Die schönsten Theatergebäude in Deutschland finden

sich zu München, Berlin (Schauspielhaus, Opernhaus, Viktoria-

und Wallnertheater), Wien (Opernhaus, Hofburgtheater, s. Tafel

"Wiener Bauwerke", und das T. an der Wien), Hannover, Dresden,

Leipzig, Magdeburg, Köln, Bremen, Karlsruhe, Braunschweig,

Halle, Darmstadt, Frankfurt a. M., Prag, Budapest. Das

Wagnertheater in Baireuth wurde bereits oben erwähnt. In

Frankreich zeichnen sich aus das

Théâtre-Français, die neue Große Oper und

das Châtelettheater in Paris, die T. von Lyon, Marseille und

Bordeaux; in Italien die T. San Carlo in Neapel, della Scala in

Mailand und Fenice in Venedig. Das größte T. in

Rußland ist das zu Petersburg (durchaus von Stein und Eisen

bis auf das Podium und den Maschinenboden). Londons

größte T. sind das Drurylane- und das

Coventgardentheater. Die größten der modernen T. fassen

3-7000 Zuschauer (della Scala 7000, San Carlo 7500, das T. in

Chicago, gegenwärtig das größte der Welt, hat 8000

Sitzplätze). Vgl. aus der neuern Litteratur Gosset,

Traité de la construction des théâtres (Par.

1885); Garnier, Le nouvel Opera de Paris (das. 1876-81); "Das neue

Opernhaus in Wien" (Wien 1879); Gwinner, Das neue königliche

Opernhaus in Budapest (das. 1885); Staude, Das Stadttheater zu

Halle (Halle 1886); Fölsch, Theaterbrände und die zu der

Verhütung derselben erforderlichen Schutzmaßregeln

(Hamb. 1878); Gilardone, Handbuch des Theaterlösch- und

Rettungswesens (Straßb. 1882-84, 3 Bde.). über die

Geschichte des Theaters im weitern Sinn vgl. Schauspielkunst. -

Anatomisches T. (Anatomie), das Gebäude, in welchem Anatomie

gelehrt und ausgeübt wird, besonders der Hörsaal mit

amphitheatralisch erhöhten Plätzen.

Theaterbilletsteuer, eine Aufwandsteuer auf den

Theaterbesuch, in Frankreich als Zwecksteuer für

Wohlthätigkeitsanstalten von größern Städten

im Betrag von 10 Proz. des Eintrittsgeldes erhoben.

Theatiner, Orden regulierter Chorherren, gestiftet 1524

in Rom von Joh. Pet. Caraffa, nachmaligem Papst Paul IV., damals

Bischof von Theate oder Chieti (daher auch Chietiner, Quietiner,

Pauliner), in Verbindung mit Cajetan da Thiene (daher Kajetaner),

bestätigt von Paul III. 1540 und Pius V. 1568, vornehmlich aus

Adligen bestehend, eine Pflanzschule des höhern Klerus. Die

noch jetzt verfolgte Tendenz des Ordens geht auf Erweckung eines

reinen apostolischen Geistes mittels Predigt und Gottesdienstes.

Die T. legen die drei Mönchsgelübde auf Augustins Regel

ab und verpflichten sich außerdem zum Predigen gegen Heiden

und Ketzer, zur Seelsorge, zur Pflege der Kranken. Später

verbreitete sich der Orden auch über Frankreich, Spanien,

Polen und hatte Missionen in Asien. Spätere Päpste, Urban

VIII. und Clemens IX., vereinigten mit ihm zwei von Ursula

Benincasa 1583 und 1610 gestiftete Kongregationen von

Theatinerinnen.

Theatralisch (griech.), das Theater betreffend;

bühnenmäßig; affektiert.

Théâtre-Français (auch

Comedie-Française genannt), das erste Pariser Theater in

litterarischer Beziehung, ist eine Schöpfung Ludwigs XIV.

Durch Kabinettsbefehl von 21. Okt. 1680 vereinigte er die Truppe

des Hôtel de Bourgogne und die Molièresche, welche

nach dem Tod ihres Meisters (1673) aus ihrem Saal im Palais-Royal

hatte weichen müssen, zu einer Truppe, um, wie es in dem

Befehl hieß, den Schauspielern die Möglichkeit zu

gewähren, sich

626

Theatrum europaeum - Theben.

immer mehr zu vervollkommnen. Er gab ihr das Privilegium,

Tragödien und Komödien aufzuführen, und bewilligte

eine jährliche Unterstützung von 12,000 Frank; die Anzahl

der Schauspieler wurde fest bestimmt, die Verwaltung geregelt. So

war durch die Vereinigung des Repertoires von Corneille und Racine

mit dem Molières die klassische Bühne Frankreichs

geschaffen; die Schauspieler nannten sich Comédiens

ordinaires du roi. 1689 baute sich die Truppe einen eignen Saal in

der Straße Fosses Saint-Germain (nachmals Straße de

l'Ancienne Comédie) und nannte sich von der Zeit an

Théâtre de la Comédie-Française; in

demselben blieb das Theater bis zum Jahr 1770. In der ersten

Hälfte dieser Periode machte es nur schlechte Geschäfte

und vermochte die Konkurrenz der Markttheater (Marionetten,

Akrobaten, Bänkelsänger etc.) nur mit polizeilicher Hilfe

zu überwinden; die Zeit von 1740 aber, wo Voltaires Dramen die

Bühne beherrschten, bis 1780 ist die glänzendste Epoche

seiner Geschichte. Eine große Anzahl ausgezeichneter

Schauspieler fand sich damals zusammen, von denen wir hier nennen:

Grandval, Lekain, Bellecourt, Préville, Molé, Monvel,

Brizard, Dugazon, die Damen Dumesnil, Clairon, Dangeville und

Contat. Im J. 1770 siedelte das Theater in die Tuilerien über,

zwölf Jahre später in einen neuerbauten Saal, wo sich

jetzt das Odéon befindet. Hier fand auch 1784 die

berühmte erste Vorstellung von "Figaros Hochzeit" statt. Die

Revolution spielte dem T. übel mit; den Versuch, die

antirepublikanischen Stücke Layas aufzuführen,

mußten Schauspieler und Dichter mit Gefängnis

büßen; erst nach und nach wurden sie befreit. Zur Ruhe

aber kam das T. erst 1803, als es wieder in den Saal des

Palais-Royal einziehen durfte, in dem schon Molière gewirkt

hatte. Hier ist es seit der Zeit geblieben; der jährliche

Zuschuß wurde auf 100,000 Frank erhöht. Eine feste

Organisation erhielt es durch Napoleons pomphaftes Dekret vom 15.

Okt. 1812 aus Moskau, das ergänzt und im einzelnen modifiziert

wurde durch die Dekrete vom April 1850 und November 1859. Hiernach

untersteht die Verwaltung einem Komitee von sechs Mitgliedern,

unter der Direktion eines vom Staat bestellten Beamten (seit 1833;

seit 1885 J. Claretie); dieses hat nicht nur die finanziellen

Angelegenheiten zu besorgen und die Sociétaires (fest

angestellten Mitglieder im Gegensatz zu den Pensionnaires) zu

ernennen, sondern wirkt auch als Lesekomitee und hat über

Annahme und Zurückweisung der eingereichten Stücke zu

entscheiden. Der Zuschuß ist auf 240,000 Frank erhöht

worden. - In dieser ganzen Zeit war die

Comédie-Française arm an hervorragenden Talenten;

abgesehen von Talma, der 1784 zuerst auftrat, und Rachel

Félix, die ihr von 1838 bis 1855 angehörte, sind Sterne

erster Größe auf der klassischen Bühne nicht zu

verzeichnen. Dafür aber ist sie, besonders seit der Mitte

dieses Jahrhunderts, durch ein mustergültiges Zusammenspiel

ausgezeichnet, durch das in Verbindung mit der sorgfältigen

Ausstattung, einem unermüdlichen Studium und liebevoller

Achtung vor der Überlieferung die glänzendsten Erfolge

erzielt wurden. Diese Vorzüge kommen besonders der

Wiederaufführung der Werke der großen französischen

Klassiker zu gute; eine würdige und künstlerisch

schöne Darstellung derselben zu bieten, hat das T. immer als

wichtigste Aufgabe betrachtet, eine Aufgabe, der die romantische

Periode, welche mit der berühmten Theaterschlacht vom 25.

Febr. 1830 zum Siege gelangte, es nur vorübergehend zu

entfremden vermochte. Dafür hat auch die 200jährige

Jubelfeier der Gründung des T. im J. 1880 einen

vollgültigen Beweis geliefert. Vgl. Lucas, Histoire du T. (2.

Aufl. 1863, 3 Bde.); Despois, Le T. sous Louis XIV (Par. 1886);

Chabrol, Histoire et description du Palais-Royal et du T. (das.

1884).

Theatrum europaeum, eine Chronik der Zeitereignisse,

welche seit etwa 1616 zu Frankfurt a. M. in Bänden erschien

und Vorläuferin der später entstandenen Zeitungen war.

Sie ging später in den Besitz der Kupferstecher- und

Kunsthändlerfamilie Merian (s. d.) über, deren Mitglieder

sie mit Kupferstichen versahen. Seit 1700 führte die Redaktion

der Laubacher Pastor Schneider, welcher dem T. einen neuen

Aufschwung gab. Doch ging es 1718 zum Teil durch die

Verschwendungssucht des Generals und Architekten Eosander v. Goethe

ein, welcher die Erbin des Merianschen Verlags geheiratet hatte. Es

umfaßt 21 Bände.

Theba (hebr.), s. Arche.

Thebain C12H21NO3, Alkaloid des Opiums, bildet farb- und

geruchlose Kristalle, schmeckt scharf, metallisch zusammenziehend,

ist leicht löslich in Alkohol und Äther, kaum in Wasser,

reagiert stark alkalisch, bildet mit Säuren kristallisierbare

Salze, ist sehr giftig und erregt Starrkrampf.

Thebaïs, im Altertum Name von Oberägypten, nach

der Hauptstadt Theben (s. d. 1).

Thebaïsche Region, nach der Legende eine vom Kaiser

Maximianus 300 n. Chr. aus der ägyptischen Landschaft Thebais

gegen die Christen in Gallien gesandte Legion, welche wegen

Dienstverweigerung erst zweimal dezimiert, dann mit ihrem

Führer Mauritius zu St.-Maurice in Wallis niedergemetzelt und

unter dem Namen der 10,000 Ritter (22. Juni) in das Martyrologium

aufgenommen ward.

Theben, 1) die alte Hauptstadt Oberägyptens, am Nil,

die "hundertthorige Stadt", der einstige Mittelpunkt des

Pharaonenreichs, heute nur ein ausgedehntes Ruinenfeld zu beiden

Seiten des Nils. Der hieroglyphische Name der Stadt war Ape (mit

dem Artikel T'Ape), woraus das griechische Thebae entstanden ist.

Die unter den Ptolemäern eingeführte Benennung Diospolis

ist eine Übersetzung des altägyptischen Pe-Amun ("Haus

des Ammon"). Die Gründung Thebens ist in Dunkel gehüllt.

In die Geschichte tritt die Stadt erst mit der 11. Dynastie (2850

v. Chr.) ein, welche von Manetho eine thebaische genannt wird, und

deren Gräber dort entdeckt wurden. Nach der Vertreibung der

Hyksos und mit der Herstellung der unter ihnen zerstörten

Tempel, also unter der 18. Dynastie (1706), begannen die herrlichen

Bauten zu entstehen, welche, im Lauf der folgenden elf Jahrhunderte

verschönert, vergrößert und vermehrt, die Stadt zum

Wunder der Alten Welt erhoben haben. 527 wurde ihr durch Kambyses

der erste Stoß versetzt; die Verwüstung und

Plünderung durch die Perser war derart, daß T. nie

wieder sich zu altem Glanz erheben konnte. Die Verlegung der

Residenz unter den letzten Dynastien nach den Städten des

Deltas und der Aufschwung Alexandrias unter den Ptolemäern

entzogen ihr die Lebenskraft. 84 endlich brachte ihr die

Empörung gegen Ptolemäos Soter II. Lathyros den

Untergang. Erbittert durch ihren dreijährigen Widerstand,

verheerte sie der siegreiche König mit Feuer und Schwert, so

daß Strabon hier nur einige ärmliche Ortschaften um die

vier Haupttempel gruppiert fand. Das Gebiet von T. nehmen

gegenwärtig vier Dörfer: Luksor, Medinet Habu, Karnak und

Kurnah, ein, mit den noch erhaltenen großartigen Ruinen der

alten Stadt

627

Theben - Thecosmilia.

2) (Thebae) die größte Stadt in der griech.

Landschaft Böotien, auf den Vorhöhen des Teumessos, wird

schon von Homer als die Stadt der sieben Thore (Thebe Heptapylos)

genannt und war in der historischen Zeit der wichtigste Ort des

Böotischen Bundes. T. lag in quellenreicher, hügeliger

Gegend über dem südlichen Rande der aonischen Ebene und

hatte eine etwa 15 km lange Ringmauer. Die Stadt oder zunächst

die Burg Kadmeia wurde der Sage nach von Kadmos gegründet,

nachdem er den Drachen getötet, der das Land verödete.

Jedenfalls ließen sich bei T. phönikische Einwanderer

nieder, welchen dann griechische aus Kleinasien folgten, was die

Sage von Amphion beweist, der durch seine Leier die Steine

herbeilockte. Zu dem Geschlecht der Kadmeionen gehörte auch

der Sohn des Laios, Ödipus (s. d.), der die Regierung seinen

Söhnen Eteokles und Polyneikes mit der Bestimmung

übergab, daß jeder allemal ein Jahr regieren sollte.

Eteokles brach den Vertrag und veranlaßte dadurch den

berühmten Zug der Sieben gegen T. (s. Sieben gegen Theben),

dem 20 Jahre später der Zug der Epigonen, d. h. der Söhne

jener Sieben, folgte, welcher mit der Niederlage der Thebaner bei

Glisas und der Zerstörung des alten T. endete. T. gehörte

zum Böotischen Bund (s. Böotien) und ward bald Sitz der

Böotarchen und somit Hauptstadt des Bundes. 728 v. Chr.

erhielt die Stadt von dem Bakchiaden Philolaos aus Korinth neue

Gesetze. Auf Athens wachsende Macht eifersüchtig und über

den Abfall Platääs vom Böotischen Bund erbittert,

begann es 507 einen Krieg gegen Athen, wurde aber besiegt. In den

Perserkriegen stand T. mit Orchomenos auf der Seite der Perser und

erlitt mit diesen die Niederlage bei Platää 479, worauf

die Häupter der persischen Partei hingerichtet wurden. Thebens

Ansehen hatte infolgedessen so gelitten, daß Athen durch

Errichtung demokratischer Verfassungen in den böotischen

Städten Thebens Einfluß wiederholt zu brechen und

Böotien seiner eignen Hegemonie zu unterwerfen suchte. Nachdem

durch den Sieg bei Önophyta 456 Böotien (außer T.)

für den Athenischen Bund gewonnen worden war, schlugen die aus

Böotien Verbannten im Verein mit den Orchomeniern ein

athenisches Heer unter Tolmides 447 bei Koroneia, wodurch

Böotien sich vom Athenischen Bund wieder losriß.

Zugleich wurde die aristokratische Verfassung in T.

wiederhergestellt. Im Peloponnesischen Kriege gehörte T. zu

den erbittertsten Feinden Athens und versuchte 431 vergeblich,

Platää zu erobern; erst 427 gelang ihm die

Zerstörung dieser Stadt. 410 schloß es einen neuen Bund

mit Sparta. Als nach dem Sturz der Demokratie in Athen die 30

Tyrannen eine Schreckensherrschaft daselbst führten, sammelten

sich besonders in T. die athenischen Flüchtlinge und besetzten

von hier aus 403 unter Thrasybulos die kleine Grenzfeste Phyle und

später den Piräeus. Infolge dieses Umstandes und zugleich

aus Eifersucht auf die wachsende Macht Spartas nahm T. wieder eine

demokratische Verfassung an. Auch begann es 395 in Verbindung mit

Korinth und Argos offenen Krieg, den Korinthischen (s. d.), gegen

Sparta, ward aber 394 bei Koroneia geschlagen. Beim Ausbruch des

olynthischen Kriegs (382) besetzte der spartanische Feldherr

Phöbidas durch einen Handstreich die Burg von T., stellte die

Herrschaft der Aristokratie wieder her und schickte die

Häupter der demokratischen Partei in die Verbannung. Aber

schon 379 kehrte Pelopidas (s. d.) mit den übrigen

Flüchtlingen nach T. zurück, stürzte die

Aristokraten und erzwang mit Hilfe eines athenischen Heers die

Räumung der Burg. T. schloß hierauf ein Bündnis mit

Athen, Pelopidas u. Epameinondas (s. d.) aber traten an die Spitze

des Staats. Zwei Einfälle der Lakedämonier wies T. mit

Hilfe der Athener ab, ja es unterwarf sich auch die übrigen

böotischen Städte. Als die Thebaner 371 den allgemeinen

Frieden nicht annahmen, weil die Spartaner die Auflösung des

Böotischen Bundes forderten, begann der thebanische Krieg, in

welchem T. durch des Epameinondas Sieg bei Leuktra (371) die

Hegemonie errang. Es stürzte auch Spartas Macht auf dem

Peloponnes, indem Epameinondas den Arkadischen Bund stiftete und

die Unabhängigkeit Messeniens wiederherstellte; ja, es strebte

sogar nach einer Seeherrschaft. Jetzt glaubte selbst Athen, Thebens

Übermacht fürchten zu müssen, und trat auf Spartas

Seite über, und nach des Epameinondas Sieg und Tod bei

Mantineia (362) sank Thebens Macht wiederum, welche nur durch das

Genie seiner beiden größten Staatsmänner so hoch

gestiegen war. Neid und Haß trieben T. an, Phokis, das sich

ihm nicht unterwerfen wollte, durch das Amphiktyonengericht wegen

Verletzung des delphischen Tempelgebiets zu einer hohen Geldstrafe

verurteilen und sich zum Vollstrecker bestellen zu lassen.

Hierdurch erregte es den zweiten Heiligen Krieg (355-346), in dem

es jedoch unterlag, worauf es Philipp von Makedonien zu Hilfe rief

und ihm Gelegenheit gab, sich in Hellas festzusetzen. Erst nachdem

die Amphiktyonen 339 den Lokrern von Amphissa den zweiten Heiligen

Krieg erklärt und Philipp herbeigerufen hatten, ihr Urteil

gegen die Lokrer zu vollstrecken, und dieser Elateia besetzte,

griffen die Athener und Thebaner zu den Waffen gegen jenen, erlagen

aber in der Schlacht bei Chäroneia 338. T. mußte darauf

makedonische Besatzung in die Kadmeia aufnehmen. Nach Philipps Tod

(336) empörte sich T. gegen Alexander (335) auf die falsche

Nachricht von dessen Tod. Schon nach zwölf Tagen stand dieser

vor der Stadt und zerstörte sie nach dem Beschluß des

korinthischen Synedrions; 6000 Thebaner fielen, 30,000 wurden als

Sklaven verkauft. Erst 315 wurde T. von Kassandros mit Hilfe der

Athener wieder aufgebaut und stand nun unter makedonischer

Herrschaft. Im achäischen Krieg 146 schloß es sich der

Kriegserklärung der Achäer an die Römer an; nach

Verlust der Schlachten bei Skarpheia und Leukopetra flohen aber die

Einwohner Thebens nach dem Peloponnes, und T. verödete

seitdem. Pausanias fand nur noch die Burg und einige Tempel vor. Im

2. Jahrh. n. Chr. war die untere Stadt schon gänzlich

verschwunden. In neuerer Zeit hat man den Kabirentempel

ausgegraben. Aus Thebens Gebiet stammte Pindar. An Stelle der

phönikischen Burg Kadmeia erhob sich Thivä (s. d.).

Theben (ungar. Dévény), Markt und

Dampfschiffstation im ungar. Komitat Preßburg, an der

Mündung der March in die Donau und am Fuß des 513 m

hohen Thebner Kogels, mit dem die Kleinen Karpathen am

Donaudurchbruch (der Porta Hungarica) dem Leithagebirge

gegenüber beginnen, hat (1881) 1655 meist deutsche Einwohner,

die bedeutenden Handel mit Gemüse treiben. In der Nabe

T.-Neudorf, Station der Wien-Preßburger Bahnlinie, an der

March, über welche eine Brücke nach dem kaiserlichen

Jagdschloß Schloßhof führt, mit 1711 meist slowak.

Einwohnern.

Theca (lat., "Büchse"), die Frucht der Moose (s. d.,

S. 790); das Antherenfach der Staubgefäße (s. d.): bei

Pilzen der Sporenschlauch (s. d.).

Thecosmilia, s. Korallen.

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Thé dansant - Thee.

Thé dansant (franz., spr. dangssang), ein

Tanzfest, wobei Thee gereicht wird; ein kleiner Ball.

Thedinghausen, Flecken im Herzogtum Braunschweig, Kreis

Braunschweig, Exklave in der preuß. Provinz Hannover,

südöstlich von Bremen, aus den Orten Bürgerei, Hagen

u. Westerwisch bestehend, hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht,

Vieh- und Pferdehandel und (1885) 1697 Einw.

Meyers Konversationslexikon Band 15 · 第 182 / 302 段