In welchem Mr. Grimwig auftritt.
Oliver erholte sich bald wieder von der Ohnmacht, in die er bei dem
kurzen Ausrufe Mr. Brownlows gefallen war. Der alte Herr und Frau
Bedwin vermieden sorgfältig jedes Gespräch, durch das er wieder an
das Bild oder seine Herkunft und Lage hätte erinnert werden können,
und suchten ihn auf jede Weise angenehm zu unterhalten, ohne ihn
aufzuregen. Als er jedoch am folgenden Tage wieder in das Zimmer der
Haushälterin herunterkam, hob er sogleich die Augen nach der Wand
empor, in der Hoffnung, das Bild der schönen Dame zu erblicken. Er sah
sich getäuscht; es war entfernt worden. Frau Bedwin hatte ihn jedoch
beobachtet.
«Ah!» sagte sie, «es ist nicht mehr da, mein Kind.»
«Ich seh' es, Ma'am!» erwiderte Oliver seufzend. «Warum ist es denn
fortgenommen worden?»
«Weil Mr. Brownlow sagte, es schiene dich unruhig zu machen und könnte
daher deiner Wiederherstellung schaden.»
«Ach, es machte mich gar nicht unruhig, Ma'am. Ich freute mich, es
anzusehen, und hatte es gar zu lieb gewonnen.»
«Nun, nun, mein Kind,» sagte die gute Frau, «es geht dir ja zusehends
besser, und es soll schon wieder aufgehängt werden; ich verspreche es
dir. Laß uns jetzt aber von anderen Dingen sprechen.»
Sie hatte ihm in seiner Krankheit so viel Liebe erwiesen, daß er
sich vornahm, einstweilen nicht mehr an das Bild zu denken. Er hörte
ihr daher aufmerksam zu, als sie begann, ihm von ihren wohlgeratenen
Kindern und ihrem guten, seligen Ehemann zu erzählen. Sodann wurde
Tee getrunken, worauf sie ihn Cribbage spielen lehrte, was er schnell
begriff und eifrig mit ihr spielte, bis es Zeit war, zu Bett zu gehen.
Es folgten nun selige Tage für Oliver. Alles um ihn her war so still,
sauber und ordentlich, und jedermann war so liebevoll gegen ihn, daß
er fast im Himmel zu sein glaubte. Als er imstande war, sich wieder
ordentlich anzukleiden, hatte Mr. Brownlow schon für einen ganz neuen
Anzug gesorgt, und da ihm gesagt wurde, er könnte mit seinen alten
Kleidern tun, was er wollte, so gab er sie der Magd, die sehr gefällig
gegen ihn gewesen war, und sagte ihr, sie möchte sie an einen Juden
verkaufen und das Geld behalten. Die Magd machte sogleich Gebrauch von
der erhaltenen Erlaubnis, Oliver sah durch das Fenster, wie der Jude
seine ganze alte Garderobe zusammenwickelte, einsackte und fortging;
und er freute sich nicht wenig darüber, da er nun nicht mehr zu
fürchten brauchte, die traurigen Lumpen je wieder anlegen zu müssen.
Es mochte etwa eine Woche vergangen sein, als eines Nachmittags Mr.
Brownlow herunterschickte und Oliver zu sich rufen ließ. Frau Bedwin
ordnete eiligst den Anzug und das Haar ihres kleinen Pfleglings und
begleitete ihn selbst bis an Mr. Brownlows Tür. Das Zimmer war mit
Büchern angefüllt, und das einzige Fenster wies in einen kleinen
Blumengarten. Mr. Brownlow legte ein Buch aus der Hand und sagte
Oliver, er möchte näher kommen und sich setzen. Oliver tat, wie
ihm geheißen war, und dachte, wo die Leute wohl gefunden werden
könnten, eine solche Menge von Büchern zu lesen, die geschrieben zu
sein schienen, um die Welt klüger zu machen -- eine Sache, welche
fortwährend erfahreneren Leuten zu schaffen macht, als Oliver Twist es
war.
«Du siehst hier sehr viel Bücher, nicht wahr, mein Kind?» fragte Mr.
Brownlow.
«Ja, sehr viele», erwiderte Oliver; «ich habe noch nie eine solche
Menge von Büchern gesehen.»
«Du sollst sie, wenn du dich gut beträgst, auch lesen, was dir noch
besser gefallen wird als das bloße Beschauen der Bände -- wenn auch
nicht immer; denn es gibt allerdings Bücher, an welchen die Einbände
bisweilen das Beste sind. Möchtest du wohl ein recht gescheiter Mann
werden und selbst Bücher schreiben?»
«Ich möchte lieber in Büchern lesen, Sir», entgegnete Oliver.
«Wie, du möchtest also kein Bücherschreiber sein?» sagte der alte Herr.
Oliver besann sich ein wenig und erwiderte endlich, es bedünke ihn weit
besser, ein Buchhändler zu sein, worüber der alte Herr herzlich lachte,
und wozu er bemerkte, Oliver habe da etwas sehr Gescheites gesagt.
Oliver freute sich über diese Anerkennung, obgleich er durchaus nicht
begriff, wodurch er sie verdient haben möchte.
«Sei nur ohne Furcht», sagte der alte Herr; «ich werde dich nicht zum
Schriftsteller machen, solange es noch ein anderes ehrliches Geschäft
oder Handwerk gibt, das du erlernen kannst.»
«Ich danke, Sir», entgegnete Oliver, und der alte Herr lachte abermals
über den großen Ernst, mit dem er antwortete, und sagte ein paar Worte
von einem merkwürdigen Instinkt, welche Oliver nicht sehr beachtete,
da er sie nicht verstand. Brownlow fuhr darauf in einem womöglich noch
freundlicheren, aber zugleich ernsteren Tone, als er gegen Oliver bis
dahin angenommen, fort: «Sei jetzt recht aufmerksam auf das, was ich
dir sagen werde. Ich denke ohne Rückhalt mit dir zu reden, weil ich
überzeugt bin, daß du mich ebensogut verstehen wirst wie viel ältere
Personen.»
Oliver erschrak. «Ach!» rief er aus, «sagen Sie nicht, daß Sie mich
fortschicken wollen, Sir; weisen Sie mir nicht die Tür, daß ich wieder
auf den Straßen umherirren muß. Lassen Sie mich bei Ihnen bleiben und
Ihnen dienen. Schicken Sie mich nicht in das schreckliche Haus zurück,
woher ich gekommen bin. Erbarmen Sie sich eines armen, verlassenen
Knaben, bester Herr!»
«Mein liebes Kind,» sagte der alte Herr gerührt, «du brauchst nicht
zu fürchten, daß ich meine Hand von dir abziehe, solange du mir keine
Ursache dazu gibst.»
«Das will ich nie, niemals, Sir!»
«Ich hoffe, daß du es nicht tun wirst, glaube es auch nicht. Ich bin
oft getäuscht und betrogen von Leuten, denen ich wohltun wollte, bin
aber trotzdem sehr geneigt, dir zu vertrauen, und ich empfinde eine
größere Teilnahme für dich, als ich sie sogar mir selbst erklären kann.
Die ich am meisten geliebt habe, ruhen längst in ihren Gräbern, und ich
habe auch meines Lebens Glück und Zier begraben -- nicht aber meine
Herzenswärme. Auch herber Kummer hat sie nicht ausgelöscht, sondern
nur noch stärker angefacht; wie denn allerdings Schmerz und Leid unser
Inneres stets reinigen und läutern sollten.» -- Er hatte dies mit
leiser Stimme und mehr vor sich hin als zu Oliver gesprochen, der ganz
still dasaß und kaum zu atmen wagte. -- «Doch ich sagte das nur,» fuhr
der alte Herr wieder heiterer fort, «weil du ein junges Gemüt hast,
und wenn du weißt, daß ich viel gelitten habe, dich vielleicht noch
sorgfältiger hüten wirst, mir abermals wehe zu tun. Du sagst, daß du
eine Waise wärest und ganz allein in der Welt daständest. Alles, was
ich in Erfahrung habe bringen können, bestätigt deine Angaben. Erzähle
mir nun, wer deine Eltern gewesen sind, wo du erzogen und wie du in die
Gesellschaft geraten bist, in welcher ich dich gefunden habe. Sage die
Wahrheit, und wenn ich finde, daß du kein Verbrechen begangen hast, so
soll es dir niemals, solange ich lebe, an einem Freunde fehlen.»
Oliver vermochte vor Schluchzen ein paar Minuten nicht zu antworten,
und als er sich endlich gefaßt hatte und seine Erzählung beginnen
wollte, ließ sich ein Herr zum Tee anmelden.
«Es ist ein Freund von mir, Mr. Grimwig», sagte Brownlow zu Oliver.
«Er hat ein wenig rauhe Manieren, ist aber im Herzen ein sehr wackerer
Mann.»
Oliver fragte, ob er hinuntergehen solle, allein Brownlow hieß ihn
bleiben, und in demselben Augenblick trat Mr. Grimwig, ein korpulenter
alter Herr, gestützt auf einen tüchtigen Handstock -- denn er hatte
ein etwas lahmes Bein --, schon in das Zimmer. Oliver hatte nie ein
so verzwicktes Gesicht gesehen. Grimwig hielt dem Freunde sogleich
auf Armeslänge ein Stückchen Zitronenschale entgegen und polterte,
dergleichen würde ihm überall in den Weg geworfen. «Ich will meinen
eigenen Kopf aufessen, wenn Zitronenschale nicht noch mein Tod ist!»
beteuerte er.
Es war seine gewöhnliche Beteuerung; allein wenn die Erfindung, den
eigenen Kopf zu verspeisen, auch noch gemacht werden sollte, so würde
es einem Herrn, wie Mr. Grimwig war, doch jedenfalls stets sehr
schwerfallen, in einer einzigen Mahlzeit damit zustande zu kommen.
Mr. Grimwig erblickte Oliver, trat ein paar Schritte zurück und fragte
Brownlow verwundert, wer der Knabe wäre.
«Der Oliver Twist, von welchem ich Ihnen erzählt habe», erwiderte
Brownlow.
Oliver verbeugte sich.
«Doch nicht der Knabe, der das Fieber gehabt hat?» sagte Grimwig, sich
noch etwas weiter zurückziehend.
«Gehabt hat», wiederholte Brownlow lächelnd.
Grimwig setzte sich, ohne seinen Handstock zur Seite zu stellen,
beäugelte den hocherrötenden Oliver durch seine Lorgnette und redete
ihn nach einiger Zeit an. «Wie befindest du dich?»
«Danke, Sir, sehr viel besser», erwiderte Oliver.
Brownlow schien zu besorgen, daß sein absonderlicher Freund etwas
Unangenehmes sagen möchte, und hieß Oliver daher hinuntergehen und Frau
Bedwin ankündigen, daß die Herren den Tee erwarteten. Oliver ging mit
Freuden.
«Er ist ein artig aussehender Knabe, nicht wahr?»
«Kann's nicht sagen», entgegnete Grimwig verdrießlich.
«Sie können es nicht sagen?»
«Nein. Ich kann nie einen Unterschied an Knaben entdecken. Ich
kenne nur zwei Arten von Knaben -- Milchsuppengesichter und
Rindfleischgesichter.»
«Zu welcher Art gehört Oliver?»
«Zu den Milchsuppengesichtern. Ich kenne einen Freund, der einen Knaben
mit einem Rindfleischgesicht hat -- einen schönen Knaben, wie ihn seine
Eltern nennen, mit rundem Kopf, roten Wangen und glänzenden Augen --
einen abscheulichen Knaben, wie ich ihn nenne -- mit einem Körper und
Gliedern, die die Nähte seines blauen Anzugs zu sprengen drohen, mit
der Stimme eines Matrosen und einem Wolfshunger. Ich kenne ihn -- den
Bengel!»
«Dann gleicht er Oliver nicht, dem Sie daher nicht zürnen dürfen.»
«Freilich gleicht er dem Oliver nicht, der vielleicht noch schlimmer
ist.»
Brownlow hustete ungeduldig, was seinen Freund höchlich zu ergötzen
schien.
«Ja, ja, er ist vielleicht noch schlimmer», fuhr Grimwig fort. «Woher
stammt er? Wer ist er? Was ist er? Er hat ein Fieber gehabt. Gute
Menschen pflegen keine Fieber zu bekommen, wohl aber schlechte. Ich
habe einen Menschen gekannt, der in Jamaika aufgehängt wurde, weil er
seinen Herrn ermordet hatte. Er hatte sechsmal das Fieber gehabt und
wurde deshalb nicht zur Begnadigung empfohlen.»
Grimwig war im innersten Herzensgrunde sehr geneigt, anzuerkennen, daß
Oliver ein außerordentlich einnehmender Knabe wäre; allein er liebte
noch mehr den Widerspruch, die Zitronenschale hatte ihn gereizt,
er war entschlossen, sich von niemand sein Urteil über einen Knaben
vorschreiben zu lassen, und hatte sich aus diesen triftigen Gründen
von Anfang an vorgenommen, seinem Freunde in allem zu widersprechen.
Als Brownlow daher zugestand, daß seine bisherigen Erkundigungen noch
ungenügend wären, lächelte Grimwig ziemlich boshaft und fragte, ob
die Haushälterin auch wohl regelmäßig das Silbergeschirr nachsähe und
wegschlösse, denn er würde sich eben nicht wundern, wenn sie einmal
einige Löffel oder dergleichen vermißte, usw.
Brownlow, obgleich selbst etwas heftigen Temperaments, ertrug dies
alles sehr gutlaunig, da er die Sonderbarkeiten seines Freundes kannte;
und da sich dieser mit dem Tee und den Semmeln zufrieden zeigte, so
ging alles weit besser, als man hätte erwarten sollen, und Oliver, der
wieder heraufgerufen war, fühlte sich in des sauertöpfischen Herrn
Anwesenheit leichter als zuvor. Als das Teegeschirr hinweggeräumt
wurde, fragte Grimwig, wann sein Freund den Knaben zu veranlassen
gedächte, ihm einen ausführlichen und wahrhaften Bericht über seine
Lebensumstände und Schicksale zu erstatten?
«Morgen früh», erwiderte Brownlow. «Ich wünsche dabei unter vier Augen
mit ihm zu sein. Komm morgen vormittag um zehn Uhr zu mir herauf,
Oliver.»
«Ja, Sir», sagte Oliver. Er antwortete mit einigem Stocken, weil er
dadurch in Verwirrung geraten war, daß Mr. Grimwig ihn bei seiner Frage
so scharf angesehen hatte.
«Ich will Ihnen etwas sagen», flüsterte Grimwig Brownlow in das Ohr;
«er kommt morgen früh nicht herauf zu Ihnen. Ich habe ihn beobachtet.
Er betrügt Sie, lieber Freund.»
«Ich schwöre darauf, daß er's nicht tut», entgegnete Brownlow mit Wärme.
«Ich will meinen Kopf aufessen, wenn er's nicht tut.»
«Und ich bürge mit meinem Leben für seine Wahrhaftigkeit.»
«Und ich mit meinem Kopfe für seine Lügenhaftigkeit.»
«Wir werden sehen», sagte Brownlow, seinen Unwillen bemeisternd.
«Ja, ja, wir werden allerdings sehen», wiederholte Grimwig mit einem
herausfordernden Lächeln.
Das Schicksal wollte es, daß gerade in diesem Augenblick Frau Bedwin
mit einigen Büchern hereintrat, welche Brownlow an demselben Tage von
dem mehrerwähnten Buchhändler gekauft hatte. Sie legte sie auf den
Tisch und schickte sich an, wieder hinauszugehen.
«Lassen Sie den Ladenburschen noch warten», sagte Brownlow; «er soll
etwas mit zurücknehmen -- ein Päckchen Bücher und das Geld für die
gekauften.»
Der Ladenbursche war aber schon wieder fortgegangen.
«Ah, das ist mir aber sehr unangenehm», fuhr Brownlow fort. «Der Mann
braucht sein Geld, und ich würde es auch gern gesehen haben, daß er die
Bücher noch heute zurückerhalten hätte.»
«Schicken Sie sie doch durch Oliver», fiel Grimwig mit einem ironischen
Lächeln ein. «Sie wissen, er wird sie ohne Zweifel richtig abliefern.»
«Ja, lassen Sie sie mich hintragen, Sir», sagte Oliver eifrig. «Ich
will auch den ganzen Weg laufen.»
Brownlow wollte eben erklären, daß er Oliver unter keiner Bedingung
hinschicken werde, als ein boshaftes Husten seines Freundes ihn
bestimmte, seinen Beschluß abzuändern, um Grimwig der Ungerechtigkeit
seines Argwohns zu überführen. Er hieß Oliver die Bücher hintragen
und gab ihm zugleich eine Fünfpfundnote, worauf er zehn Schillinge
zurückbekommen würde.
Oliver versicherte, er würde in zehn Minuten wieder da sein, verbeugte
sich ehrerbietig und eilte hinaus. Frau Bedwin folgte ihm vor die
Haustür, gab ihm ausführliche Anweisungen in betreff des nächsten Weges
und entließ ihn unter vielen wiederholten Ermahnungen, sich nicht zu
überlaufen, sich nicht zu erkälten usf. Es war ihr höchst unangenehm,
ihn aus den Augen lassen zu müssen. Sie hätte auf Mr. Brownlow zürnen
mögen und sah Oliver nach, bis er an der nächsten Ecke angelangt war,
wo er sich noch einmal umwandte und ihr freundlich zunickte.
«Er ist in höchstens zehn Minuten wieder hier», sagte Brownlow und
legte seine Uhr auf den Tisch. «Es wird bis dahin dunkel geworden sein.»
«Sie glauben also wirklich, daß er wiederkommt?»
«Sie nicht?» entgegnete Brownlow lächelnd.
In seinem Freunde regte sich der Widerspruchsgeist gerade mit
besonderer Lebhaftigkeit, und Brownlows Lächeln verstärkte ihn noch.
«Nein!» erwiderte er mit großer Bestimmtheit. «Er steckt in einem
nagelneuen Anzuge, hat ein Paket wertvoller Bücher unter dem Arme und
eine Fünfpfundnote in der Tasche; er wird sich sofort wieder zu seinen
alten Spießgesellen begeben und Sie auslachen. Ich will meinen Kopf
aufessen, wenn er sich jemals wieder hier blicken läßt.»
Er rückte näher an den Tisch, und beide saßen in stummer Erwartung da.
Es ist der Bemerkung wert und wirft ein Licht auf die Bedeutung, welche
wir unseren eigenen Urteilen beilegen, und den Stolz, mit welchem wir
uns auf unsere übereiltesten Schlüsse verlassen, daß Grimwig, obgleich
er kein schlechtes Herz hatte, obgleich es ihn wirklich betrübt
haben würde, wenn er seinen geschätzten Freund betrogen gesehen, im
Augenblick ebenso lebhaft wünschte wie hoffte, Oliver möchte nicht
wiederkommen. Aus solchen Widersprüchen ist die menschliche Natur
zusammengesetzt!
Es wurde so dunkel, daß die Zahlen auf dem Zifferblatt der Uhr
nicht mehr zu erkennen waren; allein die beiden alten Herren saßen
fortwährend da und hefteten schweigend die Blicke auf die Uhr.