[Illustration: Fig. 830.]
-- Innere Kelchspelzen der Seitenährchen halblanzettl., etwas
geflügelt, die übrigen borstl. (Fig. 831); Ähre wenig aus der
Blattscheide hervorragend; Stengel knickig. Grasgrün. 5. 6. Deiche und
Marschwiesen am Nordseestrande
Strand-G., _H. marítimum_ Withering
[Illustration: Fig. 831.]
92. Familie. _Cyperáceae_, Riedgräser.
_1._ Hinter jeder Spelze entweder nur Stbblätt. od. nur ein Stempel;
Frkn. und Fr. von einem krugförm. Deckblatt (Schlauch) umhüllt, aus dem
nur die 2-3 Narben hervorragen (Fig. 832)
_Carex_ 365
[Illustration: Fig. 832.]
-- Hinter jeder Spelze fast stets ein Stempel nebst 3 Stbblätt.; Frkn.
u. Fr. nicht von einem Schlauche umhüllt (Fig. 833)
_2_
[Illustration: Fig. 833.]
_2._ Spelzen in dem Ährchen dicht 2reihig angeordn., gekielt
_6_
-- Spelzen spiralig angeordnet
_3_
_3._ Bltn mit zahlreichen, langen Borsten, die sich nach der Blütezeit
verlängern und als weißglänzende Wollbüschel die Fr. einhüllen. Wollgras
_Erióphorum_ 361
-- Bltn ohne od. mit 6-8 kurzen Borsten, die nicht zu einem Wollbüschel
auswachsen
_4_
_4._ Ährchen mehrblütig, am Grunde 1-2 unfruchtbare (weder Stbblätter
noch Stempel umschließende) Spelzen, die so lang oder länger als die
übrigen sind
_Scirpus_ 362
-- Ährchen 2-3blütig, am Grunde mit 3-4 unfruchtbaren Spelzen, die
kleiner als die übrigen sind
_5_
_5._ Hohe (⅔-2 m) Sumpfpfl.; Stengel hohl; Blätt. scharf, rückwärts
rauh; Bltnstand rispig; Bltnborsten fehlend; Griffel ungegliedert
_Cládium_ 365
-- Pfl. bis 30 cm hoch; Blätt. schmal linealisch; Ährchen in kleinen
Büscheln; Bltnborsten 5-13; Griffel am Grunde gegliedert
_Rhynchóspora_ 365
_6._ Ährchen vielblütig, deutlich 2zeilig (Fig. 834), höchstens die unt.
2-3 Spelzen blütenlos; Bltnstand zusammengesetzt, rispig
_Cýperus_ 361
[Illustration: Fig. 834.]
-- Ährchen wenigblütig (Fig. 851), undeutlich 2reihig, schwarzbraun;
die unt. 2-6 Spelzen bltnlos; Bltnstand ein dichtes endst. Köpfchen
_Schoenus_ 365
1. _Cýperus_ L., Cypergras. III.
_1._ Pfl. 60-130 cm hoch, aufrecht, mit kriechender Grundachse;
Ährchen bis 15 mm lang; Spelzen rotbraun; Äste des Bltnstandes sehr
ungleich lang, aufrecht od. $(var. _bádius_ Desfontaines)$ wagerecht
abstehend und dann die Spelzen kastanienbraun. 7. 8. Feuchte Orte, nur
bei Friedrichshafen (Bodensee) und bei Lindau. Die Var. früher an den
warmen Quellen von Burtscheid bei Aachen
Langes C., _C. longus_ L.
-- Pfl. höchstens 30 cm hoch, liegend od. aufsteigend, 1jährig
_2_
_2._ Spelzen schwarz- od. grünlichbraun, mit grünem Kiel; Narben 3;
Stengel scharf 3kantig. 7-9. Ufer, Sumpfränder, zerstr.
Schwarzbraunes C., _C. fuscus_ L.
-- Spelzen hellgelblich, mit grünem Kiel; Narben 2; Stengel
stumpfkantig. 7-9. Wie vor., zerstr.
Gelbliches C., _C. flavéscens_ L.
2. _Erióphorum_ L., Wollgras. III.
_1._ Mehrere, zuletzt überhängende Ährchen (Fig. 835); Bltnborsten
zahlreich, gerade
_3_
[Illustration: Fig. 835.]
-- Ein endst., aufrechtes Ährchen (Fig. 836 bis 837)
_2_
[Illustration: Fig. 836.]
_2._ Stengel rauh, viel läng. als die Blätt.; Bltnborst. meist 6,
zuletzt geschlängelt. 4. 5. Moorwiesen der norddeutschen Tiefebene u.
der Gebirge, selten
Alpen-W., _E. alpínum_ L.
-- Stengel glatt; Blätt. etwa so lang als der Stengel, die oberen ohne
Spreite, nur aus aufgeblasenen Scheiden bestehend. 4. 5. Torfmoore
zerstr.
Scheidiges W., _E. vaginátum_ L.
[Illustration: Fig. 837.]
_3._ Stengel rundl.; Ährchenstiele glatt; Ährchen zu 3-5; Blätt.
linealisch, rinnig, gekielt. 4. 5. Sumpfige, torfige Orte, häufig
Schmalblättriges W., _E. polystáchium_ L.
-- Stengel stumpf 3kantig; Ährchenstiele rückwärts rauh
_4_
_4._ Ährchen 5-12, später hängend; Blätt. flach, bis 9 mm br., nur an
der Spitze 3kantig. 4-6. Wie vor., zerstr.
Breitblättriges W., _E. latifólium_ L.
-- Ährchen 3-4, fast aufrecht; Blätt. der ganzen Länge nach 3kantig,
bis 2 mm breit. Pfl. mit Ausläufern. 5. 6. Tiefe Torfsümpfe, sehr
zerstr.
Schlankes W., _E. grácile_ Koch
3. _Scirpus_ L., Simse. III.
_1._ Ährchen zu mehreren in Rispen, Köpfchen od. Ähren. selten nur ein
~seitenständiges~ Ährchen
_9_
-- An der Spitze des Stengels od. der blattachselst. Stiele nur ein
einziges Ährchen
_2_
_2._ Stengel borstl., 4kantig, gefurcht, bis 10 cm hoch; Griffel am
Grunde verdickt, gegliedert; Narben 3; Fr. längl., längsrippig. 6-8.
Feuchter Sand, Gräben, nicht selten $(_Heleócharis aciculáris_ R. Br.)$
Nadel-S., _Sc. aciculáris_ L.
-- Stengel rundl.; Fr. nicht gerippt
_3_
_3._ Stengel gabelästig, flutend oder auf Schlamm niederliegend,
mit linealischen, rinnigen Blätt.; Ährchen grünlich, auf langen,
seitenständig. Stielen (Fig. 838); Griffel nicht verdickt. 7-9. Teiche,
Gräben, in Norddeutschland
Flutende S., _Sc. flúitans_ L.
[Illustration: Fig. 838.]
-- Stengel einfach, meist aufrecht; Blattscheiden ohne oder mit sehr
kurzen Blattflächen
_4_
_4._ Griffel unten nicht verdickt, fadenf., fast ganz abfallend; Narben
3; Ährchen 3- bis 7blütig
_7_
-- Griffel am Grunde verdickt und durch eine Einschnürung vom Frkn.
abgegliedert (Fig. 839), der verdickte Teil an der Fr. bleibend;
Ährchen mehrblütig $(_Heleócharis_)$
_5_
[Illustration: Fig. 839.]
_5._ Narben 3; Spelzen stumpf; Ährchen längl., etwa 20blütig; Fr.
scharf 3kantig, glatt; Pfl. dicht rasig, oft mit liegenden Stengeln. 6.
7. Heidemoore, sehr zerstr., besonders im Nordwesten
Vielstengelige S., _Sc. multicāūlis_ Koch
-- Narben 2
_6_
_6._ Obere Spelzen spitzl. (Fig. 840), die unterste das Ährchen halb
oder $(_Sc. uniglúmis_ Link)$ ganz umfassend; Ährchen spitz, 5-20
mm l.; Fr. am Rande abgerund. Pfl. mit kriechender Grundachse. 6-8.
Sümpfe, Gräben, Ufer, gemein
Sumpf-S., _Sc. palúster_ L.
[Illustration: Fig. 840.]
-- Alle Spelzen abgerundet (Fig. 841), stumpf, die unterste das
Ährchen halb umfassend; Ährchen eif., 5 mm l.; Fr. scharfrandig. Pfl.
dichtrasig, zart. 6-9. Ufer, sehr zerstr.
Eiförmige S., _Sc. ovátus_ Roth
[Illustration: Fig. 841.]
_7._ Oberste Blattscheide mit einer kurzen, pfrieml. Blattspreite
(Fig. 842); unterste Spelzen größer, alle stumpf, stachelspitzig,
gelblichbraun. Pfl. in großen, dichten Rasen. 5. 6. Moorboden, zerstr.
Rasen-S., _Sc. caespitósus_ L.
[Illustration: Fig. 842.]
-- Alle Blattscheiden ohne Blattspreiten; Spelzen nicht stachelspitzig
_8_
_8._ Stengel zart, 3-8 cm hoch, unten mit durchscheinenden Querwänden;
Blattscheiden zart, häutig od. fehlend; Spelzen bleich; Bltnborsten
länger als die Fr. 7-9. Am Strande der Ostsee
Kleine S., _Sc. párvulus_ R. u. Sch.
-- Stengel kräftig, ohne Querwände, am Grunde mit derben, braunroten
Blattscheid.; Spelzen braun; Bltnborsten meist kürzer als die Fr. 6. 7.
Feuchter Sandboden, zerstr.
Armblütige S., _Sc. pauciflórus_ Lightfoot
_9._ (1.) Bltnstand deutlich endst., da die blattart. Hüllblätt.
seitlich abstehen
_18_
[Illustration: Fig. 843.]
-- Bltnstand scheinbar seitl. aus dem Stengel hervorbrechend, da das
rundl. Hüllblatt die Fortsetzung des Stengels bildet (Fig. 843)
_10_
_10._ Ährchen in kugelrunden Köpfchen (Fig. 844); Spelzen gefranst,
stumpf; Narben 3; obere Blattscheiden mit langer, fadenf., rinniger
Blattspreite; Steng. stielrund, gestreift, bis 1 m hoch. 7. 8. Sandige
Ufer, Triften. Schlesien, Posen, Brandenburg, Prov. Sachsen
Kugel-S., _Sc. holoschœnus_ L.
[Illustration: Fig. 844.]
-- Ährchen nicht in völlig kugelrunden Köpfchen
_11_
_11._ Pfl. kräftig, 30-150 cm hoch
_13_
-- Pfl. zart, bis 15 cm hoch; Stengel stielrund; Ährchen sitzend;
Spelzen stumpf, stachelspitzig, nicht ausgerand.
_12_
_12._ Ährchen meist zu 2, nahe an der Spitze, da das Hüllblatt viel
kürzer ist als der Stengel (Fig. 845); Fr. längsrippig. 7. 8. Feuchter
Sand, Gräben, zerstr., in Ostpreußen fehlend
Borsten-S., _Sc. setáceus_ L.
[Illustration: Fig. 845.]
-- Ährchen zu 3-5, weit unter der Spitze, da das Hüllblatt fast so lang
als der Stengel ist (Fig. 846); Fr. querrunzlig. 6-10. Ufer, selten
Liegende S., _Sc. supínus_ L.
[Illustration: Fig. 846.]
_13._ Spelzen nicht ausgerandet, stachelspitzig; Ährchen zahlreich;
Hüllblatt 2kantig, viel kürzer als der Stengel, zuletzt wagerecht
abstehend. 7. 8. Teiche, Sumpfränder, sehr selten
Stachelspitzige S., _Sc. mucronátus_ L.
-- Spelzen ausgerandet, mit Stachelspitze in der Ausrandung
_14_
_14._ Stengel (wenigstens oben) stumpf- od. scharf 3kantig
_16_
-- Stengel überall stielrund
_15_
_15._ Narben 3; Spelzen glatt od. spärlich punktiert; Fr. 3kantig;
Stengel dick, grasgrün. 6. 7. Teiche, Seen, Gräben, häufig
See-S., _Sc. lacústris_ L.
-- Narben 2; Spelzen rauh punktiert; Fr. 2kantig; Stengel dünner,
graugrün. 6. 7. Wie vor., besonders auf Salzboden
Rauhe S., _Sc. tabernaemontáni_ Gmelin
_16._ Stengel unten rund, oben stumpf 3kantig, mit 2 gewölbten und 1
flachen Seite; Spelzen glatt; Fr. meist fehlschlagend. 6. 7. Ufer
(Bayern, Oldenburg, Hannover, Holstein)
_Sc. lacústris_ × _tríqueter_ = _Sc. duválii_ Hoppe
Sehr selten (Pommern, West- und Ostpreußen) findet sich _Sc.
kalmússii_, Aschrs., Abromeit u. Graebner; Stengel starr aufrecht,
dünn; Spelzen von erhabenen Punkten an und auf dem Mittelnerv
undeutlich rauh; Bltnborsten doppelt so lang als der Frkn.
-- Stengel der ganzen Länge nach 3kantig; Narben 2
_17_
_17._ Alle Ährchen sitzend; Bltnstand wenig zusammengesetzt; Blattfl.
der untersten Blätt. 10-15 cm lang. 7. 8. Ufer, selten. Ostpreußen,
Schleswig, im nordwestl. Gebiet
Stechende S., _Sc. pungens_ Vahl
-- Ährchen teils sitzend, teils gestielt; Bltnstand mehrfach
zusammengesetzt; Blattfläche der grundst. Blätt. kurz. 7. 8. Wie vor.,
selten
Dreikantige S., _Sc. tríqueter_ L.
_18._ (9.) Ährchen am Ende des Stengels zu einer zweizeiligen Ähre
angeordnet (Fig. 849-850) $(_Blysmus_)$
_22_
-- Ährchen nicht in einer endst., 2zeiligen Ähre
_19_
_19._ Ährch. bleichgrün, in einem endst., kugelig. Köpfch.; Narben 2;
Bltnborsten fehlend. Pfl. dichtrasig. 7-9. Schlammige od. sandige Ufer.
Schlesien, Prov. Sachsen (Wittenberg), Anhalt (Koswig). $(_Cýperus
micheliánus_ L.)$
Michelis S., _Sc. micheliánus_ L.
-- Ährchen grün od. braun, in Rispen od. Büscheln
_20_
_20._ Spelzen 2spaltig, in der Ausrandung stachelspitzig; Ährchen
braun, 10-24 mm lang; Bltnstand einfach (Fig. 847); Stengel scharf
3kantig. 7. 8. Gräben, Ufer, besonders auf Salzboden häufig
Meer-S., _Sc. marítimus_ L.
[Illustration: Fig. 847.]
-- Spelzen nicht ausgerandet, stumpf; Ährchen grünlich bis schwärzlich,
3-6 mm l.; Bltnstand zusammengesetzt (Fig. 848)
_21_
[Illustration: Fig. 848.]
_21._ Ährchen alle einzeln (selten zu 2); Spelzen nicht gekielt;
Bltnborsten geschlängelt, 2-3mal so lang als die Frucht. 7. 8. Ufer,
Sumpfwiesen, zerstr.
Wurzel-S., _Sc. radícans_ Schkuhr
-- Ährchen teils einzeln, teils zu 3-6 gehäuft; Spelzen etwas gekielt;
Bltnborsten gerade, so lang als die Frucht. 6. 7. Wie vor., häufig.
Wald-S., _Sc. silváticus_ L.
_22._ (18.) Ähre aus 5-12 Ährchen zusammenges. (Fig. 849), bis über 3
cm l.; Ährchen 6-8blütig; Spelzen 5nervig; Bltnborsten 3-6, rückwärts
rauh; Stengel ob. stumpf 3kantig; Blätt. gekielt. 6. 7. Sumpfwiesen,
Triften, zerstr.
Flache S., _Sc. compréssus_ Persoon
[Illustration: Fig. 849.]
-- Ähre aus 3-6 Ährchen gebildet (Fig. 850); Ährchen 2-5blüt.; Spelzen
3nervig; Bltnborsten meist fehlend; Stengel rundl.; Blätt. rinnig,
ungekielt. 5. 6. Meeresstrand u. salzhaltige Orte, besonders an der
Ostsee
Rote S., _Sc. rufus_ Schrader
[Illustration: Fig. 850.]
Bastarde: _Sc. lacustris_ × _tabernaemontani_; _Sc. silvaticus_ ×
_radicans_ u. a.
4. _Schoenus_ L., Kopfsimse. III.
Köpfchen aus 5-10 Ährch. zusammengesetzt, von dem untersten Hüllblatt
weit überragt (Fig. 851). 6. 7. Moorwiesen, sehr zerstr.
Schwarze K., _Sch. nígricans_ L.
[Illustration: Fig. 851.]
Köpfchen aus 2-3 Ährchen zusammengesetzt, von dem untersten Hüllblatt
kaum überragt (Fig. 852). 5. 6. Wie vor., selten, im Westen fehlend
Rostbraune K., _Sch. ferrugíneus_ L.
[Illustration: Fig. 852.]
5. _Cládium_ Patrick Browne, Schneide. III.
Seen, Torfsümpfe, zerstr. 6. 7.
_Cl. maríscus_ R. Br.
6. _Rhynchóspora_ Vahl, Schnabelsimse. III.
Ährchen weißlich, zuletzt etwas rötl.; Hüllblätt. kaum länger als das
Ährchenknäuel (Fig. 853). 7. 8. Moorboden, zerstr.
Weiße Schn., _R. alba_ Vahl
[Illustration: Fig. 853.]
Ährchen braun; Hüllblätt. weit länger als das Ährchenknäuel (Fig. 854).
7. 8. Wie vor., seltener
Braune Schn., _R. fusca_ R. u. Sch.
[Illustration: Fig. 854.]
7. _Carex_ Micheli, Segge. XXI.
I. Stengel mit einem einzigen, endst., einfachen Ährchen (Fig. 855)
_Monostáchyae_ 365
[Illustration: Fig. 855.]
II. Stengel mit mehreren Ährchen, die zu Köpfchen, Ähren oder Rispen
angeordnet sind:
a) Alle Ährchen (od. doch die meisten) enthalten sowohl Staub- als auch
Stempelbltn; Bltnstand meist eine zusammengesetzte Ähre
_Homostáchyae_ 366
b) Oberste (od. allein das endst.) Ährchen nur mit Stbbltn (selten auch
noch mit einigen Stempelbltn), die übrigen nur mit Stempelbltn (Fig.
856)
_Heterostáchyae_ 370
[Illustration: Fig. 856.]
_I. Monostáchyae_, Einährige.
_1._ Ährchen oben mit Staub-, unten mit Stempelbltn
_3_
-- Alle Bltn des Ährchens entweder nur mit Stbblätt. oder nur mit
Stempel[51]; Narben 2; Fr.[52] und Spelzen rotbraun
_2_
_2._ Stengel und Blätt. rückwärts glatt; Ährchen dichtfrüchtig; Fr.
zuletzt wagerecht abstehend od. ziemlich aufrecht, kurzgeschnäbelt;
Stengel einzeln, mit Ausläufern. 4. 5. Torfwiesen, sehr zerstr.,
besonders im Norden
Sonder-S., _C. dioéca_ L.
-- Stengel oberwärts nebst den Blatträndern rauh; Ährchen
lockerfrüchtig; Fr. längl.-lanzettl., zuletzt meist etwas abwärts
gebogen, langgeschnäbelt. Pfl. dichtrasig. 4. 5. Wie vor., im Norden
äußerst selten
Davall's-S., _C. davalliána_ Smith
[Illustration: Fig. 857.]
_3._ Narben 3
_5_
-- Narben 2
_4_
_4._ Ährchen fast kugelig, dichtblütig (Fig. 857); Fr. abstehend, nicht
zurückgeschlagen, grünlich; Spelzen bleibend; Stengel und Blätt. rauh.
5. 6. Torfmoore in Oberbayern, Oberschwaben u. bei Klosterwald in
Hohenzollern
Kopf-S., _C. capitáta_ L.
-- Ährchen verlängert, lockerblütig; Fr. zuletzt zurückgeschlag. (Fig.
858), beiderseits verschmäl., glänzend dunkelbr.; Spelzen nach der
Blüte abfallend. 5. 6. Torfwiesen, Triften, zerstr.
Floh-S., _C. pulicáris_ L.
[Illustration: Fig. 858.]
_5._ Fr. mit einer aus dem Schlauch hervorragenden, dicken Granne,
zuletzt abwärts gebogen; Ährchen hellbraun. 5. Torfmoore der Alpen und
ihres Vorlandes
Kleinspitzige S., _C. microglóchin_ Wahlenberg
-- Fr. ohne Granne, nur die Narben aus dem Schlauche hervorragend
_6_
_6._ Ährchen meist 3blütig; Fr. schmal lanzettl., zuletzt
herabgeschlagen (Fig. 859), strohgelb; Spelzen zur Frzeit bereits
abgefallen. 6. 7. Torfmoore, besonders in den höheren Gebirgen
Wenigblütige S., _C. pauciflóra_ Lightfoot
[Illustration: Fig. 859.]
-- Ährchen mehrblütig; Fr. eif. od. elliptisch, aufrecht; Spelzen
bleibend
_7_
_7._ Fr. verkehrt-eif., ledergelb, sehr kurz geschnäbelt; Spelzen
braun, länger als die Fr. 6. 7. Felsen der Brünnelheide im Mährischen
Gesenke
Felsen-S., _C. rupéstris_ Allioni
-- Fr. ellipsoidisch, gedunsen, mit etwas längerem Schnabel; Spelzen
gelbbraun, breit hautrandig, kürzer als die Fr.; Stengel am Grunde
mit 5-8 braunroten Blattschuppen besetzt; Grundachse lang kriechend,
bräunlich. 4. 5. Sandige, trockene Orte, sehr selt., z. B. bei Leipzig,
Friesack, Rhinow. $(_C. spicáta_ Schkuhr)$
Stumpfe S., _C. obtusáta_ Liljeblad
_II. Homostáchyae_, Gleichährige.
_1._ Ährchen in Ähren od. Rispen; Narben 2
_3_
-- Ährchen in ein kugeliges od. gelapptes, von 2-4 abstehenden, grünen
Hüllblätt. überragtes Köpfchen zusammengedrängt (Fig. 860)
_2_
[Illustration: Fig. 860.]
_2._ Narben 2; Fr. sehr lang geschnäb.; Köpfchen grasgrün, kugelig.
6-9. Ufer, überschwemmt gewesene Stellen, stellenweise
Cyper-S., _C. cyperoídes_ L.
-- Narben 3; Fr. stumpf; Köpfchen weiß, gelappt. 7. An der Loisach und
Naidernach bei Garmisch und Griesen (Oberbayern)
Tiroler-S., _C. baldénsis_ L.
_3._ Pfl. mit weithin wagerecht kriechendem unterird. Stengel,
Ausläufer treibend (Fig. 861); bltntragende Stengel daher einzeln, oft
in einer Reihe hintereinander
_17_
[Illustration: Fig. 861.]
-- Pfl. ohne Ausläufer, mit nicht oder $(_C. loliacea u. tenella_)$
kurzkriechend. Grundachse, daher von dichtrasigem Wuchs (in »Bülten«
oder »Hullen«)
_4_
_4._ Jed. Ährchen am ~Grunde~ mit Stbbltn[53]
_10_
-- Jedes Ährchen ~an der Spitze~ mit Stbbltn
_5_
_5._ Fr. beiderseits gewölbt, aufrecht; Ährchen meist bräunlich
_8_
-- Fr. auf der einen Seite flach, auf der andern gewölbt, abstehend;
Ährchen meist grünlich
_6_
_6._ Stengel scharf 3kantig, mit leicht vertieften Seitenflächen, starr
aufrecht, sehr rauh; Blätt. 5-10 mm br.; Spelzen meist rotbraun; Fr.
deutlich 6-7nervig. 5. 6. Gräben, Sümpfe, häufig
Fuchs-S., _C. vulpína_ L.
-- Stengel 3kantig, mit ebenen Seitenflächen, nur oberwärts rauh;
Blätt. bis 4 mm br.; Fr. undeutlich nervig
_7_
_7._ Ähre dicht od. die untersten Ährchen etwas entfernt; Fr. vor der
Reife mehr oder weniger sperrig abstehend. 5. 6.
Sperrfrüchtige S., _C. muricáta_ L.
Kommt in 3 Formen vor: a) _contigua_ Hoppe, Ähre kurz, gedrängt; Fr.
4-6 mm l., zuletzt sehr sperrig abstehend, auf dem Rücken nach dem
Grunde zu schwammig verdickt, von dem »Nüßchen« fast ganz ausgefüllt;
Blatthäutchen länger als breit. Gebüsch, Hecken, Rasenplätze, weit
verbreitet; b) _pairǣi_ Schultz. Ähre etwas lockerer; Fr. 3½-4 mm l.,
nicht sehr sperrig abstehend, am Grunde dünnhäutig, von dem »Nüßchen«
nicht ganz ausgefüllt; Blätt. schmal (1½-2 mm br.); Blatthäutchen
breiter als lang, ganz weißhäutig. Trockene, sonnige Orte, seltener.
c) _leersii_ Schultz, Ähre noch lockerer, schlanker; Fr. sehr sperrig
abstehend, fast kreisrund; Blatthäutchen breiter als lang, schmal
braun berandet. Selten.
-- Ährchen meist weit entfernt, in unterbrochener Ähre; Halm schlaff,
zuletzt oft herabgeneigt; Fr. bis zum Grunde dünnhäutig, bis 4 mm
lang, nicht sperrig abstehend; Blatthäutchen am Grunde derb, nicht
zerschlitzt. breiter als lang. 6. 7. Wälder, Gebüsche, besonders in
Mitteldeutschl.
Grüne S., _C. divúlsa_ Goodenough
_8._ Fr. glanzlos, 8-11nervig; Spelzen sehr schmal berandet; unt.
Blattscheiden von einem schwarzen Faserschopf umgeben (Fig. 862). 5. 6.
Torfige Orte, sehr zerstr.
Seltsame S., _C. paradóxa_ Willd.
[Illustration: Fig. 862.]
-- Fr. glänzend, nervenlos oder undeutlich nervig; untere Blattscheiden
nicht von einem Faserschopf umgeben; Spelzen breit, häutig berandet
_9_
_9._ Ährchen in dichten, unten rispigen Ähren; Blätter bis 2 mm breit;
unt. Blattscheiden glanzlos; Stengel unt. rund, oben 3kantig, mit etwas
gewölbten Flächen. Pfl. locker-rasig. 5. 6. Sümpfe, zerstr. $(_C.
teretiúscula_ Good.)$
Rundliche S., _diándra_ Schrank
-- Ährchen meist in lockeren Rispen mit abstehenden Ästen; Blätt.
bis 6 mm br.; unt. Blattscheiden glänzend; Stengel der ganzen Länge
nach 3kantig, mit flachen Seitenflächen. Pfl. dichtrasig. 5. 6. Ufer,
Sümpfe, zerstr.
Rispige S., _C. paniculáta_ L.
_10._ (4.) Unt. Ährchen weit entfernt, ihre blattart. Hüllblätt.
den Stengel weit überragend (Fig. 863); Stengel schlaff; Fr. fein
gestreift, ungeflügelt, nebst den kürzeren Spelzen weißlich. 5. 6.
Wälder, häufig
Entferntährige S., _C. remóta_ L.
[Illustration: Fig. 863.]
-- Ährchen genähert, höchstens die unt. etwas entfernt; Hüllblätt.
kurz, das unterste zuweilen blattart., aber d. Stengel meist nicht
überragend
_11_
_11._ Fr. am Rande geflügelt, zieml. lang geschnäbelt, rundl.-eif., so
lang als die Spelzen, aufrecht, Ährchen meist zu 6, ziemlich genähert
(Fig. 864); Blätt. 2-3 mm breit, starr; kürzer als der Stengel. 5. 6.
Triften, Wiesen, Wälder, häufig
Hasen-S., _C. leporína_ L.
[Illustration: Fig. 864.]
-- Fr. ungeflügelt, länger als die Spelzen
_12_
_12._ Ährchen 8-12, ziemlich genähert (Fig. 865), vielblütig, zuletzt
bräunlich; Fr. vielnervig, kurz, aber deutl. geschnäbelt, zuletzt
wagerecht abstehend; Blätt. ca. 3-4 mm br., schlaff, wie der Stengel
rauh. 5. 6. Moorgräben, sumpfige Wälder, stellenw.
Verlängerte S., _C. elongáta_ L.
[Illustration: Fig. 865.]
-- Ährchen 2-6
_13_
_13._ Fr. sperrig abstehend, in einen oft etwas gekrümmten, 2zähnig.
Schnabel zugespitzt, gelbbraun; Ährchen 3-5, die seitlichen rundl.
(Fig. 866); Blätt. sehr starr, 1-2 mm br., kürzer als der Stengel. 5.
6. Sumpfwiesen, häufig
Igel-S., _C. stelluláta_ Goodenough
[Illustration: Fig. 866.]
-- Fr. nicht od. (bei C. loliacea) erst bei der Reife abstehend (Fig.
869 u. 871)
_14_
[Illustration: Fig. 867.]
_14._ Ährchen genähert (Fig. 867), kugelig, zu 3-4; Spelzen braun; Fr.
am Grunde nervig, plötzlich in den kurzen Schnabel übergehend; Blätt.
steif aufrecht; Stengel oben rauh. 5. 6. Torfmoore. Vorland der Alpen,
Brandenburg (Sommerfeld), Ostpreußen (Kreis Oletzko)
Torf-S., _C. heleonástes_ Ehrh.
[Illustration: Fig. 868.]
-- Ährchen entfernt (wenigstens die unteren)
_15_
_15._ Fr. in einen kurzen Schnabel zugespitzt (Fig. 868),
schwachnervig; Ährchen 4-6 (Fig. 871); Spelzen bleich, oft grün
gekielt; Blätt. schlaff; Pfl. graugrün. 5. 6. Sumpfwies., Gräben,
Torfmoore, meist häufig
Weißgraue S., _C. canéscens_ L.
[Illustration: Fig. 869.]
-- Fr. ungeschnäbelt (Fig. 870)
_16_
[Illustration: Fig. 870.]
_16._ Ährchen 3-5blütig; Fr. deutlich nervig (Fig. 870), zuletzt
absteh. (Fig. 869), flachgedrückt; Blätt. kürzer als der oberwärts
schwachrauhe Stengel. 5. Moore. Ostpreußen
Lolchartige S., _C. loliáceae_ L.
[Illustration: Fig. 871.]
-- Ährchen 1-3blütig (Fig. 872); Fr. undeutlich nervig, aufrecht;
Blätt. so lang als der bis über die Mitte rauhe Stengel. Pfl. sehr
zart. 5. 6. Moorige Sümpfe. Ostpreußen
Zarte S., _C. tenélla_ Schkuhr
_17._ (3.) Ährchen zu 3-5 in einer kleinen, eif., 7-10 mm langen Ähre;
Fr. kurz geschnäbelt, glatt; Blätt. viel kürzer als der glatte Stengel.
5. 6. Torfsümpfe, selten
Dünnwurzlige S., _C. chordorrhíza_ Ehrh.
[Illustration: Fig. 872.]
-- Ährchen in verlängerter Ähre, vielblütig
_18_
_18._ Fr. mit scharfgekieltem, aber nicht geflügeltem Rande,
dunkelbraun; Spelzen rotbraun, weiß berandet; mittlere Ährchen meist
nur Stbbltn, die oberen und unt. nur Stempelbltn enthaltend. 5. 6.
Ufer, feuchte Wiesen, zerstr. $(_C. dísticha_ Hudson)$
Zweizeilige S., _C. intermédia_ Goodenough
-- Fr. am Rande geflügelt (Fig. 873-874)
_19_
_19._ Flügelrand ganz od. fast ganz bis zum Grunde der Fr. hinabreichend
_21_
-- Flügelrand nicht bis zum Grunde der Fr. hinabreichend
_20_
_20._ Ährchen 6-16, obere mit Stbbltn, unt. mit Stempelbltn, mittlere
gemischtblütig; Bltnstand 3-6 cm lang; Fr. mit über der Mitte
stumpfwinklig vortretenden Flügeln (Fig. 873); Blätt. 2-4 mm br.,
starr. 5. 6. Sandboden, besonders im Norden verbreitet
Sand-S., _C. arenária_ L.
[Illustration: Fig. 873.]
-- Ährchen 4-6 (selten mehr), meist alle am Grunde mit Stbbltn, an der
Spitze mit Stempelbltn; Bltnstand meist 2 cm lang; Flügelrand der Fr.
schmäler, dunkler, etwas weiter hinabreichend; Blätt. 2 mm br.; Stengel
dünner. 5. 6. Wie vor., seltener
Französische S., _C. ligérica_ Gay
_21._ Ährchen braun, zu 3-6, genähert, meist gerade; Fr. rotbraun,
längl.-eif., aufrecht, mit einem Flügelrande, der meist etwas über dem
Grunde beginnt (Fig. 874); Blätt. ca. 1 mm breit. 4. 5. Wegränder,
sonnige Hügel, Waldränder $(_C. schrebéri_ Schrank)$
Wege-S., _C. praecox_ Schreber
[Illustration: Fig. 874.]
-- Ährchen blaßgelb, meist zu 5, etwas entfernt, meist schwach gekrümmt
(Fig. 875); Fr. grün, lanzettl., vom Grunde bis zur Schnabelspitze
geflügelt; Blätt. 1,5-3 mm br. 5. 6. Schattige Wälder, nicht selten
Zitter-S., _C. brizoídes_ L.
[Illustration: Fig. 875.]