8. Der Teufel als Stallknecht

Saemund dem Weisen fehlte einmal ein Stallknecht, und er holte deshalb

den Teufel und setzte ihn hin, den Stall zu hüten. Alles ging gut, und

der Teufel erfüllte pünktlich seine Pflichten bis gegen das Frühjahr.

Am ersten Osterfeiertag aber, als Sira Saemund auf der Kanzel stand,

trug der Teufel den ganzen Mist auf einen Haufen vor der Kirchentür

zusammen, so daß der Pfarrer nach beendetem Gottesdienst nicht aus

der Kirche heraustreten konnte. Als er sah, wie es bestellt war, lud

er den Teufel vor sich und ließ ihn, ob er nun wollte oder nicht, den

ganzen Mist von der Kirchentür auf seinen Platz zurückbringen. Und so

nachdrücklich ließ ihn der Pfarrer das Stück Arbeit ausführen, daß er

ihn sogar die Reste mit der Zunge auflecken ließ. Da leckte der Teufel

so stark, daß in dem Stein vor der Kirchentür ein Vertiefung entstand.

Dieser Stein liegt noch immer in Odde, obgleich nur noch der vierte

Teil davon übrig ist. Er liegt nun vor dem Hoftor, und noch heutigen

Tages ist die Vertiefung in dem Stein zu sehen.

Isländische Märchen und Volkssagen · 第 106 / 145 题