Vielleicht noch wichtiger als das politische übergewicht der Normannen

war für die verdrängung der angelsächsischen und die verbreitung der

französischen sprache diejenige massregel Wilhelm's, durch welche er

alle höheren geistlichen stellen mit ihm ergebenen und französisch

sprechenden fremden besetzte. Schon im jahre 1072 waren die zwei

erzbischöfe, sieben von elf bischöfen und sechs von zwölf äbten keine

Angelsachsen mehr, und wenige jahre später ist das missverhältniss der

Franzosen und Sachsen noch grösser, indem man jedes mittel ergriff, um

die volksthümliche geistlichkeit zu entfernen. Der angelsächsische

bischof Wulfstan, welcher schon im jahre 1072 auf der kirchlichen synode

sich eines dolmetschers[124] bedienen musste, um die rechte seines

stuhles zu vertheidigen, sollte später mit wissen des königs wegen

seiner einfalt und unwissenheit (simplicitate et illiteratura) abgesetzt

werden, und nur ein wunder rettete ihn.[125] Es versteht sich, dass die

höhere geistlichkeit keine gelegenheit vorübergehen liess, um auch die

unteren stellen der kirche mit ergebenen und normännisch gesinnten und

sprechenden priestern anzufüllen. Von dem könige und den neuen baronen

wurde eine beträchtliche anzahl neuer klöster gegründet, welche mit

normännischen mönchen besetzt wurden. Die zahl der klösterlichen

stiftungen, welche von fremden klöstern auf dem festlande

abhingen--alien priories--wuchs beträchtlich und belief sich 1414, in

welchem jahre sie von der krone secularisirt wurden, auf ein hundert und

vierzig. Auch für die rechtspflege wurde sowohl von den normännischen

baronen, welche gesetze für ihr gebiet erlassen konnten, als auch von

den königlichen richtern, ausschliesslich die französische sprache

gebraucht. Das Französische wurde auch in der schule von der

normännischen eroberung bis zu Eduard's III. zeit als unterrichtssprache

angewendet, in welcher allein eine humane und gelehrte bildung zu

erreichen war.[126]

[Footnote 124: »Monacho, minimæ facundiæ viro, sed Normanicæ

linguæ sciolo.« Will. Malmesb. l. III, p. 118.]

[Footnote 125: »Quasi homo idiota, qui linguam Gallicanam non

noverat, nec regiis consiliis interesse poterat.« Matth. Paris

ad an. 1095.]

[Footnote 126: Dass das Französische sprache des gesetzes und

der schule wurde, bezeugt Ingulph p. 71: »Ipsum etiam idioma

(Anglicum) tantum abhorrebant (Normanni), quod leges terræ

statutaque Anglicorum regum lingua Gallica tractarentur, et pueris

etiam in scholis principia literarum grammatica gallice ac non

anglice traderentur.«]

So trat an die stelle des Angelsächsischen als sprache des hofes, des

adels, der rechtspflege und bildung das Französische in seiner damaligen

gestalt. Wie dessen beschaffenheit war, könnte am besten aus den

gesetzen Wilhelm's des eroberers ersehen werden, wenn diese in

authentischer gestalt auf uns gekommen wären. Folgendes ist eine probe

derselben:

[127] Ces sount les Leis et les Custumes, que li Reis William grauntat

a tut le puple de Engleterre apres le Conquest de la terre. Ice les

meismes, que li Reis Edward sun cosin tint devant lui. Co est a

saveir:

Dieses sind die gesetze und gewohnheiten, welche der könig William

dem ganzen volke von England gewährte nach der eroberung des

landes. Es sind die nämlichen, welche der könig Edward, sein

vetter, vor ihm hielt. Nämlich:

1. Pais a saint Yglise; de quel forfait, que home out fait en cel

tens, e il pout venir a sainte Yglise, out pais de vie e de membre.

E se alquons meist main en celui, qui la mere Yglise requireit, se ceo

fust u Evesque u Abbeie u Yglise de religion, rendist ceo, que il i

avereit pris, e cent solz de forfait, e de mere Yglise de Paroisse XX

solz, e de Chapelle X solz. E qui enfraint la pais le Rei en Merchene

Lae, cent solz les amendes. Altresi de hemfare[128] e de aweit

purpenset.

1. Friede der heiligen kirche; welch verbrechen nur immer jemand

in dieser zeit begangen hat, und er kann in eine heilige kirche

kommen, habe frieden des lebens und der glieder. Und wenn jemand

hand an den legt, welcher die mutter kirche aufsuchte, wenn es

eine bischöfliche kathedrale, oder eine abtei, oder eine kirche

von religiosen ist, gebe er zurück, was er dort genommen hatte und

hundert sous busse, und bei einer mutter-pfarr-kirche 20 sous, und

bei einer kapelle 10 sous. Und wer den frieden des königs bricht,

nach mercischem gesetz hundert sous die busse. Ebenso bei

heimsuchung und vorbedachtem überfall.

26. De murdre. Ki freceis occist e les homes del hundred nel prengent

e amenent a la justise dedenz les oit jours pur mustrer pur qui il l'a

fait, sin rendrunt le murdre XLVII marc.

26. Vom mord. Wer einen Franken tödtet, und die männer der

hundertschaft ergreifen und führen ihn nicht vor gericht innerhalb

acht tagen, um zu zeigen, wer es gethan hat, sollen sie den mord

mit 47 mark sühnen.

[Footnote 127: Schmid in »die gesetze der Angelsachsen« seite

XCI. bemerkt, dass die abdrücke der französischen gesetze

Wilhelm's, von denen die originalhandschrift nicht mehr bekannt

ist, »im höchsten grade fehlerhaft« seien. Die überschrift

mit den namen William und Edward ist jedenfalls etwas späteren

ursprungs, und die sprache der gesetze selbst mannigfach

geändert. Dessen ungeachtet gewährt sie doch ein bild von der

sprache, welche die Normannen aus Frankreich nach England

brachten. Ein besonderer abdruck der gesetze Wilhelm's ist: The

laws of William the conqueror by R. Kelham of Lincoln's Inn,

1779.]

[Footnote 128: Im abschnitt 80 der »Leges Henrici primi« (bei

Schmid seite 263) wird unter § 14 eine erklärung des rechtlichen

begriffes von hemfare gegeben: »_Hamsocna_ est vel _Hamfare_, si

quis præmeditate ad domum eat, ubi suum hostem esse scit et ibi

eum invadat. Si die vel nocte hoc faciat et qui aliquem in

molendinum vel ovile fugientem prosequitur _Hamsocna_ judicatur.

Si in curia vel domo seditione orta bellum etiam subsequatur et

quivis alium fugientem in aliam domum infuget, si ibi duo tecta

sunt, _Hamsocna_ reputetur.«]

Die orthographie, also wahrscheinlich auch die aussprache des

Französischen, wie es in den gesetzen Wilhelm's erscheint, war höchst

unsicher. O, u, ou schwanken (seignor, seignur, seignour), ebenso oi und

ei (roi, rei, saveir); ch, c, j wechseln (chascun, cascun, polcier,

pochier, jose, chose); gu ist mit w vertauscht (guarant, warant, guage,

wage), qu mit k und c (qui, ki, kar, queur); für s findet sich z

(liveres, liverez, launces, launcez) u.s.w. Der artikel wird li, le,

lui, in der zusammenziehung mit de bald du, bald del, mit a aber immer

al geschrieben; die persönlichen pronomina lauten io, il, ele, nous,

nus, le, lui, li, se, sei, eus, els; die conjugationen unterscheiden

sich deutlich durch ihre endung 1) er: doner, trover, amener, 2) ir:

venir, partir, 3) eir (oir, er): saveir, savoir, aveir, aver, 4) re:

occire, nuire. Das part. præs. endet auf ant oder aunt (jatant,

conusaunt), das part. pass. der ersten conjugation auf et, ed, e

(blamet, apeled, juge), ebenso die 3. p. sing. præs. (truvet, apeled,

passe), das imp. auf at oder ad (grauntat, achetad), das fut. auf t, d,

a (aurat, aurad, serra), das subj. pr. auf ied und ie (s'en escondied,

s'en escondie).[129]

[Footnote 129: Siehe mehreres über diesen gegenstand in Thommerel,

Recherches sur la fusion du Franco-Normand et de l'Anglo-Saxon.

8. Paris, 1841. Duclos, sur l'origine et les révolutions de la

langue fr. in Acad. des Inscr. Tom XV., XVII. et XXVI. Ampère

Histoire de la formation de la langue franç. 8. Paris, 1841.

Gley, Langue et Littérature des anciens Francs. 8. Paris, 1814.

De Roquefort, Glossaire de la langue Romane, 2 vols. 8. Paris,

1808. Supplément, 1820. Grammaire de la Langue d'oïl, ou

gramm. des Dialectes Français aux XII. et XIII. siècles par

G. F. Burguy. 8. Berlin, 1853.]

Als die Normannen nach England kamen, war zwar erst ein und ein halbes

jahrhundert seit ihrer niederlassung in Frankreich verflossen, allein

sie hatten ihre nordische sprache längst vergessen und diejenige

angenommen, welche das von ihnen besiegte volk sprach, nämlich jenes

entartete Latein, welches man lingua Romana, langue Romane nannte, und

aus welcher sprache das spätere Französisch sich gebildet hat. Schon der

zweite normannenherzog Wilhelm I., nachfolger Rollo's, musste, wie Dudo

de St. Quentin (lib. III, p. 112) erzählt, seinen sohn nach Bayeux

senden, um dort Dänisch zu lernen, indem die langue Romane zu Rouen,

wo der sitz der normannischen herrschaft war, fast ausschliesslich

gesprochen wurde. Daher ist auch, was von der literatur der Normannen

in Frankreich und England bekannt geworden ist, nur in der lingua Romana

geschrieben; jedoch fallen die ältesten bekannten sprachdenkmale der

Normannen in England, vielleicht mit ausnahme der gesetzgebung, erst in

den anfang des 12. jahrhunderts.

Unterdessen ward das Angelsächsische durch den hass des volkes gegen

seine fremden dränger erhalten und fortwährend, ja in den niederen

schichten der eingeborenen bevölkerung, wahrscheinlich mit geringen

ausnahmen, ausschliesslich gesprochen. Es erfuhr dadurch, dass die

gebildeteren und höheren stände des landes sich nicht die mühe gaben,

dasselbe zu lernen oder als schriftsprache veredelt fest zu halten,

ausserordentliche veränderungen, nicht bloss durch allmäliges eindrängen

französischer worte, sondern noch vielmehr durch die vernachlässigung

der ableitungs- und beugungsendungen und das aufgeben seines

grammatischen baues. Noch schlimmer erging es der alten sächsischen

sprache, als nach einigen generationen sieger und besiegte sich mehr

mischten und zu einem volke zu verschmelzen begannen. Jetzt musste die

sprache des volkes, das bereits verstümmelte Angelsächsische, als mittel

des verkehrs und der gegenseitigen verständigung dienen, wodurch seine

umwandlung in das spätere Norman-Saxon oder Englisch beschleunigt wurde.

Es war natürlich, dass der sieger nur so viel von der sprache des

besiegten volkes lernen wollte, als er nothdürftig brauchte, um sich

verständlich zu machen; er lernte daher zwar allmälig den wortschatz der

sprache, nicht aber deren grammatik kennen, welche er vielmehr von

seiner eigenen sprache auf die zu erlernende übertrug. Die verwickelten

formen und veränderlichen endungen des Angelsächsischen liess der

Normann unberücksichtigt, da sie ihm bei der auffassung der sprache als

eines mittels zur verständigung nur hinderlich waren. Aber auch die

besiegten mussten es nöthig finden, ihre sprache zu verstümmeln, um sich

verständlich zu machen, da die Normannen nicht besondere lust haben

mochten, auf die unterschiede der endungen zu achten, und schnelles

verständniss der hauptzweck ihrer gespräche sein musste. Dieser ist am

leichtesten zu erreichen, wenn man zu einem fremden nur in einfachen,

wenig verbundenen worten spricht: der infinitiv der zeitwörter,

der nominativ bei den hauptwörtern, die stammform bei den

eigenschaftswörtern sind hierzu ausreichend.

Besonders zeichnet sich die übergangszeit der halbsächsischen periode

durch die neigung der wörter aus, die endsylben der deklination und

conjugation zu kürzen oder abzuwerfen: ylc für ylce, sone für sunu, name

für nama, dages für dagas, hwilon, hwilen für hwilum; cumme für cuman,

nemne für nemnan; gehote für gehaten; lufian, lufien für lufienne oder

lufigenne; clepen für cylpiað. Schon früh verwandelt sich das

augmentative ge- vor dem part. perf. in ein y- oder i- z.b. i-hote für

gehaten. In der deklination zeigt sich eine vermischung der starken und

schwachen formen: munucan für munucas, steorres für steorran; bald hört

bei der pluralisation jede rücksicht auf geschlecht oder deklination

ganz auf, indem das einfache -s in übereinstimmung mit dem Französischen

die mehrfache zahl der hauptwörter bezeichnet. Von den alten

beugungssylben der deklinationen erhalten sich das -s im genitiv, -e im

dativ und zuweilen ein -n im accusativ sing. für alle deklinationen und

geschlechter, während der plural der substantiva und adjectiva ausser

dem -s allmälig alle beugungssylben der casus abwarf. Die präpositionen

of und to, welche schon im Angelsächsischen zur grammatischen bildung

abhängiger casus angewendet worden waren, bewirken jetzt die

vollständige abwerfung der casusendung, wenn sie vor den hauptwörtern

stehen. Bei grösserer abschwächung der sprache verliert sich auch das -n

des infinitivs, der gebrauch mancher starken formen des verbs im imperf.

und part. praet., endlich auch die anwendung der artikel se, seo, þæt,

wofür þe, the, gesetzt wird. Auffallend ist gegen ende des zwölften

und im ganzen dreizehnten jahrhundert der gebrauch des wortes me

(wahrscheinlich eine abkürzung von men oder man) in der bedeutung des

deutschen wortes man. Beispiele finden sich schon in der Sachsenchronik.

Am längsten halten sich die alten formen bei dem pronomen und pronominal

adjectivum: þan, þonne, þære, þam, heo, heora, hem, min, þin etc. Auch

bei dem worte beon, sein, verschwinden die alten formen sehr allmälig;

noch sagte man ben und beeth für sind und sindon; mehrere derselben

haben sich bis auf den heutigen tag erhalten. Im allgemeinen ist schon

gegen ende des elften und im folgenden jahrhundert das bestreben der

sprache zu bemerken, die vollen vokale mit leichteren zu vertauschen und

die endsylben der wörter zu verkürzen; so findet man in den letzten

jahren der Sachsenchronik schon kyng für cyning, biscopes für bisceopas,

dohter für dohtor, sweren für swerian; bute für butan, lihtede für

lihtedon, u.s.w.

Das zwölfte jahrhundert war die zeit, wo die veränderung des alten

Angelsächsischen am schnellsten ging. Die wenigen literarischen produkte

dieser zeit, welche man auch mit dem namen der Halbsächsischen

(Semi-Saxon) bezeichnet,--die letzten aufzeichnungen der Sachsenchronik,

die sprichwörter Alfred's in halbsächsischen versen, welche von Ailred

de Rievaux im anfange des zwölften jahrhunderts (die beiden vorhandenen

manusc. sind aus dem 13. sec.)[130] erwähnt werden, ein Bestiarium

(wörtliche übersetzung aus dem lateinischen Physiologus von Theobald)

aus derselben zeit,[131] ein gespräch zwischen leib und seele, eine

modernisirte grammatik von Alfric (Ms. aus dem 12. sec.), eine

übersetzung der nonnenordnung (Rule of Nuns) von Simon de Ghenf in

mehreren manuscripten,[132] einige predigtsammlungen,[133] dann die

grösseren werke von _Layamon_ und _Orm_ nebst dem gedichte von der eule

und der nachtigall von Nicholas de Guildford--bilden den übergang zu der

englischen (Norman-Saxon oder Anglo-Norman) literatur des dreizehnten

und vierzehnten jahrhunderts. Zur vergleichung mögen folgende

sprachproben hier eingeschaltet werden:

[Footnote 130: In Wright's und Halliwell's Reliquiae Antiquae.

Bd. I. 1841. mitgetheilt aus Ms. Trin. Coll. Camb. B. 14, 39 und

einem Ms. Coll. Jesu. Oxon. I. 29, fol. 262.]

[Footnote 131: In Reliquiae Antiquae Bd. I. seite 208, und in

altdeutsche blätter. Bd. 2. 8. Leipzig, 1837 abgedruckt.]

[Footnote 132: Th. Wright giebt im band I. der Reliquiae Antiquae

seite 65 ff. ein bruchstück aus Ms. Cotton. Nero, A. XIV. fol.

50, überschrieben The seven beasts of sin, and their whelps. Im

band II, seite 1 bis 6 befinden sich zwei andere bruchstücke aus

Ms. Cotton. Cleopatra, C. VI. und Ms. Cotton. Titus, D. XVIII.

Sämmtliche Mss. sind aus dem anfange des dreizehnten

jahrhunderts.]

[Footnote 133: In Reliquiae Antiquae. Bd. I. sind seite 128 ff.

zwei predigten aus dem anfange des dreizehnten jahrhunderts von Ms.

Trin. Coll. Cambridge B. 14, 52 abgedruckt.]

+Aus der Sächsischen Chronik. (Ausgabe von Gibson.)+

An. MCXXXV. On þis gere for se king Henri ofer sæ æt te Lammasse. and

þæt oðer dei. þa he lai an slep in scip. þa þestrede þe dæi ouer all

landes. and uuard þe sunne swilc als it uuare þre-niht-ald mone. an

sterres abuten him at middæi. Wurðen men swiðe ofwundred and ofdred.

and sæden þæt micel þing sculde cumme her efter. swa dide. for þæt ilc

gær warð þe king ded. þæt oðer dæi efter S. Andreas massedæi on

Normandi.

A. 1135. In diesem jahre fuhr der könig Heinrich über see zur

lammmesse (festus primitiarum), und am zweiten tage, da er im

schiffe schlief, da verfinsterte sich der tag über alle lande und

ward die sonne so als wenn sie ein drei nächte alter mond wäre,

und sterne um sie zu mittage. Da wurden die menschen sehr

verwundert und erschreckt und sagten, dass ein grosses ding

hierauf kommen würde; und so geschah es, denn dasselbe jahr ward

der könig todt den anderen tag nach St. Andreas messetag in der

Normandie.

Ða wes tre sona þæs landes. for æuric man sone ræuede oðer þe mihte.

Ða namen his sune and his frend and brohten his lic to Engleland. and

bebiriend in Reding. God man he wes. and micel æie wes of him. Durste

nan man misdon wið oðer on his time. Pais he makede men and dær. Wua

sua bare his byrðen gold and silure. durste nan man sei to him naht

bute god.

Da war alsbald störung des landes, denn jedermann, der konnte,

beraubte bald den andern. Da nahmen seine söhne und seine freunde

und brachten seinen leichnam nach England und begruben ihn in

Reding. Er war ein guter mann und viel furcht war vor ihm; niemand

durfte unrecht zufügen einem andern zu seiner zeit. Frieden machte

er menschen und thieren. Wenn jemand seine last gold oder silber

trug, so durfte niemand ihm etwas sagen ausser gutes.

An. MCXXXVII. Ða þe king Stephne to Engla-land com. þa macod he his

gadering æt Oxene-ford. and þar he nam þe biscop Roger of Seres-beri.

and Alexander biscop of Lincoln. and te Canceler Roger hise neues, and

dide ælle in prisun. til hi jafen up here castles. Da þe suikes

undergælon þæt he milde man was and softe and god. and na justice ne

dide. þa diden hi alle wunder.

A. 1137. Da der könig Stephan nach England kam, hielt er seine

versammlung zu Oxford und nahm da den bischof Roger von Seresberie

und Alexander bischof von Lincoln und den kanzler Roger, seinen

neffen, und warf alle in das gefängniss, bis sie ihre schlösser

übergaben. Da die verräther merkten, dass er ein milder mann war,

und sanft und gut, und keine gerechtigkeit vollzog, da wunderten

sie sich alle.

Hi hadden him manred maked and aðes suoren. ac hi nan treuðe ne

heolden. alle he wæron forsworen. and here treoðes forloren. for æuric

rice man his castles makede and aganes him heolden. and fylden þe land

full of castles. Hi suencten suiðe þe wrecce men of þe land mid

castel-weorces. þa þe castles waren maked. þa fylden hi mid deoules

and yuele men. Ða namen hi þa onen þe hi wenden þæt ani god hefden.

baðe be nihtes and be dæies. carl-men and wimmen. and diden heom in

prisun efter gold and syluer. and pined heom untellendlice pining. for

ne wæren næure nan martyrs swa pined alse hi wæron.

Sie hatten ihm gehuldigt und eide geschworen, aber sie hielten

keine treue; sie waren alle meineidig und ihres glaubens

verlustig. Denn ein jeder reiche mann baute seine schlösser,

und sie behaupteten sie gegen ihn; und füllten das land voll

schlösser. Sie plagten sehr die unglücklichen menschen des landes

mit schlösserbauen, und als die schlösser fertig waren, da füllten

sie sie mit teufeln und bösen menschen. Da nahmen sie diejenigen

menschen, von denen sie wähnten, dass sie einiges gut hätten

sowohl bei tage als bei nacht, männer und weiber, und warfen

sie in das gefängniss nach gold und silber, und quälten sie mit

unbeschreiblicher qual, denn kein märtyrer wurde so gequält, als

sie es waren.

Me henged up bi þe fet and smoked heom mid ful smoke. me henged bi

þe þumbes. oðer bi þe hefed. and hengen bryniges on her fet. Me dide

cnotted strenges abuton here hæued. and uuryðen to þæt it gæde to þe

hærnes. Hi diden heom in quarterne þar nadres and snakes and pades

wæron inne. and drapen heom swa. Sume hi diden in crucet-hus. þæt is

in an ceste þæt was scort and nareu. and undep. and dide scærfe stanes

her inne. and hwengde þe man þær inne. þæt hi bræcon alle þe limes.

Etc.

Man hängte sie auf bei den füssen und räucherte sie mit dickem

rauche; man hängte sie auf bei den daumen, oder bei dem kopfe, und

hängte brände an ihre füsse. Man legte knotige stränge um ihr

haupt und würgte sie so, dass es an das gehirn ging. Sie warfen

sie in gefängnisse, in welchen nattern und schlangen und kröten

waren, und quälten sie so zu tode. Einige thaten sie in das

marterhans, das ist in einen kasten, der kurz und eng war und

nicht tief, und steckten scharfe steine hinein und quälten die

menschen darin, dass sie brachen alle die glieder. u.s.w.

An. MCLIV. On þis yær wærd þe king Stephen ded, and bebyried þere

his wif and his sune wæron bebyried æt Tauresfeld. þæt ministre hi

makiden. þa þe king was ded, þa was þe eorl beionde sæ. And ne durste

nan man don oþer bute god for þe micel eie of him. þa he to Engleland

come, þa was he underfangen mid micel wortscipe, and to king bletcæd

in Lundine, on þe Sunnendæi beforen mid-winter-dæi.

A. 1154. In diesem jähre ward der könig Stephan todt und begraben,

we sein weib und seine söhne begraben waren, zu Tauresfeld. Dieses

Münster machten sie. Als der könig todt war, da war der Earl über

see. Und niemand wagte etwas zu thun, als gutes, wegen der grossen

furcht vor ihm. Als er nach England kam, da ward er empfangen mit

grosser verehrung und in London zum könig geweiht am sonntage vor

mittwintertag.

Diese stellen aus den letzten jahren der Sachsenchronik zeigen bereits

eine stark veränderte grammatik und orthographie des Angelsächsischen,

so wie einige französische wörter: castles, prisun, justice, martyrs,

quarterne (carcer), ceste.

+Das Grab. (Aus Bosworth's A.S. Dict. p. XXIV.)+

(Am rande einer homiliensammlung in der Bodleyana Codex NE. F. 4. 12.

nach Wanley's angabe um das jahr 1150 geschrieben.)

Ðe wes Bold geByld,

er þu iBoren were;

ðe wes Molde iMynt,

er ðu of Moder come;

ac hit nes no iDiht,

ne þeo Deopnes imeten;

Dir war ein gebäude gebaut,

ehe du geboren warst;

dir war eine erde bestimmt,

ehe du von der mutter kamst;

aber es ist noch nicht bereitet,

noch die tiefe gemessen,

nes gyt iLoced,

hu Long hit þe were:

Nu me þe Bringæð,

þer ðu Beon scealt,

nu Me sceal þe Meten,

and ða Mold seoðða.

noch ist nachgeblickt,

wie lang es dir wäre!

Nun bringt man dich dahin,

wo du bleiben sollst,

nun soll man dich messen,

und die erde nachher.

+Ein Bruchstück einer Predigt.+

(Aus Reliq. Antiq. Bd. I. Seite 130.)

Nox precessit, dies autem appropinquabit. Hure heiest lorðen after ure

loverd Jhesu Crist, þis is ure loverd sainte Powel, munegeð us to

rihtlechen ur liflode, and wisseð us on wilche wise and seið þæt we

haven riht þar to, and seið hwu, þus queðende: Nox precessit, dies

autem, etc., þe niht is forðgon, and dai neihlecheð.

Nox precessit, dies autem appropinquabit. Unser höchster herr nach

unserem herrn Jesus Christus, das ist unser herr der heilige

Paulus, mahnt uns zu bessern unser leben, und weiset uns auf

welche weise, und sagt, dass wir ursache dazu haben und sagt wie,

indem er so spricht: Nox precessit, dies autem, etc. die nacht ist

fortgegangen, und der tag nahet,

and for þi hit is riht þæt we forleten and forsaken nihtliche deden,

þo ben þe werkes of þiesternesse, and scruden us mid wapnen of lihte,

þæt beð soðfeste bileve, and of brihtnesse, swo þæt we gon a dai

bicumeliche; non in commessationibus et ebrietatibus, non in cub. et

in pud., non in contentione et emulatione, sed in horum oppositis; and

noh on derke wedes. Ac her we seien eow of þese derke wedes, wat þe

holie apostle meneð, þo he nemnede niht niehtes dede, and dai leochtes

wapne.

und deshalb ist es recht, dass wir nächtliche thaten unterlassen

und aufgeben, das sind die werke der finsterniss, und uns zieren

mit waffen des lichtes, das ist fester glauben, und des glanzes,

auf dass wir stattlich am tage gehen; non in commessationibus

et ebrietatibus non in cub. et in pud., non in contentione

et emulatione, sed in horum oppositis; und nicht in dunklen

gewändern. Aber hier sagen wir euch von diesen dunkeln gewändern,

was der heilige apostel meint, da er die nacht der finsterniss

that und den tag des lichtes waffe nennt.

+Der Anfang der Sprüchwörter Alfred's.+

Geschichte der Englischen Sprache und Literatur von den ältesten Zeiten bis zur Einführung der Buchdruckerkunst · 第 12 / 21 段