Wie kam es dem jungen Hans Castorp eigentlich vor? Etwa so, als ob die
sieben Wochen, die er nun nachweislich und ohne allen Zweifel schon bei
Denen hier oben verbracht hatte, nur sieben Tage gewesen wären? Oder
schien ihm im Gegenteil, daß er schon viel, viel länger, als wirklich
zutraf, an diesem Orte lebe? Er fragte sich selbst danach, sowohl
innerlich, wie auch in der Form, daß er Joachim danach fragte, konnte
aber zu keiner Entscheidung kommen. Es war wohl beides der Fall:
zugleich unnatürlich kurz und unnatürlich lang erschien ihm im Rückblick
die hier verbrachte Zeit, nur eben wie es wirklich damit war, so wollte
es ihm nicht scheinen, – wobei vorausgesetzt wird, daß Zeit überhaupt
Natur, und daß es statthaft ist, den Begriff der Wirklichkeit mit ihr in
Verbindung zu bringen.
Auf jeden Fall stand der Oktober vor der Tür, jeden Tag konnte er
eintreten. Es war ein leichtes für Hans Castorp, sich das auszurechnen,
und außerdem wurde er durch Gespräche seiner Mitpatienten darauf
hingewiesen, denen er zuhörte. „Wissen Sie, daß in fünf Tagen wieder
einmal der Erste ist?“ hörte er Hermine Kleefeld zu zwei jungen Herren
ihrer Gesellschaft sagen, dem Studenten Rasmussen und jenem
Wulstlippigen, dessen Name Gänser war. Man stand nach der Hauptmahlzeit
im Speisedunst zwischen den Tischen herum und zögerte plaudernd, in die
Liegekur zu gehen. „Der erste Oktober, ich habe es in der Verwaltung auf
dem Kalender gesehen. Das ist der zweite seiner Art, den ich an diesem
Lustort verlebe. Schön, der Sommer ist hin, soweit er vorhanden war, man
ist um ihn betrogen, wie man um das Leben betrogen ist, im ganzen und
überhaupt.“ Und sie seufzte aus ihrer halben Lunge, indem sie
kopfschüttelnd ihre von Dummheit umschleierten Augen zur Decke richtete.
„Lustig, Rasmussen!“ sagte sie hierauf und schlug ihrem Kameraden auf
die abfallende Schulter. „Machen Sie Witze!“ „Ich weiß nur wenige“,
erwiderte Rasmussen und ließ die Hände wie Flossen in Brusthöhe hängen;
„die aber wollen mir nicht vonstatten gehn, ich bin immer so müde.“ „Es
möchte kein Hund,“ sagte Gänser hinter den Zähnen, „so oder ähnlich noch
viel länger leben.“ Und sie lachten achselzuckend.
Aber auch Settembrini, seinen Zahnstocher zwischen den Lippen, hatte in
der Nähe gestanden, und im Hinausgehen sagte er zu Hans Castorp:
„Glauben Sie ihnen nicht, Ingenieur, glauben Sie ihnen niemals, wenn sie
schimpfen! Das tun sie alle ohne Ausnahme, obgleich sie sich nur zu sehr
zu Hause fühlen. Führen ein Lotterleben und erheben auch noch Anspruch
auf Mitleid, dünken sich zur Bitterkeit berechtigt, zur Ironie, zum
Zynismus! ‚An diesem Lustort!‘ Ist es vielleicht kein Lustort? Ich will
meinen, daß es einer ist, und zwar in des Wortes zweifelhaftester
Bedeutung! ‚Betrogen‘, sagt dies Frauenzimmer; ‚an diesem Lustort um das
Leben betrogen.‘ Aber entlassen Sie sie in die Ebene, und ihr
Lebenswandel dort unten wird keinen Zweifel darüber lassen, daß sie es
darauf anlegt, baldmöglichst wieder heraufzukommen. Ach ja, die Ironie!
Hüten Sie sich vor der hier gedeihenden Ironie, Ingenieur! Hüten Sie
sich überhaupt vor dieser geistigen Haltung! Wo sie nicht ein gerades
und klassisches Mittel der Redekunst ist, dem gesunden Sinn keinen
Augenblick mißverständlich, da wird sie zur Liederlichkeit, zum
Hindernis der Zivilisation, zur unsauberen Liebelei mit dem Stillstand,
dem Ungeist, dem Laster. Da die Atmosphäre, in der wir leben, dem
Gedeihen dieses Sumpfgewächses offenbar sehr günstig ist, darf ich
hoffen oder muß fürchten, daß Sie mich verstehen.“
Wirklich waren des Italieners Worte von der Art derer, die noch vor
sieben Wochen im Tieflande für Hans Castorp nur Schall gewesen wären,
für deren Bedeutung aber der Aufenthalt hier oben seinen Geist
empfänglich gemacht hatte: empfänglich im Sinne intellektuellen
Verständnisses, nicht ohne weiteres auch in dem der Sympathie, was
vielleicht noch mehr besagen will. Denn obgleich er im Grunde seiner
Seele froh war, daß Settembrini auch jetzt noch, trotz allem, was
geschehen, fortfuhr, zu ihm zu sprechen, wie er es tat, ihn weiter
belehrte, warnte und Einfluß auf ihn zu nehmen suchte, ging seine
Auffassungsfähigkeit sogar so weit, daß er seine Worte beurteilte und
ihnen seine Zustimmung, wenigstens bis zu einem gewissen Grade,
vorenthielt. „Sieh an,“ dachte er, „er spricht von der Ironie ganz
ähnlich wie von der Musik, es fehlt nur, daß er sie ‚politisch
verdächtig‘ nennt, nämlich von dem Moment an, wo sie aufhört, ein
‚gerades und klassisches Lehrmittel‘ zu sein. Aber eine Ironie, die
‚keinen Augenblick mißverständlich‘ ist, – was wäre denn das für eine
Ironie, frage ich in Gottes Namen, wenn ich schon mitreden soll? Eine
Trockenheit und Schulmeisterei wäre sie!“ – So undankbar ist Jugend, die
sich bildet. Sie läßt sich beschenken, um dann das Geschenk zu bemäkeln.
Seine Widersetzlichkeit in Worte zu fassen, wäre ihm immerhin zu
abenteuerlich erschienen. Er beschränkte seine Einwände auf Herrn
Settembrinis Urteil über Hermine Kleefeld, das ihm ungerecht erschien
oder das er aus bestimmten Gründen sich so erscheinen lassen wollte.
„Aber das Fräulein ist krank!“ sagte er. „Sie ist ja wahr- und
wahrhaftig schwer krank und hat allen Grund, verzweifelt zu sein! Was
wollen Sie eigentlich von ihr?“
„Krankheit und Verzweiflung,“ sagte Settembrini, „sind auch oft nur
Formen der Liederlichkeit.“
„Und Leopardi,“ dachte Hans Castorp, „der ausdrücklich sogar an
Wissenschaft und Fortschritt verzweifelte? Und er selbst, der Herr
Schulmeister? Er ist doch auch krank und kommt immer wieder herauf, und
Carducci hätte wenig Freude an ihm.“ Laut sagte er:
„Sie sind gut. Das Fräulein kann jeden Tag ins Gras beißen, und das
nennen Sie Liederlichkeit! Da müssen Sie sich schon näher erklären. Wenn
Sie mir sagten: Krankheit ist bisweilen eine Folge der Liederlichkeit,
so wäre das plausibel ...“
„Sehr plausibel“, schaltete Settembrini ein. „Meiner Treu, es wäre Ihnen
recht, wenn ich dabei stehen bliebe?“
„Oder wenn Sie sagten: Krankheit muß der Liederlichkeit manchmal zum
Vorwand dienen, – auch das ließe ich mir gefallen.“
„_Grazie tanto!_“
„Aber Krankheit eine _Form_ der Liederlichkeit? Das heißt: nicht aus der
Liederlichkeit entstanden, sondern selbst Liederlichkeit? Das ist doch
paradox!“
„Oh, ich bitte, Ingenieur, keine Unterstellungen! Ich verachte die
Paradoxe, ich hasse sie! Lassen Sie sich alles, was ich Ihnen über die
Ironie bemerkte, auch vom Paradoxon gesagt sein, und noch einiges mehr!
Das Paradoxon ist die Giftblüte des Quietismus, das Schillern des faulig
gewordenen Geistes, die größte Liederlichkeit von allen! Im übrigen
stelle ich fest, daß Sie wieder einmal die Krankheit in Schutz nehmen
...“
„Nein, was Sie sagen, interessiert mich. Es erinnert geradezu an
manches, was Dr. Krokowski an seinen Montagen vorbringt. Auch er erklärt
die organische Krankheit für eine sekundäre Erscheinung.“
„Kein ganz reinlicher Idealist.“
„Was haben Sie gegen ihn?“
„Eben dies.“
„Sind Sie schlecht auf die Analyse zu sprechen?“
„Nicht jeden Tag. – Sehr schlecht und sehr gut, beides abwechselnd,
Ingenieur.“
„Wie soll ich das verstehen?“
„Die Analyse ist gut als Werkzeug der Aufklärung und der Zivilisation,
gut, insofern sie dumme Überzeugungen erschüttert, natürliche Vorurteile
auflöst und die Autorität unterwühlt, gut, mit anderen Worten, indem sie
befreit, verfeinert, vermenschlicht und Knechte reif macht zur Freiheit.
Sie ist schlecht, sehr schlecht, insofern sie die Tat verhindert, das
Leben an den Wurzeln schädigt, unfähig, es zu gestalten. Die Analyse
kann eine sehr unappetitliche Sache sein, unappetitlich wie der Tod, zu
dem sie denn doch wohl eigentlich gehören mag, – verwandt dem Grabe und
seiner anrüchigen Anatomie ...“
„Gut gebrüllt, Löwe“, konnte Hans Castorp nicht umhin zu denken, wie
gewöhnlich, wenn Herr Settembrini etwas Pädagogisches geäußert. Er sagte
aber nur:
„Lichtanatomie haben wir neulich getrieben in unserem Parterrekeller.
Behrens nannte es so, als er uns durchleuchtete.“
„Ah, auch diese Station haben Sie schon erstiegen. Nun, und?“
„Ich habe das Skelett meiner Hand gesehen“, sagte Hans Castorp, indem er
sich die Empfindungen zurückzurufen suchte, die bei diesem Anblick in
ihm aufgestiegen waren. „Haben Sie sich Ihres auch einmal zeigen
lassen?“
„Nein, ich interessiere mich nicht im geringsten für mein Skelett. Und
das ärztliche Ergebnis?“
„Er hat Stränge gesehen, Stränge mit Knötchen.“
„Teufelsknecht.“
„So haben Sie Hofrat Behrens schon einmal genannt. Was meinen Sie
damit?“
„Seien Sie überzeugt, daß es eine gewählte Bezeichnung ist!“
„Nein, Sie sind ungerecht, Herr Settembrini! Ich gebe zu, daß der Mann
seine Schwächen hat. Seine Redeweise ist mir selbst auf die Dauer nicht
angenehm; sie hat zuweilen was Gewaltsames, besonders wenn man sich
erinnert, daß er den großen Kummer gehabt hat, seine Frau hier oben
einzubüßen. Aber was für ein verdienter und achtbarer Mann ist er doch
alles in allem, ein Wohltäter der leidenden Menschheit! Neulich
begegnete ich ihm, als er eben von einer Operation kam, einer
Rippenresektion, einer Sache, bei der es auf Biegen oder Brechen
gegangen war. Es machte großen Eindruck auf mich, wie ich ihn so von
seiner schwierigen, nützlichen Arbeit kommen sah, auf die er sich so gut
versteht. Noch ganz erhitzt war er und hatte sich zur Belohnung eine
Zigarre angezündet. Ich war neidisch auf ihn.“
„Das war schön von Ihnen. Aber Ihr Strafmaß?“
„Er hat mir keine bestimmte Frist gesetzt.“
„Auch nicht übel. Legen wir uns also, Ingenieur. Beziehen wir unsere
Stellungen.“
Sie verabschiedeten sich vor Nummer 34.
„Nun gehen Sie auf Ihr Dach hinauf, Herr Settembrini. Es muß lustiger
sein, so in Gesellschaft zu liegen, als allein. Unterhalten Sie sich?
Sind es interessante Leute, mit denen Sie Kur machen?“
„Ach, das sind lauter Parther und Skythen!“
„Sie meinen Russen?“
„Und Russinnen“, sagte Herr Settembrini, und sein Mundwinkel spannte
sich. „Adieu, Ingenieur!“
Das war mit Bedeutung gesagt, unzweifelhaft. Hans Castorp betrat in
Verwirrung sein Zimmer. Wußte Settembrini, wie es um ihn stand?
Wahrscheinlich hatte er ihm erzieherisch nachgespürt und die Wege
verfolgt, die seine Augen gingen. Hans Castorp war zornig auf den
Italiener und auch auf sich selbst, weil er unbeherrschterweise den
Stich herausgefordert hatte. Während er sein Schreibzeug zusammensuchte,
um es mit in die Liegekur zu nehmen – denn nun galt kein Zögern mehr,
der Brief nach Hause, der dritte, wollte geschrieben sein –, fuhr er
fort, sich zu ärgern, murmelte dies und das vor sich hin gegen diesen
Windbeutel und Räsonneur, der sich in Dinge mischte, die ihn nichts
angingen, während er selbst die Mädchen auf der Straße anträllerte, –
und fühlte sich zu der schriftlichen Arbeit gar nicht mehr aufgelegt, –
dieser Drehorgelmann hatte ihm mit seinen Anspielungen förmlich die
Stimmung dazu verdorben. Aber so oder so, er mußte Winterzeug haben,
Geld, Wäsche, Schuhwerk, kurz alles, was er mitgenommen haben würde,
wenn er gewußt hätte, daß er nicht für drei Hochsommerwochen, sondern
... sondern für eine noch unbestimmte Frist kam, die aber jedenfalls ein
Stück in den Winter hineinreichen, ja, wie bei Uns hier oben die
Begriffe und Zeitverhältnisse nun einmal waren, ihn wohl gar
einschließen würde. Dies eben wollte, wenigstens als Möglichkeit, nach
Hause mitgeteilt sein. Es galt diesmal ganze Arbeit zu tun, Denen dort
unten reinen Wein einzuschenken und weder sich noch ihnen länger etwas
vorzumachen ...
In diesem Geiste schrieb er denn, unter Beobachtung der Technik, die er
Joachim mehrmals hatte üben sehen: im Liegestuhl, mit dem
Füllfederhalter, die Reisemappe auf den hochgezogenen Knien. Er schrieb
auf einem Briefbogen der Anstalt, von denen ein Vorrat in der
Tischschublade bereit lag, an James Tienappel, der ihm unter den drei
Onkels am nächsten stand, und bat ihn, den Konsul zu unterrichten. Er
sprach von einem leidigen Zwischenfall, von Befürchtungen, die sich
bewahrheitet hätten, von der ärztlicherseits erklärten Notwendigkeit,
einen Teil des Winters, vielleicht den ganzen hier oben zu verbringen,
denn Fälle wie der seinige seien oft hartnäckiger als solche, die sich
pompöser anließen, und es gelte doch, nachdrücklich einzugreifen und
beizeiten ein für allemal vorzubauen. Unter diesem Gesichtspunkt, meinte
er, sei es ja ein Glück und eine günstige Fügung, daß er zufällig jetzt
heraufgekommen und veranlaßt worden sei, sich untersuchen zu lassen;
denn sonst wäre er wohl noch lange über seinen Zustand im unklaren
geblieben und später vielleicht auf viel empfindlichere Art darüber
belehrt worden. Was die voraussichtliche Dauer der Kur betreffe, so möge
man sich nicht wundern, daß er sich wahrscheinlich den Winter werde um
die Ohren schlagen müssen und kaum früher als Joachim in die Ebene werde
zurückkehren können. Die Zeitbegriffe seien hier andere, als die sonst
wohl für Badereisen und Kuraufenthalte gültigen; der Monat sei sozusagen
die kleinste Zeiteinheit, und einzeln spiele er gar keine Rolle ...
Es war kühl, er schrieb im Paletot, in eine Decke gehüllt, mit geröteten
Händen. Manchmal blickte er auf von seinem Papier, das sich mit
vernünftigen und überzeugenden Sätzen bedeckte, und blickte in die
vertraute Landschaft, die er kaum noch sah, dieses gestreckte Tal mit
dem heute glasig-bleichen Gipfelgeschiebe am Ausgang, dem hell
besiedelten Grunde, der manchmal sonnig aufglänzte, und den teils
waldrauhen, teils wiesigen Lehnen, von denen Kuhgeläut kam. Er schrieb
mit wachsender Leichtigkeit und verstand nicht mehr, wie er sich vor dem
Brief hatte fürchten können. Im Schreiben begriff er selbst, daß nichts
einleuchtender sein konnte, als seine Darlegungen, und daß sie zu Hause
selbstverständlich das vollkommenste Einverständnis finden würden. Ein
junger Mann seiner Klasse und in seinen Verhältnissen tat etwas für
sich, wenn es sich als ratsam erwies, er machte Gebrauch von den eigens
für seinesgleichen bereitgestellten Bequemlichkeiten. So gehörte es
sich. Wäre er heimgereist, – man hätte ihn auf seinen Bericht hin wieder
heraufgeschickt. Er bat, ihm zukommen zu lassen, was er brauchte. Auch
um regelmäßige Anweisung der nötigen Geldmittel bat er zum Schluß; mit
800 Mark monatlich sei alles zu decken.
Er unterschrieb. Das war getan. Dieser dritte Brief nach Hause war
ausgiebig, er hielt vor, – nicht nach den Zeitbegriffen von unten,
sondern nach den hier oben herrschenden; er befestigte Hans Castorps
_Freiheit_. Dies war das Wort, das er anwandte, nicht ausdrücklich,
nicht, indem er auch nur innerlich seine Silben gebildet hätte, aber er
empfand seinen weitläufigsten Sinn, wie er es während seines hiesigen
Aufenthaltes zu tun gelernt hatte, – einen Sinn, der mit demjenigen, den
Settembrini diesem Worte beilegte, nur wenig zu schaffen hatte, – und
eine ihm schon bekannte Welle des Schreckens und der Erregung ging über
ihn hin, die seine Brust beim Aufseufzen erzittern ließ.
Er hatte den Kopf voller Blut vom Schreiben, seine Backen brannten. Er
nahm Merkurius vom Lampentischchen und maß sich, als gelte es, eine
Gelegenheit zu benutzen. Merkurius stieg auf 37,8.
„Seht ihr?“ dachte Hans Castorp. Und er fügte das Postskriptum hinzu:
„Der Brief hat mich doch angestrengt. Ich messe 37,8. Ich sehe, daß ich
mich vorläufig sehr ruhig verhalten muß. Ihr müßt entschuldigen, wenn
ich selten schreibe.“ Dann lag er und hob seine Hand gegen den Himmel,
das Innere nach außen, so, wie er sie hinter den Leuchtschirm gehalten.
Aber das Himmelslicht ließ ihre Lebensform unberührt, sogar noch dunkler
und undurchsichtiger wurde ihr Stoff vor seiner Helle, und nur ihre
äußersten Umrisse zeigten sich rötlich durchleuchtet. Es war die
Lebenshand, die er zu sehen, zu säubern, zu benutzen gewohnt war – nicht
jenes fremde Gerüst, das er im Schirme erblickt –, die analytische
Grube, die er damals offen gesehen, hatte sich wieder geschlossen.