Als er eingeschlafen war, wuchs ein Wald von Beduinen um das Lager und
senkte seine Lanzen in die Körper, die herumlagen. Las Casas banden sie und
einige andere, trennten ihn von ihnen und ritten mit ihm die Nacht durch
und den ersten Morgen. Dann rasteten sie. Las Casas ritt ein Kamel. Sie
gaben ihm Stutenmilch dieser Tiere. Er trank es nicht. Mittags ritten sie
weiter. Rötlicher Nebel schoß vor die Sonne und glühte die Kehlen aus.
Die Wüste war flach, ein wenig gewellt. Dann ritten sie eine hohe Düne
herunter. Ein Park von Zelten in grellem Karmesin, Gold und Grün stand um
ein paar Bäume und einen Brunnen. Las Casas trank Wasser. Abends fragte er,
ob sie ihn zu Yousouf brächten. Sie grinsten: Nein --! Da wuchs alle Kraft
in ihm und durchbebte ihn wieder.
Er liebkoste mit den Schenkeln sein Reittier: »Gute Stute . . .« Denn seine
Hände waren gebunden. Nachts ritten sie in eine Stadt ein, er schritt durch
Gewölbe und Gänge und stand in einem Zimmer, plötzlich, mit hellgelben
Steinen, zwischen denen dunkle Ziegel in Figuren saßen. Eine Laterne stand
auf dem Tisch, Wein, Brot, Früchte.
Kurz darauf erhielt er den Besuch eines schönen bärtigen Türken. Sie
verhandelten über sein Lösegeld. Während sie sprachen, senkten des Türken
Augen sich auf den Tisch. Blitzhaft zuckte Las Casas' Hand hoch, ein wenig.
Sein Dolch lag auf dem Tisch, den man ihm gelassen hatte. »Gib dir keine
Mühe!« lächelte der Türke. Der Marques hatte die Waffe schon gepackt. Er
sauste mit einem heftigen Sprung durch die Tür. Er sauste gegen einen
dreifachen Ring Eunuchen, ohrfeigte einen aus Zorn und kehrte ruhig zurück.
»Ich sagte es dir«, achselzuckte der Türke, ein bißchen beleidigt.
Allein er ließ ihm den Dolch.
»Sag mir das eine!« fragte der Marques scharf. »Bin ich bei Yousouf Bassa?«