Pfarrer Erik wollte einmal ostwärts über den Thjorsbach reiten. Auf dem
Ritt kam er nach Oerebakke und wollte dort in den Kramladen gehen, um
ein bißchen in seine Flasche gießen zu lassen (er nahm nämlich ganz
gern einen Schluck). Als er in den Laden hineinging, sah er zwei alte
Weiber draußen sitzen. Das eine Weib fragte, wer denn da ginge, worauf
das andere antwortete: »Kennst du denn nicht den Grauen von Vogsosar?
Er ist doch leicht zu erkennen.« Dann hörte ihr Gespräch auf. Erik aber
setzte seinen Ritt fort.
Als er an den Hraunsbach gekommen war, sah sein Begleiter ein altes
Weib hinter ihnen herlaufen und bat den Pfarrer, ein bißchen zu warten.
Dieser aber sagte, dazu sei seine Zeit zu knapp, und sie ritten
ziemlich rasch weiter, bis sie nach Sandholar, der Fährstelle am
Thjorsbach, kamen, wo sie von den Pferden stiegen. Da kam die Alte, die
noch rannte, nachdem sie sie von Oerebakke an verfolgt hatte, halbtot
vor Müdigkeit und Mattigkeit, und ihrer ganzen Oberkleidung entledigt.
Da wandte sich Erik zu der Alten und sagte: »Kehre nun wieder um, meine
Liebe, nun hast du den Grauen von Vogsosar gesehen; unterlaß es aber in
Zukunft, anständige Leute zu verhöhnen.«
Da kehrte die Alte um; der Pfarrer aber sagte zu seinem Begleiter, daß
er das Weib habe hinter ihnen herlaufen lassen, um ihr abzugewöhnen,
Schimpfnamen zu gebrauchen und anständige Leute zu verhöhnen.