»Nun geht deine Geschichte wieder von vorne los«, flüsterte er gequält.
Berta ging mit heftigen Schritten im Zimmer umher: »Die hat bei mir
noch niemals aufgehört! Du sollst jetzt sehen, Peter, das ich recht
behalte! Ganz beschämt sollst du sein, weil du kein Vertrauen zu
deiner Frau gehabt hast, die doch nur deine Zukunft im Auge hat!«
Mit geröteten Augen sah Rietschel sie an: »Ich kann dich nicht
verstehen, Berta. Was meinst du? Der Mann ist tot, erreicht hast du
nichts bei ihm, nun laß ihn schlafen, nun komm du im Leben zur Ruhe!«
Sie blieb vor ihm stehen, in ihre Augen kam ein seltsam lächelnder
Triumph: »Ich will aber zu mehr kommen, mein Lieber -- ~weil~ er
tot ist, weil ich im Leben zur Ruhe kommen möchte!«
»Was heißt das? Meinst du, daß er dich im Testament noch anerkannt
hat?«
»Das will ich nicht sagen! Aber er hat mich unbedingt in seinem
Testament bedacht!«
»Berta, um Gottes willen, wie kommst du denn darauf? Du machst dir
wieder Illusionen -- so was hab' ich noch nicht gesehn! Dem alten
Gauner lag doch nach seinem Tode ebensoviel an seinem Ruf wie vorher!
Ums Geld ging es ihm nicht -- aber was die Leute ihm nachreden, daß
da alles klappt, und daß er wie so'n richtiger Engel in den Himmel
fliegt. Dich konnte er nicht brauchen, da verlaß dich drauf -- du
kommst in seinem Testament nicht vor! Dafür haben die Erbschleicher
gesorgt!«