Titelkupfer zu Voß’ Musenalmanach. 1778 (~E.~ 197.)]

[Illustration: Abb. 186. +Porträt des englischen Admirals Hawser

Trunion.+ Titelkupfer des Berliner Genealogischen Kalenders. 1786.

(~E.~ 547.)]

Am liebenswürdigsten und lebendigsten sind die Bilder von Mitgliedern

seiner Familie, wie das ebenfalls in roter Kreide ausgeführte Profil

seines Schwiegervaters, des ehrsamen Seidenstickers Jean Barez aus

der Champagne (Abb. 169) oder der aus einem bauschigen Tüllschleier

freundlich herausblickende Kopf seiner Frau, eine Miniatur auf

Elfenbein (Abb. 171), der man das Bestreben anmerkt, die von Anton

Graff nicht ganz glücklich getroffenen Züge (Abb. 177) noch schärfer zu

individualisieren; ferner das allerliebste Kinderporträt seiner etwa

zweijährigen Tochter Jeanette, die, an einem mit Spielzeug beladenen

Stuhl stehend, mit schelmischen Augen dem Beschauer entgegenlacht

(Abb. 31); als dreizehnjährigem, altklugem Backfisch begegnen wir

ihr wieder in einem Rötelprofil (Abb. 178). Ebenso besitzen wir von

der zweitältesten Tochter des Künstlers, Susette, ein Kinderporträt

(Abb. 120) und eine Zeichnung aus späterer Zeit (Abb. 180). Auch die

Züge seiner Söhne Wilhelm und Isac Heinrich (Abb. 181), sowie seiner

Enkel (Abb. 121) sind in Bildern des Vaters auf uns gekommen. Die

schelmischen Mädchengesichter der Schwestern Quantin schließlich, die

ihm für eine seiner frühesten Radierungen Modell standen (Abb. 27),

glauben wir in der ungewöhnlich frischen Bleistiftstudie im Besitz von

Nachkommen Chodowieckis (Abb. 179) wiederzuerkennen.

[Illustration: Abb. 187. +Entwurf zu der Radierung.+

Bleistiftzeichnung im Besitz der Frau ~Dr.~ Ewald. Berlin.

(~E.~ 455.)]

[Illustration: Abb. 188. +Entwurf zu der Radierung.+

Bleistiftzeichnung im Besitz der Frau ~Dr.~ Ewald. Berlin.

(~E.~ 445.)]

[Illustration: Abb. 189. +Titelvignette zu Storchs Gemälde von

Petersburg.+ Riga 1794. (~E.~ 700.)]

[Illustration: Abb. 190. +Katharina II. von Rußland.+ Kopie

Chodowieckis nach einem Gemälde Titelbachs im königl. Schloß zu Berlin.

1772. Im Besitz des Direktor Wichern. Altona.]

[Illustration: Abb. 191. +Porträt des Kaufmanns Levin.+ Ölbild in

der Gemäldegalerie der königl. Museen. Berlin.]

Die beiden englischen Naturforscher Solander und Banks, die

1772 durch die Entdeckung der Basaltsäuleninsel Staffa bei Island

die Aufmerksamkeit der gebildeten Welt auf sich gelenkt hatten,

porträtierte Chodowiecki in zwei kleinen Ölbildern, die sich heute

in der Berliner Galerie befinden (Abb. 182, 183). Künstlerisch ihnen

überlegen ist das in derselben Sammlung bewahrte Bildnis des Kaufmanns

Levin, des Vaters der durch ihre litterarischen Beziehungen zu den

Romantikern des Berliner Dichterkreises bekannten Rahel, nachmaligen

Gattin Varnhagens von Ense (Abb. 191). Auch dies Porträt hält sich,

wie die beiden oben erwähnten, erheblich unter Lebensgröße, aber es

besitzt für eine Ölmalerei Chodowieckis ungewöhnlich gute koloristische

Haltung; es wirkt trotz seiner Kleinheit nicht kleinlich und reicht in

der lebensprühenden Wiedergabe des dargestellten Charakters fast an die

berühmten gleichzeitigen Leistungen Anton Graffs heran, vor denen es

sogar eine gewisse malerische Breite voraus hat.

[Illustration: Abb. 192. +Titelkupfer zur Geschichte eines

Genies.+ Leipzig 1780. (~E.~ 346.)]

[Illustration: Abb. 193. +Illustration zum Kgl. Großbritannischen

Kalender.+ (~E.~ 689.)]

Unter den radierten Bildnissen steht das Brustbild der Prinzessin

Friederike Sophie Wilhelmine von Preußen, einer Nichte des

Großen Königs und späteren Gemahlin des Generalstatthalters der

niederländischen Provinzen Wilhelm V. von Oranien (~E.~ 45), in

Auffassung und Zierlichkeit der Technik obenan. Aus der großen Zahl

der übrigen, die vielfach schematisch und leer im Ausdruck wirken

und dem Beschauer nicht die Überzeugung zu wecken vermögen, daß sie

sonderlich ähnlich seien, ist das des Hofpredigers Stosch (~E.~

461), die Brustbilder von Graff und Becker (~E.~ 742), sowie die

Porträtvignette der Schriftstellerin Sophie Schwarz (~E.~ 659) als

besonders gelungen hervorzuheben. Daß die vielbegehrten und deshalb

fabrikmäßig nach fremden Vorlagen hergestellten Miniaturporträts sich

selten über das Niveau der Mittelmäßigkeit erheben, ist begreiflich.

Sie besitzen so wenig individuelle Haltung, daß es schwer hält,

unbezeichnete Stücke der Art mit Sicherheit für unsern Meister zu

reklamieren.

[Illustration: Abb. 194. +Das Weihnachtsfest.+ (~E.~ 851.)

Chodowiecki · 第 80 / 81 题