Vivat der Stadtreisende! Soeben die briefliche Nachricht empfangen, daß
sich Deine Andeutungen per Postkarte bestätigt haben.
Jetzt, lieber Junge, sind wir wieder alle auf dem Damm. Wenn man weiß
zu erwerben, ist dies mehr wert als Vermögen.
Über den neuen Wirkungskreis, den Du errungen, freue ich mich noch
mehr wie über die Gehaltsaufbesserung, doch ist auch letztere ganz
erfreulich.
Was wird das für eine Freude sein, wenn Du einmal heimkehrst und wir
uns alle wiedersehen! Das Schönste aber, was ich mir denken kann, ist,
wenn Du uns alle mitnehmen kannst, ohne daß wir beladen sind mit einer
ängstlichen Sorge um die Zukunft. Aber auch jetzt bin ich schon froh.
Das Glück haben nicht viele Familien, daß sie stets zusammenbleiben
können.
Unser Gehilfe Knöfel ist nach der Heimat gewesen. Hat von dort
geschrieben, ob er zurückkehren könne. Ich habe ihm dann einen
annehmbaren Vorschlag gemacht. Er ist wiedergekommen, hat vier Tage
gesoffen und zwei gearbeitet, und sich nun entschlossen, nach Amerika
zu gehen. Wahrscheinlich wird er nach sechs oder acht Tagen von
hier abreisen. Wenn er nach New York kommt, wird er Dich jedenfalls
aufsuchen. Sein Geist ist stark, aber das Fleisch ist schwach. Ich
glaube, daß er drüben seine paar hundert Mark verduseln und dann ein
guter Arbeiter sein wird.