Sillthal

der Hauptstadt zustrebte. Der muthigen Wellen schäumende Kreise drängten

sich unten durch den ihnen angewiesenen Raum; sie brüllten, weil ihnen

der fremde Zwang eine beschrenkende Erniedrigung schien, und stürmten um

Freiheit -- um ihr voriges Recht! -- Treulich ahmten ober ihnen einst

Menschen dieses nach.

Eine Strecke tiefer, kämpft diese, stolz, daß sie 2000 klaftrige

Eishöhen erzeugten, mit der sich ihr anschliessenden Sill um Rang und

Gewalt. Fürchterlich wüthen die beiden Alpenkinder gegen einander, als

wollte sich Jede ein anderes Beet im Felsengrunde brechen; derselbe

erbebt, aber trotzt der unerfahrenen Nymphen nutzlos Verlangen; der am

Prenner Gebornen wird Sieg und Ehre zu Theil, von dem durch des Landes

groß gezogenen Innfluß[12], als Sill unter die geachteten Enkelinnen

bald aufgenommen zu werden. Der Heiligenwasser-Bach schenkt weiter unten

seinen gepriesenen Besitz der Sill.

[12] Der Inn entspringt in Ober-Engardein von den höchsten Glätschern,

mittels des Silsers-Sees, und soll über hundert Bäche bis Innsbruck

bereits verschlungen haben.

Heldenzüge Tirols.

Mit Wehmuth besah ich das einzelne Wirthshaus, Schupfen genannt, in

welchem der heldenmüthige Patriot Andreas _Hofer_ und seine würdigen

Gefährten, ebenfalls die Plane zur Ueberrumpelung und Besiegung der

feindlichen Haufen 1809 oftmals entwarfen. Damals war das geengte Thal,

das itzt stumm und grün den Wanderer geleitet, der geheiligte Tempel

zusammenströmender Helden, die reissender als der erboste Alpenfluß,

ihre buntgekleideten Massen in gleicher Gesinnung fortwälzten, gegen den

allgemeinen Feind des geliebten Vaterlandes und dessen theuresten

Sorgenvater. Lauter schlugen die Herzen zum muthigen Kampfe: als die

kräftige Stimme der Biederen, als das Poltern der herrlichen _Cascade_,

welche die noch unbezwungene Sill nahe bei _Wiltau_ (gemeiniglich Dorf

_Wilten_ genannt) verherrlicht. Feuriger glühten die Blicke der eng sich

pressenden Reihen: als die Freudenbrände, welche rings von den Bergen

die Erlaubniß verkündeten, daß noch mehrere der kampflustigen Hochländer

am geheiligten Ruhme Theil nehmen dürfen! Die hölzernen Wände der

Dörfchen _Muttens_ und _Natters_ bekamen Brustmauern von Fleisch und

Blut, denen an Kraft und Beharrlichkeit quaderne Wehrthürme beschämt

gewichen wären.

Ich stand nun auf des Berges _Isel_ Spitze; links bog sich die lebendige

Strasse hinab in das Thal, aus dem ich gekommen, rechts wirbelte in

tiefer Kluft die kriegerische Sill ihrem Ende zu, hinter mir engte sich

die Vergangenheit unkenntlich zwischen finsteren Gebirgen, vorwärts

lachte mir über _Wiltau’s_ grüner Fläche, Innsbruck als fröhliche

Zukunft. Die Momente des Lebens spielten hier vertraut beisammen auf

diesem Hügel, welcher seit jener Kriegsepoche seinen Schatten[13]

verlor. O enthüll dich mir, Bild der Verewigung! welches dreimal auf

deiner Runde geglänzet! Doch ohne den Kummer, ohne die Thränen nach

denen Verblichenen zu erneuern. Alles geschah, um das fremde Joch

abzuschütteln, welches fühlbar die alten herkömmlichen Gebräuche,

liebgewohnte Regierungsform niederdrückte; die Stiefkinder haben wieder

ihren Vater gefunden, das verwaist gewesene Ländchen drängt sich nun

näher zum Herzen, und möge die Schicksale erzählen, welche es bis zu

diesem Ruhepunkte erfuhr.

[13] Dieß ist keine Metapher, denn wie er durch die Siege darauf zu

Ehren kam, so wurde später mit Abstockung des schönen Nadelwaldes sein

Rücken gelichtet; einiges Gesträuche beweiset noch der Stämme üppige

Spur.

Der 13te April, 29te Mai und 13te August des verhängnißvollen Jahres

1809, machen eben so viele klassische Trauerspiele Tirols Bewohnern

unsterblich. Der _erste_, nachdem die patriotische Nation ihren Muth und

Kräfte erwogen, siegte ohne Schwertstreich über 8000 wohlerprobte

Veteranen von Franken und Baiern, welche nur Söldlinge zu besiegen

hofften, gegen enthusiastische Herzen aber zu kämpfen verzagten;

panisches Schrecken hemmte ihre Glieder, sie übergaben die Waffen und

sich, wohl wissend, daß erstere in bessere Hände gerathend, sie als

letztere der Berührung unwürdig befunden würden. _Teimer_, der schlichte

Bürger, und Marschall wenn es dem Vaterlande galt, wußte sich dabei mit

diktatorischer Gewalt die tiefste Demuth der Feinde und innigste

Zuneigung seiner Mitbrüder zu erringen. Dankbar fühlte er dafür höchsten

Orts den Lohn als Maria Theresien-Ordensritter und Besitzer der

Herrschaft (als Freiherr von _Wiltau_), wo die Kapitulation geschah.

Der _Zweite_, gleich glänzend in den Annalen, wollte nicht länger

dulden, daß Fremdlinge in der Alpenwände Hauptstadt Befehle erliessen,

und Verderben brüteten zu des gutmüthigen Völkchens Ruin. _Hofer_ und

alle die Helden, welche ein Buch mit ihren Namen überfüllen würden,

gleich rasch in der That, als muthvoll in der Ausübung, strömten zum

Kampfe, zum Siege!

Ausgebreitet um die Stadt hatten sich bei 9000 Feinde, Kanonen und

Pferde waren klug vertheilt; der Tiroler, nimmer gewohnt die Anzahl der

Gegner, die Menge des Geschützes zu zählen, war zufrieden, mit seinem

Liebsten -- dem unzertrennbaren Gewehr, ein Plätzchen wider den Feind

behaupten zu dürfen! Allein, auch das österreichische Militär, stolz auf

die früheren Thaten, rang um die wichtigsten Plätze; es galt einen

Wettkampf, der um so zweifelhafter war, als die edlen Rivalen durch

ausserordentliche Thaten der Kraft und Tapferkeit wider das

baierisch-französische Heer, einander zu übertreffen strebten.

Die Schlacht begann; tollkühn stürmten die Feinde jene Höhen des Berges

_Isel_, _Amras_ und _Rinn_; doch blutige Spuren bezeichneten jedesmal

ihre Flucht. Nun aber versiegte der Patrioten Munition; hie und da fiel

noch ein Kernschuß in das wogende Thal, die Noth wuchs augenblicklich

grösser und schneller; heldenmüthig beschloß das erboste Militär, sich

und ihre Brüder mit dem Bajonet bis zum letzten Athemzuge zu

vertheidigen; aber es wäre gesunken, erdrückt worden von den anrückenden

Scharen der Feinde! -- Da stürzten zwei Männer, _Spekbacher_ und

_Eisenstecken_, an Entschlossenheit dem _Hektor_ und _Ajax_ ähnlich, an

Kraft sie überwiegend, unter die knirschenden Tiroler. »Was braucht es

noch Pulver und Blei, jene prahlenden Rotten zu züchtigen! Haben wir

nicht Fäuste, gibt es nicht Steine genug, diese höllischen Gäste zu

bannen? Nach der kurzen Rede starkem Sinn nahm Einer sein umgekehrtes

Gewehr, der Andere ein Beil, Tausende ihnen nach, und nun gings auf den

staunenden Feind! -- Hofer aber, der Mann voll Muth und Gottesfurcht,

hob das silberne Crucifix von frommer Brust, und den Segen damit über

seine Meraner, Algunder und Passeyer spendend, drangen sie vom Berg

_Isel_ in die dichten Haufen der bald weichenden Gegner. Ein

fürchterlicher Regenguß machte einige Verwirrung, und hemmte den

glänzendsten Sieg der Tiroler; doch zeigte sich folgenden Tags kein

Franke oder Baier nochmal des Treffens begierig; Nachts verließen sie in

größter Stille das Unglück weissagende Innsbruck.

Soll ich auch den Schleier von dir 13tem August heben, als hätte nicht

schon einer jener Tage genügt, ein ganzes Volk zu adeln? Ja das Volk,

das Volk soll nun glänzen! denn an diesem Tage schlug es alleine die

Schlacht.

Abgefallen waren, durch des _Znaimer_ Waffenstillstandes (den 12ten

Juli) harte Bedingnisse, die tapferen Söhne des Mars; geschmolzen an

Zahl in Reihe und Gliedern geordnet, verliessen sie ungern das

liebgewonnene Tirol, von den Thränen der Bewohner betrauert, in die sich

manche des gutherzigen Mitleids vom braven Militär mischte.

Da öffneten sich die Schluchten und Thäler und Kasernen, und spien wie

aus Höllenrachen, runde Zahlen von Feinden allenthalben in das seufzende

Land. Hier wurde füsilirt, dort geplündert, Einkerkerung und Mordbrände

ketteten sich an einander. Das konnte ein früher glückliches Volk, dem

nun ausser Tod keine Erlösung schien, nimmer ertragen. Muth hat

Jahrtausende regiert! Muth nicht, sonst alles konnte man den Tirolern

rauben, auf diesen allein bauten sie ihr Glück!

Nach Hofers thätiger Ermahnung, wurden schnell der Alpen schlüpfrige

Gangsteige, der Bäche trügerische Tiefen, die gewähltesten Strassen zur

Befreiung. Tag und Nacht lieferte rüstige Kämpfer in Tod und Gefahr.

Keine Stunde floß, wo nicht Ueberfälle geschahen, bei denen sich Männer

und Weiber gleich tapfer bewiesen. Endlich wälzte sich die verarmte

Masse, zunehmend wie die abrollende Lavine, ins Sillthal; begierig, weil

man ihr die Winterwohnungen in Asche legte, dem Feinde die Hölle desto

heisser zu machen. 25000 Feinde erwarteten die Ankunft jener

Verzweifelten. An Geschütz und Mannschaft bei weiten überlegen, wollten

sie die Schmach von der zweimal ungünstigen Fläche bei Wiltau durch

einen herrlichen Sieg löschen. Im Buche des Schicksals war es anders

bestimmt. Nebst dem Sandwirth Hofer, der nicht durch seinen schwarzen,

bis an den Gürtel reichenden Bart, (wie einige Witzlinge erzählen),

sondern durch Worte und That die Herzen der Seinen beseelte, wirkte

vorzüglich der Kapuziner Joachim Haspinger mit Wundern der

Beredungskunst und Beispielen der Tapferkeit. Die Gallwiese, Sill- und

Volders-Brücke, der Berg Isel, das Dorf Wiltau, Amras, und alle die

Höhen, Hütten und Felder um Innsbruck, wurden eben so viele Trophäen der

sieggewohnten Nation. Aber hitzig kämpfte die Schlacht; um die Ehre und

das verlorene Vertrauen Europas, wurzelte sich nun hartnäckig der Feind;

um Vaterland, Haus und Herd, führte der Vater Söhne und Töchter ins

Treffen, wählte sich der rüstige Bursche des Todes ruhmbringende Braut.

Viermal wurde die Sillbrücke gestürmt, eben so schnell entsetzt. Mädchen

und Weiber mühten sich, ringsum auf den Höhen Bollwerke von Stämmen und

Steinen zu bauen, und sie auf die Feinde abrollen zu lassen.

Fürchterlich war es, wenn der wandernde Berg donnernd und prasselnd

niederstrebte, in Staubwolken alles umhüllte, und dann das Gekrächze und

Fluchen der Sterbenden aus der Finsterniß röchelnd erscholl.

_Holzer_, ein wackerer Hausvater, stürzte von tödtlicher Kugel getroffen

bei der Sillbrücke; sein braver Sohn eilt aus dem blutumzogenen Haufen,

den unglücklichen Vater in Sicherheit zu bringen; er aber, wohl wissend,

daß dieser Tag seines Lebens letzter sey, widersetzt sich des Sohnes

heiliger Pflicht mit seltenem Edelmuth: »Nicht mir, dem Lande bist du

itzt Sohn! fort und räche mich siegreich, oder stirb an deinen Wunden

neben mir!« Mit dem Lodenrocke stillt er die strömende Wunde des

königlichen Herzens, um noch die Wirkung seiner schlüßlichen Worte an

dem folgsamen Sohne, als Trost in jene Welt hinüber zu nehmen. Kein

Laut, keine Miene verräth seinen Schmerz, er stirbt, nachdem der

bluttriefende Sohn die Feinde zurückwarf.

Drei Dirnen sahen einen verwundeten Tiroler von mehreren Feinden mit

Tode bedroht; schnell eilen sie diesem vom Berg Isel herab mit Heugabeln

zu Hülfe. Die Rettung gelingt, doch zu schwach ist der Arme, um sich

wiederholter Gefahr zu entziehen; in einem Heustadel beim Dorfe Wiltau

wollen die Mädchen ihn verbergen. Schon sind zum Unglücke feindliche

Blessirte und Flüchtlinge darin, welche die Ankömmlinge zurückzubehalten

streben. Entschlossen ergreift die Eine den zum Bivouaq bestimmten

Feuerbrand, und wirft ihn in den Vorrath von Heu, indeß die anderen zwei

wie verabredet, das Thor schliessen, und von Rauch und Flammen

bewußtlos, sich mit der Feinde Anzahl verbrennen. Der Verwundete

ausserhalb der Scheuer, vererbte jene beispiellose Selbstweihe dem

Volke, welches zu arm, denenselben die verdienten Marmor-Denksäulen

lieber in aller Herzen erbaute.

Solche Thaten, die sich zu Hunderten reihten, mußte der vollkommenste

Sieg krönen. Die Feinde, mit einem Verluste von 6000 Mann, suchten

folgenden Tags das Weite; Tirol war wieder befreit! Um den Spaten und

Pflug vertauschten seine Sieger die Waffen -- ach sie wußten nicht, daß

schon wieder andere gegen sie geschmiedet wurden!

Man vergebe mir nunmehr diese kurze Schilderung jener drei Hauptepochen

des patriotischen Volkskrieges, welche den Meisten bekannt seyn wird;

doch wenn nur Einer sie noch nicht wußte, nur Einer verkehrt darüber

dachte: so finde ich mich berechtiget, selbe, obgleich schon ein

Zeitraum von 16 Jahren darüber seine Decke spannte, neu an’s Licht zu

führen, damit nur ja Niemand, der dieses schöne Land durchreiset, seine

heroischen Bewohner vergesse. Ruhig und bieder wie einstens, wirken nun

wieder die Hochländer waffenlos unter einander; ewig im Kampfe mit

Ungewitter und Schicksalen, welche die Lage des Landes ihren

Nahrungsquellen bringt, macht sie ausharrend und kräftig, ohne der

Heimath abhold zu seyn, die solche Prüfungen ersinnt; sie wiegen des

Alpenländchens gut und böse Laune, und trillern ein freudig Juhe! weil

erstere immer noch zog.

Innsbruck.

Ein Regentag ist keineswegs geeignet, malerische Betrachtungen über die

Schönheiten einer zu betretenden Stadt anzustellen, ich verschiebe sie

auf spätere Zeit. Die Wolken, welche itzt dicht über Innsbruck

schwammen, trieben auch noch folgenden Tags ihr Unwesen, und liessen

deutlicher den erfreulichen Unterschied fühlen, zwischen wüsten

Gebirgen, oder im vortrefflichen Gasthause über solche Elementarzufälle

sich zu trösten.

Da ohnedieß die Notirung meiner Bemerkungen, und Beischaffung passender

Kleidungsstücke mich zu einiger Ruhe zwangen, so war mir die Tagesfrist

nichts weniger als lästig, und die heitere Folge desto erfreulicher.

Von der durch hohe Berge auf dreiviertelstündiger Thalbreite umfangenen

Stadt Innsbruck, welche in ihren Mauern so viel Schönes und Gutes

verwahrt, liesse sich wohl Manches herzählen; ich strebte aber nicht

ihre Geheimnisse zu plündern, um damit hochtrabend zu prahlen; möge

Jeder der Zureisenden für seinen Forscherblick eine neue Ausbeute

finden, die ihn dann eben so freuen wird, wie wenn der Botaniker in dem

Wust bekannter Pflanzen plötzlich ein seltenes Blümchen erspäht. Nur was

Fremde, welche nicht so glücklich sind, Innsbruck zu sehen,

einigermassen interessiren kann, erlaube ich mir zu schildern.

Die 12000 Einwohner besitzen ihre 574 reinlichen drei und vier

Stockwerke hohen Wohnstätten zum Theile in dem eigentlichen, kaum von

der Vorstadt zu unterscheidenden Städtchen am rechten Ufer des Inn,

theils in dem am jenseitigen Ufer dieses Flusses ausgedehnten, zur

Hauptstadt gehörigen Bezirke Mariahilf, mit der unteren und oberen

Innbrucker- St. Nikolaus- und Kaiserstrasse. Daselbst gewährt die erste

Häuserreihe am Strome recht anmuthige Behausungen; nur die etwas gegen

den Berg zu entfernteren sind wegen der verschobenen engen Gässen und

kleinen unansehnlichen Bauten die Anzeiger, daß dort ärmere Klassen ihre

Zuflucht wählten.

Zwei Holzbrücken, wovon die obere den Beinamen Höttinger, die untere den

der Möhlauer führt, verbinden die beiden Ufer; neben der ersteren

bringen mehrere hölzerne Wasserröhren von den Quellen der Frau-Hütt-Alpe

das herrlichste Getränk in die Stadt. Der Inn wird erst bei Hall

schiffbar, aber auf kleinen Flössen kann man täglich von Hammingen,

Oberhofen und Zierl Brennholz herbeischaffen sehen; die Fahrt soll bei

dem unbedeutenden Werth der Fracht nichts weniger als gefahrlos seyn.

Auf dem Inn selbst wird periodisch Holz geschwemmt; der ungeheuere

Rechen oberhalb der Stadt, welcher diese Waldtribute auffängt, und wegen

seiner Riesenhaftigkeit sowohl alljährig bedeutende Reparaturen

erfordert, als auch Innsbruck bei Wassergefahr nicht selten in

Verlegenheit bringt, macht einen Feind mehr für die Stromfahrer. Nahe

dabei befindet sich der Thiergarten, neben welchen die Poststrasse über

Zierl nach Baiern und Schwaben leitet.

In dem Bereiche der Stadt, bei den viel besuchten Dörfchens _Rum_,

_Arzl_ und _Mühlen_ befindet sich eine Art Wasserfall, worin malerisch

das Räderwerk einer Mühle kämpft, und damit den kleinen Spaziergang zur

Möhlauer-Brücke, durch schöner Kastanienbäume Greisenallee doppelt

würzt!

Die Promenade, weil schon jede Stadt für oder wider die lange Weile

solche besitzen muß, biethet hier der Rennplatz, so benannt von den

ehemals daselbstigen Kampfspielen; dabei eine niedliche englische

Anlage. Die Burg, zuerst auf diesem Platze von Kaiser _Maximilian_ I.

1494, in gegenwärtiger Pracht aber durch _Maria Theresia_ 1766 erbaut,

macht dabei die Hauptfronte, an die sich nördlich der Hofgarten

anschließt, welcher mir aber trotz einiger verwahrlosten Steinfiguren

und riesiger Lärchenbäume, in dem Lande der Felsen und Stämme kein

Behagen einflößte. Die Einwohner mögen eben so wenig Zuneigung für

selben fühlen, weil daselbst ausser etlichen der in Garnison liegenden

Feldjäger kein Besucher zu sehen war. Der Burg gegenüber prangt das vom

Erzherzog _Ferdinand_ 1653 schön erbaute Theater.

Wer von Innsbrucks zierlicher Neustadt dem Berg Isel zureiset, wird

daselbst durch die bekannte

Skizzen einer Fußreise durch Oesterreich, Steiermark, Kärnthen, Salzburg, Berchtesgaden, Tirol und Baiern nach Wien,(#78026) · 第 22 / 52 题