»Horch, -- still, Nössel, ich glaube, -- ja, wahrhaftig, es ist so.
Hast du's auch gehört?«
Meister Nössel hatte es auch gehört. Er nickte eifrig mit dem grauen
Kopf und hielt ihn dann horchend vor.
»Da, noch einmal.«
Dann ging ein zufriedenes Leuchten über seine Runzeln. Er stand vor
dem Rektor Cabisius. Der hatte einen grünen Schild über den Augen;
man konnte nicht sehen, welchen Ausdruck sie hatten; aber der Mund
lächelte, weich und froh. »Daß ich das jetzt grad so mitangehört habe,«
sagte Meister Nössel. »Das freut mich. Das hätte die Judith auch
gefreut, wenn sie noch da wär. Ja, die Judith.
Ich hab' so gedacht: trägst den Schlafrock noch herauf vor
Dunkelwerden. Er hat ein ganz neues Ärmelfutter, Rektor, und da, das
Loch von der Pfeife, das hineingebrannte, das hab' ich unterlegt und
gestopft. Und da hab' ich gedacht: redst ein Stückchen mit dem Rektor,
er sitzt da so allein. Da macht mir die Gertrud das Haus auf, mit ihrem
ernsthaften Gesicht. Nein, sag nichts, Rektor, ich weiß schon, es ist
ihr ein Hagelwetter über ihr Feld gegangen. So etwas merkt man. Was
hat unsereiner denn noch für eine Freude, als das bißchen Jugend, das
um einen herum ist? -- Ja, und sie guckt jetzt immer an einem vorbei,
die Straße herunter, als ob etwas kommen müßte und käm doch nicht. So
auch heut. Aber dann hat sie sich gleich einen Ruck gegeben und mich
freundlich angesehen. -- Daß du wieder froh wärest, hab' ich gesagt.
Aber gesagt hab' ich nichts.