Es waren dreizehn Jahre vergangen. Ich hatte meine Fähnrichszeit bei
einem detachierten Bataillon an der Ostgrenze des Reiches abgedient und
war nun zum Leutnant vorgerückt und in eine größere galizische Garnison
versetzt worden.
Daß ich es nur gleich gestehe, mein Leben, das durch keine gute Stunde,
keine liebe Erinnerung, keine Wärme von mir und zu mir, keinen Besitz
und keine Hoffnung erleuchtet war, ekelte mich so sehr an, daß ich
mich oft ganz ernsthaft fragte: „Warum höre ich nicht einfach auf, zu
atmen?“ Ich hielt dann auch, so lange es nur ging, den Atem zurück, als
könnte ich so ein Ende machen. --
Die Zeit, die hinter mir lag, war schrecklich. Nächte des
angestrengtesten Studiums kalter, gleichgültiger Lehrfächer, Examen
über Examen; zerrüttenden Blick des Vorgesetzten ewig in der Seele; das
Vaterhaus, andern ein Asyl, mir war es nur die schärfere Wiederholung
des Instituts und der Kaserne gewesen. Niemals eine freie Stunde und
wenn ich mir endlich eine -- unter Demütigungen, Meldungen, Bitten,
Vorschriften, die Legion waren, -- wenn ich mir endlich eine freie
Stunde erkämpft hatte, so wußten meine zerstörten Nerven mit ihr
nichts anzufangen, und ich litt unter der kleinen Freiheit noch mehr
als in der Tretmühle. Nein! Ich war nicht zum Soldaten geboren! Jedes
Kommandowort empfand ich wie einen Messerstich, jede Ausstellung
wie eine Mißhandlung, jedes militärische Gespräch, jede dienstliche
Handlung lähmte mich -- so war ich viel zu elend und unglücklich, um
auch nur Erbarmen mit mir selbst haben zu können. --
Einsam wie keiner.
Wenn ich nur einen meiner Kameraden ansah, ergriff mich Langeweile und
Gleichgültigkeit wie eine Pest und ich brachte kein Wort heraus.
Mich an eine Frau oder an ein Mädchen heranzutrauen, dieser Mut schien
mir eine Gnade zu sein, die mir nicht gegeben war. Fünfzehn Jahre
Einschüchterung und Angst hatten meine Seele gebrochen, die nicht so
widerstandsfähig war, wie die der andern. Wenn die polnischen Gräfinnen
Sonntags zur Kirche fuhren, schwärmte ich sie von Ferne an, die
Düsterkeit meiner Träume genießend, in denen ich den Herrn ~der~
Welt spielte. Die jüngeren Herrn unseres Offizierkorps hatten längst
schon die Bekanntschaft einer oder der anderen Schloßbewohnerin
gemacht, es geschah sogar, daß sie mitunter zum Diner, ja sogar zur
Jagd eingeladen wurden.
Mich kannte niemand; -- niemand lud mich ein.
In aller Frühe trat ich alltäglich den Dienst an. Die starke Sonne
der Steppe machte mich krank und schlaff. Wir exerzierten, bildeten
Schwarmlinien, hielten Gefechtsübungen ab, -- ich redete und tat nur
das Notwendigste und das unvollkommen, lässig. Ich vermied jedes
Kommandieren, jedes Scheltwort, jeden scharfen Ton, aber die mir
zugeteilte Menschenherde, diese Sklaven, nahmen mir die Feinfühligkeit
übel und ich spürte, daß sie sich über mich lustig machten.
Ja -- der Leutnant Ruzič, der Oberleutnant Cibulka, der Hauptmann
Pfahlhammer, diese Kujone, die die Langgedienten anspuckten und die
Rekruten während des Menagierens mit Ohrfeigen traktierten, die waren
beliebt. Woher das kam, fragte ich mich oft! Doch nur zu bald lernte
ich begreifen, was die körperliche Schönheit und Wohlbildung im Leben
bedeuten.
Diese Offiziere waren fesche Herren. Sie trugen des Abends oder
Sonntags, wenn sie über den Ringplatz flanierten, ihre schlanken langen
Beine in ausgezeichnet gemachten, scharfgebügelten schwarzen Hosen,
ihre kleinen Lackstiefel blitzten nicht minder als die meines Vaters,
ihre Waffenröcke waren sehr in die Taille gearbeitet und persönlich
geschnitten. Ihre Gesichter waren blond, jung, brutal und von jener
frischen Dummheit, die in der Welt so angenehm berührt.
Und ich? -- Ich war klein, mager -- unansehnlich. Mein Gesicht
verlitten und früh gealtert. Ich mußte bei meiner Kurzsichtigkeit eine
Brille tragen, denn ich war ungeschickt und hätte ein anderes Augenglas
viel zu oft zerbrochen.
Einmal befahl mich der Oberst zu einem privaten Rapport.
„Herr Leutnant,“ begann er scharf, „das geht nicht so weiter. Es ist
vom Oberstbrigadier nun zum zweiten Mal ein Dienstzettel gekommen, in
dem er Ihre Adjustierung beanstandet. Man muß Sie ja nur ansehen und es
wird einem übel. Rasieren Sie sich besser und öfter!“
„Jeder Gefreite sieht adretter aus als Sie. Wollen Sie dem Herrn
Feldmarschallleutnant (er meinte meinen Vater) Schande machen?“
„Lieber Duschek,“ fuhr der Kommandant begütigend und außerdienstlich
fort, -- „Du mußt mehr auf Dich halten. Geh zum Schneider! Equipier’
Dich! Herrgott, wenn ich noch einmal so jung sein könnte!“
Solche Reden machten trotz der gehässigen Nervosität, die ich immer
angesichts eines Vorgesetzten empfand, wenig Eindruck auf mich.
Unter guten Figuren -- eine gute Figur zu sein, das war mein Ehrgeiz
nicht. Was aber war mein Ehrgeiz?
Ich wohnte in der Wirtschaft einer Frau Koppelmann, über deren
Höhleneingang auf einer Tafel das viel verheißende Wort „Restauracya“
geschrieben stand. Ich vermied es am Abend, den Gelagen in der
Offiziersmesse beizuwohnen. Nach dem Dienst um fünf Uhr setzte ich
mich in die „Herrenstube“ der Frau Koppelmann. Selbst hier, unter
hustenden und spuckenden polnischen Fuhrleuten, unter den die Heiligen
beschwörenden ruthenischen Bauern, unter schreienden und haareraufenden
Juden fühlte ich mich glücklicher, als unter den Kameraden. Bei dem
grünen Pfefferminzschnaps der Wirtin starrte ich, der Herr Offizier,
um dessen Tisch die Bauern und Juden mit „ai“ und „oi“ und tausend
Bücklingen dienerten, -- ja ich starrte in erregter Beobachtung auf
diese freien vielbewegten Gestalten und fühlte mit einem gewissen
Triumph in der Seele: Hierher, zu diesen da gehörst du! Um sieben Uhr
leerte sich die Stube und ich blieb allein mit den surrenden Völkern
der galizischen Fliegenplage. --
Das kleine schmutzige Fenster bräunte sich in der Abendröte. Draußen
schnatterten die Gänse, und die Schritte der barfüßigen Bäuerinnen
patschten in dem ewigen Sumpf der Straße. Nun kam meine Stunde.
Ich setzte mich an das zerbrochene Klavier der Frau Koppelmann und
siehe, es waren dennoch Töne, dennoch Akkorde, Verzückungen der
schwingenden Luft, die meine Hand griff. Wenn nichts meine renitente
Gleichgültigkeit lösen konnte, jetzt stürzten nie gefundene Tränen aus
meinen Augen, Boten und Herolde einer Heimat, die ich nicht kannte,
meine Seele dehnte sich, als empfänge sie Liebe und Mütterlichkeit.
Der Zustand steigerte sich fast zur Epilepsie, denn die verhemmte
Leidenschaft pochte an alle Tore meiner Verschlossenheit. Damals wußte
ich noch nicht, daß mein natürlicher Beruf die Musik sei!
Wie hätte ich das auch wissen sollen, ich, der Sprößling einer
ärarischen Familie, Sohn eines Generals, Enkel eines Oberstleutnants,
Urenkel eines Stabsprofosen, ich, dem die Scheu vor Anmut und Geist
schon seit dem sechsten Lebensjahr eingeprügelt worden war.
Mit meinem Vater wechselte ich jedes halbe Jahr einen Brief. Meine
Mutter war schon lange gestorben. Ihr dumpfes und kleines Licht, vor
der Zeit war es zugrunde gegangen. In ihren letzten Jahren soll sie
recht seltsam gewesen sein. Sie wurde von zwei krankhaften Trieben
beherrscht. Der eine war ein Reinlichkeitstrieb ohnegleichen. Sie
schmierte und putzte die Türklinken bis tief in die Nacht, sie wusch
die Fenster zwei und dreimal des Tages, sie lag immer auf dem Boden
und scheuerte die Dielen, die vom vorigen Tage noch blank waren. Immer
spähte sie nach Flecken und Schmutzspuren, auf die sie sich stürzen
konnte. Ihre zweite Krankheit war eine Art Beichtfieber. Sie ging
täglich in drei Kirchen zur Beichte und wird gewiß schreckliche Sünden
erfunden haben, die Arme, um ja ihr Leben nur mit etwas auszufüllen.
Oft dachte ich an jene Nacht, wo meine Mutter mit offenem Haar, die
Kerze in der Hand, wie aus schwerem Schlaf erwacht, weinend an mein
Bett getreten war und mich leidenschaftlich umarmt hatte. Damals und
niemals mehr, ist sie mir als Frau erschienen. Heute verzeihe ich ihr,
der Unerweckten, alle Härte. Sie hat gelitten, ohne zu wissen, daß sie
leidet.
Die Briefe, die ich an meinen Vater richtete, begannen mit der
Anrede „Lieber Vater“, enthielten einen trockenen Abriß über
Dienstverhältnisse, Veränderungen, Avancements, taktische Aufgaben,
die mir gestellt worden waren, und schlossen mit der Floskel:
„Verehrungsvoll grüßt Dich Dein dankbarer Sohn Karl.“
Diese Briefe zu schreiben war eine Qual, die mir regelmäßig
Kopfschmerzen machte. Hingegen mochte es geschehen, daß, wenn ein Brief
meines Vaters fällig war, ich in Unruhe und erwartungsvolle Aufregung
geraten konnte; kam dann dieser Brief, so wirkte er wie ein kalter Guß.
Auch er brachte nur trockene Daten, aber aus seinem Ton spürte ich eine
ärgerliche Mißachtung. Alles, was der Vater schrieb, jede harmlose
Aussage, klang wie ein Befehl. Die Briefe waren in die Schreibmaschine
diktiert und trugen nur die eigenhändige Unterschrift: „Dein Vater
Karl Duschek, Edler von Sporentritt, Feldmarschallleutnant“.
Der frühere Frontoffizier hatte eine glänzende Karriere gemacht. Die
Stufenleiter des Generalstabs, spielend war sie von ihm erstiegen
worden. Als Befehlshaber einer der glänzendsten Divisionen zum
Frontdienst zurückgekehrt, war er neuerdings zum Korpskommandanten der
Residenz ernannt worden.
Er gehörte zu den einflußreichsten Militärs des Reiches, hatte den
starräugigen, jägerbösen Thronfolger zum Freund, ohne deshalb am
greisenhaft eigensinnigen Hofe mißbeliebt zu sein, und es war ein
offenes Geheimnis, daß im Kriegsfalle ihm die Führung einer Armee
zuteil werden würde.
Von allen Seiten hörte ich, daß die Stellung meines Vaters die beste
Prognose meiner eigenen Laufbahn sei und, daß ich ein Schlemihl und
Schwachkopf sein müßte, wenn ich nicht vorwärts käme.
Schon sieben Jahre hatte ich den General nicht von Angesicht zu
Angesicht gesehen -- doch dafür verging keine Nacht, in der ich
ihn nicht (allerdings war er da fast immer nur Hauptmann) in meinen
qualvollen Träumen sah. Ein Traum kehrte oft wieder.
Es ist Krieg. Ich liege schwer verwundet mit aufgerissener Bluse
auf der Erde. Mein Blut dringt langsam durch den dicken Stoff. Die
Generalität ist um mich versammelt. Grüne Federbüsche wehen. Da tritt
ein knieweicher Greis in purpurroten Hosen und schneeweißem Galarock,
eine goldstrotzende Feldbinde um die Hüfte, auf mich zu und heftet mir
ein großes weißes Kreuz (Maria Theresienorden) an die Brust. Auch mein
Vater kommt auf mich zu. Er trägt die Uniform eines Feldwebels und
raucht eine Pfeife. Kaum sieht er mich, so wird er blaß, schwankend,
durchsichtig und fällt auf den Rücken. Er liegt nun da und ich erhebe
mich. Furchtbare Wonne durchströmt mich. Versöhnung! Versöhnung! Von
diesem Begriff bin ich ganz durchtönt. Ganz allein sind wir nun.
Klein und gelb in einer Mulde liegt er hingestreckt. Von Schluchzen
durchschüttelt reiche ich ihm die Hand.
Donnerschlag! Weltuntergang!
Wir beide schweben im formlosen, grauen Raum. Stimmen zirpen von allen
Seiten:
Vater, Sohn und Geist.
Geist, Sohn und Vater.
Dies ist noch der gelindeste meiner Träume. Dennoch ist mir der Tag,
der ihm folgt, ein rasselndes Gespenst.
Der Vater, der inzwischen eine zweite Frau, eine sehr begüterte
Dame der hohen Aristokratie geheiratet hatte, schickte mir keine
Zulage zu meiner Leutnantsgage. So lebte ich schlechter als die
andern Herren unseres Regiments, dessen Offizierkorps nicht zu den
armseligen Kommisschluckern der übrigen Infanterie gehörte und an
Geltung den Artilleristen gleichkam. Nur zu meinem Geburtstag erhielt
ich ein väterliches Geschenk, eine Hunderter-Note, auf den Tag, ohne
Glückwunsch und Brief, mit Postanweisung zugestellt. Dagegen schrieb
ich zum Geburtstag des Vaters einen Brief, der mit jener Phrase
anfing, die mich die Mutter gelehrt hatte, wenn ich auf einen großen,
glänzenden Bogen, dessen Kopf einen gemalten Alpenblumenstrauß zeigte,
meinen Glückwunsch schreiben mußte:
„Lieber Vater, zu Deinem Wiegenfeste...“
So begann die lange, stereotype Formel!
Da geschah es, daß ich in eine höchst peinliche Geschichte
hineingezogen wurde. Ich hatte, schwach und leicht zu überreden, wie
ich bin, für die Ehrenschuld eines mir im übrigen recht widerlichen
Kameraden gebürgt. Der Mann, ein Intrigant und Feigling, hatte sich vor
der Zeit aus dem Staube gemacht und in kurzer Frist zu verschiedenen
Truppenkörpern versetzen lassen. Der Zahltag kam, ich stand mittellos
und ohne Freund, der mir hätte beistehen können, da. Die Verwicklungen
mehrten sich. Es stellte sich heraus, daß bei einem reichen polnischen
Zivilisten Bank gehalten wurde, an welche die Kavalleristen der
Garnison fabelhafte Summen verspielt hatten und die jungen Herren
unseres Regiments nach ihrem Vermögen bestrebt gewesen waren, ihnen
nachzueifern. Falschspielerei, Dokumentenfälschung, gebrochene
Ehrenwörter kamen nach und nach ans Tageslicht. -- Zu alledem war die
vierzehnjährige Tochter eines Gutsbesitzers geschwängert worden und,
ohne zu gestehen, wer der Verführer gewesen, im Kindbett gestorben. Der
Hauptverdacht in diesem Rattenschwanz von Schmutzereien fiel auf mich,
-- auf mich, der ich weder je eine Karte, noch ein Weib berührt hatte.
Denn ich bin zum Sündenbock wie geschaffen.
Systematisch zerstörten Selbstbewußtseins war ich gesonnen, wenn in
der Gegend irgend ein Mord begangen worden war, mich selbst für den
Mörder zu halten. Ich identifizierte mich mit jedem Angeklagten,
dessen Verhandlung ich im Gerichtssaalsbericht las. Auf meiner Seele
lastete die Überzeugung meiner Mitschuld an jedem Verbrechen. Bei
allen Verhören, und mochte es sich auch nur um einen entwendeten
Federstiel in der Kadettenschule handeln, war ich verstockt, und eine
unüberwindliche Selbstzerstörungslust in mir zog wie ein Blitzableiter
den Verdacht an. -- So war es auch in den Verhören, die der Oberst und
seine Kommission mit mir pflogen. Ich war verstockt und bösartig,
besonders dann, wenn die Vorgesetzten mir gütig zuredeten, obgleich in
solchen Augenblicken mein Gemüt in heiße Tränen sich auflöste. Gänzlich
unschuldig, ja gar nicht fähig, den Fall zu übersehen und zu verstehen,
erfand ich in krankhaftem Zwang Lügen, phantasierte von Beziehungen,
die ich niemals gehabt hatte und spann so mit eigenen Händen ein
irrsinniges Netz, in dem ich endlich ganz bedenklich zappelte.
Man schüttelte bedeutsam die Köpfe, man nahm die Gelegenheit der Rache
an einem häßlichen Sonderling wahr, -- diejenigen, die am meisten
Butter am Kopf hatten, begannen mich zu schneiden, ja im Grunde waren
alle zufrieden, den Sohn eines in Fachkreisen und in der Gesellschaft
berühmten Generals als Hauptperson in einer üblen Angelegenheit agieren
zu sehen, denn das bedeutete einen doppelten Vorteil: Erstens war die
Ehre des Regiments weniger in Gefahr -- und zweitens gönnt man einem
Erfolgreichen stets Beschämung.
Es kam immer ärger. Protokolle häuften sich, der Urheber des
Schmutzes, jener Leutnant, der sich hatte versetzen lassen, war
verschwunden und trotz aller dienstlichen Anfragen unauffindbar -- ich
selbst in meinen eigenen tollen Widersprüchen gefangen, war nicht mehr
in der Lage, die einzige vernünftige Wahrheit zu sagen: Ich weiß von
nichts!
Meine Situation wurde immer schiefer. Man schnitt Grimassen, zuckte
die Achseln und schon wurde die Ansicht laut, daß ein ehrenrätliches
Verfahren nicht genüge, einen kriminellen Fall auszutragen.
Da brachte eines Tages der Postunteroffizier drei Briefe. Einer davon
wanderte in die Kanzlei des Kommandanten. Das große weiße Dienstkuvert
trug die Absenderadresse: Militärkanzlei Seiner Majestät!
Die beiden anderen Briefe waren an mich gerichtet. Der eine kam von
meinem Vater, der andere von seinem Adjutanten. Der Brief des Vaters
enthielt keine Anrede und lautete so:
„Ich werde es nicht dulden, daß ein Name, der Generationen
hindurch der k. u. k. Armee zur Ehre gereicht hat, durch Dich
in Verruf gebracht wird. Die Militärkanzlei Seiner Majestät hat
die Akten und Protokolle über das unverantwortliche Treiben,
dessen Hauptschuldiger Du bist, eingefordert, und wird selbst die
Entscheidung treffen.
Du hast sofort abzugehen, hierorts einzurücken und innerhalb von
achtundvierzig Stunden Dich bei mir zu melden.