Ich habe mich entschlossen, eine weite Auslandsfahrt anzutreten. Was
sollte mich hier jetzt noch zurückhalten? Im Gegenteil -- manchmal
beschleicht mich eine Ahnung, als ob auch meiner irgendein grauenvolles
Schicksal harrt, wenn ich bleibe. Ich war noch oft mit Hofmann
zusammen, und wenn ich an den Blick denke, den Petersen mir damals
zuwarf -- --
Es heißt wohl, daß niemand seinem Geschick zu entrinnen vermag, aber
man kann es doch wenigstens versuchen.
Chamotte schicke ich in seine Heimat zurück, -- ich will ganz allein
sein und nichts aus der Vergangenheit mit hinübernehmen. Er weinte
bittere Tränen, als ich ihm das mitteilte.
»Sei ein Mann, Chamotte, und denke an deine Zukunft,« sagte ich, und
mir war elend zumut. Könnte ich auch mir dasselbe zurufen, oder täte
es ein anderer -- aber in beiden Fällen wäre es ja doch nur grotesk
und überflüssig. Und meine Zukunft, -- ich habe keine Zukunft, ich habe
nur eine Biographie, und verurteilt, wie ich kam, gehe ich von dannen;
wozu? -- das wissen nur die Götter.
* * * * *
In wenigen Tagen ist alles bereit. Susanna und ihre beiden Gefährten
sind schon fort. Auch Maria wird nicht lange mehr bleiben.
Sie hat in den letzten Tagen ein Faible für mich gefaßt, aber wir
wissen beide, daß es jetzt zu spät ist.
Manchmal kommt sie zu mir herauf, dann sitzt sie auf einer von den
halbvollen Bücherkisten und erzählt von alledem, was sie nicht
vergessen kann. Und wir sprechen von den vielen frohen und unfrohen
Stunden, die uns gemeinsam beschieden waren.
Heute abend denke ich abzufahren.