Nun einen Blick auf meinen Standpunkt -- die

Ruine Kropfsberg,

welche im zwölften Jahrhunderte bereits Innfluthen und Kriegsknechte zu

ihren Füssen stürmen sah, die Herzoge von Meran in ihren Mauern aufnahm,

und die Vasallen des Gaues kräftigte. Ein Karren lös’te nun den andern

ab, um Bausteine vom Denkmal klassischer Vorzeit, zu Roßschwemmen und

Viehställen zu holen: Wären sie in den Strom gefahren! die armseligen

Werkzeuge des charakterlosen Mäklers, der die Ruine um einige Gulden

erhandelte, um vom schnöden Gewinne in einem neuen Sonntagsrocke zu

glänzen! Es ist nicht möglich, daß dieser ein Tiroler sey! -- Wahr! das

Ländchen bedarf keiner Burgen, keiner Schanzen, Gewalt mit Gewalt zu

vertreiben, Muth und Alpen ersetzen den Einwohnern jene; aber um ein

Stück Eisen, um einige Steine, welche Tirol nicht mangeln, sich an

heimischen Zeugen thatvoller Jahrhunderte zu vergreifen, ist ein

Diebstahl, den man am geheiligten Besitze begeht. Wem die Flamme für

seiner Vorfahren ruhmvoll Wirken erlosch, ist ein Bastard!

Die beiden Ruinen auf den angränzenden Hügeln, _Thurneck_ und _St.

Gertrud_, mögen wohl auch bald ähnliches Schicksal erfahren.

Skizzen einer Fußreise durch Oesterreich, Steiermark, Kärnthen, Salzburg, Berchtesgaden, Tirol und Baiern nach Wien,(#78026) · 第 30 / 52 题