Aus dieser Folge ergibt sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit

folgende Bestimmung: das Schafthor ist (Joh. V.) das heute nach dem

heil. Stephan genannte. In den Raum von diesem bis zum Südostwinkel

der heutigen Stadt fielen das Fischerthor und das alte Thor. Der

Südostwinkel selbst ist die breite Mauer. Durch die Südseite gingen das

Thalthor, das Mistthor (_Porta sterquilinia_), das Brunnenthor. Der

Garten des Königs lag zwischen den Quellen Siloe und Rogel; an dieser

letztern, die Schlucht hinauf, führten die Stufen zur Stadt Davids, die

also, im weiteren Sinne des Wortes, den ganzen auf dem Sion gelegenen

Theil von Jerusalem in sich begriff. Die Gräber Davids, worunter nur

dann die eigentlichen Königsgräber zu verstehen sind, wenn man die

Bezeichnung: »die Stadt Davids,« so oft im obigen Sinne versteht, als

die Bücher der Könige sagen, »und wurde begraben in der Stadt Davids,«

waren sonach an der Stelle, die man heute noch dafür bezeichnet. --

Der Teich, oder vielmehr das Becken Asuja ist das in der Schlucht vor

der Westseite, oder das etwas südlicher liegende. Die Burg der Krieger

bezeichnet insbesondere das Schloß oder die Stadt Davids im engeren

Sinne. Das Rüsthaus muß am nordwestlichen Abhange des Morija gelegen

haben. Das Königshaus ist eines der Nebengebäude des Tempels. Das

Wasserthor fällt in die Thalung nach dem heutigen Thore von Damaskus;

das Roß- und Rathsthor in die Nordseite.

Die Bibel nennt aber noch einige andere Thore: nämlich das =Thor

Ephraim= und das =Eckthor=, vierhundert Ellen von einander abstehend

(II. Könige, XIV. 13); das =Kerkerthor= (Nehem. XII. 39); das

=Ziegelthor= (Jerem. XIX.); das =Thor Benjamin= (Jerem. XXXVIII. 7);

das =innere Thor= (Hesek. VIII. 3).

Schon aus dem Umstande, daß Joas, König von Israel, die Stadt zwischen

dem Thore Ephraim und dem Eckthore angriff, beweiset sich, daß

dieselben höchst wahrscheinlich an der Nordseite sich befunden haben.

Das erstgenannte als ein kleineres ist vielleicht erst in späteren

Zeiten wieder erneut worden, und wahrscheinlich ein und dasselbe mit

dem heute sogenannten. Das Eckthor scheint nahe am Thurme Tankreds

gewesen zu seyn, der die Nordostecke der heutigen Stadt bildet und 430

Schritte vom Pförtchen Ephraim absteht. Das Kerkerthor scheint ein

inneres gewesen zu seyn, oder im Winkel nach der Schädelstätte gelegen

zu haben. Das Ziegelthor, als nach dem Thale =Ben Himmon= sehend, fällt

in die Südseite, und ist wahrscheinlich eines und dasselbe mit dem

Brunnenthore. Die beiden anderen scheinen gleichfalls innere Thore, und

deuten auf Mauerabschnitte innerhalb der Stadt, wie man deren heut zu

Tage noch in allen orientalischen ummauerten Städten sieht. --

Außerhalb der Stadt zwischen dem Thore von Damaskus und der Pforte

Ephraim, auf einen Steinwurf vom Graben, hebt sich ein niederer

felsiger Hügel. Darin befindet sich eine Grotte, deren Eingang der

Stadt zugewendet und durch ein schmales Gärtchen und dessen Umfangmauer

geschlossen ist. In dieser Grotte soll =Jeremias= seine herrlichen

Klaglieder verfaßt haben, die, so wahr am heutigen Tage, mit den Worten

beginnen:

»Wie liegt die Stadt so wüste, die voll Volkes war! Sie ist wie eine

Wittwe. Sie, die eine Fürstin war unter den Heiden und eine Königin in

den Ländern, sie muß nun dienen!«

Jetzt wohnt ein muselmännischer Heiliger in dieser Grotte und verkauft

Grabstellen in ihr und im Gärtchen, so davor liegt. Der innere Raum

der Grotte ist fast rund, zu zwei und vierzig Schritte Durchmesser,

von zwei massiven Pfeilern getragen, in der Mitte etwa 30 Fuß hoch.

Der Meißel hat der Natur nachgeholfen. Rundum an der Wand, 1-1/2 Fuß

über dem Boden, laufen einige Zoll hohe Durchzüge im Stein, so daß

man ringsum ein Seil ziehen könnte. An dem rechten Pfeiler haben die

Muselmänner einen Gebetplatz.

Die =Flachhöhe= im Norden der Stadt, die auf eine Stunde Länge fast

eben so viele Breite hat, ist ein Gemenge von Felsspitzen, die von

zwei bis zwanzig Fuß über den Boden ragen, und zwischen denen Saaten

und Öhlbäume stehen. Fast jede dieser Spitzen zeigt den Eingang in eine

Todtenkammer, in die man bald ebenen Fußes geht, bald abwärts steigt.

Die Eingänge sind jederzeit rechtwinkelig, manchmal mit einem Fries

und Tympanen versehen, meist aber unverziert. So viele davon ich auch

besah, ich konnte nirgends eine Inschrift entdecken.

Die Beschreibung zweier genügt, um die übrigen zu kennen. Nicht ferne

von der Grotte =Jeremiä= ist eine Nische, fünfzehn Schritte breit

und vierzig lang in den Felsen gehauen, in deren linker Wand ein nur

wenige Fuß hoher, gewölbter Durchgang sich befindet. Durch diesen

tritt man in einen Hof zu vierzig Fuß ins Gevierte, von geglätteten

Felswänden umfangen. Durch die südliche Wand, siebzehn Schritte breit,

ist der Eingang in ein Vorgemach, das sieben Schritte Tiefe hat. Das

Fries über dem Eingange ist von feiner Meißelarbeit; es besteht zu

oberst aus mehreren Leisten, dann folgt eine Reihe Triglyphen, die mit

Blumenkränzen, Rosen, Trauben, Palmen- und Akanthuszweigen wechseln,

und darunter eine Rinne mit Tropfen unter den Triglyphen und Zweigen;

weiter ein schönes Band aus Weinblättern, Granatäpfeln, Blumengewinden

und Pinienfrüchten, endlich der gewöhnliche Architrav. Diese Zierden

sind hoch und schön ausgehauen; ihre Wahl und Anordnung erinnert an die

Schilderung der Meißelarbeiten im Tempel des Salomon, so wie die Bücher

der Könige sie geben. Das Vorgemach ist unverziert. Durch den Boden

desselben, zur Linken, kriecht man in ein Loch, das bis 8 Fuß Länge und

2 Fuß Höhe haben mag, und kommt in ein Gemach zu 22 Fuß ins Gevierte.

Dieses hat in der Hinterwand zwei Thore. Das linke führt in einen Saal,

in welchem die Eingänge zu sechs Gemächern, jedes für zwei oder drei

Leichenstellen, sich finden; das rechte in einen ähnlichen Saal, das

außer den sechs Seitengemächern noch eines acht Stufen tief unter sich

hat. Durch die rechte Seitenwand des ersten Gemaches kommt man in ein

anderes zu 15 Fuß ins Gevierte und 10 Fuß hoch; aus diesem aber in zehn

Seitenkammern.

Alle diese unterirdischen Gemächer sind in den Felsen gehauen, und

gegen unsere Grüfte gehalten eben so wunderbare Werke, als die

ägyptischen durch Pracht, Ausdehnung und Zierath solche gegen die

jüdischen sind. Die Thore haben nur 2 Fuß 6 Zoll Breite und sind oben

gerundet. Die Thüren liegen häufig darneben. Jede besteht aus einem

einzigen starken, einfach verzierten Steinblocke. Jedes Gemach hat

in der Mitte des Bodens eine Rinne, 8 Zoll breit und eben so tief;

jeder Saal in der Mitte eine Vertiefung, so zwar, daß nur längs

den Wänden der höhere Auftritt besteht. Sehr merkwürdig sind die

Leichendeckel, die in einigen Kammern noch ganz, in andern in Trümmern

zu sehen sind. Sie haben 7 Fuß Länge, aber nur 11 Zoll Breite und

sind innen ausgehöhlt, außen aber mehr oder weniger fein mit Eichen-

und Weinblättern, mit Blumen und Früchten verziert. Sie müssen

unmittelbar auf den Leichen geruhet haben. In der Wand zur Seite der

Schlummerstätte ist nicht selten eine kleine, seichte, dreieckige

Nische, gerade groß genug, um eine Lampe zu fassen. Man sieht den

oberen Winkel nicht selten noch geschwärzt.

Man nennt diese Grabhöhlen die =Gräber der Könige=. Welcher Könige?

Die des Reiches Juda wurden großentheils in der Stadt Davids begraben

(Könige XIV. XV. -- II. Könige VIII. IX. XII. XIV. XV. XVI. XXI.);

Ausnahme machten =Manasse=, =Amon=, =Josias=, die im Garten Usa

begraben wurden. (II. Kön. XXI. II. Chron. XXXV.) Lag dieser auf der

Flachhöhe, so kann die obige Bezeichnung allerdings eine richtige seyn,

und würde sich dann auf die genannten Könige dieses Reiches anwenden

lassen. Schon =Joram= und =Joas= waren nicht in den Gräbern der Könige

beigesetzt worden (II. Chron. XXI. XXIV.), und von =Usias= sagt die

Chronik: »und sie begruben ihn bei seinen Vätern =im Felde bei dem

Begräbnisse der Könige=.« (XXVI. 23.) -- Die Gräber der =Makkabäer=

können diese nicht wohl seyn, da dieselben vom Meere aus sichtbar

gewesen seyn sollen. Nicht unwahrscheinlich sind es die Gräber der

Familie =Herodes=, die =Josephus= als im Norden der Stadt gelegen

schildert. Mir schienen Anlage und Verzierung aus römischer Zeit,

obwohl nicht durch römische Hand bewirkt. -- =Pausanias= (VIII. 16)

und =Josephus= (_Ant._ XX. 2) sprechen auch von bewunderungswürdigen

Gräbern der =Helena=, Gemahlin des =Monobazus=, Königs von Adiabene,

die im ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung lebte, sammt ihrem

Sohne =Itazes= nach Jerusalem zog und dort die jüdische Religion

annahm. Drei Pyramiden sollen über ihrer Grabstätte, drei Stadien

weit von der Stadt, aufgerichtet worden seyn. Die Pyramiden bestehen

nun freilich nicht mehr, was nichts für die Bezeichnung unserer oben

beschriebenen Ruhestätten beweiset. Diese letzteren sind aber für eine

weit größere Zahl von Leichen eingerichtet. =Pausanias= spricht von

einer besondern Schließungsweise der Grabstätte dieser Königin, und

der Mönch =Bernardino von Gallipoli= in seinem sonst verdienstlichen

_Trattato delle piante ed immagini de' sacri Edifizi di terra santa,

Firenze 1620_, erzählt bei Schilderung der _Spelonche Regie_ von etwas

ähnlichem. Ich habe davon nichts gesehen, und finde überhaupt seine

Zeichnung dieser Gräber ganz und gar unpassend auf diejenigen, die man

mir und Andern als die =Gräber der Könige= wies.

Eine Stunde weiter gegen Nord, wo sich die Flachhöhe, der Spitze

des Kirchleins =Samuels= gegenüber, senkt, und ein Thal nach Osten

ausläuft, sind die =Gräber der Richter=. Der Eingang ist mit Akanthus

im Fries und Tympanum verziert; eben so die kleine Pforte, die aus

dem fünf Schritte tiefen Atrium in ein Gemach, zu 29 Fuß 8 Zoll ins

Gevierte, führt. In diesem sind in der linken Seitenwand, in zwei

Reihen über einander, dreizehn Geschiebe, d. i. wagrechte Löcher,

16 Zoll breit, 26 Zoll hoch und 7 Fuß 6 Zoll tief, unten eben, oben

gerundet und jedesmal vorne in ein vertieftes Rechteck eingefangen.

In jedem Geschiebe war nur für eine Leiche Raum, und zwar ohne Sarg;

man wickelte dieselbe wahrscheinlich in Leinen und gab Spezereien

hinzu. (II. Chron. XVI. 14.) Die Eingangswand dieses Gemaches, das eben

hoch genug ist, um darin stehen zu können, hat zur Linken ebenfalls

ein solches Geschiebe, zur Rechten aber ein anderes Gemach und zwar

eingesenkt. Durch die rechte Seitenwand kommt man in ein Gemach, das

unten neun Geschiebe, oben aber eine breite Steinbank ringsum zeigt,

als habe man da die Leichen erst umwickelt und bereitet, bevor man sie

in ihre letzte Wohnung schob. Durch die Hinterwand gelangt man in ein

Gemach mit zwölf Geschieben oben und neun unten, und durch eine Stiege

links zuerst in eines zu drei und dann in ein anderes zu dreizehn

Geschieben.

Ich halte diese Gräber für weit älter als die früher beschriebenen.

Sie sind auf wenig Raum berechnet. Ähnliche gibt es auf der syrischen

Küste, gegenüber der Insel =Ruad= (_Aradus_), bei =Sidon= und in der

Nähe von =Damaskus=. (_Maundrell, Voyage d'Alep à Jérus. 1525_) Ich

erinnere mich in keinem anderen Lande deren gesehen zu haben.

Nicht ferne von den =Gräbern der Richter= (mir unbekannt, warum man

sie so heißt, denn die Bibel gibt nirgends einen Wink hievon) ist eine

in den Felsen gehauene Cisterne. Eine genaue Untersuchung der Höhlen,

Gräber, Nischen, Cisternen und anderen Behälter des weiten Feldes im

Norden Jerusalems müßte eine lehrreiche Ausbeute geben.

Ich brachte den Abend dieses Tages mit einem seltsamen Manne zu, Joseph

=Wolff=, Missionär in Jerusalem, und seiner Gemahlin Lady =Georgiana

Wolff=, der bei einem ungeheuren Wissen und einem Muthe, der des

edelsten Märtyrers würdig wäre, eine Menge von Narrheiten im Kopfe

hatte; eine Vermählung, die man so häufig in ausgezeichneten Köpfen

sieht, und die für die nahe Verwandtschaft des Wahnsinns mit dem

Verstande zeugen. Er und seine Gemahlin weihten sich in Jerusalem der

Judenbekehrung, und er hatte deßhalb eine freie Ausforderung an alle

Schriftgelehrten dieses Volles ergehen lassen und war zu jeder Stunde

bereit, Mann gegen Mann, den Kampf aufzunehmen. Er versicherte mich

mündlich und schriftlich, daß, Daniel zufolge, in siebzehn Jahren alle

Juden Christen seyn würden. Ohne die Bekehrung überhaupt in Zweifel

zu ziehen, rieth ich ihm aus Freundschaft, die Frist der Prophezeiung

wenigstens um hundert Jahre hinaus zu rücken. Ich glaube, daß man mir

auch hierin nicht Unrecht geben, noch meine Absicht verkennen wird.

Der Vorsteher der katholischen Gemeinde in Jerusalem bewahrt als

Bevollmächtigter des Papstes im heiligen Lande das Recht der Ertheilung

des =Ordens vom heiligen Grabe=, der von Gottfried von =Bouillon= im

J. 1099 gestiftet worden ist, und dessen Statuten mehrere Päpste,

namentlich =Benedikt= XIV. erneuerten und festsetzten. Der Vorgang

bei Aufnahme in diesen Orden, die auch mir zu Theil wurde, ist ob

der geschichtlichen Erinnerungen und der Stelle, wo sie geschieht,

ergreifend. Wir versammelten uns hiezu eines Morgens vor Sonnenaufgang

am Allerheiligsten, und zogen sodann in die den Katholiken zugehörige

Kapelle im Tempel. Alle versammelten Mönche und Brüder beteten laut.

Dann setzte sich der Abt des heiligen Landes auf einen Thronsessel.

Kniend vor demselben, spricht der Aufzunehmende den Schwur des Bundes

in seine Hände. Ein Mönch gürtet dem Ritter sodann die Füße in seidene,

goldverbrämte Kamaschen und schnallt die Spornen Gottfrieds von

=Bouillon= demselben an. Diese sind aus Metall, ganz einfach, stark, 8

Zoll lang, wovon 5 auf die Spitze kommen, mit einem scharfen Stern,

dessen Dornen 1 Zoll 4 Linien Länge haben. Das Schwert Gottfrieds,

eine 30 Zoll lange, zweischneidige, flache Klinge mit 5 Zoll langem

einfachen Kreuzgriff, dessen Querarme nach unten etwas eingekrümmt

sind, in einer Lederscheide, Knopf und Beschläge aus Metall, wird

entblößt in die Hand gegeben, darin umgürtet; endlich empfängt man um

die Brust Gottfrieds Kreuz, aus Metall mit Granaten geziert, an langer,

metallener Kette hängend. Zwischen jedem Abschnitte der Ceremonie

finden Gebete Statt, und zwischen den beiden letzten der eigentliche

Ritterschlag mit Gottfrieds Schwert auf Haupt und Achseln, worauf man

von allen Brüdern und Mönchen umarmt wird und sie umarmt. Vormals

geschah die Aufnahme in diesen Orden vor dem heiligen Grabe selbst,

jetzt aber findet sie in der katholischen Kapelle bei verschlossenen

Thüren Statt. -- Während dieser Scene hörten wir Gepolter über uns. Was

war es? -- Pferdegetrappel; denn die Türken haben Stallungen gerade

über dieser Kapelle.

Um der seltsamen, die Zeit der Stiftung malenden Privilegien und

Pflichten willen, gebe ich in Folgendem das Diplom des Ordens, das mir

überreicht wurde.

_Fr. Thomas a Monte Asula,_

_Ordinis Minorum strictioris Observantiae S. P. N. Francisci,

Provinciae Seraphicae Concionator, Sac. Theologiae Lector, Sini.

Dni. Papae in Lateranensi Archi-Basilica jam Poenitentiarius, Sac.

Congregationis de Propaganda fide Responsalis, Missionû. Aegypti,

et Cypri Praefectus, in Partibus Orientis Commissarius Apostolicus,

Sacri montis Syon, et SS. Sepulcri D. N. I. C. Guardianus, ac totius

Terrae Sanctae cum plenitudine potestatis Custos, humilisque in Domino

Servus._

_Universis, et singulis Christi Fidelibus praesentes nostras Litteras

inspecturis, vel legi audituris, salutem ab eo, qui est vera Salus._

_Ex gestorum monumentis tenemus invictissimos Heroes Carolum Magnum

Imperatorem semper Augustum, Ludovicum VI. Philippum sapientem,

Sanctum Ludovicum IX. Philippum Hispaniarum Regem, aliosque multos

reipublicae Christianae magnanimos Reges, et Principes, Dei honoris,

et Catholicae fidei nedum Zelatores, verum etiam strenuissimos

defensores, sese, bonaque sua Deo immortali sponte obligasse, et

noviter emancipasse, fortissimosque diversis temporibus Equites

sub quibusdam regulis creasse; ad hunc finem dumtaxat, ut nefariis

infedelibus devictis, sanctam Jerosolymorum Urbem, ac resurgentis

Domini sepulcrum libere custodire, et pro viribus defendere valerent.

Et tunc, aura secunda Equestris hujusmodi effloruit dignitas, cum

inter Christianorum Principum, contra infedeles multos, demandatas

expeditiones, praeclarus, Dux Godefridus de Bullion memoria dignus,

anno à Partu Virgineo 1099; in sanctae Civitatis expugnatione copioso

trecentorum millium, cruce signatorum militum, ab Urbano II. Pontifice

Maximo comparato exercitu, ultra trecentorum millia hostium, favente

Deo devicit. Capta Jerosolyma, unanimi omnium voto praelaudatus

Godefridus in Jerosolymorum Regem solemniter proclamatus est. Quo in

munere, nulla interposita mora, ardenti (quo flagrabat) animo, Christi

Domini Mausoleum in curam sibi recepit. Utque rite custodiretur,

sacrum Ordinem ejusdem SS. Sepulcri Equitum sub ss[=m]is. legibus

instaurare et instituere, non est sane dedignatus: ac proinde

plurimos illustrissimos, ac nobilissimos viros, resurgentis Domini

sepulcri continuo creavit Equites; cosque rubeis crucibus in scuto

argenteo insculptis armavit, et decoravit: Decernens in posterum,

ut eas vestibus appositas, tum in bello, cum Regum in aulis, nec

non quorumcumque fidelium coetibus pro gentilitio stemmate deferre

tenerentur. Unde, Christianissimi Reges, ut erectores, ita et rectores

hujus sacri Ordinis fuere. Sicque, fulcimento tali munitus, quondam

Equitum Ordo auspicato florescebat. Sed proh dolor! capta iterum ab

infidelibus Jerosolyma anno 1187, habenas Ecclesiasticas Urbano III.

moderante, et cunctis ab Asia pulsis Catholicis, ss. Equestris Ordo

pene sopitus, et extinctus remansit. Unde merito facta est quasi

vidua Domina gentium, et ex omnibus charis ejus, quis amplius non

erat ei solatium praebiturus. In moestitudine tamen positam, ubi

Domino placuit, consolatus est eam, stimulando animum devotissimi

Roberti utriusque Siciliae Regis, ut ab Aegypti Sultano, ss[=m]ae.

Redemptionis Loca pro viribus compararet. Quod quidem Laudatus

Princeps (Clemente V. Piscatoris vices gerente) non sine difficultate,

ac sumptibus, pro nostri seraphici Patriarchae S. Francisci

Assisiatis, humilibus filiis obtinuit; atque eis in persacrato

monte Syon, ubi fuerunt miracula tanta patrata, et in praegrandi,

ac praeomnibus sanctiore, Resurrectionis Domini Basilica commorandi

facultas fuerit dilargita. Quo circa SS. D. Alexander Papa VI. anno

1496. ad innovandam non solum perantiqui Instituti praelaudati Ordinis

Equestris jam fere abolitam memoriam, imo etiam ad augendam erga

Christi sepulerum fidelium pietatem, et religionem, eorumque animos,

pro SS. Locorum recuperatione vehementer excitandos, persacrati montis

Syon, ac SS. sepulcri D. N. I. C. Guardiano, ejusque Vicario generali

(hoc est totius Terrae Sanctae Praesidi) eorumque successoribus pro

tempore existentibus, hujusmodi Equites SS. sepulcri, ut olim, creare,

armare, et instituere misericorditer indulsit. Posthac, Leo X. die 4.

Februarii 1616; Pius IV. die 1. August 1561; Alexander VII. die 3.

Augusti 1565; Benedictus XIII. die 3. Martii 1727. idem concessere,

et laudavere. Ultimo autem Benedictus, eo nomine, Pontifex XIV. dum

pro gubernio Terrae Sanctae, statuta et Constitutiones approbavit,

praefatam gratiam creandi Equites SS. sepulcri, per suos Antecessores

superibus Terrae sanctae respective impertitam, speciali favore

confirmavit per Bullam incipientem: In supremo militantis Ecclesiae:

datam Romae 7. Januarii 1746. Pontificatus vero sui sono sexto. Quod

ita sane a praedecessoribus nostris hucusque exequutum est, ut dehinc

Equites permulti fuerint creati, et in praesentiarum creentur. In

quorum numerum: Illmûs. Dnûs. Antonius Prokesch, ex nobili familia

Austriaca, S. M. I. R. A. in Exercitu Dux, et diversorum Ordinum

Eques. etc. supra dicti Ordinis Equestris SS. sepulcri Laureari, et

splendoribus insigniri maximopere expostulavit. Nos igitur piis ejus

precibus inclinati (solerti indagatione circa ea quae Catholicae fidei

puritatem spectant, prius facta, et diligenti inquisitione super

hisque ex antiquissimis Legibus in vero Christi Equite requirebantur,

jam habita) Praefatum Illmûm. Dmûm. Antonium etc. in omnibus idoneum,

ac tanto honore dignum reperimus. Emisso itaque (ut moris est)

voto perse ipsum, Nos, Apostolica qua in hac parte peculiariter

fungimur, autoritate, Eum SS. sepulcri D. N. S. C. Equitem armavimus,

creavimus, insignivimus, et condecoravimus; nec non torquem auream

de more solemni, cum pendenti cruce ad collum ejusdem, proprio Loco

SS. sepulcri imposuimus die 23. mensis Aprilis anni 1829. Adque per

praesentes à Nobis condecoratum, insignitum, creatum, et armatum,

nominamus, declaramus, et publicamus, cum singulari potestate stemmata

hujusmodi deferendi assiduo, tum publice, cum private, et iisdem pro

Insignibus, utendi; nec non omnibus, privilegiis, indultis, gratiis,

exemptionibus, et praerogativis, quibus caeteri ejusdem Equestris

Ordinis Equites gaudent, vel in posterum gaudebunt, perfruendi.

In quorum omnium et singulorum fidem hoc Diploma, manu nostra

subscriptum, ac pendente sigillo majori Resurrectionis Dominicae

munitum, expedire decrevimus. Vale, Deusque suum, pro defensione et

exaltatione sanctorum Locorum, tibi praestet auxilium._

_Privilegia, Equitibus SS. sepulcri, à Pontificibus, Imperatoribus, et

regibus concessa. 1. Equites SS. sepulcri praecedere debent reliquos

alios cujuscumque Ordinis, seu Militiae: exceptis illis Velleris aurei

vulgo: del Toison d'Oro, nuncupatis. 2. Possunt legitimare eos, qui

ex legitimo Matrimonio non sunt nati; baptismale nomen mutare: arma

seu stemmata concedere, et Notarios creare. 3. Bona Ecclesiastica,

pro tuenda fide Christi, licet sint uxorati, possunt tenere absque

Ecclesiae praejudicio. 4. Ubique locorum sunt exempti ab omnibus

gabellis, et tributis tam vini, quam cerevisiae et aliorum. 5. Tempore

belli sunt exempti â vigiliis, et â militum hospitio. 6. Si corpus

patibulo appensum in via repererint, educto gladio de vagina possunt

praecidere laqueum, et ut sepulturae mandetur imperare._

_Obligationes. Ad quas tenentur Equites SS. sepulcri ex juramento et

voto professionis eorum. 1. Equites SS. sepulcri, data opportunitate,

debent quotidie audire Missam. 2. Cum opus fuerit, bona temporalia,

et vitam exponere tenentur, dum bellum universale contra infideles

paratur, et in propria venire persona, aut mittere idoneam. 3.

Sunt obligati sanctam Dei Ecclesiam, ejusque Ministros ab eorum

persecutoribus defendere, ac pro viribus ab iisdem liberare. 4. Debent

injusta bella, turpia stipendia, et lucra, hastiludia, duellum, et

caetera hujusmodi (nisi causa militaris exercitii) vitare. 5. Debent

inter Christi fedeles pacem, et concordiam procurare, Rempublicam

exornare, cultum Divinum promovere, opera pietatis exercere, verbo et

exemplo monita salutis cunctis praebere, ac sese tanto honore dignos

demonstrare._

_Fr. Thomas a Monte Asula_

_Terrae Sanctae Custos._

_De mandato R[=m]i in Christo Patris._

_F. Coelestinus ab Aunano Terrae_

_Sanctae Secretarius._

(_L. S._)

* * * * *

Reise ins heilige Land: Im Jahr 1829 · 第 5 / 8 段