Anfänger und Kinder. 24 Vorlageblätter,
lithogr. von F. Schlater, 1841. 8^o.
W. Neumann in Rigasche Stadtbl. 1897 S. 32-35. -- Ders. Balt. Maler
und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 39-41.
=Mehlbart=, ~Harry Edmund Reinhold~. Architekt. Geb. 1. Juli 1864 in
Riga, absolvierte das Polytechnikum in Riga und liess sich darauf als
freipraktizierender Architekt daselbst nieder. Seit 1900 Rigascher
Baurevident. Seit 1906 Präses des Rigaschen Architektenvereins. Von
ihm sind ausgeführt: das Haus Bärenfeldt, gr. Bischofsstr. 8; Haus
Lee, Romanowstr. 29; Wohn- und Geschäftshaus Kause, kl. Jakobsstr.
3; Villa Minuth in Oger bei Riga; Haus Baron Mirbach, Ecke Romanow-
und Suworowstr.; Villa Koch, Glockenstr. auf Hagensberg; Villa Minuth
in Bilderlingshof am Rigaschen Strande; die luth. Kirche zu Smela im
Gouvern. Kiew; das Baptistenbethaus an der Matthäistr. in Riga; das
eigne Wohnhaus, Säulenstr. 18. Ferner von ihm die innere Ausstattung
des Konventsquartiers der Korporation Rubonia und der Rigaschen
Börsenbank.
Nach Autobiographie.
=Meinerts=, ~Christoph~. Baumeister, wird am 14. Februar 1735 als
Rigascher Stadtbau-, Kunst- und Strommeister vereidigt.
=Mester=, ~Alexander Christoph Samuel~. Landschaftsmaler. Geb. 1816
oder 1818 in Dorpat; gest. daselbst 1845, genoss den Unterricht des
Landschaftsmalers Aug. M. Hagen und bildete sich angeblich im Auslande
weiter. Er wurde von seinen Zeitgenossen als geschickter Aquarellist
gerühmt.
Inland 1839 S. 75; 1840 S. 427. -- Aus Dorpats vergangenen Tagen.
Biograph. Skizzen v. K. Krüger in der Petersburger Ztg. 1898 Nº
211-214. -- W. Neumann: Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 74.
=Mewes=, ~Karl Friedrich~. Zeichner. Geb. 1797 in Reval, gest. daselbst
1872, besuchte die Petersburger Akademie als freier Zuhörer und wurde
Schüler des Hofmalers O. Ignatius bis 1824. Er gründete 1825 in Reval
einen Kunsthandel und übernahm 1845 das Amt eines Zeichenlehrers
an der Kreisschule, seit 1855-1866 in gleicher Eigenschaft am
Gouvernementsgymnasium. Er gab heraus Vorlegeblätter zum Zeichnen für
den ersten Unterricht, 1849.
Inland 1847 S. 354; 1855 S. 368; 1860 S. 800. -- Revaler
wöchentliche Nachrichten 1825 S. 842; 1826 S. 217, 250, 380, 407
u. 483. -- Ztg. für Stadt und Land 1872 Nº 192 u. 204. -- G. v.
Hansen, Geschichtsblätter usw. Reval 1881.
=Meyer=, ~Cordt~. Maler des 17. Jahrh. in Riga, gest. nach 1702. Ihm
wurde im Jahre 1679 die Ausmalung der St. Petrikirche übertragen,
wo er u. a. die „Passions-Historien“ malen sollte. Am 17. Juli 1689
vereinbarte die Administration der Domkirche mit ihm eine grössere
Arbeit, die darin bestand, die 20 Gewölbe der Kirche, den Chor,
den Singechor usw. „nach dem vorgezeigten Abriss“ zu malen. Diese
Gewölbmalereien wurden 1815 übertüncht, bei den Restaurierungsarbeiten
im Jahre 1895 zum Teil wieder aufgedeckt und die Reste zeichnerisch
aufgenommen (Im Archiv des Dombaubureaus). Der von ihm in der Domkirche
erworbene Grabstein mit einer älteren gotischen Inschrift und einer
zweiten: Cordt Meier | und seinen erben | erptlich | anno 1698, liegt
seit 1893 im Westflügel des Domkreuzganges. M. war Ältermann des
Rigaschen Maleramts.
N. Busch im Rechenschaftsber. d. Dombauabteilung 1894/95 S. 29 ff.
u. S. 66 ff. -- Kirchengerichts-Protokolle d. St. Petrikirche vom
14. Mai 1723. W. Neumann: Das mittelalterliche Riga. Berlin 1892 S.
35.
=Meyer=, ~Kunz~. Maler. Geb. 3. Juli 1859 in Mitau als Sohn des
Redakteurs der St. Petersburger Zeitung erhielt seine künstlerische
Ausbildung in München unter Strähuber, Raab und W. Lindenschmit, hielt
sich 1885 und 1886 in Italien auf und unterstützte nach seiner Rückkehr
Lindenschmit bei der Ausmalung des Rathauses in Kaufbeuren. 1891/92
war er Mitarbeiter A. Fitgers in Bremen und Oldenburg. Er lebte bis
September 1908 in München; zurzeit in Amerika tätig. Von ihm ausser
einer Anzahl tüchtiger Genrebilder mehrere religiöse Malereien wie:
Judas Ischarioth (Abb. in „Kunst unserer Zeit“ und in W. Neumann: Balt.
Maler und Bildhauer des 19. Jahrh.; Illustr. Ztg. 1895). -- Madonna
mit Christus an der Schlosskirche zu Oberbronn. -- Altargemälde für
die Kirchen zu Dietfurth und Walddorf. M. lieferte Illustrationen zu
Paul Heyse’s: Villa Falconieri; Rich. Voss: La Madonna del divino
amore; Emil Erll’s: Liebesmärchen; M. Haushofer’s: Geschichten zwischen
Diesseits und Jenseits; Rud. Baumbach’s: Zlatarog; M. G. Zimmermann’s:
Tante Eulalias Romfahrt; Busse’s: Traum; G. Hoffmann’s: Bozener Märchen
und Ostseemärchen.
Das geistige Deutschland I S. 462/63. -- W. Neumann, Balt. Maler
und Bildh. des 19. Jahrh. S. 136-137.
=Michelson=, ~Michael Alexander~. Landschaftsmaler. Geb. 2. Juni
1815 in Riga; gest. daselbst 16. November 1899, erhielt den ersten
Unterricht von J. K. Baehr, der nach seinem ersten Besuche Italiens
1829 nach Riga zurückgekehrt war, besuchte bis Oktober 1837 die
Dresdner Akademie und liess sich darauf in Riga nieder. 1847
ernannte ihn die Petersburger Akademie zum akademischen Künstler. In
demselben Jahre übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers am Rigaschen
Gouvernementsgymnasium, das er bis zum Jahre 1891 bekleidete. Die
Mehrzahl seiner Arbeiten befindet sich in Privatbesitz. Ein Aquarell
von ihm, das Aatal, erschien in Farbendruck im Verlage von N. Kymmel,
Riga.
Rigasche Ztg. 1885 Nº 13; 1887 Nº 96. -- Dünaztg. 1891 Nº 189. --
Inland 1854 S. 27; 1861 S. 785. -- Rigasche Stadtbl. 1845 S. 312;
1855 S. 19; 1859 S. 143. -- Zur Gesch. d. Gouvernementsgymnasiums
in Riga S. 13.
=Michelson=, ~Nathanael~. Holzschneider. Geb. 27. Oktober 1848 in Riga;
gest. 1873 in Dresden durch Selbstmord, erlernte die Holzschneidekunst
in Mitau und trat 1872 in die Dresdner Akad., wo er 1873 Schüler des
Prof. Hugo Bürkner wurde.
=Michelssen=, M.... Holzschneider, arbeitete im Atelier des Malers
Ludwig v. Maydell. Er stellte 1842 zwei seiner Arbeiten in Riga aus.
=Minckeldé=, ~Karl Jakob Reinhold~. Maler und Zeichner. Geb. 1. Juli
1790 in Goldingen; gest. 18. April 1858 in Hasenpoth in Kurland, trat
1812 in die Universität Dorpat, wo er bis 1815 als stud. phil. Schüler
des Kupferstechers C. A. Senff war. 1817-22 war er Zeichenlehrer an
der St. Annenschule und an der Trinitatis-Töchterschule zu Mitau; von
1825-1848 Zeichenlehrer an der höheren Töchterschule daselbst. Von ihm:
Kurländische Ansichten, lithogr. von Fr. Krause: Altschwangen, Amboten,
Doblen (in zwei Ansichten), Ekau, Klein-Gramsden, Goldingen, Mitau,
Remten, Schwethof, Tuckum, Windau, Zabeln, Zennhof, Hoff zum Berge,
Mesothen, Elley, Talsen und Libau (Die ersten vier Blätter erschienen
1823 in Mitau).
Inland 1837 S. 170.
=Miram=, ~Lucie~ (s. Sänger, Lucie v.).
=Moeller=, ~Otto Friedrich Theodor v~. Historienmaler. Geb. 30. Mai
1812 in Kronstadt als Sohn des Marineministers Admiral O. v. M.; gest.
in Petersburg 21. Juli 1874, wurde 1817 dem Marinekorps zugeteilt,
trat 1829 als Fähnrich in das Semenowsche Garderegiment, avancierte
zum Adjutanten des Kommandierenden des Gardekorps und benutzte seine
freie Zeit zu Studien in der Kunstakad. 1830 machte er den polnischen
Feldzug mit und malte nach seiner Rückkehr sein erstes grösseres Bild
„die Schlacht bei Ostrolenko“, das vom Kaiser Nikolaus erworben wurde.
1835 nahm er seinen Abschied, trat in die Akad. und wurde Schüler des
damals gefeierten Brülow. 1839 zog er nach Rom, wo er 1840 das seinen
Ruf begründende Bild „der Kuss“ malte, wofür ihn die Akad., die ihm
bereits 13. I. 1840 die gr. gold. Med. zuerkannt hatte, zum Akademiker
ernannte und ausserdem noch durch ein besonderes Belobigungsschreiben
auszeichnete. Bei einem zweiten Besuche Italiens, 1847, trat er in
Rom zu Overbeck in nähere Beziehungen und unterwarf sich fast völlig
dessen Einfluss. Für sein Bild „Johannes predigt auf Patmos den
Bacchusdienern“ erhielt er 1857 den Professorrang, eine Geldbelohnung
von 10,000 Rbl. und den Wladimirorden. 1856 erwarb er das Gut Sall
auf der Insel Ösel, wo sich eine umfangreiche Sammlung seiner Bilder,
Studien und Skizzen befindet. Von seinen Gemälden nennen wir: Alceste
führt Herkules aus dem Schattenreich, 1835. -- Familienporträt, 1837.
-- Portr. der Frau Murawjew und ihrer Kinder. -- Der Kuss, 1840 in
Rom gem. (Erworb. v. Kaiser Nikolaus I., gestoch. von Simon Sacharow,
1843). -- Die Nixe, nach der Ballade v. Puschkin „der Eremit“, 1841.
Vom Künstler dem akad. Mus. in Petersburg geschenkt. -- Die Braut
mit dem Ring. -- Tatjana einen Brief an Onegin sendend, nach der
Dichtung von Puschkin (Erworb. von der Kaiserin Alexandra). -- Das für
die kranke Mutter betende Kind (Erworb. von derselben). -- Die drei
Mädchen. -- Johannes predigt auf Patmos den Bacchusdienern, 1855 in Rom
vollend. (Im Museum Alexanders III in Petersburg). -- Die Aussetzung
Mosis 1862. -- Die Vision des Alexander Newsky vor der Schlacht an der
Newa. -- Die Gesandtschaft des Papstes Innocenz an Alexander Newsky
(Für die Erlöserkirche in Moskau). -- Alexander Newsky in der Schlacht
an der Newa gegen die Schweden, 1864/65 gem. für den Alexandersaal
im Kreml zu Moskau. -- Judith, gem. 1870. -- Die Kreuzigung Christi.
Altargem. für die Kirche zu Wendau in Livl., 1871 gem. -- Die
Kreuztragung, nach dem Karton v. Brülow gem. für die Isaakskirche in
Petersburg. (Im Museum Alexanders III. in Petersburg).
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. des 19. Jahrh. S. 59-61.
-- „Wanderungen durch Oesels Vergangenheit u. Gegenwart“ im
Arensburger Wochenblatt 1876 Nº 76.
=Moeller=, ~Reinhold v.~ Maler. Geb. 30. März 1847 zu Sommerpahlen
in Livl., studierte anfänglich an der Universität Dorpat, dann von
1867-70 in München Zoologie, wandte sich dann aber der Kunst zu. Er
besuchte bis 1875 die Münchener Akad., wo er Schüler von Straehuber
und Wagner war. Bis 1880 arbeitete er unter Prof. Baisch, unternahm
dann grosse Reisen, die ihn nach Algier, Griechenland, Palästina,
England und Holland führten und liess sich 1892 in Dorpat nieder. Von
ihm: Landschaft mit Weiden bei Abendbeleuchtung. -- Landschaft bei
heranziehendem Gewitter. -- Küste bei Dover. -- Strand bei Katwyk,
Holland. -- Am Kanal, Motiv aus Holland. (Bes. Stadtgal. Riga). --
Heringsschiffe in der Brandung. (Abb. im Universum XIII. und Daheim
1888). -- Sturm am Strande von Mereküll in Estl. -- Frühlingsmorgen am
Chiemsee. -- Sturm, Motiv bei Jaffa. -- Die grosse Sphinx von Gizeh bei
Kairo.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 159-161.
=Mös=, Miniaturmaler, lebte von 1770-1776 in Riga.
Rigasche Anzeigen 1777 v. 2. Januar S. 6.
=Mohrenschildt=, ~Hugo Oskar v.~ Maler. Geb. 8. Juli 1818 im Kirchspiel
St. Matthäi, als Sohn des Kreisgerichtsassessors Gideon Reinhold von
M.; gest. 24. Dezember 1899 in Rom, besuchte die Petersburger Akademie
als freier Zuhörer und wurde 10. XI. 1860 für eine Landschaft „aus den
Sabinerbergen“ zum freien Künstler ernannt. Er liess sich in Rom nieder.
Inland 1857 S. 19 und 315.
=Mohrenschildt=, ~Robert Wilhelm~. Maler. Geb. 1792, Sohn des Joh.
Heinr. v. M. auf Jöggis und Hattoküll; gest. 9. Dezember 1849, bildete
sich ebenfalls zum Maler aus.
=Mohrenschildt=, ~Woldemar Andreas Konstantin~. Maler. Geb. 3.
Juni (Juli ?) 1823 als Sohn des Berend Aug. v. M., studierte
Ingenieurwissenschaften an der Hauptingenieurschule in Petersburg,
wurde 1846 Ingenieur-Leutnant, besuchte darauf die Petersburger
Kunstakad. als freier Zuhörer und wurde am 25. IX. 1850 für sein Bild
„Antiochus von Syrien auf dem Krankenbette“ mit der gr. silb. Med.
ausgezeichnet. 1854 wurde ihm für eine Verkündigung der Hirten die
gold. Med. zuteil. Er ging dann nach Rom, trat hier zum Katholizismus
über und lebte später in der Nähe von Lindau am Bodensee. Ausser den
genannten Bildern sind von ihm bekannt geworden: Der Tod des heil.
Sebastian, 1851. -- Noah segnet Sem und Japhet, Skizze 1852. -- Portr.
eines Herrn von Löwenstern 1853. -- Kosma Minin und die Nishegorodsker
Bürger bitten den kranken Fürsten Posharski die Führung des Heeres zur
Vertreibung des Feindes zu übernehmen, Skizze 1854. -- Pilgerinnen
(Bes. M. Baron Stackelberg, Dorpat).
=Moritz=, ~Friedrich~. Maler. Geb. 25. Juni 1866 in Jewe in Estl.,
studierte 1885/86 Physik an der Dorpater Universität, besuchte seit
1887 die Akad. in Petersburg, ging 1890 nach Düsseldorf, wo er unter
Prof. Arthur Kampf arbeitete und dann nach München, wo Prof. K. Marr
sein Lehrer wurde. Nach einer Studienreise durch Italien und Frankreich
liess er sich in Petersburg nieder, siedelte aber 1896 nach Riga über,
wo er 1897 das Amt eines Lehrers für Freihandzeichnen am Polytechnikum
übernahm. Seit 1905 in Berlin ansässig. M. ist hauptsächlich als
Porträtmaler tätig.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. d. 19. Jahrh. S. 140-141.
=Mühe=, ~Heinr. August Theodor~. Maler u. Lithograph. Geb. 1794 in
Braunschweig; gest. im Februar 1845 in Riga, kam um 1820 nach Riga,
begründete hier eine lithographische Anstalt und übernahm 1830 das Amt
eines Zeichenlehrers an der Lutherschule. Von ihm sind mehrere lithogr.
Arbeiten bekannt.
Rigasche Stadtblätter 1825, 21. Juli; 1830 S. 299; 1841 S. 304;
1844 S. 23, 84; 1845 S. 47.
=Müller=, (~gen. Müller von Riga~) ~Johann Jakob~. Landschaftsmaler.
Geb. 7. März 1765 in Riga; gest. 21. September 1831 in Stuttgart,
studierte in Jena, Göttingen und Erlangen Theologie, gab aber 1790,
obgleich er bereits zum Pastor ordiniert worden war, den Beruf auf und
wandte sich der Malerei unter der Leitung Chr. Klengels zu. Mit diesem
ging er nach Rom und blieb dort bis 1797, wo er sich namentlich nach
Claude Lorrain bildete. Er kehrte nach Deutschland zurück und liess
sich in Stuttgart nieder, wurde hier Lehrer an der Kunstschule und
am Gymnasium, ging mit einer Unterstützung des Kaisers Alexanders I.
nochmals nach Italien und wurde Hofmaler des Königs von Würtemberg.
Sein künstlerischer Nachlass kam in die Hände des Bildhauers Wilh.
Braun. Von ihm: Die Grotte des Neptun bei Tivoli; in Rom gem. --
Sorrent (Bes. Königl. Gemäldegal. Stuttgart). -- Die Ruinen Pompejis
mit Aussicht auf den Vesuv und die Insel Ischia. (Kam in den Bes. d.
Königs Ludwig I. v. Baiern). -- Abendlandschaft. Gegend v. Salerno.
(Bes. Königl. Gemäldegal. Stuttgart). -- Das Lauterbrunner Tal. --
Via mala. -- Der Reichenbachfall in der Schweiz (Nach dem Tode des
Künstlers von Dörr in Heilbronn vollendet). -- Bildnisse des Vaters
und der Mutter des Künstlers, sowie ein Selbstportr. im Bes. seiner
Grossnichte Frau Pauline Zinserling, geb. Müller, Riga. Einige seiner
Bilder kamen in Kaiserl. Bes. nach Petersburg, andere befinden sich in
dem Königl. Bairischen Schlosse zu Tegernsee.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 15-17.
=Müller=, ~Johann Julius~. Rigascher Porträtmaler in der ersten Hälfte
des 18. Jahrh. Für das Rathaus zu Riga malte er das Bild des Königs
Karls XII. von Schweden. 1726 wird ihm der Auftrag zuteil die Porträts
des Kaisers Peter I. und das der Kaiserin Katharina I. zu malen.
Wegen einiger Kostümschwierigkeiten beim Bilde der Kaiserin soll beim
Gouverneur Repnin angefragt werden. Ein Frauenporträt (Frau des 1748
verstorbenen Goldschmiedes Christopher Dey in Riga) im Besitz des
städt. Museums in Riga könnte ihm zugeschrieben werden.
A. Buchholtz. Mitteilungen aus d. livl. Gesch. XV. S. 196.
=Müller=, ~Jakob Benjamin~. Theatermaler. Geb. 1719 in Dresden, war
Schüler von J. B. Grone und bildete sich auf verschiedenen Reisen
weiter. Er wurde nach Petersburg berufen und hier von Baron Vietinghof,
dem Begründer des Rigaschen Theaters für Riga gewonnen, wo er nach
kurzer Zeit starb. Von ihm einige Federzeichnungen in dem Album des J.
J. Voss im städt. Museum zu Riga und in dem v. Offenbergschen Album im
Mitauer Museum.
=Müller=, ~Johann Jakob~. Porträt- und Miniaturmaler, lebte zu Ende
des 18. Jahrh. in Riga (auf Klüversholm); er malte Porträts in Oel und
Aquarell, gab Unterricht im Zeichnen und malte auch Miniaturen für
Dosen, Bracelets usw.
Rigasche Anzeigen 1794 S. 213.
=Müller=, ~Karl Theodor~. Architekt. Geb. 30. Dezember 1817 in Reval;
gest. 14. November 1891 in Petersburg, wurde Schüler der Petersburger
Akademie, erwarb sich die üblichen Schülermedaillen und wurde 1863
Akademiker.
=Munck=, ~Bartholomäus~, Porträtmaler, wurde 1772 Meister des Rigaschen
Maleramts und lebte noch zu Anfang des 19. Jahrh. in Riga. Von ihm: Das
Portr. des Dr. Gottl. Schlegel, Rektors der Domschule zu Riga, gem.
1763. -- Das Portr. des Dr. med. Ambrosius Bergmann, gem. 1767 (beide
im Dom-Museum zu Riga). -- Das Portr. des Grafen George Brown, gem.
1788; gestoch. v. Joh. Em. Mansfeld in Wien. -- Das Portr. des Heinr.
Berend v. Rautenfeld, gem. 1772. -- Portr. der Katharina Hedw. v.
Kryger, gem. 1775. -- Portr. des Franz Wilh. Christ. v. der Recke auf
Neuenburg und dessen Gemahlin (um 1805).
=Murrer=, ~Franziskus~. Arzt und Ingenieur. Geb. 12. April 1609 zu
Neumarkt in der Oberpfalz; gest. 1681 in Riga, studierte Medizin und
schloss sich 1633 der Gesandtschaft an, die Herzog Friedrich III. von
Holstein-Gottorp unter der Führung des Gelehrten Adam Olearius nach
Persien schickte. 1640 kam er nach Riga, wo er anfänglich als Arzt
lebte, später auf Zureden seines Schwiegervaters, des schwedischen
General-Quartiermeisters v. Rodenberg, sich der Baukunst widmete.
Eine Professur an der Dorpater Universität lehnte er ab, ebenso eine
Berufung in den Staatsdienst nach Ingermannland, dagegen beschäftigte
er sich mit dem Fortifikationswesen und übernahm 1649 auf Anerbieten
des Rigaschen Rats das Amt eines Stadtingenieurs. Von ihm stammt der
grossartige Entwurf zur Befestigung Rigas vom Jahre 1650. Das Original
im Bes. des städtischen Feldmessamts.
Rigasche Ztg. 1879 Nº 32: Ein rigascher Stadtingenieur des
17. Jahrh. von Alex. Buchholtz. Darnach in W. Neumann, Das
mittelalterliche Riga S. 9, Anm. 14.
N
=Napiersky=, ~Gottfried Jakob Ferdinand~. Maler. Geb. 17. September
1790 in Riga; gest. daselbst 7. August 1828, besuchte die Akademien in
Berlin und Dresden, machte die Befreiungskriege in der Hanseatischen
Legion mit und kehrte 1814 nach Riga zurück. Von ihm: Bauernszenen
(Aquar.). -- Synagoge (Aquar.) Städt. Museum Riga. -- Portr. des
Kunsttischlers und Holzbildhauers Aug. Gotth. Heubel und dessen Gattin.
Miniaturen (Bes. Frau Julie Heubel, Dorpat).
Rigasche Stadtbl. 1815 S. 353 ff.
=Neff=, ~Karl Timoleon v.~ Porträt- und Historienmaler. Geb. 2.
Oktober 1805 auf dem Gute Mödders in Estl.; gest. 24. Dezember 1876
in Petersburg, kam im September 1824 bereits mit tüchtiger Vorbildung
auf die Dresdner Akad., ging aber nach kurzem Aufenthalt nach Rom
und war 1827 wieder in Petersburg, wo er sich, obwohl widerwillig,
mit Porträtieren beschäftigen musste. Seine Bildnisse begründeten
seinen Ruf. Für mehrere Porträts von Mitgliedern der Kaiserl. Familie
wurde er 1831 zum Hofmaler ernannt mit einem jährlichen Gehalt von
3000 Rbl. 1835 ging er zum zweitenmal nach Rom und blieb dort bis
Mitte 1837. Nach Petersburg zurückgekehrt wurde er mit Aufträgen
fast überschüttet. 1839 ernannte ihn die Akad. für ein Bild in der
kleinen Kirche des Winterpalastes zum Akademiker. Von einer dritten
Romfahrt wurde er 1843 zurückberufen, um die malerische Ausstattung
der Isaakskirche zu übernehmen. Die Ausführung der Arbeiten begann
nach zweijährigen Vorstudien. 1849 wurde er zum Professor ernannt und
1855 als Lehrer an die Akad. berufen; 1864 wurde ihm das Amt eines
Konservators der Eremitage übertragen. Bis zu seiner Berufung als
Lehrer lebte er grösstenteils auf seinem Gute Piera bei Wesenberg.
1861 kaufte er auch das Gut Mönkenhof in Estl., wo er sich ein
schlossartiges Gebäude errichtete, das er, wie das Wohnhaus zu Piera,
mit Kunstschätzen aller Art, grösstenteils mit eigenhändigen Kopien
nach italienischen Renaissancemeistern und mit Skulpturen schmückte.
Von seinen Hauptwerken nennen wir: Das Bildnis der Kaiserin Alexandra
Feodorowna, geb. Prinzessin Charlotte v. Preussen. (Im Schloss Berlin).
-- Der Engel der Auferstehung. Gest. in Aquatinta v. J. C. Manigaud.
Oval. Roy. fol. (Bes. M. v. Grünwaldt). -- Pendant zum Engel des
Gebets mit Rauchfass und Kerze. Gest. von dems. (Im Kaiserl. Bes.).
-- Der Engel des Todes (Im Kaiserl. Bes.). -- Christus, Maria und die
vier Evangelisten für die Kirche des Semenowschen Leibgarderegiments,
1842. -- Bilder russischer Heiliger auf Goldgrund an der Ikonostasis
der russ. Kapelle zu Wiesbaden, 1855. -- Neapolitanische Wäscherinnen
in einer Grotte. -- Junges Mädchen in einer Grotte (Im Mus. Kaisers
Alexander III. Petersburg). -- Italienerin auf einem Balkon. (Im Mus.
zu Moskau). -- Die Heiligenbilder am unteren Teile der Ikonostasis in
der Isaakskirche zu Petersburg, neuerdings nach diesen Gemälden im
Mosaik ausgeführt. -- Die Erhöhung des Kreuzes; Christus im Grabe.
(Einzelbilder in der Isaakskirche in Petersburg; später in Mosaik
ausgeführt). -- Christus die Kinder segnend; St. Maria. (In der Kirche
der Akad. zu Petersburg). -- Die 33 Gemälde der Ikonostasis der griech.
Kapelle zu Nizza. -- Die Gemälde der Ikonostasis der griech. Kapelle
der Herzogin v. Edinburgh in London. -- Die 31 Gemälde der Ikonostasis
der Erlöserkirche zu Moskau.
M. v. Grünwaldt (Tochter der Künstlers), Skizzen u. Bilder aus
dem Leben Carl Timoleons v. Neff. Als Manusk. gedr. Darmstadt
1887. -- Th. Bulgarin, der Maler Neff u. seine Arbeiten in der
Isaakskathedrale in Petersburg. -- W. Neumann, Baltische Maler und
Bildhauer des 19. Jahrh. S. 56-59.
=Neubuhr= (~Niebur~), ~Paul~. Maler, begraben d. 26. September 1662,
stand in Diensten des Herzogs Jakob v. Kurland und wird im Kirchenbuche
der Trinitatiskirche zu Mitau als „Mahler Ihrer Fürstl. Durchlaucht“
bezeichnet.
(J. Döring.)
=Neuburger=, ~Karl David~. Baumeister. Geb. 1844 zu Siegen in
Westfalen; gest. 12. Mai 1897 in Riga, absolvierte die Bauschule seiner
Heimatstadt, arbeitete dann in Berlin unter dem Architekten Dietze und
kam 1864 nach Riga als Gehilfe in das Bureau des Stadtarchitekten J. D.
Felsko, nach dessen Rücktritt vom Amte er sich mit der Ausführung von
Privatbauten beschäftigte. Nach seinen Plänen sind in Riga erbaut: das
Geschäftshaus von O. Jaksch an der Schaalstr. (1901/2 neu erbaut von
K. Felsko); das Wohnhaus O. Jaksch am Todlebenboulevard; das Kaufhaus
Schmidt am Rathausplatz; das Wohnhaus Stritzky an der Nikolaistr.; das
städtische Waisenhaus (preisgekrönter Entwurf in Gemeinschaft mit K.
Felsko); die Kirchhofskapelle auf den vereinigten Friedhöfen in Riga;
das Pfarrgebäude der Domkirche.
=Neuhausen=, ~Johann Dietrich~. Bildhauer in Dorpat zu Ende des 17.
Jahrhunderts.
F. K. Gadebusch, Livl. Jahrbücher III, 3, S. 684.
=Neumann=, ~Anna Benigna~, geb. ~Vahrenhorst~, Gemahlin des
Bürgermeisters N. in Libau, stammte aus einer angesehenen libauschen
Familie und starb im Juni 1807 in Dresden. Sie hatte ihre Ausbildung in
Dresden empfangen und kopierte viel in der dortigen Galerie. Einzelne
ihrer Arbeiten kamen in den Bes. des Mitauer Mus. (Magdalene nach
Battoni, Ecce homo nach G. Reni, Christuskopf nach A. Carracci). Auch
zwei ihrer Landschaften werden in zeitgenössischen Nachrichten erwähnt:
Meeresufer bei Mondbeleuchtung und Tells Kapelle bei Morgenbeleuchtung.
Gedicht von Schlippenbach in den mitauschen wöchentlichen
Unterhaltungen 1807 Bd. 6. S. 128. -- Allgem. deutsche Ztg. für
Russland 1819 Nº 145. (J. Döring.)
=Neumann=, ~Heinrich Benjamin~. Maler und Bildhauer. Geb. um 1734,
lebte als „kunsterfahrener Kunstmaler und Bildhauer“ in Goldingen; wird
1798/99 in den Revisionslisten für Kurland unter den verzeichneten
Exemten aufgeführt und als 64 Jahr alt bezeichnet.
Kirchenbuch der Trinitatiskirche in Mitau. -- Goldingensches
Stammbuch (Tagesanzeiger für Libau 1889, Nº 289 J. Döring). --
Revisionslisten für Kurland (Kopie in der Bibliothek der Gesellsch.
für Gesch. und Altertumskunde N. Busch).
=Neumann=, ~Johann Samuel~. Porträtmaler in Riga. Geb. 1800; gest. 20.
Mai 1831 an der Cholera.
Rigasche Stadtbl. 1831 S. 179.
=Niländer=, ~Konstantin~. Maler. Geb. 27. Februar 1848 in Waetz bei
Wesenberg, Schüler der Münchener Akademie; besuchte Frankreich und
Italien und ist z. Z. als Zeichenlehrer in Riga tätig.
O
=Oechs=, ~Joseph Dominikus~. Porträt- und Miniaturmaler. Geb. 11. März
1775 zu Erbach bei Ehnigen in Würtemberg; gest. 13. Februar 1836 in
Mitau, wurde 1788 Schüler seines älteren Bruders Anton in Regensburg
und seit 1795 Schüler des Porzellanmalers Karl Frost in Nürnberg; er
beschäftigte sich ausserdem mit Porträtieren en miniature und konnte
mit dem Erlös aus diesen Arbeiten 1798 eine Reise zu seiner weiteren
Ausbildung bestreiten. Nach einem Aufenthalte in Bamberg, Arnstadt
und in Erfurt, wo der Maler Bollermann sich seiner annahm, kam er
1803 nach Dresden und arbeitete unter Klengel. 1804 folgte er der
Aufforderung des Barons v. Kleist nach Kurland zu kommen und liess
sich in Mitau nieder. Um sich in der Blumenmalerei zu vervollkommnen,
wurde er 1808 Schüler von K. A. Senff in Dorpat und ging dann nach
Petersburg, kam aber schon Ende 1809 nach Mitau zurück, wo er sich
neben Porträtmalen mit Unterrichterteilen beschäftigte. 1824 nahm er
das Amt eines Zeichenlehrers am Gymnasium in Mitau an. Von ihm: Karl I.
von England nach dem Lely’schen Bilde in der Dresdner Gal., gem. 1803
(Bes. Mus. Mitau). -- Kopf eines Alten nach Nogari, in der Dresdner
Gal., 1803 (Bes. Mus. Mitau). -- Portr. der Prinzessin Dorothea von
Kurland (Miniat.). -- Portr. des Grafen Otto v. Stackelberg (Miniat.).
-- Portr. des Staatsrats Piattoli (Min.). -- Monument mit dem
Medaillonportr. des 1800 gestorbenen Georg Chr. v. Kleist; gest. von
Wachsmann, Berlin 4^o. -- Portr. des Grafen Medem und dessen Gemahlin.
-- „Eulenböck“ nach J. L. Tiecks Novelle „die Gemälde“ (1847 v. dem
Kammerherrn v. Simolin auf Gross-Dselden erworben). -- Lachende Kinder.
Min. 1810 (Bes. Mus. Mitau). -- Portr. des Staatsrats J. Fr. v. Recke,
1822. Kniest. (Bes. Mus. Mitau). -- Portr. des Predigers Prof. K. W.
Kruse in Mitau, 1823. Kniest. (Bes. Mus. Mitau), lith. v. F. Schabert,
Mitau. -- Die Heilung des Blindgeborenen, Altargem. für die Kirche zu
Kreuzburg, 1829. Die Farbenskizze, 1828 datiert, befand sich 1853 im
Bes. des Hn. Alex. Malzewsky in Mitau. -- Sechszehn kleine Bildnisse
der kurländischen Herzöge und deren Gemahlinnen. Kopien nach älteren
Bildern u. Stichen; inbezug auf Aehnlichkeit nicht zuverlässig (Bes.
Mus. Mitau). -- Der trinkende Schäfer nach Michiel Sweerts; Orig. in
der Gal. Brederlo, Riga. -- Männliches Bildnis. -- Bettlerfamilie.
-- Bildnis der Königin Maria di Medici, nach dem Dresdner Bilde. --
Lachendes Mädchen nach Ch. Hutin, nach dem Orig. der Dresdner Gal. --
Bildnis des Malers Raphael Mengs nach dessen Selbstportr. (Pastell) in
der Dresdner Gal. -- Die beiden Söhne Rubens nach dem Dresdner Bilde
(Miniaturen). -- König Salomo (Bes. Baron Lüdinghausen-Wolff,
Jungfernhof). -- Männliches u. weibliches Bildnis (Bes. Baron E. v. der
Brüggen). -- Porträt des Malers Anton Graff, nach dem Dresdner Orig.
(Miniat. in Rigaschem Privatbes.). -- Portr. des Prof. Groschke und
dessen Gemahlin (Bes. Baronin Haaren, Duhren). -- Vier Familienportr.
Pastelle (Bes. Baronin Bistram, Meschneeken). -- Portr. des J. M.
Peters-Steffenhagen (Bes. Heinr. Schaack-Steffenhagen). -- Zwei Portr.
der Gattin des Künstlers. Selbstportr. (Bes. Frl. Doris Oechs, Mitau).
-- Zwei Kopien nach v. Dyck (Bes. Fr. Schiemann, Mitau). -- Portr. des
Aeltermannes gr. Gilde Georg Konrad Wiggert, 1818; lith. von T. H.
Rickmann 1832. -- Miniaturbild der Katharina Julie Pflugradt, als Braut
des Aeltesten gr. Gilde Dav. Pohrt, gem. 1796. -- Portr. des Direktors
am hist. Mus. in Dresden Joh. Konst. Kraukling. -- Interessante
Skizzenbücher von Oechs befanden sich um 1895 im Bes. der Familie des
Stadtsekretärs Friedenthal in Mitau.
Archiv für christl. Kunst. Organ des Rottenburger Diözesan-Vereins
etc. 1893 S. 86. -- Inland 1844 S. 475.
=Oettinger=, ~Johann Friedrich v.~ Ingenieur und Architekt, stand als
Ingenieur-Oberstleutnant in russischen Diensten und wurde 1749 vom Rat
der Stadt Riga mit dem Bau des neuen Rathauses betraut (beg. 26. Mai
1750, voll. 11. Oktober 1765). Von ihm auch der Bau des Wohnhauses des
Joh. Heinr. Hollander (jetzt Kamarin) an der Ecke der Herrenstrasse und
des Rathausplatzes.
=Osten-Sacken=, ~August Friedrich Heinrich von der~. Porträtmaler. Geb.
auf der Insel Oesel, besuchte von 1837-1841 die Dresdner Akademie,
lebte dann in Petersburg, später auf Oesel. Viele seiner Porträts auf
Oeselschen Landgütern.
P
=Panck=, ~Johann Ernst v.~ Dr. med. Geschickter Dilettant. Geb. 27.
März 1805; gest. 5. Oktober 1891 in Dorpat, studierte Medizin in seiner
Vaterstadt und beschäftigte sich in seinen Mussestunden mit Zeichnen
und Silhouettenschneiden, worin er es zu besonderer Geschicklichkeit
brachte. Die Gelehrte estnische Gesellschaft besitzt von ihm eine
grosse Anzahl seiner Silhouetten aus der Zeit von 1850-69. Auch in der
Nachbildung von Früchten in Wachs zeigte er ein seltenes Talent.
=Pape=, ~Wilhelm Georg~. Maler und Zeichner. Geb. 12. Januar 1806
in Riga; gest. 3. Dezember 1875 in Petersburg, wurde Schüler
des Kupferstechers K. A. Senff in Dorpat, besuchte dann die
Akademie in Petersburg und arbeitete lange Zeit als Zeichner für
naturgeschichtliche Gegenstände an der Akademie der Wissenschaften
daselbst, gab auch Unterricht an der Petrischule. 14. X. 1833 erteilte
ihm die Akademie den Rang eines freien Künstlers. Mehrere seiner
Arbeiten im Besitz des Rigaschen Naturforschervereins. Ein sauber
ausgeführtes Tierbild, weidende Schafe, und ein Angler, im städt.
Museum zu Riga.
Rigaer Stadtbl. 1832 S. 16. -- W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh.
des 19. Jahrh. S. 112 u. 175.
=Passer=, ~Arent~ (~Arnolt~). Bildhauer, lebte im letzten Viertel des
16. Jahrh. in Reval. Auf Befehl des Königs Johann III. von Schweden
führte er um 1590 das prachtvolle Grabdenkmal des schwedischen
Feldherrn Pontus de la Gardie und dessen Gemahlin Sophia Gyllenhelm im
Dom zu Reval aus.
Historiskt Bibliotek, utgiffet af Carl Silverstolpe II S. 207. --
Nottbeck und Neumann, Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval II
S. 43 u. 118.
=Paterson= (~Padderson~, ~Pattersen~), ~Benjamin~. Maler. Geb. zu
Warland in Schweden 1751, ist seit 1784 in Riga nachweisbar und wird
1842 als verstorben bezeichnet. Von ihm: Russisches Zweigespann mit
Schlitten. Tuschzeichnung in einem Sammelbande v. Joh. Jak. Voss,
städt. Museum zu Riga.
=Pehkschen=, ~Konstantin~. Architekt. Geb. 24. Februar 1859 in Riga.
Schüler des Rigaschen Polytechnikums, in Riga ansässig, hat besonders
auf dem Gebiete des Wohnhausbaues eine umfangreiche Tätigkeit entfaltet.
=Peterson= .... Bildhauer, aus Braunschweig gebürtig; gest. 1778
in Mitau, wurde um 1770 in Mitau als Hofbildhauer angestellt. Von ihm
befand sich 1778 eine Marmorbüste des Majors Fink v. Finkenstein im
Saale der Freimaurergesellsch. zu Mitau.
Joh. Bernouillis Reisen III S. 242.
=Peterson=, ~Matthias~. Maler. Geb. 16. Januar 1636 in Schleswig; gest
11. Dezember 1714 in Kandau, diente anfänglich in der schwedischen
Armee und wurde dann Schüler des Porträtmalers Reiter in Libau. Er
soll ein beliebter Porträtmaler gewesen sein und durch seine Kunst ein
ansehnliches Vermögen erworben haben.
Handschrifl. Biographie, verfasst v. seinem Sohne Matthias P.
(1711-1723 Pastor in Irben in Kurland) im Museum zu Mitau. (J.
Döring).
=Petersson=, ~Karl Leonhard~. Maler. Geb. 16. Juli 1836 in Wenden; gest
20. Januar 1908 in Petersburg. Er war 1847 und 1848 Schüler des Malers
K. Schultz in Riga und besuchte dann die Petersburger Akademie als
freier Zuhörer. Seit 1872-1899 Zeichenlehrer an der Katharinenschule in
Petersburg.
Inland 1857 S. 315. -- Rigasche Ztg. 1868 Nº 298. -- Revaler
Beobachter v. 23. Jan. 1908.
=Pezold=, ~August Georg Wilhelm~. Maler. Geb. 25. Juli 1794 in
Wesenberg; gest. 28. Februar 1859 in Petersburg, erhielt nach dem
frühen Tode seines Vaters seine Erziehung im gräflich Rehbinderschen
Hause in Uddrich, studierte von 1812-14 an der Universität Dorpat
Medizin, dann Humanoria und Historie und wandte sich schliesslich der
Kunst zu. 1814 zog er mit Otto Ignatius nach Deutschland, besuchte
die Akademien zu Berlin und Wien und ging 1817 nach Rom. Nach einem
Aufenthalte in Paris und London kehrte er 1821 in die Heimat zurück,
siedelte aber 1825 nach Petersburg über. Da er auch hier wenig ihm
zusagende Beschäftigung fand, kehrte er in die Heimat zurück, lebte
abwechselnd in Riga, Wenden, Fellin und Dorpat, zog dann aber aufs neue
nach Petersburg, wo er als Zeichenlehrer an höheren Bildungsanstalten,
wie am pädagogischen Hauptinstitut, der Universität und am
Marineinstitut mit Erfolg gewirkt hat. Von ihm eine grosse Anzahl
Bildnisse und viele, grösstenteils in Aquarell ausgeführte Studien aus
dem estnischen Volksleben. Solche namentlich im Dommuseum zu Riga.
Mehrere seiner Handzeichnungen im städt. Museum zu Riga.
Baltische Monatsschr. Bd. 36 und 37: Aus den Wandertagen dreier
estländischer Maler. -- W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19.
Jahrh. S. 26-27.
=Pezold=, ~Leopold v~. Geb. 6. Juli 1832 in Fellin als Sohn des
Vorigen; gest. 9/22. April 1907 in Karlsruhe. Er studierte von 1851-56
Theologie u. Geschichte an der Universität Dorpat, lebte bis 1858
als Hauslehrer in Reval und ging dann, um sich der Kunst zu widmen,
nach Karlsruhe, von dort nach Düsseldorf und 1860 nach Italien.
Nach Reval zurückgekehrt beschäftigte er sich neben der Malerei mit
Schriftstellerei, übernahm vorübergehend die Redaktion der Revalschen
Zeitung, folgte 1871 einem Rufe nach Riga zur Übernahme der Redaktion
der Rigaschen Zeitung, legte aber 1879 das Amt nieder, um sich nach
Karlsruhe zurückzuziehen, wo er als Lehrer der Kunstgeschichte und
Kostümkunde an mehreren Kunstanstalten wirkte und auch literärisch
tätig war. Von seinen Arbeiten heben wir hervor: Hausgottesdienst in
Estland, gem. 1863. (Bes. Museum Reval). - Der Maigraf. Szene aus
einem mittelalterlichen Revaler Volksfest, gem. 1869. (Bes. grosse
Gilde, Reval). -- Wie des Winters Leid vertrieben wird. Fries in leicht
kolorier. Bleistiftzeichnung im Weinkeller „das süsse Loch“ im Hause
der gross. Gilde in Reval. -- Schlacht der Schwertritter unter Konrad
v. Meyendorpe gegen die Littauer, 1205. (Bes. Baron Meyendorff-Ocht).
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. d. 19. Jahrh. S. 122-124.
=Pfandzelt=, ~Lukas Konrad~. Maler. Geb. 1716 in Ulm; gest. 1786 in
Petersburg, erlernte bei verschiedenen deutschen Meistern die Malerei.
Kam 1739 nach Reval, ging dann nach Petersburg, wo er in Kaiserliche
Dienste trat und vielfach als Bilderrestaurator tätig war. Von ihm: Das
Portr. des Admirals Peter v. Sivers (1674-1740), 1755 nach dem Tode des
Admirals gem. (Bes. F. v. Sivers, Euseküll). -- Porträt eines Feldherrn
(in der Gal. des Hn. v. Stackelberg zu Fähna in Estland).
Füessli, Künstlerlex. S. 497. -- Joh. Bernouilli’s Reisen IV. S.
123, 130; V. S. 29 ff.
=Pflug=, ~Robert August~. Architekt. Geb. 1. Mai 1832 in Petersburg;
gest. 30. November 1885 in Riga, machte seine Studien von 1846-50 im
technologischen Institut, dann auf der Petersburger Kunstakad. und
begab sich 1860 zu Studienzwecken nach Deutschland und Italien. 1862
beteiligte er sich an der Konkurrenz um den Neubau des Ritterhauses
in Riga, erhielt den ersten Preis und siedelte zur Ausführung des
Baues nach Riga über, wo er sich für die Dauer seines Lebens ansässig
machte und eine reiche künstlerische Tätigkeit entfaltete. Von ihm
sind ausgeführt: Das Ritterhaus in Riga (in Gemeinschaft mit den
Architekten A. Baumann u. O. v. Sivers; erweitert u. umgebaut 1902/3
durch W. Neumann). -- Das Schützenhaus in Riga (in Gemeinschaft mit
A. Baumann). -- Die orthodoxen Kirchen zu Jungfernhof, Alt-Salis und
Kalzenau in Livland. -- Die orthodoxe Kirche des heil. Pokrow in Riga.
-- Die russische Kathedrale in Riga, 1882 vollendet; mehrere Wohnhäuser
und Villen in und bei Riga.
Rigascher Almanach 1866. -- Rigasche Ztg. 1873 v. 8. Dezember; 1884
Nº 252, 262; 1885 Nº 279. -- Rigasche Stadtbl. 1872 S. 25.
=Pistohlkors=, ~Otto Friedrich v.~ Dilettant. Geb. 1781 in Reval;
gest. daselbst 1846, war Militär, verlor das rechte Bein und wurde
pensioniert, worauf er sich mit der Malerei zu beschäftigen begann.
Die Galerie des Schlosses Koltzen in Livland besitzt von ihm 27
Stücke, grösstenteils Genre und Landschaft. Zwei Kriegsszenen von
ihm waren 1871 in Riga ausgestellt. -- Auch ~Alexander~ v. P. geb.
13. IV. 1820 in Oranienbaum bei Petersburg; gest. 10. August 1850 in
Reval, ebenfalls anfangs in Militärdiensten, beschäftigte sich mit
Porträtmalerei.
Nach dem Kat. der Gal. zu Koltzen.
=Plawneek=, ~Selma~, geb. 21. Dezember 1882 in Riga, besuchte die
städtische Kunstschule und absolvierte sie 1893 mit dem Diplom einer
Zeichenlehrerin. Sie hat sich durch charakteristische Darstellungen
aus dem Volksleben und durch anmutig gegebene Märchenillustrationen,
die sie gern in einer dem alten Holzschnitt nahekommenden Weise
vervielfältigt, bekannt gemacht.
=Poelchau=, ~Harald Oskar Georg~. Bildhauer und Maler. Geb. 28.
Februar 1835 in Riga; gest. daselbst 9. Mai 1882, studierte von
1856-1858 in Dorpat Mathematik und Chemie, ging dann nach Berlin, wo
er sich anfangs mit dem Studium der Architektur, dann mit dem der
Bildhauerkunst beschäftigte. Er setzte seine Studien in Karlsruhe
unter Cauer fort, musste aber wegen Lähmung eines Armes der Skulptur
entsagen, ging darauf nach Weimar, um sich in der Malerei auszubilden
und wurde Schüler von Friedr. Preller. 1868 kam er nach Riga zurück,
wo er als Direktor der Gewerbeschule eine einflussreiche Tätigkeit
entwickelte. Das städt. Mus. zu Riga besitzt mehrere seiner Aquarelle
und Landschaftsstudien.
Rigasche Ztg. 1871 Nº 26 (Feuilleton); 1873 Nº 34; 1874 Nº 8; 1877
Nº 28; 1880 Nº 34 (Beilage); 1882 Nº 105. -- Dioskuren 1868 S. 65.
-- Rigasche Stadtbl. 1869 S. 300; 1873 S. 23; 1874 S. 66. -- Balt.
Monatschr. 1882 S. 645.
=Poorten=, ~Julius Alexander~. Geb. 27. August 1843 in Riga, besuchte
von 1861-64 die Dresdner Akademie.
=Poorten=, ~Karl August~. Maler. Geb. 14. März 1817 in Riga; gest.
daselbst 7. Mai 1880, war für den Kaufmannsstand bestimmt, beschäftigte
sich aber in seinen Mussestunden mit Zeichnen und Malen. Er besuchte
die Akademie in Düsseldorf, wurde Schüler von Heinr. Mücke und Karl
Sohn, ging zu weiterem Studium nach München, dann nach Dresden und
kehrte 1853 nach Riga zurück. Ausser mehreren Porträts und Landschaften
von ihm die Illustrationen zu den „40 Fabeln“, herausg. vom Bruder des
Künstlers, Julius P. 1850.
Rigasche Ztg. 1865 Nº 64; 1866 Nº 53; 1871 Nº 25; 1880 Nº 105, Nº
242. -- Rigasche Stadtbl. 1855, 3. Nov. 1860 S. 441; 1865 S. 98. --
Inland 1851 S. 88.
=Purvit=, ~Wilhelm Karl~. Landschaftsmaler. Geb. 20. Februar 1872
zu Jürgensburg in Livl., Schüler der Petersburger Akademie und des
Professors A. Kuindschi. Für sein Bild „die letzten Sonnenstrahlen“
wurde er zum Künstler I. Gr. befördert und ihm gleichzeitig ein
Reisestipendium für das Ausland gewährt. Er besuchte Deutschland,
Frankreich, Italien und Oesterreich und nahm nach seiner Rückkehr
seinen Wohnsitz in Riga. Seit 1906 Lehrer an der Domschule zu Reval.
Die Mehrzahl seiner Werke in Privatbesitz. Das städt. Museum in Riga
besitzt von ihm: Motiv aus dem Kaiserlichen Garten; Abenddämmerung und
Feldeinsamkeit. Ausserdem von ihm daselbst drei Lünettengemälde im
Vestibule: Ansicht aus Mitau, die Ruine von Kokenhusen und Kurländische
Landschaft.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 169-170.
R
=Rabin=, ~Nikolaus~. Maler aus Lübeck, ist 1665 in Bauske in Kurl.
nachweisbar, wo er mit Diedrich v. Zeitz aus Hamburg (s. d.) ein
Gemälde für die Kirche ausführt.
=Rahden=, ~Karl Friedrich Ludwig~ Freiherr v. Porträtmaler. Getauft
3. September 1789 zu Neu-Pommusch in Litauen; gest. 1858 zu Landeck
in Schlesien, erhielt die erste Unterweisung im Malen von seinem
Vater Christoph Reinhold v. R., der in preussischen Militärdiensten
gestanden, sich später in Littauen angekauft hatte und ein bedeutendes
Talent besessen haben soll. Wo er seine weitere Ausbildung empfangen
hat ist nicht nachzuweisen. Er verbrachte die grösste Zeit seines
Lebens in Strehlen bei Breslau. Bekannt sind von ihm einige Miniaturen
und Porträts in Familienbesitz. Ein reichhaltiges Skizzenbuch im Bes.
des Freiherrn A. v. Rahden-Maihof.
Nach Familiennachrichten.
=Rastrelli=, ~Conte Bartolomeo Francesco~. Architekt. Geb. 1700;
gest. 1771 in Petersburg, war ein Sohn des aus Italien stammenden
Bildhauers und Erzgiessers Carlo Bartolomeo R. Dieser wurde im Jahre
1715 in Paris mit seinem Sohne von dem Agenten des Kaisers Peter,
Jean Lefort, für den Kaiserl. Dienst gewonnen. Der junge R. erhielt
zunächst den Unterricht seines Vaters und setzte seine Studien von
1725-1730 in Frankreich und Italien fort. Nach seiner Rückkehr wurde
er durch die Kaiserin Anna für den Hof beschäftigt und in der Folge
mit den Entwürfen zum Bau des Winterpalastes betraut. 1735 oder 1736
übertrug ihm Graf Ernst Johann Biron, der spätere Herzog von Kurland
den Bau des Schlosses Ruhenthal und 1738 auch den Bau des herzoglichen
Residenzschlosses in Mitau. Von 1736-1740, dann von 1764-1768 lebte R.
in Mitau mit der Ausführung der herzogl. Bauten beschäftigt, die durch
die Verbannung des Herzogs nach Sibirien lange unterbrochen waren.
In Petersburg erbaute R. ausser dem älteren Kaiserl. Winterpalais,
das in den Jahren 1735-39 ausgeführt wurde, das Anitschkowpalais, die
Paläste Strogonow, Menschikow, Woronzow, (jetzt Pagenkorps), Bobrinsky
(jetzt Erziehungsanstalt), Scheremetjew u. a. Von 1753-1762 führte er
den Bau des jetzigen Winterpalais aus. Ferner erbaute er das Kaiserl.
Lustschloss zu Peterhof, sowie das kleine Palais zu Zarskoje-Sselo.
Zu seinen bedeutendsten kirchlichen Bauten gehört das Smolnakloster
in Petersburg, dessen Vollendung er nicht mehr erlebte. Es wurde erst
unter Kaiser Nikolaus I. von dem Architekten W. P. Stassow vollendet.
Ausser diesem wurden nach seinen Entwürfen ausgeführt die Andreaskirche
zu Kiew, die Kirche der Wladimirschen Mutter Gottes in Petersburg, die
Kirche des Troizo-Sergijewschen Klosters zu Strelna u. a.
Sitzungsber. der Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1877 S. 37 ff.
-- W. Neumann: Die beiden Rastrelli, in der Kunstbeilage des Rigaer
Tageblatts 1907 Nº 18-20. -- Les Tresors d’art en Russie 1908.
-- W. Weselowsky im энциклопедическ. словарь. -- И. Божеряновъ,
Невскій проспект 1703-1903. -- Зодчій 1876. Старые годы I S. 410 ff.
=Rasumichin=, ~Peter Iwanowitsch~. Zeichner und Lithograph. Geb. 1812
in Reval; gest. 1848 in Petersburg (?), diente im russischen Heere
und war 1838 Adjutant des Generals Kleinmichel. Er soll sich an der
Petersburger Akad. gebildet haben. Von ihm lithographiert: Die Porträts
des Generals Grafen Benckendorf und des Grafen Talioni, 1839. -- Die
letzten Tage von Pompeji, nach dem Bilde von Brülow (Sehr selten).
Inland 1838 S. 218 ff. -- D. A. Rowinsky, словарь гравир. портр.
IV. S. 724.
=Rathaus=, ~Karl~. Architekt. Geb. 1804 in Breslau (?), besuchte
die Berliner Bauakad. und wurde 1839 von dem Fürsten Dolgoruki zur
Uebernahme von Arbeiten am Schlossbau in Bialostok berufen. 1851 wurde
ihm in Dorpat das Amt des Universitätsarchitekten und das eines Lehrers
der Baukunst an der Universität übertragen. Er erbaute von 1856-1859
die Universitätskirche und wurde 1869 auf sein Gesuch aus dem Dienste
entlassen.
Inland 1856 S. 581; 1859 S. 378; 1860 S. 100, 101; 1861 S. 110;
1863 S. 496. -- Buchholtziana, Rigaer Stadtbibliothek.
=Raud=, ~Christian~. Maler. Geb. 10. Oktober 1865 in Wesenberg in
Estl., war anfangs Lehrer in Dorpat und Petersburg und hatte erst vom
26. Jahre ab die Möglichkeit seinem Wunsche zu folgen sich zum Maler
auszubilden. Er besuchte von 1892-97 die Petersburger Akad. und ging
dann zu weiterer Ausbildung nach Deutschland. R. hat sich mit Vorliebe
ernsten Darstellungen aus dem Volksleben zugewandt.
~W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 139.~
=Raud=, ~Paul~. Maler. Geb. 11. Oktober 1865, Zwillingsbruder des
Vorigen, besuchte von 1888-94 die Düsseldorfer Akad. und hat sich
vornehmlich mit Porträtmalerei beschäftigt.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 140.
=Reibnitz=, ~Alexandra v.~, verehel. Röttgers. Malerin. Geb. 7. Februar
1857, war Schülerin des Malers J. Döring und bildete sich weiter auf
der Petersburger Akad. Neben mehreren Landschaften sind auch einige
Figurenbilder von ihr bekannt geworden.
Dünaztg. 1892 Nº 121 und 124.
=Reichardt=, ~Helene~. Malerin. Geb. 16. November 1853 in Riga,
anfänglich Schülerin v. J. Siegmund in Riga, von 1876-85 der
Petersburger Akad., bildete sich im Auslande weiter aus. Tätig in
Petersburg. Das städt. Mus. zu Riga besitzt von ihr das Bildnis einer
alten Livin.
=Reinberg=, ~August~. Architekt. Geb. 15. März 1860 in Riga; gest. das.
am 17. Juli 1908, von 1877-81 Schüler des Rigaschen Polytechnikums,
erwarb sich 1883 und 1884 zwei Künstlergrade der Petersburger Akad.
und unternahm 1884-1885 Studienreisen durch Italien, Frankreich und
Deutschland. Bis 1890 Assistent am Rigaschen Polytechnikum. Von 1890-99
als Privatarchitekt in Petersburg tätig, siedelte dann wieder nach Riga
über, wo ihm der Bau des zweiten Stadttheaters (nach seinem mit dem
1. Preise gekrönten Konkurrenzentwurf) und die Ausführung des Baues
der Reichsbank übertragen wurden. Er erbaute die Landesirrenanstalt in
Stackeln, mehrere Privatgebäude und Villen, darunter auch sein eignes
Wohnhaus.
Rigasche Rundschau (Illustr. Beilage Nº 8 vom Aug. 1901). --
Nekrologe in der Dünazeitung und der Rigaschen Rundschau vom 19.
Juli 1908.
=Reindel=, ~Anton~. Zeichner und Miniaturmaler, kam 1783 nach Riga
als Zeichenlehrer. Er hatte seine Ausbildung in Dresden empfangen und
namentlich viel nach italienischen Meistern kopiert. Eine Landschaft
mit antiken Ruinen am Wasser befindet sich im ersten Sammelbande des
Joh. Jak. Voss im städt. Mus. zu Riga; das Porträt eines jungen Mannes
in Pelzmütze und Pelzmantel, leichtgetönte Bleistiftskizze auf blauem
Papier dat. 1785 im 2. Bande derselben Sammlung.
G. Merkel, Darstellungen und Charakteristiken aus meinem Leben S.
94.
=Reissner=, ~Martin Andreas~. Landschaftsmaler. Geb. 1798; gest. 1862
in Dorpat. Ueber seinen Studiengang hat sich nichts ermitteln lassen.
Er liess sich 1819 in Riga nieder und unternahm von hier grössere
Reisen, die ihn in die Schweiz, nach Italien und nach Amerika führten.
Aus Amerika kehrte er 1861 nach Riga zurück. Im Besitz des Rigaer
Kunstvereins befindet sich eine Ansicht des Niagarafalles. Er lieferte
auch Entwürfe zu Theaterdekorationen.
Rigasche Stadtbl. 1819 S. 68; 1826 S. 119; 1843 S. 284.
=Reiter=, ~Andreas~. Maler und „Conterfaier“ in Libau im letzten
Viertel des 17. Jahrh. Er wird 1680 als Lehrer des Malers Matthias
Peterson (s. d.) genannt.
=Reutern=, ~Gerhard Wilhelm v.~ Maler u. Radierer. Geb. 6. Juli 1794
auf dem Gute Rösthof bei Walk; gest. 22. März 1865 in Frankfurt a. M.,
hatte nach Absolvierung der Petrischule in Petersburg die Universität
Dorpat bezogen und widmete sich unter C. A. Senff dem Kunststudium.
1811 trat er als Junker in das Alexandrische Husarenregiment, in dem
sein älterer Bruder Christoph als Eskadronschef diente. Im Herbst
1812 wurde er als Kornet in das Leib-Garde-Husarenregiment versetzt
und nahm, zum Leutnant avanciert, an den Schlachten bei Dresden, Kulm
und Leipzig teil. Durch einen Schuss in die Schulter verlor er am 16.
Oktober 1813 bei Leipzig den rechten Arm. Nach seiner Wiederherstellung
wurde er Adjutant des Generals Barclay de Tolly und nahm an den
Feldzügen von 1815 und an der Einnahme von Paris teil. 1819 erhielt er
den erbetenen Abschied als Garde-Rittmeister. Um seine angegriffene
Gesundheit wieder herzustellen, zugleich auch, um seine mit der linken
Hand unternommenen Kunststudien wieder aufzunehmen, begab er sich nach
Deutschland. In Weimar erneuerte er die Bekanntschaft Goethes, der in
seinen mit der linken Hand ausgeführten Zeichnungen und Aquarellen
sein bedeutendes Talent erkannte und ihm riet sich ganz der Malerei
zu widmen. Nach einer Erholungsreise durch die Schweiz und Italien
begann er sich ernstlich mit dem Kunststudium zu beschäftigen. In
Bern genoss er zunächst den Unterricht des Malers G. Lory, später,
nach einer zweiten Reise nach Italien, in Cassel den Unterricht
des Landschaftsmalers Ludw. Grimm und des Prof. Rhoden. Nach einem
vorübergehenden Aufenthalte in Wetzlar und Giessen, zog er 1835,
bewogen durch den Bildhauer Eduard v. d. Launitz nach Düsseldorf, um
sich unter der Leitung Schadows weiter auszubilden. 1837 wurde er auf
Empfehlung des Dichters W. Joukoffsky, seines späteren Schwiegersohnes,
zum Maler der Kaiserlichen Familie ernannt. 1844 siedelte er nach
Frankfurt a. M. über und schuf hier die bedeutendsten seiner Arbeiten.
Er hat eine grosse Anzahl Porträts in Aquarell ausgeführt, darunter
das Goethes, des Dichters W. Joukoffsky u. des Malers G. Lory, wozu
dieser selbst die Landschaft malte. Von seinen Oelgemälden heben wir
hervor: Mädchen mit Schmuckkästchen. -- Der indolente Page, 1836. (Im
Bes. des Grossfürsten Michael Nikolajewitsch). -- Ein Greis, der einer
jungen Bäuerin mit einem Kind auf dem Arme, aus der Bibel vorliest,
1839. (Bes. Grossfürst Sergei Alexandrowitsch). -- Der heil. Georg.
(Marmorpalais). -- Junge Bäuerin mit schlafendem Kind. (Winterpalais.
Lithogr. v. Schertle). -- Das Opfer Abrahams. (Museum Alexanders III.
in Petersburg). -- Studienkopf zum Abraham (in der Gal. des Schlosses
Koltzen). -- Die Strumpfwirkerin, 1853. (In der Kaiserl. Farm in
Alexandria). -- Garten im Berner Oberlande, 1857. (Kaiserl. Farm in
Alexandria). -- Die heil. Familie, 1858. (Daselbst).
Er radierte: Ansicht von Cassel. Bez. G. v. R. Erster Versuch. Cassel
28. März 1827. -- Studie mit dem schlafenden Hund. (19. Mai ?). --
Studie mit dem Jäger. (7. XII. 1828). -- Tyroler Sennerbub. (20. XI.
1828). -- Die beiden Eichen. (1828). Kirchenruine in Bacharach a. Rh.
(28. XI. 1828). -- Kopf eines Kalbes. (1828). -- Kopf einer Ziege und
eines Schafs. (1828). -- Zwei Ziegen. (1828). -- Zwei Füchse und ein
Hase. (Das schönste Blatt des Meisters, 1828). -- Geschossener Rehbock.
(1828). -- Ziegenböcklein. -- Eichenbusch. 1829.
Nach ihm lithographiert von Georg Koch in Cassel: An der Schwalm.
Bilder aus dem hessischen Volksleben. Heft 1 mit 5 Blatt. 1855. -- Heft
2 mit 4 Blatt. 1855. -- Heft 3 mit 4 Blatt. 1859.
A. Andresen, Maler-Radierer d. 19. Jahrh. 1869. III. S. 222-227.
Gerhard v. Reutern, Ein Lebensbild, dargestellt von seinen Kindern
und als Manuskript gedruckt zur 100 jährigen Gedächtnisfeier seines
Geburtstages. Petersburg 1894. -- W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh.
d. 19. Jahrh. S. 42-47.
=Reutern=, ~Christoph v.~ Maler. Geb. 29. Juni (n. St.) 1839 in
Düsseldorf, als Sohn des Vorigen, gest. daselbst 6. Jan. 1859; begraben
in Frankfurt a. M., war anfangs Schüler seines Vaters, dann des
Professors Steinle in Frankfurt und besuchte schliesslich die Akademie
zu Düsseldorf. Ein Portr. seines Vaters von ihm befand sich 1901 auf
der Jubiläums-Ausstellung in Riga.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 46.
=Reuther=, ~Gertrud Elisabeth~, geb. ~Germann~. Malerin. Geb. 1788
in Libau; gest. 17/29. Oktober 1845 in Rom, erlernte die Malerei in
Dresden, wo sie drei Jahre unter dem Graffschüler Prof. T. L. Pochmann
arbeitete und nach alten Meistern kopierte. Sie lebte einige Jahre in
Moskau und zog von dort nach Rom.
Inland 1846 S. 127. -- Allgem. deutsche Ztg. f. Russland 1823 Nº
148 u. Nº 295. -- Für Haus und Familie 1897 22. III.
=Rickmann=, ~Theodor Heinrich~. Maler. Geb. 21. Mai 1810 in Riga;
gest. 18/30. Mai 1848 in Dresden, besuchte vorübergehend die Münchener
Akademie und arbeitete unter Schnorr v. Carolsfeld und A. Zimmermann,
ohne jedoch seine Ausbildung vollenden zu können. Nach seiner
Rückkehr erteilte er in Riga Zeichenunterricht und schuf eine Reihe
interessanter Darstellungen aus dem Rigaschen Volksleben, die von
Hanfstängl in Dresden lithographiert wurden. Die Petersburger Akademie
verlieh ihm 1846 das Diplom eines Zeichenlehrers für Kreisschulen. Um
seine Ausbildung zu vollenden ging er 1847 nach Dresden, wurde hier
aber irrsinnig und endete durch Selbstmord. Von ihm: Ein Gedenkblatt
an den Friedensschluss zwischen Russland und der Türkei, 1829. -- Ein
Türke legt vor einem gepanzerten Ritter die Waffen nieder. Lith. qu.
fol. mit franz. Unterschrift. -- Portr. des türkischen Gesandten in
Petersburg Halel Pascha. Lith. fol. 1830. -- Portr. des Aeltermannes
G. K. Wiggert. Lith. nach D. Oechs, 1832. -- Szenen aus dem Rigaschen
Volksleben, 1842 Aquar. Lith. von Fr. Hanfstängl in Dresden, qu.
fol. (die Originale z. T. im Besitz des Dommuseums in Riga). -- Das
Schweizerhaus in Treyden. Lith. von Hanfstängl, kl. fol.
=Rizzoni=, ~Alexander~. Maler. Geb. 23. Januar 1836 in Riga; gest.
16/29. April 1902 in Rom, war der zweite Sohn des aus Bologna
gebürtigen Antonio R., der als Soldat in französischen Diensten,
während des Napoleonischen Feldzuges in Russland, nach Riga verschlagen
worden war und sich hier ansässig gemacht hatte. R. erhielt den
ersten Kunstunterricht von seinem älteren Bruder Paul, trat 1852 in
die Petersburger Akademie und wurde Schüler des Prof. Willewald. 1857
erhielt er die silb. Med. II für mehrere Bleistiftporträts, darunter
das des Tiermalers Schwabe, und für sein Bild „Die Schenke“. 1858
unternahm er eine Studienreise nach Frankreich und Italien und besuchte
1860 Spanien und Belgien. Sein Bild „Zwangsversteigerung in einem
livländischen Dorfe“ brachte ihm 1862 die gr. gold. Med. der Akademie
und ein sechsjähriges Reisestipendium ein, womit er nach Paris und
Rom ging. In Rom wandte er sich hauptsächlich Darstellungen aus dem
Leben der Prälaten und Mönche und aus dem Leben des Volkes zu, die
er meistens in kleinem Format in der Art der holländischen Feinmaler
ausführte. 1866 kehrte er aus Italien zurück, wurde zum Akademiker
befördert und ihm seine Staatspension auf drei Jahre verlängert. Seit
seiner Ernennung zum Professor, im Jahre 1868, lebte er in Rom. Von
seinen Bildern erwähnen wir: Zwangsversteigerung in einem livl. Dorfe,
1862 (Gal. Soldatenko, Moskau). -- Versöhnungsfest in einer Rigaschen
Synagoge (Bes. Graf Uwarow; Abb. in наши художники II S. 124). --
Taberne in Rom; ein Priester speist an einem Tische und unterhält sich
mit einem Bauern. Abb. in наши художники II S. 123. (Bes. Kunstakad.
Petersburg). -- Inneres der Sakristei des Klosters Chatreux in Rom
(Eigentum d. Kaiserl. Hauses). -- Inneres des Laboratoriums einer
Dorfapotheke (Bes. Gal. Botkin). -- Ankunft eines Kardinals im Kloster
St. Anufrio in Rom (Bes. Graf Stenbock, Petersburg). -- Im Refektorium
des Kapuzinerklosters in Rom (Bes. Gal. Soldatenko, Moskau). -- Osteria
in Rom. Abb. in наши художники II S. 123. -- Dilettanten-Quartett
(Bes. Gal. Tretjakoff, Moskau. Abb. in наши художники II S. 125). --
Talmud lesende Juden. Abb. in наши художники II S. 129 (Bes. Gal.
Tretjakoff, Moskau). -- Römische Osteria. Abb. in наши художники II
S. 124 (Bes. Kunst-Verein Riga). -- Kardinalskollegium, Abb. in наши
художники II S. 126 (Bes. Gal. Botkin). -- Der Altertumsfreund (Bes.
Gal. Soldatenko, Moskau). -- Kardinal die Kirche verlassend (Bes. Gal.
Soldatenko). -- Der Kunstliebhaber; ein alter Herr in Rokokotracht
ein Bild betrachtend. Abb. in наши художники II S. 127 (Privatbesitz,
Petersburg). -- Kardinal und Abbé im Gespräch (Bes. Stadtgal. Riga.
Abb. in наши художники II S. 126).