Seine Stimme ist so merkwürdig heiser und tonlos, wie die eines
Menschen, der im Traum spricht. Und es wird ihm schwer, die Worte
herauszubringen. »Ich habe dich -- erwartet. Du mußtest kommen. Ich
habe dich gerufen -- nicht zu mir -- aber ich wußte, wenn du einmal
hinüberkämest -- und dich selber fändest, dann mußtest du heraufkommen.«
Sie schaut zu ihm auf. »Halfdan, ich habe dich rufen hören, und nun bin
ich hinübergekommen. Du hast mich mitgezogen. Aber auf meine eigene
Weise -- -- und nicht auf die eines andern in der Welt.«
Indem sein Blick den ihrigen trifft, ist es, als ob er erwache. Und das
zurückgedrängte Leid der vielen Jahre ist im Begriff loszubrechen, in
einem tiefen und bitteren Groll.
Mit bebenden Händen erfaßt er ihren Kopf. »Wie konntest du? -- Wie
konntest du? -- Du wußtest, was du tatest? Du -- --«
Aber in demselben Augenblick läßt er sie auch schon wieder los und
steht auf. »Nein, nein! Antworte mir nicht, -- antworte mir nicht. Du
bist hier. Das soll mir genug sein -- es ist genug. -- Komm!«
Sie richtet sich langsam auf.
»Ja, wie konnte ich?« sagt sie.
Durch den Mantel faßt er nach ihrer Hand und steigt mit ihr das Ufer
empor. Auf halbem Weg halten sie an, um Atem zu schöpfen.
Er deutet nach dem südlichen Himmel.
»Sieh,« sagt er, »der weiße Streifen über dem Berggipfel dort -- wie
ein feiner langgestreckter Regenbogen -- der steht wieder dort, ganz,
wie gestern abend auch.«
»Ja,« sagt sie, als hätte sie ihn gestern abend auch gesehen.
Er will weiter gehen, aber sie hält ihn zurück.
»Alle die Orte, wo du -- um meinetwillen gelitten hast, -- zeige sie
mir.«