[293] =Blackscheißer=, Schreiber, Pedant, als Schimpfwort, =Black=,
Dinte.
[294] =Kandel=, Bier- oder Weinkrug.
[295] =enthalten von=, abhalten. Im Text steht »=vorm=«, dies würde
nicht den richtigen Sinn geben.
[296] =Ammeister=, Bürgermeister.
[297] =nur=, die ältesten Ausgaben haben »mir«.
[298] =Tabaksaufen=, wie im Französischen ~boire~, rauchen.
[299] =ohne=, ausgenommen.
[300] =Liegen=, Lügen.
[301] =kläpfen=, vom oberdeutschen Schallwort »klapf«, »klapp«,
klappen, knallen.
[302] =dürfen=, brauchen.
[303] =auf den alten Kaiser= (gleichsam auf den verstorbenen
Kaiser sich berufend), sorglos in den Tag hinein. Simplicissimus ~III.~
20: »auf den alten Kaiser dahin leben«.
[304] =vortheilhaftig=, listig.
[305] =das Maul machen=, die Miene machen, sich das Ansehen geben,
so thun.
[306] =sich abscheibeln=, abdrehen, sich davon machen.
[307] =angehen=, anbeißen, ins Netz gehen, sich fangen lassen.
[308] =gestältig=, fügsam, zuthunlich.
[309] =Lucius Apulejus= aus Madaura in Afrika, geboren
unter der Regierung Hadrian's, wohnte zuletzt nach vielen Reisen in
Karthago. Er schrieb: »~Metamorphoseon s. de asino aureo libri~«; ein
liederlicher Jüngling Lucius, den Grimmelshausen mit dem Verfasser
identificirt, wird in einen Esel verwandelt, aber in den Mysterien
wieder zum Menschen neugeboren.
[310] =geschneiden=, kümmern.
[311] =ohne=, ausgenommen.
Das siebente Capitel.
Simplicissimi Gaukeltasch und erhaltene treffliche Losung[312].
»Da saße ich nun, als wann mir Gott nit mehr hätte gnädig sein wollen,
dem ich gleichwol zu danken Ursach hatte, daß mich diß lose Gesindel
nit gar ermordet und mich im Schlaf visitirt und mir mein wenig Geld,
so ich noch zur Zehrung bei mir trug, genommen. Und ihr, Springinsfeld,
was habt ihr jetzt mehr vor Ursachen, über mich zu kollern, der ich
doch so freiwillig erzähle, daß mich diese arge Vettel so wol als euch
betrogen, als deren List und Bosheit gleichsam kein Mensch, an den sie
sich machen will, entgehen kan, wie dann gegenwärtigem ehrlichen Herrn
Simplicissimo beinahe selbst widerfahren wäre?«
Springinsfeld antwortet mir: »Nichts, nichts, gar nichts, guter Freund!
Sei nur zufrieden, und hol der Teufel die Hex!«
»Mein«[313], antwortet ihm Simplicius, »wünsche doch der armen Tröpfin
nicht Böses mehr! Hörestu nicht, daß sie allbereits ohnedas der
Verdammnus nahe, biß über die Ohren im Sündenschlamm, ja allerdings
schon gar der Höllen im Rachen steckt? Bete darvor ein paar andächtiger
Vatterunser vor sie, daß die Güte Gottes ihr Herz erleuchten und sie zu
wahrer Buße bringen wolle!«
»Was?« sagte Springinsfeld; »ich wolte lieber, daß sie der Donner
erschlüg!«
»Ach daß Gott walt!« antwortet Simplicius; »ich versichere dich, wann
du nicht anders thust als so, daß ich um die Wahl, die sich zwischen
deiner und ihrer Seligkeit findet, keine Stiege hinunterfallen[314]
wolte.«