2. Szene

(Die Torflügel springen auf, Arrogantia tritt heraus.)

vorige. arrogantia

arrogantia. Wer wagt es, anzupochen hier?

nachtigall. So ist’s recht! Eine war nicht g’nug zu meiner

arrogantia. Was willst du, Übergang vom Affen zu den

nachtigall. Da haben wir’s! Ich hab’s ja g’wußt, der

vipria. Wie kannst du den beschimpfen, den mein Blick

Qual, die Fortsetzung kommt auch noch heraus.

Menschen?

zweite Teil ist immer schlechter als der erste.

aus Millionen sich zum Werkzeug hat erkoren?

nachtigall. Just mich hat’s erwischt; das ist ein solches

Glück, als wenn der zehnte Mann erschossen wird.

vipria. Hier stell’ ich dir den Helden dieses Tags, den

künft’gen Schach der Insel, vor.

arrogantia. Welch eine herrliche Karikatur! Ha, ha, ha!

Freund, du bist die schönste Mißgestalt, die ich

erblickt noch hab’.

nachtigall. Ich bitt’ recht sehr, meine schöne Bella-

Donna, Sie sind zu gütig. Nein, was die für eine

Beschreibung von mir herausgibt, das ist schandvoll.

vipria. Was macht die Phantasie? Hat sie den Käfig nicht

zertrümmert?

arrogantia. Verzweiflung hat in ihr gewütet, doch blickt

sie ruhig jetzt um sich, und bald erglänzt ihr Aug’,

bald spiegelt eine Träne sich in ihm.

vipria. Sie dauert mich, die arme Nachtigall.

nachtigall. Also da drin haben s’ auch eine Nachtigall?

Auf die Letzt geh’n die herum und fangen die

Nachtigallen zusamm’. O ich unglücklicher Nachtigall!

Auf die Letzt komm’ ich in ein Vogelhaus und muß

aus einem Nirschel saufen, und mir ist ein Maßziment

zu klein.

vipria. Wie steht’s mit unserem Dichterschwarm? Wirkt

ihre Gefangenschaft auf ihn?

arrogantia. Herrlich! Alle Dichter dieser Insel rennen in

geistloser Verwirrung durcheinander; auch nicht ein

Vers steht ihren hohlen Köpfen zu Gebot, seit sich die

Phantasie daraus entfernt.

vipria. So komm, ich will der Phantasie verkünden,

wodurch sie ihre Freiheit kann erringen. Unterdessen

wird sich dieser im Palaste Hermionens zeigen.

Berühre ihn mit deinem Pfeil!

arrogantia. Erglänze, Kies, und werd’ zum Edelstein, von

außen wenigstens! (Sie berührt Nachtigall; er hat ein mit Gold

gesticktes Staatskleid an.)

vipria (berührt einen Baum, es hängt augenblicklich eine gold’ne

Harfe daran).

Und ich schenk’ diese Harfe dir, geh hin und lasse sie

erklingen;

Durch Harfenton erfreutest du so manches trübeHerz,

Doch heute bring’ ein fröhliches durch ihren Klang

zum Schmerz!

Erring’ durch sie das Preisgedicht, du Sänger froher Lust,

Und bohr’ dadurch den Rachepfeil in Hermionens Brust!

(Beide ab in ihren Palast.)

Die gefesselte Phantasie · 第 32 / 55 题