Und gestern -- --

Sendt kam noch, um mir Lebewohl zu sagen. Er war sehr in Eile und

wollte sich nicht erst niederlassen. Wir schüttelten uns herzlich die

Hand und er wünschte mir alles Gute. An der Tür wandte er sich noch

einmal um und sagte: »Übrigens, wissen Sie, was ich eben im Café hörte,

-- man hat Hofmann heute vormittag ins Krankenhaus gebracht, -- er soll

auf der Treppe ausgeglitten sein und sich mit einem scharfen spanischen

Dolch, den er in der Tasche trug, ziemlich schwer verletzt haben. --

Aber, liebe Maria, deshalb brauchen Sie doch nicht so zu erschrecken,

-- es ist, soviel ich weiß, nicht lebensgefährlich.«

Maria hatte sich von ihrer Bücherkiste erhoben und sah ihn ganz

entsetzt an.

»Der Dolch,« sagte sie dann mit stockender Stimme, »-- den Dolch hab

ich ihm doch zum Abschied geschenkt, -- es war derselbe, den ich damals

mitnahm, um Hallwig -- --«

Ich verstand wohl, was sie meinte, und Sendt schien es auch zu ahnen,

denn er zog die Augenbrauen in die Höhe und sah nachdenklich drein.

Ein leises Grauen faßte mich und unwillkürlich sprach ich aus, was mir

-- und vielleicht auch den anderen -- in diesem Augenblick durch den

Sinn fuhr:

»Um Gottes willen, -- sollte Hallwig am Ende doch schon der Zauberei

mächtig sein ...«

»Mirobuk!« sagte der Philosoph und lächelte eigentümlich.

Und ehe wir uns noch recht besonnen hatten, war er gegangen.

Früher ist erschienen:

Herrn Dames Aufzeichnungen: oder, Begebenheiten aus einem merkwürdigen Stadtteil · 第 32 / 44 题