Skizze zu ~E.~ 541.]

[Illustration: Abb. 76. +König Friedrichs II. Wachtparade in

Potsdam.+ 1777. Zweiter Zustand. (~E.~ 196). (Verkleinert).]

[Illustration: Abb. 77. +Illustration zu Hippels Lebensläufen.+

Berlin. 1778. (~E.~ 302.)]

[Illustration: Abb. 78. +Illustration zu Shakespeares Lustigen

Weibern zu Windsor.+ (~E.~ 568.) Göttinger Taschenkalender.

1787.]

+Johann Kaspar Lavater+, von dessen überlautem Entzücken über

Chodowieckis „Calas“ wir bereits oben berichteten, gehört zu den

originellsten Persönlichkeiten der Aufklärungsepoche: phantastisch

und zur Mystik geneigt, ohne jede Mäßigung, wenn es galt, seine

Ideen zu verfechten, fromm und bekehrungssüchtig, -- kurz in allem

der schroffste Gegensatz zu dem kühl vernünftelnden, nüchternen

Nicolai, der ihn auch aufs heftigste befehdete -- hatte dieser seltsame

Schwärmer sich vorgesetzt, eine neue Ära jener schon von den Astrologen

und Zeichendeutern des Mittelalters geübten Kunst der Physiognomik

heraufzuführen. Aus Beschaffenheit und Form der Gesichtszüge das

Seelenleben und die Eigenschaften des Menschen zu erkennen, war das

Ziel dieser Orakelkunst. Um dem großen Publikum eine Vorstellung von

der Art seines Vorgehens zu geben, das eine neue Wissenschaft vom

inneren Menschen begründen sollte, verband er sich mit dem Künstler,

dem er als Charakterschilderer die größte Befähigung zutraute, mit

Daniel Chodowiecki. Dieser mußte ihm die erläuternden Kupfer zu seinen

„Physiognomischen Fragmenten zur Beförderung der Menschenkenntnis und

Menschenliebe“ liefern. Nicht alle Tafeln konnte Chodowiecki auch

eigenhändig radieren und beschränkte sich daher bei vielen auf die

Vorzeichnung, die andere Stecher aufs Kupfer brachten. Was von ihm

selbst in Radierung in den Jahren 1774 und 1775 ausgeführt wurde, sind

etwa 14 Blatt, ungleichwertig in Erfindung und Ausdruck. Die größeren

Köpfe, wie Lavaters Vater auf dem Totenbett (~E.~ 124), haben

etwas Ängstliches und Gequältes, jedes Fältchen, jede Runzel soll

etwas aussagen und beweisen, die graue Theorie guckt überall hervor.

Chodowiecki schrieb von einem Blatt derart selbst halb unwillig:

„Nach einer weitläufigen Beschreibung von Lavater gezeichnet.“

Glücklicher sind die kleinen, nur in scharfen Umrissen angedeuteten

Köpfe von Personen aus verschiedenen Zeitaltern, Nationen, Ständen und

Lebensaltern: hier konnte sich der Zeichner frei bewegen, plünderte

nach Lust seine älteren Skizzenbücher und Mappen, und wir bewundern,

wie scharf er in dem kleinen Format und mit anspruchslosesten Mitteln

die verschiedenen Charaktere zu kennzeichnen versteht, wenngleich er

notwendigerweise auch hier manchmal dem lehrhaften Zwecke zuliebe in

Übertreibung verfällt.

[Illustration: Abb. 79.

+Heiratsantrag des Einfaltspinsels.+

Chodowiecki · 第 43 / 81 题