Wiltshire (England), auf einer felsigen Anhöhe im Thal des
Biß, 16 km südöstlich von Bath, hat blühende
Fabrikation von feinen Tuchen und andern Wollwaren,
Käsemärkte und (1881) 11,040 Einw.
Troxler, Ignaz Paul Vital, schweizer. Naturphilosoph und
liberaler Politiker, geb. 17. Aug. 1780 zu Beromünster im
Kanton Luzern, studierte in Jena unter Schelling, dann zu
Göttingen Philosophie und Medizin, praktizierte sodann
abwechselnd in Luzern und Wien, ward 1820 Professor der Philosophie
und Geschichte am Lyceum zu Luzern, gründete hierauf zu Aarau
ein Erziehungsinstitut, ging 1830 als Professor nach Basel, ward im
folgenden Jahr, der Teilnahme am Aufstand von Baselland
verdächtigt, abgesetzt, 1832 Mitglied des Großen Rats
des Kantons Aargau, 1834 Professor an der Universität Bern,
starb 6. März 1866 aus seinem Landgut bei Aarau. Als Philosoph
anfänglich Schelling, seit 1834 Jacobi folgend, schlug er eine
mystische Richtung ein, in welcher Ahnung und Gemüt eine Rolle
spielen; als Politiker gehörte er zu den eifrigsten
Verfechtern der schweizerischen Einheitsbestrebungen. Von seinen
zahlreichen (auch publizistischen) Schriften seien hervorgehoben:
"Naturlehre des menschlichen Erkennens" (Aar. 1828); "Logik"
(Stuttg. l829, 3 Bde.); "Vorlesungen über Philosophie" (Bern
1835, 2. Ausg. 1842).
Troy (spr. treu), Stadt im nordamerikan. Staat New York,
links am Hudson, auf einer von Hügeln beherrschten
Alluvialebene, hat ein polytechnisches Institut, ein kath. Seminar,
Eisengießereien, Wagenbau, Woll- und Baumwollfabrikation etc.
und lebhaften Handel und (1880) 56,747 Einw. Gegenüber liegt
West T., mit großartigem Zeughaus (Watervliet Arsenal) der
Vereinigten Staaten und 8820 Einw. T. wurde 1752 von den
Holländern gegründet.
Troy, Jean François de, s. De Troy.
Troya (spr. troja), Carlo, ital. Geschichtschreiber, geb.
7. Juni 1784 zu Neapel als Sohn eines Hofchirurgen, wuchs als
Taufpate der Königin Karoline im königlichen Palast auf,
widmete sich dem Studium der Rechte und bekleidete hierauf
Ämter unter dem König Joachim Murat. Nach der
Rückkehr der Bourbonen Advokat, beteiligte er sich an den
revolutionären Bestrebungen von 1820 und wurde zur Strafe
dafür in die Verbannung geschickt. Er bereiste Italien,
durchforschte die Bibliotheken und die Archive der Klöster und
veröffentlichte 1826 zu Florenz seine Schrift "Il veltro
allegorico di Dante", ein äußerst reichhaltiges und
bedeutendes Werk historischer Forschung, aber in papstfreundlichem
Sinn geschrieben. Neue Studien, neue Reisen und unermüdliche
Durchforschunggen der Archive befähigten ihn zu dem noch
großartigern Unternehmen seiner "Storia d'Italia del medio
evo" (1839-59, 17 Bde.), eines Werkes, das den Zeitraum von 476 bis
zu Dantes Tod (1321) umfassen sollte, jedoch nur bis auf Karl d.
Gr. fortgeführt ist. Seiner papstfreundlichen Gesinnung
ungeachtet übertrug man ihm 1848 die Präsidentschaft des
Revolutionsministeriums, welche er vom 3. April bis 14. Mai
bekleidete. Er starb 27. Juli 1858 in Neapel.
Troyer (spr. treuer), in der deutschen Marine das
blauwollene Hemd der Mannschaften, in Österreich Bordhemd
genannt.
Troyes (spr. troá), Hauptstadt des franz.
Departements Aube, vormals Hauptstadt der Champagne, an der hier in
mehrere Arme geteilten Seine, am Oberseinekanal und an der
Ostbahnlinie Paris-Belfort (Abzweigungen nach Châlons sur
Marne, Châtillon und Sens), war früher befestigt, ist
jetzt mit
55*
868
Troygewicht - Truchseß.
schönen Promenaden, Obst- und Weinpflanzungen sowie
zahlreichen Bewässerungskanälen umgebenem Innern jedoch
größtenteils eng und unregelmäßig gebaut.
Unter den Kirchen zeichnen sich namentlich die Kathedrale zu
St.-Pierre, ein schöner gotischer Bau mit prächtigem
Portal und alten Glasmalereien, sowie die Kirchen St.-Urbain,
Ste.-Madeleine und St.-Remy aus. Die übrigen hervorragenden
Gebäude sind: das Rathaus, das Spital, das
Lyceal-Gebäude, das Theater und die Kaufhallen. Die Zahl der
Einwohner beträgt (1886) 44,864 (als Gemeinde 46,972). T. hat
eine Ackerbau- und Handelskammer, eine Filiale der Bank von
Frankreich, zahlreiche Spinnereien für Schafwolle und
Baumwolle, Fabrikation für wollene, baumwollene und leinene
Stoffe, Wirkwaren, Handschuhe, Stickereien, künstliche Blumen,
Blechwaren, Nadeln, Leder, Wachsleinwand, Pergament, Papier etc.,
Brauereien, Brennereien, Bereitung von berühmten
Cervelatwürsten und geräucherten Hammelzungen und
lebhaften Handel. Es hat ein Lyceum, eine Zeichen- und Bauschule,
eine Handels- und Gewerbeschule, einen Kursus für angewandte
Chemie, Normalschulen für Lehrer und Lehrerinnen, eine
öffentliche Bibliothek von 110,000 Bänden und gegen 5000
Handschriften, eine Gemäldegalerie, Münz- und
Antikensammlung und mehrere gelehrte und industrielle
Gesellschaften. T. ist der Sitz eines Bischofs, des Präfekten,
eines Gerichtshofs und eines Handelsgerichts. - T. war im Altertum
die Hauptstadt der keltischen Tricasser und hieß Noviomagus,
erhielt von Augustus den Namen Augustobona und nahm im 5. Jahrh.
den Namen Trecä an. In der Nähe, bei Mery, fand 451 die
große Hunnenschlacht (s. d.) statt. 889 von den Normannen
zerstört, ward es 950 wieder aufgebaut, kam 1019 in den Besitz
der Grafen von Champagne als deren Hauptstadt und fiel 1339 mit der
Champagne an die Krone Frankreich. 1111 wurde hier ein Konzil
abgehalten, auf welchem die Gregorianischen Edikte wegen der
Investitur erneuert wurden. 1415 wurde T. von dem Herzog Johann von
Burgund zerstört. Am 21. Mai 1420 wurde hier der Friede
zwischen Frankreich und England geschlossen, in welchem der
König Heinrich V. von England mit der Hand Katharinas, der
Tochter des Königs Karl VI. von Frankreich, die Anwartschaft
auf den französischen Thron nach des Schwiegervaters Tod und
bis dahin die Regentschaft in Frankreich erhielt. 1429 eroberte es
Karl VII. wieder. Im Feldzug von 1814 war T. als einer der
Hauptoperationspunkte der österreichischen Armee von
Wichtigkeit. Vgl. Boutiot, Histoire de la Ville de T. (Troyes
1870-80, 5 Bde.).
Troygewicht (spr. treu-), Gewicht in England für
Gold, Silber und Juwelen, das auch als Apothekergewicht und
für wissenschaftliche Gewichtsvergleichungen dient. Das
Troypfund wird eingeteilt in 12 Unzen zu 20 Pfenniggewicht (dwt.)
à 24 Grän, also 5760 Troygrän, und wiegt 373,242
g. Apotheker teilen dieses Pfund in 12 Unzen (^) zu 8 Drachmen (^)
zu 3 Skrupel (^)) zu 20 Grän ein. 7000 dieser Grän Troy
sind gleich einem Pfund Avoirdupois, so daß 175 Pfd. Troy =
144 Pfd. Avoirdupois sind. Der Name T. kommt von der Stadt Troyes
her (vgl. Avoirdupois).
Troyon (spr. troajóng), Constant, franz. Maler,
geb. 25. Aug. 1810 zu Sèvres, bildete sich bei Riocreux und
Poupart, wurde aber erst durch den Einfluß von Roqueplan auf
das unmittelbare Studium der Natur hingelenkt, welchem er schon
seit 1836 in seinen Landschaften Ausdruck gab. Eine 1847 nach
Holland unternommene Reise vollendete seinen Übergang zu einer
völlig realistischen Naturanschauung, mit welcher er
Größe der Auffassung und Energie und Breite der
koloristischen Behandlung verband. Er belebte seine Landschaften
besonders mit Tieren (Rindvieh, Pferden, Schafen), welche einen
immer breitern Raum einnahmen. Schließlich wurde T. als
Tiermaler ebenso bedeutend wie als Landschafter, und es gelang ihm,
selbst naturgroße Darstellungen von Tieren mit
landschaftlichem Hintergrund eindrucksvoll und fesselnd zu
gestalten, wobei er die Wirkungen des Sonnenlichts zu Hilfe nahm.
Seine Hauptwerke sind: die Rückkehr aus der Meierei (1849, im
Louvre), das Thal der Touque, die zur Feldarbeit getriebenen Ochsen
(1855, im Louvre), der Wagen mit dem Esel, ein Spätsommertag
in der Normandie, die Furt, Schafherde nach dem Gewitter, Schafe am
Morgen. Die Motive zu seinen Landschaften entnahm er zumeist der
Umgegend von Paris, der Touraine und der Normandie.
Überanstrengung führte 1863 eine Geisteskrankheit herbei,
der er 21. Febr. 1865 erlag. Vgl. Dumesnil, T. (Par. 1888).
Troypfund, s. Troygewicht.
Troyunze (abgekürzt oz.), im engl. Bankverkehr die
Gewichtseinheit, nach welcher Gold und Silber gehandelt werden (s.
Troygewicht). Dieselbe wird für Silber in Zehntel-, für
Gold in Tausendstelunzen eingeteilt.
Trözen (Trözene), im Altertum Stadt in der
griech. Landschaft Argolis, 20 Stadien von der Ostküste, an
welcher die dazu gehörigen Häfen Kelenderis und Pogon
lagen, ursprünglich von Ioniern bewohnt, ward nach der
Wanderung der Herakliden dorisiert, gelangte zu Macht und
Blüte auch auf der See und nahm am Perserkrieg rühmlichen
Anteil. 430 und 425 v. Chr. brandschatzten die bisher mit T.
befreundeten Athener das Land. Im korinthischen Krieg 394 stand T.
auf seiten der Lakedämonier, ebenso kämpfte es 373 gegen
Athen. In der makedonischen Zeit ging es aus einer Hand in die
andre und kam endlich an den Achäischen Bund. Zu Pausanias'
Zeit war es noch eine ansehnliche Stadt. Unbedeutende Reste beim
heutigen Dorf Damalá.
Trübau, 1) (Mährisch-T.) Stadt in Mähren,
an der Trebowka, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines
Bezirksgerichts, mit Obergymnasium, fürstlich
Liechtensteinschem Schloß, Seiden-, Leinwand- und
Kattunweberei, Färberei und Druckerei sowie (1880) 6056 Einw.
In der Nähe Steinkohlenbergbau. -
2) Stadt, s. Böhmisch-Trübau.
Trübmaß (Trübeichmaß), s.
Altmaß.
Trübner, Nikolaus, Buchhändler und Bibliograph,
geb. 12. Juni 1817 zu Heidelberg, begründete 1852 ein
Verlagsgeschäft (T. u. Komp.) in London, das sich durch seine
Umsicht und Thätigkeit zu einem der ersten der Welt
aufgeschwungen hat und einen bedeutenden Vermittelungseinfluß
in der Weltlitteratur ausübt. Er verfaßte:
"Bibliographical guide to American literature" (1859) und gab in
Monatsheften "Truebner's American and Oriental literary Records"
(seit 1865) heraus. Er starb 30. März 1884.
Trubtschewsk, Kreisstadt im russ. Gouvernement Orel, an
der Desna, mit (1885) 5275 Einw. und Getreidehandel nach Riga und
Petersburg.
Truchmenen, Volksstamm, s. v. w. Turkmenen.
Truchseß (v. altd. truhtsâzo, "Vorgesetzter
der truht", des Trosses; auch Seneschall, lat. Dapifer. franz.
Écuyer de cuisine, Écuyer tranchant, engl. Steward),
im mittelalterlichen Königtum der Küchenmeister, zugleich
der erste Diener des Monarchen
869
Truchtersheim - Trüffel.
bei der Tafel, dann der Oberaufseher über den ganzen
Hofhalt. Im vormaligen Deutschen Reich gehörte seit Otto I.
das Truchsessenamt zu den Erzämtern (s. d.). Erztruchseß
war bis 1623 der Kurfürst von der Pfalz, dann der
Kurfürst von Bayern, 1706-1714 wieder Pfalz, und von da bis
zur Auflösung des Reichs wieder Bayern. Als Erbtruchseß
fungierte der Graf von Waldburg. Am österreichischen Hof
rangieren die Truchsesse unter den Kämmerern. Diese
Truchsessenwürde ist häufig mit dem Besitz von
Gütern verbunden.
Truchtersheim, Dorf und Kantonshauptort im deutschen
Bezirk Unterelsaß, Landkreis Straßburg, hat eine kath.
Kirche, ein Amtsgericht, eine Mineralquelle, Weinbau und (1885) 639
Einw.
Truck (Ruck), Insel der span. Gruppe der Karolinen (s.
d.).
Truckee (spr. tröcki), Stadt im nordamerikan. Staat
Kalifornien, an der Pacificbahn, 1774 m ü. M., westlich vom
2139 m hohen T.-Paß der Sierra Nevada, hat
Sägemühlen und (1880) 1147 Einw.
Trucksystem (spr. tröck-, v. engl. truck, "Tausch,
Tauschhandel"), das Verfahren, Arbeiter, besonders Fabrikarbeiter,
nicht in barem Geld, sondern in Naturalien, namentlich in
Anweisungen auf einen vom Arbeitgeber gehaltenen Laden abzulohnen.
Vielfach von habsüchtigen Fabrikanten mißbraucht, wurde
dasselbe schon früher in England heftig bekämpft und
meist gesetzlich verboten. (Das erste gegen das T. ankämpfende
Gesetz wurde in England 1464 erlassen; zu demselben kamen in den
folgenden Jahrhunderten noch eine Reihe [etwa 16] weiterer Gesetze.
Dieselben wurden durch das noch bestehende Gesetz von 1831
aufgehoben, welches durch die Truck-Amendment Act vom 16. Sept.
1887 ergänzt und erweitert wurde. In Preußen allgemeines
Verbot 1847, während im Bergbau und in der Textilindustrie
schon im 16. Jahrh. Verbote vorkamen; Verbot in Belgien durch
Gesetz vom 16. Aug. 1887.) Die deutsche Gewerbeordnung verpflichtet
die Arbeitgeber (ursprünglich nur die Fabrikinhaber sowie
diejenigen, welche mit Ganz- oder Halbfabrikaten Handel treiben,
seit 1878 alle Gewerbtreibenden, vgl. Fabrikgesetzgebung, S. 1002),
die Löhne ihrer Arbeiter bar auszuzahlen; sie dürfen
denselben keine Waren kreditieren; zuwiderlaufende Verträge
sind nichtig. Nun gibt es freilich auch Fälle, in denen die
Gewährung von Naturalien nicht zu umgehen und für den
Arbeiter selbst vorteilhaft ist. Deshalb wurde auch gestattet, den
Arbeitern Wohnung, Feuerungsbedarf, Landnutzung,
regelmäßige Beköstigung, Arzneien und
ärztliche Hilfe sowie Werkzeuge und Stoffe zu den von ihnen
anzufertigenden Fabrikaten unter Anrechnung bei der Lohnzahlung zu
verabfolgen. In Rußland ist das T. in verschiedenen Formen
noch sehr verbreitet.
Trude, Trudenfuß, s. Druden, Drudenfuß.
Trudpert, Missionär im Breisgau, soll um 650 (nach
den sehr dürftigen Nachrichten) von einem Grafen Othbert in
einem Thal des Flüßchens Neumage ein Grundstück zu
einer geistlichen Stiftung erhalten haben, doch bei der Herstellung
des Gebäudes ermordet worden sein. Deshalb wurde er als
Heiliger verehrt. Vgl. Körber, Die Ausbreitung des
Christentums im südlichen Baden (Heidelb. 1878).
Trueba (T. y la Quintana), Antonio de, span. Dichter und
Novellist, geb. 24. Dez. 1821 im baskischen Dörfchen
Montellana (Provinz Viscaya) als der Sohn armer Landleute, kam mit
15 Jahren nach Madrid, um die Kaufmannschaft zu erlernen, trieb
nebenbei mit großem Eifer Studien und erlangte an der
Universität mehrere Grade. 1846 endlich dem Handelsstand Valet
sagend, wandte er sich ganz der litterarischen Thätigkeit zu
und machte sich durch seine in Zeitschriften erscheinenden Lieder
und Gedichte einen Namen. Königin Isabella ernannte ihn 1862
zum Archivar von Viscaya mit einem Gehalt von 18,000 Realen und
verlieh ihm den Titel eines Poeta de la reina, den er nach der
Revolution von 1868, infolge deren er sein Amt verlor, mit dem
eines Poeta del pueblo vertauschte. Seitdem wieder in Madrid
lebend, starb er daselbst 10. März 1889. T. ist der
populärste spanische Dichter der Gegenwart. Seine Lieder,
gesammelt in dem oft aufgelegten "Libro de los cantaras" (Madr.
1852), leben im Munde des Volkes und haben ihm den Namen des
"spanischen Béranger" verschafft. Sie verherrlichen
vorzugsweise die baskische Heimat des Dichters und zeichnen sich
aus durch Treuherzigkeit der Gesinnung, gefällige Form und
natürliche Sprache wie durch Tiefe der Emfindung bei meist
melancholischem Grundton. Außerdem veröffentlichte er
eine große Anzahl von Erzählungen (Novellen,
Märchen, Schwänke) unter verschiedenen Titeln: "Cuentos
de color de rosa" (1859), "Cuentos campesinos" (2. Aufl. 1862),
"Cuentos de vivos y muertos" (1866), "Marta Santa" (1874), "Cuentos
de varios colores" (1874), "Narraciones populares"(1875), "Cuentos
de madres é hijos"(1879), "Nuevos cuentos populares" (1880)
etc., welche gleiche Beliebtheit wie sein Liederbuch erlangten und
zum Teil auch ins Deutsche, Französische, Englische, Russische
und Italienische übersetzt wurden. Sie sprechen an durch die
natürliche Einfachheit der Erzählung und die Anmut in der
Beschreibung des ländlichen Lebens, lassen aber die
reaktionäre Gesinnung und ultramontanen Sympathien des
Verfassers zu sehr hervortreten. Endlich sind von T. auch
historische Romane, wie "El Cid Campeador", "El redentor moderno"
(1876) u. a., und seine neuesten Werke: "Arte de hacer versos"
(1881), "De flor en flor" (1882), "El gaban y la chaqueta" (1884),
zu erwähnen. Eine Auswahl aus seinen Schriften enthält
die "Coleccion de autores españoles" (Leipz. 1874 ff.).
Trueba y Cosio, Telesforo de, span. Dichter, geb. 1805 zu
Santander, machte, zur diplomatischen Laufbahn bestimmt, seine
darauf bezüglichen Studien in London und Paris und wurde
sodann Attache bei der dortigen Gesandtschaft. Nach seiner
Rückkehr in das Vaterland 1822 stiftete er mit andern die
Akademie, in welcher sich damals alle jüngern Dichter Spaniens
vereinigten. Zu Cadiz, wohin er als Anhänger der
Cortesregierung 1823 flüchten mußte, schrieb er die
beiden Lustspiele: "El veleta" und "Casarse con 60,000 duros", die
ihm für immer einen Platz unter den besten spanischen
Dramatikern sichern. Nach der Wiederherstellung des Absolutismus in
Spanien wandte sich T. nach London. Hier schrieb er in englischer
Sprache mehrere historische Romane, unter welchen "Gomez Arias"
(1828) und "The Castilian" (1829) am bekanntesten sind, das
historisch-biographische Werk "Lives of Cortes and Pizarro" (1830),
das große Verbreitung fand, viele Lustspiele und das
historische Drama "The royal delinquent". Den bedeutendsten Ruf
aber verschaffte ihm das Sittengemälde "Paris and London"
(1833). 1834 nach Spanien zurückgekehrt, ward er hier zum
Prokurator und dann zum Sekretär der Zweiten Kammer
gewählt. Er starb 4. Okt. 1835 in Paris.
Trüffel (Speisetrüffel, Tuber Mich.),
Pilzgattung aus der Unterordnung der Tuberaceen und der
870
Trüffel.