Eine Woche später im Eckhaus

Wenn Willy recht hatte -- wenn ich zu spät gekommen bin -- ich komme

ja immer zu spät oder zur unrechten Zeit, -- bei den Frauen, bei allem

möglichen -- --

Es ist kein besonders freundlicher Stern, der über meiner Biographie

waltet, das weiß ich längst, und doch erscheint es mir unfaßlich, daß

die Götter Wahnmochings Untergang beschlossen haben, nur damit sich

meine Biographie vollendet -- nur damit ich auch dieses Mal zu spät

komme, -- gerade da, wo mein größtes Erleben -- Miterleben -- sich

erfüllen sollte. Aber auch Willy sagt ja, daß man noch auf Zeichen und

Wunder hofft.

Das Zeichen und Wunder eben steht bei Hallwig -- ach, ich wiederhole

mich beständig und verwirre mich immer mehr, trotzdem all mein Streben

nur nach Klarheit geht.

Ich bin hier geblieben, ich bleibe vielleicht noch lange hier -- denn

Susanna und Maria haben mich darum gebeten -- --

So hause ich hier unten in dem großen Gastzimmer, und meine Biographie

verwächst immer inniger mit der des Eckhauses.

Meine Gegenwart sei ihnen so tröstlich, sagten die Mädchen. -- Gerade

die matte neutrale Note, die mir eigen ist, und daß mir trotzdem immer

das Herz weh tut. Das haben sie gern, und ich selbst weiß mir wohl

nichts Besseres, als um diese Frauen zu sein, die mich milde zu meinem

eigentlichen Wesen verurteilen.

* * * * *

Orlonski ist zurückgekommen, das Interieur wiederhergestellt, nur geht

das Leben etwas stiller als vorher, -- Besuche kommen und gehen -- wir

selbst kommen und gehen, aber die laute Freude und sorglose Unruhe

scheint etwas gedämpft. Und draußen weht Frühlingswind.

Herrn Dames Aufzeichnungen: oder, Begebenheiten aus einem merkwürdigen Stadtteil · 第 23 / 44 题