„Womit?“ fragte er ruhig und ohne jede Ironie. „Womit? Mit Ihrer
Zivilisation? Die ist nicht stark genug, Senjor. Sie hat ja keine
tragende Idee. Ihre Zivilisation wird nur von einem einzigen Gedanken
geleitet, und der heißt: Geld. Mit Geld kann man Geschäfte machen, aber
keine Seelen erwärmen.“
Ich jagte heim und stürzte wieder über die Bücher her. Neue Fragen
hatten sich mir aufgedrängt, und ich suchte nach Lösungen, suchte nach
einer Andeutung dessen, was uns bevorstand. Wenn irgendwo, dann war in
diesen Büchern der Schlüssel zu finden zu jenem großen Tor, dessen
Öffnung mich die Zukunft unserer Rasse sehen ließ.
Wie im Fieber las ich und las, fiel nach Mitternacht wie mit Blei
ausgefüllt in mein Bett und stand auf bei den ersten Strahlen der Sonne
mit dumpfen Gliedern. Doch als meine Schläfen zu hämmern begannen, mein
Blut durch die Adern raste, als wolle es jeden Augenblick überkochen,
zwang ich mich gewaltsam zur Ruhe und zu mehr gleichmäßigem Studium. Auf
diese Weise zog ich einen erheblich größeren Gewinn aus meinem Lesen.
Ich fing an, ernsthaft zu studieren anstatt nur zu lesen.
Nichtsdestoweniger aber lebte ich in einem andern Zeitalter. Keine
Gelegenheit, zu einem Menschen zu sprechen oder eine menschliche Stimme
zu hören, vergaß ich Zeit und Ort und meine eigene Person. Ich konnte
sprechen wie jene Personen, die in den Büchern erschienen, oder glaubte
wenigstens, es zu können; ich konnte deren Gedanken denken, ich konnte
in meiner Vorstellung deren Ideen über Welt und Leben wachrufen, ohne
daß mir der Vorgang selbst zum Bewußtsein kam.
Diese Gefühle waren besonders stark am Abend und in den frühen
Nachtstunden, wenn alle Türen des Bungalows weit offen standen und der
ewig-singende Busch mir im Ohr summte.