nachtigall allein
nachtigall. Jetzt laufen s alle zwei davon und lassen
mich allein da stehn. Wenn ich nur ein Wort
verstanden hab von der ganzen Schnatterei, so bin ich
ein schlechter Mann. Ich weiß gar nicht, was s mit mir
da wollen. Wann ich lieber in meinem Bierhaus wär,
mir wird mein Lungenbratel kalt, das ich angschafft
hab. Und tu ich nicht, was sie schaffen, so bringen s
mich am Ende gar um, die zwei Bißgurn. Anzogen
hätten s mich schön, es könnt was herausschauen;
aber ich kenn mich nicht aus, mir bleibt der Verstand
aus, und ich soll ein Preisgedicht machen! Um keinen
Preis, das kann ich nicht. Lieder hab ich genug
gemacht, ich war sehr liederlich--will ich sagen
liederreich; aber andere Vers, gerührte, die hab ich
noch nie versucht.--Ach was, ich verlasse mich auf
meine zwei Rabenschwestern. Ich geh jetzt einmal in
den Palast und hol mir entweder einen tüchtigen
Respekt oder tüchtige Schläg ab. Der Zufall ist ein
kurioser Kerl, der hat schon manchen herausgeholfen.
Arie.
Der Zufall, der sendet viel Vögelchen um
Von zweierlei Gattung per se,
Die flattern der Welt um die Nase herum
Und bringen ihr Wohl oder Weh.
Die Glücklichen habn eine rote Bordur,
Die Schlimmen sind schwarz wie ein Rab,
Doch streifen die roten auf blumiger Flur,
Die schwarzen, die fliegen talab.
Drum send mir, o Zufall, ich bitte dich fein,
Ein rosiges Vögelchen heut,
Das flieg in den Saal meiner Zuhörer nein
Und stimm sie zur Nachsicht und Freud;
Dann schwing ich die Harfe, erobre die Braut
Und führ sie im Jubel nach Haus.
Doch ist sie mein Weibchen, dann rufe ich laut,
Freund Zufall, jetzt pack dich hinaus!
Die Treue darf nie bloß durch Zufall bestehn,
Der Zufall bringt oft ein Chapeau,
Und Zufälle, die durch ein Dritten entstehn,
Die machen nur selten uns froh,
Doch stürbe mein Weibchen, fatale Geschicht
Mein Wunsch wird es niemals zwar sein,
Dann, glücklicher Zufall, vergesse mich nicht,
Find mit einer andern dich ein.
(Geht ab.)