»Sie werden eine Attraktion, das seh' ich schon vor mir. Meine
Kundschaft wird von Ihnen begeistert sein: Sauberkeit und Ordnung --
na, darüber verfügen Sie ja. Von der persönlichen Liebenswürdigkeit
will ich garnicht reden. Mit Einkauf und Kasse haben Sie nichts zu tun
-- das ist mein Ressort. Nur das Buch muß stimmen, und die Kellner
müssen Sie an der Strippe haben. Na, das wäre gemacht. Das freut mich
wirklich kolossal. Und Ihrem Papa gönn' ich's, daß Sie in Berlin
gleich hochkommen.«
»Wenn ich nur erst für das Kind was hätte!«
Guido Müffel kicherte gutmütig: »Aber was glauben Sie denn? Guido
macht doch alles! Ich hab natürlich schon 'ne Adresse! Mein seliger
Bruder war Zimmerherr bei einer Frau Grunow am Elisabethufer!
Tadellose Briefträgerswitwe! Ihr Sohn ist Stubenmaler, und ihr Bruder
ist Bureauvorstand bei einem Rechtsanwalt! Die nimmt sicher ein
Kostkind, namentlich, wenn ich die Sache arrangiere! Also, das hätten
wir schon!«
»Sie sind wirklich großartig, Herr Müffel!«
»Ich mache meine Augen auf, sonst nichts! Na, nu fahren Sie schon ein
bißchen ruhiger nach Berlin, nicht wahr, Fräuleinchen?!«
Jetzt konnte Liese aus vollem Herzen zustimmen. Sie hatte endlich
wieder Glück und vertraute ihrem Reisegefährten ehrlich. So gab es
eine ganz lustige Fahrt. Nur die kleine Berta wurde bald ungemütlich
und schien sich gegen das Leben, in das man sie trug, zu wehren.
Guido Müffel stellte alles auf, um seiner neuen Büfettdame bei der
Beruhigung ihres Sprößlings zu helfen.