T. zu einem Prunkgefäß von höchstem Luxus aus.

Zuletzt wurden auch die Hörner selbst in Glas und Silber

nachgebildet. Jetzt dienen sie meist als Schaustücke.

Trinkitat, Hafenplatz am Roten Meer, südöstlich

von Suakin. Hier Niederlage Baker Paschas 4. Febr. 1884 durch die

Mahdisten, worauf Baker nach Suakin zurückkehrte; dagegen

siegte der hier gelandete General Graham 29. Febr. d. J. bei El Teb

(s. d.).

Trinkonomali, stark befestigte Haupt- und Hafenstadt des

Ostdistrikts von Ceylon, auf einer schmalen Halbinsel 65 m ü.

M. gelegen, mit einer katholischen und evang. Mission, Hindutempeln

und Moscheen und (1881) 10,000 Einw. T. ward den Holländern

1782 von den Engländern entrissen, mußte sich jedoch

schon 30. Aug. d. J. an die Franzosen ergeben. Letztere gaben die

Stadt den Holländern zurück; allein diese verloren sie

1795 abermals an die Engländer, welche sie seitdem im Besitz

behielten.

Trino, Stadt in der ital. Provinz Novara, Kreis Vercelli,

hat ein Gymnasium, eine Kollegiatkirche, einige Paläste,

starke Schweinezucht (treffliche Schinken), Reisbau und (1881) 8267

Einw.

Trinomium (griech.), dreigliederige

Zahlengröße, z. B. a+b+c; trinomisch, dreigliederig.

Trinucleus, s. Trilobiten.

Trio (ital.), eine Komposition für drei Instrumente;

insbesondere nach heutigem Sprachgebrauch jede in Sonatenform

geschriebene Komposition für Klavier, Violine und Cello

(Klaviertrio) oder eine solche für Violine, Bratsche und Cello

oder für zwei Violinen und Cello (Streichtrio). Alle andern

Kombinationen von Instrumenten müssen näher bezeichnet

werden. Kompositionen im ältern Stil (aus dem 17.-18. Jahrh.)

werden häufig als T. bezeichnet, wenn sie für drei

konzertierende Instrumente geschrieben sind (z. B. zwei Violinen

und Viola di Gamba), zu denen als viertes nicht mitgezähltes

das einen Basso continuo ausführende Instrument (Cello,

Theorbe, Klavier, Orgel) kommt. - Bei Tanzstücken (Menuetten

etc.), Märschen, Scherzi etc. für Klavier heißt T.

ein dem lebhaftern und rauschendern Hauptthema

gegenüberstehender Mittelsatz von ruhigerer Bewegung und

breiterer Melodik und zwar darum, weil solche Sätzchen

früher dreistimmig gesetzt zu werden pflegten, während

das Hauptthema sich überwiegend zweistimmig hielt. - Auch

dreistimmige Orgelstücke für zwei Manuale und Pedal, also

für drei Klaviere, deren jedes anders registriert ist, so

daß sich die drei Stimmen scharf gegeneinander abheben, wird

T. genannt. Eine Eigentümlichkeit des Orgeltrios ist,

daß die eine Hand eine gebundene Melodie in derselben Tonlage

vortragen kann, in welcher die andre (auf dem zweiten Klavier)

Figurenwerk ausführt.

Trioecus (griech., "dreihäusig"), Bezeichnung

für polygamische (s. Polygamus) Pflanzen, deren

männliche, weibliche und zwitterige Blüten auf drei

verschiedene Exemplare verteilt sind.

Triole, eine Figur von drei gleichen Notenwerten, die so

viel gelten sollen wie zwei derselben Gattung bei der

vorgeschriebenen Taktteilung. Eine T. anzunehmen, welche für

vier Noten einträte, liegt kein Grund vor: [siehe Bildansicht]

Die T. wird meist durch eine übergeschriebene 3 als solche

gekennzeichnet.

Triolett (franz.), Gedicht von 8-12 Zeilen, welche nur

zwei Reimlaute haben. Die beiden ersten Verse enthalten den

Hauptgedanken und werden am Schluß wiederholt, und da der

erste Vers auch in der Mitte vorkommt, so erscheint derselbe im

ganzen dreimal, was zur Bezeichnung des kleinen Gedichts die

Veranlassung gab. Die Reimstellung beim T. ist also (wobei wir die

wiederkehrenden Zeilen mit großen Lettern bezeichen): ABb Aab

AB. Ein Gedicht von drei Strophen in der Form des Trioletts, aber

ohne die Wiederholung des ersten Verses in der Mitte, wofür

ein neues Reimpaar eintritt, nennt man Rondel (Geibels Lied: "Wenn

sich zwei Herzen scheiden" etc.).

Trionyx. s. Schildkröten, S. 471.

Tripang, s. v. w. Trepang.

Tripartition (lat.), Dreiteilung.

Tripel (franz. triple), dreifach.

Tripel, mattes, gelblichgraues bis gelbes, mager

anzufühlendes, zerreibliches Mineral, welches Wasser einsaugt

und dadurch erweicht, enthält 90 Proz.

Kieselsäureanhydrid, etwas Thon und Eisenoxyd und hat seinen

Namen von der Stadt Tripolis in Syrien (daher terra Tripolitana),

kam früher nur aus der Levante in den Handel, wird jetzt aber

auch in Böhmen, Sachsen, Tirol und Bayern gewonnen und zum

Polieren von Glas, Metallen und Edelsteinen, auch zu

Gußformen benutzt. Übrigens gebraucht man mancherlei

Kieselablagerungen organischen und anorganischen Ursprungs zu

ähnlichen Zwecken, so den sogen. Moderstein (rotten stone) aus

Derbyshire in England. Vgl. Polierschiefer.

Tripelallianz (Dreibund), Bund zwischen drei

Mächten. Berühmt und vorzugsweise T. genannt ist das

Bündnis zwischen England, den Niederlanden und Schweden,

welches Temple (s. d.), de Witt und Graf Dohna 23. Jan. 1668 im

Haag abschlossen, und welches gegen die Eroberungspläne

Ludwigs XIV. in den spanischen Niederlanden gerichtet war. Die

Folge der T. war der Friede von Aachen (1. Mai 1668).

Tripeltakt, s. v. w. dreiteiliger Takt (3/1, 3/2, 3/4,

3/8, 9/8, 9/16). Der 6/4- und 6/8-Takt dagegen sind als zweiteilige

Takte (durch 3 untergeteilt) anzusehen, wenn nicht die Bewegung so

langsam ist, daß die Sechstel (Einheiten der Doppeltriole)

als Einheiten (nach denen gezählt wird) empfunden werden.

Tripes (lat.), Dreifuß.

Triphan (Spodumen), Mineral aus der Ordnung der Silikate

(Augitreihe), findet sich in monoklinen Kristallen, gewöhnlich

aber derb in breitstängeligen und dickschaligen Aggregaten. T.

ist graulichweiß, grünlichweiß bis grün,

glasglänzend, durchscheinend, Härte 6,5-7, spez. Gew.

3,13-3,19, besteht aus Lithiumaluminiumsilikat Li2Al2Si4O12, ist

gewöhnlich etwas natrium- oder calciumhaltig, kommt in

Graniten und Gneisen in Tirol, auf der Insel Utöen, in

Schottland und Massachusetts vor und wird zur Darstellung von

Lithiumpräparaten benutzt. Eine Varietät des T. ist der

Hiddenit (s. d.).

Triphaena, s. Eulen, S. 907.

Triphylin, Mineral aus der Ordnung der Phosphate,

kristallisiert rhombisch, findet sich fast nur derb in

individualisierten Massen oder großkörnigen Aggregaten,

ist grünlichgrau, blau gefleckt, fettglänzend,

kantendurchscheinend, Härte 4-5, spez. Gew. 3,5-3,6, besteht

aus phosphorsaurem Lithion mit etwas Natron und phosphorsaurem

Eisen- und Manganoxydul (LiNa)3PO4+(FeMn)3P2O8, findet sich bei

Bodenmais in Bayern, Norwich in Massachusetts, Grafton in New

Hampshire.

Tripitaka ("Dreikorb"), zusammenfassende Bezeichnung der

heiligen Schriften der südlichen Buddhisten, bestehend aus den

drei Abteilungen Winaja (Disziplin), Sûtra (Aussprüche)

und Abhidharma

850

Tripla - Tripolis.

(Metaphysis). Der singhalesische Name ist Tunpitaka, im

Pâli heißen sie Pitakattajan.

Tripla (Proportio t.), in der Mensuralmusik der

große Tripeltakt (Longa = 3 Breves), während der kleine

(Brevis = 3 Semibreves) Sesquialtera hieß.

Triplet, s. Lupe.

Triplexbrenner, s. Lampen, S. 435.

Triplik (lat.), im rechtlichen Verfahren die Beantwortung

der Duplik des Beklagten durch den Kläger; triplizieren, die

T. abgeben.

Triplit (Eisenpecherz, mit welchem Namen aber auch der

Stilpnosiderit belegt wird), Mineral aus der Ordnung der Phosphate,

nur derb, in großkörnigen Aggregaten, ist braun,

fettglänzend, undurchsichtig, Härte 5-5,5, spez. Gew.

3,6-3,8, besteht aus phosphorsaurem Eisen- und Manganoxydul mit

Fluoreisen und Fluormangan (FeMn)3P2O6+(FeMn)Fl2, enthält auch

etwas Calcium und Magnesium; Limoges in Frankreich, Schlaggenwald

in Böhmen, Pritau in Schlesien und in Argentinien.

Triplum (lat.), das Dreifache; triplieren,

verdreifachen.

Tripmadam, s. Sedum.

Tripode (Tripus, griech.), s. v. w. Dreifuß.

Tripodie (griech.), eine aus drei Versfüßen

bestehende metrische Periode.

Tripolis (türk. Tarablusi Gharb, auch Tripolitanien

genannt), der östlichste unter den Staaten der Berberei (s.

Karte "Algerien"), am Mittelländischen Meer zwischen Tunis und

Ägypten gelegen, umfaßt mit Fezzan und Barka 1,033,000

qkm (18,760 QM.). Es bildet eine nur von niedrigen

Höhenzügen unterbrochene Ebene und ist namentlich an der

Küste meist niedrig und sandig. Während die westlichen

Küstengegenden ziemlich bewässert und fruchtbar sind, ist

der östlich vom Kap Mesurata am Golf von Sidra gelegene

Landstrich Sort (Wüste) mit Dünen und Salzsümpfen

bedeckt. Nach dem Innern zu erstreckt sich die Ebene im W. bis an

die 900 m hohen Schwarzen Berge, welche die Nordgrenze Fezzans

bilden und tief eingeschnittene Wadis zeigen, die zum Teil eine

üppige Vegetation hervorbringen. Das Klima hat einen mehr

kontinentalen Charakter als in den übrigen Uferländern

des Mittelmeers, an der Küste herrscht eine Mitteltemperatur

von 20-22, in der Oase Dschofra 30° C.; dagegen soll hier auch

Schnee gefallen sein, ebenso wie auf den Schwarzen Bergen. Der

Regenfall ist an der Küste gering, bleibt im Innern sogar

jahrelang aus. Die Einwohner (1 Mill.) sind in den Städten

Mauren, auf dem Land arabische Beduinen, Berber und Neger und

bekennen sich sämtlich zum Islam. Außer ihnen gibt es

zahlreiche Juden und in der Stadt T. auch Europäer. Die

Beduinen treiben vornehmlich Viehzucht, die Mauren Handel, meist

Karawanenhandel. Man baut Weizen, Krapp, Safran, Lotusbohnen,

Datteln (die Zahl der Dattelpalmen soll 2 Mill. betragen),

Südfrüchte aller Art, Oliven, Johannisbrot und gewinnt

aus den Seen u. Sümpfen an der Küste Salz u. Schwefel.

Münzeinheit ist der türkische Piaster (Girsch), = 40 Para

(Abu Aschrin). Fünffranken zirkulieren, wie in ganz

Nordafrika, sehr häufig. Die Flagge s. auf Tafel "Flaggen I".

Die Industrie liefert schöne Seiden-, Wollen- u.

Baumwollenstoffe, Leder, Waffen und verschiedene Metallwaren. Die

Handelsbewegung ist nach dem Süden von T. (nach dem

Sudân, Bornu, Wadai) eine sehr lebhafte. T. gilt als

Schlüssel zum Sudân. Leider ist das Land noch sehr wenig

erforscht. Hauptgegenstände der Ausfuhr sind: Öl,

Getreide, Schlachtvieh, Wolle, Rindvieh, Krapp, Halfa und Ginster.

Handelsgegenstände, die durch Karawanen aus dem Innern kommen,

sind: Straußfedern, Elfenbein, Gummi, Aloe,

Sennesblätter und andre Droguen. Eingeführt werden

Manufaktur-, Fabrik- und Kolonialwaren, Spirituosen, Droguen,

Seife, Tabak, Eisen, Bauholz etc. Die Haupthäfen, T. und

Bengasi, vermitteln fast ausschließlich den Verkehr mit dem

Ausland. Die Post hatte 1886: 33, die Telegraphen 12 Ämter. T.

bildet ein Wilajet des türkischen Reichs unter einem von der

Pforte eingesetzten Generalgouverneur und wird in fünf

Sandschaks eingeteilt.

Die gleichnamige Hauptstadt (arab. Tarabolos), auf einer

Landzunge am Mittelländischen Meer gelegen, hat hohe Mauern,

einen Palast des Generalgouverneurs, enge, aber reinliche

Straßen, einen durch Batterien gedeckten, aber wenig sichern

Hafen, in den 1887: 1206 Schiffe (311 Dampfer) von 344,666 Ton.

einliefen, eine kath. Kapelle, 12 Moscheen, mehrere Synagogen,

schöne öffentliche Bäder, Bazare, Karawanseraien,

Schulen, Hotels, lebhaften Handel, Fabrikation von Korduan,

Wollen-, Seiden- und Baumwollenstoffen etc. und 30,000 Einw.,

worunter 4-5000 Italiener und Malteser. Die Umgebung, Meschija

genannt, ist auf viele Kilometer bedeckt mit Palmenhainen, in denen

30,000 Menschen in zahllosen Wohnungen verstreut sind. T. steht

durch Dampferlinien mit den tunesischen Häfen und mit Malta in

Verbindung und ist Sitz eines deutschen Konsuls. - T. ist das alte

Öa und ward mit den benachbarten Städten Sabratha und

Groß-Leptis von den sizilischen Griechen unter dem Namen T.

zusammengefaßt. In der Umgegend finden sich noch viele

Altertümer. T. bildete im Altertum ein mittelbares Gebiet

Karthagos, die sogen. Regio Syrtica. Nach dem zweiten Punischen

Krieg ward es von den Römern den numidischen Königen

überlassen, nach deren Unterwerfung zu der römischen

Provinz Africa geschlagen. Unter Septimius Severus wurde im 3.

Jahrh. n. Chr. die Provincia Tripolitana gebildet mit Öa als

Hauptstadt, auf welche sodann der Name T. überging. Nach der

Invasion der Araber im 7. Jahrh. teilte T. die Geschicke der

Berberei. Nachdem es längere Zeit zu Tunis gehört hatte,

erlangte es zu Ende des 15. Jahrh. seine Unabhängigkeit. 1509

wurde die Stadt T. von den Spaniern unter Graf Pietro von Navarra

erobert und ein spanischer Statthalter eingesetzt. Kaiser Karl V.

überließ sie 1530 den Johannitern als Lehen, aber schon

1551 ward sie von den Türken wiedererobert und seitdem ein

Hauptsitz der Seeräuberei an der nordafrikanischen Küste.

1681 ließ Ludwig XIV. durch den Admiral Duquesne die

tripolitanischen Korsaren in dem Hafen von Skio angreifen und viele

ihrer Schiffe in den Grund bohren, und 1685 bombardierte Marschall

d'Estrées die Stadt so erfolgreich, daß der Dei den

Frieden mit ½ Mill. Livres erkaufen mußte. 1714 machte

sich der türkische Pascha Hamed Bei (der Große) fast

unabhängig von der Pforte, indem er nur noch Tribut zahlte,

und begründete die Dynastie der Karamanli. Der 1728

unternommene Kriegszug der Franzosen gegen T. endigte mit der fast

gänzlichen Zerstörung von T. Dessen ungeachtet machte

erst die französische Eroberung Algiers (1830) der

Seeräuberei auch in T. ein Ende. 1835 fand sich die Pforte

durch die in T. herrschende innere Zerrüttung zum Einschreiten

veranlaßt und machte der Herrschaft der Familie Karamanli ein

Ende, worauf T. als Wilajet dem türkischen Reich einverleibt

würde. Vgl. Maltzan, Reise in den Regentschaften Tunis und T.

(Leipz. 1870, 3 Bde.); Rohlfs, Kufra (das. 1881); Brunialti,

Algeria, Tunisia e Tripolitana

851

Tripolis - Triptis.

(Mail. 1881); Haimann, Cirenaica-Tripolitana (2. Aufl., das.

1885).

Tripolis, 1) Stadt in Syrien, s. Tarabulus. - 2) Stadt in

Griechenland, s. Tripolitsa.

Tripolith, von Gebrüder Schenk in Heidelberg

angegebene Mischung, welche nach der Patentschrift durch Erhitzen

von Gips mit Thon und Koks, nach dem englischen Patent aus Gips,

Kohle und Eisenhammerschlag erhalten wird, ein hell

bläulichgraues Pulver bildet und für Bauzwecke sowie zu

chirurgischen Verbänden empfohlen wird.

Tripolitsa (offiziell Tripolis), Hauptstadt des griech.

Nomos Arkadien, liegt auf einer wellenförmigen Ebene, der

antiken Tegeatis, ist Sitz des Nomarchen, eines Erzbischofs und

eines Bezirksgerichts sowie eines deutschen Konsuls, hat ein

Gymnasium, eine niedere theologische Schule, Eisen- und

Kupferindustrie und (1879) 10,057 Einw. Es ist erst in neuerer Zeit

entstanden und war im vorigen und im Beginn dieses Jahrhunderts

eine der blühendsten Städte des Peloponnes. Seit dem

Passarowitzer Frieden von 1718 Hauptstadt von Morea, ward sie 17.

Okt. 1821 von den Griechen mit Sturm genommen und fast völlig

in Asche gelegt, aber bald wieder aufgebaut und 23. April 1823 zum

Sitz der griechischen Regierung ausersehen. Ibrahim Pascha eroberte

sie 21. Juni 1825 und verließ sie erst 1828 wieder. 6 km

südöstlich davon liegen die Ruinen von Tegea, welche die

Bausteine für T. geliefert haben, 12 km nördlich

diejenigen von Mantineia.

Trippel, Alexander, Bildhauer, geb. 1744 zu Schaffhausen,

bildete sich in Kopenhagen, ging 1771 nach Paris und 1776 nach Rom,

wo er 1793 starb. Unter seinen Werken, die bei sorgfältiger

Durchführung meist eine glückliche Nachahmung der Antike

bekunden, sind hervorzuheben: eine Bacchantin, ein sitzender

Apollo, eine schlafende Diana, das Denkmal des Grafen Tschernyschew

für die Stadt Moskau, die Büsten von Goethe und Herder,

1789 in Marmor ausgeführt (in der Bibliothek zu Weimar), und

das Monument des Dichters Geßner für die Stadt

Zürich.

Trippen, s. Schnabelschuhe.

Tripper (Gonorrhöa), eine mit Eiterabsonderung

verbundene virulente Entzündung der Harnröhrenschleimhaut

und die häufigste durch einen unreinen Beischlaf entstehende

Krankheit. Der T. ist zwar nicht eine im engern Sinn venerische,

d.h. syphilitische, aber doch eine in hohem Grad ansteckende

Krankheit; der Ansteckungsstoff, ein Mikrokokkus (Gonococcus), als

dessen Träger der von der Harnröhren- und

Scheidenschleimhaut abgesonderte Eiter anzusehen ist, haftet indes

nur auf der Schleimhaut der Harnröhre, der weiblichen Scheide

und der Bindehaut des Auges (Augentripper). Der T. kommt sowohl

beim männlichen als beim weiblichen Geschlecht vor und

verläuft bald akut, bald chronisch. Der T. des männlichen

Geschlechts kündigt sich gewöhnlich durch ein Kitzeln in

der Eichel an, deren Mündung leicht verklebt. Bald rötet

sich letztere, schwillt etwas an, und es treten

schneidend-stechende Schmerzen, namentlich beim Urinlassen, auf. Es

stellt sich dann ein mißfarbiger, später rein eiteriger

Ausfluß aus der Harnröhre ein. Die genannten

Erscheinungen erreichen in der Regel den höchsten Grad am Ende

der ersten acht Tage. In der Nacht stören sehr schmerzhafte

Erektionen den Schlaf. Die Schmerzen verbreiten sich in den

Hodensack, machen sogar den Stuhlgang und das Sitzen lästig.

Beim Urinlassen sind sie ganz besonders heftig. In der zweiten

Woche lassen die Entzündungserscheinungen in der Regel etwas

nach, aber der Ausfluß bleibt noch bestehen; doch ändert

sich später sein Aussehen, er wird mehr schleimig, hört

entweder ganz auf, oder wird chronisch: Nachtripper (gonorrhoea

chronica, goutte militaire). Dieser Verlauf ist der

gewöhnliche. Zuweilen aber schreitet die Entzündung der

Harnröhrenschleimhaut auf das Zellgewebe, das unter ihr liegt,

fort, und es entstehen dann schmerzhafte Verdickungen, wodurch das

Glied bei den Erektionen eine Krümmung macht, die sehr

schmerzhaft ist und, wenn sie auszugleichen versucht wird, kleine

Blutungen veranlaßt, welche von Einrissen der Schleimhaut

herrühren. Schreitet die Entzündung bis zum Blasenhals

fort, so entsteht ein heftiger Urinzwang, ja unter Umständen

Harnverhaltung. Entzündet sich die Vorsteherdrüse, so

klagen die Kranken über heftige Schmerzen am Damm; die

geschwollene Drüse ist vom Mastdarm aus fühlbar,

Harnlassen und Stuhlgang sind beschwert und äußerst

schmerzhaft. Die Kranken können weder gehen, noch sitzen,

sondern sind zu liegen genötigt. Auch die Lymphdrüsen in

der Leistengegend sind angeschwollen, können sich

entzünden und vereitern. Bei dem Nachtripper sind die

Erscheinungen weniger heftig, die Schmerzen fehlen oder sind ganz

unbedeutend; aber der schleimige Ausfluß kann wochen- und

monatelang fortbestehen. Die Mündung der Harnröhre

verklebt, namentlich gern über Nacht. Als Folgen des Trippers

sind vornehmlich Verengerungen der Harnröhre, die meist tief

nach hinten sitzen, hervorzuheben (s. Striktur). Die Behandlung des

Trippers erfordert vor allem Ruhe und gleichmäßige

Wärme, gegen heftige Entzündungserscheinungen und

Hodenschwellung Kälte, Blutegel oder feuchtwarme

Bähungen, innerlich kühlende Salze und beruhigende

Mittel, fleißiges Wassertrinken und schmale, reizlose

Diät. Vor allen Dingen hat sich der Kranke des Biergenusses

gänzlich zu enthalten, beim Gehen ein Suspensorium zu tragen.

Als spezifische Mittel gelten der Kopaivabalsam und der

Kubebenpfeffer, doch kommt man in den allermeisten Fällen bei

richtigem Allgemeinverhalten auch ohne sie ans Ziel. Später,

wenn die Schmerzen nachlassen, wende man leicht zusammenziehende

Einspritzungen (schwache Lösungen von Zinksulfat) in die

Harnröhre an, gegen die schmerzhaften Erektionen Opium,

Lupulin. Der T. beim weiblichen Geschlecht beschränkt sich

fast niemals auf die Harnröhre, er ist vielmehr nur eine

Teilerscheinung des bösartigen weißen Flusses (s. d.).

Bei beiden Geschlechtern kann der T. mit Syphilis kompliziert sein

(s. Syphilis). - Über Eicheltripper s.

Eichelentzündung.

Trippergicht (Tripperrheumatismus), eine

Gelenkentzündung, welche namentlich bei Männern nicht

selten im Verlauf des Trippers, am häufigsten im Stadium des

Nachtrippers, sich einstellt. Der Sitz ist meistens das Kniegelenk

(Tripperknie); jedoch werden auch Hand-, Fuß- und andre

Gelenke befallen. Wie der Tripper selbst durch den Eintritt eines

infektiösen Stoffes in den Körper entsteht, so ist auch

die T. als bedingt durch die Fortschleppung desselben Gifts in die

Gewebe der Gelenke aufzufassen. Verlauf und Behandlung der T. ist

dieselbe wie bei jeder anderweit entstandenen

Gelenkentzündung.

Tripsis (griech.), Reibung; triptisch, durch Reibung

bewirkt.

Triptis, Stadt im weimar. Kreis Neustadt, am Ursprung der

Orla, Knotenpunkt der Linien Gera-Eichicht und T.-Blankenstein der

Preußischen Staatsbahn, 361 m ü. M., hat 2 Kirchen,

einen alten Turm aus der Sorbenzeit, Gerberei, Leimsiederei und

(1885) 1632 evang. Einwohner.

852

Triptolemos - Tristan da Cunha.

Triptolemos, im griech. Mythus Sohn des Königs

Keleos von Eleusis und der Metaneira, Liebling der Demeter,

Verbreiter des Ackerbaues und der Kultur überhaupt, Heros der

Eleusinischen Mysterien. Er fuhr auf einem mit Drachen bespannten

Wagen über die ganze Erde dahin und streute Getreidesamen aus.

Nach seiner Zurückkunft nach Eleusis wollte Keleos ihn

töten lassen, mußte ihm jedoch auf Befehl der Demeter

sein Land abtreten, worauf T. die Thesmophorien (s. d.)

stiftete.

Triptychon (griech.), ein aus drei Teilen (Mittelbild und

Flügelbildern) bestehendes Altargemälde. S. auch

Diptychon.

Tripudium (lat.), der Tanz der römischen Priester um

die Altäre, besonders der der Salier und Arvalbrüder.

Triquetrum (parallaktisches Lineal, Instrumentum

parallacticum, -Ptolemäische Regel), astronom. Instrument der

Alten, dessen sich noch Kopernikus bediente, aus drei Linealen

bestehend, die ein gleichschenkeliges Dreieck bilden (s. Figur).

Der eine der gleichen Schenkel, A B, steht vertikal, der andre, A

C, um den obern Endpunkt A des ersten drehbar, ist mit Absehen

(Visieren) versehen und wird nach dem zu beobachtenden Stern

gerichtet; auf dem dritten, mit einer Teilung versehenen Lineal B D

wird die Länge der ungleichen Seite B C gemessen und dadurch

der Winkel an der Spitze, d. h. Zenithdistanz des Sterns,

bestimmt.

Triremen, "Dreiruderer", bei den Römern und im

Mittelalter gebräuchliche Kriegsschiffe; bei den Griechen

Trieren genannt. Sie hatten drei Reihen Ruder übereinander

(Fig. 1 u. 2). Vgl. Galeere.

Trisektion des Winkels, Teilung desselben in drei gleiche

Teile, ein im Altertum berühmtes geometrisches Problem, mit

dem sich Pappus, Proklos, Nikomedes, von den Neuern Vieta, Albrecht

Dürer, Newton u. a. beschäftigt haben; mit Zirkel und

Lineal (Kreis und gerader Linie) allein nicht lösbar.

Trisetum Beauv. (Goldhafergras), Gattung aus der Familie

der Gramineen, der Gattung Avena, Hafer, sehr nahestehend, mit

zwei- bis dreiblütigen Ährchen, nur fruchtbaren

Blüten und einer am Grund nur wenig dunklern Granne an der

Deckspelze. T. pratense Pers. (Avena flavescens L., kleiner

Wiesenhafer, s. Fig.), ein perennierendes Gras mit mehr oder

weniger fein behaarten Blättern und nur in der Blüte

ausgebreiteten, gelbgrünen Rispen, wächst auf guten

frischgrundigen Wiesen, gehört zu den Schnittgräsern

erster Klasse und gibt reichliches, sehr feines, weiches Heu.

Trishagion (griech., Hymnus angelicus, cherubicus,

triumphales), der im Konsekrationsakt der Messe übliche Gesang

des "Dreimalheilig", genommen aus Jes. 6, 3, war schon im 4. Jahrh.

gebräuchlich und galt als liturgisches Bekenntnis der

Dreieinigkeit.

Trismegistos, s. Hermes Trismegistos.

Trismus (griech.), Mundsperre, häufig

Teilerscheinung des Starrkrampfes.

Meyers Konversationslexikon Band 15 · 第 246 / 302 段