J. W. #Schmitz# war, als Robert Blum am 8. Juni 1827 bei ihm
engagirt wurde, ein Mann in der Vollkraft seiner Jahre; höchst
unternehmungslustig, den Gewinn, wie alle Sanguiniker, im Voraus
nach den denkbar höchsten Sätzen discontirend, auf Verluste und
andere böse Chancen gänzlich unvorbereitet, und darum durch jedes
Mißgeschick, das ihn traf, in die übelste Stimmung versetzt, nur
allzu bereit, in mißlicher Lage Andern sein Wort so wenig zu halten,
wie das Glück ihm Wort gehalten. Dabei war er in gewisser Hinsicht,
nämlich in der Mechanik und Astronomie und in einigen anderen Zweigen
der Naturwissenschaft gut unterrichtet. Sein ganzes Leben hindurch
betrachtete er die Beseitigung des allgemeinen Vorurtheils, welches
seit Kepler und Newton an die Schwerkraft der Erde glaubte, als die
wichtigste Unterbeschäftigung neben seinem eigentlichen Lebensziele,
der Straßenbeleuchtung. Seine Opposition gegen die Anziehungskraft der
Erde bildete gewissermaßen die noble Passion seines ganzen Daseins. Er
bediente sich zur Beseitigung dieses Vorurtheils der im Kampfe gegen
Naturgesetze auch heute noch etwas zweifelhaften Angriffswaffe der
Broschüre im Selbstverlage. Ungeheure Stöße Maculatur hat er in seinem
langen Leben für diese Ueberzeugung auf eigene Kosten drucken lassen.
Glücklicher Weise folgten auch diese Stöße dem von ihm gehaßten Gesetz
und blieben liegen, wo sie lagen. Schmitz war in den Niederlanden
aufgewachsen und erzogen und hat immer in seinem Stil, seinem Charakter
und seinem Geschäftsgebahren einen stark mynheerlichen Accent bewahrt.
Als Robert Blum bei Schmitz eintrat, glitt dessen Glücksschiff eben
mit voller Fracht und vollen Segeln auf hoher Fluth vor dem Winde
dahin. Schmitz' Erfindung, die Straßenbeleuchtung durch Laternen mit
#einem# Lichte zu besorgen, schien für ein Jahrhundert die Concurrenz
auf diesem Felde auszuschließen. Eine große Anzahl speculativer
Männer heftete sich an seine glückverheißenden Schritte. Nicht
lange nach Blum's Eintritt bei Schmitz wurde dessen Geschäft in
eine Actiengesellschaft umgewandelt. Auch mit Robert schloß der
Principal eine seltsame Art von Gesellschaftsvertrag. Mir liegt ein
Originalvertrag vor vom 1. September 1828, unterzeichnet von J. W.
Schmitz und dessen Ehefrau Antoinette Schmitz, neé Astrupp, in welchem
Schmitz bekundet, daß Robert ein Viertel der Versicherungssumme von
zwölftausend Franken, die laut Versicherungsvertrages vom 9. August
1828 bei Schmitz' Ableben von der Pariser _Compagnie d'assurances
générales_ zahlbar seien, zu fordern habe, „weil ein Viertel dieser
Versicherung für Blum und aus seinen Mitteln bestritten worden sind,
und ein Viertel von der jährlichen Prämie selbst bezahlt.“ Das Letztere
wird aus den von dieser Zeit an bis 1848 beinahe vollständig mir
vorliegenden Buchungen Blum's über seine Einnahmen und Ausgaben[5]
bestätigt.
Indessen sehr bald stellte sich für die Unternehmungen Schmitz', die
auf #Rüböl# als Beleuchtungsstoff basirten, ein sehr böser Concurrent
ein, der nach kurzem theoretischem Zweikampfe einen wahrhaft glänzenden
Sieg davontrug: #das Gas#. Schmitz und seine Actiengesellschaft blieben
bankerott auf dem Platze -- Schmitz natürlich nur, um im Bunde mit
dem siegreichen Gegner, dem Gase, neue Siege zu erfechten. Aber die
Erzählung dieser Schicksale seines Lebens liegt jenseits der Aufgabe
dieser Blätter. Robert Blum ist bei Schmitz nur zur Propaganda für die
Laterne mit #einem# Licht und Rübölflamme verpflichtet gewesen und ist
mit diesem Panier gestiegen und gefallen. Das Gas hat er in einer ganz
anderen Berufsstellung, beim Stadttheater zu Leipzig, schätzen gelernt
-- aber erst viel später.
Bei diesen kurzen Mittheilungen über Schmitz' Charakter und
Lebensschicksale ist sein Hauptverdienst um Robert Blum, die Förderung
der geistigen Ausbildung des jungen Mannes, bisher nicht berührt
worden, um dieses Verdienst dem Leser nun um so eindringlicher
vorzuführen. Daß Schmitz selbst in seinem Greisenalter für dieses
hohe Verdienst keine Erinnerung mehr gehabt, kann bei seinem bewegten
Leben kaum Wunder nehmen. Er sandte mir am 3. Februar 1865 auf
meine Anfragen zwar eine vollständige Sammlung der Schriften seiner
Opposition gegen Ihre Majestät die Schwerkraft, antwortete mir aber auf
meine Fragen über den Einfluß, den er auf die geistige Entwickelung
Robert Blum's geübt, wörtlich nur Folgendes: „Er war Gelbgießer und
klagte über schlechte Behandlung in diesem Stande. Gelesen hatte er
von Allem nichts. Es mag wohl eine erste Veranlassung (zu seiner
Fortbildung) gewesen sein, daß ich ihn häufig aus der Werkstatt zu
meinen Bureaugeschäften rief. Er so wenig wie ich dachte an andere
Kenntnisse, als die Straßenbeleuchtung. Wir dachten nicht an Bücher
zu lesen. Es gab keine Zeit zum Reisen. Im Jahre 1827“ -- soll heißen
1828 (und zwar erst am 23. December) -- „begleitete er und ein Kutscher
(!) mich nach Berlin, das damals nur hundertsiebenzigtausend Einwohner
hatte. Er verwünschte alle Täuschungen, wie ich auch. Es hat gewiß
manche Veranlassung gegeben, zu Correspondiren, ich finde aber keine
Spur davon wieder.“
Für Schmitz freilich hatte die Correspondenz mit Robert Blum, wie wir
sehen werden, durchaus nichts Reizvolles, da Blum in seinen Briefen
an Schmitz rein geschäftlich blieb, andere Fragen gar nicht berührte,
und die Wendung dieser Geschäfte, wie die Entschlossenheit, mit welcher
Blum schließlich auf seinen von dem Herrn Principal todtgeschwiegenen
Ansprüchen bestand, zu den unangenehmsten Erinnerungen gehöre,
die Schmitz in seinem langen Leben angesammelt haben mochte. Die
interessante Correspondenz dieser späteren Conflictszeit hat Robert
Blum, mit einem Papierstreifen umschlossen, auf welchem nur der
Name „J. W. Schmitz“ steht, hinterlassen. Sie offenbart besser als
bogenlange Abhandlungen den Charakter der beiden Männer, die sich
dabei gegenüberstanden. Da sie zugleich das Dienstverhältniß Blum's zu
Schmitz abschloß, so steht sie am Ende dieses Capitels.
Als Robert Blum seinen Dienst bei Schmitz antrat, störte kein Wölkchen
den beiderseitigen Frieden. Täglich mehr überzeugte sich der Principal,
daß er in dem neuen Gehülfen einen wahren Schatz gefunden habe. Die
complicirtesten Aufträge und Arbeiten erledigte Robert geschickt,
umsichtig, rasch, zu Schmitz' vollster Zufriedenheit. Eine Treue, einen
Fleiß und Eifer entwickelte Robert im Dienste, eine so glückliche
Auffassungsgabe und ein solches Talent zu eigener Initiative, daß
Schmitz ganz erstaunt war. Gern gab er seiner Zufriedenheit durch
freiwillige Gehaltszulagen Ausdruck. Zuletzt, 1830, war der Gehalt
Roberts, bei freier Station, auf -- fünf Thaler pro Monat gestiegen.
Mit dieser Summe hat Robert seine Wäsche und Garderobe beschafft, das
Hoftheater in München und später Vorlesungen an der Berliner Hochschule
besucht, seine Eltern und Geschwister unterstützt und alle seine
unschuldigen Vergnügungen bestritten. Mit diesem Einkommen hielt sich
Robert für einen Krösus; demjenigen, der es ihm gewährte, hat er sein
ganzes Leben, trotz der schmählichen Behandlung, die derselbe Mann ihm
später angedeihen ließ, die aufrichtigste Dankbarkeit bewahrt.
Das Leben bot ja Robert auch in dem neuen Dienste ein so heiteres,
glückliches Antlitz, wie der Arme es bisher noch nie geschaut hatte.
Jetzt durchflog er das blühende Rheinland, das er früher mühsam und
sorgenvoll am Wanderstabe durchmessen, dazu den ganzen sonnigen
Süden Deutschlands in einem bequemen Reisewagen, an der Seite eines
leidlich gebildeten, ihm zugleich aus Eigennutz und natürlicher Regung
gewogenen Mannes, der viele Menschen und Länder gesehen, der in den
Naturwissenschaften zu Hause war, der dem erstaunten jungen Manne sogar
offenbarte, daß Erde, Sonne, Planeten und Fixsterne eigentlich auf ganz
falschen Bahnen wandelten und reuig umkehren würden, wenn er, Schmitz,
ihnen das schriftlich bewiesen haben würde. Dazu nun das Robert bis
dahin unbekannte herrliche Gefühl völliger Freiheit von drückender
Erdensorge, das Bewußtsein, daß er und seine Arbeit geschätzt werde
von Demjenigen, von dem sein Wohlergehen abhing, bald nachher auch zum
ersten Male die stolze Befriedigung, daß ihm wichtige fremde Interessen
allein, zu selbstständiger verantwortlicher Erledigung übertragen
wurden. Man kann sich denken, welches Maß von Glückseligkeit und
Dankbarkeit in dieses reine arme Herz einzog.
Schon am 9. Juni 1827 verließ Robert mit Schmitz Köln und fuhr nun
wochenlang durch das frühlingsgrüne reiche Land; das ganze Entzücken
über die herrliche Reise mit wenig Worten in sein „Reisejournal“
eintragend[6]. Am 10. Juni ist Mainz, am 12. Juni Frankfurt erreicht.
Hier wird einige Tage gerastet, die alte Kaiserstadt -- in der später
der „Gelbgießer“ Blum seinen Sitz im deutschen Parlament finden sollte
-- mit Andacht durchwandert. „Hier wurden ehemals die römisch-deutschen
Kaiser gewählt und jetzt ist sie der Sitz des deutschen Bundestages.
--“ Der Gedankenstrich steht wirklich im Reisejournal. „Zu den vielen
Merkwürdigkeiten der Stadt gehören besonders das Rathhaus, der Dom
&c., die herrlichen ‚Neuen Anlagen' und die schöne Brücke, wodurch sie
mit der Vorstadt Sachsenhausen zusammenhängt; auch wurden Goethe und
Klinger hier geboren.“ Charakteristisch für den späteren Begründer des
Leipziger Schillervereins ist es, wie viel wärmer als hier Goethe's
er wenige Seiten später in seinem Reisetagebuch Schiller's gedenkt.
Er schreibt da neben „Ludwigsburg“ bei Stuttgart: „vom Hohenasperg
Aussicht auf Marbach, Geburtsort unseres unsterblichen Schiller's.“
Am 16. Juni ging es weiter nach Darmstadt, den folgenden Tag bis
Heidelberg. „Von hier,“ schreibt er bei Darmstadt, „beginnt die schon
von den Römern angelegte Bergstraße, welche sich bis nach Heidelberg
hinzieht. Das alte Rheinthal zwischen Darmstadt und Heidelberg ist
einer der reizendsten und fruchtbarsten Landstriche Deutschlands; die
Berge im Osten sind mit Wein und stolzen Waldungen bedeckt, und das
Thal prangt bis an das Ufer des Rheines allenthalben in der üppigsten
Fülle.“ Bis zum 21. Juni wird Württemberg (Stuttgart, Eßlingen,
Göppingen bis Ulm) durchfahren, dann zwei Tage später, über Günzburg,
Augsburg und Dachau, München gewonnen.
In München ist Robert vom 23. Juni bis 29. November 1827, also über
fünf Monate geblieben. Er hat den größeren Theil dieser Zeit allein
den Schmitz'schen Geschäften vorzustehen gehabt, die in der Hauptsache
darin bestanden, die Laterneneinrichtung im königlichen Schlosse zu
leiten. Bei dieser Gelegenheit hatte Blum eines Tages eine flüchtige,
aber bedeutsame Unterredung mit König Ludwig dem Ersten von Baiern.
Viel Zeit blieb Robert übrig, um seinem Wissensdrange zu genügen
und welche Fülle von Anregung gewährte hierfür München! Ein Gang
durch München schon bietet, wie Moritz Carrière mit Recht einmal
bemerkt, dem Nachdenkenden ein Bild der Bau- und Kunstgeschichte
von zwei Jahrtausenden; ein Gang um München zeigt die unendliche
Gestaltungskraft der Natur in aller Fülle und Mannigfaltigkeit. Im
Jahre 1814 erst hatte König Maximilian der Erste begonnen, das enge und
traurige Nest, das in seinem Aeußeren seit 1791 noch immer aussah wie
eine geschleifte Festung und sich seit 1806 noch nicht ordentlich als
Residenz hatte fühlen lernen, in eine stattliche, heitere Königsstadt
umzuschaffen. Und dieses Werk hatte König Ludwig der Erste mit
augusteischer Freigebigkeit und kunstsinniger Prachtliebe fortgesetzt.
Eben als Robert in München eintraf, war unter Klenze's Leitung das neue
Hoftheater nach dem Brande von 1823 in vollendeter Schönheit aus dem
Schutte erstanden, die herrliche Glyptothek ihrer Vollendung nahe, dem
öffentlichen Besuch bereits geöffnet, der Königsbau des Alten Schlosses
am Max-Joseph-Platz, die Alte Pinakothek und andere Prachtbauten im
Entstehen begriffen. Durch den Reichthum und die Bedeutung seiner
Kunstschätze, vor Allem durch die Sculpturensammlung der Glyptothek,
überragte München damals unstreitig alle anderen deutschen Städte bei
weitem, obwohl die Stadt kaum mehr als fünfzig- bis sechszigtausend
Einwohner gezählt haben mag. Dazu nun das ganz eigenthümliche, von
den Gewohnheiten des Rheinländers so weit abliegende und doch jeden
Fremden so gemüthlich anheimelnde Volksleben des altmünchener Bürgers,
mit seinem trockenen Humor, seiner biederen Schwerfälligkeit und
genußfreudigen Behaglichkeit. Alles das hat Robert lebhaft angezogen
und gefesselt. Die Architektur- und Kunstschätze der schönen Kirchen
Münchens, die Hoftheater, die Gemäldegallerie und Glyptothek, das
polytechnische, anatomische und naturhistorische Museum, vor Allem aber
die königliche Bibliothek hat er, nach seinem Reisejournal, fleißig
besucht.
Alle Freistunden des Tages widmete er dieser Bereicherung seines
Wissens, seiner Geschmacks- und Kunstbildung; der Abend wurde so oft
als möglich im Theater, ein guter Theil der Nacht in ernsten Studien
in allen möglichen Fächern des Wissens, in denen Robert bei sich
Bildungslücken entdeckt hatte, hingebracht. In dieser Hinsicht war
die Reise mit Schmitz von Köln nach München von großer Wichtigkeit
für Robert gewesen. Sie hatte ihm bei sich selbst überall eine, wie
er meinte, fast bodenlose Unwissenheit enthüllt, an deren Ausfüllung
er nun mit eisernem Fleiße arbeitete. Leider sind auch aus diesen
Tagen Briefe Robert's an die Seinen nicht erhalten. Dagegen finde
ich in seinem „Stammbuche“ Blätter von den wenigen jungen Männern,
mit denen er in München Anknüpfung suchte, welche beweisen, daß
er damals mit größtem Eifer insbesondere philosophischen Studien
nachgegangen sein muß und das Bedürfniß empfand, das in der Stille der
Nacht beim Lampenschein aus weltweisen Büchern in sich Aufgenommene
mit den Freunden zu durchsprechen. Einige der Genossen scheint der
metaphysische Gelbgießer, nach ihren Stammbuchblättern zu schließen,
beinahe bis über die Grenzen vernünftiger Erkenntniß hinaus gefördert
zu haben. Sicher ist, daß Robert sich sowohl in München, wie später
in Berlin, seiner sorgenlosen Freiheit vollkommen würdig gezeigt, von
jeder Verirrung, welche die fröhliche Großstadt nahelegen und leicht
verzeihen mochte, ferngehalten hat.
Auf demselben Wege, den er auf der Hinreise genommen, kehrte Robert
Ende November nach Heidelberg, von dort über Mannheim und Worms nach
Hause zurück, wo er am 12. December eintraf; jedoch nur, um bereits
am 15. Elberfeld aufzusuchen, wo er bis zum 20. September 1828 in der
Gesellschaft Schmitz' verweilte, da dieser sein Geschäft dahin verlegt
hatte. Hier wußte er sich seinem Principal immer unentbehrlicher zu
machen. In jeder Freistunde aber, namentlich in der Nacht, wurde an
der Erweiterung des Wissens und der Bildung gearbeitet, auch die
erste sehr bescheidene Grundlage einer eigenen Bibliothek gelegt. Nur
ganz vorübergehend ist er im September und October 1828 auf einer
Geschäftsreise nach Coblenz und Kreuznach bei den Seinen in Köln
gewesen. Auch dort hatte sich inzwischen Manches besser gestaltet. Die
garstige Mutter des Stiefvaters Schilder war schon seit zehn Jahren
todt, die eine der beiden zänkischen Stieftanten war ihr bald in's
Grab nachgefolgt, die andere hatte Köln verlassen. Dadurch war das
Verhältniß seines Stiefvaters zu seiner Mutter ein wesentlich besseres
geworden. Im November 1819 hatte diese das erste lebende Kind zweiter
Ehe, Elise, und nach zwei weiteren bösen Wochenbetten am 20. März 1827
das letzte Kind, Agnes, geboren. Dadurch war freilich auch neue Sorge
in das Elternhaus eingekehrt. Am 12. October theilte Robert den Eltern
mit, daß Schmitz beabsichtige, einen Theil seines Geschäfts nach Berlin
zu verlegen, und ihn dorthin mitnehmen wolle. Auf unbestimmte Zeit nahm
er Abschied von den Seinen.
In der That wurde dieser Aufenthalt in Berlin zu dem längsten,
freudigsten und bedeutsamsten, den Blum seiner Verbindung mit Schmitz
verdankte. Am 24. November 1828 wurde die Reise von Elberfeld aus
angetreten. Sie führte über Iserlohn, Paderborn, Warburg nach Kassel
-- dessen herrliche Umgebungen tiefen Eindruck auf Robert machten --
dann nach Münden, Göttingen, Mühlhausen, Langensalza, Gotha, „Erfurth“
und Weimar -- mit Behagen verzeichnet er in seinem Reisejournale
jede landschaftliche Schönheit, welche ihm die Winterreise durch
Norddeutschland bietet. Nirgends sucht er seinen Genuß zu verkümmern
durch Vergleiche mit dem so viel verschwenderischer ausgestatteten,
im Sommer besuchten Süden. Vom Weine Naumburgs sagt er höflich, er
sei „dem Moselwein an Geschmack ähnlich“. Mit Andacht erblickt er
bei Merseburg in der Ferne das Schlachtfeld von Lützen, tritt er in
Wittenberg an Luther's und Melanchthon's Gruft. Dann aber schreibt er
in sein Reisejournal am 21. December: „Jenseits der Elbe nimmt die
Fruchtbarkeit allmählich ab und nicht weit von ihren Ufern beginnen
die einförmigen, traurigen und unabsehbar-flachen Sandwüsten, die
sich bis zur Ost- und Nordsee fortziehen und nur selten von einzelnen
Hügeln desselben Stoffes unterbrochen werden. Auf den reizenden Fluren
dieser #deutschen Sahara# erblickt man nichts als elende Dörfchen,
magere Tannenwälder und nur zuweilen pflanzen sich auf kleinen, sehr
mühsam bearbeiteten Sandflächen verkrüppelte Haber- und Kornähren und
etwas Kartoffeln fort, die den genügsamen Bewohnern ihre kärgliche
Nahrung geben; nicht selten aber giebt es auch unabsehbare Strecken,
auf welchen weder ein Strauch noch ein Gräschen fortkommen kann. Daß
es Ausnahmen und einzelne fruchtbare Stellen giebt, ist bekannt;
allein sie sind selten!“ Von dem heldenmüthigen Kampfe, den in dieser
„deutschen Sahara“ das preußische Volk mit der Ungunst der Elemente
durch Jahrhunderte geführt, um den Boden überhaupt culturfähig zu
machen, und wie durch diesen Kampf nicht am wenigsten die Entwickelung
des Charakters jenes deutschen Volksstammes möglich wurde, der
vereint mit seinem hochsinnigen Fürstenhause die ebenso feindseligen
Naturgewalten bändigte, welche der Gründung eines deutschen
Nationalstaates entgegenstanden, davon konnte der heißblütige junge
Rheinländer freilich damals noch keine Ahnung haben. Er urtheilte
vorläufig so herb und verächtlich über Preußen, wie die meisten seiner
Heimathsgenossen damals thaten. Und noch nachdem er Berlin kennen
gelernt, und dieser Stadt die wichtigste Förderung seiner Kenntnisse
verdankte, schrieb er, allerdings in tiefster gemüthlicher Depression,
in Oranienburg in sein Reisejournal: „Die Gegend ist sandig, traurig
und einförmig, kurz #preußisch#.“
Noch in ganz anderem Maße als in München wurde ihm in Berlin
Gelegenheit geboten, seine Kenntnisse zu vervollkommnen, alle Lücken
seiner Bildung zu ergänzen. Mancherlei Ursachen wirkten hierfür
zusammen. Trotz seiner noch nicht 200,000 Einwohner und der gegen
die „Präsidialmacht“ Oesterreich in deutschen Angelegenheiten -- mit
Ausnahme der Zoll- und Handelspolitik -- äußerst vorsichtigen Politik
der Regierung Friedrich Wilhelm's des Dritten, war Berlin doch schon
damals unzweifelhaft die geistige Hauptstadt Deutschlands. Solche
Vielseitigkeit von Interessen vertrat keine Stadt in so vorzüglicher
Weise wie Berlin. Es ist ein schönes Zeugniß sowohl für die Klarheit
der Beobachtung, wie für die Gerechtigkeit Robert Blum's, daß er sehr
bald nach seiner Ankunft in Berlin in sein Reisejournal schrieb:
„Prächtige Haupt- und Residenzstadt, ohnstreitig die schönste in
Deutschland.“ So schrieb der junge Mann, der noch begeistert war von
den Kunstschätzen und Kunstbauten Münchens und sehr gering dachte vom
„traurigen preußischen Wesen“. In der That hatte aber auch Berlin
damals eben durch Schinkel's und Rauch's geniale Schöpfungen auch in
künstlerischer Hinsicht ein ganz neues Gepräge gewonnen. Alle die
monumentalen Bauten und Bildwerke, die sie bis zu Robert's Ankunft
in Berlin geschaffen, feiert dieser begeistert in seinem Journal.
Ebenso entzückt ist er von den älteren Meisterwerken Schlüter's und
Anderer, dem Brandenburger Thor, den Kunstsammlungen Berlins, für
deren Schätzung sein Verständniß in München geschärft war. Freudig
ergeht er sich in den einzig-schönen Anlagen des Thiergartens, die
Lenné kurz zuvor in einen der herrlichsten Parks der Welt umgeschaffen
hatte. Hier überkommt ihn auch ein Begriff von der gewaltigen, fast
heroischen Arbeit, die dazu gehörte, auf solchem Boden diese Stadt und
Umgebung zu schaffen. „Man wähnt sich in diesen Pflanzungen wirklich
auf einen ganz anderen Boden versetzt,“ schreibt er, „es macht daher
einen ganz eigenen Eindruck, wenn man aus dieser künstlichen Ueppigkeit
heraustritt und auf einmal die mageren, einförmigen Sandflächen vor
sich sieht.“ Bei einem Besuche in Charlottenburg spricht er gerührt von
dem Grabmal „der verewigten Königin Louise“.
Zu dieser Freude an den Kunstschöpfungen, die seinen in München
gebildeten Schönheitssinn vollauf befriedigten, trat nun hinzu
die Wahrnehmung, daß der Volkscharakter der Berliner weit
entgegenkommender, redelustiger, in Vielem mit seinem eigenen Naturell
weit übereinstimmender sich erwies, als der Münchener. Den energischen
Fleiß, den durch keine Widerwärtigkeit zu störenden fröhlichen, immer
zu einem Scherz bereiten Gleichmuth, die durchaus realistische, immer
kritische und vorsichtige Beobachtungsgabe des Berliners gewahrte er
mit Vergnügen an dem Völkchen der Hauptstadt. Er fühlte sich wohl da,
wie zu Hause, denn er fand hervorragende Eigenthümlichkeiten seines
Wesens hier allgemein verbreitet. Daß er alle Bildungselemente, die
Berlin bot, so vollständig und segensreich in sich aufnahm, verdankt
er außerdem der Länge seines dortigen Aufenthaltes. In München hatte
er nicht ein halbes Jahr zugebracht. In Berlin blieb er mit kurzen
Unterbrechungen fast zwanzig Monate, bis zum 9. August 1830.
Den allerbedeutendsten Einfluß aber dankte er der Berliner
Hochschule. Sie war in den schlimmsten Jahrzehnten, welche die
Reaction über Deutschland gebracht hat, immer der Freistuhl der
deutschen Wissenschaft und Forschung geblieben. Kein Censor und kein
Demagogenriecher durfte es wagen, das freie Wort des Katheders in
Fesseln zu schlagen. Die Redefreiheit, die heute für die deutschen
parlamentarischen Versammlungen gewährleistet ist, bestand damals
eigentlich nur für die Lehrstühle der Hochschulen, gewiß für die
Berliner. In allen Facultäten lehrten die gefeiertsten Namen deutscher
Wissenschaft. Im Jahre 1829 hatte man in Berlin auch formell gebrochen
mit dem System argwöhnischer Ueberwachung, welches die unseligen
Karlsbader Beschlüsse seit einem Jahrzehnt auch Preußen scheinbar zur
Pflicht gemacht hatten. Von da ab übten Rector und Universitätsrichter
die Ueberwachung, die bis dahin einem Regierungsbeamten übertragen
war. Von 1830 an wurde auch Nichtstudenten der Besuch der Vorlesungen
gestattet: vierhundertsechsundfünfzig machten sofort davon Gebrauch,
unter ihnen Robert Blum. Die systematische und rein wissenschaftliche
Behandlung der Lehrfächer, zu denen Robert sich besonders hingezogen
fühlte, machten seine fleißigen nächtlichen Studien erst wahrhaft
fruchtbar.
In dieses über alle Erwartung glückliche Leben schlug plötzlich
wie ein Wetterstrahl aus heiterem Himmel die Ordre, Robert
solle sich unverzüglich zur Ableistung seiner Militärpflicht in
Prenzlau beim vierundzwanzigsten Infanterieregiment stellen.
Selbstverständlich mußte er Ordre pariren, obwohl dieser Gehorsam
voraussichtlich gleichbedeutend war mit dem Verluste seiner Stellung
und dadurch auch mit der plötzlichen Vernichtung seiner schönsten
Fortbildungshoffnungen. Damals, auf der Fußwanderung von Berlin nach
Prenzlau (30. März 1830) schrieb er das „traurig und einförmig, kurz
#preußisch#“ in sein Reisejournal. In Prenzlau erging es ihm weit
besser, als er erwartet hatte -- denn er sehnte sich niemals darnach,
zu untersuchen, ob er einen Marschallsstab im Tornister trage --
nach sechs Wochen schon (15. Mai 1830) hatte man sich überzeugt,
daß der Rekrut Blum zu schwache Augen habe, um einen ordentlichen
Vierundzwanziger abzugeben, und entließ ihn daher zur Reserve. Er hat
des Königs Rock nie wieder angezogen.
Am 17. Mai schon traf er wieder in Berlin ein. Er hoffte Schmitz so
vernünftig zu finden, ihn nicht für die allgemeine Wehrpflicht -- die
einem holländischen Gemüth allerdings ein Gräuel war und heute noch
ist -- verantwortlich zu machen. Aber Schmitz war in Geschäften eben
in Holland und Frankreich abwesend. Seine Geschäfte gingen schlechter
und schlechter. So beging er die Ruchlosigkeit, seinen treuesten
Mitarbeiter gänzlich mittellos in Berlin zu lassen, ohne auf seine
Briefe zu antworten. Robert wußte freilich von der mißlichen Lage des
Principals nichts. Alles, was der treue Mensch eingenommen, hatte er,
selbstlos denkend, und Anderen vertrauend wie immer, dem Principal
vorher eingesendet. Endlich, nachdem in zwei Briefen Schmitz' die
dringende Bitte Robert's um Geld ganz unberücksichtigt gelassen,
schrieb Robert am 1. Juli 1830 unter Anderem: „Es wird überflüssig
sein, Ihnen eine Schilderung von meinen jetzigen Umständen zu
entwerfen, da Sie sich selbst leicht vorstellen können, wie dem zu
Muthe ist, der bei einem, wie Sie selbst wissen, impertinenten Wirthe
eine Zeit lang seine Bedürfnisse borgte, und nun am Ende des Monats
nicht im Stande ist zu zahlen. Außerdem daß ich schlechtes Essen für
einen zu theueren Preis“ -- er zahlte für Kost und Logis elf Groschen
pro Tag -- „nehmen muß, wird mir nun jede Mahlzeit mit verächtlichen
und mißtrauischen Blicken vorgesetzt und Spottreden und Sticheleien
als Gewürze aufgetragen. Denn ohne Geld ist es unmöglich auszuziehen.
-- Hätten Sie die Güte gehabt, mir nach Prenzlau zu melden, daß Sie
hier mit #Niemandem# wegen meines Unterhaltes ausdrücklich gesprochen
hatten, so hätte ich mir die mich hier erwartenden Unannehmlichkeiten
eher vorstellen können und würde auf militärische Kosten meine Reise
nach Köln gemacht haben; ich hatte alsdann pro Meile einen Groschen,
und wenn auch Dürftigkeit mich auf der Reise drückte, so war ich doch
jetzt der Gefahr nicht ausgesetzt, die mich nun bedroht, nämlich: daß
mein Wirth mir den ferneren Unterhalt verweigert und mir die Thür
weist. Wenn ich durch Ausschweifungen in Vorschuß gerathen wäre oder
durch Nachlässigkeit der Gesellschaft einen Schaden von einigen tausend
Thalern verursacht hätte, so würde ich das jetzige Verfahren als eine
Vorsichtsmaßregel von Ihrer Seite und als Strafe für meine Fehler
betrachten; da ich mir aber nichts dergleichen vorzuwerfen habe, &c.“
Darauf antwortete Schmitz von Köln am 18. Juli: „Lieber Blum. Ihre
Klagen vom 1. dieses thun mir sehr leid #und sind gegründet#. Ihr
früheres Schreiben schien mir Vorwürfe oder einen der Sache nicht
angemessenen Ton zu enthalten, und da ich Sie übrigens gern habe
und Sie selten zurecht zu weisen habe, zerriß ich es lieber, als
es zu beantworten. Verlieren Sie den Muth nicht, ich habe manche
Schwierigkeit überstiegen.... Ich konnte bis jetzt weder Kleinigkeiten
noch große Summen berichtigen. Jetzt werden Sie nicht lange mehr
warten und #alle Bedürfnisse erhalten#.... Ich hoffe nur, Ihr jetziger
Müßiggang wird auf Ihr ferneres Betragen keine nachtheilige Wirkung
haben und daß ich Sie wie zuvor zurückfinden werde.“
Noch ehe Blum diese Antwort besitzen konnte, schrieb er am 20. Juli
1830, daß er sich wundere und erstaunt sei, daß Schmitz auf einen Brief
von Blum's Eltern „ganz kaltblütig einige Bemerkungen niedergeschrieben
habe, ohne es der Mühe werth zu halten, über meine Erhaltung nur ein
Wort zu erwähnen, und man braucht doch gewiß keine großen logischen
Kenntnisse zu haben, um zu wissen, daß der Lebensunterhalt, den Sie
als eine nicht bemerkenswerthe Nebensache zu betrachten scheinen, zum
Fortbestehen durchaus nothwendig ist.... Es scheint mir die Pflicht
eines jeden Mannes zu sein, für die in seinen Diensten stehenden Leute
zu sorgen ... und ich glaube, daß es gewiß gegen die Billigkeit ist,
einen Menschen mit in der Welt herumzuführen und ihn dann plötzlich an
einem fremden Ort brod- und hoffnungslos sitzen zu lassen, wenn er sich
keines Fehlers schuldig machte, der solches Verfahren rechtfertigen
könnte.“
Um diese Rechtsdeductionen zu würdigen, muß auf Grund der mir
vorliegenden Abrechnung Blum's für die Jahre 1828 bis 1830, die Schmitz
später anerkannte, constatirt werden, daß Blum schon am 30. März 1830
ein Guthaben von acht Thaler elf Silbergroschen zwei Pfennig an Schmitz
hatte, welches neuerdings auf fast siebenundzwanzig Thaler gestiegen
war, wie Schmitz später gleichfalls anerkannte. Der Gehalt, den Blum
bescheiden immer „Lohn“ nennt, war am 30. März 1830 seit sechszehn ein
viertel Monaten nicht mehr baar gezahlt worden! Daher war das weitere
Verlangen Blum's in diesem Briefe, in Zukunft möge pünktlicher gezahlt
werden, gewiß gerechtfertigt; „sonst müsse er seine Stelle aufgeben,
da er gar nichts besitze, um zuzusetzen.“ Er verlangte deshalb
schriftlichen Vertrag und betonte, daß er Arbeitsüberstunden bisher nie
berechnet habe.
Die Antwort (etwa vom 28. Juli) auf diesen Brief war überschrieben:
„N. für R. Blum“ und lautete: „Wenn man Leute zu ernähren hat,
die nichts verdienen, und von denen, die man für schönen Vortheil
betheiligt, hinterrücks verlassen wird, bis man ihnen mit eignem Fond
wieder Courage macht, so bieten sich leicht viele Schwierigkeiten....
Sie sind eben aus dem Dienst entlassen worden. Ich erneuere Ihnen
Solches hierbei.... Ich finde es auch nicht für gut, für die
Dienste, die Sie mir bis heran zu leisten fähig waren, mehr als das
nothwendige Unterhalt zu geben. Auch bin ich weit entfernt, Ihnen
einen schriftlichen Vertrag als Sinecure zu geben.“ Wenn Blum für
Ueberstunden keine besondere Vergütung gefordert habe, „so mögen Sie
dies gegen Monate müßig sitzen compensiren, während welchen mancher Sie
entlassen hätte. Geht es Ihnen bei anderen gut, so werde ich diesen
Verlust, sowie den eines anderen Jungen Mannes, den ich früher erzogen
hatte, gern ersehen.... Später können Sie einmal bei mir anfragen,
nachdem Sie eine bessere Schule der Erfahrung durchgegangen seyn
werden, als die, deren Sie sich jetzt rühmen. Hr. Grebin wird Ihnen
zustellen, was Ihnen gebürt. Schmitz.“
Robert war zu arm, das schnöde hingeworfene Almosen auszuschlagen.
Am 5. August quittirte er Herrn A. L. Grebin in Berlin über
sechsunddreißig Thaler, mit welchen der „Lohn“ vom 18. Mai bis
„_ultimo_ July d. J.“ und die „Reisekosten von hier nach Cölln“
beglichen waren, und machte sich am 9. August über Potsdam,
Brandenburg, Genthin, Magdeburg, Helmstedt, Braunschweig, Hildesheim,
Hameln, Paderborn, Soest, Lennep zu Fuß auf den Heimweg nach Köln. Am
22. August langte er hier an, nachdem er neunundsiebenzig ein halb
Postmeilen in dreizehn Tagen zurückgelegt.
Das Verhältniß zu Schmitz war für immer gelöst, der Riß unheilbar
geworden. Es nützte nichts, daß Robert auf die Rückseite einer leeren
Schulheftseite seiner ältesten Stiefschwester, die sich auf der
Vorderseite abmühte, den Worten: „Mit dem Maß, womit ihr messet, wird
auch euch gemessen werden“ einen bedenklich unkalligraphischen Ausdruck
zu geben, das Concept eines rührend-versöhnlichen Briefes schrieb.
Die Geschäfte des Beleuchtungsmannes gingen noch zu schlecht. Das Rüböl
war soeben auf's Haupt geschlagen. Das Gas triumphirte. Das war der
Grund von Roberts Entlassung, alles Andere Vorwand.
Nichts charakterisirt aber wohl den Egoismus und die unedle Empfindung
des Herrn Schmitz besser als die Thatsache, daß er nach einer solchen
Behandlung Blum's es wagte, schon nach einem halben Jahr, als Blum
literarische Verbindungen in Köln gewonnen hatte, sich unverfroren an
den mißhandelten jungen Mann zu wenden, um von diesem eine Reclame für
eine von Schmitz neu herausgegebene Zeitschrift zu erlangen. Blum war
großmüthig genug, die Unterstützung des Unternehmens zuzusagen.
Vorläufig aber, d. h. im August 1830, verdankte Blum dem nämlichen
Herrn Schmitz den Blum leider nicht mehr ganz unbekannten Zustand der
Brodlosigkeit.