H. N.

In deinen Augen lese ich dein Leben — — — mehr brauch ich nicht zu

wissen, es ist alles. Und deine Stimme ersetzt mir die Musik der Welt!

Deine Hände zu schauen, macht dankbar gegen das Schicksal — — und sie

berühren, macht mich tief erschauern! Wie eine geknickte Blume prangst

du in der Welt, die trotzig starrt von harten Pflanzen! Nur du erzeugst

mir Sehnsucht, Gottes edle Qual! Die anderen genießt man, wenn sie da

sind, und die Entfernung legt sie zu den Toten! Von dir aus strömt des

Dichters Leid und Not, an diesem Stoffe brennen seine Flammen! Wenn du

von Lieblingsliedern sprichst, hör ich sie tönen; Wenn du von

Lieblingsbüchern sprichst, so hab ich sie gelesen! Wenn du von schönen

Frauen sprichst, so seh ich sie, wenn du von Männern sprichst, so sterb

ich vor Verzweiflung!

Und die Welt erdunkelt mir — — —. Der Bann, der Bann, Bannsegen ohne

Fluch! So bannst du mich! Du bist verstört, von tausend geheimnisvollen

Kräften hin und her getrieben, die aber mir zu Tau und Sonne werden,

indem ich sie gerührt betrachte und begreife, wie eine Mutter ihres

geliebten Kindes Rätsel — — —. Entfern dich nicht! Denn wenn du mich

verläßt, erlischt für Dich dein eigener Zauber — — und eine Welt

ersteht, die dich brutal genießen will!

Neues Altes · 第 23 / 126 题