XI.

Die Fahrt nach der Algodonbai (Bolivia).

Am 24. Jaunar verließen wir den Hafen von Valparaiso. Da ich, wie man

weiß, auf dem Dockenhuden bereits heimisch, war meine Einrichtung bald

getroffen. Doch wurde mit Vorsicht verstaut, und eine Menge Gegenstände

mußten zur Hand bleiben, da noch mehrere Häfen zu besuchen waren, und

namentlich in der Algodonbai gesammelt werden sollte.

Ich hatte eine ganz nette Koje für mich allein, neben der

gemeinschaftlichen Kajüte und der des Kapitains gegenüber. In einem

Vorraum, durch welchen man in die Kajüte gelangte, schliefen die beiden

Steuerleute und ein Kapitain Müller, welcher als Passagier mit uns die

Reise machen sollte, da er sein Schiff in Californien verkauft hatte.

Während ich noch mit zweckmäßiger Vertheilung von hundert Flaschen

Ale beschäftigt war, die ich zu meinem Privatgebrauche an Bord

gebracht, entstand auf Deck und im Raume ein wahrer Höllenlärm.

Fluchen und Gelächter, Zank und Bitte, dazwischen Weibergekreische,

Alles zusammen halb spanisch, halb deutsch, bildete jenes verworrene

Toben, dessen Ursache ich, auf Deck eilend, alsbald erfuhr.

Wir hatten als Passagiere im Zwischendeck etwa 30 Chilenen, welche

als Arbeiter in die Kupferminen der Algodonbai gehen sollten. In den

dortigen Werken wird unter den Arbeitern kein Weib geduldet. Da in der

Bai überhaupt keine Pflanzen, also auch keine Blumen und Rosen wachsen,

welche in das Leben zu flechten wären, so hat man ohne Zweifel die

Anwesenheit der webenden Frauen für überflüssig gehalten. Vielleicht

hat man dieß auch prosaischer Weise deßhalb gethan, da dort die Kost

und das Wasser schmal, weil alles zu Schiffe dorthin gebracht werden

muß, oder weil man den Frieden in der kleinen Kolonie zu erhalten

trachtet. Kurz -- das barbarische Verbot existirt. Aber während

sämmtliche Weiber und Freundinnen der zukünftigen Bergleute Abschied

nehmend dieselben an Bord begleitet hatten, waren zwei Stücke dieser

verbotenen Waare im Raume versteckt worden. Einmal auf hoher See hoffte

man das Schmuggelgut an das Tageslicht bringen zu dürfen; entdeckt

aber, noch ehe das letzte Boot von Bord ging, wurden die Unglücklichen

aus den leeren Mehlfässern, in welchen sie sich geborgen, gezogen, und

mitleidslos in jenes Boot gebündelt. Beide Opfer treuer Anhänglichkeit

an ohne Zweifel mehr als zwei Gegenstände, waren etwas wohlbeleibten

Wuchses, und so sahen sie, über und über mit Mehl bestäubt im Boote

knieend, zwei bayerischen Dampfnudeln nicht unähnlich, welche eben im

Begriffe sind, ihrer letzten Vollendung entgegenzugehen. --

Wir hatten guten Wind, und die Küste bald aus den Augen. Delphine

fanden sich bald ein, uns streckenweise begleitend, auch sahen wir einen

starken Zug Butzköpfe in See, am Bord aber lag das vor Kurzem noch

heitere Völkchen der chilenischen Begleiter ächzend und stöhnend,

denn alle waren seekrank.

Am 29. näherten wir uns wieder der Küste und behielten sie im Auge bis

wir Cobija erreicht hatten.

Dort an der Küste von Bolivien tritt der bereits erwähnte sterile

Charakter derselben scharf ausgesprochen hervor.

Steile felsige Abhänge, von 1500 bis vielleicht 3000 Fuß Höhe, an

welchen sich eine tobende, donnernde Brandung bricht, und welche

meist direkt in See abfallen, sind der Haupt-Typus derselben. Diese

Felsenberge sind meist röthlich und röthlich-grau, _scheinbar_

theilweise geschichtet und hie und da von Schluchten durchsetzt, deren

Sohlen mit Schutt und Geröll bedeckt sind. Bisweilen fallen aber

jene Berge nicht sogleich in See ab, sondern auf eine halbe oder ganze

englische Meile weit verflacht sich das Ufer der See, und diese Stellen

sind dann mit weißen Muschelfragmenten und den gebleichten Knochen

von Robben, Delphinen und Wallfischen bedeckt, die durch Springfluthen

dorthin geworfen worden sind. Jene schwarzen kegelförmigen Formen,

welche meist der großen Familie des Grünsteins angehören, und deren

ich schon früher erwähnte, stehen dann, sonderbar abstechend von dem

weißen Grunde, in Gruppen und bisweilen so eigenthümlich geordnet

dort, daß ich anfänglich Baureste einer alten längst vergangenen Zeit

zu sehen glaubte. Aber auch wo die größeren Felswände direkt in

die See abfallend das eigentliche Ufer bilden, ragen mehr oder weniger

entfernt von denselben, jene spitzen, schwarzen Kegel aus dem Meere

hervor, und dann bricht sich die Brandung mit verdoppelter Heftigkeit

an der Küste, indem eine riesige Welle nach der andern jene Kegel

überströmt.

Die Mexillones- und Moreno-Bai machen gewissermaßen eine Ausnahme

hievon, wenn gleich auch dort keineswegs der Charakter der Wüste und

Sterilität fehlt. Bei der Moreno-Bai erhebt sich ein steiler, wohl

3000 Fuß hoher Berg zwar dicht an der See, aber zu beiden Seiten sind

flachere Küstenstriche, welche eine wahre Felsenwüste bilden durch

isolirt stehende und aus dem blendend-weißen Boden von Muschelgras und

Sand hervorgeschobene Gesteinsgruppen.

Ein ähnliches Bild giebt die Mexillones-Bai. Abwechselnd 1 bis

10 englische Meilen weit erstreckt sich hier die sandige Küste

landeinwärts, bis sie durch steilere Abhänge und Felsenhügel begrenzt

wird, wie sie sonst sich an der Küste finden. Es ziehen sich dort lange

Dünen am Ufer entlang, und zwischen ihnen liegt die Mexillones-Bai, in

welche nur selten Schiffe einlaufen um Guano zu laden.

Als wir vorüberfuhren an der einsamen Bai, lag ein Schooner in

derselben. Das kleine, düster aussehende Fahrzeug machte einen fast

unheimlichen Eindruck, der noch dadurch erhöht wurde, daß durch unsere

Fernrohre keine Seele entdeckt werden konnte, und eben so Niemand am

Ufer.

Wohl bedarf es kaum der Erwähnung, welchen Reiz es gewährt, auf solche

Weise das Bild einer Landschaft vor sich aufgerollt zu sehen, welche,

wenn gleich nur Küstengegend und wüstenartig, doch dem Geognosten

vielfaches Interesse bietet. Aber auch abgesehen hievon ist es eine ganz

eigenthümliche Empfindung, im Fluge die lebenden Gebilde einer fernen

Gegend vor sich zu erblicken, von welcher man gehört und gelesen, und

sich früher zu Hause wohl mancherlei Bilder entworfen. Es ist hier der

Phantasie der reichste Spielraum geboten, aber zugleich bleibt stets ein

gewisses Unbefriedigtsein zurück. Einmal gelandet, treten ganz andere

Motive auf. Alle Thätigkeit entwickelt sich, man hat figürlich und

in der That festen Boden unter sich, nimmt gewissermaßen moralischen

Besitz von dem Lande, und etwa vorgefaßte Begriffe sind rasch

verschwunden vor der auftretenden Wirklichkeit.

Wir liefen am 30. Januar gegen Abend im Hafen von Cobija ein. Derselbe

ist, wie fast alle andern Häfen der Westküste Amerikas, gegen die

Nordwinde nur unzulänglich geschützt, bietet indessen gegen andere

Winde ziemliche Sicherheit. Die Stadt selbst, der vorzüglichste

Stapelplatz Boliviens, ist auf einer jener flachen Küstenparthieen

erbaut, welche etwa eine englische Meile weit vom eigentlichen Ufer der

See, bis an die dann rasch steil ansteigenden Küstenberge reichen. Der

Charakter der Stadt ist ein eigenthümlicher. Mit wenigen Ausnahmen

sind die Häuser einstöckig und von bräunlicher Farbe, weil aus

ungebranntem, nicht übertünchten Lehm erbaut, und mit vollkommen

flachem Dache. Trotz der ziemlich starken Hitze[44] habe ich dort

Häuser oder besser _Wohnungen_ gesehen, welche aus Blech construirt

waren, d. h. man hatte das Blechfutter alter Kisten, in welchen Waaren

über See gebracht worden waren, an einzelne in die Erde gerammte

Pfähle befestigt, so die Wände, und durch Einschnitte Thüren

und Fenster zu Stande gebracht. Es schien zur Zeit meines Dortseins

übrigens ziemlich lebhafte Thätigkeit zu herrschen, und an mehreren

Orten wurde gebaut.

Ich glaube nicht, daß die Einwohnerzahl 3000 übersteigt und es ist

die Bevölkerung eine ziemlich gemischte. Die eigentlichen eingebornen

Bolivianer schienen mir brauner von Farbe als die Chilenen und Peruaner

zu sein. Indessen bewohnen auch Europäer den Platz, und wir wurden von

einem Franzosen freundlich aufgenommen, der meine demnächstige Ankunft

in den Kupferwerken der Algodonbai im Voraus seinem Bruder, einem

dortigen Minenbesitzer, anzeigen ließ.

Mit dem Frühsten des andern Tages hatten wir Besuch von den Zollbeamten

und es wurde zugleich die Erlaubniß eingeholt, in der Algodonbai vor

Anker gehen zu dürfen, denn nur Cobija ist ein Freihafen, und dort

allein können alle Handelsschiffe fremder Nationen ohne besondere

Erlaubniß einlaufen.

Nach Entfernung der Zollbediensteten besuchten uns mehrere Boote mit

Neugierigen, welche Seltenheiten zu sehen und zu kaufen wünschten.

So hatte eine kleine kugelrunde, ziemlich braun tingirte Senorita, wie

es schien, ihr specielles Vertrauen zu mir, indem sie mich unaufhörlich

frug, ob ich keine =nienterias=, kleine Putzgegenstände und derlei, zu

verkaufen habe. Ich hatte, weiß Gott warum, von Europa aus einen Frack

mit auf die Reise genommen, ein ehrwürdiges Kleidungsstück, gebaut

vor sicher fünfzehn Jahren, und später durch verschiedene Künstler

retouchirt, d. h. dem jeweiligen Bedürfnisse und den Anforderungen

der Mode angepaßt. Einige Versuche in Valparaiso in diesem Kleide als

Elegant zu glänzen, waren, ich konnte mir es nicht verhehlen, gänzlich

verunglückt, und so beschloß ich, rasch mit jener Dame einen Handel

abzuschließen, und brachte den zweiten Repräsentanten europäischer

Kultur auf Deck, nachdem ich vorher versichert, das Feinste und Neueste

holen zu wollen, was die Senoritas in Frankreich trügen.

Eine Jacke! sagte die Dame, eine Robe gab ich zur Antwort, die Jacken,

die Fracks haben breite Schöße, aber die Roben, wie diese hier,

schmale, zierliche, lange, das ist der Unterschied. Und ich brachte sie

dazu ihn anzuprobiren, indem ich zuthunlich die Camarera machte.

Aber ich sollte nicht das Glück haben die Senorita im schwarzen Frack

an's Land zu schicken. Wie eine im Netze gefangene Löwin blieb sie

stecken in den Aermeln desselben und konnte nur mit Noth wieder befreit

werden. Das Kleid war zu enge für die Wohlbeleibte, und so schieden

wir, gegenseitig bedauernd, ohne einen Handel abgeschlossen zu haben,

aber im besten Vernehmen.

Ich ging, nachdem uns die Senorita verlassen, ebenfalls an's Land und

machte mit Kapitain Müller einen ziemlich anstrengenden Spaziergang

auf die Berge und die Küste entlang. Es wurden von den schwarzen,

kegelförmigen Gebilden, welche theils in See, theils am Fuße des

Gebirges auftreten, schöne Exemplare geschlagen, Grünsteinformen,

meistens aus Apharit und Diorit bestehend, mit wohl unterscheidbaren

Gemengtheilen. In den Aphariten fand ich ausgeschiedene Pyroxen-Partien

und diese umlagern bisweilen strahlenförmig Granate, so daß letztere

gleichsam die Kerne der Pyroxen-Massen bilden. Auch zeolithische

Partien treten auf und geben dem Gesteine alsdann ein mandelsteinartiges

Ansehen.

Es finden sich auch ganz feinkörnige Grünsteinformen ohne alle

Einsprengung und dicht neben den vorhergenannten in ein und demselben

Felsblocke. Aehnliche Erscheinungen aber treten in analogen Gebilden

allenthalben und auch bei uns auf. Als eigenthümlich aber für jene

Gegend mag schon hier das Auftreten von Kupferchlorur bezeichnet werden.

Dieses in Europa so selten und bloß in kleinen, unscheinbaren Stücken

oder als Anflug vorkommende Mineral, wird hauptsächlich hier in

Bolivien, vorzugsweise aber in Atakama gefunden, weßhalb es auch den

Namen Atakamit erhalten hat. Domeyko zeigte mir in Santjago ein kleines

Stückchen Atakamit als Seltenheit. Ich fand schon an der Küste in

Valparaiso kleine, grüne Einsprengungen, welche sich später

als Atakamit erwiesen, hier aber in Cobija traten schon häufiger

Kupferkiese und nesterweise auch Atakamit in den Grünsteinformen auf.

Auch abgerundete kristallinische Massengesteine z. B. Quarzfels werden,

eingeschlossen von den Grünsteinformen, getroffen. Sie sind ohne

Zweifel von jenem aus der Tiefe mit emporgehoben worden. Ich habe

Feldspath in ihnen gefunden, aber keinen Glimmer, welcher ohne Zweifel

bereits zersetzt worden.

Das hinter diesen Formen ansteigende Gebirge besteht zum größten

Theile aus deutlich ausgesprochenen Porphyren; so wird häufig ein sehr

harter quarzreicher Porphyr gefunden von grau-rother Farbe, auch Eklogit

und Diorit-Porphyr.

Es sind aber jene Massen häufig so wild und verworren durch einander

geschoben, so verschiedenartig in Bestandtheilen und Form, daß ihre

nähere Entwicklung vielleicht Jahre erfordern dürfte, während mir

kaum einige Tage gestattet waren.

Schon hier in Cobija fällt selten oder nie Regen. Man sagte mir, daß

etwa alle zwei oder drei Jahre einmal ein leichter nebelartiger Regen

beobachtet werde. Gegen Abend ziehen sich indessen täglich nebelartige

Schichten um die Spitzen des Küstengebirgs, welche dann jene Gipfel

befeuchten. Natürlich ist es, daß der Wassermangel, der weiter

gegen Norden an der Küste noch fühlbarer auftritt, auch hier bereits

empfunden wird. So viel ich erfahren konnte, sind blos zwei Quellen in

und um Cobija und die eine derselben soll noch dazu etwas kupferhaltig

sein. Die Flora so wie die Fauna sind in Folge dieser Verhältnisse auf

ein Minimum reducirt. Ich habe eine Libelle gesehen und einige Fliegen,

indessen keinen einzigen Käfer. Ein großer Cactus, der häufig an 20

Fuß und wohl noch höher getroffen wird, und einen Durchmesser von

8 bis 10 Zoll hat, wächst sowohl in den Schluchten, als auch auf den

fortwährend von der Sonne beschienenen Stellen der felsigen Wände. Ich

glaube, daß es weder =Cereus peruvianus= noch =chilensis= ist, sondern

eine andere, vielleicht noch nicht genau bestimmte Species. An den

Stämmen derselben fand ich zahlreich die Gehäuse einer Landschnecke,

=Bulimus curtus=, indessen kein einziges lebendes Exemplar.

Hingegen lebt am Strande der See in großer Anzahl eine

Schuppen-Eidechse, welche bisweilen die Länge eines Fußes erreicht.

Diese Thiere sind lebhaft und beißen heftig um sich, wenn sie ergriffen

werden. Sie nähren sich von kleinen Seethieren, welche das Meer

auswirft und verbreiten in Folge dessen einen höchst unangenehmen

Geruch. Wir mußten mit unseren Stöcken die Thiere vertreiben, um uns

an manchen Stellen den Weg frei zu machen, so dicht saßen sie bisweilen

auf den Felsen an der Küste, und trotzdem war es nicht leicht eine

lebend zu fangen, da sie mit fabelhafter Schnelligkeit liefen, selbst

sprangen.

Die Schroffheit des Gebirges, der Mangel des Wassers, der Thiere und

der Pflanzen, selbst der Boden, auf dem man steht, und der aus spitzen

Steinen, Sand oder Geröllen besteht, läßt schon die Nähe der

Steinwüste von Atakama ahnen, welche in der That auch bereits oben auf

den Bergen beginnt, indem sie sich fast drei Breitegrade gegen Süden

und einen gegen Norden erstreckt.

Eine ganz natürliche Doppelfrage ist die, warum Menschen überhaupt

sich in jenem unfruchtbaren Landstriche angesiedelt haben, und von was

sie leben. Aber ich habe schon gesagt, daß Cobija der Hauptstapelplatz

für die Waaren ist, welche zur See nach Bolivien gebracht werden, und

so hat Gewinnsucht dort Fremde und Eingeborene vereinigt, welche ihren

Erwerb dadurch fanden, die dort angelandeten Waaren über die Wüste

nach Potosi zu schaffen.

Leibesnahrung so wie überhaupt Alles, was zum Leben nöthig ist,

selbst das Futter für die Thiere, Maulthiere und Pferde, wird zu Schiff

dorthin gebracht. Die immer mehr in Schwung kommende Dampfschifffahrt

an der Westküste, durch welche leicht und rasch frische Nahrungsmittel

transportirt werden, wird ohne Zweifel vorteilhaft auf den Handel von

Cobija einwirken, und schon jetzt wird ein großer Theil der Victualien

durch Dampfer in den Hafen gebracht. Aber immer noch scheinen enorme

Preise zu herrschen. Ich will nur ein Beispiel anführen. In Valparaiso

verkauft man 18 bis 20 große Wassermelonen für _einen_ Thaler, ich

aber sah in Cobija 68 Stück dieser Melonen für 114, sage einhundert

und vierzehn Thaler verkaufen. Ob für Alles analoge Preise gelten, kann

ich indessen nicht angeben. Aber das Einzige, was in der Bai und deren

Umgebung selbst gewonnen wird, sind Fische, und ich glaube, daß die

dortigen Fischer noch die Repräsentanten der Ureinwohnerschaft

bilden. Es ist die männliche Tracht derselben der bolivianischen und

chilenischen sehr ähnlich. Die Frauen aber tragen ein bis an den Hals

reichendes und dort zugebundenes Hemd und einen einzigen Rock, dann noch

bisweilen ein Tuch über dem Kopf.

Dies läßt bei hübschen Gestalten ganz artig, und es ist unnöthig

zu sagen, wie Faltenwurf und Formen, zierlich und klar ausgesprochen,

hervortreten.

Wir gingen am zweiten Februar wieder in See und steuerten nordwärts um

in die Algodonbai zu gelangen. Auch hier hielten wir uns stets in

Nähe der Küste, so daß ich Profile und Ansichten zeichnen konnte, da

manches Geognostische mir jetzt leicht verständlich war, weil in Cobija

die verwandten und gleichen Formen näher ermittelt worden waren.

In etwa 4 Stunden hatten wir die Algodonbai erreicht, warfen sogleich

die Anker, und gingen nach kurzer Zeit an's Land.

Reise in Südamerika. Zweiter Band. · 第 15 / 23 题