Der Chauffeur, der kaum das Gesicht seines Herrn mit einem Blick
gestreift hatte, dachte: >S. Woolf ist fertig!<
Zusammengeduckt, grau, mit eingesunkenen Augen saß Woolf im Wagen,
ohne etwas zu hören, zu sehen. Er fror vor kaltem Schweiß und kroch in
seinen Mantel zurück, wie ein Tier in die Muschel. Dann und wann dachte
er, bittern Ekel auf dem Mund: »Er hat mich kalt niedergemacht. Er hat
mich _geschächtet_!« Etwas anderes vermochte er nicht zu denken.
Es wurde Nacht und der Chauffeur hielt an und fragte, ob er nicht nach
Hause fahren solle.
S. Woolf dachte angestrengt nach. Dann sagte er mit tonloser Stimme:
»Hundertzehnte!«
Das war die Adresse Renées, seiner momentanen Mätresse. Er hatte
niemand, mit dem er reden konnte, keinen Freund, keinen Bekannten, und
so fuhr er zu ihr.
Woolf befürchtete, sich vor dem Chauffeur verraten zu haben und riß
sich zusammen. Vor Renées Haus stieg er aus und sagte gleichmütig und
etwas herrisch wie immer: »Sie warten!«