Rattenberg,
sind Münster links und Beixelegg rechts die wesentlichsten Dörfer;
letzteres betreibt einigen Silberbergbau, der gleichnamige Bach flüstert
ihm ewigen Beifall. Hier, und eine Viertel-Stunde tiefer, bei
Rattenberg, führen zwei Brücken über den Inn. _Rattenberg_, das mit
seinen 800 Einwohnern nun nichts weniger als ein stolzes Ansehen
behauptet, war bis 1809 eine Festung; die Feinde wollten nach erster
Besiegung des Volkes nichts festes im Ländchen mehr dulden, und
zerstörten die Werke! Ob ihr Zweck dadurch gelang? -- wie eine
Schneespekulation!
Von Hall bis hierher braucht man zum Gehen neun, zu Wasser, wenn man
nirgends landet, vier Stunden. Beweis genug von der ungemeinen Schnelle
des Stromes.
Jenseits Rattenberg, am linken Ufer, neckt trotz der Friedensmiene der
erhabenen Kirche von _Mariathal_, der aus 43 Bergquellen
zusammengeraffte Brandenberger-Achenbach gewaltig den reitzbaren Inn.
Die schöne Poststrasse läuft fortwährend von _Volders_ bis _Wärgel_ zur
Rechten; jenseits ist zwar auch ein Fahrweg, aber unkultivirt und von
Ort zu Ort ausbiegend.
Während ich zu Rattenberg etwas verweilte, meldete sich ganz sachte ein
Herbstregen; zum Glück schwieg der Wind, sonst hätte sich die Fahrt
schon beendigt. Die drei Seen links bei Moosen, verloren ihren Glanz,
der Markt Breitenbach eine Stunde unterhalb davon, wurde allmählich ein
_general_ Name für die trüben Vermehrer des Inns; am rechten Ufer
spielten die Dörfer Rathfeld und Kundel mit dem zwischen ihnen weilenden
Schlößchen _Nieder-Eich_ -- blinde Kuh; nur der angeschwollene
Kundelbach klagte über Beklemmung dabei. Die vier kleinen Bäche, welche
von