Triage (franz., spr. -ahsch), Ausschuß, Ware, aus

der das Beste ausgesucht ist; insbesondere Kaffeeabfall.

Triakisoktaëder (Pyramidenoktaeder), 24flächige

Kristallgestalt des tesseralen Systems, s. Kristall, S. 230.

Trial (engl., spr. trei-el), Untersuchung,

Verhör.

Triándrus (griech.), dreimännig, Blüten

mit drei Staubgefäßen; daher Triandria, 3. Klasse des

Linnéschen Systems, Gewächse mit drei freien

Staubgefäßen enthaltend.

Triangel (lat., "Dreieck"), ein in unsern Orchestern

gebräuchliches Schlaginstrument einfachster Konstruktion,

bestehend aus einem im Dreieck gebogenen Stahl- oder Messingstab,

der, durch einen andern Stab angeschlagen, ein hohes klirrendes

Geräusch gibt.

Triangularzahlen, s. Trigonalzahlen.

Triangulation (lat., auch trigonometrische Netzlegung),

Inbegriff aller Arbeiten, welche einer geregelten topographischen

Aufnahme (s. d.) eines Landes vorausgehen müssen, aber auch

bei Gradmessungen etc. ausgeführt werden. Zweck der T. ist im

eigentlichen Sinn: Bestimmung der Lage von Punkten der

Erdoberfläche. Denkt man sich einen Punkt auf eine Fläche

projiziert (s. Projektion), so ist die Lage des Punktes bestimmt,

sobald die Höhe des Punktes über dieser Fläche und

die Lage seiner Projektion auf dieser Fläche bekannt ist.

Diese, die Projektionsfläche, ist die Meeresfläche, und

die Höhe der Punkte über derselben wird durch

Höhenmessung oder Nivellement, ihre Lage auf der

Projektionsfläche durch Horizontalmessung oder (eigentliche)

T. bestimmt. Die T. zerfällt in Basismessung und

Horizontalwinkelmessung.

Unter einer Basis versteht man diejenige auf die

Projektionsfläche projizierte Entfernung von Punkten, die der

folgenden Bestimmung der Entfernung aller Punkte voneinander als

Grundlage dient. Die Länge der Basis beträgt im

allgemeinen 3-5 km und ihre Lage wird so ausgesucht, daß sie

die Vergrößerung der Seiten ermöglicht und das

Terrain zwischen ihren Endpunkten nicht Unebenheiten bietet, die

nicht durch den Basismeßapparat überwunden werden

könnten. Der Wichtigkeit der Basis für die folgende T.

entsprechend, muß man die Basis mit der größten

Sorgfalt und mit einem Apparat messen, der die Garantie

möglichst kleiner Fehler bietet. Die verschiedenen

Basismeßapparate schließen sich im wesentlichen dem von

Bessel 1834 zu der Gradmessung in Ostpreußen konstruierten

und später verbesserten an. Der Basismeßapparat besteht

aus Meßstangen, Glaskeilen u. Zubehör. Die

Meßstangen a a (Fig. 1, S. 824), 3-5 an der Zahl, sind von

Eisen u. etwa 4 m lang. Auf ihnen liegen Zinkstangen b b von der

halben Breite und der ganzen Dicke. An dem einen Ende c sind diese

Stangen durch Schrauben u. Lötung fest miteinander verbunden;

sonst nicht weiter vereinigt, berühren sie sich der ganzen

Länge nach. An beiden Enden der Zinkstange d und e sind

Stücke von Stahl aufgelötet, deren

824

Triangulation (Basismessung).

Enden horizontal abgeschrägt sind. Die Eisenstange

trägt dagegen nur auf dem einen Ende f ein Stahlstück,

welches auch keilförmige Abschärfungen hat, deren

Schneiden aber senkrecht zur Ebene der Stange stehen. Aus der

ungleichen Ausdehnung von Eisen und Zink folgt, daß die

Entfernung e f mit der Temperatur der Meßstangen variiert.

Aus der Größe e f ist daher auf diese Temperatur zu

schließen, und da die Länge der Stangen bei einer

gewissen Normaltemperatur durch vorangegangene Untersuchung bekannt

ist, so ist unter fernerer Berücksichtigung des

Ausdehnungskoeffizienten des Eisens die jedesmalige Länge der

Stangen zu bestimmen. Um die Biegung der Meßstange zu

verhüten, liegt dieselbe mittels der Rollenpaare g g (Fig. 2)

auf einer eisernen Stange h, die auf dem Boden eines Holzkastens

iiii befestigt ist, der die Meßstange der Länge nach

einschließt. Aus den Ruhepunkten ist die Stange mittels

Mikrometerschraube k beweglich, die auf einer Seite aus dem Kasten

heraustritt. Zur Horizontallegung der Stange, resp. zur Ablesung

des Winkels, um welchen diese von der horizontalen Lage abweicht,

befindet sich auf ihr eine Libelle l mit graduierter Schraube. In

der obern Fläche des Kastens sind ein oder zwei mit Glas

geschlossene Einschnitte angebracht zur Ablesung der

Stangentemperatur an einem auf den Meßstangen ruhenden

Thermometer. Die Glaskeile (3-5), in Einem Stück geschliffen,

sind nach dem Schleifen so voneinander getrennt, daß die

parallelen Ebenen 3 Linien Entfernung haben. Die Stärke der

Keile steigt von 0,8-2,0 Linien. Zwischen diesen beiden Grenzen

sind auf einer der parallelen Ebenen 120 Striche in gleichen

Zwischenräumen so gezogen, daß sie die den Winkel der

geneigten Ebenen des Keils halbierende Linie senkrecht

durchschneiden. Diese 120 Striche füllen eine Länge von

41 Linien, sind also 1/3 Linie voneinander entfernt und sehr nahe

von 0,01 zu 0,01 Linie der Dicke des Keils fortgehend. Da

außerdem die Zehntel eines Zwischenraums von 1/3 Linie leicht

durch das Augenmaß geschätzt werden, so bieten die Keile

das Mittel, noch Tausendstel der Linie zu messen. Zubehör sind

Böcke zum Auflegen der Stangen, Gewichte, Pfähle etc.

Der Basismessung gehen die Planierungsarbeiten des Basisterrains

voraus, um Unebenheiten des Terrains über 3°

Böschung, die durch den Apparat nicht überwunden werden

können, durch Abkämmen, resp. Aufführung von

Pfahlrosten etc. zu entfernen. Ist dieses geschehen, so werden bei

einer langen Basis mittels eines über einem Endpunkt

aufgestellten Theodolits (s. d.) in der Richtung nach dem andern

Endpunkt Zwischenpunkte bestimmt und diese durch feine Stifte

markiert. Von dem einen Endpunkt anfangend, werden dann so viel

Böcke aufgestellt, daß auf diese sämtliche

Meßstangen hintereinander gelegt werden können. (Fig. 2

zeigt eine auf zwei Böcke gelegte Meßstange.) Das

vorderste Ende der ersten Meßstange wird mit dem ersten

Endpunkt der Basis in Verbindung gebracht und diese Stange wie auch

alle andern mittels Theodolits so eingerichtet, daß sie genau

in der Richtung der Basis liegen. Es werden dann mittels der

Glaskeile die Entfernung e f (Fig. 1) sowie die Zwischenräume

zwischen je zwei Meßstangen gemessen; endlich wird an den

Libellenschrauben die Neigung der Meßstange abgelesen. Ist

eine Stange entweder zu nahe oder zu weit von der vorliegenden

gelegt worden, so daß der Gebrauch der Glaskeile nicht

durchführbar, so muß vorher die Stange mittels

Mikrometerschraube in den nötigen Abstand gebracht werden.

Sind die Ablesungen gemacht und notiert, so wird die erste Stange

in die Verlängerung der letzten gebracht und die Messung in

derselben Weise fortgesetzt. Da die Messung einer Basis mindestens

14 Tage angestrengter Thätigkeit erfordert, die Arbeit mithin

öfters unterbrochen und wieder angeknüpft werden

muß, so sind provisorische Festlegungen erforderlich, die mit

größter Genauigkeit ausgeführt werden müssen

und besondere Maßregeln erfordern, damit bei Wiederaufnahme

der Messung auch die kleinsten

825

Triangulation (erster Ordnung).

Fehler vermieden werden. Die bei der Messung ausgeführten

Beobachtungen geben das Mittel, die Länge der Basis zu

berechnen und auch ferner den wahrscheinlichen Fehler in Bezug auf

die Länge zu bestimmen (im allgemeinen kaum ein Milliontel der

ganzen Länge). Die Endpunkte der Basis werden behufs

späterer Wiederbenutzung sehr fest im Terrain markiert. Der

beschriebene Basismeßapparat ist der Reichenbachsche oder

Besselsche "Keilapparat", derselbe wird in Preußen, Bayern

und Italien gebraucht, Rußland und Schweden benutzen den

"Fühlhebelapparat" (s. d.), die Niederlande, Spanien und

Portugal den Brunnerschen "Mikroskopenapparat". Ein neuerer von

General Baeyer und Bauernfeind empfohlener Apparat ist das

Steinheilsche, auf Schienenbahn laufende gußstählerne

"Meßrad" mit Zählapparat (im hoch, zwischen

Holzwandungen laufend); letzterer Apparat etwa analog dem von

Fernel in Frankreich 1525 und Müller in Mähren 1720 zur

dortigen Landesvermessung angewendeten Meßrad.

Ist die Länge der Basis durch Messung und nachherige

Berechnung bekannt, so ist es möglich, in einem Umkreis von

200 km Halbmesser beliebig viele Punkte zu bestimmen. Dieses

geschieht wie folgt: 1) Die Basis A B (Fig. 3) wird bis zu einer

Entfernung G H von 40-100 km Länge auf die in der Figur

veranschaulichte Weise vergrößert. In jedem der

vorhandenen Dreiecke brauchen nur je zwei Winkel gemessen zu

werden, um demnächst die Seiten C B, C A und D A, D B, dann C

D, darauf E C, E D, F C, F D etc., endlich G H zu berechnen. 2) Von

der Seite G H ausgehend, werden Ketten von Dreiecken nach

verschiedenen Richtungen bis zu 200 km Entfernung von der Basis

geführt und diese Ketten miteinander so verbunden, daß

Flächen, welche von Dreiecken nicht überzogen, jedoch

ganz umschlossen sind, dazwischen bleiben. Es folgt 3) die

Ausfüllung der zwischen den Ketten freigelassenen Räume

mit Dreiecken. 4) In die unter 2 und 3 aufgeführten Dreiecke

werden Dreiecke eingeschaltet, deren Seitenlängen bis zu 10 km

herabsteigen. 5) In letztere Dreiecke werden endlich solche

eingeschoben, deren Seitenlängen sich bis zu 2 km vermindern.

Alle Messungen, die sich auf 1 und 2 beziehen, umfassen die T.

erster Ordnung, die auf 3 bezüglichen die sekundäre T.

erster Ordnung, die auf 4 bezüglichen die T. zweiter Ordnung,

die auf 5 bezüglichen die Detailtriangulation oder T. dritter

Ordnung.

Die T. erster Ordnung gibt die Grundlage zu allen folgenden

Triangulationsarbeiten; sie erfordert daher die Anwendung der

vorzüglichsten 10-15zölligen Theodolite (s. d.) sowie die

größte Sorgfalt bei den Messungen. Die Arbeiten beginnen

mit der Rekognoszierung des Terrains und der Auswahl der Punkte,

welche behufs Ausführung der Beobachtungen namentlich in

waldigem und etwas koupiertem Terrain durch Aufführung von

bedeutenden Bauten (Signalen) sichtbar gemacht werden müssen.

Die Höhe der Signale variiert je nach den Hindernissen, welche

die Durchsicht von einem Punkt zum andern decken, von 3-30 m. Die

Signale werden aus starkem Holz so errichtet, daß sie bei

heftigem Wind nicht erschüttert werden, und daß

derjenige Teil, auf dem das Instrument zu stehen kommt,

vollständig isoliert ist von demjenigen Teil, auf dem sich der

Beobachter befindet. Dies erreicht man durch zwei ineinander

stehende, völlig getrennte Bauten. Statt der Holzsignale

werden bei geringern Höhen Steinpfeiler errichtet (1 m hoch),

bei Kirchtürmen auf deren Plattform. Diesen

Vorbereitungsarbeiten folgen die Beobachtungen. Wegen der

großen Entfernung der Punkte voneinander und in

Rücksicht auf die möglichst besten Einstellungsresultate

wird aber bei der T. erster Ordnung davon abgesehen, die auf den

Signalen angebrachten Spitzen oder Tafeln etc. als

Einstellungsobjekte zu nehmen, vielmehr stets das mittels des auf

dem Nachbarsignal aufgestellten Heliotrops (s. d.) reflektierte

Licht eingestellt. Behufs der Beobachtungen wird der

Horizontalkreis des Theodolits genau horizontiert, und dann auf

jedem Punkt sämtliche vorhandene Richtungen mindestens 24 mal

eingestellt, so daß alle Winkel gleich oft gemessen werden.

Zur Eliminierung der sehr kleinen, aber stets vorhandenen

Einteilungsfehler des Horizontalkreises nimmt man sämtliche

Beobachtungen nicht auf einer Station in derselben Stellung des

Kreises vor, sondern verändert unter Beibehaltung derselben

Stellung des Instruments den Horizontalkreis um einen bestimmten

Winkel (gewöhnlich 60°). Auch wird bei der exzentrischen

Lage des Fernrohrs in jeder Kreislage jedes Objekt ebenso oft in

der einen wie in der andern genau um 180° entgegengesetzten

Stellung des Fernrohrs eingestellt. Aus dem Mittel beider Resultate

folgt dann der auf das Zentrum des Instruments sich beziehende

Winkel. Zwei weitere Feldarbeiten sind: a) Das Nehmen der

Zentrierelemente. Da es nicht immer möglich, den Heliotropen

oder den Theodolit im Zentrum der Station aufzustellen, so ist die

Abweichung hiervon zu messen, um diese den später zu

berechnenden Winkeln als Korrektion hinzufügen zu können.

b) Das Festlegen des Punktes. Dieses ist unbedingt erforderlich,

wenn die Messungen einen dauernden Wert haben und die

Anknüpfung späterer Messungen ermöglichen sollen. Es

geschieht durch Marksteine, bei der T. erster Ordnung durch eine

versenkte, ca. 50 cm im Quadrat große Platte und einen

daraufgestellten, ca. 1 m hohen, ca. 50 cm zu Tage tretenden Block.

In beide, Stein und Platte, sind in der Mitte der Steinflächen

Kreuzschnitte angebracht, deren Mittelpunkte das Zentrum der

Station bedeuten. Nach Beendigung der Feldarbeiten beginnt die

Berechnung der Kette. Da es nur selten möglich, auf einer

Station stets sämtliche Objekte einzustellen, so wird das

Mittel aus allen Einstellungen auch nicht deren wahrscheinlichsten

Wert ergeben. Die Ermittelung desselben wird durch die Ausgleichung

der Stationen erreicht. Es folgt sodann das Zentrieren der Winkel

bei denjenigen Stationen, bei denen der Theodolit oder der

Heliotrop nicht im Zentrum der Station aufgestellt war. Sind die

wahrscheinlichsten Werte der Richtungen hiernach korrigiert, so

folgt die Ausgleichung der Kette. Da nämlich in jedem Dreieck

sämtliche Winkel gemessen werden und es unmöglich ist,

dieselben absolut richtig zu messen, so folgt, daß die Summe

der gemessenen Winkel nicht gleich sein wird 180° + dem

sphärischen Exzeß (d. h. der Zusatz an

Winkelgröße über 180° an der Summe der Winkel

eines Kugeldreiecks). Außerdem folgt aus der nicht absoluten

Richtigkeit der Winkel, daß bei der Berechnung der

Dreiecksseiten stets verschiedene Werte gefunden werden

müssen,

826

Triangulation (zweiter Ordnung, Detailtriangulation,

Höhenmessungen).

je nachdem der eine oder der andre Winkel zur Berechnung benutzt

wird. Beides wird durch die Ausgleichung eliminiert, sämtliche

Dreiecke werden so auf 180° + sphärischen Exzeß

gebracht, und außerdem erhält jede Dreiecksseite in dem

ganzen Netz nur einen einzigen Wert. Die Ausgleichung erfordert die

Aufstellung und Auflösung von Gleichungen, deren Anzahl von

der Zahl der zu bestimmenden Punkte und der vorhandenen Richtungen

abhängt. Die Grenze für die wahrscheinlichen Fehler der

Dreiecksseiten erster Ordnung beträgt 1/100000 der

Länge.

Die T. zweiter Ordnung (sekundäre T.) wird im allgemeinen

wie die T. erster Ordnung ausgeführt; nur gestattet der feste

Rahmen, der diese Dreiecke umschließt, bei den Beobachtungen

wie bei den Ausgleichungen ein etwas abgekürztes Verfahren.

Bei der sekundären T. erfolgen die Rekognoszierungen, die

Bebauung und Festlegung wie bei der T. erster Ordnung. Die

Beobachtungen werden mit achtzölligen Theodoliten

ausgeführt, die Pyramidenspitzen, Kirchturmspitzen als

Einstellungsobjekte genommen und jeder Winkel zwölfmal

gemessen. Stationsausgleichung findet nicht statt, und die

Ausgleichung des Netzes wird nicht im ganzen, sondern nur

gruppenweise ausgeführt. Die Fehlergrenze der Dreiecksseite

beträgt 1/50000 der Länge. Bei der Detailtriangulation

endlich ist wegen der geringen Entfernung der Punkte voneinander

die Rekognoszierung und Bebauung bedeutend vereinfacht. Die Signale

sind im allgemeinen nur ca. 4-6 m hohe drei- oder vierseitige

Pyramiden. Die Festlegung besteht in einem einfachen Block mit

Kreuzschnitt. Zu den Beobachtungen werden fünfzöllige

Theodoliten benutzt und die Winkel durch sechsmalige Einstellung

gewonnen. Bei der Berechnung wird der sphärische Exzeß

nicht berücksichtigt. Dreiecksfehler werden auf die drei

Winkel verteilt und die Länge der Seiten aus dem

arithmetischen Mittel der aus den verschiedenen Dreiecken sich

ergebenden Werte derselben Seite mit 1/25000 Fehlergrenze

ermittelt. In Fig. 4 sind die Triangulationen der verschiedenen

Ordnungen veranschaulicht, und es bezeichnen die starken Linien die

T. erster Ordnung, die schwachen die T. zweiter Ordnung und die

punktierten die Detailtriangulation.

Was die Höhenmessungen betrifft, so werden die Nivellements

eingeteilt in trigonometrische und geometrische Nivellements.

Letztere werden unterschieden in geometrische

Präzisionsnivellements und einfache geometrische Nivellements.

Über einfache Nivellements s. Nivellieren. In der höhern

Geodäsie kommen nur trigonometrische und geometrische

Präzisionsnivellements zur Anwendung. Die früher

angewendeten trigonometrischen Nivellements sind

erfahrungsmäßig infolge der Refraktionseinflüsse

nicht völlig genau; als Grundlage aller Höhenbestimmungen

werden jetzt daher nur geometrische Präzisionsnivellements

ausgeführt. Die Fehlergrenze von 3 mm bei guten, 5 mm auf 1 km

bei noch brauchbaren Nivellements bedingt die Anwendung

vorzüglichster Nivellierinstrumente (Fernrohre mit ca. 32

maliger Vergrößerung) und größte Sorgfalt bei

den Beobachtungen. Die Nivellements werden, von dem Nullpunkt eines

Pegels ausgehend, auf möglichst ebenen Straßen,

Chausseen etc. ausgeführt; von 1/4 Meile zu 1/4 Meile wird ein

Punkt der Höhe nach bestimmt und im Terrain, z. B. durch einen

in einen Granitblock horizontal eingelassenen gußeisernen

Nivellementsbolzen, fest markiert. Von diesen so bestimmten Punkten

werden Seitennivellements nach allen in der Nähe liegenden

trigonometrisch bestimmten Punkten ausgeführt und so auch

deren Höhe über dem Nullpunkt des Pegels ermittelt. Das

Nivellement geschieht stets von der Mitte aus, jede Linie wird

mindestens zweimal nivelliert, auf den Chausseen findet der

Kontrolle halber polygonaler Abschluß statt. Die durch

denselben sich ergebenden kleinen Differenzen werden durch die

Ausgleichung eliminiert, mittels welcher die definitiven Höhen

der Punkte gefunden werden. Näheres über

Präzisionsnivellements s. Nivellieren.

Gleichzeitig mit der Horizontalwinkelmessung bei der T. zweiter

und dritter Ordnung werden trigonometrische Höhenmessungen

zwischen allen denjenigen Punkten vorgenommen, deren Höhen

nicht bereits durch geometrische Nivellements bekannt sind. Mit der

T. erster Ordnung werden keine Höhenmessungen verbunden, da

bei den großen Entfernungen der einzelnen Hauptdreieckspunkte

die Unregelmäßigkeiten der Refraktion die Güte des

Resultats benachteiligen würden. Da ferner die Refraktion

mittags am geringsten ist, so werden die Beobachtungen nur in der

Zeit von 10-3 Uhr ausgeführt. Soll der Höhenunterschied h

der beiden Punkte A u. B (Fig. 5), dessen Horizontalentfernung a

durch die vorangegangene T. bekannt ist, gefunden werden, so ist

nur erforderlich, den Winkel z, die Zenithdistanz, zu messen; denn

da z = alpha, so folgt: h = a/ tang z. Dieser Höhenunterschied

h, zu der absoluten Höhe von A addiert gibt die absolute

Höhe von B. Die Zenithdistanzen werden mittels der mit

Höhenkreisen versehenen Theodolite genommen. Um richtige

Resultate zu erhalten, hat man die Höhe des Fernrohrs in A und

die Höhe des eingestellten Objekts in B in Bezug auf die

Dreieckspunkte A und B zu messen und in Rechnung zu bringen. Wie in

A nach B, wird auch in B nach A

826a

Triasformation I.

von vorn Coratites nodosus.

von der Seite (Art. Ammoniten und Tintenschnecken.~)

Encrinus liliiformis; a Stielglied von der Gelenkfläche.

(Art. Krinoideen.)

Stück eines Zahndurchschnittes von Mastodonsaurus Jaegeri,

stark vergrößert. (Art. Labyrinthodonten,')

Ein ganzer Gaumen von Placodus Andriani; die Mahlzähne sind

erhalten, die Schneidezähne ausgefallen. (Art.

Reptilien.')

von der Seite o von vorn Lima striata. (Art.

Kammmuscheln.')

Zahn von Mastodonsaurus.

Avicula socialis.

(Art. Muscheln.}

Schädel von Mastodonsaurus Jaegeri. (Art.

Labyrinthodonten.)

Fährtenabdrüeke von Chirotherium. (Art.

Labyrinthodonten.)

von der Seite von vorn

Cardita crenata. (Art. Muscheln.')

Terebratula vulgaris. (Art. Brachiopoden.}

Posidonomya Clarai. (Art. Muscheln.)

Fährtenabdruck von Brontozoum (Ornitichnites) giganteum

und sogen, fossile Regentropfen (Abdrücke von

Luftblasen).

(Art. Dinosaurier,)

Zum Artikel »Triasformation«

826b

Triasformation II.

Pflanzen der Keuperformation.

1. Nadelhölzer (Voltzien). -- 2. Riesenschachtelhalm

(Equisetum arenaceum). -- 3. Brandblattpflanze (Aethophyllum

speciosum). -- 4. Kammwedel (Pecopteris Meriani). -- 5.

Kammwedel (Pecopteris angusta). -- 6. Netzfarn

(Clathropteris). -- 7. Kalamiten (Calamites Meriani). --

8. Bandfarn (Taeniopteris marantacea). -- 9. Flügelzamie

(Pterophyllum Jaegeri).

827

Triangulation - Triasformation.

die Zenithdistanz gemessen und sowohl von hier aus als auch aus

der Zusammenstellung der von B über andre Punkte, C D etc.

(Fig. 6), nach A zurück ermittelten Höhenunterschiede

eine Kontrolle über die Güte der Arbeit ausgeführt.

Existieren in einem größern Terrainabschnitt keine durch

geometrische Nivellements bestimmten Dreieckspunkte, so ist es

erforderlich, wenigstens einige Punkte möglichst sicher der

Höhe nach zu bestimmen. Es werden dazu

gegenseitig-gleichzeitige Zenithdistanzen genommen. Es seien z. B.

die Höhen der Punkte A und F (Fig. 6) bekannt, und es sollen

die Höhen der Punkte B, C, D, E bestimmt werden, so messen

zunächst auf A und B je ein Beobachter die Zenithdistanzen von

A nach B, resp. B nach A und zwar mit Hilfe des Heliotropen oder

bei nähern Entfernungen mit Hilfe eines durch Senken einer

Tafel etc. gegebenen Zeichens in demselben Zeitmoment. Ist die

vorgeschriebene Anzahl von Beobachtungen beendigt, so begibt sich

der Beobachter von A nach C. Es werden dann die Zenithdistanzen von

B nach C und von C nach B gemessen. Darauf geht der Beobachter von

B nach D etc. bis zu Ende.

Die gegenseitig-gleichzeitigen Beobachtungen haben den Vorteil,

daß sie annähernd den Einfluß der Refraktion

aufheben, kommen indes nur in beschränkter Weise zur

Anwendung. Im großen und ganzen werden die trigonometrischen

Höhenmessungen durch gegenseitige, aber nicht gleichzeitige

Beobachtungen ausgeführt, und nur ausnahmsweise, wenn ein

Punkt die Aufstellung des Instruments (wie bei einzelnen

Kirchtürmen etc.) nicht erlaubt, oder wenn eine allzu

große Genauigkeit nicht verlangt wird, werden einseitige

Zenithdistanzen genommen; dann muß aber die Höhe eines

solchen Punktes der Kontrolle halber stets von mindestens drei

andern bereits bestimmten Punkten aus ermittelt werden. Ist auf

beschriebene Weise durch T. und Höhenmessung die Lage eines

Punktes auf und über der Projektionsfläche ermittelt

worden, so ist die geographische Position desselben festzustellen.

Dieses geschieht durch Polhöhen-, Längen- und

Azimutbestimmung. In der höhern Geodäsie kommen aber alle

diese Arbeiten nur ausnahmsweise vor, da es, wenigstens in Europa,

stets möglich sein wird, einen Dreieckspunkt mit einer

Sternwarte unmittelbar zu verbinden und so deren Position auf einen

Dreieckspunkt zu übertragen. Ist die geographische Position

Eines Dreieckspunktes bekannt, so wird mit Hilfe der noch als

gültig angenommenen Erddimensionen von Bessel durch einfache

Rechnung Breite, Länge und Azimut jedes andern trigonometrisch

bestimmten Punktes ermittelt. Vgl. Puissant, Traité de

géodésie (Par. 1805); Späth, Die höhere

Geodäsie (Münch. 1816); Decker, Lehrbuch der höhern

Geodäsie (Mannh. 1836); Fischer, Lehrbuch der höhern

Geodäsie (Darmst. 1845-46, 3 Abtlgn.); Bessel und Baeyer,

Gradmessung in Ostpreußen (Berl. 1838); Baeyer,

Küstenvermessung (das. 1849); die Werke von Gauß und die

Veröffentlichungen des Büreaus der Landestriangulation;

Bauernfeind, Elemente der Vermessungskunde (6. Aufl., Stuttg.

1879); Jordan, Handbuch der Vermessungskunde (2. Aufl., das. 1878);

Börsch, Geodätische Litteratur (Berl. 1889).

Triangulation, in der Gärtnerei die Veredelung mit

dem Geißfuß (s. d. und Pfropfen).

Triangulieren (lat.), ein Stück Erdoberfläche

behufs trigonometrischer Vermessung in Dreiecke zerlegen (vgl.

Triangulation).

Meyers Konversationslexikon Band 15 · 第 239 / 302 段