(Aus Reliq. Antiq. Bd. I. Seite 179. nach beiden Manuscripten.)

+Cambridger Handschrift.+

At Siforde

setin kinhis monie,

fele biscopis,

and fele booc-lerede

herles prude

and cnites egleche.

+Oxforder Handschrift.+[134]

At Sévorde

séte theynes monye

fele biscopes,

and feole bok i-lered,

eorles prute,

knytes egleche.

Zu Siford sassen viele thanen, viele bischöfe und viele

buchgelehrte, stolze grafen und ritter desgleichen.

Þer was erl Alfred

of þe lawe suiþe wis,

and heke Alfred,

Englene herde,

Englene derling;

in Enkelonde he was king.

Thar wes the eorl Alvrich

of thare lawe swithe wis,

and ek Ealvred,

Englene hurde,

Englene durlyng;

on Englene londe he wes kyng.

Da war Graf Alfred, des gesetzes wohlerfahren, und auch Alfred,

England's hirt, England's liebling; in England war er könig.

hem he gon lerin,

so we mugen i-herin,

whu we gure lif lede sulin.

Alfred he was in Enkelonde a king,

wel swiþe strong and lufsum þing.

He was king and cleric,

Heom he bi-gon lere,

so ye mawe i-hure,

hw hi heore lif lede scholden.

Alvred he wes in Englene lond

and king wel swithe strong;

he wes king and he was clerek,

Sie begann er zu lehren, so ihr mögt hören, wie sie sollten ihr

leben führen. Alfred, er war in England und könig wohl sehr stark;

er war könig und gelehrter,

ful wel he lovede Godis werc;

he was wis on his word,

and war on his werke;

he was þe wisiste mon

þad was in Engelonde on.

wel he luvede Godes werk;

he wes wis on his word,

and war on his werke;

he wes the wysuste mon

that wes Engle londe on.

gar wohl liebte er Gottes werk; er war weise in seinem wort und

klug in seinem werke; er war der weiseste mann, der in England

(darin) war.

[Footnote 134: Die in den Rel. Ant. enthaltene abschrift des

oxforder manuscripts, welche von Sir F. Madden herrührt, zeigt

anstatt des þ überall th.]

Schon vor dem einfalle der Normannen in England hatte sich die lingua

Romana auf dem gebiete der literatur und poesie versucht, und die

normännischen jongleurs (joculatores) dichter und sänger (trouvères)

waren kaum weniger berühmt als die der Provence. Einer derselben,

Taillefer, war der normännische Tyrtaeus in der schlacht bei Hastings

und zugleich der erste ritter, welcher in die sächsische schlachtreihe

einbrach. Die politischen verhältnisse England's nach der eroberung

brachten es mit sich, dass die bedeutendsten schriftsteller der beiden

auf die besetzung England's folgenden jahrhunderte Normannen waren,

welche zum theil nicht einmal England ihr vaterland nennen konnten. Die

normännisch-französische poesie in England tritt zuerst mit kirchlichen

stoffen auf und scheint in Alice von Louvaine, gemahlin Heinrich's I.,

eine grosse beförderin gefunden zu haben. Ihr ist das versificirte

Bestiarium des Philipp de Thaun und die gereimte legende des heiligen

Brandan, deren ungenannter autor wahrscheinlich ein benedictinermönch

war, gewidmet. Der anfang dieses letzteren gedichtes möge hier als eine

sprachprobe der ältesten anglo-normännischen reimer eine stelle finden:

[135]Donna Aaliz la reine,

Par qui valdrat lei divine,

Par qui creistrat lei de terre

E remandrat tante guerre

Por les armes Henri lu rei,

E par le cunseil qui ert en tei,

Frau Alice, die königin, durch welche das göttliche gesetz

sich kräftigen wird, durch welche das gesetz des landes wachsen

und aufhören wird solcher krieg, durch die waffen Heinrich's

des königs und durch den rath, welcher sein wird in dir,

Salvet tei mil e mil feiz

Li apostoiles danz Benediz.

Que comandas, ço ad enpris

En letre mis e en Romanz,

E si cum fud li teons cumanz,

De saint Brendan le bon abeth.

es grüssen (?) dich tausend und tausend mal die (?) apostel

im Benedict (?) Was du befahlst, das habe ich unternommen

in schrift gesetzt und in Romanze und so, wie es dein befehl war,

(das leben) vom heiligen Brendan, dem guten abt.

[Footnote 135: Von Wright in seiner Biogr. Brit. Liter. Anglo-Norman

Period. 8. London. 1846. Seite XV aus Ms. Cotton. Vespas. B. X.

mitgetheilt.]

Hieran möge sich als eine probe anglo-normännischer prosa aus etwas

späterer zeit die übersetzung des ersten psalms anschliessen:

[136]Beonuré barun chi ne alat el cunseil des feluns, et en la veie

des pecheurs ne stout, et en la chaere de pestilence ne sist.

[137]Bienheureux est l'homme qui ne marche point selon le conseil

des méchants, et qui ne s'arrête point dans la voie des pécheurs,

et qui ne s'assied point au bank des moqueurs;

Mais en la lei de nostre seignor la volunted, e en la sue lei

purpenserat par jurn e par nuit.

mais qui prend plaisir en la loi de l'Eternel, et qui médite jour

et nuit en sa loi:

E iert ensement cume le fust qued et de juste les decurs des ewes,

ki dunrat sun froit en son tens.

car il sera comme un arbre planté près des ruisseaux d'eaux, qui

rend son fruit en sa saison,

E sa fuille ne decurrat, e tutes les coses que il unques ferad serunt

fait prospres.

et duquel le feuillage ne se flétrit point; et ainsi tout ce qu'il

fera, prospérera.

Nient eissi li felun, nient eissi, mais ensement cume la puldre que li

venz geted de la face de terre.

Il n'en sera point ainsi des méchants; mais ils seront comme la

balle que le vent chasse au loin.

En pur iço ne surdent li felun, en juise, ne li pecheor el conseil des

dreituriers.

C'est pourquoi les méchants ne subsisteront point en jugement, ni

les pécheurs dans l'assemblée des justes.

Kar nostre sire cunuist la veie des justes, e l'eire des feluns

perirat.

Car l'Eternel connaît la voie des justes; mais la voie des

méchants périra.

[Footnote 136: Von Wright am angeführten orte seite XVII. aus Ms.

Cotton. Nero C. VI. mitgetheilt.]

[Footnote 137: Nach der französischen bibelübersetzung des David

Martin. Bruxelles. 1851.]

Philippe de _Thaun_, verfasser von zwei abhandlungen in versen über

astronomie und symbolische zoologie,[138] _Turold_, verfasser des

schönen romans Roland,[139] Samson de Nanteuil, welcher die sprüche

Salomon's in französische verse übersetzte,[140] Geoffroi _Gaimar_,

verfasser einer chronik der angelsächsischen könige,[141] und David,

ein bedeutender Trouvère, dessen werke aber verloren sind, waren die

bekanntesten vorgänger eines normännischen schriftstellers von noch

grösserer berühmtheit und bedeutung besonders für die spätere englische

literatur, namens Maistre _Wace_ aus Jersey. Um das jahr 1160 schrieb

Wace in französischer sprache ein episches heldengedicht Li Romans de

Brut, oder Le Brut d'Angleterre.[142] Der hauptheld des gedichtes ist

Brutus, ein fingirter sohn des Trojaners Aeneas; von diesem Brutus wird

viele jahrhunderte vor der christlichen zeitrechnung das britannische

reich gegründet. Wace schöpfte seinen Brutus aus einer im guten ernst

geschriebenen geschichte, welche einige jahre vorher _Geoffrey_ von

_Monmouth_, ein mönk, in lateinischer sprache geschrieben hatte,[143]

und worin dieser die brittische geschichte durch eine lange reihe

fingirter könige von Cadwallader, welcher im jahre 689 der christlichen

zeitrechnung gelebt haben soll, bis auf Brutus, den sohn des Aeneas,

hinaufführte.

[Footnote 138: Popular Treatises on Science written during the

Middle Ages, in Anglo-Saxon, Anglo-Norman, and English. Edited by

Th. Wright. 8. London 1841. pp. 20-73, Li Livre des Creatures; pp.

74-131, The Bestiary, beide von Philippe de Thaun, mit wörtlicher

englischer übersetzung. Im übrigen siehe Wright's Biog. Brit.

Lit. A.N. Period. Seite 86 ff.]

[Footnote 139: La chanson de Roland, ou de Roncevaux, du XII.

siècle, publiée pour la première fois, d'après le manuscrit

de la Bibliothèque Bodléienne à Oxford, par Francisque Michel.

8. Paris. 1837.]

[Footnote 140: Noch ungedruckt. Proben aus dem Ms. Harl. No. 4388,

welches dem zwölften jahrhundert angehört, siehe in Wright's

Biogr. Brit. Liter. A.N. Period. Seite 130. 131.]

[Footnote 141: Collection of Historians edited by order of the

Record Commission, vol. I, p. 764-829: L'Estorie des Engles

solum la Translation de maistre Geffrei Gaimar. Enthält die

geschichte von der normännischen eroberung nebst den

schlusszeilen des gedichtes, in welcher der verfasser von sich und

seinem unternehmen spricht. Chroniques Anglo-Normandes. Recueil

d'Extraits et d'Ecrits relatifs à l'Histoire de Normandie

et de l'Angleterre pendant les XI. et XII. siècles; publié par

Francisque Michel. Tome premier. 8. Rouen, 1835. Enthält den

letzteren theil der geschichte Gaimar's nach der normännischen

eroberung.]

[Footnote 142: Le Roman de Brut, par Wace, poète du XII. siècle;

publié pour la première fois d'après les manuscrits des

Bibliothèques de Paris, avec un commentaire et des notes, par

Le Roux de Lency. 8. Tom. I. II. Rouen. 1836. 1838.]

[Footnote 143: Rerum Britannicarum, i.e. Angliæ, Scotiæ,

vicinarumque iusularum ac regionum, scriptores vetustiores ac

præcipui. Fol. Heidelberg, (Commelin.) 1587. pp. 1-92. Galfredi

Monumetensis Historiæ Regum Britanniæ. Galfridi Monumetensis

Historia Britonum, nunc primum in Anglia ex novem codicibus

Msstis. edita, ab J. A. Giles, e C. C. C. Oxon. 8. (Angezeigt,

ob schon erschienen?)]

Diese geschichte ist wegen ihres ursprunges und durch ihren einfluss auf

die spätere englische literatur ein interessantes werk geworden. Die

Britten von Wales, Cornwall und in der Bretagne besassen zu jener zeit

in einer grossen menge von volksthümlichen legenden und fabelhaften

sagen eine art von überlieferter geschichte, wie sie sich noch in

späterer zeit bei den stammverwandten Schotten fand. Aus dieser

brittischen quelle romantischer geschichte im äussersten westen Europa's

haben die benachbarten völker reichlich geschöpft. Walter Calenius,

archidiaconus von Oxford, sammelte einige jener sagen von

geschichtlicher färbung und theilte sie dem mönche Geoffrey mit,

welcher sie ordnete und in der gestalt einer wirklichen geschichte

veröffentlichte. Historischen werth besitzt das buch des Geoffrey so

gut als gar nicht, allein einen desto grösseren als eine hauptquelle

geschichtlicher romantik für die nächstfolgenden zwei jahrhunderte,

welche es noch nicht zu erschöpfen vermochten, denn Shakspeare

entlehnte, wenn auch nicht direkt, diesem werke die fabel zu seinem King

Lear, Sackville den stoff zu Ferrex und Porrex, während Drayton es zu

seinem Polyolbion benutzte, und sogar Milton nicht verschmähte, manche

anspielungen daraus zu entnehmen.

Maistre Wace schrieb auch eine geschichte der Normannen unter dem titel

Roman de Rou,[144] d.h. Roman Rollo's, des ersten herzogs der Normandie,

und einige andere schriften. Heinrich II. gab dem Chronisten eine

domherrnstelle zu Bayeux.

[Footnote 144: Le Roman de Rou et des Ducs de Normandie, par

Robert Wace, poète Normand du XII. siècle; publié pour la première

fois, d'apres les manuscrits de France et d'Angleterre; avec

des notes pour servir à l'intelligence du texte, par Frédéric

Pluquet. 2 vols. 8. Rouen. 1827. Observations Philosophiques et

Grammaticales sur le Roman de Rou, par M. Raynouard. 8. Rouen.

1829. Master Wace's chronicle of the Norman Conqnest, from the

Roman de Rou. Translated with Notes and Illustrations by Edgar

Taylor. With numerous woodcuts from the Bayeux Tapestry, and

various Mss., and an illustrative map of Ancient Normandy. 8.

London, 1837.]

_Benoit_, ein zeitgenosse Wace's, und Verfasser einer geschichte der

herzöge der Normandie,[145] sowie _Guernes_, ein geistlicher zu Pont

de St. Maxence in der Picardie, welcher das leben Thomas à Becket's

während der jahre 1172-1175 in versen beschrieb,[146] sind zwei andere

normännische schriftsteller,[147] welche in naher beziehung zur

literaturgeschichte England's stehen.

[Footnote 145: Collection de Documents inédits sur l'Histoire

de France, publiés par ordre du roi. Chronique des ducs de

Normandie, par Benoit, trouvère Anglo-Normand du XII. siècle,

publiée pour la première fois d'après un mannscrit du Musée

Britannique, par Francisque Michel. 3 tomes. 4. Paris. 1836. 1838.

1844.]

[Footnote 146: Das beste und älteste Ms. davon ist im brittischen

museum Harl. No. 270; ein anderes unvollständiges aus dem

vierzehnten jahrhundert ebendaselbst Cotton. Domit. A. XI. Von

einem dritten, dessen anfang fehlt, in der bibliothek zu

Wolfenbüttel ist eine ausgabe unter dem titel: das leben des

h. Thomas von Canterbury, Altfranzösisch. 8. Berlin, 1838. von

Immanuel Bekker veranstaltet worden.]

[Footnote 147: Ein mehreres hierüber in Essais Historiques

sur les Bardes, les Jongleurs, et les Trouvères, Normands et

Anglo-Normands. Par M. l'Abbé de la Rue. 3 vols. 8. Caen. 1834.

Sketches of the History of Literature and Learning in England

from the Norman conquest to the Accension of Elisabeth. By Geo. L.

Craik. 2 vols. 12. London 1844. Seite 107-155 des vol. I. Biogr.

Brit. Lit. Anglo-Norman Period. By Th. Wright. 8. London 1846.]

An Wace's Brut knüpft sich ein höchst interessantes denkmal der

untergehenden angelsächsischen, oder neuentstehenden englischen sprache.

Es is dieses die metrische übersetzung des Brut von _Layamon_, einem

geistlichen, geboren zu Ernley an dem Severn. Da der Brut im jahre 1155

beendigt war, so muss Layamon später geschrieben haben, nach seinen

Worten über Heinrich II. zu schliessen, wahrscheinlich zu ende der

regierung, oder nicht lange zeit nach dem tode dieses königs (1189).

Layamon's sprache ist noch angelsächsich zu nennen; noch hat sie die

beugungen der muttersprache, ist aber von der zur zeit der normannischen

eroberung lebenden durch die einführung, oder wenigstens durch den

zunehmenden gebrauch von hilfsformen verschieden; auch ist der charakter

der sprache darin geändert, dass nur wenige umschreibungen, ellipsen und

inversionen, die im Angelsächsischen so oft vorkommen, zu finden sind.

Französische wörter kommen nur sehr selten in Layamon's werk vor. Es ist

auch nicht eine blosse übersetzung, sondern mehr eine umschreibung der

Waceschen schrift. Die annahme des schlichten, ja beinahe kriechenden

styls des französischen romans an die stelle des stürmenden schwunges

des angelsächsischen gesanges zeigt deutlich die entartung des

Angelsächsischen, obwohl die sprachformen meist noch die alten sind, und

sich neben dem reime auch noch die alliteration, jedoch vernachlässigt

findet. In Worcestershire, wo Layamon schrieb, mochte sich die

veraltende sprache länger halten, als unter den mit den Normannen in

grösserer verbindung stehenden bewohnern des südens von England. Eine

vollständige handschrift Layamon's wird im brittischen museum (Ms.

Cotton. Calig. A. IX.) aufbewahrt; dieselbe scheint aus der ersten zeit

des 13. jahrhunderts herzurühren. Ein zweites manuscript in derselben

Sammlung (Ms. Cotton. Otho. C. XIII.) ist nur noch ein bündel

verbrannter blätter. Letztere handschrift ist jünger, gehört aber

auch noch dem 13. jahrhundert an.[148]

[Footnote 148: Layamon's Translation of Wace's Chronicle of the

Brut, with an English Translation, Preface, and Notes, by Fr.

Madden. (Angezeigt, ob erscheinen?). In Thorpe's Analecta

Anglo-Saxonica befindet sich seite 143-170 die geschichte des

königs Lear und seiner töchter aus den beiden manuscripten

Layamon's. Auch in Specimens of the early English Poets by G.

Ellis. 3 vols. 8. London 1801 ist seite 61 ff. des Bd. I. ein

längeres stück aus dem erstgenannten Ms. Layamon's abgedruckt.

In Wright's Biog. Brit. Liter. A.N. Period. seite 439 ff. sind

ebenfalls einzelne proben enthalten.]

Die folgenden, aus Ellis's Specimens etc. entlehnten sprachproben

werden das verhältniss zeigen, in welchem Layamon zu Wace und dieser

zu Geoffrey von Monmouth steht.

+Galfredi Monum. lib. VII cap. 4.+

Rex (Arthur) et regina, ille ad suum palatium cum viris, hæc ad aliud

cum mulieribus, epulatum incedunt; antiquam namque consuetudinem Troiæ

servantes Britones, consueverant mares cum maribus, mulieres cum

mulieribus, festivos dies separatim agere. Collocatis postmodum

cunctis ut singulorum dignitas expetebat, Caius dapifer, hermenio

ornatus, mille vero nobilissimis iuvenibus comitatus est, qui omnes,

hermenio induti, fercula cum ipso ministrabant. Ex alia parte vero

Bedverum pincernam totidem vario amicti sequntur, qui in scyphis

diversorum generum multimoda pocula cum ipso distribuebant. In palatio

quoque reginæ, innumerabiles ministri, diversis ornamentis induti,

obsequium suum præstabant, morem suum exercentes, quem si omnino

describere pergerem, nimiam historiæ prolixitatem generarem.

_Wace._

Quand li service fut finé,

Et lte Missa Est chanté,

Li roi a sa corone ostée,

Qu'il avoit au mostier(1) portée,

Une corone menor prist:

El la reine ensement(2) prist.

lus(3) mistrent les greignors ators(4)

Plus legiers pristrent, et menors.

Quand li roi torna del mostier,

A son palais ala manger.

La reine à une autre ala

Et les dames o(5) sei mena.

Li roi mangea avec les homes,

Et la reine avec les dames

O grant deduist(6) et grant joye,

Come soloit estre à Troie:

Et Bretons encor la tenoent

Quant ensemble feist(7) feisoent

Li roi et les homes mangoent,

Que nule fame n'i menoent:

Les dames mangoent aillors,

N'i avoit que lor servitors.

Quant li roi fut au deis(8) assiz,

A la costume del païs,

Assiz sont les barons entor;(9)

Chescun en l'ordre de s'enor(10)

Li senescal, Kei avoit nom,

Vestu d'un ermine pelliçon,

Servi à son mangier li roy,

Mil gentilz homes avec soi,

Qui tuiz(11) forent vestus d'ermine,

Cil servirent à la quesine.(12)

Sovent aloent et espez,(13)

Esqueles(14) portant, et mes.(15)

Beduer, de l'autre partie,

Servi de la boteillerie.

Ensemble o li, mil damoisealz,(16)

Vestuz d'ermine, genz, et bealx,(17)

O copes et o pos(18) d'or fin

Et o henas(19) porteient vin,

N'i avoit home qui servist,

Qui d'ermine ne se vestit.

Beduer devant euls aloit,

Que la cope li roi portoit,

Li damoiseals après aloent,

Qui les barons de vin servoent.

La reine ost(20) ses servanz

Ne vos sai dire quenz ne quanz.(21)

[Notes:

1: Monastère, dôme. -- 2: Ensemble, aussi. -- 3: Ils. -- 4: Les

atours plus grands. -- 5: à, avec. -- 6: Déduit. -- 7: Fête. --

8: Dais. -- 9: En tour. -- 10: Son honneur. -- 11: Tous. --

12: Cuisine. -- 13: Épais. -- 14: Écuelles. -- 15: Mets. --

16: Damoiseaux. -- 17: Beaux. -- 18: Aux coupes et aux pots. --

19: Hanap, trinkschale, A.S. hnæp, deutsch: napf. -- 20: Eut. --

21: Quels, ni quants.]

_Layamon._

þa Þe masse wes isungen,

of chirccken heo Þrungen.

þe king Mid his folke

to his Mete verde,

and Mucle his Dugeðe:

Drem wes on Hirede.

Da die messe war gesungen,

drängten sie sich aus der kirche.

Der könig mit seinem volke

zu seinem mahle fuhr,

und viele seines adels:

freude war im hause.

þa quene, an oðer Halve,

Hire Hereberwe isohte;

heo hafde of Wif-monne

Wunder ane moni en.

þa þe king wes iseten

Mid his Monnen to his Mete,

Die königin auf ihrer seite,

suchte ihre herberge;

sie hatte weibsleute

wunderbar viele.

Da der könig sich gesetzt hatte

mit seinen mannen zu seinem mahle,

to Þan kinge com Þa biscop,

seind Dubrig, Þe was swa god;

and nom of His Hafde

His kinc-Helm Hæhne.[149]

(For þan mucle golde

þe king hine beren n'alde)

kam zu dem könige der bischof,

der heilige Dubrig, der war so gut;

und nahm von seinem haupte

seinen hohen königshelm.

(wegen des vielen goldes

wollte ihn der könig nicht tragen)

[Footnote 149: Bis hierher sind die reste der alliteration im druck

angedeutet.]

And dude enne lasse crune

On þas kinges hafde,

And seoð-þen he gon do

Aðere quene alswo.

Inne Troie þis wes lage

Bi heore ælderne dage

und setzte eine kleinere krone

auf des königs haupt,

und darauf that sich an

eine andere auch die königin.

In Troja war dieses gesetz,

in ihren früheren tagen,

Þa Bruttes of come.

Þe weoren wel idone,

Alle þa wepmen,

At heore mete seten,

Sundi bi heom seolven.

Þat heom þuhte weldon.

da Brutus wegkam.

Die männer wohl gethan,

alle die waffenleute,

sassen bei ihrem mahle

gesondert bei einander;

das däuchte ihnen wohl gethan.

And alswa þa wifmen

Heore iwune hafden.

Þa þe king wes isete,

Mid alle his dugeð to his mete,

Eorles, and beornes,

At borde þas kinges,

Und auch die weiber

hatten ihre wohnung.

Da nun der könig sass

mit allem seinen adel bei dem mahle,

grafen und barone

am tische des königs,

Þe stiward com steppen,

Þe Kay wes ihaten;

Haxt cniht on londe,

Under þan kinge,

Of alle þan hæpe,

Of Arþures hirede.

kam der hofmeister geschritten,

der Caius war geheissen,

der höchste ritter im lande

unter dem könige

von all' dem haufen

von Arthur's haushalt.

Kay hehte him bivoren,

Moni heah mon iboren.

Þer weoren a þusen cnihte bald,

Wunder wel italde,

Þal þeineden þan kingen,

And his here þringen.

Caius gebot vor sich

manchen hochgebornen mann.

Da waren tausend kühne ritter,

wundervoll wohl gezählt,

die dem könig dienten

und zu seinem dienst sich drängten.

Aelc cniht hafde pal on,

And mid golde bigon;

And alle heore vingeres,

Iriven mid gold ringes,

Þas beorn þa sunde,

From kuchene to þan kinge.

Jeder ritter hatte einen mantel um

und mit golde besetzt,

und alle ihre finger

eingefasst mit gold'nen ringen;

die trugen das gesendete

aus der küche zu dem könige.

An oðer half, was Beduer,

Þas kinges hæge birle;

Mid him weoren eorlene sunen,

Of aðele cunne iboren;

And þere hehge cnihtene sunen,

Þa þider weoren icunen.

Auf der andern seite war Beduer,

des königs oberkellner;

bei ihm waren grafen söhne

aus adeligem geschlecht geboren,

und da hoher ritter söhne,

die hin gekommen waren,

Seoven kingene sunen,

Þat mid him quehten.

Bedever avormest eode,

Mid guldene bolle:

After him a þusend

Þrasten to hirede.

sieben königssöhne,

die mit ihm sich bewegten.

Beduer ging zuerst

mit goldener flasche,

nach ihm tausend

drängten sich zum dienst,

And alle þas cunnes drenche,

Þem cuðe on biþenche,

And þe quene, an hire end

Wifmen swide hende;

A þusend hire eode bivoren,

Riche men and wel icoren,

To þainen þere quene,

And þan þat mid hire weoren.

und mit aller art getränke,

die man sich nur denken kann.

Und die königin hatte auf ihrer seite

sehr schöne frauen:

tausend gingen vor ihr,

reiche und auserlesene männer,

zu dienen der königin

und denen, die bei ihr waren.

Thorpe in seinen Analecta Anglo-Saxonica (seite 143) theilt die

geschichte des königs Lear und seiner töchter nach beiden handschriften

des Layamon mit; zur vergleichung möge der anfang dienen, nebst der

entsprechenden stelle der Historia Britonum des Geoffrey von Monmouth:

Cedente igitur fatis Baldudo erigitur Leir eiusdem iilius in regem,

qui sexaginta annis patriam viriliter resit. Aedificavit autem super

fluvium Soram civitatem, quæ Britonum lingua Kaerleir, saxonice

Leircestre nuncupatur.

Bladud hafde ene sune,

Leir was ihaten;

Efter his father daie,

he heold þis drihlice lond,

-- -- -- -- -- --

somed an his live

sixti winter.

Bladud hadde one sone,

Leir was ihote;

after his fader

he held þis lond,

in his owene hond,

llaste his lif-dages

sixti winter.

Bladud hatte einen sohn, Leir war er geheissen; nach seines vaters

tagen nahm er dessen land in seine eigene hand--seines lebens tage

dauerten sechzig winter.

He makade ane riche burh,

þurh radfulle his crafte,

and he heo lette nemnen,

efter him seolvan;

Kaer-Leir hehte þe burh.

Leof heo wes þan kinge,

þa we, an ure leod-quide,

Leir-chestre clepiad,

geare a þan holde dawon.

He makede on riche borh,

þorh wisemenne reade,

and hine lette nemni,

after him seolve;

Kair-Leir hehte þe borh.

Leof he was þan kinge,

þe we, on ure speche,

Leþ-chestre cleopieþ,

in þan eolde daiye.

Er machte eine reiche burg nach weiser männer rath und liess sie

benennen nach sich selbst. Kair-Leir hiess die burg. Lieb war sie

dem könige, die wir in unserer sprache Leir-chester nennen in den

alten tagen.

Geschichte der Englischen Sprache und Literatur von den ältesten Zeiten bis zur Einführung der Buchdruckerkunst · 第 13 / 21 段