XXV.

Hinauf zum Himmel, tiefgebeugte Seele,

In Thränen reift die Saat der Ewigkeit,

Daß sich der Mensch das bessre Teil erwähle,

mahnt ihn des irdischen Vergänglichkeit:

Das Zeitliche vergeht der Zeit zum Raube,

Doch ewig bleibt die Liebe und der Glaube.

Aus der »Ueberschwemmung« 1825.

Am Morgen nach dieser Nacht der Verwüstung war die ganze Gemeinde,

Männer, Frauen, Greise, Kinder, in dem einen Hause versammelt, das

allein noch obdachfähig geblieben war! Alle übrigen Wohnungen waren

teils gänzlich weggerissen, teils zu einem blosen Pfahlwerk geworden.

Welche Aussicht für die Zukunft der unglücklichen Halligbewohner! Hab

und Gut und Herden dahin! Für die kommenden Tage kein Obdach, kein

Erwerb; für den Augenblick nicht einmal trockene Kleidung und

Nahrungsmittel! Krankheit, Hunger, Frost, Blöße, Verzweiflung oder Tod

in den Wellen mit der nächsten wiederkehrenden Flut: das war das

Geschick, dessen Vorboten schon zu nahe waren, um sie zu übersehen. So

lange noch nicht Alle die Zuflucht erreicht hatten, gaben die

Erzählungen der einzeln Ankommenden immer neue Nahrung zur lauten

Bewunderung der göttlichen Macht und Güte. -- So war unter Andern eine

Frau mitten in der ernsten Stunde, die zum ersten Male ihre mütterlichen

Hoffnungen erfüllen sollte, von den Wellen auf ihrem Lager überrascht

worden. Auf den Boden getragen, stürzte sie mit dem niederbrechenden

Hause auf eine Heudieme hin. Hier klammerte sie sich an und hielt, von

schweren Balken belastet, die mit jeder Woge sich hoben und senkten, die

ganze Nacht aus, watete dann gegen Morgen bis über die Kniee im Wasser

hin zu dem Hause, in welchem sie jetzt sogleich nach ihrer Ankunft eines

gesunden Kindes[3] genas. -- Als aber, außer Godber und Maria, Niemand

mehr fehlte, wandten sich Aller Gedanken und Gefühle auf den Verlust,

den sie erlitten, auf die Hoffnungslosigkeit ihres Zustandes, und Alle

klagten, weinten und schluchzten mit einander. Nur Hold, dessen Aussicht

für die Zukunft, nach Ueberwindung der ersten Not, weniger betrübend

war, der seit dem Antritt seines gefahrvollen Kirchendienstes auf der

Hallig sich oft ähnliche Lagen gedacht, und den der Herr, wie wir

gesehen, bereits mächtig getröstet in seiner Trübsal, gewann bald wieder

das Gedächtnis der Verpflichtungen, die sein Amt ihm auferlegte; und nie

war ihm die Herrlichkeit seines Berufes so klar gewesen, als sie ihm in

diesen Stunden ward. Er wandte sich bald an Alle, bald wieder an

Einzelne; machte auf die wahrhaft wunderbaren Errettungen aufmerksam,

von denen vorher Einer dem Andern erzählt; suchte das Vertrauen zu dem

Vater zu wecken, der die Vögel unter dem Himmel nährt und die Blumen des

Feldes kleidet; zeigte, wie so viele köstliche Sprüche gleichsam gerade

für die Lage geredet seien, in welcher sie sich befänden, und

ermunterte, da seine ersten Vorstellungen, eine Zuflucht auf dem festen

Lande mit Hülfe des einzigen Schiffes zu suchen, das noch unzertrümmert

an seinem Anker lag, zurückgewiesen waren, nun selbst dazu, mit voller

Hingebung auf dem geliebten Boden der Heimat Alles zu erwarten, was im

Rate Gottes beschlossen sei. Dem Tiefgebeugten floß seine Rede wie Manna

in der Wüste und erinnerte ihn an den glimmenden Docht, der nicht

verlischt, an das geknickte Rohr, das nicht zerbricht. Die

Verzweifelnden strafte er mit mächtigem Wort: »Demütiget Euch unter die

gewaltige Hand Gottes! Wer ist jemals zu Schanden worden, der auf Gott

gehoffet? Wer ist jemals verlassen, der in der Furcht des Herrn

geblieben ist? Haben wir Gutes empfangen von Gott, warum sollten wir

denn auch nicht Uebles annehmen? Darum seid geduldig in der Trübsal!«

Und über Alle hin rief er: »Wenn ich nur Dich habe, Allmächtiger, so

frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir auch Leib und Seele

verschmachten, so bist doch Du, Gott, allezeit meines Herzens Trost und

mein Heil!« Allmälig gewann seine Tröstung Eingang in die bekümmerten

Gemüter, immer mehr schlossen sich ihm an und stimmten in seine Reden

ein; und die Klagen verstummten, die Thränen flossen linder, und die

Seufzer wurden zu stillen Gebeten.

[Fußnote 3: Dieser Knabe, in dem Kirchenbuche der nun der

nächstgelegenen Insel zugepfarrten Gemeinde das vorletzte Kind, -- die

nach dem frühen Tode der erstgeborenen jetzt älteste Tochter des

Verfassers dieser Novelle ist das letzte, -- wurde in der Taufe:

Johannes (Gott ist gnädig) genannt.]

Nun mahnten Frost und Hunger, eine nährende und wärmende Speise zu

bereiten. War es auch möglich, ein Feuer anzuzünden, so fehlte es doch

an Nahrungsmitteln, die nicht völlig vom Meerwasser durchnäßt waren, und

vor Allem fehlte es an süßem Wasser zum Kochen, da die Ueberschwemmung

alle Brunnen mit ihrer Salzflut gefüllt. Doch Hold erinnerte an das

Weinfaß, das ihm und den Seinen zur Rettung gedient, und einige junge

Leute gingen hin, es zu suchen.

Diese stießen bei ihrem Herumwandern auf Godber's Leiche, die ihren

Ruheplatz in der durch die Sturmflut wieder aufgerissenen Gruft des

Kapitäns und der beiden Matrosen gefunden hatte. Gleichsam als sicheres

Zeichen der Versöhnung war er also gebettet! Hätte er sich selber eine

Grabstätte wählen sollen, er würde keine andere gewählt haben.

Der Mensch ist in Stunden besonderer Aufregung gar leicht geneigt, dem

Zusammentreffen einzelner Umstände eine tiefere Bedeutung unterzulegen,

als es vielleicht für ihn haben sollte. Wir wollen daher gern dem Leser

das Urteil frei lassen, ob Hold Recht hatte, als er später im Gespräch

mit seiner Gattin über die Auffindung der Leiche Godber's in jener Gruft

seiner früheren Schiffsgenossen sich dahin äußerte:

»Mir ist, als habe Gott mir dadurch eine große Beruhigung geben wollen.

Ich kann nun an Godber denken ohne den geringsten Zweifel, daß ihm

vergeben ist. Diese Vereinigung im Tode mit allen Denen, welche er mit

Recht oder Unrecht als Opfer seiner Untreue betrachtete, kommt mir als

eine bejahende Antwort vor auf die Frage der Ueberlebenden: >Ist seine

Reue angenommen im Gericht?< Wir sollten in Frieden sein gedenken, darum

sahen wir seine Leiche in Frieden schlummern neben Denen, deren Tod sein

Gewissen beunruhigte. Ich wenigstens muß Gott danken, daß Er es also

gefügt, und möchte um keinen Preis Godber's Leiche an einer andern

Stelle gefunden wissen. Er mußte erst den Weg dahin machen, wohin ihn

die Sühne rief. Maria gehörte nicht dahin. Darum wurden ihre Leichen

getrennt. Mit ihr versöhnten ihn die letzten Augenblicke seines Lebens;

und sie sind nun vereint in den ewigen Hütten.«

Gewann unsere Erzählung Deine Teilnahme, lieber Leser, so scheide auch

Du von Godber, ohne mit Unwillen seiner Schwäche zu gedenken. Wer hat

die Gewalt der Leidenschaft ermessen, deren lodernde Flamme oft in einem

unseligen Augenblick Alles verzehrt, was an Pflicht und Treue wir unser

nennen, und wir stehen vor dem Aschenhaufen und fragen verwundert: »Wie

konnte es doch so kommen?« Richten wir uns selber, dann sei keine

Strenge zu streng; urteilen wir aber über Andere, dann flüstere das

Bewußtsein unserer Schwachheit das Gebet uns zu: »Herr, führe uns nicht

in Versuchung!«

Das gesuchte Faß ward glücklicherweise wohlbehalten aufgefunden,

geöffnet, und darauf wurden in Wein die vorrätigen Nahrungsmittel

gekocht, deren Genuß nun den Durchnäßten und Durchkälteten eine

erquickende Lebenswärme zurückgab.

»Bis hieher hat der Herr geholfen!« rief Hold, nachdem Alle gesättigt

waren. »Lasset uns hinziehen zu der Stätte, wo Sein Heiligtum stand, daß

wir Ihm dort danken, wo wir so oft Seinen heiligen Namen angerufen

haben. Dort im Angesicht der Zerstörung alles Dessen, was wir von Ihm

hatten an zeitlichem Gut, wollen wir Ihn preisen, daß er unsere Lieben

erhalten und Seine Liebe uns bewährt auch da, als Seine Hand schwer auf

uns lag.«

Und er stimmte aus Luther's Kernliede: »Aus tiefer Not schrei' ich zu

Dir!« die folgenden Verse an, in welche die ganze Gemeinde auf dem Zuge

zu der Stätte, wo die Kirche gestanden, mit einfiel:

Und währt es auch bis in die Nacht,

Und wieder an den Morgen,

So soll mein Herz an Gottes Macht

Verzweifeln nicht, noch sorgen.

So thut der Fromme rechter Art,

Der aus dem Geist erzeuget ward,

Und seines Gottes harret.

Ob bei uns ist der Sünden viel,

Bei Gott ist viel mehr Gnade.

Sein Arm zu helfen hat kein Ziel,

Wie groß auch sei der Schade.

Er ist allein der gute Hirt,

Der Israel erlösen wird

Aus seinen Nöten allen.

Als Hold die Kirchenwerfte betrat, die kaum in ihrer Zerstörung noch

eine Werfte heißen konnte, und auf der auch kein Stein und kein Balken

zurückgeblieben, die daran erinnern konnten, daß hier ein Haus

gestanden, war das Erste, das ihm in die Augen fiel: Maria's Leiche.

Diese mußte mit der rückgehenden Flut hierher getrieben sein und lag in

einer der Höhlungen der zerrissenen Werfte in einer fast sitzenden

Stellung, so daß sie beim ersten Anblick als eine Lebende erschien, die

hier einen Schutz vor den rauhen Winden gesucht. Alle drängten sich um

Hold her, als er sich mit einer Thräne im Auge über den Leichnam

niederbeugte. Er war so weich und wehmütig geworden, daß er die

freudige, gottvertrauende Stimmung, in welcher er die Gemeinde

hierhergeführt, vergebens wieder suchte.

So war denn dies jugendliche Leben dahin, das vom irdischen Glück nur

geträumt. Als der Traum in Erfüllung gehen sollte, breitete der Morgen

seinen scharfen Winterfrost über die Blüten der bräutlichen Hoffnung und

sie welkten alle. Auch Du mit Deinem bescheidenen, einfachen Wesen, die

Du geschaffen schienst, um friedlich über die Erde hinzugehen,

unbeachtet vom Geschick, das die stolzen Herzen trifft und die reichen

Gemüter prüft, auch Du mußtest bluten, ein stillduldendes Opfer der von

Leidenschaften bewegten Welt. Doch der Stern eines schönern Morgens war

ja aufgegangen in Deinem Herzen und weckte Blüten, die die Erde nicht

geboten, wider die der feindliche Winterfrost nichts vermochte, die von

dem Tau des himmlischen Friedens und von den Thränen des irdischen

Schmerzes zugleich genährt, nur desto reicher sich entfalteten und desto

lieblicher aufdufteten der Heimat zu. Nicht in ein anderes Land ist

Deine Seele übergegangen, sie war ja schon hienieden losgebunden von den

Fesseln zeitlicher Wünsche, war hienieden schon eine Pilgerin nicht zum

Himmel, sondern im Himmel. Die Thräne, die auf Deine Leiche fällt, gilt

nicht Dir, deren Glaube zum Schauen geworden ist, sie gilt der Welt, die

nicht einmal für Dein anspruchsloses Herz eine ruhige Stätte hatte. Ja,

wir sind Gäste und Fremdlinge auf Erden!

Indem Hold sich tiefer hinabbeugte, weniger um die Tote näher zu

betrachten, als vielmehr, um seine Thränen zu verbergen, sah er neben

Maria den goldenen Abendmahlskelch liegen, der seit 1459 der Gemeinde

gedient[4]. Dieser Fund ergriff ihn wie eine Botschaft aus der Höhe. Mit

siegender Kraft kehrte sein heiterer Glaubensmut in seine Brust zurück.

Er faßte schnell das ihm und der Gemeinde so werte Kleinod, hob es hoch

empor in der Linken, während seine Rechte wie segnend über den Häuptern

der ihn umgebenden Gemeinde lag. Sein freudeverklärter Blick ruhte am

Himmel, durch dessen leichte Wolken eben die Sonne brach, deren Strahl

die grause Zerstörung umher beleuchtete, zugleich aber über das Antlitz

Hold's einen Schimmer ergoß, in welchem sich seine innere

Gottesfreudigkeit klar und glänzend abspiegelte. So stand er auf der

höchsten Stelle der zertrümmerten Werfte, den Mittelpunkt eines

wunderbaren Gemäldes bildend. Zunächst an ihm Maria's Leiche in

halbsitzender Lage, wie eine fromme Schülerin zu den Füßen ihres

Lehrers, das Gesicht mit dem mildesten Frieden des Todes in den Zügen

gleichfalls dem Himmel zugewendet. Die Gemeinde ringsum in den

mannigfaltigsten Stellungen mit mehr oder minder deutlichen Zeichen der

Ermattung; Alle nur in leichter Kleidung, der man die Verwirrung der

Nacht ansah, die Männer mit freiem Nacken und offener Brust, die Frauen

und Mädchen mit dem langen, nassen Haar, das über die Schultern

herabfiel; bei dem Einen das Antlitz ganz verklärt im Aufschauen zum

Herrn, bei dem Andern ein Zug von Trauer und Wehmut beim neuen Anblick

der Vernichtung ihres irdischen Glückes; die Kinder furchtsam umschauend

und den Eltern sich anschmiegend, als sähen sie die Schreckbilder der

vergangenen Nacht noch einmal zurückkehren. Dabei die zerrissene Werfte,

hier in tiefen Höhlungen ausgewaschen, dort in steilen Abbrüchen und

herumliegenden Erdhaufen einem gesprengten Festungswall gleichend. Auf

der einen Seite das halbgesunkene Balkengerüst, der einzige Ueberrest

der Wohnung Hold's; auf der andern die Aussicht über die glatte Fläche

des Landes hin, voll zerstreuter Trümmer, die durch einzelne Streifen

des am Morgen gefallenen Schnees von dem dunklen, feuchten Grunde

gehoben wurden. Weiterhin das Meer, dessen Wellen nach der Erschütterung

des letzten Sturmes noch in ungewöhnlicher Bewegung waren und die Macht

bezeugten, die solche Zerstörung angerichtet. Das Ganze gab ein Gemälde,

das in seiner Wahrheit jede Schöpfung der Phantasie weit hinter sich

zurückließ.

[Fußnote 4: Dieser Becher befindet sich jetzt in der Kunst- und

Antiquitätenkammer in Kopenhagen.]

»Fürchte Dich nicht, Du kleine Gemeinde!« rief Hold. »Siehe der Herr ist

Dir nahe! Wie der Regenbogen nach der Sündflut der Welt ein Zeichen und

Zeugnis war, daß Gottes Gnade fortan größer sein werde als ihre Schuld,

so giebt Gott uns diesen Kelch, der so vielen Geschlechtern gedient, und

der so manche Sturmflut überdauert hat, heute wieder zum Zeichen und

Zeugnis, daß er sich unser erbarmen will mit alter Lieb' und Treue.

Fürchte Dich nicht, Du kleine Gemeinde! Der Gott, der Jesum Christum in

die Welt gesandt, daß Er den Kelch der Versöhnung fülle mit Seinem

Blute, der Gott spricht durch dies Gefäß der heiligsten Feier zu Dir:

Ich will Dich nicht verlassen, noch versäumen! Herr, wir halten fest an

Deinem Worte! Herr, wir bauen auf Deine Zeugnisse! Wer mag noch daran

gedenken, was diese Nacht ihm genommen? Wessen Brust ist nicht

durchströmt von dem Trost aus der Höhe? Wessen Herz schlägt nicht

kindlich froh dem Vaterherzen droben entgegen? Er hat Seinen Boten

vorausgesandt, diesen Kelch. Er ist da und teilet einem Jeden aus Seiner

reichen Fülle. Er ist da und mit Ihm weltüberwindende Kraft und freudige

Hoffnung. Er ist da, Du Tochter Zions, und hat aufgerichtet in Deinem

Herzen Sein Heiligtum, dessen Grund ist der Fels der Zuversicht, dessen

Säulen sind Licht und Gnade, dessen Altar ist Verheißung dieses und des

zukünftigen Lebens, dessen Zinne ist Friede und Seligkeit. Arm und

hülflos, wie wir aus dem Mutterschoße hervorgegangen sind, stehen wir

wieder vor Ihm. Er will uns neugeboren werden lassen, daß wir fortan

ganz die Seinen sind, genährt nur von der lautern Milch des Glaubens,

stark nur in Seiner Stärke, reich nur in Seinem Reichtum, selig nur in

Seiner Liebe. Herr, unser Gott, hier sind wir! Wir sind Dein; Deines

Reiches Erben, nicht mehr Kinder der Zeit!

Das Zeitliche vergeht der Zeit zum Raube;

Doch ewig bleibt die Liebe und der Glaube!

Die

Collection Spemann

ist in der Absicht begründet, den guten alten Brauch einer eigenen

»Hand- und Hausbibliothek«

wieder zu Ehren zu bringen. Neben dem vollberechtigten Interesse an der

anziehenden Zeitungslektüre wollen wir die Freude an dem

_abgeschlossenen Buche_ wieder zu wecken suchen.

Keine Litteratur der Welt besitzt einen solchen Reichtum von eigenen wie

von angeeigneten Werken unvergänglichen, klassischen Wertes, als gerade

die deutsche. Wie die Werke unserer deutschen Geisteshelden dem

Fortschritt der Menschheit die Wege gewiesen, so hat die Litteratur der

ganzen Welt durch unsere Uebersetzungskünstler auf uns zurückgewirkt.

Franzosen und Engländer, Russen und Italiener, Spanier und

Skandinavier, Römer und Griechen mußten ihr Bestes hergeben -- durch

musterhafte Uebertragungen sind sie in unsere Litteratur

aufgenommen. Romane, Novellen und Dramen, schildernde und sachlich

belehrende Reisebeschreibungen, Memoiren und Geschichtswerke,

naturwissenschaftliche und medizinische Schriften -- ein unermeßlicher

Reichtum des Besten und Edelsten ist unser.

Aber wem ist es geboten, für die Stunden der Muße und geistigen Erbauung

sich aus dieser reichen Fülle das Edelste und Beste, das Brauchbare und

Gute auszusuchen und zusammenzustellen zu einem wahren litterarischen

Hausschatz? Nur wenig Bevorzugten! Die Gesammtheit des Lesepublikums ist

mehr oder minder darauf angewiesen, es dem Zufall zu überlassen, was er

ihm bietet oder was äußere Mittel zu erlangen gestatten.

Da ist es nun die »Hand- und Hausbibliothek«, deren Zusammenstellung

bewährte und kenntnisreiche Männer leiten, die beseelt sind von dem

schönen Gedanken, die geistigen Errungenschaften weitesten Kreisen

zugänglich zu machen -- die »Deutsche Hand- und Hausbibliothek« die mit

jedem neuen Band jenen Hausschatz bereichert und vermehrt in

wohldurchdachter Wahl. Ja noch mehr, die den Genuß dessen, was sie

bietet und bringt, erhöht und erweitert durch Einleitungen der

namhaftesten Forscher, durch biographisch-kritische Vorworte

gewissermaßen die engere Bekanntschaft zwischen Autor und Leser

vermittelt.

Das deutsche Buch ist fast sprichwörtlich geworden durch seine hohen

Preise, die nur Wenige zu erschwingen im stande sind. Fünf bis sieben

Mark ist der gewöhnliche Preis einer Oktavbandes. Wir wagen es und geben

unsere Bände

gebunden für 1 Mark,

ein Preis, wie er noch nie und nirgends aufgestellt ist.

Wir geben unsere Bände _gebunden_ in schönem und solidem, von

Künstlerhand entworfenen Einband. So sind unsere Ausgaben nie dem

Auseinanderfallen beim Lesen und ebenso nie der Fährlichkeit ausgesetzt,

von ungeschickten Buchbindern verdorben oder in häßlicher Ungleichheit

gebunden zu werden. Damit auch dem so ärgerlichen Verlieren beim

Ausleihen vorgebeugt werde, hat jeder Band ein Bibliothekschild zur

Einzeichnung des Namens des Besitzers. Da ferner alle Bände in gleichem

Einband erscheinen, so kann der Bezug der _Collection Spemann_ an jedem

Ort Deutschlands und des Auslandes begonnen und fortgesetzt werden.

Jeder Band ist einzeln käuflich. Wir eröffnen aber auch ein Abonnement

auf eine Serie von 20 Bänden. Alle zwei bis drei Wochen soll ein Band

erscheinen und jeder Abonnent einer Serie erhält

den 20. Band gratis.

Damit ist Gelegenheit geboten, eine musterhafte Bibliothek für sich und

die Familie für einen Betrag zu erhalten, welcher kaum den

Abonnementsbetrag einer größeren Leihbibliothek überschreitet.

Wir hegen die Zuversicht, daß die Nation der »Deutschen Hand- und

Hausbibliothek« eine freundliche Aufnahme gönnen werde.

Inhalt der ersten Serien

(vorbehaltlich etwaiger Abänderung im Einzelnen).

_Louise von François, Zwei Erzählungen._ Mit einem

biographisch-kritischen Vorwort von _Joseph Kürschner_.

Zwei Kabinettsstücke vollendeter Erzählungskunst, welche mit den besten

Mitteln die tiefste und ästhetisch reinste Wirkung erzielt.

_Karl Immermann, Der Oberhof._ Mit einer Einleitung von _Levin

Schücking_.

Die vorzüglichste deutsche Dorfgeschichte, die treffendste Schilderung

westfälischen Bauernlebens, voll realistischer Wahrheit, anmutender

Frische, zum Herzen sprechender Poesie.

_Miguel de Cervantes Saavedra, Moralische Novellen._ Eingeleitet von

_Otto von Leixner_.

Durch Selbständigkeit und Mannigfaltigkeit der Stoffe nicht weniger als

durch scharfe, lebensvolle Charakteristik ausgezeichnete Leistungen des

berühmten Verfassers des »Don Quixote«.

_J. Ch. Biernatzki, Die Hallig oder die Schiffbrüchigen auf dem Eilande

in der Nordsee._ Roman. Mit einer Einleitung von _Heinrich Düntzer_.

Mit fesselnder Anschaulichkeit geschriebene Nordseegeschichte, die das

so eigenartige Lokalkolorit meisterhaft wiedergiebt und die Sturmflut

von 1825 mit ergreifender Wahrheit schildert.

_August Becker, Auf Waldwegen._ Mit einer Einleitung von _Joseph

Kürschner_.

Eine durch Einfachheit der Charakterzeichnung wie Naturwahrheit der

Scenerie gleich ausgezeichnete Erzählung des wohlbekannten Verfassers

von »Rabbis Vermächtnis«.

_Nicolas Gogel, Russische Novellen._ Mit einer Einleitung von _Friedr.

Bodenstedt_.

Die mitgeteilten Novellen enthalten u. A. die vollendetste Leistung

Gogols »Taraß Bulba«, eine Erzählung aus der Ukraine von überwältigender

Schönheit und erhabener Einfachheit.

_Sophie Junghans, Die Erbin wider Willen._ Mit einem

biographisch-kritischen Vorwort von _Joseph Kürschner_.

Eine Familiengeschichte im besten Sinne des Worte, die den Leser

anheimelt und von der er mit dem vollen Bewußtsein scheidet, eine gute

und liebe Bekanntschaft gemacht zu haben.

_Alain René Lesage, Der Hinkende Teufel._ Miteiner Einleitung von _Ferd.

Lotheißen_.

Der hinkende Teufel Asmodi gewährt seinem Retter einen Einblick in alle

Häuser Madrids, was zu den lebendigsten und köstlichsten Schilderungen

von Scenen verschiedenster Art Anlaß giebt.

_James Fenimore Cooper, Der Bravo._ Mit einer Einleitung von _L.

Pröscholdt_.

Diese der Geschichte Venedigs entnommene Erzählung des bedeutendsten

amerikanischen Romanschriftstellers erregt durch reiche Handlung und

ungemein lebendige Schilderungen bis zum Schluß anhaltende Spannung.

_Ludwig Achim von Arnim, Die Kronenwächter._ Roman. Mit einer Einleitung

von _Johannes Scherr_.

Bedeutender historischer Roman aus dem Zeitalter Maximilians, großartig

concipiert, ein treuer Spiegel des deutschen Lebens im Mittelalter, in

echt poetischer Beleuchtung.

_Levin Schücking, Etwas auf dem Gewissen._ Mit einem

biographisch-kritischen Vorwort von _Joseph Kürschner_.

Eine der besten neueren Leistungen des gefeierten deutschen Erzählers,

von origineller, fesselnder Prägung.

_Washington Irving, Alhambra._ Mit einer Einleitung von _L. Pröscholdt_.

Eine der reizendsten Schöpfungen Irvings, welche alle Vorzüge des

überaus gewandten Schriftstellers im hellsten Lichte zeigt und mehr

bekannt zu werden verdient, als sie es ist.

_Homers Odyssee._ Uebersetzt von Voß. Mit einer Einleitung von _Jakob

Mähly_.

Von Homers Epen, den hervorragendsten und unvergänglichen der

Weltlitteratur, schildert die Odyssee die Irrfahrten und schließliche

Heimkehr des Odysseus.

_Ludovika Hesekiel, Von Lieb' und Treue!_ Erzählungen. Mit einem

biographisch-kritischen Vorwort von _Joseph Kürschner_.

Die höchst originelle Art des Erzählens, die L. Hesekiel so

charakteristisch von vielen ihrer Kolleginnen unterscheidet, zeigt sich

in diesem Bande um so mannigfaltiger, als es eine ganze Reihe einzelner

Erzählungen sind, die sie bietet.

_Charles Dickens (Boz), David Copperfield._ Mit einer Einleitung von _L.

Pröscholdt_.

Der beste Roman des berühmten Romanschriftstellers und vorzüglichen

Humoristen, um so anziehender und interessanter, als der Dichter darin

zum Teil seine eigenen Erlebnisse schildert.

_A. Schroot, Der Dampf im Dienste der Menschheit._ Mit zahlreichen

Illustrationen.

In allgemein verständlicher Form gehaltene und anziehende Darstellung

der Verwendung eines der wichtigsten Faktoren im industriellen und

Verkehrsleben der Gegenwart, mit erläuternden historischen Rückblicken.

_Wunderbare Reisen und Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen._ Mit

einer Einleitung von _Joseph Kürschner_.

Die mehr dem Hörensagen nach, als aus der Lektüre im Publikum bekannten

unglaublichen Lügengeschichten des Freiherrn Hieronymus von Münchhausen,

die noch heute bei Jung und Alt allgemeinen Interesses gewiß sind.

_Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe._ Eingeleitet von _Robert

Boxberger_.

Eines der schönsten Vermächtnisse des unvergänglichen Dichterpaares,

eine Fundgrube erhebender Gedanken, die lautersten Offenbarungen über

die Beziehungen der großen Geister zu einander und zu ihrer Zeit, das

unentbehrliche Supplement zu allen Ausgaben ihrer Werke.

_Zehn Jahre geographischer Forschungen und Entdeckungen._ Nach den

Originalberichten der berühmtesten Reisenden zusammengestellt u. mit

einer Einleitung versehen.

Treue und anschauliche Schilderung der großen Entdeckungsfahrten, welche

während des letzten Jahrzehnts unternommen wurden, mit entsprechendem

kritischen Beiwerk zur Erkenntnis ihrer wissenschaftlichen Bedeutung.

_E. T. A. Hoffmann, Elixire des Teufels._

Diese für die Geschichte der romantischen Schule hochbedeutsamen

Nachtstücke sind mit glühender Phantasie geschrieben, welche auch da, wo

sie ins Ungeheuerliche gerät, die spannendste Illusion erzeugt.

_Karl Julius Weber, Demokrites oder hinterlassene Papiere eines

lachenden Philosophen._ Ausgewählt und mit einer Einleitung versehen.

Höchst unterhaltendes Buch mit einer unerschöpflichen Fülle von Witz,

Humor, Ironie, guten Einfällen und köstlichen Anekdoten, die auch dem

schwärzesten Hypochonder ein Lächeln abnötigen.

_Max King, Frauenherzen._ Zwei Erzählungen. Mit einer Einleitung.

Zwei tief empfundene kleine Novellen, aus dem Herzensleben der Frau,

ihren Irren und Erkennen, Leiden und Siegen, auf dem Hintergrund gut

getroffener gesellschaftlicher Zustände.

_Linguet, Enthüllungen aus der Geschichte der Bastille._ Mit einer

Einleitung.

Der Advokat Linguet, der seiner Zeit wohlbekannte Publizist, erzählt in

diesem Buch seine Haft und Behandlung in dem berühmten französischen

Staatsgefängnis kurz vor der französischen Revolution.

_Frederick Marryat, Der Pirat._ Mit einer Einleitung.

Ueberaus fesselnder und spannender Roman dieses namhaftesten Meisters

der Seeromandichtung mit glücklich entworfener und durchgeführter

Handlung, farbenprächtigen Schilderungen.

_A. Schroot, Die Elektricität._ Mit zahlreichen Abbildungen.

Zeitgemäßes Seitenstück zu desselben Autors Buch vom Dampf. Auf Grund

der besten Quellen entworfene Geschichte der Dienstbarmachung der

Elektricität im Dienste der Menschheit, unter Berücksichtigung der

epochemachenden Fortschritte auf diesem Gebiet in unserer Zeit.

_Joh. Jak. Engel, Lorenz Starck._ Ein Charaktergemälde. Mit einer

Einleitung.

Einer der vorzüglichsten Familienromane der deutschen Litteratur, sowohl

durch inneren Gehalt wie durch die Darstellungsform ausgezeichnet.

_Daniel Defoë, Leben und wunderbare Abenteuer Robinson Crusoës._ Mit

einer Einleitung.

Dieses zu den verbreitetsten Büchern der Welt gehörende Werk, aus

zahlreichen Bearbeitungen für die Jugend bekannt, erscheint hier in der

Originalfassung, die den Leser lebhaft fesseln und manche liebe

Reminiscenz an die Kindheit auffrischen wird.

_Wohlgefülltes Schatzkästlein deutschen Scherzes und Humors._ Zu Nutz

und Frommen lachlustiger Leser aus den Schächten deutscher Litteratur

ans Licht befördert.

Reichhaltigste Sammlung alles Dessen, was an Scherz und Humor vereinzelt

verschiedenen Orts vorkommt, zur Unterhaltung und Kürzung müßiger

Stunden nicht minder, wie als Beitrag zur Erkenntnis deutschen Gemüts

und Verstandes zusammengetragen.

_Hans Christian Andersen, Der Improvisator._ Roman. Mit einer

Einleitung.

Der sinnige Kinderfreund, der liebenswürdige Märchenerzähler Andersen

bietet in dem »Improvisator« den Erwachsenen unter seinen Verehrern ein

vollendetes Kunstwerk, das meisterhaft erzählt, ungemein ansprechend

wirkt.

_Aus dem Leben eines deutschen Reichsritters._ Selbstbiographie _Götz

von Berlichingens_. Mit einer Einleitung.

Eines der charakteristischen Memoirenwerke aus dem 16. Jahrhundert,

bedeutsam zur Beurteilung des damaligen Adels und für den deutschen

Leser um so interessanter, als der größte deutsche Dichter den

Selbstbiographen zum Helden eines unvergänglichen Dramas machte.

_Ludwig Ziemssen, Umwege zum Glück._ Ein Roman. Mit einer Einleitung.

Sinnige anmutige Erzählung des beliebten Schriftstellers, der darin in

ansprechendster Weise ein Vorkommnis im modernen Leben mit lebensvollen

und lebensfrischen Farben ausführt.

_Aus den Briefen der Madame de Sevigné._ Mit einer Einleitung.

Die Briefe der Md. de Sevigné, eine der vorzüglichsten

Schriftstellerinnen Frankreichs, zeichnen sich durch lebhaften Geist,

wahres Gefühl aus und bieten die lebendigsten Schilderungen,

charakteristischsten Aeußerungen und Anekdoten der franz.

Hofverhältnisse im 17. Jahrhundert.

_Konrad Arnold Kortüm, Die Jobsiade._ Ein komisches Heldengedicht. Mit

einer Einleitung.

Mit prächtiger Laune und vielem Witz geschriebenes niedrig-komisches

Gedicht, das in seinem Genre als das beste Erzeugnis der deutschen

Litteratur gilt und heute noch ebenso wie zur Zeit seiner Schöpfung

wirkt.

_Alessandro Manzoni, Die Verlobten._ Eine mailändische Geschichte. Mit

einer Einleitung.

Einer der vorzüglichsten historisch-nationalen Romane der

Weltlitteratur, der das italienische Leben im 17. Jahrhundert mit

Meisterschaft schildert, mit einer Wahrheit, einem Farbenreichtum, der

das Geschriebene als Wirklichkeit erscheinen läßt.

_Friedrich Freiherrn von der Trencks merkwürdige Lebensgeschichte._ Mit

einer Einleitung.

Selten haben die Schicksale eines Menschen so lebhaftes und allgemeines

Interesse erregt, wie die des Freiherrn von der Trenck, dessen

Lebensbeschreibung eine Fülle interessanter Momente darbietet.

_Aus dem Leben eines Humanisten im 16. Jahrhundert._ Selbstbiographie

_Thomas Platers_. Mit einer Einleitung.

Hochinteressantes und kulturhistorisch wichtiges Memoirenwerk, eines

durch Nacht zum Licht gelangten Mannes, der es vom Ziegenhirten bis zum

Rektor der lateinischen Schule in Basel brachte.

_Joseph Franz Isla, Geschichte des berühmten Predigers Gernudio von

Campazas._ Mit einer Einleitung.

Nächst dem »Don Quixote« des Cervantes der bekannteste Roman der

spanischen Litteratur, sittengeschichtlich höchst wertvoll und von

packendem Humor.

_H. J. Christoffel von Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplicissimus

Teutsch._ Mit einer Einleitung.

Die bedeutendste Sittenschilderung des 17. Jahrhunderts in der deutschen

Geschichte. Die Arbeit zeigt die tiefsten Einblicke in das Kriegsleben,

den Aberglauben der Zeit u. s. w. in buntestem Wechsel und das alles mit

einer Frische und einem Humor von geradezu frappierender Wirkung.

_Heinrich von Kleist, Mustererzählungen._ Mit einer Einleitung.

Dieser Band eint die besten der durch ihren klassischen Stil, wie durch

Schärfe der Charakteristik, vorzügliches Kolorit und lebendige Spannung

ausgezeichneten Erzählungen des Dichters der »Hermannsschlacht« und des

»Käthchens von Heilbronn«.

_Aus dem Briefwechsel Charlotte Elisabeths von der Pfalz._ Mit einer

Einleitung.

Eine der treffendsten Schilderungen von den Verhältnissen und Personen

am Hofe des »großen Königs« Ludwigs XIV. aus der Feder der

scharfblickenden Witwe des einzigen Bruders des letzteren.

_Wolfram von Eschenbach, Parzival._ Mit einer Einleitung.

Die tiefe und gedankenreiche Schöpfung aus dem Anfang des 13.

Jahrhunderts, die den ersten Platz unter den höfischen Epen der

deutschen Litteratur einnimmt, dürfte in unseren Tagen mit um so mehr

Interesse gelesen werden, als es zur Zeit ein deutscher Dichter

unternommen hat, den Parzival als musikalisches Drama der Nation

vorzuführen.

_Wilhelm Hauff, Lichtenstein._ Mit einer Einleitung.

Von dem besten deutschen Erzähler im ersten Viertel dieses Jahrhunderts

die mit Recht beliebteste Erzählung, die auf einem prächtig gezeichneten

historischen Hintergrund eine poetisch anmutende Herzensgeschichte

abspielen läßt.

_Ludwig Börne, Briefe aus Paris._ Mit einer Einleitung.

Die geschichtlich hochinteressanten Aufzeichnungen, von denen Gottschall

sagt, es seien »dithyrambische Philippiken, elegische Wehrufe,

satyrische Bambocciaden, der blutrote Maskenscherz eines weichen

Gemüts«.

_Walter Scott, Kenilworth._ Mit einer Einleitung.

Einer der berühmtesten historischen Romane des Schöpfers dieser Gattung,

der in der Regierungszeit der Königin Elisabeth spielt und all' die

berühmten Vorzüge Scott'scher Erzählungskunst aufweist.

_Georg Christ. Lichtenberg, Vermischte Schriften._ Mit einer Einleitung.

Auswahl der besten Arbeiten des eben so geschmackvollen wie geistvollen

Schriftstellers, der über den feinsten und schneidigsten Witz verfügte

und die Ueberspanntheit in der Litteratur seiner Zeit mit Erfolg

bekämpfte.

_Saint Simon, Denkwürdigkeiten._ Mit Erläuterungen und einer Einleitung.

Die Denkwürdigkeiten Saint-Simons, des Tacitus Frankreichs, werfen

grelle Lichter auf den Hof Ludwig XIV. und Ludwig XV. und sind in

unserer Ausgabe unter Vermeidung des weniger Wichtigen und Anziehenden

wiedergegeben.

_Caroline von Wolzogen, Agnes von Lilien._ Mit einer Einleitung.

Dieser vortreffliche Roman der Schwägerin Schillers, der höchst

ansprechende Schilderungen des deutschen Familienlebens enthält, wurde

bei seinem ersten Erscheinen selbst von den beiden Schlegels für ein

Werk Goethes gehalten.

_Johann Heinrich Jung Stillings Lebensgeschichte._ Mit einer Einleitung.

Der Verfasser dieser Autobiographie genoß wie bekannt des großen

Altmeisters Goethes besondere Gunst, der auch die als ächtes Volksbuch

wirkende erste Abteilung (Jugendgeschichte) selbst zum Druck beförderte.

_Das Nibelungenlied._ Ins Hochdeutsche übertragen und mit einer

Einleitung versehen.

Das vollendetste deutsche Volksepos, in dem sich in reinster

Unmittelbarkeit das ganze innere und äußere Leben des deutschen

Mittelalters spiegelt.

_Jean Jacques Rousseau, Die neue Heloise._ Mit einer Einleitung.

In poetischer Sprache geschriebener Roman, welcher dem Autor einen

seiner glänzendsten Erfolge verschaffte. Das reine Naturleben wird darin

den abstoßenden Verhältnissen des wirklichen Seins gegenüber gestellt.

_Mathias Claudius, Vermischte Schriften._ Mit einer Einleitung.

Auswahl der besten, im Volkston gelungensten litterarischen Arbeiten des

Wandsbecker Boten, die von edler, biederer Einfachheit zeugen, welche

aus gutem, ehrlichen Gemüt hervorging.

_Benjamin Franklins Selbstbiographie._ Mit einer Einleitung.

Der hervorragendste Staatsmann Amerikas und einer der berühmtesten

Schriftsteller dieses Landes erzählt hier die ebenso interessante wie

lehrreiche Geschichte seines reichbewegten Lebens, das nicht nur dem

engeren Vaterland, sondern den Interessen der ganzen Menschheit geweiht

war.

_Horace Walpole, Das Schloß von Otranto._ Mit einer Einleitung.

In dieser Arbeit des geistvollen englischen Schriftstellers wird zum

erstenmal die Feudalzeit für den Roman verwertet und man muß ihn als

Ausgangspunkt der Romantik für Walter Scott bezeichnen.

_Denkwürdigkeiten der Markgräfin von Ansbach._ Mit einer Einleitung.

Originelle und anziehende Memoiren von historischem und

kulturgeschichtlichem Interesse.

_Edgar Allen Poe, Amerikanische Geschichten._ Mit einer Einleitung.

Sammlung einer Reihe besonders ausgezeichneter Arbeiten des

amerikanischen Dichters, der vorzüglich zu erzählen, spannend seine

Stoffe zu entwickeln weiß und über eine ganz außergewöhnliche Phantasie

verfügt.

_Adalbert v. Chamisso, Vermischte Schriften._ Mit einer Einleitung.

Daß Beste, was der Dichter schuf, der die lobenswerten Eigenschaften der

Franzosen mit denen der Deutschen verband, ist hier zusammengetragen

worden und giebt ein vollständiges Bild der eigenartigen

Dichter-Individualität.

_Joachim Nettelbecks Selbstbiographie._ Mit einer Einleitung

Der mutige Retter Kolbergs, der Freund Schills und Genosse Gneisenaus,

den alle deutschen Bürgertugenden zierten, giebt hier das Bild seines

reichbewegten Lebens, dessen fesselnden Reiz niemand verkennen wird.

_Edward George Bulwer, Eugen Aram._ Mit einer Einleitung.

Vortrefflich geschriebener Roman des namhaften englischen Dichters und

Staatsmannes, ausgezeichnet vor allem durch psychologische Feinheiten

der Schilderung.

_Giovanni Franceso Straparola, Erzählungen._ Mit einer Einleitung.

Eine Folge ansprechender Novellen, die leicht und angenehm erzählt und

in origineller Weise aneinander gereiht sind.

_Till Eulenspiegel._ Mit einer Einleitung.

Lange Zeit eines der beliebtesten Volksbücher, in denen eine Menge loser

Streiche um eine Person gesammelt werden, die als »Held der Handwerks-

und Landfahrerwitze« ein noch heute nicht verschwundenes Dasein führt.

_Historia von Dr. Johann Fausten, den weitbeschreyten Zauberer und

Schwarzkünstler._ Mit einer Einleitung.

Wiedergabe des berühmten alten Volksbuches, aus dem die zu einer

außerordentlichen Fülle angewachsene Faustlitteratur hervorgegangen ist.

Jeder Band ist einzeln käuflich,

gebunden 1 Mark = 1 Frc. 35 Cts. = 60 Kr. ö. W. -- Franko per

Post 1 M. 25 Pf.

Die Hallig: Die Schiffbrüchigen auf dem Eiland in der Nordsee · 第 31 / 33 题