Wenn Willy recht hatte -- wenn ich zu spät gekommen bin -- ich komme
ja immer zu spät oder zur unrechten Zeit, -- bei den Frauen, bei allem
möglichen -- --
Es ist kein besonders freundlicher Stern, der über meiner Biographie
waltet, das weiß ich längst, und doch erscheint es mir unfaßlich, daß
die Götter Wahnmochings Untergang beschlossen haben, nur damit sich
meine Biographie vollendet -- nur damit ich auch dieses Mal zu spät
komme, -- gerade da, wo mein größtes Erleben -- Miterleben -- sich
erfüllen sollte. Aber auch Willy sagt ja, daß man noch auf Zeichen und
Wunder hofft.
Das Zeichen und Wunder eben steht bei Hallwig -- ach, ich wiederhole
mich beständig und verwirre mich immer mehr, trotzdem all mein Streben
nur nach Klarheit geht.
Ich bin hier geblieben, ich bleibe vielleicht noch lange hier -- denn
Susanna und Maria haben mich darum gebeten -- --
So hause ich hier unten in dem großen Gastzimmer, und meine Biographie
verwächst immer inniger mit der des Eckhauses.
Meine Gegenwart sei ihnen so tröstlich, sagten die Mädchen. -- Gerade
die matte neutrale Note, die mir eigen ist, und daß mir trotzdem immer
das Herz weh tut. Das haben sie gern, und ich selbst weiß mir wohl
nichts Besseres, als um diese Frauen zu sein, die mich milde zu meinem
eigentlichen Wesen verurteilen.
* * * * *
Orlonski ist zurückgekommen, das Interieur wiederhergestellt, nur geht
das Leben etwas stiller als vorher, -- Besuche kommen und gehen -- wir
selbst kommen und gehen, aber die laute Freude und sorglose Unruhe
scheint etwas gedämpft. Und draußen weht Frühlingswind.