Goni Sternfeldt.«

Als Ettingen gelesen hatte, trat er, den Brief noch in der Hand, zum

offenen Fenster und blickte lächelnd über den Bergwald hinaus.

»Sorge? Nein!«

Eine Stelle des Briefes las er ein zweites Mal: »Dein >Schweigen< sollst

Du in wenigen Tagen bekommen --«

Nun bemerkte er erst, daß die letzte Seite des Briefes noch eine

Nachschrift hatte:

»Soeben kommt Deine Depesche. Emmerich Petri? Wo hast Du nur diesen

Namen so plötzlich aufgefischt? Auf der Gemspirsche? Ist das einer,

von dem die Steine reden, da die Menschen von ihm schweigen? Ich

habe in einem Lexikon der >Kunstentwicklung des 19. Jahrhunderts<

nachgeschlagen. Der Name fehlt. Doch glaub ich mich dunkel zu

erinnern, daß ich diesen Namen während des letzten Winters mehrmals

in Künstlerkreisen nennen hörte. Aber dieser Winter! Da hatte ich

doch meine liebe Sorge mit Dir und Deinem Wahnsinn! Wie war' ich da

kapabel für Kunstgespräche gewesen! Emmerich Petri? Der Name klingt

mir im Ohr, doch meine Erinnerung ist leer. Aber ich fahre noch

heut ins Künstlerhaus, um einen Augur in moderner Kunstgeschichte

zu erfragen, und dann will ich sehen, was sich erfahren läßt.« --

Mit der gleichen Post, die diesen Brief gebracht hatte, war auch ein

anderer gekommen -- an Martin. Und sein Inhalt versetzte den sonst so

gemessenen Herrn in solche Erregung, daß er in der gleichen Stunde noch

den Förster aus seinem Mittagsschläfchen aufrüttelte.

»Herr Förster! Ich komme mit einer Bitte. Sie müssen mir helfen!«

»No also! Schießen S' los! Was is denn?«

Es handle sich um eine »freudige Überraschung« für Seine Durchlaucht,

erklärte Martin. Eine hohe Dame, natürlich eine nahe Anverwandte des

Herrn Fürsten, käme nächster Tage zu Besuch ins Jagdhaus -- wann, das wäre

noch nicht genau bestimmt --, aber um Seiner Durchlaucht die »ungeahnte

Freude« nicht zu verderben, müsse die Sache so geheim wie möglich

gehalten werden. Vor allem müsse für den hohen Besuch das Grafenstüberl

entsprechend eingerichtet werden, und da hätte er nun soeben von

Innsbruck die Mitteilung erhalten, daß der Wagen mit dem Mobiliar und

der Dekorateur mit seinen Gehilfen schon am nächsten Abend eintreffen

würden. Und da müsse nun um jeden Preis ein Mittel gefunden werden, um

die Durchlaucht für zwei Tage vom Jagdhaus zu entfernen -- zwei Tage wären

zur »Adaptierung« des Zimmers unumgänglich notwendig.

Der Förster, der sich ehrlich freute, bei einer angenehmen Überraschung

für seinen Herrn mithelfen zu dürfen, brauchte nicht lang zu überlegen.

Die Sache wäre leicht zu machen: man müsse dem Herrn Fürsten zureden,

einen längeren Jagdausflug zu unternehmen, vielleicht zum Sebensee.

»Denn wissen S', der Sebensee, der gfallt ihm. Dös hab ich schon gmerkt.

Morgen um Mittag kann er mit'm Pepperl abmarschieren, in der

Sebenwaldhütten bleibt er über Nacht -- dös Hütterl is gut im Stand --, am

ersten Tag macht er an Pirschgang über'n Sebensee nauf, und für den

zweiten Tag verarranschier ich a netts Treibjagderl. Dös macht ihm

Freud. Da geht er.«

Mit Eifer nahm der Förster auch gleich die »Verarranschierung« in

Angriff und schickte durch den Postboten die Nachricht an die Leutascher

Jäger, binnen zwei Tagen mit sechs Treibern im Jagdhaus einzutreffen.

Als er dabei hörte, daß Mazegger, den er die Tage her nicht gesehen

hatte, am Abend zuvor in Leutasch gewesen wäre, gab's ein Gewitter mit

Blitz und Hagelschlag. Und damit ihm Mazegger, wenn er spät am Abend in

die Hütte zurückkehren würde, nicht wieder auskäme, legte er ihm einen

Zettel auf den Tisch: »Morgen bleibst Du daheim. Ich muß was reden mit

Dir! Förster Kluibenschädl.«

Beim Diner trug er dem Fürsten sein »Planerl« vor und schilderte ihm die

Weidmannsfreuden einer Gemspirsche beim Sebensee und einer Treibjagd auf

Hirsche im Geißtal mit so verlockenden Farben, daß Ettingen sofort

einverstanden war. Martin, der dieses Gespräch beim Servieren hören

konnte, atmete erleichtert auf.

Pepperl aber, als er von diesem »Planerl« hörte, schien nicht erbaut zu

sein. Er machte ein langes, höchst bedenkliches Gesicht.

»Was hast denn?« fragte der Förster. »Zwei Tag mit'm Herrn Fürsten

jagen? Dös muß dir doch Freud machen?«

»No ja, schon! Aber --« In beklommener Sorge scheuerte Pepperl über dem

Scheitel die Kreuzerschneckerln durcheinander.

»Was, aber?«

»Die ganze Zeit her wart ich schon allweil auf den Brenntlinger. Morgen

oder übermorgen, hätt ich gmeint, müßt er kommen.«

»Was willst denn von dem Schnapsbruder?«

»Was z'reden hätt ich halt mit ihm -- wegen meiner Mutter, ja, und -- a

bißl arbeiten sollt er halt!«

»Der? Und arbeiten? Laß dich net auslachen! Auf den kannst lang warten!

Neulich, in Leutasch, is er an der Straß im Graben gsessen, und da hat

ihm der Herr Fürst an Zehner gschenkt.«

»So is schön!« stotterte Pepperl erschrocken. Und im stillen kalkulierte

er gleich: einen Gulden bringt der Brenntlinger durch im Tag, da braucht

er sich nicht zu plagen; fünf Tage sitzt er bereits; also hat er noch

einen Fünfer, und bevor er mit dem nicht fertig ist, kommt er nicht. »Da

kann ich freilich noch lang warten! Derweil bin ich wieder daheim!« --

Am anderen Vormittag gab's in der Jägerhütte zwischen Mazegger und

Kluibenschädl einen erregten Auftritt. Das heißt, erregt war nur der

Förster, Mazegger lächelte und schwieg. Und je länger der Jäger mit

diesem stummen Lächeln dastand, in desto heißeren Zorn geriet der

Förster. »Jetzt sag ich dir im guten 's letzte Wörtl! Wenn du von morgen

an den Dienst net in der Ordnung machst, so wachsen wir zamm. Weil in

drei Wochen den Kufer packen mußt, deswegen därfst net glauben, daß d'

mit deiner Zeit jetzt machen kannst, was dir einfallt! Übrigens -- was

hast denn vorgestern in Leutasch draußen zum Suchen ghabt?«

»Nichts.« Das war das erste Wort, das Mazegger sprach.

»So? Nix? Warum bist denn nacher naus?«

Der Jäger hob schweigend die Schultern und grub die Hände in die

Taschen.

»Gelt, du, kegel dir nur dein Züngl net aus! Aber ich kann mir schon

denken, was dich naustrieben hat. Ich weiß ja, wer draußen is. Du bist

ja rein wie der hungrige Fuchs im Winter, wo er die Hasenfährt gleich

gar nimmer auslaßt. Ja, schau mich nur an mit deine wällischen

Guckerln!«

Mazeggers Gesicht wurde fahl wie Kalk; doch er schwieg.

»Morgen gehst nunter nach Ehrwald und bleibst beim Jager über Nacht. Und

übermorgen in der Fruh um drei, da seids alle zwei beim Sebener Almzaun.

Da haben wir 's Randewuh zum Treibjagen. Und dös sag ich dir, Toni: wenn

ich erfahren sollt, daß d' an andern Schritt machst, als den ich dir

vorschreib, da brauchst deine drei Wochen nimmer warten. Da kannst

marschieren auf der Stell und kannst --«

Erschrocken verstummte der Förster.

Unter der Tür der Jagdhütte stand der Fürst. Bei einem Spaziergang über

das Almfeld hatte er die laute Stimme gehört, und nun sagte er lächelnd:

»Nicht ärgern, lieber Förster!«

»Ich bitt um Entschuldigung, Duhrlaucht«, stotterte Kluibenschädl,

während Mazegger den Fürsten mit funkelnden Augen maß, »aber wenn ich

mein Gallenbinkerl gleich zubinden möcht' mit sieben ausglühte Dräht, es

hilft ja nix. D' Leut reißen's wieder auf.«

»Sie haben Verdruß gehabt?«

»Ja! Wieder amal! Und weil Duhrlaucht grad dazukommen -- sagen hätt ich's

doch amal müssen --, der Mazegger-Toni hat die vorig Wochen den Dienst

aufgsagt.«

»Weshalb?« Ettingen wandte sich an den Jäger und sagte freundlich:

»Fühlen Sie, daß Ihnen der harte Gebirgsdienst zu beschwerlich ist? Sie

sind nicht in den Bergen geboren, und da kann ich begreifen, daß Ihnen

der Dienst nicht so leicht fällt wie den anderen Jägern. Aber deshalb

brauchen Sie die Stelle nicht aufzugeben. Der Herr Förster wird Ihnen

jede Rücksicht gewähren und nicht mehr von Ihnen verlangen, als Sie ohne

Überanstrengung leisten können. Oder haben Sie eine andere Klage? Was

macht Sie unzufrieden? Sie können sich offen aussprechen. Wenn Ihre

Wünsche nicht unbillig sind, wird sich über alles reden lassen. Deshalb

brauchen Sie nicht gleich zu gehen! Nun? -- Aber so sprechen Sie

doch! -- Kommen Sie vielleicht mit Ihrem Gehalt nicht aus?«

Ein paarmal hatte Mazegger die Lippen geöffnet, ohne daß ihm ein Laut

von der Zunge kam. Es schien, als könnte er den freundlichen Blick des

Fürsten nicht ertragen. Die brennenden Augen senkend, preßte er mühsam

die Worte heraus: »Ich habe keine Klage, Herr Fürst! Gehalt bekomm ich

mehr, als ich verdien. Aber der Förster hat nicht die Wahrheit gesagt.

Den Dienst hab nicht ich gekündigt. Der Herr Förster hat mir aufgesagt.«

Ettingen sah verwundert auf den Förster.

Dem schoß das Blut ins Gesicht. »Ja, Duhrlaucht, stimmt! Aber wenn ich

d' Wahrheit a bißl übers Knie bogen hab -- es is bloß gschehen, daß ich's

dem Burschen leichter mach und daß ich ihm net schad.«

»Was hat er verschuldet?«

»Er hat sich -- er hat --« Nein! Daß Mazegger ungebührlich über den

Fürsten gesprochen hatte, das konnte Kluibenschädl seinem Herrn nicht

ins Gesicht sagen. »Er hat sich unanständig geäußert. Über mich. Ja,

über mich.«

Aber der Förster verstand sich so schlecht aufs Lügen, daß Ettingen die

Wahrheit leicht erriet. Er betrachtete den Jäger, und da begegnete ihm

ein so glühender Blick des Hasses, daß Ettingen befremdet zurücktrat.

Was hatte er diesem Menschen getan, um solchen Haß in ihm zu erwecken?

War das der törichte Zorn des widerwillig Dienenden gegen seinen Herrn?

Die Eifersucht des Unbemittelten gegen den Besitzenden? Oder war es

etwas anderes?

Ettingen hatte sich aufgerichtet. Auch ihm war das Blut in die Stirne

gestiegen. Doch ruhig sagte er: »Wenn der Jäger sich unziemlich gegen

Sie benommen hat, so bitt ich Sie, Herr Förster, ihm das nachzusehen.

Ich hätt es auch getan, wenn er sich ungebührlich über mich geäußert

hätte. Und würde mir gedacht haben, er weiß nicht, was er redet. Will er

bleiben, so erweisen Sie ^mir^ den Gefallen, Herr Förster, und seien Sie

gut zu ihm. Machen Sie ihm den Dienst so leicht wie möglich! Es sollte

mich freuen, wenn er sein Unrecht einsähe und seine Stellung bei mir

noch liebgewänne.« Ettingen nickte einen stummen Gruß und verließ die

Hütte.

Der Förster vermochte vor Erregung kaum zu sprechen. »Da schau her, du!«

sagte er, dicht vor Mazegger hintretend. »So is der Herr Fürst! Und wie

bist du? Jetzt tu, was d' magst! Geh oder bleib! Ich will's halten,

wie's der Herr Fürst von mir verlangt hat. Der gachzornige Katzensprung

von neulich soll dir vergessen sein! Aber wenn ich dir noch a letztes

Mal im guten raten därf -- sei gscheit, Toni, und schlag dir um Gottes

willen die unsinnige Narretei aus'm Kopf! Nimm Vernunft an, Bub, und

verscherz dir wegen nix und wieder nix net an Posten, wo dir an

ehrenhafte Stellung fürs ganze Leben machen kannst! Mehr hab ich nimmer

z'sagen. Bhüt dich Gott!« Er ging.

Als er draußen am Fenster vorüber schritt, sah er, daß der Jäger noch

immer mitten in der Stube stand, wie er ihn verlassen hatte.

Mazegger lächelte. Er durfte bleiben, wo es ihn festhielt mit allen

Klammern seiner Leidenschaft. Alles andere war ihm gleichgültig.

Als er den Schritt des Försters verklingen hörte, hob er das Gesicht.

»Nach Ehrwald?« Wieder lächelte er. Nach Ehrwald gab es zwei Wege, von

denen der eine nicht weit am Sebensee vorüberführte. Und am verwichenen

Abend, als Mazegger neben der Geißtaler Almstraße im Walde gelegen, war

Lolo Petri an ihm vorübergewandert, das Grautier führend, auf dem ihr

Bruder ritt. --

Nachmittags, gegen vier Uhr, wanderte Ettingen mit Pepperl, der im

schwer angepackten Rucksack den Proviant für zwei Tage trug, zur

Jagdhütte im Sebenwald.

Ettingen war schweigsam. Der Auftritt mit dem Jäger ging ihm nach, und

immer wieder mußte er sich fragen: Was hab ich diesem Menschen getan,

warum haßt er mich?

Und Pepperl trug auf seinem Herzen einen Binkel Sorgen, nicht minder

schwer als der Pack auf seinem Rücken. Ein Zufall hatte ihm wohl seine

»Verantwortigung« ein bißchen erleichtert; von Innsbruck war am

Nachmittag eine Touristengesellschaft, die zur Zugspitze wollte, auf der

Tillfußer Alm eingetroffen und hatte sich für die Nacht in der Sennhütte

einquartiert. Bis zum nächsten Morgen also war das »dumme Gansl« außer

Gefahr! Aber dann? Zwei unbehütete Tage! Bei dem Gedanken, was in einer

solchen »Ewigkeit« alles geschehen konnte, lief es dem Praxmaler-Pepperl

kalt durchs Herz, obwohl ihm von der Stirn die heißen Perlen über den

Schnurrbart kollerten. Seufzend nahm er das Hütl ab, trocknete sich mit

dem Taschentuch das Gesicht und erklärte innerlich dem alten

Brenntlinger: »Mein lieber Mensch! Wenn jetzt was gschieht -- ^ich^

kann ^nix^ dafür! ^Ich^ bin außer Verantwortigung!« --

Während des stillen Marsches dieser beiden ging es im Jagdhaus laut

und lebendig zu. Schon um fünf Uhr war ein mit vier Pferden bespannter

Planwagen eingetroffen, der hoch mit großen Ballen und Kisten beladen

war. Und während der Dekorateur und seine Gehilfen im Grafenstüberl

schon zu hämmern und zu kleistern begannen, überwachte der Förster im

Hof das Auspacken der Kisten und Ballen, aus denen so zierliche und

kostbare Geräte, so zarte Seidenstoffe und so merkwürdige »Sacherln«

zum Vorschein kamen, daß Kluibenschädl und die Küchenmagd sich vor

Staunen und Wundern kaum zu ^fassen^ wußten. Bis zum Einbruch der

Dunkelheit ging es im Jagdhaus zu wie in einem Bienenkorb. An diesem

Hasten, Schleppen und Rennen beteiligte sich nur eine einzige nicht:

die Jungfer Köchin.

Sie erschien nur manchmal unter der Küchentür, sah mit zornrotem Gesicht

dem Lärm und Treiben eine Weile zu und nickte verdrossen vor sich hin.

Als ihr Martin zumutete, ein wenig mitzuhelfen, murrte sie mit bösem

Blick: »Ich dank schön! Mit ^der^ Arbeit hab ich nichts zu schaffen!«

Sprach's und warf hinter sich die Küchentür zu.

»Was hat denn die Jungfer?« fragte der Förster. »Vergunnt s' leicht

unserem guten Herrn Fürsten die freudig Überraschung net?«

Martin zuckte die Schultern und schmunzelte.

^Elftes Kapitel^

Ein Morgen, sonnig und mit wolkenlosem Himmel. Aber der Wind zog unruhig

durch das Bergtal empor. Die höchsten Spitzen der Wände waren von

milchigem Dunst umwoben, und der Sebensee leuchtete nicht wie sonst.

Sein mattgekräuselter Spiegel hatte ein dunkles, schwermütiges Grün.

Trotz aller Sonne redete etwas aus dem Bilde der Natur wie leise Angst.

Von der Unruhe des Windes merkte man nicht viel beim kleinen Seehaus,

dessen Blumengarten im Schutze des nahen Waldes lag. Nur selten tönten

in den Wipfeln des Harfenbaumes die Glocken.

Lolo kniete am Saum eines Beetes, um die verwelkten Almrauschdolden von

den Stöcken abzulösen. Ihr Bruder, den die Joppe und das Lederhöschen

besser kleidete als das schwarze Studentenröckl, saß im Schatten des

Harfenbaumes am Tisch. Trotz der vierzehn »ganz freien« Tage hatte er

seine Schulbücher mit zum Sebensee genommen, und da saß er jetzt über

einer schriftlichen Aufgabe aus der römischen Geschichte. An der Feder

war ihm die Tinte trocken geworden. Mit der Hand den Kopf stützend,

blickte er sinnend zum dunstigen Blau des Himmels auf.

»Bubi?« fragte die Schwester. »Wo bist du mit deinen Gedanken?«

Aufatmend schob er die Feder hinters Ohr und nahm die Wangen zwischen

die beiden Fäuste. »Weißt du, die Geschichte dieser Gracchen gibt mir

furchtbar zu denken! Die haben es doch wirklich gut mit dem armen

römischen Volk gemeint. Und doch haben sie Unrecht bekommen und sind

zugrunde gegangen. Eine solche Ungerechtigkeit sollte der liebe Gott

nicht zulassen. Freilich, die alten Römer haben noch an ihre heidnischen

Götter geglaubt, die doch in Wirklichkeit gar nicht existierten. Wir

Christen glauben doch jetzt an den rechten, wahren Gott. Aber es ist

doch eigentlich heutzutage auch nicht viel anders als im Altertum.«

Das Schweigen im Walde: Roman · 第 52 / 71 题