ruhen einzeln zerstreut auf einem kleinen Thalabhange, welchen rings
herum Kleefelder und Wiesen mit 100 Kaischen begränzen. Diese kleinen
Vorrathskammern balanzieren wie Mücken auf den verschieden gefärbten
Spitzhöhen; zu mancher müßte man ohne Eisen auf allen Vieren
emporkriechen; ich glaube, daß alljährig einige dieser Unbeachteten
durch Wind oder Schneelavinen hinabspazieren.
In dem untröstlichen Wirthshause war ausser schlechtem Biere, starkem
Branntweine und miserablem Kleienbrote, wovon ich ein Stück zur Schau
nach Innsbruck mitnahm, nichts zu bekommen. Drei Viertheile der
Dorfsbewohner jubelten zu Zell, dafür schienen die Zurückgebliebenen
einen Bußtag zu feiern. Ausser dem Dorfe wird der Weg am Bache freier,
jedoch sieht man daran, so wie an den Gränzwiesen, die schädlichen
Spuren der alljährigen Ueberschwemmung, welcher nicht durch gehörige
Dämme vorgebeugt wird. Ueber grosse Steine mußte ich die Gerlos
überschreiten, die Brücke hatte das letzte Hochwasser mitgenommen, und
man ist vermuthlich so klug, zu warten, bis sie wieder zurückkommt.
Der Weg windet sich in einen ehrbaren Nadelwald hinauf, mit jedem
Schritte steigt der pittoreske Werth der Wanderung. Treppelwege führen
über abstürzende Wasserfälle und gähnende Abgründe; in schwindelnder
Tiefe wirbelt sich die schneller wachsende _Gerlos_ in den Stuben des
Flußgottes; abgespühlte Bäume tanzen darin den üppigen Walzer, und
erweitern die Grösse des Wellenraumes. Zwischen den Waldlücken sieht man
hie und da auf kahlem Wiesenstreife eine dürftige Hütte, mit Kindern
reicher als mit Nahrung ausgestattet, vor der wohlhabenden Welt
versteckt; nahe dabei trösten steile Fleckchen Hafergrund, ein
Rübenfeld, und bei Glücklicheren -- Erdäpfel! die Gesammtzahl vor
gänzlichem Erhungern. Diese Gegend ist für den Meisterpinsel eines
_Salvator Rosa_ würdig; wäre aber _Ovids_ Exil hieher angewiesen worden,
er hätte sicher den Muth auch zum Schreiben verloren! und doch ertragen
diese Bewohner auf eine bewunderungswürdige Weise, Unwetter und
Schicksal.
Liebe Gewohnheit mit deiner holden Schwester -- Zufriedenheit! wo sollte
man euch finden, wenn ihr nicht im Bereiche der Armen euren Wohnsitz
behauptet? längst hat euch die Mode und Habsucht aus Städten verbannt!
Wolfsbesuche.
Links entkletterten kaum merklichen Gangsteigen, zwei weinende Dirnen.
Mir waren die Thränen im Gebirge bei aller Noth fremd geworden. Auf mein
Befragens um die Ursache ihres Kummers, erwiderten sie schluchzend: eben
habe der unersättliche Wolf ihre schönste Kalbin auf dem Fierst-Joche
erwürgt; sie hätten vor mehreren Tagen schon abtreiben sollen, und weil
übergenug Futter war, zögerten sie; nun würde der Schadenersatz und Zorn
der Herrin gleich fürchterlich seyn. -- So gibt es doch nirgends ein
_Eldorado_ auf Erden! Wo Menschen nicht feindselig gegen einander nagen,
benützen Raubthiere ihr grimmig Gebiß.
Die Gegend, welche ohnedieß einen hohen Grad von Wildheit bereits
erreichte, schien mir durch diese traurige Geschichte, wo möglich, noch
furchtbarer; daher wunderte mich nicht, daß eine Schaar Kinder, welche
Waldnüsse und sonstige Kleinigkeiten nach Hause schleppten, bei meinem
Anblicke die mühsam errungene Beute wegwarfen, und ohne mein Rufen zu
beachten, sich in zwei morschen Hütten versteckten, woran die besorgten
Mütter schnell die Thüren sperrten, und dann mit ängstlicher Miene durch
die kaum merklichen Fenster lugten.
Wenn schon ein einzelner Reisender (ich weiß nicht um was) bange Furcht
erzeugt, wie oft mögen diese Armen bei wirklicher Ursache das Ende ihres
Kummers erwarten? Das Leben um die Erziehung dieser Wildlinge
bemitleidend, wanderte ich auf dem nun immer besser werdenden Wege fort,
bis mit Schluß des Waldes die Gegend sich erheiterte, und ein reicheres
Ansehen gewann. Hier neckten sich lustige Geissen, dort sah ich an einer
preiswürdigen Herde, daß des Zillerthales angerühmtes Hornvieh keine
Uebertreibung wäre. Menschen waren selten -- aber auf stündiger
Entfernung Kirchtag! Froh grüßt der Oekonome der wohlthätigen Ceres
mütterliche Sorgfalt, welche bei Heitzenberg großmüthiger die Hügel
bestreicht. Wie doch der Mensch unkonsequent ist! -- Auf dem
verschwenderischen Fruchtboden Ungarns und Baierns gähnt der Wanderer
vor langer Weile; und sieht er in Gebirgen einige Aecker: so haftet mit
Wohlgefallen sein Auge auf dieser Seltenheit und er bedauert, nicht
mehrere zu finden! -- Daß doch alles Häufige Gleichgiltigkeit erzeugt,
wenn es auch nützlich ist! Ich glaube, wenn auf der guten Welt sehr
wenig Menschen lebten, dann wäre der Zeitpunkt, daß sie sich wirklich
nach einander sehnten, und liebten!
Kirchtagsfeier im Dorfe Zell.
Von vorbenannter Gemeinde biethet sich bereits ein malerischer
Ueberblick des tief eingeschlossenen Dorfes Zell, und der sich dabei
gattenden _Ziller_- und _Gerlos_-Bäche. Auf dem steilen Hinabwege
überraschen links grosse Felsenklüfte, in die man mehrere Klafter weit
eindringen kann, bis sie verwachsen oder halb verschüttet, die weitere
Untersuchung lästiger machen. Es sind die alten Einfahrtsstollen des
ehemals reichhaltigen Goldbergwerkes, welches aber wegen Erschöpfung
bereits lange aufgelassen ist. Der Geigen, Trompeten und Pfeiffen Freude
verkündender Ton, sprach allmählig eingreifender zu den Kehlen der
singlustigen Tänzer. Es war ein Wettkampf zwischen Gesang, Spiel und
Fußgestrampe um den überwiegenden Lärm. Ich dachte, die hölzernen
Wirthshäuschen müßten zusammenbrechen, durch das im ersten Geschosse
Staub ausbreitende Springen; da krachten und blitzten noch gesellig dazu
der Scharfschützen wohlberechnete Schüsse; und in dieses überwiegende
Echo mischte sich jenes der beständig thätigen Kegler. Grell widersprach
diesem freudigen Quodlibet die ungemeine Anzahl mühseliger Bettler,
welche dieser Erlustigungstag aus weiter Entfernung hierher berief, um
von der Mildthätigkeit minder armer Landsleute zu profitiren.
Ausser den mit Kleidungsstücken aller Art, Gewehren, Gamsbärten, Tücheln
und sonstig gewöhnlichen Krampack angepropften Markthütten, welche viele
Käufer und weit mehr Bewunderer zulockten, waren etwas entfernter die
herrlichsten Kühe, schöne Ziegen und veredelte Schafe zum Handel
aufgestellt. Ich sage »zum Handel,« weil deren Besitz bei dem hierorts
nur zu auffallenden Geldmangel, nach Art der alten Deutschen, welche
ebenfalls bei ihren lobenswerthen Eigenschaften kein Geld hatten,
mittels Tausch und Daraufgabe abgeschlossen wurde.
Nunmehr glaube ich auf Bau, Kleidung und Charakter der Zillerthaler
übergehen zu müssen. Mehr groß als mittelmässig, ist der Männerschlag
gewöhnlich zu 5 Schuh 6 Zoll bis 10 Zoll österreichischen Masses; dabei
aber entbehret er den starken Knochenbau und die Breite des Körpers,
welche dem Inn- und Pusterthaler eigen sind; das Frauenzimmer hingegen
braun oder blond, ist, bei angenehmer Gesichtsbildung, klein und
wohlbeleibt. Beide Geschlechter sind unter allen Tirolern am wenigsten
von Kröpfen entstellt.
Für Grün sind die Zillerthaler dermassen eingenommen, daß sich nicht nur
der Mann, sein kurzes ledernes Beinkleid ausgenommen, beinahe ganz in
dieser Hoffnungsfarbe sammt dem hohen kurzkrämpigen Filzhute gefällt,
und das Frauenzimmer den langen vorragenden in vielen Falten geworfenen
Unterrock, oder das enge Leibchen (Korsette) von grünem Stoffe sich
wählt: sondern man sieht einige Häuser auf solche Weise bemalt, und die
meisten zugespitzten Kirchthürme in dieser Farbe glänzen.
Beim Trunke entlarvt gemeiniglich der Mann seine Gesinnungen und
Eigenschaften, hier gilt dieß sogar vom Weibe und Mädchen. In der
Gaststube sah ich zum größten Erstaunen beide Geschlechter ohne
Unterschied der Jahre gleich begierig dem schlechten Biere und
Kornbranntwein huldigen. Nach jedem Zuge wurde gesungen und getanzt, daß
Einige wie glühende Kohlen, Andere aber blaß wie Leichname aussahen;
dieses letztere galt besonders den Dirnen von 16 bis 19 Jahren, welche
jenes hitzige Getränk wohl nur aus Gefälligkeit für ihre Burschen so
häufig genossen, ohne die schädlichen Folgen zu ahnen. Wein war nicht zu
bekommen, und unter den Leckerbissen und seltenen Kostbarkeiten der
Tafel mußte man ja nichts anders verstehen, als -- Bocks- und junges
Schweinfleisch, dem semmelähnliches halbweisses Brot das Noble gab. Man
hätte dieses Fest füglich einen Bocksfleischkirchtag nennen können, wenn
anders dieser Ausdruck in Tirol etwas Seltenes oder Lächerliches wäre.
Neugierde scheint den Zillerthaler mehr als gewöhnlich zu reitzen. Ich
hatte kaum Platz genommen, so umfingen mich augenblicklich zwanzig
Bauern, frugen mich ironisch, ob ich aus Baiern käme, lustige Menschen
zu finden? wer ich sey etc. Für einen Wiener wollten sie mich durchaus
nicht halten, und massen mich fortwährend mit scheelen Blicken. Als ich
aber darauf bestand, nahm einer das Wort »du muscht an sakrisch guiden
Poas hon, wonst su roas’n tuscht über d’ Staigl und Olma, bischt etwo
gor a Spion?« Ich sah, der mißtrauischen Leute Vertrauen zu gewinnen,
mich genöthigt, den Paß auszukramen, und ihn dem Aeltesten
einzuhändigen. Mit viel bedeutender Miene studirte er die Petschaften
der Polizeibehörden und Kreisämter, und gab ihn dann einem Zweiten und
Dritten u. s. w. zur Prüfung, der Letzte stellte selben mit einer Art
Ehrfurcht zurück, und bemerkte: »der Poaß« wäre sehr gut, lesen könnten
sie ihn zwar nicht, aber die »sakrisch vielen Zoachen« darauf bewiesen,
daß ich überall herumreisen könnte. Ich hatte Mühe, das Lachen zu
verbeissen, mußte mich aber bald mit ihrer Unkenntniß aussöhnen, als sie
Einer um den Andern vom Tanze zu mir eilten, und mit biederem Handdrucke
einen Schluck von ihrem Getränke auf »Gut und Blut« anzunehmen baten.
Von Wien wollten Alle so Viel und Mancherlei wissen »vom gueten Koaser
Franzl, Herzog Hannes« von guter Zukunft u. d. gl., daß ich bei
theilweiser Befriedigung eine bedeutendere Ermattung durch Diskurs
befürchtete, als nach etwa achtmeiliger Wanderung! Endlich kam ein alter
Tabakraucher, nahm mich vertraulich bei der Hand, und sprach, es freue
ihn, auch mir ein Vergnügen machen zu können, ich hätte ihn so
unterhalten, daß er zum Danke seine (er zeigte auf zwei muntere Dirnen)
Kinder aufgefordert habe, mit mir so lang ich wolle zu tanzen. Ich
dankte für diese Gutherzigkeit, die mich für einen Korb, oder
Händelsucht eifersüchtiger Liebhaber, welche bei Kirchtagen so häufig
ihre blutige Rolle spielen, sicherte; schützte aber meine Ermüdung vor,
welche mich hindere, an dem Tanze Theil zu nehmen.
Komisch war mir die Art, wie hier die Bettler befriediget werden: Da man
ihnen selten Geld gibt, so tragen sie zwei Hefen (Töpfe) mit sich, und
da werden die gereichten Stücke Fleisch, Brot und Zugemüse in das eine,
und ihr bekommenes Bier- und Branntwein-Getränk in das andere Hefen
gethan. Nun hatte aber ein solch thätiger Sammler vielleicht das erstere
schon voll, und da ihm der angesprochene Bauer abermal ein Stück
glühendheisses Boksfleisch reichte, wechselte er es, nachdem der
Biertopf auf die Erde gesetzt wurde, aus einer Hand in die andere unter
beständigem »Vergelts Gott« bis der Schmerz ihn übermannte, und er mit
einem Schrei das brennende Stück auf den Tisch der Bauern hinzuwerfen
strebte, fehlgetroffen es aber vergebens am Boden einem schnellen Hunde
abjagen wollte, und noch überdieß dabei seinen Biertopf zertrat. Die
verzogenen Gesichter und Gruppirungen der Spender und des erboßten
Empfängers hätte man füglich als künstlich entworfenes Tableau belachen
können.
Zwei hochstämmige Burschen mit Schnurbärten, erdrangen sich izt Sitze an
meinem Tische; ihre Dirnen bewunderten deren errungene Preise des
Bestschiessens und Kegelns. Ein Haushahn, welcher angebunden auf 200
Schritte durch Kugel erlegt wurde, und mit sechs Kaiserthalern den
Hauptschuß lohnte, erweckte den Neid vorzüglich eines nebenan sitzenden
alten Bauers, welcher dem Schützenhelden zwar Glück wünschte, sich aber
vorzüglich um den Preiserfolg seines _Buben_ beim Treffen erkundigte.
Sie wußten ihm nichts zu sagen, er konnte seinen Unwillen brummend nicht
verbergen, und rutschte unwillig auf der Bank umher. Nun aber trat ein
riesenhafter Mann von beiläufig 26 Jahren, mit tiefen Bücken zur kleinen
Thüre herein; das Gewehr traurig in der Hand, wollte er sich Bier geben
lassen. »Do trink Kospa! bischt oaml do?« begann der Alte, »zoag wosch
hoscht denn gwonga?« Noch trauriger wurde der Befragte, und blieb die
Antwort schuldig. »Bischt ma a saubersch Bierbal!« schrie zornig der
Vater, »schoissen konnscht nit, in d’ Schon werife a nit, su a Bierbla
konn i a seya!« es duldete ihn nicht länger, er machte sich auf, und
verließ die Stube; mich aber interessirte der Gedanke: nun einmal einen,
nicht mit Schimpfnamen bezeichneten _Buben_ zu sehen, welcher an Grösse
dem heil. Christoph ähnlich, seine Körperkraft drei gewöhnlichen Männern
entgegen biethen könnte.
Später, als des Getränkes geistige Wirkung sich fühlbarer aller Sinne
bemächtigte, entkeimten die Kraft-Bravouren; Der trug drei, Jener vier
Gefährten, trotz Sträuben zur Thüre hinaus. Bei Hebung eines grossen
Steines entquoll Einem das Blut aus Mund und Nase. Faustdrängen und
Hackenziehen nahm kein Ende, letzteres strengte sie so sehr an, daß
Mehreren beim schmerzlichsten Zusammdrängen der Finger das Blut zwischen
den Nägeln vorquoll, und Zweien sogar Finger ausgekegelt wurden.
Ueberzeugt, daß der Abend und die Nacht gleich tumultuarisch verfliessen
würde, und daher auf Ruhe nicht zu denken wäre: packte ich meine
Wenigkeit zusammen, und wanderte in Begleitung mehrerer Bauern, welche
ebenfalls das Kirchweihfest zu Genüge empfunden, und nun nach Hause
strebten, im Zillerthale aufwärts. Bewaldet, von vielen Gießbächen
durchschnitten, reichen die Ausläufer der Voralpen wie zu _Gerlos_ --
auch in dieses Thal herab. Der grössere Zillerfluß und die häufigeren
Wohnhäuschen bringen darein den wesentlichsten Unterschied.
Unter meinen Mitreisenden waren zwei bejahrte Männer, welche mit der
silbernen Tapferkeits-Medaille von der Landesvertheidigung 1809
geschmückt, mir die Gegend um Steinach und des Sillflusses, dann den
Berg Isel bei Innsbruck wohl zu beachten empfahlen; den Einen hatten
dort merkliche Wunden auf Brust und Haupt geschmückt, dem Andern hatte
der Heldentod dreier Söhne, von jenen Plätzen aus die bleibend
schmerzliche ins Herz gefurcht. Sie frugen mich um den eigentlichen
Zweck meiner mühvollen Wanderung über die Schneeberge ins Sillthal? und
als ich versicherte: »die Festungen und Schanzen der Schöpfung zu
bewundern, welche Muth und Vaterlandsliebe gegen alle usurpirende
Gewaltthätigkeit mit ehrlichem Blute zu vertheidigen wußte,« drückten
sie mir die Hand, und heisse Thränen in ihren feuerfangenden Augen
bewiesen, daß Jeder von ihnen bei ähnlichem Drang der Umstände, zu
wiederhohlter Aufopferung sammt der seines Lebens, für den guten Kaiser
und eignen Ruhm freudigst bereit sey. Meine Liebe und Achtung hatte sich
durch diese zwei Bewohner auf das ganze Thal ausgebreitet. Die armen
Dörfchen _Oede_, _Leimach_ und _Hilpach_, welche alle an der Zill
liegend, mit ihren unansehnlichen Häuschen und kleinen Fensterchen so
viel Demuth und Muthlosigkeit verrathen, entwickelten sich in meiner
Phantasie zu Feldherrn-Pallästen, aus deren grossen Fenstern man kaum
die Siege der Nation übersehen kann.
Meine Begleiter verloren sich in den einzelnen Hütten der Gemeinden
Mühlbach, Burgstall und Holenzen. Soviel der Abend erlaubte, sah ich,
daß diese Thalbewohner sich füglich als Stiefkinder der Ceres beklagen
dürfen; Fleiß könnte man ihnen aber nicht absprechen. Denn, wo der Bauer
kahle Berghöhen nur durch äusserste Anstrengung mittels
hinaufgeschlepten Erdreiches urbar macht, und wenn der nächste Gußregen
jene bittere Arbeit, sammt der darauf tröstenden Hoffnung einer kleinen
Ernte, in das Thal niederschwemmt, die Herstellung seines Ackers durch
belastete Butten aufs Neue beginnt: muß man als Muster der Thätigkeit
und Geduld bewundern, und wünschen, daß endlich das Schicksal ermüde,
diesem ausdauernden Menschenfleisse schadenfrohe Hindernisse entgegen zu
werfen.