3. Kalb schickt den Teufel aus, um einen Pfarrer zu holen

Kalb verfiel einmal in eine gefährliche und schwere Krankheit. Da trat

der Teufel zu ihm ans Lager und sagte, daß er beabsichtige, anwesend zu

sein, wenn er sterbe. Kalb erwiderte, daß er diesmal wohl nicht sterben

würde; trotzdem aber bat er den Teufel, einen Pfarrer zu holen, der

nicht geldgierig sei; es hätte weiter keine Eile, sagte er, denn sein

Krankenlager würde langwierig werden. Der Teufel wurde dabei ganz still

und meinte, es sei nicht so ganz einfach, solch einen Mann zu finden.

Kalb erwiderte, daß der Teufel ihn, Kalb, nicht bekäme, wenn er nicht

einen solchen Pfarrer bringen könne, der Vertrag zwischen ihnen wäre

dann ungültig.

Der Teufel zog also davon und blieb lange fort; er suchte sorgfältig,

fand aber keinen, der nicht geldgierig war. Nach vieler Mühe und langem

Suchen brachte er jedoch einen Pfarrer zu Kalb, von dem er erzählte,

daß er ihn weit weg in fernen Ländern gefunden habe; zwar wäre er nicht

ganz frei von Geldgier; es gäbe aber nur einen Pfarrer, da unten in

Deutschland, der in dem Ruf stände, nicht geldgierig zu sein, aber er

hätte nicht an ihn herangekonnt, eines leuchtenden Feuers wegen, das

die ganze Zeit um ihn gelodert hätte.

Kalb sagte, daß er mit dem Pfarrer, den der Teufel gebracht hätte,

nichts zu tun haben wolle, da er nicht ganz frei von Geldgier sei, und

der Teufel habe daher kein Recht auf Bezahlung.

Und so mußte der Teufel mit langer Nase abziehen.

Isländische Märchen und Volkssagen · 第 114 / 145 题