Ein neunzehnjähriger Gymnasiast tötet eine Fünfzehnjährige mit fünf
Revolverschüssen. Er verteidigt sich in keiner Weise. Was liegt also
vor?!? Es liegt vor das unbewußte Bewußtsein aller Höllenqualen, die
einem liebenden Manne noch Zeit seines verdammten Daseins bevorstehen
und die eine dumme, verwöhnt werdende fünfzehnjährige Schöne den Männern
bis zu ihrem 35. Lebensjahre unbedingtest allmählich noch bereiten wird!
Rettung gibt es da nicht in diesem Höllenpfuhle. Die mörderische
Schlacht ist vorzeitig, ist also rechtzeitig entbrannt, und muß zu Ende
gekämpft werden, von dem _unbewußt voraussichtigen_ Desperado, mit fünf
heimtückischen Todesschüssen, weil die 15jährige Geliebteste,
Allergeliebteste, von einem Nachbar in »kindlicher Freude« fünf Rosen
annahm, einen Don Juan von Kellner daran liebenswürdig-holder Weise
riechen ließ, und dieselbe Gnade dem unglückselig Liebenden dann
ironisch versagte! Seine Voraussicht kommender grauenvoller Leiden war
seine _verbrecherische Genialität_! Das Fräulein beginnt bereits, ganz
geheimnisvoll, sich zu fühlen als Beherrscherin und Zerstörerin dieser
unglückseligen zarten Welt »männliche Zuneigung«, und der
neunzehnjährige Rüpel weiß nicht anders die schreckliche Gefahr zu
bannen, als indem er fünf tödliche Schüsse auf die Schuldig-Unschuldige
abgibt! Die Frau, die zartfühlende, menschenfreundlich-adelige hat eine
_Verpflichtung_ gegen an ihr erkrankte Männerseelen! Nicht gerade die
Verpflichtung, endgültige Erlösungen ihnen zu spenden, jedesfalls aber
nicht mutwillig in eiternden Wunden herumzustochern — — —. Es ist keine
große Kunst und keine Lebensaufgabe, Männer irrsinnig und seelenkrank zu
machen; aber ihnen wenigstens wie ein milder, menschenfreundlicher Arzt
die äußersten und unnötigen Qualen zu ersparen, das wäre beginnendes,
zartes, strahlendes, sich selbst vor allem belohnendes Menschentum!