Illustration zum Taschenbuch für 1782. Göttingen. (~E.~ 382.)]

Sehr viel bequemer lag Chodowiecki der natürliche und schalkhafte Ton

von +Gellerts+ Fabeln und Erzählungen, ja man darf vielleicht

sagen, daß Gellerts Schrifttum seiner Griffelkunst am meisten kongenial

war. In dem Genealogischen Kalender für Westpreußen erschienen 1776

zwölf Blätter, die die Pointen von zwölf Gellertschen Fabeln zum

Gegenstand haben (~E.~ 141); im folgenden Jahr an gleicher

Stelle zwölf weitere Radierungen der Art (Abb. 62, ~E.~ 160).

Wie treffend weiß der Kleinmeister hier die hohle Aufgeblasenheit und

den Zorn des verspotteten alten Dichters (Abb. 63, ~E.~ 141) zu

charakterisieren, oder den Greis, dessen Lebensinhalt die lakonische

Grabschrift umfaßt: Er lebte, nahm ein Weib und starb! (Abb. 64). Wie

hübsch ist der Zug, in den beiden heiratslustigen Mädchen (Abb. 65) die

natürliche Anmut und die gefallsüchtige Geziertheit zu kennzeichnen: ob

schlicht, ob verzogen, sie hoffen beide „Worauf? Gewiß auf einen Mann.“

[Illustration: Abb. 80. +Weibliche Dienstboten.+ (~E.~ 368.)

Illustration zu Lichtenbergs Vorschlag zu einem Orbis pictus.

Chodowiecki · 第 44 / 81 题