II. ~Oelgemälde und Studien in balt. Privatbesitz.~

Jugendporträt Gebhardts (Bes. Dr. W. Neumann, Riga). --

Kreuzigungsgruppe, Skizze (Bes. Frau Betty Hippius zu Neu-Harm). --

Porträt der Frau Konsistorialrat Minna v. Gebhardt (Bes. Propst v.

Gebhardt zu St. Johannis in Estland †. Das Original im Besitz des

Künstlers). -- Wiederholung des Porträts des Barons Gideon v. Schilling

(Bes. Baron Georg Schilling auf Jürgensburg in Estland. Die Skizze zum

Porträt im Besitz des Barons Otto v. Schilling zu Kook). -- Porträt

der Baronin Henriette v. Schilling, geb. Baronesse Stackelberg (Bes.

Baron Georg Schilling, Jürgensburg). -- Porträt der Baronin Margarethe

Schilling, geb. Gräfin Wartensleben (Bes. Baron Georg Schilling,

Jürgensburg). -- Wiederholung des Porträts des Pastors Huhn, gemalt für

dessen Witwe. -- Porträt des Oberpastors Gebhardt zu St. Nikolai in

Reval nach einem Porträt des Malers Lehmann. -- Mehrere Jugendarbeiten

bei Propst v. Gebhardt, dem Bruder des Künstlers, † in St. Johannis in

Estland. -- Verschiedene Studienköpfe im Besitz der Maler G. v. Rosen

und Th. Kraus, Riga. -- Ein Maler in seinem Atelier eine Frau mit ihrem

Kind malend (Bleistiftzeichnung im Besitz von Dr. W. Neumann, Riga).

Adolf Rosenberg: E. v. Gebhardt. Künstlermonographien herausg.

von H. Knackfuss, Bd. XXXVIII, 1899. -- W. Neumann, in der Balt.

Monatsschr. Bd. 45, in Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh.

und im Jahrbuch der baltischen Kunst 1908. -- Dr. Hermann Board in

der „Woche“ Nº 24, 1908 ders. in der Zeitschrift „Die Kunst“ 1908

S. 433 ff. -- F. Schaarschmidt in der „Kunst für Alle“ Bd. II, Heft

13; III, 9; V, 2; VII, 18; VIII, 21 u. 22; IX, 3; XI, 18; XIII 17

u. 24; XIV, 18; XVI, 5; XVII, 9 u. 24; XXII, 14 u. 24; XXIII, 4. --

Vergl. auch Zeitschrift für bildende Kunst, 1908.

=Gehlhaar=, ~Theodor~. Geschickter Dilettant. Geb. 1805 in Lemsal;

gest. daselbst 1871, studierte Pharmazie in Dorpat und übernahm nach

dem Tode seines Vaters dessen Apotheke. Sein nicht unbedeutendes

Zeichentalent wurde durch die Maler Schwede und den Lithographen

F. Schlater weitergebildet und namentlich als geschickter

Steinzeichner hat G. sich Verdienste erworben. Von seinen Arbeiten

sind hervorzuheben: Die Kegelbahn. -- Der Leseabend mit Porträts

damals bekannter Persönlichkeiten. -- Ansicht von Reval vom Wege

der Zuckerfabrik gesehen. Aquat. qu. fol. 1825. -- Porträt eines

Frl. Johanna v. Hübbenet. -- Schottischer Knabe mit Hund. -- Mehrere

Miniaturporträts auf Elfenbein. -- Zehn Lithographien nach den von K.

v. Kügelgen und Johannes Hau aufgenommenen Revaler Ansichten, die von

G. Eggers in Reval herausgegeben unter dem Titel: Collection des XII

vues gravées à l’aquatinta, 1828 erschienen. -- Fünf Ansichten von

Reval in farbigen Lithographien 1850, qu. 8^o. -- Ansicht von Reval.

Lith. von Tempeltey, Druck von Delius, Berlin. Gr. qu. fol. -- Szenen

aus dem estnischen Bauernleben, lith. v. Schlater, qu. 8^o (5 Blatt).

=Geiger=, ~Pauline~, geb. v. Schultz. Malerin. Geb. 21. April 1851

in Petersburg, erhielt ihre künstlerische Ausbildung anfänglich in

Dresden, dann in Paris unter Labrichon und schliesslich in Venedig

unter Eugen v. Blaas. Sie lebt in Venedig. Von ihr u. a: Am Brunnen;

Venetianischer Crevettenhändler.

=Gerling=, ~Johanna~, aus Riga, zeichnet 1823 das Porträt des Grafen L.

A. Mellin; lith. v. Lindroth in Riga.

v. Recke und Napierski: Baltisches Schriftstellerlexikon, III, 199.

=Gern=, ~Alexander Otto~. Holzschneider aus Dorpat gebürtig, wurde

dort Schüler des Malers L. v. Maydell, der um 1840 eine xylographische

Anstalt angelegt hatte. 1859 arbeitete G. in der Kretschmarschen

Anstalt in Leipzig. Von ihm: Diverse Holzschnitte nach v. Maydellschen

Zeichnungen: Christuskopf. -- Das Universitätsgebäude in Dorpat. -- Die

Marienkirche daselbst. Die beiden letzten als Beilage zum estnischen

Kalender von 1840 und 1841.

Inland 1850 S. 336; 1859 S. 459.

=Gerstfeldt=, ~Katharina v.~ Malerin. Geb. 4. September 1873 in

Livland, erhielt ihre Ausbildung in der Schule zur Förderung der

Künste in Petersburg und kopierte in der Eremitage viel nach alten

Meistern (Velasquez, Rembrandt, Rubens). Seit 1898 Lehrerin an der

Jung-Stillingschen Zeichen- und Malschule in Riga. Sie hat sich auch

auf kunstgewerblichem Gebiet betätigt.

=Gesse=.... Maler. Seit 1738 in Narva nachweisbar; gest. daselbst

1766 oder 1768. Er malte für die deutsche evangelische Kirche in

Narva: König David und der Prophet Nathan, 1738. -- Christus einen

Gichtbrüchigen heilend. -- Christus am Kreuz zwischen Maria und

Johannes.

J. Bernoulli’s Reisen III S. 290. -- Hupel’s topographische

Nachrichten von Liv- und Estland. Riga 1774, 1777.

=Giese=, ~Karl~. Architekt. Gebürtig aus Livland, wurde auf Ansuchen

seiner Eltern am 18. Januar 1798 als Schüler in die Petersburger Akad.

aufgenommen und in der Baukunst ausgebildet. 28. VIII. 1809 silb. Med.

Am 1. Oktober 1809 wurden Giese und Thon (der spätere Prof. der Akad.)

als Gehilfen des Kaiserl. Kabinettsarchitekten Stassow angestellt.

=Glandorf=, ~Lambert~. Maler. Lebte um 1560 in Reval, wo er das

schöne Epithaph der am 11. September 1560 im Kampfe gegen die Russen

gefallenen Schwarzhäupter malte (Reval, Schwarzhäupterhaus. Teilweise

abgeb. in F. Amelungs baltisch. kulturhist. Atlas. Beschreibung in

Nottbeck und Neumann, Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval II. S.

208).

=Goebel=, ~Friedrich~. Lithograph in Dorpat. Von ihm lithograph.

Blätter zu einer Reise in die Steppen des südlichen Russlands. Dorpat

1837. 4^o. 18 Tafeln mit einer Karte.

=Gottfriedt=, ~Johann Daniel~. Baumeister. Geb. 1768 zu Dömitz in

Mecklenburg-Schwerin; gest. 14. Juli 1831 in Riga an der Cholera,

kam 1789 nach Riga und arbeitete anfangs unter der Leitung des

Stadtbaumeisters Christoph Haberlandt. 1812 war er beim Wiederaufbau

der Rigaschen Vorstädte beschäftigt und errichtete in der Folge

mehrere grosse Gebäude im Innern der Stadt. Unter diesen sind ausser

verschiedenen Wohngebäuden zu nennen: Der Ausbau des Flügels am

Rigaschen Schlosse mit den Kaiserl. Zimmern. -- Die Einrichtung des

Observatoriums daselbst. -- Die Gebäude im Kaiserlichen Garten. --

Das grosse Packhaus am Jakobsplatz, die Ressource in Riga und die

Fleischscharren in der Scharrenstrasse; auch die zu Ehren des Kaisers

Alexander I. 1815 von der Stadt errichtete Triumphpforte ist sein Werk.

Rigasche Stadtbl. 1815 S. 238; 1823 S. 185; 1831 S. 348.

=Gottlob=, ~Ernst~. Porträt- und Landschaftsmaler. Geb. 1744 in Glogau;

1789 in Leipzig noch am Leben, war Schüler von Oeser und machte sich

durch seine Bildnisse einen geachteten Namen. Er hat mehrere Jahre

in Kurland verbracht. Von ihm: Das Porträt des Mitauschen Professors

Johann Benjamin Koppe (Bes. Mus. Mitau. Sein Porträt ausserdem vor

Bergers Magazin für Prediger V. St. 5; auch mehrmals besonders gest.).

-- Das Porträt des Rektors der Rigaschen Domschule Dr. Gottlieb

Schlegel, gem. 1772 (Bes. Dom-Mus., Riga). -- Eine Landschaft mit

Brücke, Aquar., bez. E. Gottlob, Leipzig 1786 (in dem Album des Joh.

Jak. Voss im städt. Mus. zu Riga).

=Grabbe=, ~Arthur v.~ Architekt. Geb. 1839 in Kurland gest. 22. Mai

1871 in Petersburg, besuchte die Akad. der Künste und wurde 12. 1. 1862

für den Entwurf zu einem Lustschloss zum freien Künstler ernannt. In

Riga baute er das Haus der Kinderbewahranstalt (voll. 1868).

Rigasche Ztg. 1871 Nº 118.

=Graefenstein=, G... Stempelschneider und Medailleur in Mitau

1762-1764. Das Mitauer Museum besitzt von ihm 11 Stempel.

Nagler, Monogrammisten II S. 947 (J. Döring).

=Gräff=, ~Anton~ (?) Stuckateur. Stammte aus Deutschland und war seit

1763 unter der Oberleitung des Architekten Rastrelli mit der Ausführung

der Stuckverzierungen in den herzoglich kurländischen Schlössern zu

Ruhenthal und Mitau beschäftigt.

v. d. Recke, Gesch. d. Schlosses zu Mitau in Mon. Livon antiq. --

Sitzungsber. der kurl. Ges. für Lit. und Kunst 1877 S. 40, 43. --

L. Arbusow, Auszüge aus den Bauskeschen Kirchenbüchern, ebenda,

1888 S. 28.

=Grass=, ~Karl Gotthard~. Landschaftsmaler. Geb. 8. Oktober 1767 im

Pastorat Serben in Livland; gest. 22. Juli (3. Aug.) 1814 in Rom,

studierte, nach Absolvierung des Rigaschen Lyzeums (1786) Theologie

und versuchte schon während seiner Studienzeit seine künstlerische

Veranlagung durch Zeichnen nach der Natur auszubilden. Seine

dichterische Begabung brachte ihn in Verkehr mit Schiller, mit dem er

bis zu dessen Tode einen Briefwechsel unterhielt. Nach einer durch

Deutschland und die Schweiz unternommenen Reise kehrte er 1790 nach

Riga zurück, setzte hier seine künstlerischen Studien fort und erteilte

auch Unterricht im Zeichnen. 1796 wurde er zum Prediger in Sunzel

ordiniert, doch veranlasste ihn die unerwidert gebliebene Neigung

zu einer jungen Dame einen Urlaub nachzusuchen und ins Ausland zu

gehen. Er ging nach Zürich und entschloss sich hier nach schweren

inneren Kämpfen zur Aufgabe des Predigeramts. Im Hause des Dichters

J. G. v. Salis lebend, widmete er sich wieder der Dichtkunst und

seiner Lieblingsmuse, der Malerei, auch unterhielt er einen lebhaften

Briefwechsel mit Schiller, dem Maler und Altertumsforscher Heinr.

Meyer und mit Konrad Gessner. 1801 begab er sich nach Paris, um sich

in der Kunst ernstlich auszubilden, doch vertrieben ihn von dort die

unerquicklichen politischen Zustände. Er kehrte nach Zürich zurück,

lebte dort bis 1803 und ging dann nach Italien. Mit dem Schriftsteller

Ph. Jos. Rehfues und den Architekten C. Fr. Schinkel und Steinmeier

aus Berlin unternahm er eine Reise durch Sizilien, die er später sehr

anziehend beschrieben und illustriert hat. Im Herbst 1805 liess er

sich in Rom nieder. Seine literarischen Arbeiten sind verzeichnet im

allgem. balt. Schriftsteller- und Gelehrtenlexikon III. S. 89 ff. --

Von seinen künstlerischen Arbeiten führen wir an: Zeichnungen vom

Rheinfall. In Kupfer gest. von J. H. Meyer zu seinem Werk: Fragmente

von Wanderungen in der Schweiz. Zürich, 1797. -- Küstenlandschaft von

Taormina. -- Wasserfall von Carracci am Aetna. -- Konkordientempel bei

Girgenti. -- Das Tal St. Angelo di Brolo im Frühling (Ausgest. 1809

in Rom auf dem Kapitol; dort erworben von dem Rigaschen Handelsherrn

G. W. v. Schröder, der sie dem Himselschen Mus. vermachte; jetzt im

städt. Mus. zu Riga). -- Italienische Landschaft (Bes. Staatsrat v.

Grass, Riga). -- Aus der Villa des Mäcenas in Rom. Sepiastudie (Bes.

städt. Mus. zu Riga). -- Zwei Ansichten vom Aetna, 1811 in Rom gem.

für Joh. Friedr. Cotta in Tübingen. -- Das Theater von Taormina, gem.

für den Schriftsteller v. Rehfues. -- Schweizer-Landschaft (Bes. A.

Koch, Dorpat). -- Selbstporträt. Pastell (Bes. städt. Mus. zu Riga).

-- Zeichnungen zu dem von ihm herausgeg. Werke: Sizilianische Reise

oder Auszüge aus dem Tagebuche eines Landschaftsmalers, in Kupfer gest.

von Chr. Fr. Duttenhofer. Stuttgart und Tübingen, 1815. -- Zwei kleine

Landschaften kamen in den Bes. des Kollegienrats v. Blanckenhagen auf

Lemburg in Livl. -- Zwölf Aquar. nach Ludw. Hess im Bes. der Familie v.

Stackelberg, Livland. -- Eine Gouachelandschaft: Der Lungersee nach L.

Hess im Bes. des Landrats v. Richter auf Waimel, Livl. -- Sizilianische

Landschaft, 1810 im Bes. eines Hn. Auer in Ulm. Die Farbenskizze dazu

im Bes. des Hn. v. Blanckenhagen auf Drobbusch in Livland.

Ein Porträt des Künstlers von einem Maler Richter aus Zittau, 1790

gem., besass Kollegienrat Prof. J. W. Krause in Dorpat. -- Im Besitze

desselben auch eine grosse Sammlung von Landschaftsstudien in Sepia und

Tusche, meist Studien aus der Schweiz. -- Ein 1808 von Georg Dillis

gemaltes Porträt des Künstlers kam durch Professor C. Morgenstern 1810

in den Besitz der Familie.

Allgem. balt. Schriftsteller- und Gelehrtenlex. III. S. 88 ff. --

Ztg. für Lit. und Kunst. Nº 3 vom 20. Januar 1812. -- Biographie

von G. Tilemann in Livonas Blumenkranz 1818 S. 179 ff. -- Desgl. in

„die balt. Provinzen Russlands“ von Jul. Eckardt, 1868. -- Rigasche

Biographien III S. 108 ff. -- Wöchentliche Unterhaltungen 1806 S.

125. -- C. Morgenstern, Dörptische Beiträge III S. 125-131. --

Baltisches Dichterbuch S. 361. -- A. v. Wolzogen, Aus Schinkels

Nachlass I S. 107 ff. -- W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer

des 19. Jahrh. S. 17 ff. -- Derselbe in der Kunstbeilage des Rigaer

Tageblatts 1908 Nº 11-13.

=Graubitz=, ~Jakob Ortlof~. Maler. Er stammte aus Giessen und kam um

1665 nach Goldingen in Kurland, wo er am 22. Dezember desselben Jahres

den Bürgereid leistete und am Hofe des in Goldingen residierenden

Herzogs Friedrich Kasimir von Kurland als Hofmaler beschäftigt wurde.

Gest. vor 1697.

Eintrag seines Sohnes, des späteren Kaufmannes Christoffer Carl

G. in ein 1636 angelegtes Stammbuch des Sebast. Besser, (in der

Bibliothek der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde):

Mein vatter war ausz der stat Giessen gebirttig und war seiner

Kunst nach ein mahler, war auch vom seeligen hertzog Casimir alsz

hoffmahler verschrieben (am Rande: Anno 1665 verschrieben ausz

Giessen) in Goldingen gewohnet und da auch in der pest gestorben.

-- Goldingensches Kirchenbuch (N. Busch).

=Grosewsky=, ~Theodor Robert~, Dr. phil. Landschaftsmaler. Geb. 1. Mai

1823 zu Annenburg in Kurland; gest. 2. März 1866 in Moskau, studierte

1842-44 in Dorpat und promovierte in Jena. 1855 wurde er Schüler des

Landschaftsmalers K. Millner in München. Mehr als Maler hat er als

Dichter Anerkennung gefunden.

Baltisches Dichterbuch S. 363.

=Grün=, ~Moritz~. Genremaler. Geb. 1868 in Reval, besuchte von

1888-1890 die Münchener Akademie und 1890-1893 die Akademie in Paris.

1894 ging er nach Amerika und wurde 1895 von der brasilianischen

Regierung an die Akademie zu Bahia berufen.

Dünazeitung 1895 Nº 154, 158 u. 220. Mitausche Zeitung 1895 Nº 55.

=Grüner=, ~Wilhelm~. Landschafts- u. Architekturmaler. Geb. 19.

Oktober 1823 in Riga; gest. 18. April 1892 in Petersburg. Er besuchte

die Petersburger Akademie als freier Zuhörer und nahm dann einen

eineinhalbjährigen Aufenthalt in Paris. Ende der sechziger Jahre

begleitete er den General Loris-Melnikow auf einer Reise nach Aegypten

und Palästina, um für diesen eine Folge von Bildern der heiligen

Stätten zu malen. Von ihm: Kirche der Geburt Christi in Bethlehem. --

Kirche der Schwestern von Zion. -- Kapelle über dem Grabe Christi. --

Golgatha. -- Der Stein der Salbung. -- Innere Ansicht der Kapelle des

heil. Grabes. -- Die Höhle der Geburt Christi. (Sämtlich Aquar.). --

Die Gromowsche Sommervilla. -- Zwei Ansichten von Oranienbaum. -- Drei

Ansichten vom Südufer der Krim. -- Ansicht von Orianda in der Krim. --

Zwei Ansichten von Livadia, Aquar. -- Christus in Gethsemane. Atlargem.

für die Jesuskirche in Riga (1880 vom Künstler geschenkt). -- Ansicht

von Jerusalem. -- Innere Ansicht der Kirche der Geburt Christ. -- Der

Garten zu Gethsemane. -- Innere Ansicht der Kirche auf Golgatha. --

Das heilige Grab. -- Die alte Wand vom Richterstuhl des Pilatus in der

Kirche der Schwestern von Zion. -- Der Stein der Salbung. -- Kirche

der Geburt Christi in Bethlehem. -- Porträt des Professors der Malerei

Primazzi, Aquar. in Konstantinopel gem. -- Das städt. Museum in Riga

besitzt von ihm das Porträt einer Dame vor dem Theater in Aquarell.

Rigasche Zeitung 1880 Nº. 270. Наши художники I S. 126.

=Gruenewaldt=, ~Nikolai Gerhard v.~ Landschaftsmaler. Geb. 7. Mai

1853 auf Ramelshof in Livland, absolvierte in Riga das Studium der

Ingenieurwissenschaften, wandte sich aber 1884 der Landschaftsmalerei

unter Prof. Alb. Kappis an der Stuttgarter Kunstschule zu. 1896 stellt

er in Riga aus. Mühle bei Beigersheim -- Vorfrühling am Neckar.

Das geistige Deutschland I, S. 250 -- Rigasche Zeitung 1881 Nº 277.

-- Dünazeitung 1895 Nº 240 u. 252.

=Grünfeldt=, ~Alexander Heinrich Johann~. Maler aus Livland, gehörte

in den fünfziger Jahren zu den Hospitanten der Petersburger Akademie

und wurde 21. Juni 1852 für ein Porträt eines alten Mannes zum freien

Künstler befördert.

=Grummel=, (~Krummel~), ~Johann~. Bildhauer. Lebte um die Mitte des

17. Jahrhunderts als „Fürstlicher Bildhauer“ in Mitau; dort urkundlich

nachweisbar vom 6. Mai 1662 bis 11. Mai 1677, in welchem Jahre er sich

zum zweiten Male verheiratete.

Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche in Mitau (J. Döring).

=Grun=, (~Gruhn~), ~Sebastian~. Maler. Geb. um 1690; gest. 26. Januar

1772 in Mitau. Wird als Porträtmaler (Contrafeyer) aufgeführt.

Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche in Mitau (J. Döring).

=Grune=, ~Johann Samuel Benediktus~. Maler. Geb. um 1782 in Eisleben;

gest. 3. Dezember 1848 in Blieden in Kurland, empfing seine

künstlerische Ausbildung in Berlin, bereiste dann Deutschland und

Oberitalien und kam 1800 nach Kurland. 1808 lebte er in Zierau, später

im Hause des Fürsten Lieven in Blieden, mit dessen Familie er sich für

einige Jahre nach Petersburg begab. Von 1824 bis 1834 hielt er sich

in Senten auf, später in Grenzhof und Blieden. Sein Nachlass kam zum

grössten Teil in den Besitz seines Freundes, des Arztes Dr. K. Bursy

und befindet sich jetzt nebst vielen Briefen von ihm im Museum zu

Mitau. Es gibt viele Bildnisse von ihm, die in einer eignen flotten Art

gemalt sind. Zu seinen grössten Arbeiten zählen: Lasset die Kindlein

zu mir kommen. Altargemälde für die Kirche zu Talsen in Kurland, 1876

ersetzt durch eine Himmelfahrt Christi von Schönherr in Dresden. --

Das Altargemälde für die Kirche zu Bersteln in Kurland, 1843 gem.

1861 ersetzt durch ein Gemälde von J. Döring. -- Das Abendmahl; gem.

im Auftrage des Fürsten Lieven; aus Blieden gestohlen. -- Porträt

des blinden lettischen Naturdichters Indrik aus Appriken; gest. in

Punktiermanier v. Arndt.

U. v. Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland, Riga und

Leipzig 1809 S.383. -- Inland 1844 S. 92; 1854 S. 756. -- D. A.

Rowinsky: Подробн. словарь IV S. 187.

=Grusdin=, ~Artemii Michailowitsch~. Porträt- und Genremaler. Geb. 1825

in Riga als Sohn eines Arbeiters; gest. daselbst 8. Februar 1891, kam

zu einem Stubenmaler in die Lehre, bildete sich aber als Autodidakt

im Porträtmalen aus. Von 1850-1856 lebte er in Mitau, dann längere

Zeit in Goldingen mit Porträtieren beschäftigt. Mit dem bei diesen

Arbeiten gewonnenen Verdienste ging er im Herbst 1858 nach München, wo

er bis 1864 die Akademie besuchte. Er kehrte nach Riga zurück, verfiel

aber bald in Trübsinn. Die meisten seiner Arbeiten befinden sich in

Privatbesitz. Von ihm: Die Ankläger der durch Daniel verteidigten

Susanna werden in Ketten gelegt, 1862 in München gem. -- Ein Porträt

des Kaisers Alexander II. 1868 für das Zeughaus der Stadtgarde gem.

-- Christus in Gethsemane, Altargemälde für die Kirche zu Warklany

in Poln.-Livland (1879 gem.). -- Der Weihnachtsmarkt in Riga (Bes.

Gesellschaft der Schwarzhäupter in Riga). -- Porträt der Sängerin

Caroselli. -- Römisches Mädchen, Kopie nach A. Rizzoni (Bes. städt.

Museum in Riga). -- Ansicht der alten Gildenhäuser, des Rathausplatzes

und der ehemaligen Sandpforte in Riga (1884 gem. für den Konferenzsaal

des Rathauses in Riga). -- In seinem Nachlasse befand sich ein Album

mit vielen kleinen sauber gemalten Oelbildern, deren Inhalt jedoch den

geistigen Zustand des Künstlers während der letzten Jahre seines Lebens

widerspiegelt.

Rigasche Zeitung 1869 Nº 20. -- Zeitung für Stadt und Land 1879 Nº

207. -- Наши художники I S. 126.

=Gussewitsch=, ~Nikolai v.~ Architekt. Gest. 17. Mai 1873 in Mitau.

Er kam 1862 nach Absolvierung der Petersburger Bauschule nach Mitau

und wurde dort als jüngerer Architekt bei der Gouvernementsregierung

angestellt. In Mitau führte er aus das Haus Gley 1865, die russische

Kapelle auf dem Paradeplatze in Mitau 1868 und die Kirche zu Dalbingen

bei Mitau 1869.

(J. Döring.)

=Gyllenschmidt=, ~Karl Otto~. Zeichner, stammte aus einer

schwedischen Familie, trat in russische Kriegsdienste und nahm nach

seiner Verwundung bei Zorndorf seinen Abschied. Er wandte sich dem

Kunststudium zu, zeichnete anfangs im Generalstabe unter Leitung des

Generals v. Stoffel, bildete sich dann weiter und wurde namentlich

durch baltische Gelehrte gefördert, besonders durch Gadebusch,

Brasch, Hupel und Ewers. Er bereiste die baltischen Provinzen und

fertigte 241 Blatt Zeichnungen, Ansichten von Landschaften, Städten,

Merkwürdigkeiten usw. aus Liv-, Est- und Kurland, die er mit einem Text

versehen herauszugeben gedachte. Der Text hat sich im Bes. der Gelehrt.

estnischen Gesellschaft erhalten; die Zeichnungen scheinen verloren zu

sein.

R. Hausmann, Sitzungsber. d. Gelehrten estn. Gesellsch. 1895 S. 113

ff.

H

=Haag=, ~Georg~. Porträtmaler. Geb. 1808 zu Hatzenweiler in

Württemberg; gest. 21. August 1882 in München. Er trat 1829 in die

Münchener Akad. und arbeitete unter H. M. von Hess. 1840 bereiste er

Russland und setzte 1845 seine Studien in München in der von Jos.

Bernhardt begründeten Kunstschule fort. 1847 kam er zum zweiten Male

nach Petersburg, war Anfang 1849 in Reval und 1851 in Riga, wo er

sich neben dem Porträtmalen mit der Erteilung von Zeichenunterricht

beschäftigte. Im Herbst 1852 ging er nach Deutschland zurück, kam aber

in der Folge wieder nach Riga und hielt sich hier bis 1861 auf. Die

Gal. des Schlosses Koltzen in Livland besitzt von ihm ein Porträt der

Lola Montez und das eines Tiroler Bauern.

Inland 1857 S. 315. -- Rigasche Ztg. 1882 Nº 226.

=Haaren=, ~Franz Baron v.~ Bildhauer. Geb. 11. November 1856 in

Johannenhof bei Bauske; gest. 18. Februar (2. März) 1879 in Stuttgart,

war Schüler von Donndorf. Bekannt sind von ihm: Das Porträt seines

Vaters. -- Porträt des Hn. K. v. Löwis of Menar. -- Porträt des

Leipziger Prof. d. Musik G. J. Becker (Basreliefs in Medaillenform.

Riga Jub. A. 1901. Bes. K. von Löwis of Menar, Riga).

=Haberland=, ~Christoph~. Baumeister. Getauft am 6. Januar 1750

in Riga; gest. daselbst 7. April 1803. Nachdem er praktisch das

Maurerhandwerk erlernt hatte, ging er auf die Wanderschaft und scheint

hauptsächlich in Berlin und Dresden künstlerischen Studien obgelegen

zu haben. Am 30. Januar 1778 machte er sein Meisterexamen und wurde

am 13. Mai desselben Jahres vom Rigaschen Rate zum Adjunkten des

Stadtwerkmeisters ernannt. Seine spätere Ernennung zum Stadtbau-

und Werkmeister lässt sich urkundlich nicht belegen. H. gehörte zu

den bedeutendsten Architekten s. Z. im Lande. Zu seinen vornehmsten

Bauten gehören: Der Ausbau der Stadtbibliothek über dem Ostflügel

des Domkreuzganges in Riga, 1778-1783 erbaut, mit prächtigem Saal

(jetzt Konfirmandensaal der Domgemeinde). -- Das Wohnhaus des ehem.

Grosskaufmanns Joh. Sam. Hollander (gr. Pferdestr. 28). -- Umbau des

Gefängnisses zum Polizeihause (jetzt Hotel London, Kalkstr. 11). --

Wohnhaus des weil. Ratsherrn Seb. Heinr. Kruse, in der Altstadt. --

Wohnhaus des Bürgers Arn. Senger (gr. Pferdestr. 14). -- Das eigne Haus

des Meisters (gr. Schmiedestr. 4; jetzt mit dem Hause der Gesellsch.

Ulei verschmolzen, aber in der Fassade erhalten). -- Das Wohnhaus

des Grosskaufmanns Conrad Heinr. v. Sengbusch, ursprünglich für den

Zinngiesser Joh. Hayen begonnen, der den angefangenen Bau 1793 an v. S.

verkaufte, v. S. übertrug H. die Ausführung (gr. Jungfernstr. 3, jetzt

A. G. Ruhtenberg). -- Die luth. Rundkirche in Kattlekaln bei Riga, 1791

begonnen. -- Zugeschrieben wird ihm der Entwurf für die Marmorkanzel

der Petrikirche; sie wurde in Carrara ausgeführt und am 1. Advent 1794

geweiht; eine Stiftung der Frau Gertrud von der Horst.

Nach einem Manuskr. von Dr. Anton Buchholtz, Riga †.

=Hagen=, ~Alexander~. Maler. Geb. 17. Februar 1827 auf dem Gute

Klein-Wrangelshof in Livl. Sohn des Malers Aug. Matth. H., gest. in

Peru, erhielt seine erste Ausbildung von seinem Vater und ging dann zu

weiterer Ausbildung nach München. 1855 zog er nach Rom, lebte 1856/57

in Paris und begleitete dann den bayrischen Gesandten Dr. M. Wegner auf

einer Forschungsreise durch Südamerika, von der er im Herbst 1859 nach

Deutschland zurückkehrte. Nach kurzem Aufenthalt in Deutschland ging

er wieder nach Peru, wo er durch Porträtmalen mehrere Jahre sich und

seine Familie erhalten haben soll. Sein tüchtig gemaltes Selbstporträt

befand sich 1901 auf der Rigaschen Jubiläumsausstellung.

=Hagen=, ~August Matthias~. Landschaftsmaler und Kupferstecher;

Vater des Vorigen. Geb. 12. Februar 1794 auf dem Gute Wiezeemhof im

Kirchspiel Trikaten; gest. 20. November 1878 in Dorpat, wurde Schüler

des Kupferstechers C. A. Senff und ging 1821 ins Ausland, wo er sich in

München und Passau, dann in Tirol und der Schweiz weiter bildete. 1825

wurde er Lehrer des Zeichnens am Gymnasium und an der Töchterschule

in Dorpat und folgte 1838 seinem Lehrer Senff als Zeichenlehrer an

der Universität im Amte. 3. August 1837 ernannte ihn die Petersburger

Akademie zum freien Künstler. Seine Haupttätigkeit lag auf dem Gebiete

der graphischen Künste. Wir nennen von seinen Arbeiten: Sechs Ansichten

des Universitätsgebäudes in Dorpat, 1827-1828, Aquatinta. qu. fol. --

Ansicht von Dorpat vom Dom aus gesehen. Sternwarte der Universität

Dorpat, 1839. Auf den Stein gez. von F. Stern, gedr. von G. F. Schlater

-- Die Erziehungsanstalt zu Birkenruh bei Wenden, 1839; lith. von G. F.

Schlater. qu. fol. -- Der Marktplatz zu Wenden; nach H. E. Hartmann auf

den Stein gez.; lith. von Schlater. qu. 8^o -- Der Prahm in Segewold,

1841, lith. v. Schlater. qu. fol. -- Malerische Ansichten aus Livland,

lith. v. Schlater. qu. fol. -- Der lange Hermann (Turm am Schloss zu

Reval); in Holz geschnitten v. Schmidt im v. Maydellschen Atelier. --

17 Blatt Tierstudien. Atlas zur Tierveredlungskunde, herausgegeben von

J. F. L. Schmalz, lith. v. Winckelmann & Söhne, Berlin, qu. fol. --

„Sachte Karo!“ Jagdszene, lith. v. Schlater. qu. fol. -- Die Ruinen von

Schloss Wenden (Bes. K. V. Riga; auch als Aquatintastich erschienen).

-- Der Königssee zu Berchtesgaden (Bes. v. Köhler, Dorpat). --

Wasserfall bei Galling im Salzburgischen (Bes. Prof. Walter). --

Einzelne Landschaften gingen in Kaiserlichen Besitz über; sie wurden

von dem Dichter Joukoffsky für die Kaiserin erworben. Eine grosse

Anzahl landschaftlicher Studien aus Finnland und Estland befindet sich

im Besitz der Gelehrt. estn. Gesellschaft.

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer S. 47-49.

=Hagen=, (Hagen-Schwarz) ~Julie Wilhelmine~. Porträt- und Genremalerin.

Geb. 15. Oktbr. 1824 auf dem Gute Klein-Wrangelshof bei Dorpat, gest.

7. Oktbr. 1902 in Dorpat; Tochter des Vorigen. Sie machte ihre ersten

Studien unter der Leitung des Vaters und beschäftigte sich zunächst

mit Blumenmalerei. Ihre weitere Ausbildung empfing sie dann in Dresden

unter Friedr. Gonne; auch kopierte sie nach Rembrandt und van Dyck.

1848 wandte sie sich nach München, arbeitete zunächst unter Jos.

Bernhardt, dann unter Moritz Rugendas. Von München ging sie nach Rom

und erhielt hier durch Vermittlung der Herzogin Marie v. Leuchtenberg,

der damaligen Präsidentin der Petersburger Akademie ein Stipendium für

drei Jahre. 1854 kehrte sie nach Dorpat zurück und begleitete sechs

Monate später ihren Gemahl, den Professor Ludw. Schwarz auf seinen

wissenschaftlichen Reisen nach Sibirien. 1858 zurückgekehrt, wurde sie

nach einer Ausstellung ihrer Gemälde in Petersburg von der Akademie zum

Akademiker ernannt unter dem Namen Hagen-Schwarz. Von 1872-1898 hat die

Künstlerin gegen 500 Porträts gemalt, von denen nur wenige öffentlich

bekannt geworden sind.

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 104-105.

=Hagen=, ~Ferdinand v.~ Architekt Geb. 5. Dezember 1849 in Reval,

besuchte die Zivilingenieurschule Kaiser Nikolai I. in Petersburg,

wurde 1883 Gouvernementsarchitekt in Nowotscherkask und übernahm

1886 das Amt des Stadtarchitekten in Jekaterinoslaw, das er 1891

krankheitshalber aufgeben musste. Nach seiner Wiederherstellung

verwaltete er von 1893-1899 das Amt des Gouvernementsingenieurs

in Orenburg und lebt jetzt in Petersburg. Zu seinen bedeutenderen

Bauausführungen gehören: Das Donsche Museum in Nowotscherkask 1884

(I. Preis); das Zirkusgebäude daselbst, mehrere russische Kirchen

im Dongebiet, mehrere Militärbauten, das Realgymnasium, mehrere

Wohngebäude in Jekaterinoslaw, die russ. Kapelle in Losowaja zur

Erinnerung an die Errettung der Kaiserlichen Familie bei Borki am

17. Oktober 1888, das Hotel Eliasberg und die Rettungsstation für

Schiffbrüchige am Dnjepr bei Jekaterinoslaw.

Nach Autobiographie.

=Hagen=, ~Julius August v.~ Architekt. Geb. 29. Juni 1829 in Reval,

Oheim des Vorigen, trat 1847 in die Bauschule des Ministeriums

des Wegebaues (jetzt Zivilingenieurinst.), absolvierte sie

1852 mit dem Diplom ersten Grades und trat in den Dienst der

livländischen Gouvernements-Bau- u. Wegekommission, wurde 1875 zum

Gouvernementsarchitekten befördert und verliess 1901 den Staatsdienst.

Von 1887 bis 1904 Dozent am Rigaschen Polytechnikum für Baugesetzgebung

und Bauanschläge; seit 1898 Baurevident des städtischen Bauamts. Als

Inspektor der Arbeiten zur Abtragung der Festungswälle Rigas war er in

den Jahren 1857-1863 den Generalgouverneuren Fürst Suworow und Baron

Lieven attachiert. H. hat die vielfachen Umbauten im Ordensschloss,

die dieses zur Aufnahme der Staatsbehörden dienstbar machen sollten,

geleitet, in Riga mehrere Privatgebäude, in Pernau das Kronsgymnasium

ausgeführt und sich namentlich an der Sammlung und Einführung der

Rigaschen Bauordnung verdienstvoll beteiligt. H. ist Ehrenmitglied des

Rigaschen Architekten- und des Rigaschen technischen Vereins.

=Haken=, ~Hildegard v.~ Malerin. Geb. 7. April 1873 in Riga, besuchte

von 1896-1898 die Jung-Stillingsche Zeichen- und Malschule in Riga

und empfing ihre weitere Ausbildung im Berliner Künstlerinnen-Verein.

Gleichzeitig war sie Schülerin der Blumenmalerin Kath. Klein und

arbeitete seit 1899 ab im Atelier der Frau v. Sivers. Sie lebt z. Z. in

Berlin.

Nach Autobiographie.

=Hardenack=, ~Paul v.~ Architekt. Geb. 4. März 1819 in Riga, als Sohn

eines Zollbeamten, gest. daselbst 1879; erhielt seine Ausbildung in

Petersburg auf der Bauschule des Ministeriums des Wegebaues, jetzt

Zivilingenieurinstitut, wurde 1844 Architektsgehilfe und 1858 Architekt

der livländischen Gouvernementsregierung. 1863 wurde er auf Kosten

der Regierung ins Ausland geschickt, um Studien zu Gefängnisbauten

in Deutschland, Frankreich, Belgien und in der Schweiz zu machen.

Krankheitshalber verliess er 1875 den Staatsdienst. Zu seinen

bedeutendsten Bauten gehört die grosse Synagoge in Riga, 1871 vollendet.

Nach Familiennachrichten.

=Hartmann=, ~Hermann Eduard~. Maler und Holzschneider. Geb. 20.

Juli 1817 in Dorpat; gest. daselbst 26. Dezember 1880. Seine erste

Ausbildung erhielt er von Aug. M. Hagen. 1836 ging er zu weiterer

Ausbildung nach Düsseldorf, später nach München. Von 1841-1844

bekleidete er das Amt eines Zeichenlehrers an der Landesschule

zu Birkenruh und liess sich 1845 in Dorpat nieder, wo er sich

vorherrschend mit dem Holzschnitt beschäftigte. Mehrere seiner

Holzschnitte erschienen in der estnischen Zeitschrift Postimees, im

estnischen Volkskalender und in der lettischen Zeitschrift Pasaule. Er

hat auch mehrere Porträts gemalt. Seit dem Dezember 1860 bekleidete

er das Amt des Konservators am Museum der Gelehrten estnischen

Gesellschaft und war gleichzeitig in verschiedenen Kommunalämtern

tätig. Von seinen Arbeiten seien genannt: Zeichnung des Marktplatzes

zu Wenden, 1844. Auf den Stein gezeichnet von A. M. Hagen; gedruckt

bei Schlater für Briefbogen. -- Ansicht von Riga von der Dünaseite,

1856. Holzschnitt für den estnischen Volkskalender von 1858; auch auf

Briefbogen. -- Trachten der Pleskau’schen Esten, 1859; Holzschnitt. --

Abbildungen Dorpater Studenten; Holzschnitt, von Chr. J. Petersohn mit

Versen versehen. -- Schloss Neuhausen bei Johannisfeuerbeleuchtung.

Nach der Natur gezeichnet und in Holz geschnitten 1859. -- Schloss

Neuhausen; Holzschnitt 1859. -- Ansicht von Narva mit estnischer

Ueberschrift: Narwalin, auf einem fliegenden Bande; Holzschnitt in

einem länglichen Achteck. -- Ansicht von Walk, 1856 in Form einer

Vignette mit Renaissanceumrahmungen; Holzschnitt. -- Der Wasserfall der

Narowa; kleiner Holzschnitt. -- Ansicht von Riga mit der Flossbrücke;

kleiner, oben bogenförmiger Holzschnitt. -- Portal der Johanniskirche

in Dorpat; kleiner Holzschnitt. -- Dreizehn Ansichten aus Dorpat;

kleine Holzschnitte. -- Porträt des Professors Martin Asmuss. Lith. von

Sternberg, gedr. von F. Schlater 4^o. -- Porträt desselben. Gez. von H.

C. Hartmann, lith. von F. Hanfstängl, Dresden. -- Porträt des Pastors

Eduard Philipp Körber († 1850). -- Porträt von A. W. Hollander, nach

A. Pezold auf den Stein gez. von Hartmann, gedr. bei Schlater, 4^o.

-- Porträt des Pastors der estnischen Gemeinde zu Dorpat Karl Heinr.

Konst. Gehewe; Holzschnittsilhouette nach Dr. Panck. -- Porträt des

Oberlehrers der Geschichte am Gymnasium zu Dorpat Gustav Moritz Santo;

Holzschnittsilhouette nach Dr. Panck.

Sitzungsberichte der Gelehrten estnischen Gesellschaft 1880. --

Inland 1855 S. 604.

=Hartmann=, ~Wolfgang~. Kupferstecher. Um die Mitte des 17.

Jahrhunderts in Riga tätig. Von ihm: Porträt des schwedischen

Generalgouverneurs von Livland Grafen Gustav Horn, 1652. Die

Originalplatte im Dom-Mus. zu Riga. Davon Abdrücke aus neuerer Zeit.

-- Porträt des Rigaschen Ratsherrn Laurenz Zimmermann, etwa um 1652.

Originalplatte im Dom-Mus. zu Riga. -- Porträt des Dompastors Matthias

Reland, 1653. -- Porträt des Rigaschen Bürgermeisters Melchior Fuchs,

1654.

=Hase=, ~Peter~. Maler in Riga um die Mitte des 15. Jahrh. Er malte

1460 eine Tafel für den Altar der Losträger in der Petrikirche mit den

Patronen der Gilden und erhielt dafür 50 Mark rigisch.

(C. Mettig.)

=Hasselblatt=, ~Adolf~. Bildhauer und Landschaftsmaler. Geb. 19. Juni

1823 im Pastorat Roethel in Estland; gest. 7. August 1896 in Winnenden

i. W., kam nach Petersburg in eine Gypsgiesserei und hier in Berührung

mit verschiedenen Künstlern. Ende der vierziger Jahre besuchte er

die Petersburger Akad. und absolvierte sie mit der gr. silb. Med. Er

beteiligte sich an den ornamentalen Arbeiten für die Isaakskirche in

Petersburg, nahm aber später das Amt eines Zeichenlehrers in Wiborg

an. Um sich in der Landschaftsmalerei auszubilden begab er sich von

hier nach Düsseldorf und besuchte darauf Italien. Seine Ansicht es

als Künstler zu keiner Bedeutung bringen zu können, veranlasste ihn

schliesslich zur Aufgabe des Berufs. Die Mehrzahl seiner Arbeiten

befindet sich im Familienbes. Das Mus. zu Reval besitzt von ihm eine

finnländische Landschaft.

Nach Familiennachrichten (Jul. Hasselblatt-Norden).

=Hau=, ~Eduard~. Porträt- und Perspektivmaler. Geb. 16. Juli 1807 in

Reval, als Sohn des Malers Johannes H., gest. in Petersburg. Nachdem er

den Unterricht seines Vaters genossen hatte, bezog er 1830 die Akad. in

Dresden, verliess diese aber schon nach zwei Jahren, um sich mit der

Schriftstellerin Nelly Strieker in Altenburg zu vermählen. 1836 kam er

nach Dorpat und begann hier ein grosses Porträtwerk: die Bildnisse der

Universitätsprofessoren, die in gr. fol. seit 1837, von F. Schlater

lithogr. in 6 Heften erschienen. Zu Beginn der vierziger Jahre zog

er nach Petersburg und wurde hier von der Akad. 1854 für ein das

Treppenhaus der Eremitage darstellendes Bild zum Akademiker ernannt.

Er wandte sich jetzt ganz der Interieurmalerei zu und schuf eine Folge

von Ansichten aus den Zimmern der Kaiserl. Schlösser, besonders aus

dem Winterpalais und aus Gatschina. Die Sammlung von Porträts der

Professoren an der Kaiserlichen Universität Dorpat umfasst folgende

Bildnisse: Heft 1: Fr. Busch, C. C. Ulmann, C. G. v. Bröcker, W. F.

Clossius, A. v. Reutz. -- Heft 2 und 3: C. F. Otto, F. G. v. Bunge, J.

F. Erdmann, G. F. v. Sahmen, P. Walter, A. Hueck, N. Pirogoff, G. B.

Jäsche, W. Struwe, H. M. Jakobi. -- Heft 4 und 5: C. A. v. Madai, A.

W. Volckmann, F. G. Bidder, F. Göbel, C. Morgenstern, F. Schmalz, F.

Parrot, C. L. Blum, C. F. Neue, H. von Köhler (Privatdozent). -- Heft

6: A. v. Bunge, F. D. Friedländer, F. Kruse, M. Rosberg, C. A. Senff.

-- Ferner von ihm: Porträt des Prof. F. G. von Bunge in kl. fol. --

Porträt des Generalleutenants F. v. Driesen, lith. nach dem Original v.

Rosenberg 1839, gedr. v. F. Schlater. -- Porträt des Oberlehrers Dr.

Aug. Carlblom. Lith. kl. fol. -- Porträt des Pastors H. W. Cruse in

Mitau. Lith. kl. fol. -- Porträt des Oberpastors zu St. Olai in Reval

Chr. Gottl. Mayer. Lith. v. Schlater, kl. fol.

Inland 1837 S. 212 und 792; 1838 S. 528 und 830; 1839 S. 159; 1854

S 866. -- W. Neumann, Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 100.

=Hau=, ~Johannes~. Landschaftsmaler. Geb. 30. März 1771 in Flensburg;

gest. 22. Juli 1838 in Reval, Vater des Vorigen, kam in jugendlichen

Jahren nach Reval und erwarb sich hier in kurzer Zeit einen Ruf als

geschickter Landschafter. 1828 gab er mit Karl v. Kügelgen eine

Sammlung Revaler Ansichten heraus unter dem Titel: „Collection de XII

vues gravées à l’aquatinta“. Dieselbe Sammlung erschien später in

Lithographien von Th. Gelhaar im Verlage von G. Eggers in Reval. --

Eine Ansicht des Brandes der Olaikirche, 1820 (Zeichn.) befand sich im

Bes. des Admirals von Proffen. -- Eine Ansicht von Reval (Gouache),

1901 im Rigaer Kunsthandel.

Revaler wöchentl. Nachrichten 1823 S. 905 und 939. -- G. v. Hansen,

Die Kirchen und ehem. Klöster Revals III. Aufl. S. 51. -- W.

Neumann, Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 76 u. 99.

=Hau=, ~Woldemar~. Porträtmaler. Geb. 4. Februar 1816 in Reval als

Sohn des Vorigen und Stiefbruder von Eduard H.; gest. 11. März 1895

in Petersburg. Er erhielt seine Vorbildung durch den Maler Karl

Ferd. v. Kügelgen und lenkte durch ein tüchtig gemaltes Porträt des

Revaler Militärgouverneurs, Admirals Grafen Ferd. v. Lütke (1832)

die Aufmerksamkeit der Gräfin Baranoff, einer Hofdame, auf sich, die

ihn dem Prof. Alex. Sauerweid empfahl. Durch Sauerweids Vermittlung

wurde er Schüler der Akad., absolvierte sie und begab sich 1838 nach

Deutschland und Italien. 1840 nach Petersburg zurückgekehrt, wurde er

zum Hofmaler ernannt und 1849 für ein Porträt der Grossfürstin Maria

Nikolajewna, Herzogin von Leuchtenberg, von der Akad. zum Akademiker

befördert. Die Mitglieder der Kaiserlichen Familie von Nikolaus I. bis

auf Alexander III. hat er wiederholt gemalt. Zu seinen bedeutendsten

Arbeiten gehört die aus ca. 200 Miniaturporträts bestehende Sammlung

von Bildnissen der Veteranen des Ismailowschen Garde-Reg. und der

Leibgarde zu Pferde für den Kaiser Nikolaus I., zu dessen 50jährigem

Jubiläum als Chef dieser Regimenter. 1838 malte er die Miniaturporträts

des Herzogs Wilhelm v. Nassau und dessen Gemahlin. Sein Bild, den

Kaiser Nikolaus I. auf dem Sterbebette darstellend, wurde von Feldt

lith. 1870 musste er seine Tätigkeit wegen geschwächter Sehkraft

einstellen. Sein Werk wird über 1000 Nummern geschätzt. Die literär.

Ges. in Reval besitzt von ihm das Porträt des Dr. Ferd. Wiedemann,

Gründers der Gesellsch., das Gymnasium das Porträt des Direktors L.

Gahlnbäck.

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer S. 99-100.

=Hauswald=, ~Karl Friedrich~. Lithograph. Gründete um 1829 eine

lithogr. Anstalt in einem Hause der Kaufstrasse in Riga, dessen äussere

Ansicht mit einer Empfehlung der Anstalt von ihm lithographiert wurde.

1835 wurde er „Gouvernements-Lithograph“ und 1838 suchte er bei der

Akad. der Künste in Petersburg auf Grund vorgelegter Arbeiten um die

Erteilung eines akademischen Grades nach, doch wurde sein Gesuch 4. 1.

1839 abgelehnt. Er erblindete in den letzten Jahren seines Lebens. Von

ihm: die Ansichten des ehemals Loss’schen Hauses in der Kaufstrasse, um

1830. -- Sechs Ansichten von Riga; lith. nach G. C. Scharlow, 1830 in

einem Heft erschienen. -- Porträt des Rigaschen Bürgermeisters J. J.

Rolssen; lith. nach D. Jantzen, 1833. -- Malerische Ansichten aus Riga

und Umgebung. 12 Blatt in 2 Heften qu. fol., lith. nach D. Jantzen,

1835. -- Zwei Ansichten von Riga mit der Dünabrücke. -- Altar der

Petrikirche. -- Grundriss und Fassade des Gouvernements-Gymnasiums.

Lith. -- Porträt Luthers, ganze Figur. Lith. -- Der „Wasserkarl“;

lith. nach O. Berthing, 1835. -- Ansicht von Pleskodahl; lith. nach

einer Zeichnung v. C. S. (C. v. Sengbusch). -- Ansicht des Kurhauses

in Kemmern bei Riga, als Umschlag zu der Broschüre: Kurze Darstellung

des Badeorts Kemmern in Livland, 1838. Lith. Unterschr.: Bad Kemmer

(sic). -- Ansicht von Dorpat nach einem Aquatinta von C. Senff,

1806. -- Steinzeichnung nach einem Entwurf von Thorwaldsen zu einem

Erinnerungsdenkmal der Verbindung der Ostseeprovinzen mit Russland seit

1710. Abgedruckt im Inland 1836.

Rigasche Stadtbl. 1830 S. 371; 1833 S. 318; 1835 S. 366 und 404;

1837 S. 244; 1840 S. 310. -- Inland 1836 S. 57 ff.

=Hay=, ~Johann Eduard~. Porträtmaler. Geb. 1815 in Riga; gest. 1841 in

Genua. Er war von seinem Vater zum Kaufmannsstande bestimmt, durfte

aber schliesslich seinem Wunsche, die Künstlerlaufbahn zu beschreiten,

folgen. Seine Vorbildung erhielt er von dem Maler L. Bülow, ging

dann nach Düsseldorf, wo er Schüler von Prof. A. Schroeter wurde und

nach dreieinhalbjährigem Aufenthalt nach Italien, wo er in Genua der

Schwindsucht erlag. Das städt. Museum besitzt von ihm das Porträt

seines ersten Lehrers.

=Hefftler=, ~Karl Eduard~. Landschaftsmaler. Geb. 26. April 1853

in Reval, trat 1876 in die Petersburger Kunstakad. zum Studium der

Architektur und absolvierte sie 1880 mit dem Range eines freien

Künstlers. Sein Talent für malerische Darstellung von Architekturen

wurde Veranlassung, dass er sich der Malerei zuwandte und speziell

der Aquarellmalerei, die er in Deutschland, Oesterreich, Frankreich

und Italien studierte. Er lebt in Petersburg, wo er, bis eintretende

Kränklichkeit ihn am Schaffen zu hindern begann, zu den vorzüglichsten

Aquarellisten gehörte.

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 164-166.

=Heintz=, ~Tobias~. Kunsttischler. Geb. um 1590, befand sich 1617

als „Hoftischler“ in herzogl. kurländischen Diensten. Von ihm ein

reich ausgestattetes mit vier biblischen Szenen und seinem Porträt in

Intarsia geschmücktes Betpult, das er 1617 für die Trinitatiskirche

schuf, jetzt im Mus. zu Mitau. Vermutlich sind von ihm auch die

Brüstungen der östlichen Emporen in dieser Kirche, inschriftlich von

1616.

Sitzungsber. der kurl. Ges. für Lit. und Kunst 1868 S. 228. --

W. Neumann, Grundriss einer Gesch. der bild. Künste und des

Kunstgewerbes in Liv-, Est- und Kurland 1887 S. 161.

=Hellwig=, ~Friedrich~. Theatermaler. Geb. 1832 in Bremen; gest.

1898 in Wien, erhielt seine Ausbildung im Atelier des Hoftheaters zu

Oldenburg, wurde dann Schüler von Joh. Mühldorfer in Mannheim und

1863 dessen Nachfolger. Im Herbst 1866 kam er nach Riga, wo seine

erste grössere Arbeit die Herstellung der Dekorationen zur Oper Oberon

war, der bald die Dekorationen zur Afrikanerin folgten. 1870 ging er

nach Nürnberg, kehrte aber 1878 nach Riga zurück und blieb hier bis

zu seiner Pensionierung (Mai 1890). Zu seinen bedeutendsten Arbeiten

während dieses zweiten Aufenthalts in Riga gehören die Dekorationen

zu Gounods Faust. In Privatbes. von ihm mehrere ansprechend gemalte

Landschaften.

Neue Ztg. für Stadt und Land 1880 Nº 29. -- Dünaztg. 1892 vom 20.

Juni (2. Juli). -- Rigaer Theater- und Tonkünstlerlexikon S. 91.

=Hembsen=, (~Hemssen~, ~Hemessen~) ~Hans v.~ Maler. Geb. im letzten

Viertel des 16. Jahrhunderts in Lübeck; gest. in Reval vor 1673,

erlernte die Kunst bei dem Lübecker Maler Philipp Röseler, arbeitete

dann in Königsberg und Danzig, und richtete am 15. März 1616 an den

Lübecker Rat ein Gesuch um Zulassung als Freimeister, das aber auf

Grund einer Supplik der Amtsmeister abgeschlagen wurde. Am 26. April

1625 wiederholte er sein Gesuch unter gleichzeitiger Vorzeigung eines

Gemäldes, das eine Ansicht des Audienzsaales im Lübecker Rathause vor

seiner Erneuerung im Jahre 1573 und als Staffage eine Sitzung des

Obergerichts darstellt (jetzt in der Hörkammer des Lübecker Rathauses).

Dieses zweite Gesuch wurde mit gewissen Einschränkungen genehmigt. 1635

malte er das Epitaph des 1634 verst. Lübecker Bürgermeisters Lorenz

Müller mit dem Porträt des Verstorbenen und mit Darstellungen der

Kreuzigung und der Auferstehung Christi (Marienkirche zu Lübeck). Seit

1637 ist er in Reval nachweisbar, wo er ebenfalls schwere Kämpfe mit

den Amtsmeistern durchzumachen hat. Werke sind ihm hier mit Sicherheit

nicht nachzuweisen.

P. Hasse in d. Zeitschr. d. Vereins f. Lübeckische Gesch. u.

Altertumskunde. -- Ders. Aus der Gesch. d. Lübecker Malerei von

1550-1700, Lübeck 1900 mit Abb. v. J. Nöhring. -- W. Neumann in d.

Sitzungsber. d. Gesellsch. f. Gesch. u. Altertumskunde, Riga 1898

S. 52.

=Hembsen=, ~Albrecht v.~ Maler. Geb. in Lübeck um 1625; gest. in

Reval an der Pest 1657. Er kam mit seinem Vater Hans um 1637 nach

Reval und erlernte unter seiner Leitung die Kunst der Malerei. Es

wird von ihm berichtet, dass er viele Porträts, namentlich adeliger

Personen, gemalt habe. Er übernahm in der Folge die Geschäftsführung

für die Witwe des Malers Peter Wicherts in Reval und malte ein Jahr

und 20 Wochen an den Tafeln für die Kanzel (wahrscheinlich für die

1684 durch Brand zerstörte Kanzel der Domkirche); auch das Epitaph des

Obersten Rechenberg, vermutlich auch 1684 durch den Brand der Domkirche

zerstört, wurde von ihm gemalt.

W. Neumann in d. Sitzungsber. der Gesellsch. f. Gesch. u.

Altertumskunde, Riga 1898 S. 54 ff.

=Herrle=, ~Karl~, aus München, arbeitete von 1870-1872 als

Dekorationsmaler am Rigaschen Stadttheater, wo zu seinen bedeutendsten

Arbeiten die Dekorationen zu den Meistersingern gehören. Er war auch

ein geschickter Landschaftsmaler und stellte wiederholt in Riga aus.

Man hat von ihm Ansichten aus dem alten Riga und aus Treyden.

Rigasche Ztg. 1871 Nº 47; 1874 Nº 51. -- Rigaer Theater- u.

Tonkünstlerlexikon S. 94.

=Hess=, ~Friedrich Wilhelm~. Architekt. Geb. 1822; gest. 23. Mai 1877

in Riga, war in Petersburg Schüler des Prof. H. Bosse und wurde 1851

von der Akad. zum freien Künstler ernannt. Seit 1852 war er in Riga

beim Bau der Börse und neben dem Architekten H. Scheel auch beim Bau

des Stadttheaters beschäftigt. Zu seinen selbständigen grösseren

Bauausführungen gehören in Riga die Häuser de Chey und Minus. Von

1857-1860 erbaute er das Schloss Kolzen in Livland.

Inland 1851 S. 934. -- Ztg. f. Stadt u. Land 1877 Nº 119 u. 121. --

Rigasche Ztg. 1877 Nº 116 Beilage. -- Rigasche Industrieztg. 1877

Nº 2.

=Hess=, ~Karl Gotthard~. Lithograph. Geb. 1818; gest. 1867 in Riga,

lebte anfangs in Petersburg und machte sich 1859 in Riga ansässig. Von

ihm: Ansicht von Riga vom Wöhrmannschen Park aus nach Abtragung der

Wälle. -- Riga mit der Dünabrücke, umgeben von 26 kleinen Ansichten der

bedeutendsten Gebäude 1863.

Inland 1859 S. 687. -- Rigasche Stadtbl. 1859 S. 291; 1862 S. 402;

1867 S. 114.

=Heubel=, ~Alexander~. Historienmaler. Geb. 9. April 1813 in Lemsal;

gest. 22. Jan. 1847 in Riga. Das Talent des Knaben hatte die

Aufmerksamkeit eines Dorpater Studenten, des nachmaligen Predigers an

der St. Annenkirche zu Mitau, Wilhelm Pantenius, erregt und diesen

veranlasst ihn in den Wissenschaften zu unterrichten. 1829 kam H. nach

Riga und genoss hier den Unterricht des Malers G. H. Büttner. Mit dem

Maler Joh. Karl Bähr zog er im Herbst 1832 nach Dresden, um in die

dortige Akad. einzutreten, ging aber 1834 nach Düsseldorf, wo er sich

an Bendemann anschloss. 1841 begab er sich mit seinem Studiengenossen

Ludw. Haach nach Rom, von wo er, schon kränkelnd, 1845 in die Heimat

zurückkehrte. Ausser verschiedenen Bildnissen sind von ihm bekannt:

Moses, unterstützt von Aron und Hur, den Sieg über die Amalekiter

erflehend, 1837 (Bes. Gal. Brederlo, Riga). -- Hiob und seine Freunde

(In Düsseldorf gem. kam in den Bes. des Senators Jähnisch, Hamburg.

Die Farbenskizze in der Brederloschen Galerie). -- Kopf eines alten

Mannes, Studie, (Bes. Gal. Brederlo, Riga). -- Heilige Familie (Kam

in den Bes. des Apothekers Heubel in Dorpat; die Farbenskizze in der

Gal. Brederlo). -- Italienerin aus Albano und Flucht nach Aegypten (Vom

Rigaschen Kunstverein 1877 aus dem Besitz des Hofgerichtspräsidenten

E. v. Sivers erworben). -- Die drei Männer im feurigen Ofen (1841-1844

in Rom im Auftrage der Kaiserin v. Russland gem., jetzt im Schlosse

zu Ropscha. Farbenskizze in der Gal. Brederlo. Karton im Bes. des

Staatsrats E. Krüger, Mitau). -- Portr. des Malers Theobald Reinhold,

Freiherrn v. Oër. 1844 in Dresden gem. -- Christus auf Wolken

schwebend, Altargem. für die St. Jakobikirche in Riga, 1845 gem. --

Selbstbildnis, in Rom gem. (Im Familienbes., Charkow). -- Selbstbildnis

1846 gem. (Bes. Gal. Brederlo, Riga). -- Selbstbildnis (Bes. Städt.

Museum, Riga aus dem Bes. des Hn. M. v. Tunzelmann -- Adlerflug). --

Von ihm die Entwürfe zu den Figuren der Charitas und der Mildtätigkeit

am ehemaligen Waisenhause (jetzt Stadtsparkasse) in Riga 1846.

Rigasche Biographien II S. 135. -- W. Müller v. Königswinter,

Düsseldorfer Künstler. -- W. Neumann, Baltische Maler u. Bildhauer

des 19. Jahrh. S. 51-53.

=Heubel=, ~August Gotthilf~. Holzschnitzer und Kunsttischler. Geb. 17.

Dezember 1760 zu Zedenik in der Ukermark; gest. 24. Mai 1846 in Walk,

Vater des Vorigen, kam um 1780 nach Riga, liess sich 1810 in Lemsal

nieder und zog 1829 nach Dorpat. Von ihm haben sich einige vortrefflich

stilisierte Altäre erhalten, wie der Altar in der Kirche zu Lemsal

(1785), Altar und Kanzel in der Kirche zu Wangasch (Kirchspiel

Rodenpois) 1790, Altar der Domkirche zu Riga 1817 nach einem Entwurf

des Prof. Krause in Dorpat. (Dieser wurde 1895 abgebrochen, die Figuren

des Moses und Johannes wurden bei der Neuaufstellung des Altarbildes

in der Südkapelle am Turm, wieder verwendet.) -- Ein Teebrett in

Mosaikarbeit mit einer Darstellung des Schwurs auf dem Rütli, erwähnt

von Seume in „Mein Sommer 1805“, scheint von Heubel angefertigt worden

zu sein.

Inland 1842 S. 312; 1847 S. 657 ff. -- Rigasche Stadtbl. 1821

S. 212. -- 10. und 11. Rechenschaftsbericht der Rigaschen

Dombauabteilung 1894 und 1895 S. 74.

=Heydenreich=, ~Detlaus v.~ Architekt. Geb. 24. Oktober 1818 in

Riga; gest. 2. November 1896 in Petersburg, besuchte von 1834-1839

die Petersburger Akad. um Architektur zu studieren. 1844 wurde

er zum Akademiker befördert. Er diente im Ressort der Wege- und

Wasserkommunikationen.

Inland 1851 S. 134.

=Heydtmann=, ~Alexander Wilhelm~. Maler. Geb. um 1750 auf dem Gute

Salven in Kurland; gest. in Riga, erlernte das Malerhandwerk und

bildete sich auf Reisen weiter aus. 8. 1. 1773 wurde er Meister des

Rigaschen Maleramts und 18. 1. 1773 Rigascher Bürger. Von 1787-1795

war er Aeltermann des Rigaschen Maleramts. Von ihm ein grosses

Wandbild, die sog. Bombe Peters des Gr. im ehemaligen Hauptsaal der

Stadtbibliothek, dem jetzigen Konfirmandensaale der Domkirche, 1786 von

ihm nach einem Entwurf des Barons Woldemar von Budberg ausgeführt.

Protokolle des Rigaschen Kämmereigerichts Bd. 29 S. 209-10. --

Publica des Rigaschen Rats Bd. 178 S. 324. -- W. Neumann, Führer

durch die Rigasche Domkirche, 1897 S. 23.

=Heyne=, ~Arthur~. Maler. Geb. 8. Oktober 1876 in Mitau, besuchte

1895 die Kunstschule in Weimar und ging nach dreijährigem Aufenthalt

daselbst nach München.

=Hilbig=, ~Gustav Ferdinand Alexander~. Architekt. Geb. 24. Oktober

1822 in Breslau; gest. 8. Februar 1887 in Riga, besuchte die Königl.

Kunst- und Bauhandwerkschule zu Breslau, dann das Gewerbe-Institut

zu Berlin und schliesslich die dortige Bauakad. Von 1846-1852 war er

unter Stüler beim Bau des neuen Museums in Berlin tätig und wurde

nach Ablegung des Lehrerexamens 1851 als Lehrer an die neugegründete

Provinzial-Gewerbeschule zu Krefeld berufen. Im April 1863 folgte er

einem Rufe als Professor an das Polytechnikum zu Riga. -- Zu seinen

bedeutendsten Bauausführungen gehören: die Gewerbeschule in Krefeld,

das Polytechnikum in Riga, die Schiffsspeicher in Mühlgraben, das

Maschinengebäude des Rigaschen Wasserwerks, das chemische Laboratorium

des Polytechnikums (jetzt umgebaut) und die Paulskirche in Riga.

=Hilbig=, ~Hermann Otto~. Architekt. Geb. 8. Mai (26. April) 1860 in

Krefeld, Sohn des Vorigen, studierte von 1877-1881 Architektur am

Rigaschen Polytechnikum und 1882/83 an der technischen Hochschule

in Berlin, wurde 1884 Assistent am Rigaschen Polytechnikum und war

von 1886-1893 Dozent für Bauwissenschaft an demselben. Seit seiner

Niederlegung des Lehramts lebt er in Riga als freipraktizierender

Architekt. Von ihm die luth. Kirche zu Bilderlingshof am Rigaschen

Strande, der Ausbau des „Sandturmes“ (ehemaliger Befestigungsturm)

zum Konventsquartier für die Studentenkorporation Rubonia, die

Wohnhäuser Schilling (gr. Sandstr. 20), v. Haken (gr. Sandstr. 32), v.

Ertzdorff-Kupfer (Ecke d. Kaisergarten- und Elisabethstr.), das eigne

Wohnhaus (Basteiboulevard 9), mehrere Sommervillen in Oger bei Riga.

Nach Autobiographie.

=Hiller=, Porzellanmaler, lebte während der ersten Hälfte des

19. Jahrhunderts in Riga. 1838 berichtet das Inland über von ihm

ausgestellte Porzellanmalereien. Auf der Kunstausstellung von 1842

befanden sich von ihm: Eine Vase mit dem Bilde „Pilger in der Wüste“

nach H. Stilke (in der Gal. Raczynski, Berlin), vermutlich nach der

Lithogr. v. Sprick; mehrere Tassen mit Rigaschen Ansichten und mit

Porträts.

Inland 1838 S. 459.

=Hindorf=, ~Alfred~. Geb. zu Laiden in Kurland am 12. Mai 1824, trat

1844 als Pionier in die preussische Armee, in der er 36 Jahre diente.

1863 wurde ihm die Oberleitung des Ausbaues der Burg Hohenzollern

übertragen. 1877 mit dem Rang eines Generalmajors verabschiedet,

liess er sich in Charlottenburg nieder. Von ihm: Sommermorgen auf

dem Faulhorn im Mus. Richartz-Walraff in Köln. -- Rügenscher Strand.

-- Einzug des Königs Wilhelm und des Kronprinzen an der Spitze der

schlesischen Truppen in Breslau am 18. September 1866, begrüsst

durch Oberbürgermeister Hobrecht, 1882. Schles. Mus., Breslau. --

Kriegsszenen aus dem Feldzuge von 1866. Farb. Lithogr. in qu. fol.

S. v. Bötticher, Malerwerke des 19. Jahrh.

=Hintze=, ~Benedikt~. Baumeister. Erbaute vom 19. Juli 1636 bis 1.

August 1638 die Jesuskirche in Riga, die etwa 20 Jahre später abbrannte.

Rigascher Almanach 1875. -- W. Busch, Gesch. d. Jesuskirche zu Riga.

=Hippius=, ~Gustav Adolf~. Porträtmaler. Geb. 1. März 1792 im Pastorat

Nissy in Estland; gest. 24. September 1856 in Reval; begraben in

Haggers. Er erhielt den ersten Kunstunterricht durch den Maler E.

Höppner in Reval und konnte dann an dem Unterrichte des Malers S.

Walther teilnehmen, den der Dichter Aug. v. Kotzebue für seine

Kinder aus Deutschland hatte kommen lassen und der auch den jungen

Ignatius, den Sohn des Propstes Ignatius in Haggers, in der Kunst

unterrichtete. Zu weiterer Ausbildung ging H. 1812 ins Ausland und

trat nach vorübergehendem Aufenthalt in Berlin, Dresden und Prag in

die Wiener Akad. Von hier zog er 1817 mit dem Kurländer Eggink nach

Rom, wo er im Overbeck-Cornelius’schen Künstlerkreise bald zu den

beliebtesten Persönlichkeiten gehörte. Auf der Heimreise seinen Weg

durch die Schweiz nehmend, machte er in Iverdun die Bekanntschaft

des greisen Pestalozzi, dessen Porträt er zeichnete (später von ihm

lithogr. vervielfältigt). 1820 liess er sich in Petersburg nieder, wo

er den Unterricht an mehreren höheren Unterrichtsanstalten übernahm

und gleichzeitig als Porträtist viel beschäftigt war. 1850 zog er sich

nach Reval zurück. -- Ausser einer Anzahl tüchtiger Porträts gehört

zu seinen bedeutendsten Arbeiten das lithographierte Porträtwerk: les

Contemporains, das seit 1822 in 8 Heften in gr. fol. erschien. Heft

I. Metropolit Michael. -- Minister Graf W. P. Kotschubei. -- Baron

A. G. Strogonow. -- Dichter J. A. Krylow. -- Bildhauer J. J. Martos.

Heft II. -- Fürst P. W. Lapuchin. -- Fürst N. G. Repnin. Graf M. M.

Speransky. -- Präses der Kunstakademie A. J. Olenin. -- Dichter W. A.

Joukoffsky. Heft III. -- Erzbischof Sestrenzewitsch. -- General Graf

Arakschejew. -- Graf Capodistria. -- Akademiker F. J. Schubert. --

Professor A. E. Jegorow. Heft IV. -- Fürst A. N. Golitzin, Minister

der Volksaufklärung. -- Geheimrat J. J. Dimitrew. -- Vizeadmiral A.

S. Schischkow. -- Staatssekretär für Finnland Graf Rehbinder. --

Akademiker Krug. Heft V. -- Finanzminister Graf Gurjew. -- Marquis

Paulucci. -- Graf Sobolewsky. -- Generalstabsarzt Rehmann. -- Hofmaler

Karl v. Kügelgen. Heft VI. -- Herzog Alexander von Württemberg. --

Fürst Dimetrius Golitzin. -- Baron Campenhausen. -- Graf Uwarow.

-- Bortnjansky. Heft VII. -- Fürst Lobanow-Rostowsky. -- Admiral

Mordwinow. -- A. Balaschew. -- Vizeadmiral Greigh. -- Historiker

Karamsin. Heft VIII. -- Graf Miloradowitsch. -- Staatssekretär Kikin.

-- Generalgouverneur von Archangelsk Minitzky. -- A. S. Puschkin. -- A.

J. Krusenstern. Ergänzungsblätter. -- Graf Nesselrode. -- Graf Kankrin.

-- Prof. N. J. Bulgakow. -- Akademiker Fischer. -- Schebujew. -- Er

gab heraus: Le jeune dessinateur, cour d’études progressives à l’usage

des écoles. 4 Hefte mit 32 Bl. Vorlagen. -- Elemente der Zeichenkunst.

66 Bl. Vorlagen. -- Blumenvorlagen 24 Bl. - Grundlagen einer Theorie

der Zeichenkunst. Petersburg und Leipzig, 1842 (wurde ins Russische

übertragen). -- Kunstschulen, 1850.

Inland 1842 S. 260; 1847 S. 707; 1850 S. 460, 712 u. ff.; 1852

S. 724; 1856 S. 105. -- Rigasche Stadtbl. 1822 S. 161, 476. --

Kunstblatt 1857 S. 250. -- Ostseeprovinzenblatt 1823 Nº 28. --

Baltische Monatsschrift Bd. 36 S. 30-49 und 107-130. -- W. Neumann,

Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 21-23.

=Hippius=, ~Otto Pius~. Architekt. Geb. 5. Mai 1826 in Petersburg;

gest. 29. August 1883 zu Pargola, Sohn des Vorigen. Er erhielt seine

fachmännische Ausbildung auf dem Polytechnikum zu Karlsruhe, das er

1849, mit der goldenen Medaille ausgezeichnet, absolvierte und besuchte

darauf die Petersburger Kunstakademie. 1863 wurde er zum Akademiker

ernannt und 1879 für seinen Konkurrenzentwurf zu einem Berliner

Dom zum Professor befördert. H. hat sich manche Verdienste um die

Gestaltung des protestantischen Kirchenbaues erworben. Neben seiner

künstlerischen Tätigkeit wirkte er auch als Lehrer an verschiedenen

Anstalten in Petersburg, so an der Stieglitzschen Zentral-Zeichenschule

und als Dozent für Literaturgeschichte an der Bauschule. Von ihm die

Kirchen zu Schemacha, die Karlskirche zu Reval (1870 geweiht) und die

Michaelskirche zu Narva (1886 vollendet), die Gebäude der Gasanstalt in

Petersburg, Schloss Sagnitz für den Grafen Berg, die Entwürfe zu dem

evangelischen Hospital in Petersburg (in Wien auf der Welt-Ausstellung

1873 mit der gold. Medaille prämiiert). Er veröffentlichte: „Darf der

Berliner Dom ein Kuppelbau sein?“ 1871.

Inland 1850 S. 711; 1851 S. 934. -- Rigasche Zeitung 1869 Nº 293;

1871 Nº 295; 1873 Nº 188; 1883 Nº 204. -- Zeitung für Stadt und

Land 1879 Nº 204. -- Rigasche Industriezeitung 1877 Nº 2.

=Hoeflinger=, ~Louis~, Lithograph, aus Hessen gebürtig, erwarb 1857

die Schlatersche lithographische Anstalt in Reval und verlegte sie im

nächsten Jahre nach Dorpat. Er beschäftigte sich auch mit Photographie.

Aus seiner Anstalt gingen hervor: Ansicht von Dorpat vom Rosengarten

aus. -- Farbige Ansicht von Dorpat (mit 14 Platten gedruckt). --

Album von Dorpat und Umgegend, 20 Blatt, 1860 erschienen, teils nach

Zeichnungen von Iwansohn, in Irisdruck ausgeführt in Berlin, qu. fol.

-- Kommersbild der Curonia, II. Sem. 1857 nach Iwansohn. -- Zehn

Ansichten von Dorpat auf Briefbogen. -- Plan der katholischen Kirche

in Dorpat 1861. -- Zwei Ansichten aus Fellin: Schlossruine und Ansicht

der Stadt, qu. 8^o. -- Porträt des Lehrers Isidor de Friou, Lith. in

4^o. -- Porträt des Livländers Reinh. Patkul im Oval mit faksimilierter

Unterschrift, Lith. 8^o. -- Kalender für 1859 mit lith. Ansichten aus

Riga, Reval, Pernau. -- Ansicht von Narva nach N. Schmor, 1857, 4^o. --

Schlossruine zu Hapsal (auch farbig) für Briefbogen.

Inland 1857 S. 365; 1858 S. 347; 1860 S. 797. -- Sitzungsbericht

der Gelehrt. estn. Gesellschaft 1861 S. 42.

=Hofmann=, Bild- und Tapetenwirker lebte im 17. Jahrhundert in Mitau.

Mirbach, Kurische Briefe II S. 255 (J. Döring).

=Hoffmann=, ~Julius~. Geb. 1803 in Riga; gest, 1841 (?) in Rom,

besuchte die Petersburger Akademie und ging mit seinem Studiengenossen

Bruni, dem späteren Professor der Akademie um 1830 nach Rom. Eine

Kopie der Grablegung nach Caravaggio und eine Kopie des Parnasses von

Raffael wurden der Akademie überwiesen. -- Im Besitz des Hn. v. Firks

auf Wandsen befanden sich zwei Porträts, 1833 in Rom gem. und eine

italienische Landschaft, die Tassoeiche. Ein männliches Porträt war

1842 auf der Kunst-Ausstellung in Riga.

=Hoffmann=, ~Oskar~. Maler und Radierer. Geb. 24. Januar 1851 in

Dorpat, trat 1871 in die Düsseldorfer Akademie und arbeitete unter

E. Dücker. 1878 gründete er ein eignes Atelier, zog aber 1884 nach

Petersburg. Die heimatliche Landschaft und die estnische Bevölkerung

bilden in der Mehrzahl die Gegenstände seiner ansprechenden Gemälde.

Das städt. Museum zu Riga besitzt von ihm: Estnische Bauern bei der

Kartoffelernte. Von seinen Radierungen nennen wir: Estnische Bauern

in Unterhaltung, Orig.-Radierungen Düsseldorfer Künstler, Heft III.

1879. -- Estnischer Bauernhof mit einem korbflechtenden Manne und

zwei Kindern. Orig.-Radierungen Düsseldorfer Künstler, Heft V. --

Livländische Landschaft, bez. Osc. H. fc. 1880 in „Kunst und Leben“

herausg. v. Bodenstedt 1881, III. -- Fischer mit Kindern; bez. Osc.

H. fc. 1881. Graphische Künste, 1884. -- Livländische Landschaft

(Heiligensee) bez. umgekehrt. 88 cf. H. sc., im Вѣстникъ изящ.

искусствъ 1887. -- Este; bez. Оск. Г. fc. 83, daselbst.

=Hoffmann=, ~Otto~. Architekt. Geb. 23. September 1866 im Pastorat

Maria-Magdalenen in Estland, besuchte zunächst die Stieglitzsche

Zeichenschule in Petersburg und studierte von 1886-1892 Architektur

am Rigaschen Polytechnikum. Er wurde 1894 Assistent am Polytechnikum

für darst. Geometrie und Baukonstruktionslehre und ging dann

zu Studienzwecken nach Deutschland, Oesterreich, Italien und

Frankreich. 1896 Adj. Professor für Bauwissenschaften am Rigaschen

Polytechnikum; z. Z. ord. Professor und stellvertr. Direktor. Er

erbaute die Taubstummenanstalt in Riga, erhielt 1898 den 2. Preis

bei der Konkurrenz um den Bau der Marien-Diakonissenanstalt in

Riga und wurde mit der Ausführung des Projekts betraut. 1898-1902

leitete er den Ergänzungsbau des Rigaschen Polytechnikums nach den

Plänen des Professors J. Koch und führte von 1900-1901 den Umbau des

Polytechnikums aus.

Nach Autobiographie.

=Holst=, ~Matthias v.~ Architekt. Geb. 4. Oktober 1839 in Fellin als

Sohn des dortigen Pastors Valentin v. H., gest. im April 1905 in

Berlin; studierte bis 1881 am Polytechnikum zu Hannover, dann in Zürich

Architektur und arbeitete unter Leins in Stuttgart und unter Ferstel in

Wien. 1866 liess er sich in Riga nieder und übernahm zeitweilig das

Amt eines städtischen Baurevidenten. 1876 siedelte er nach Berlin über,

wo er mehrere grosse Bauten, z. T. in Gemeinschaft mit dem Professor

Karl Zaar, ausführte. Von seinen hiesigen Bauten sind zu nennen: Die

Peter-Paulskirche in Fellin, die Türme der Kirchen zu Paistel und

Kallist, die Hochbauten der Riga-Mitauer Eisenbahn und drei grössere

Wohngebäude in Riga, (Nº 9 am Nikolaiboulevard (eignes Haus), Nº 21

am Thronfolgerboulevard, Nº 1 in der Ingenieurstr.), an denen er den

Rohziegelbau architektonisch durchzubilden bemüht war.

Nach Autobiographie.

=Hoppe=, ~Ferdinand Theodor~. Marine- und Landschaftsmaler. Geb. 23.

Februar 1848 in Dorpat; gest. 2. Dezember (18. November) 1890 in

Düsseldorf, wurde Schüler der Düsseldorfer Akademie und von E. Dücker,

dem er in seinen Arbeiten zuweilen nahe kommt. Motive vom Ostseestrande

und von der Insel Rügen sind vorherrschend Gegenstand seiner Bilder.

Einzelne von ihnen in baltischem Privatbesitz.

Rigasche Zeitung 1870 Nº 273; 1872 Nº 138; 1876 Nº 170; 1877 Nº 9;

1880 Nº 226; 1881 Nº 197; 1882 Nº 74. -- Dünazeitung 1890 Nº 271.

-- W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 153.

=Hoppe=, ~Friedrich~. Porträtmaler. Geb. 28. März 1838 in Riga,

wurde Schüler des Malers O. Berthing und begab sich 1856 zu weiterer

Ausbildung nach Antwerpen. Mittellosigkeit zwang ihn schon nach

zweijährigem Aufenthalt nach Riga zurückzukehren, wo er durch

Porträtmalen und Unterrichterteilen sich fortzubringen suchte. Ostern

1860 nahm er das Amt eines Zeichenlehrers an der Kreisschule in Mitau

an. 1862 zog er nach München.

Rigasche Ztg. 1858 Nº 179; 1859 Nº 32; 1873 Nº 168; 1874 Nº 51.

=Hoppenditzel=, ~Niklas~. Fürstlicher Baumeister in Mitau; ist als

solcher vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Jahre 1711 nachweisbar.

Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche zu Mitau (J. Döring).

=Hostein=, ~Eduard v.~ Zeichnete in den zwanziger Jahren des 19. Jahrh.

eine Reihe von Ansichten aus Reval und dessen Umgebung, die Jean Victor

Adam mit Staffage versah, bei Lemourer in Paris lithographiert und

von dem Kunsthändler Domenico Avanzo in Reval herausgegeben wurden.

Sie stellen dar: Das kaiserliche Lustschloss in Katharinental. -- Den

Eingang in den Garten von Katharinental. -- Die Rückseite des Domes.

-- Reval von der Petersburger Strasse aus. -- Die grosse Strandpforte.

-- Die Ruinen des Brigittenklosters. -- Aussicht auf Kosch. -- Reval

von der Dorpater Strasse aus. -- Blick auf die Stadt vom Steenbockschen

Hause aus. -- Schloss Fall. -- Reval von der Kappelschen Strasse

aus. -- Die Lehmpforte zu Reval. -- Ansicht des Katharinentals vom

Laaksberge her. -- Ansicht von Worms.

=Hueber=, Porträtmaler aus Tyrol, wahrscheinlich der Malerfamilie

dieses Namens zu Imst in Tyrol angehörend, hielt sich vom Beginn der

vierziger Jahre bis etwa 1850 oder 1852 in Riga und Dorpat auf, wo er

eine grosse Anzahl von Bildnissen hinterlassen hat. Mehrere Bilder

seiner Hand besass der Konsul v. Wöhrmann in Riga.

Rigasche Stadtbl. 1845 S. 380.

=Huhn=, ~Karl Theodor~. Historien- und Genremaler. Geb. 1. Dezember

1830 in Sissegal in Livland als Sohn des dortigen Schullehrers und

Organisten; gest. 16/28. Januar 1877 zu Davos in der Schweiz. Sein früh

sich zeigendes Talent veranlasste einen Kunstfreund, den Besitzer des

Gutes Serbigal, v. Wulf, ihm die Möglichkeit zu weiterer Ausbildung zu

gewähren. Er kam nach Petersburg und fand in dem Maler Wilhelm Pape,

in dessen Hause er wohnte, seinen ersten Lehrer. 1852 trat er in die

Akad., absolvierte sie mit der gr. gold. Medaille und dem Anrecht auf

ein mehrjähriges Auslandsstipendium, doch kam er erst 1863 dazu von

diesem Vorrecht Gebrauch zu machen. Er ging zunächst nach Deutschland,

dann zu längerem Aufenthalt nach Paris und bereiste Frankreich,

Spanien, Belgien und Holland. 1868 wurde er zum Akademiker ernannt und

1870 als Professor an die Petersburger Akad. berufen. Ein zunehmendes

Kehlkopfleiden zwang ihn seit 1874 seinen Aufenthalt im Süden zu

nehmen. Ausser einer Anzahl Porträts, hat er eine Reihe s. Z. Aufsehen

erregender Bilder des historischen Genres geschaffen, auch vier Blätter

radiert und zwei lithographiert. Von seinen bedeutenderen Gemälden

seien genannt: Olympische Spiele; gem. 1860 (gold. Med. S. Petersburger

Akad.). -- Sophie, die Tochter Witows auf der Hochzeit Wassilis; gem.

1861 (gold. Med. I der Petersburger Akad. Erworb. v. Medwednikow,

Moskau). -- Ikonostasis der Pokrowkirche zu Jelabug im Wjätkaschen

Gouvernement, 1862 in Gemeinschaft mit W. Wereschtschagin gem. --

Porträt der Schriftstellerin Markowitsch. (Paris 1863). -- Anbruch der

Bartholomäusnacht, 1868 gem. (Im Mus. Alexanders III. in Petersburg.

Eine Aquarellwiederholung in Bes. d. Akad. Auch vom Künstler radiert).

-- Szene aus der Bartholomäusnacht, 1870 gem. (Bes. K. Soldatenko.

Abb. in наши художн. S. 130 u. in W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh.

d. 19 Jahrh). -- Italienerin, gem. 1870 (Bes. Grossfürst Wladimir

Alexandrowitsch). -- Kinder mit jungen Katzen am Herd, gem. 1872.

(In Kaiserl. Bes.). -- Das kranke Kind. (Bes. Wargunin, Petersburg.

Abb. in наши художн. S. 131). -- Zigeunerin mit dem Tambourin

Münzen auffangend. Aquar. 1870. (In Kaiserl. Besitz). -- Plafond im

Treppenhause des Anitschkow-Palais in Petersburg, 1873. -- Verkündigung

Mariä, 1874. (In Kaiserl. Bes.). -- Lagernde Italienerin, 1874. (Bes.

Sasikow, Petersburg). -- Die Kartenlegerin. (Bes. Konsul A. Heimann,

Riga). -- Die Odaliske. (Abb. in наши художн. S. 131). -- Studienkopf.

(Bes. Baron Girard, Reval). -- Normännische Bauernstube, Skizze.

(Im Städt. Mus. zu Riga). -- Das Pastorat Sissegal bei aufziehendem

Gewitter. (Privatbes.). -- Die Höckerin, Frauentrachten in Livland.

(Bes. Dr. W. Neumann, Riga). Huhn beteiligte sich neben W. Timm an der

Illustrierung des Paulyschen Werks: Les peuples de la Russie mit 61

Chromolith. gr. fol.

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 111-114.

I

=Ignatius=, ~Otto Friedrich~. Historienmaler. Geb. 17. April 1794 im

Pastorat Haggers in Estland; gest. 26. August 1824 in Petersburg.

Sein erster Lehrer war der Maler Sigism. Walther, den der auf dem

benachbarten Gute Schwarzen wohnende Dichter Aug. v. Kotzebue für seine

Kinder hatte kommen lassen und an dessen Unterweisungen sowohl Ignatius

als Hippius teilnahmen. Dann besuchte er die Petersburger Kunstakad.,

verliess diese aber schon nach kaum zwei Jahren, um seine weitere

Ausbildung im Auslande zu suchen. Er ging zunächst nach Berlin, wo er

zu dem Bildhauer Gottfr. Schadow in Beziehungen trat, dessen Tochter

Adelheid er später heiratete. Von Berlin wandte er sich nach Wien. 1817

wanderte er mit seinem Studiengenossen A. Pezold nach Rom und trat hier

zu Overbeck, Cornelius, Veith, Schnorr und Ludw. Richter in intimen

Verkehr; besonders mit Overbeck verband ihn bald enge Freundschaft, um

so mehr als sich seine Kunstanschauungen mit denen Overbecks völlig

deckten. 1819 kehrte er in die Heimat zurück und begab sich dann nach

Petersburg, wo er nach kurzer Zeit zum Hofmaler ernannt und von der

Kaiserl. Familie mit grossen Aufträgen betraut wurde. Den Tod seiner

jungen Gemahlin, mit der er kaum ein Jahr verheiratet war, verwand

seine zart angelegte Natur nicht. Ein Jahr nach ihrem Hingange trugen

die Freunde auch ihn zu Grabe. I. hat sich mit vielem Geschick auch als

Dichter und Komponist betätigt. Sein poetischer Nachlass findet sich

zum Teil abgedruckt in der Zeitschrift Estona, I. Jahrg. 1838. Seine

Hauptarbeit, die Ausmalung der Kaiserl. Loge in der Kirche zu Zarskoje

Sselo, vollendete nach seinem Tode G. A. Hippius.

Petersburger Zeitung, herausg. v. Oldekop 1825, Bd. 17 u. 18. --

Estona I S. 23: Tagebuch seiner Reise nach Italien. -- Dörptsche

Beiträge 1816 S. 492 ff. -- Baltische Monatsschrift Bd. 36, S. 708

ff.; Bd. 37, S. 30-49 u. 107-130. -- W. Neumann, Baltische Maler

und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 23-26.

=Iwansohn=, ~Eduard~, aus Dorpat gebürtig, kam 1858 als Zeichner in

die lithogr. Anstalt von L. Höflinger in Dorpat und arbeitete zugleich

für die dortige Gesellschaft der Naturforscher, durch die er Mittel

zu weiterer Ausbildung erhielt. 1860 und 1861 hielt er sich zu

Studienzwecken im Auslande auf. Von ihm: Das Kommersbild der Curonia;

lith. von Höflinger. -- Mehrere Blätter zu dem Album von Dorpat und

Umgebung; herausg. 1860 v. L. Höflinger. -- Porträt Konstantins v.

Knorring auf Kamby. Lith. kl. fol. -- Porträt des Landmarschalls Gustav

Baron Nolcken. Lith. kl. fol. -- Porträt eines Unbekannten. Lith. 4^o.

Inland 1860 S. 798. -- Sitzungsber. der Naturforscher-Gesellsch. in

Dorpat 1861 S. 429, 453, 462.

=Iversen=, ~Johann Hermann~. Maler. Geb. 8. Oktober 1791; gest. 10.

Oktober 1840 in Petersburg, studierte von 1810-1815 Nationalökonomie

an der Universität Dorpat und genoss zugleich den Unterricht des

Kupferstechers C. A. Senff. Er wandte sich schliesslich ganz der

Kunst zu, hat aber fast ausschliesslich als Lehrer gewirkt, so

am pädagogischen Hauptinstitut, dem dritten Gymnasium und dem

Katharinenstift in Petersburg. Bekannt sind von ihm Blumenstücke in

Pastell.

Nach Familiennachrichten.

=Jacob=, ~der Snytker~. Rigascher Bildschnitzer in der zweiten Hälfte

des 15. Jahrhunderts. Von ihm wurden Schnitzarbeiten im Ratsweinkeller

ausgeführt, auch wurde um 1470 die Rolandssäule von ihm gemacht.

Ausgabebuch der Stadt von 1405-1474 (Anton Buchholtz).

=Jantzen=, ~D(avid)~. Porträt- und Landschaftszeichner und Lithograph,

in Riga in den dreissiger Jahren des 19. Jahrhunderts nachweisbar. Von

ihm: Das Porträt des Bürgermeisters J. J. Rolssen; lith. von Hauswald

in Riga. -- Zwölf Blatt „Malerische Ansichten aus Riga und Umgebung“.

Lith. v. Hauswald. Qu. fol. Erschienen 1835 in zwei Heften, enthaltend:

Ansicht von Bolderaa, Riga mit der Dünabrücke, Schlossplatz, Krautabend

in Riga, die von Peter dem Gr. gepflanzte Ulme im Kaiserl. Garten,

Wöhrmanns Park, der Börsenplatz, die Petrikirche, das Hungerkummerfest,

das Innere der Domkirche, Bienenhof bei Riga, Partie aus Ebels Garten.

Rigasche Stadtbl. 1833 S. 318; 1835 S. 368, 404.

=Jensen=, ~Severin~. Architekt, ein Däne von Geburt, trat 1772 in die

Dienste des Herzogs Peter von Kurland. Sein Hauptwerk ist das schöne

Gymnasium illustre in Mitau, das der Herzog in den Jahren 1773-1775

von ihm errichten liess. Zu vermuten ist, dass auch die Ausbauten der

herzoglichen Schlösser zu Schwethof und Würzau von ihm herrühren.

Nach der Abdankung des Herzogs trat er in russische Dienste als

kurländischer Gouvernementsarchitekt, gab das Amt aber 1803 auf und

ging nach Italien, wo er am Schlossbau zu Caserta beschäftigt gewesen

sein soll.

Wöchentliche Unterhaltungen Bd. IV (1806) S. 399. Schlippenbach,

Malerische Wanderungen durch Kurland, 1809 S. 416 ff. --

Sitzungsber. der Kurl. Ges. für Lit. und Kunst, 1877 S. 43. --

Brief des Herzogs Peter von Kurland im Mus. zu Mitau (J. Döring).

=Johann=, Maler, kommt in der zweiten Hälfte des 15. und im ersten

Viertel des 16. Jahrhunderts in Rigaschen Quellen vor. Er scheint

identisch mit dem Maler Johann von der Lynen, der 1466 und 1467 im

Rigaschen Rathause malt.

(Anton Buchholtz.)

=Jonstein=, ~Peter~, als Jonsten von Kaiser Peter I. von Russland

baronisiert, war Kaiserl. Baumeister in Riga, wo er vermutlich das

Kaiserliche Palais erbaute. Er starb um 1725.

Sitzungsber. der Gesellsch. für Gesch. und Altertumskunde 1898 S.

110 ff. -- Rigasche Stadtbl. 1847 S. 302.

=Jordan=, ~Friedrich Ernst v.~ Ingenieur-Kapitän, war unter dem

Ingenieur-Obersten E. v. Seidlitz vom 9. Mai 1831 ab als dessen Gehilfe

bei den Wiederherstellungsarbeiten der 1820 abgebrannten Olaikirche in

Reval beschäftigt.

G. v. Hansen, die Kirchen und ehem. Klöster Revals S. 22. --

Nottbeck und Neumann, Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval. II

S. 102.

=Jordan=, ~Wilhelmine~. Malerin. Geb. 3. Mai 1821 in Reval; gest.

daselbst 7. April 1895, war Schülerin des Malers S. Walther und bildete

sich weiter in Dresden unter W. Juncker. Noch in späteren Jahren

unternahm sie Studienreisen und beschäftigte sich in Rom unter Broschi.

Sie hat grösstenteils Porträts gemalt.

Nach Familiennachrichten.

=Josten=, ~Jakob~. Baumeister, stammte aus Holland und war 1662 aus

Danzig nach Riga gekommen, um als städtischer „Kunstmeister“ den Bau

der Wasserleitung zu übernehmen. Nach dem Einsturze des Turmes der

Petrikirche (1666) übertrug ihm der Rat die Wiederherstellungsarbeiten.

1671 wurde er neben dem Adjunkten des Stadtingenieurs Mag. Johannes

Schwenburg und dem Baumeister Heinrich Henicke vom Rat zu einer

Konkurrenz zur Erlangung geeigneter Entwürfe für die neue Turmfassade

aufgefordert, aus der er als Sieger hervorging. Im Mai 1675 nahm er

seinen Abschied, um nach Danzig zurückzukehren. An seine Stelle trat

sein von ihm dem Rate empfohlener Gehilfe Ruppert Bindenschu.

A. Buchholtz in Sitzungsber. der Gesellsch. für Gesch. und

Altertumskunde 1891 S. 48 ff. -- W. Neumann, das mittelalterliche

Riga. Berlin 1892 S. 35.

=Juncker=, ~Wilhelm Karl~. Porträt- und Genremaler. Geb. 8. Juli

1820 in Wenden; gest. 17./30. April 1901 in Dresden. Früh verwaist,

wurde er zu einem Stubenmaler in die Lehre getan, doch stellte seine

Begabung für das Porträtieren ihn bald auf eigne Füsse. 1843 trat er

in die Dresdner Akad. ein und bildete sich, nach deren Absolvierung in

Antwerpen, worauf er sich in Dresden niederliess. Er hat eine grosse

Anzahl Porträts, auch mehrere anziehende, grösstenteils dem Frauen-

und Kinderleben entnommene Genrebilder, sowie einige kirchliche Gemälde

geschaffen. Wir nennen: Porträt der jugendlichen Elise von der Recke,

Kopie nach Anton Graff, 1847 gem. (Bes. Mus. zu Mitau). -- Porträt des

Historienmalers Prof. K. Baehr (Familienbes., Dresden). -- Christus am

Kreuz mit Maria und Magdalena, Altargem. für die Kirche zu Ronneburg in

Livland, 1858 gem. -- Bettelnde Kinder. -- Die kleine Kunstfreundin. --

Die lauschende Mutter. -- Heiligenbilder für die griech. orthod. Kirche

in Dresden. -- Bildnis eines jungen Mädchens in Renaissancekostüm

(Vom Künstler 1884 der Rigaschen Stadtgal. geschenkt). -- Eislauf auf

dem Teich des grossen Gartens in Dresden (Nach Amerika verkauft). --

Aufbruch zur und Rückkehr von der Jagd, Wandgemälde im Schlosse des

Hn. v. Arnim, auf Kitzscher bei Borna in Sachsen (Originalskizzen im

Bes. v. Dr. W. Neumann, Riga). -- Christus am Kreuz, Altargem. für

die Kirche zu Linden in Kurland. 1887. -- Porträt der Königin Auguste

Amalia v. Sachsen; lith. v. K. Fischer. -- Mehrere Handzeichnungen im

städt. Museum zu Riga.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 68-69.

=Jung-Stilling=, ~Elise v.~ Malerin. Geb. 9. August 1829 in Mitau

als Tochter des Landpostmeisters v. J.; gest. 10. Juli 1904 in

Peterskapelle bei Riga, wurde von J. Döring in die Kunst eingeführt,

setzte seit 1852 ihre Studien im Atelier von Professor A. Ehrhardt in

Dresden fort und arbeitete später unter Liezenmayer in München. 1863

übernahm sie das Amt einer Zeichenlehrerin an der Stadttöchterschule

und gründete 1873 die heute in den Besitz der Stadt als städtische

Kunstschule übergegangene Jung-Stillingsche Zeichen- und Malschule in

Riga. Von ihr das schöne Porträt des Landrats Hamilkar von Fölkersahm,

lith. von H. Hanfstängl 1856. Im Jahre 1908 liess der Rigasche

Kunstverein eine Medaille auf sie prägen.

K

=Kaff= (~Kaffen~), ~Johann~. Kupferstecher; wird am Ausgang des 17.

Jahrhunderts als herzogl. kurländischer „Hofkupferstecher“ aufgeführt

in einem Verzeichnis der Deputate der herzogl. Hofbeamten. 1684 wird er

gelegentlich der Huldigung genannt.

Inland 1840 S. 614, 615. -- Jahrbuch f. Gen. Herald. und Sphrag.

1894 S. 161 Anmerk. 16.

=Kahl= (~Soukowsky~), ~Karl~. Landschaftsmaler. Geb. 1873 in Riga,

trat 1892 in die Düsseldorfer Akad. und arbeitete unter Lauenstein,

Kampf und P. Janssen. Er wandte sich später nach München und Karlsruhe,

bereiste Holland und Belgien und ging dann nach Paris, kehrte von dort

nach Düsseldorf zurück und lebt seit 1898 in Witebsk. Wir nennen von

seinen Bildern: Herbstgold. -- Regentag. -- Lange Schatten.

=Kally=, ~Gottlob~. Holzschneider, arbeitete im Atelier des Malers

Ludw. v. Maydell in Dorpat. Unter den Holzschnitten, die Maydell 1842

zur Kunstausstellung nach Riga gegeben hatte, befanden sich ausser

denen von A. Gern und M. Michelson auch Holzschnitte von ihm. Als

Frucht eines längeren Aufenthaltes in Dresden ist ein Holzschnitt nach

einem Bilde von G. Reni in der Dresdner Gal. anzusehen, der sich 1871

auf der Kunstausstellung in Dorpat befand. K. erhielt 26. September

1847 den Rang eines freien Künstlers. W. Juncker malte in Dresden sein

Porträt.

Inland 1848 Nº. 5. -- Сборникъ матер. д. исторіи Имп. Акад худ. за

100 лѣтъ.

=Kalpus=, ~Hermann~, s. ~Calpus~.

=Karing=, ~Georg Rudolf~. Maler. Geb. 1807 in Riga; gest. daselbst 9.

Juli 1858, war Schüler des Malers W. Hensel in Berlin und liess sich

1840 in Riga nieder, wo er Unterricht im Zeichnen und Malen erteilte.

Neben dem historischen Genre beschäftigte er sich hauptsächlich mit

Porträtieren. Von seinen Bildern erwähnen wir: Heinrich dem Vogler

wird die Kaiserkrone dargebracht, 1837 in Berlin gem. Die Farbenskizze

in der Gal. Brederlo, Riga. -- Peter der Gr. als Schiffszimmermann

in Saardam, gem. 1838 als Konkurrenzbild um den Demidowpreis der

Petersburger Akad. K. erhielt den Preis nicht; ihm fehlte eine Stimme.

-- Porträt des Oberpastors D. G. von Bergmann, 1839; lith. v. G. v.

Budkowsky, 1840. -- Porträt des Aeltermannes der St. Johannisgilde in

Riga Joh. Jak. Wiesemann. -- Altargemälde für die Kirche zu Sissegal,

1846.

Rigasche Stadtbl. 1839 S. 6, 233 ff.; 1840 S. 30, 386; 1846 S. 368;

1858 S. 142, 234, 259. -- Inland 1858 S. 606.

=Kelberg=, ~Alexander Otto~. Maler. Geb. 10. September 1815 in Reval;

gest.? trat 1835 in die Dresdner Akademie und verliess sie 1837, um

nach Düsseldorf zu gehen. 1843-1846 war er Zeichenlehrer am Gymnasium

in Reval.

=Kellar=, ~James~. Maler. Geb. 1750 in London; gest. 1810 in Riga,

war der Sohn eines englischen Obersten, studierte in Oxford,

bereiste Frankreich und Italien und widmete sich in Rom der Malerei.

Vorübergehend nahm er Militärdienste, diente auf Minoria, Madras und

in Amerika und kam 1783 nach Riga, wo er sich wieder mit Malerei und

hauptsächlich mit Miniaturmalerei zu beschäftigen begann. 1785 ging er

nach Petersburg und wurde hier 1788 von der Akad. zum akad. Künstler

ernannt. Er kehrte in demselben Jahre nach Riga zurück und übernahm

hier 1793 das Amt eines Zeichenlehrers an der Domschule. 1804 wurde er

in gleicher Eigenschaft am Gymnasium beschäftigt und 1809 emeritiert.

Programm der Rigaschen Domschule: Gesch. des Rigaschen Gymnasiums

1829.

=Kellner=, ~Johann Friedrich~, lebte in der zweiten Hälfte des 17.

Jahrhunderts in Reval und wird als „Conterfeyer“ gerühmt; mehr als 30

Jahre stand er an der Spitze des Maleramts daselbst.

Revaler Ratsarchiv. Akte B. f. VI. 33.

=Kelterborn=, ~Adolf~. Porträtmaler, stammte aus Stettin. Er hatte

seine Studien in Königsberg und Berlin gemacht und hielt sich seit

der Mitte der vierziger Jahre bis 1859 mit geringen Unterbrechungen

in Kurland, grösstenteils in Goldingen auf. Ausser einer Anzahl von

Bildnissen ist ein Bild „Schlitten fahrende Kinder“ von ihm bekannt.

(J. Döring.)

=Kessner=, ~August~. Maler, arbeitete 1826 in Berlin und hielt sich

von 1830 bis Anfang 1838 in Riga auf, abwechselnd auch in Petersburg,

mit Porträt- und Genremalerei sich beschäftigend. 1841 lebte er in

Raschwitz bei Leipzig. Die Gesellschaft der Schwarzhäupter in Riga

besitzt von ihm ein Porträt des Kaisers Alexander I zu Pferde (Kopie

nach Gérard). In der Brederloschen Gal. (städt. Mus.) zu Riga sein

Selbstporträt und ein Porträt des Kaisers Alexander I nach dem Stich

von Seliwanow. Anderes in Privatbes.

Rigasche Ztg 1838 Nº 30. -- H. W. Singer: Künstlerlexikon.

=Kiepert=, ~Hermann August Moritz~. Historien- u. Porträtmaler. Geb.

1828 in Königsberg i. Pr.; gest. 21. Dezember 1887 in Mitau, war in

Königsberg Schüler von L. Rosenfelder, dem ersten Direktor der dortigen

Malerakad. und studierte von 1852-56 in Düsseldorf. 1858 liess er sich

in Mitau nieder und gründete hier in der Folge ein photographisches

Atelier, das er aber 1872 aufgab, um zunächst nach Riga, dann nach

Petersburg überzusiedeln. Hier beschäftigte er sich ebenfalls mit

Photographie und wurde für ein lebensgrosses Porträt des Grossfürsten

Thronfolgers mit einem Brillantring ausgezeichnet. Durch Kränklichkeit

gezwungen kehrte er nach Mitau zurück. Von ihm sind mehrere Porträts

bekannt; ausserdem: Mignon, Tod der Kleopatra und einige Altargemälde.

J. Döring.

=Kirstein=, ~Edith~. Bildhauerin. Geb. 24. August 1881 in Sagnitz in

Livl., war anfänglich Schülerin des Malers F. Moritz, widmete sich dann

der Bildhauerkunst unter Prof. Ludw. Menzel in Berlin. Von ihr zwei

Büsten auf der Jub. Ausstellung 1901 in Riga.

=Klara=, ~August Philipp~, s. ~Clara~.

=Kleist=, ~Emma v.~ Malerin. Geb. 29. Mai 1840 auf dem Gute Lemsern

in Kurl.; gest. 17. Juli 1892 in Riga, empfing ihre erste Ausbildung

von Jul. Döring in Mitau, dann unter K. A. Poorten und O. Pölchau

in Riga. Zu weiterer Ausbildung ging sie 1880 nach Berlin, München

und Dresden. Sie unterrichtete später an verschiedenen weiblichen

Unterrichtsanstalten in Riga. Ausser mehreren Landschaften von ihr das

Altargemälde der Kirche zu Kerklingen in Kurland.

Nach Familiennachrichten.

=Klemm=, ~K. W.~ Geschickter Dilettant. Er lebte zu Anfang des 19.

Jahrhunderts als Gouvernementsrentmeister in Mitau und zeichnete

viele Porträts, namentlich nach älteren Gemälden. Die meisten seiner

Zeichnungen wurden von Joh. August Rosmäsler (1753-1783) in Leipzig

in Kupfer gestochen. Es gibt von ihm folgende Arbeiten: Porträt des

Herzogs Jakob von Kurland. -- Porträt der Herzogin Louise Charlotte von

Kurland. -- Porträt des Staatsmannes Theod. Reinkingk. Bez. K. W. Klemm

p. Rosmaesler sc. 8^o. (In Albers Nord. Almanach für das Jahr 1806). --

Porträt des Herzogs Gotthard von Kurland. -- Porträt der Herzogin Anna

von Kurland. -- Porträt des Rigaschen Bürgermeisters Joh. Christoph

Schwarz. Bez. Klemm pinx. Rosmäsler fec. 8^o. (In Albers Nord. Almanach

für das Jahr 1807). -- Porträt des Herzogs Friedrich von Kurland. --

Porträt des Herzogs Wilhelm von Kurland. Bez. K. Klemm p. Rosmäsler sc.

8^o. (Im Nord. Almanach für das Jahr 1809). -- Ansicht von Doblen in

Kurland. Bez. C. W. Klemm del. J. P. Veith sculps.

=Klever=, ~Julius v.~ Geb. 31. Januar 1850 in Dorpat, trat 1867 in die

Petersburger Akademie um Architektur zu studieren, wandte sich aber

schon im nächsten Jahre unter Prof. Worobjew der Landschaftsmalerei zu.

Er erwarb sich in kurzer Zeit mehrere Med. und wurde 1876 für sein Bild

„Frühling in Russland“ zum akadem. Künstler I. Gr. ernannt. 1878 wurde

er zum Akademiker und 1881 zum Professor befördert. Zurzeit in Berlin

tätig. K. gehört zu den fruchtbarsten Landschaftsmalern der russischen

Schule. Von seinen Gemälden heben wir hervor: Herbstwald, 1874 (Bes.

Gal. Tretjakoff, Moskau). -- Dorflandschaft im Oreler Gouvern. im

Winter (Bes. Fürstin Imeritinski). -- Verlassener Park in Marienburg,

Livl. (Bes. Terechtschenko, Kiew). -- Motiv von der Insel Nargen

bei Abendbeleuchtung (Bes. Semenow, Petersburg). -- Im russischen

Tannenwald, Winterlandschaft bei Sonnenuntergang (Bes. Grossfürst

Nikolai Michailowitsch). -- Rotkäppchen im Walde (Abb. im Daheim 1886.

In Kaiserl. Bes.). -- Stilleben im Walde, 1883 (Bes. Grossfürst Nikolai

Michailowitsch). -- Welke Blätter; Motiv aus einem Park in Dorpat.

Radiert von B. Mannsfeldt in Lützows Zeitschrift für bildende Kunst,

1884 (Bes. Baron E. Girard de Soucanton, Reval). -- Verlassener Park,

1883 gem. (Bes. der Vorige). -- Illumination des Kremls in Moskau zur

Krönung des Kaisers Alexander III; in Gemeinschaft mit O. Hoffmann (In

Kaiserl. Bes.). -- Weg über einen Sumpf in Finnland (Bes. Dr. Botkin,

Petersburg). -- Fischerdorf am Peipussee im Winter, 1885 gem. (Abb. in

Kunst für Alle, Oktob. 1886. Bes. Akad., Petersburg). -- Winterabend in

einem Fischerdorfe in der Umgebung von Petersburg (Bes. Baron Girard de

Soucanton, Reval). -- Schnepfenstrich, Farbenskizze und Original (Bes.

Konsul N. Koch, Reval). -- Strandlandschaft (Bes. Frau Baronin Girard

Reval). -- Die Haberssche Bucht (Bes. Baron Girard, Reval). -- Motiv

aus Rocca al mare bei Reval. -- Blick auf Reval von Rocca al mare aus

(Bes. Baron Girard, Reval). -- Dorf im Schnee bei Sonnenuntergang (Bes.

Frau H. v. Nottbeck, Reval). -- Das Wasserfest auf der Düna zur Feier

des 700 jähr. Bestehens der Stadt Riga im Jahre 1901. (Bes. Städt. Mus.

Riga).

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer. S. 161-163.

=Klingstedt=, ~Karl Gustav~. Miniaturmaler. Geb. 1657 in Riga; gest.

1734 in Paris, trat mit 15 Jahren in schwedische Kriegsdienste und

diente von 1677 ab im französischen Heere. 1689 nahm er seinen

Abschied, um sich der Malerei zuzuwenden. Er malte hauptsächlich

Miniaturen auf Elfenbein in chinesischer Tusche, mit Vorliebe aber

freie Szenen auf Tabaksdosen. Der franz. Minister Kardinal Guill.

Dubois, der dem alternden Künstler eine Pension gewährte, nannte ihn

den „Raffael der Tabaksdosen“. Von ihm: Venus auf dem Meere wandelnd.

-- Triumph der Galathea. Radiert v. Bernhard Picart. -- Mönch eine

Nonne züchtigend. Oelgem. (Befand sich in der Sammlung des Schlosses

Kolzen in Livland, soll angeblich zerstört worden sein). -- Porträt

Peters I. in Paris gem. für Lord Heresford; darnach ein Bild des

Kaisers im Brit. Mus. zu London. -- Susanna im Bade. 1891 auf der

Auktion Spitzer versteigert.

Füessli, Allgem. Künstlerlex. Ausg. v. 1763 (nach l’Advocat:

Dictionaire historique portatif, Basle 1758). -- W. Becker und

Görling, Kunst und Künstler des 18. Jahrh. -- D. A. Rowinsky,

Подробн. словарь русск. гравиров. портретовъ IV. S. 681.

=Klint=, ~Cyriakus~. Zinngiesser und Graveur. Geb. 1502; gest. 1592,

war ein Schüler des als Dichter bekannten Rigaschen Zinngiessers

Burchard Waldis. Von ihm im Dom-Museum zu Riga ein aus Zinn gefertigtes

Turmknopfkästchen der St. Petrikirche vom Jahre 1578. Neben hübsch

empfundenen biblischen Darstellungen sind von ihm verschiedene

Wappen und Inschriften auf die Flächen graviert. Bez. mit den

Anfangsbuchstaben seines Namens C. K. und dem Datum: M. CCCCC. LXXVIII

DEN II IVLIVS.

=Klockow=, ~Johann Heinrich~. Kupferstecher und Lithograph. Geb. 18.

Oktober 1774 in Riga; gest. daselbst 6. Dezember 1823. Wo er seine

Studien gemacht hat, lässt sich nicht nachweisen. Nach dem Tode

seines Vaters im Jahre 1801 übernahm er dessen Buchbindereigeschäft

und übte daneben seine Kunst. Auch als geschickter Holzschneider hat

er sich gezeigt. Von ihm gibt es eine Reihe von Kalenderumschlägen

und Illustrationen zu Rigaschen Kalendern, die teils von ihm in

Holz geschnitten, teils lithographisch hergestellt sind. Die in Holz

geschnittenen Illustrationen stellen dar: Das Porträt Peters I., eine

Ansicht der Beschiessung Rigas und Abbildungen der Medaillen, die

1710 auf die Eroberung der Stadt geprägt wurden (Kalender für 1817).

Ferner: Ansicht der Jesuskirche in Riga, die Alexander-Newsky-Kirche,

das Kaiserl. Gymnasium zu Riga, das Ritterhaus zu Riga, das Lusthaus im

Kaiserl. Garten. Altona bei Riga. Birkenruh bei Wenden. Heinrichshof

bei Riga. -- Lithographien zu gleichem Zweck: Die Gertrudkirche vor

dem Brande von 1812. Die Nikolaikirche in der Moskauer Vorstadt. Das

Schloss zu Riga. Das Katharinäum. Eine Partie aus dem Wöhrmannschen

Garten. Wöhrmanns Park. Der Sommergarten in Riga. Ausserdem: Die Ruinen

des Sommergartens in Riga nach dem Brande von 1812. In Kupfer gest.

nach Joh. Joach. Baltzer. -- Die 1782 zum Empfang des Grossfürsten Paul

Petrowitsch errichtete Ehrenpforte. (Lithogr.). Porträt des Bischofs

Dr. C. Chr. Ulmann (Lithogr.).

Rigasche Biographien v. J. G. F. Riga 1881 S. 103. -- Rigasche

Stadtbl. 1816 S. 369.

=Klose=, ~Edmund~. Porzellanmaler in Riga. Geb. 1847; gest. daselbst im

Dezember 1885.

=Klot=, ~Alma Willy v.~ Landschaftsmalerin. Geb. 27. Dezember 1858

in Livland, vermählt seit 1889 mit Hugo Boltho v. Hohenbach, bildete

sich in Dresden und Karlsruhe. Von ihr sind mehrere stimmungsvolle

Landschaften bekannt.

=Klünder=, ~Alexander Julius~. Porträtmaler. Geb. 8. Febr. 1802 in

Estland; gest. 27. Dezember 1874 in Reval, studierte von 1823-1826

Nationalökonomie an der Universität Dorpat und wurde Schüler des

Kupferstechers C. A. Senff. 1834 ernannte ihn die Petersburger

Akad. zum freien Künstler und am 8. VII. 1841 zum Akademiker für

das Miniaturbild eines die Balalaika spielenden Bauern. Vom Kaiser

Alexander II. und vom König von Sachsen wurde er durch die Verleihung

je eines Brillantringes ausgezeichnet. Von ihm: die Porträts der

Professoren der Universität Dorpat. 30 Bl. in kl. fol. Lith. von

Helbach in Reval, 1827-1828. Das Werk wurde seit 1827 lieferungsweise

herausgegeben und erschien in Dorpat und Riga in der Hartmannschen,

in Mitau in der Steffenhagenschen, in Reval in der Bornwasserschen

Buchhandlung. -- Portr. des Superintendenten Chr. Gottl. Mayer in

Reval, 1828 lith. -- Portr. des Arztes Dr. Alex. Theod. v. Winkler,

Reval, 1828 lith. -- Portr. des Dorpater Polizeimeisters Gessinsky,

lith.

=Knebusch=, ~Karl v.~ Maler. Geb. 1775 zu Holmhof in Kurland; gest.

1821 in Mitau, stand anfänglich im Militärdienst und widmete sich

dann in Petersburg der Malerei. Er wurde 1805 Zeichenlehrer an der

Kreisschule in Mitau. Von ihm ein Tierbild, Kampf eines krimischen

Hundes mit einer Dogge, 1814 gem.; es kam 1821 in das Mus. zu Mitau.

J. Döring.

=Knoth=, ~Martin~. Baumeister. Lebte in der zweiten Hälfte des 17.

Jahrh. als „Kirchenbaumeister“ in Mitau; gest. daselbst 1687. Erwähnt

im Kirchenbuch der Trinitatiskirche zu Mitau 25. III. 1685 u. 2. V.

1687.

J. Döring.

=Knüpfer=, ~Rudolf Otto~. Architekt. Geb. 20. Febr. 1831 zu

Klein-Marien in Estland; gest. 10. Juli 1900 in Reval, trat 1845 in

die Bauschule zu Petersburg und absolvierte sie 1852. Von 1860-1878

bekleidete er das Amt des estländischen Gouvernementsarchitekten und

zeitweilig auch das des Revaler Stadtarchitekten. Er nahm später

das Amt des Gouvernementsingenieurs ein und wurde 1893 zum wirkl.

Staatsrat mit dem Prädikat Exzellenz befördert. Zu seinen bedeutenderen

Bauausführungen gehören: Der Wiederaufbau des abgebrannten Theaters in

Reval, 1859-1860. -- Die Karlskirche in Reval, 1862-1870, ausgef. nach

den Entwürfen von O. P. Hippius. -- Die Gasanstalt und die Markthalle

vor der Lehmpforte in Reval, 1873. -- Die Zentralstation der Freiw.

Feuerwehr in Reval 1871-1873. -- Die luther. Kirchen in Narva und

Hungerburg. -- Die Petrikirche in Dorpat, 1884 geweiht.

Rigasche Stadtbl. 1860 S. 355. -- Rigasche Ztg. 1870 v. 29. Dzbr.;

1873 Nº 63; 1884 Nº 219. -- Rigaer Tagebl. 1900 v. 13. Juli.

=Koch=, ~Johann~ (~Hans~). Architekt. Geb. 23. Aug. (4. Septbr.) 1850

in Emeth, Kreis Eger (Böhmen) trat 1867 in die technische Hochschule

in Prag, wo er anfangs Ingenieurwissenschaften studierte, dann aber

zum Studium der Architektur übertrat, das er am Polytechnikum und

der Kunstakademie in München bis 1872 fortsetzte. 1872 siedelte er

nach Wien über, wo er, während er seiner Militärpflicht genügte,

die Vorlesungen der Professoren Fr. v. Schmidt und Th. v. Hansen

besuchte. 1873 trat er in die Praxis, kam 1874 nach Prag, wo er an der

Universität Vorträge von O. v. Benndorf über klassische Archäologie

hörte und 1875 das Amt eines Assistenten für Baukunst an der

technischen Hochschule übernahm. Neben einer umfangreichen praktischen

Beschäftigung und neben der Beteiligung an grösseren Konkurrenzen

(Kurort Slanik in Rumänien, I. Preis; Museum in Riga, III. Preis;

Museum für Prag, I. Preis) hielt er Vorlesungen und Vorträge, und wurde

1881 zum Dozenten, 1883 zum Professor der Baukunst an der technischen

Hochschule in Prag ernannt. 1884 folgte er einem Rufe als Professor

an das Polytechnikum in Riga, wo er seit jener Zeit mit dem grössten

Erfolge, sowohl als Lehrer, wie als ausübender Architekt gewirkt und

sich überhaupt um das Aufblühen der Baukunst grosse Verdienste erworben

hat. Von ihm wurden erbaut: Das Gebäude der adeligen Kredit-Sozietät

in Riga, 1886-1889. -- Die Lutherkirche zu Thorensberg bei Riga,

1888-1891. -- Das Haus des Bankiers Schwartz an der Esplanade in Riga.

-- Das Landhaus des Hn. v. Transehe in Neu-Schwaneburg. Zum Teil nach

seinen Entwürfen wurden von seinen ehemaligen Schülern ausgeführt: Die

Kaiserl. Reichsbank in Riga (ausgef. v. A. Reinberg); die kathol. S.

Albertuskirche (ausgef. von W. Bockslaff); das chemische Institut des

Polytechnikums (ausgef. von O. Hoffmann).

=Köber=, ~Helene~. (s. Helene v. Franken).

=Köler=, ~Johann~, (nannte sich später Köler-Viliandi). Historien- und

Porträtmaler. Geb. 24. Februar 1826 auf dem Gute Wastemois bei Fellin;

gest. 10. April 1899 in Petersburg. Er war estnischer Nationalität,

erhielt aber eine deutsche Erziehung und wurde Lehrling des

Stubenmalers Faber in Wenden. 1846 kam er nach Petersburg, wo er sich

anfänglich mit Schildermalen beschäftigte, bis es ihm mit Unterstützung

seines Bruders gelang Zutritt zur Akademie zu erlangen. 1848 wurde er

Schüler des Prof. Markow, errang sich 1857 die gr. gold. Med. und ging

als Pensionär der Akademie nach Rom, wo er bis 1862 blieb. Nach seiner

Rückkehr wurde er Lehrer am Institut der Gesellsch. zur Förderung der

Künste und erhielt 1867 seine Ernennung zum Professor, nachdem er

bereits 1861 zum Akademiker befördert worden war. K. beteiligte sich

lebhaft an der estnisch-nationalen Bewegung; speziell mit seinem Namen

verknüpft ist die verunglückte Gründung einer estnischen Kolonie in

der Krim, die ihn des grössten Teiles seines Vermögens beraubte. In

den letzten Jahren seines Lebens arbeitete er wenig und lebte fast

vergessen in Petersburg. Seine Haupttätigkeit lag auf dem Gebiete des

Porträts und zahlreich sind seine Bildnisse der Mitglieder des Kaiserl.

Hauses und des Hofes. Von seinen kirchlichen Malereien sind zu nennen:

Christus am Kreuz, in der Akademie zu Petersburg (Wiederholungen in

der schwedischen Kirche zu Petersburg und in der Kirche zu Wenden

(Livland)) und das Fresko am Chorgewölbe der Karlskirche zu Reval.

W. Neumann, Balt. Maler u. Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 106-108.

=König=, ~Erich~. Architekt. Wird in einem Schreiben des Herzogs Jakob

von Kurland an ihn, dat. v. 13. März 1641 „wohlbestallter Architekt“

genannt. Weiteres hat bisher über ihn noch nicht ermittelt werden

können.

Sitzungsber. d. Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1894 S. 12.

=König=, ~Wilhelm Leopold~. Lithograph. Geb. 1810; gest. 5. September

1855 in Riga. Von ihm eine Jagdgesellschaft mit vielen Porträts nach

Schwendowsky, 1846. Lith. gr. qu. fol.

Rigasche Stadtbl. 1846 S. 241 -- Inland 1855 S. 643.

=Kohseler=, ~Hans~. Baumeister. Er stammte aus Kulmbach in Baiern,

wurde 1649 nach Reval berufen, um den durch Blitzschlag zerstörten Turm

der Olaikirche wieder aufzubauen. Der Rat von Reval erteilte ihm am 31.

Dezember 1651 ein ehrendes Zeugnis. Von Reval begab er sich nach Narva.

Nottbeck u. Neumann, Gesch. u. Kunstdenkmäler der Stadt Reval. II.

S. 102.

=Kolb=, ~Alexander~. Architekt und Architekturmaler. Geb. 1819 in

Libau; gest. 26. Dezember 1887 in Petersburg, trat in die Petersburger

Akad., die er 1842 absolvierte und ging dann zu weiterem Studium ins

Ausland. Die Akad. erteilte ihm die nachgesuchte Erlaubnis Griechenland

und Frankreich besuchen zu dürfen. 1849 befand er sich in Spanien. Von

Granada aus richtete er an die Akad. das Gesuch als Konkurrenzarbeit

auf den Rang eines Akademikers eine Aufnahme der Alhambra einreichen

zu dürfen, was ihm laut Konseilbeschluss vom 22. Septbr. bewilligt

wurde. Im Septbr. 1854 stellte er der Akad. zwei von ihm gemalte

Bilder vor, eine Innenansicht der Capella palatina in Palermo und eine

Ansicht der Blaschennoi-Kirche in Moskau und bewarb sich darauf um

den Rang eines Professors. Er bekleidete das Amt eines Architekten im

Kriegsministerium. Sein Sohn Alexander K. wandte sich der Malerei zu.

Rigasche Ztg. 1887 Nº 300.

=Konczewsky=, ~Johann Hermann~. Porträtmaler in Riga. Geb. 1789 in

Riga; gest. daselbst im Mai 1836.

Rigasche Stadtbl. 1836 S. 176.

=Kosakowsky=, ~Johann Heinrich~. Landschaftsmaler. Geb. 22. Oktober

1853 in Reval; gest. 11. April 1894 daselbst, erhielt die erste

künstlerische Anleitung von dem Maler Sprengel in Reval und trat 1873

in die Petersburger Akad. 1883 liess er sich in Reval nieder. Im

städt. Museum zu Riga von ihm eine Ansicht vom estländischen Strande

und mehrere Handzeichnungen. Das Mus. zu Reval besitzt von ihm ein

aufsteigendes Gewitter am Strande bei Wainopäh, 1887 gemalt. Anderes in

Revaler Privatbesitz.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 156-157.

=Kotzebue=, ~Alexander v.~ Schlachtenmaler. Geb. 9. Juni 1815 in

Königsberg i. Pr. als jüngster Sohn des Dichters Aug. v. K. und

dessen dritter Gemahlin verw. Wilhelmine Friederike v. Kursel, geb.

v. Krusenstern; gest. zu München 24. Februar 1889. Er erhielt seine

Erziehung im Kadettenhause zu Petersburg und diente bereits als

Offizier in der Garde, als er sich entschloss der Militärkarriere zu

entsagen und Künstler zu werden. 1837 trat er in die Akademie ein

und wurde Schüler von Sauerweid. 1845 wurde ihm für sein Bild „Die

Erstürmung von Warschau im Jahre 1831“ die gr. gold. Med. zuteil und

zugleich erhielt er mehrere Aufträge vom Kaiser Nikolaus, zu deren

Ausführung er Ende 1846 nach Deutschland reiste. Von Königsberg aus

besuchte er die Schlachtfelder des siebenjährigen Krieges, bereiste

dann Belgien und Holland und liess sich 1849 in München nieder. Um die

ihm aufgetragenen Feldzüge Suworows in Italien und in der Schweiz in

Gemälden wiederzugeben, unternahm er 1858 neue Studienreisen dorthin.

Im April desselben Jahres wurde er zum Professor befördert. K. war

russischer Hofmaler und Ehrenmitglied der Münchener Akad. Von seinen

grossen Schlachtenbildern seien hier genannt: Erstürmung von Warschau

im Jahre 1831; gem. 1844 für die Familie des verst. Generals v. Toll;

jetzt in Kaiserl. Bes. -- Die Erstürmung von Schlüsselburg, 1702 (In

Kaiserl. Bes.). -- Die Schlacht bei Zorndorf. -- Peter I. gründet

Petersburg im Jahre 1703 (Bes. Maximilianeum, München). -- Episode aus

der Schlacht an der Trebia, Juni 1799. Vollendet 1858. -- Suworows

Uebergang über den Panixer Pass, Oktober 1799; gem. 1859. -- Nach

der Schlacht bei Pultawa, 1709. Das grösste Bild des Künstlers (Bes.

Eremitage, Petersb. Abb. in наши художн. I. S. 206). -- Die Einnahme

von Narva unter Peter I. 1704. Voll. 1866 (Abb. in Pechts Gesch.

der Münchener Kunst im 19. Jahrh. In Holz geschn. von Weber für die

Всемірн. иллюстр. 1869 S. 328/29). -- Die Kapitulation der Stadt Riga,

1868 gem. (Abb. in наши художн. I S. 207 und in W. Neumann, Riga und

Reval, Bd. 42 Berühmte Kunststätten, auch in grossen Photographien

verbreitet). -- Zug der russischen Armee über die Teufelsbrücke

(Abb. in наши художн. I. S. 206). -- Uebergang der Russen über den

Bottnischen Meerbusen im Jahre 1808. -- Gefecht der Russen beim Dorfe

Lessnoje mit den Schweden (Im Museum Alexanders III., Petersburg). --

Avantgardengefecht bei Karlstula in Finnland, während des russischen

Krieges 1809.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 61-63.

=Kraus=, ~Franz Gerhard~. Bildhauer. Geb. 25. März 1871 im Pastorat

Neugut in Kurland, erhielt die ersten künstlerischen Anregungen durch

den älteren Bruder und trat 1892 in die Stieglitzsche Zeichenschule in

Petersburg, die er 1897 als Stipendiat verliess. In Berlin arbeitete

er unter Karl Bernewitz und ging dann nach Paris, wo er im Atelier

des Bildhauers l’Hommeau tätig war. K. hat seine Tätigkeit fast

ausschliesslich dem Kunstgewerbe zugewandt.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 97-99.

=Kraus=, ~Theodor~. Maler. Geb. 10. Dezember 1866; älterer Bruder des

Vorigen, studierte anfänglich Theologie, folgte aber schliesslich

seiner Neigung zur Kunst und wurde Schüler der Berliner Akad., wo er

sich namentlich an Jos. Scheurenberg anschloss. K. ist vornehmlich

als Porträtmaler geschätzt und hat sich durch seine von feinem Humor

verschönten Gelegenheitsskizzen viele Freunde erworben.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 141-142.

=Krause=, ~Johann Wilhelm~. Baumeister. Geb. 19. Juni (1. Juli) 1757

in Niederschlesien; gest. 10. August 1828 in Dorpat. Er besuchte das

Gymnasium in Brieg und wurde darauf Schüler des Stadtbaumeisters zu

Zittau. Um sich der Theologie zu widmen bezog er die Universität

Leipzig, gab aber auch dieses Studium nach drei Jahren auf und trat in

das Anhaltinische Artilleriekorps, mit dem er nach Amerika ging. 1787

kam er nach Livland als Hauslehrer des Grafen Mellin, zog 1797 nach

Dorpat und wurde bei der Neubegründung der Universität zum Professor

der Oekonomie und der Baukunst berufen. Von ihm: Die Zeichnungen zu

den Gebäuden der Universität. Von C. A. Senff in Aquatinta gest. für

die Festschrift zum 25jährigen Bestehen der Universität, 1827 fol. --

Der Umbau des Chores der ehemaligen bischöfl. Peter-Paulkathedrale

zu Dorpat zur Universitätsbibliothek. -- Der Entwurf zum Altar der

Domkirche in Riga. Ausgeführt von A. G. Heubel. Abgebrochen 1895.

-- Eine Ansicht von Marienburg in Livl. gez. 3./X. 1791. Lith.

fol. gewidmet dem Edukationsrat J. W. C. Friebe. -- Ein Plan vom

„Pilliskaln“ (Burgberg) unter dem Gute Smilten (zum 9 und 10 Stück der

nord. Miscell. In Kupfer gest. v. J. G. Klinger Nürnb(erg), 1794). --

Eine farbige Skizze: Die Weisheit mit dem Ariadnefaden, im Skizzenbuch

des J. J. Voss im städt. Mus. zu Riga.

Rigasche Stadtbl. 1821 S. 212. -- Provinzialbl. 1828, liter.

Beiträge S. 69 ff. -- Inland 1848 S. 307, Anmerkung. -- Dorpater

Kalender 1873 S. 143. -- Rigaer Tagebl. 1895 Nº 118-128. Aus den

Aufzeichnungen eines livländischen Hofmeisters vom Ende des vorigen

Jahrhunderts.

=Krause=, ~Friedrich~. Lithograph. Geb. zu Barby im Regierungsbezirk

Magdeburg um 1785; gest. 1831 in Mitau an der Cholera. Er hatte anfangs

Pharmazie studiert, wandte sich dann der Kunst zu und gründete um 1820

eine lithographische Anstalt in Mitau. Er lithographierte die von K.

J. R. Minckeldé gezeichneten (14) kurländischen Ansichten. Ausserdem

von ihm ein Selbstportr. bez. Fr. Krause se ips. del. et lapide inc.

1831, und das I. Heft des Kurländischen Bildersaals, eine Sammlung von

Bildnissen nach G. F. Schlater, 1826.

Allgem. Deutsche Ztg. für Russland 1824 Nº 36.

Lexikon baltischer Künstler · 第 16 / 19 题